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Full text of "Der Forstschutz: Ein Lehr- und Handbuch"

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Der 5otftfd|u^ 



Don 



Dr. Hic^ai:6 ^eg 

(Bc^bncm Rat, o. d. Ptof cffor 6cr Sorftviffcnfqaft un6 Direftor 6«s $ox^ 
inftituts an 6cr Cuöcnigs'Uniocrfitat 3u (Bicftcii LR. 



üiette Auflage 
oollftanöig neu beatbettet 

oon 

H. BeA 

Ptofcffor btt fotftiDincnfdKift an 
6fr KgL ^orftafaöemlc tlljatanöt 

(Erfter Banö : $(f|u^ gegen tEiere 

mit einem Bilbnis, 250 Hbbilöungen 
unö einer bunten tEafel 




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£cip3ig unö Berlin 
Dtud unö üerlag von B. ©. tEeubner 

1914 



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Copyright 1914 by B. 0. Teubner in Leipzig. 



RIU Redete, einfd)lieglid) öes Überfe^ungsredjts, oorbeljalten. 



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SSotwort gut tjicrtctt Sluftagc. 

3)er Eintritt in bad ac^te ^a^tje^nt eined in feltenem äRage arbeitö^ unb er^^ 
folgretc^en SebenS machte ed bem t)erbienftt)oDen SBerfaffer, beffen tuol^Igetroffened 
83ilb ber 9leuBearbeitung feined iüfjtv ful^renben Se^rbuc^ed bed Sorftfi^ufted jur 
fc^önften gi^tbe gereii^t, leiber unntögli^ bent fc^on feit längerer Stit vergriffenen 
SSerte bad notmenbig geworbene neue ©en^anb felbft anjulegen. @ett bem (Srfc^einen 
ber britten S(uflage toax $err ©el^einte Stat $rof. Dr. ^eg itoax barauf bebac^t 
geioefen, bod }ur ^erfteüung einer neuen Searbeitung nohuenbige SRaterial mit ber 
feinen arbeiten eigenen ®rünbli(^feit unb SSoQftänbigfeit ju fammeln unb }u fiepten, 
bad S^foin^^nfäfl^n i>^ <^it einjelnen fünften fic^ an^aufenben S3aufteine unb ben 
Umbau ber ben heutigen Vnforberungen nic^t mel^r entfprec^enben Zeile beiS Säuc^ed 
glaubte er jeboc^ einer jüngeren ftraft fiberlaffen )u foOen. @o kDurbe ic^ 1911 in 
Vereinbarung mit ber Serlagdbuc^^anblung mit ber Seforgung ber 9leuauflage 
betraut. 

Erfüllte mi(^ biefer Sluftrag auc^ mit Sefriebigung, fo t)erbtc^teten fic^ bo(^ 
im Saufe ber Qtit immer mel^r bie fd^on bei ftbema^me ber S(rbeit laut gen^orbe^ 
nen JBebenlen, ob ed einerfeiti^ möglid^ fein toürbe, ben rec^t üerfc^iebenartigen @toff 
allein ju beh)altigen unb ob ed anbererfeitd gelingen mod^te, ben unausbleiblichen 
fionflilt ih)if(^en bem ®ebot ber fc^ulbigen $ietdt unb bem berechtigten SSerlangen 
no(^ neuieitüc^er, bem gegenn^artigen SBiffen entfprei^enber ®eftaltung in einer aOe 
Xeile befriebigenben äSeife ju löfen. 9la^ beiben dlic^tungen ^in ift, t($ toti^ t^ 
fe^r tool^I, bad SBoQen ftärler gemefen atö bad SSoQbringen. 

®roged Sntgegentommen bed ^errn SerfafferiS gegenüber ben bei SuffteDung 
ber Stic^tlinien geäußerten SBunfc^en gab mir bie SDtdgUc^Ieit, ben bisherigen ^af)mtn 
bed Sucres bort, n)o eS 5n)ecfmä6ig erfc^ien, gu t)eränbem. 3($ l^abe mic^ hierbei 
auf baS Stotmenbige befd^rönft^ um bem SSud^e feinen bisherigen S^aratter mög^ 
lic^ft ju h)a{|ren. 3n @onberl^eit f^ait \(b vxxi) bemüht, bie bem %u(^e eigentäm^ 
lic^e, fd^on äuBetlid^ in ja^Ireid^en Oberfd^riften unb Untertiteln jum SuSbrud lom^^ 
menbe fd^arfe @toffeinteiIung betsubel^alten. 3)aS fd^ien mir auS bibaltifd^en ©rünben 
richtig, tro^ mand^er gärten unb SlbgrenjungSfc^mierigfeiten, bie mit jeber rotxU 
ge^enben (Sinjelglieberung unjertrennlid^ t)erbunben }u fein pflegen. 

SBentger förberlid^ für ben ebengenannten Se^rjWed ift, »ie fd^on ber britten 
Auflage gegenüber t)on manä^^ Seiten ^erborgel^oben niorben ift, ber groge Um« 
fang beS Sud^eS. Sluf ben @tubierenben mag, baS ift nid^t ju leugnen, biefer Um« 
fang junad^ft abfc^redenb niirlen. 3)aS 93ud^ foQ aber nid^t nur fie^r^ fonbern aud^ 
^anb^ unb 9la(^fd^Iagebuc^ fein unb mi^B beS^alb äSoQftönbigfeit unb einge^enbe 
SBe^anblung um fo mel^r anftrcben, je wichtiger ber einzelne ®egenftanb für bie 
forftlid^e ^PrajiS ift. 






rv «orttjort. 

(Sine tDefenttic^e UinfQngdt)ermiiiberung to&xt nur bann eingetreten, menn bad 
Suc^ bie feit bem (grfc^eincn feiner erften Auflage (1876—78) felbftänbig gemorbencn 
unb mit einer eigenen reichen Siteratur audgeftatteten Pfleglinge ber Sorftfd^u^te^re, 
bie gorftinfeftenfunbe unb bie ^flanjenfranf^eitslel^re, au^ feiner Weiteren ^ßftcg«^ 
fd^aft entlaffcn l^ätte. Slngefid^tsJ ber Uncntbel^rtid^feit bcr forftentomologifd^en unb 
:pflan§enpatl^oIogif(i&en ©pejialtiteratur für jeben, ber fid6 mit ber SJiorp^ofogie unb 
©^ftematif ber 3nfeften unb 5ßitje nä^er öertraut ju mad^en wünfd^t, toäre bie an« 
gebeutete, im Se^rgebaube ber forftlid^en ^od^fd^ulen t)ielfad^ fd^on buri^gefül^rte 
Xrennung nid^t nur möglid^, fonbem »ol^I aud^ ieitgemäg gemefen. iDlan fann fo^ 
gar nod^ weitergeben unb annehmen, ba^ ber t^on S{|r. SBagner^) nic^t mit Un« 
red^t beflagten, „ju einer nid^t fetten unfrud^tbaren gorftinfcftenfunbe fü^renben'' 
einfeitigen ©nthjüelung bc§ gorftfc^ufte^ burd^ SSerabfd^icbung ber forftlid^en @n? 
tomologie ufm. @in^aU getan unb bag ber Sorftfd^u^ l^ierburd^ me^r auf feine l^od^- 
h)id^tige SntmidEelung in matbbautid^er Siic^tun^ aufmerffam gemacht mürbe. 

SSenn tro^bem ber eniQf(o))äbifd^e (S^aratter beS 93ud^ed aud^ in ber neuen 
Bearbeitung beibe^aüen morben ift, fo mar Iiierfür in erfter Sinie bie oben ermdl^nte 
Mdtfid^tna^me auf ben ^n^iatt ber brei erften Sluflagen maggebenb. SBeiter^in mar 
JU erm&gen, bag ben oben genannten engeren unb mid^tigeren QitUn be^ Sorft- 
fd^u^ed aud^ in einem enj^flopdbifc^ gel^attenen Suc^e nachgegangen merben lann 
unb \>a% ein folc^e«, b. l^. ein f amtliche S33atbfeinbe übcrft^auenbe^ S5u^ mcnigcr 
umfangreid^ unb fomo^I für ben Slnfonger toie für ben älteren Senufeer ^anblid^er 
fein bürfte, atö eine STOel^r^eit fid^ crganjenbcr ©peiiaimcrfe. 

2)urd^ auSgebe^nte ^nmenbung beS $etitfa^e§ ift berfud^t morben, einerfeitd 
bad Stnfc^meDen bei^ 89ud^e^ tro^ SBa^rung feiner SSoüftänbigfeit jurüdEju^atten, 
anbererfeit« ben Sebürfniffen beg änfanger« geredet ju merben. S)aÄ SBi^tige ^tbt 
fi(^ auf biefe SBeife, mie e^ fd^on biiJl^er ber gatt mar, aud ber güHe be^ mcniger 
SBic^tigen genügenb l^erbor. 

S)ie fe^r toertöotten, namentlid^ bei literarifd^en arbeiten aufeerorbentUd^ braud^^: 
baren Siteratumad^meife finb jum größten Xeile aud^ in bie neue Auflage über- 
nommen unb bid auf bie (Segenmart Derbodftänbigt morben. 2)a fie aber fd^on in 
ber britten Suftage infolge genauer Slngabe ber litel, fjunborte ufm. einen unge^ 
bül^rlid^ großen 8taum in Slnfprud^ nahmen, ber burd^ ^injufommen ber umfange 
reid^en neueren Siteratur nod^ mefentüd^ gemad^fen mörc, fo finb in ber Sleubear^^ 
beitung alle litel meggelaffen unb bie gunborte nur in gefürjter, burd^ ben boran« 
fte^enben ©d^Iüffel ndl^er erläuterter gorm angegeben morben. äud^ in biefer mit 
einer namhaften SRaumerfparni^ berbunbenen gaffung merben fie allen 3ntereffentcn 
nod^ bie guten S)ienfte leiften, bie ate nid^t ju unterfc^ä^enber SSorjug ber früheren 
Auflagen mit Siedet ^erborgel^oben morben finb. ©omeit c^ mit $itfe ber reici^ab 
tigen X^aranbter Sibliotl^e! mögtid^ mar, finb bie Siteraturangaben auf i^re Stic^* 
tigfeit ^in nad^ge^jrüft morben. 

®Iei^ ben beiben borl^erge^enben ?luflagen erfc^eint bie bierte in jmci Sän^ 
ben, bereu erfter entgegen ber bisherigen ©e^j^ogenl^eit nur benS^ufe gegen liere 
entl^äft. Der ©d^ufe gegen bireft unb inbireft fd^äblid^e Eingriffe be§ SKenf^en 
ift mit bem ©d^ufe gegen ®emäd^fe unb bem ©d^u^e gegen atmofp^ärift^e ®in* 



1) ®runblagcn b. tSuml. Orbnung 2. S(uf[., 176. 



wirfutiöcn jum atociten Satibc öereintgt tüorbcn (üfll. baä Sld^erc @. 5). SBcnn 
auc^ auf bicfc SBcifc ber umfangreichere Seit be« Stoffe« too^I bem erften Sonbe 
guöefallen ift, fo bürfte bic jugrunbe gelegte öbgrenjung ber beiben SBänbe boc^ 
enH)fe^fengtoerter fein aU bie seitherige leilung, bei melc^er bie fc^äblii^en Snfelten, 
nad^ yiabtU unb Saubl^oljinfelten getrennt, auf beibe SSänbe t)ertetlt toaren. 

Suc^ V: Schuft gegen aufeerorbentti^c Slaturereigniffe ber brittenÄuf* 
läge ift ganj in SBegfatt gelommen, ebenfo ber ben ©d^ufc gegen einjelne ftront 
l^eiten be^anbetnbe „Sn^ang". J)ie in biefen leiten untergebrad^ten Slbfc^nitte: 
©c^ufe gegen SBafferfc^äben, Salinen, Slugfonb, SBatbbranbe, 9tot^ unb S33ei§f&ule, 
Schütte» unb Stauc^fc^aben finb an anberer Stelle be^anbelt bjn). aü fac^Iid^ gum 
ffialbbau ge^örenb (j. 85. Stugfanb) weggetoffen tt)orben. 

®ei ber Bearbeitung be« bortiegenben , bie toalbfeinblic^e liertoett unb i^re 
aSetantpfung umfaffenben SJanbed f^ait id^ ®en)i(^t barauf getegt, bie ber 3<>^t nac^ 
gtädtic^etmeife ja nur n^enigen mirtfc^afttid^ mirffii^ niid^tigen @(^abtinge bejflgtic^ 
itirer Sititnl^^ unb Selämpfung^n^eife einge^enber ju be^anbetn ald ed in ben früheren 
«uf logen gef^e^en ift. 3)ie Jlbfc^nitte Slottoitb, Kaninchen, äJläufe, Hylobius, ©Orients 
läfer, aJiailäfer, Slonne, ftiefemfpinner, ^^eute, ^fpanner, Steinfd^mettertinge, Sfter* 
btatttöufe u. a. ^aben aud biefem @frunbe eine me^r ober weniger boSftanbige 9teu^ 
bearbeitung erfal^ren. Sie hierbei eingetretene (Ern)eiterung bed Umfanged ift baburc^ 
einigermaßen audgegtic^en morben, bag bei ben mirtfd^aftlic^ unmid^tigen @(^öb^ 
tingen teitmeife nic^t unmefenttid^e Sürgungen borgenommen ober Sftaumerfpamiffe 
burc^ antoenbung bed ^etitfa^ed herbeigeführt mürben. 

S)ie ben borfte^enb genannten ^auptfeinben unb ben anberen @(^äblingen 
gegenüber gebrauc^lid^e Zec^nil bed Sorftfc^u^ed tuurbe mögtii^ft audfü^rtii^ erör» 
tert. Um erfennen ju laffen, in toelc^er SRid^tung biefe led^nif fic^ betoegt unb bi«^ 
^er betoegt :^at, finb bietfad^ auc^ aRaßregetn unb Sorfd^löge mit erto&^nt unb fris^ 
tifd^ betrachtet tt)orben, benen fein :praftifc^er Sßert innen^ol^nt. 

Slaturgemäß wirb ber weitaus größere leit beS erften fflanbe« bon ben ^n^ 
feften in $(nfpruc^ genommen. Bei i^rer Setrad^tung ift ber Stii^tung bed Bu^ed 
entfprec^enb ba« f^ftematifd^e S)etait äurüigefteßt unb bie für ben praftifd^en gorft:^ 
fc^u^ ungteic^ Wid^tigere Biotogie in ben SSorbergrunb gerüdt worben. S)er SSer«" 
}ic^t auf S3eftimmungdf^tüf[et unb bie Semad^täffigung tieferen (Singel^eng auf bie 
S^ftematif bebeuten aderbing« eine (Srfd^werung beim kennenlernen ber ^nfelten. 
3)iefem Umftanb bürfte aber eine größere Sebeutung laum gutommen, benn ^t^ 
ftimmungdtabetten forftfd^dblid^er gnfelten finb nur Bruc^ftüdEe ber allgemeinen Se« 
ftimmungdtabeHen unb fe^en bie ^enntnid be« forftli^en Q^tiarafter« bed eingetnen 
Snfelted boraud. SDlit SiüdEftc^t auf ftörfere ^erbor^ebung ber f^ftematifc^en 3u^ 
fammengel^örigfeit ber in Setrad^t lommenben 3nfeften ift aber bie geit^er üblid^e 
Trennung in 92abet^ unb Saub^olginfeften fallen getaffen worben. 

So^treic^e SSeränberungen ^aben bie äbbitbungen erfahren. 3nt bortiegenben 
Sonbe würben 80 früliere erfefet, 75 neue eingefügt unb 95 geit^erige beibehalten. 
Sie bis je^t nid^t oorl^anbene bunte ^leinfd^metterlingStafel, fowie bie neuen StxtS^^ 
nungen, foweit fte Sraßftüie betreffen, berbanfe id^ gräutein ® ertrub ffiunge (®. Ä.) 
in I^aranbt. Sie S^i^nungen würben gumeift nad^Dbjeften ber S^aranbter ©amm^ 
tungcn ^ergefteüt. SSeiter I|at |)err Kriftofani=Seit)gig bic mit (Srtaubnig ber 
Autoren unb 9SerIeger au« anberen SBerlen unb gwar au« Sarbei), Sie Softri* 



VI «orttort. 

c^tben S^ntraleuropad (®enf 1901) unb (Sdftein, Xec^nil bed Sorftfc^u^ed gegen 
Xtere (SBerßn, $aul ^avtt), gbbn. 4,50 äRt.) entnommenen Sbbilbnngen gejeic^net, 
jomie Qu^ bie ^erfteQung einer Steige t)on Umjei^nungen unb S(bbilbungen t)on 
Ütaturobjelten beforgt. Seiben Innftfertigen äRitarbettem, fotoie meinem üere^rten 
Kollegen ^tvm Sfftftent 83 är, ber mid^ bei ben ßorrelturen beftend unterftü^te unb 
ber mir bei S^aglic^teiten fein reic^ed SBtffen nic^t t)orent{|ieIt, mö^te ic^ für i^re 
mertüoKe Unterftü^ung ^erjlic^en S)anf fagen. 

Sbenfo bante id^ beftend bem l^oc^gefd^ö^ten SSerlag für bad ftete (Entgegeni« 
lommen gegenüber meinen bielfeitigen auf Sudftatiung ufm. genuteten SBünfc^en. 

aftein el^rerbietigfter 3)anl aber gebührt fc^Iie^Hc^ $erm ®e^eimem SRat Dr. ^ eg , 
f on^ol^I für bad butd^ Übertragung ber 9leubearbettung bejeugte SSertrauen unb für 
bie Srei^eit, bie er mir in unb bei ber 93e(|anblung bei^ 9Rateria(ed ber britten Suf^ 
läge geh)ä^rte, mte enblid^ au^ für bie Überlaffung ber t)on i^m gefammelten iaf^U 
ttxäftn 9iac^träge unb Vorarbeiten jur 9leuauflage. 2)ad Serfügungdrec^t über btefe, 
mie fc^on oben ermahnt mit großer äRü^e unb Sorgfalt jufammengeftellten 9lad^f 
trage ^at mir bie S(rbett ni(^t unn^efentli^ erleichtert. 

3(^ toürbe es namentlich im 3ntereffc bed betagten ^errn Serfaffcrö mit auf^^ 
richtiger Steube begrüben unb ald t)oSbefriebtgenbed Ergebnis ber nic^t immer 
leidsten %Qi^xt auf t)orge5eic^neten äBegen anfeilen, menn bie Üteubearbeitung tro^ 
ber mitt(erh)eile er^ebßc^ gefteigerten Sonfurrenj burc^ oor}ügnd^e forftentomolo^ 
gifd^e unb pflanjenpat^ologtfc^e @pejta(h)erfe (VItum, 3ubeic$^9lttfd^e, 9lü|« 
Itn, (SÄftein, Sfd^erid^, 9le^,Sl. ©artig, 0. lubcuf, Sorauer,ßinbauu.a.) 
bie gleiche SSerbreitung finben unb oon ö^nlid^em SBo^tooUen getragen nierben 
möd^te n)ie bie früheren Auflagen. fOlii btefem SBunfc^e oerabfd^iebe ic^ junad^ft ben 
erften 99anb, bem ber im aJtanuffript pm n)ettauS größten Seile fertig t)ortiegenbe 
jn^eite möglid^ft balb folgen foO. 

X^aranbt, im guti 1914. H. Seit. 



3>tt^alt8tjer3ei(i|ntg. 



6cite 

(Einleitung. 

I. »egriff 1 

U. Stellung im forfttoiffenft^aftUd^en 

©Aftern 2 

in. 0e{c^tc^tIid^e IBorbemetfungen ... 2 

IV. Einteilung ber gorftfd^u^Iel^re . . 5 

Y. O^runb» unb ^ilfdffid^er 6 

VI. Äüeratur 6 



I. I6u(^. 

®4tt^ %t%tn Ziere. 

1. S9emerhtngen über 92tt^en unb Sd^aben 
ber 3:iere 

2. (Einteilung bed etjten ®u(^ed . . . 



8 
'10 



(Srjter »bfd^nitt. 

I. Seil. aSeibenuftung (^albtnetbe 
ober ^utung) 

1. SBirtj^aftlic^e Sebeutung 

2. ©(^äblic^feit bed IBiel^eintriebeiS . . 
a) ^oljart IS. — b) ^ol^alter 14. 
c) »etrieWort 14. — d) ©tanbort 14. — 
e) a3eftanbed{(i|Iu| 15. — f) JBie^» 
gattung 16. — g) SSie^menge 16. — h) 
3a^re3aeit 17. — i) SBitterung 17. — 
k) ©onßtge Umfiänbe 17. 

3. @d|u(ma6regeln 

A. 6c^onung«aeit 18. — B. ©eibe» 
biprifte 20. — C. SBeibeseit 21. — D. 
SßeibeDie^ 21. — E. 'ätt bed %ud« 
trieb« 21. — F. ^ut^erfonal 22. 

II. Seil, a^aftnu^ung 

1. 93ebeutung be« Sd^meineeintrieb« 

2. @({|u(magregeln 

Sttieiter 3rb|c^nitt. 
^4«^ gegen lagb(ate« ^aattoilb. 

1. STufad^Iung ber {({{abliefen SBilbarten 

2. (S^fibUt^feit 

I. Seit. (£ld|tt)ilb 

1. ©d^dbli^feit 

2. ©(^u^magregeln 

IL Seil. 9lot»iIb 



11 
11 

12 



18 



22 
22 
23 



24 
24 

24 
24 
25 
25 



Seite 

1. @c^fibli*!eit 26 

a) aSerje^ren t>on SBalbfrüc^ten 25. 

— b) »erbtß 26. — c) @(^älen 29. 

— ^) tJegen unb ©erlagen 36. — 
e) Sertreten 37. — f) ©rö^e be« ge* 
famten ©traben« 87. 

2. ©d^u^magregeln SS 

A. mtttl pr Slbmel^r {fimtlidier 
©d^fiben sa 

B. SRittel $ur ^htot^t einzelner 
©traben 44 

I. ^Httel gegen t^uditfiiung ... 44 
U. amttel gegen SSerbig 44 

a) mxittl sunt fjrläc^enfdiu^ 44. 

— b) Mittel %\xm ©(^u(e ber 

(Sin^el|)flan^e 45: 1. ©d^ntiermittel 

45. IL gfepe SWittel 51. 

III. a^ittel gegen ©c^Alen 54 

a) IBorbeugenbe forftmirtfc^aftUci^e 
SRagnai^nien 55. — b) IBorbeu« 
genbe ^agna^men ber SBilb|>f[ege 

55. - o) 2)irefte @c^u|mittel 67. 

3. ^e^anblung Don ©d^filbeftänben . . 64 

IV. ao^ittel gegen Segen unb ©erlagen 65 

V. aRittel gegen Sertreten .... 66 
IIL Seil S)amwilb 66 

1. ©t^äblic^feit 66 

2. ©(j^u^magregeln 66 

IV. %t\\. 9le^»ilb 66 

1. ©d^dblidifeit 66 

2. ©d^u^magregeln 67 

a) ajlittel gegen «erbig 67. — b) 
SWittel gegen Segen 67. 

V. 3:eil. ©c^toaratoilb 68 

1. ©(^fiblit^Ieit 68 

2. ©(^u^magregeln 69 

VLXeiL ©afe 70 

1. ©(^fiblic^Jeit 70 

2. ©(^u^magrcgeln 70 

VIL XciL Äanint^cn 71 

1. ©d&äbliti^feit 71 

2. ©d^u^magregeln 73 

a) aSorbeugunggmittel 78. — b) »e= 
fäm^fungSmittel 74. 

VIIL %til SBiber 79 

Stnm. Mx 80 



VIII 



Sn^altdoerjeidiniS. 



2)rittcr «bf^nttt. ®'"' 

^^u% geneit niflt laflbiare 9lü%tüttt, 

1. ^[ufdö^Iung her ic^öblic^en fßagerarten 80 

2. ©(^fiblidifeit 80 

I. XctI. (gid&^örnt^en 8i 

1. ©(^äblic^fcit 81 

a) Serje^ren Don SBalbfrüc^ten unb 
Äeimllngeti 81. — b) aufifrcjfcn öon 
aSIuten» unb Saubfnofpen (ICbbiff e) 83. 

— c) @d)älcn unb UHngcln 86. — 
d) Serftöning bct SReftbrut 86. 

2. ©c^u^magregeln 86 

IL Seil. ©(^lafmäufc 87 

1. Sc^äblid^fclt 87 

2. ©c^u^magTegeln 88 

m. %t\l 5Wfiufc (Muridae) .... 89 

1. ©(^fiblit^ifeit 89 

2. S^ugmagtegeln 89 

IV.Xcil. ?Büt|Imäufc(Arvicolidae) 90 

1. @(^ÄbItc^!cit 90 

2. Sd^u^ma^regeln 93 

a) S^orbeugung^magregeCn 93. — b) 
Sertilgungdmagregeln 96: A. $er« 
tilgung o^nc »ctgiftung 96. B. «crtil* 
gung mit Vergiftung 102. 

8. 93e^anblung bed befreffenen ^ol^ed 106 

mtxttx «bfc^nitt. 
®f|n^ gegen IBögel. 

1. ^tufjä^Iung bei fd^fibtic^en 9tten . 107 

2. (S(^äbli(3^feit 108 

I. XeiL ©albpi^ncr 108 

1. ©d^Äblic^fett 108 

2. ©d^utmaBxegeln 109 

n. 3:ciL Xaubcn 110 

1. ©<!^fibtid^feit HO 

2. ©c^ugmaBtegeln HO 

m. %txl ^äl^er 111 

1. @c^ftbli(^lett 111 

2. ©c^utmagrcgetn 112 

IV. %txl ginfenattigc »ögel . . 113 

1. ©(^fiblid^fcit 113 

2. ©(i^u^maßregeln 114 

«ttl^ang. Sptd)it 116 

1. ©ped^tartcn 116 

2. Urteile über bic forftltc^c ©ebeutung 

ber <Bptd)tt 117 

3. ©(§äbli(^reit bcr ©pec^tc 117 

a) ©ameuDerjel^rung 118. — b) Sin» 
fd^tagen gefunber ©tfimmc 118. — 

c) Slingelung gefunber ©tfimme 119. 

— d) Simmem oon SJiftl^ö^Icn 121. 

— e) ©e^aden öon ©egenftänben 
ber menfc^It(^en äBirtfc^aft 121. 

4. 9?ii^Ud)feit ber ©pec^te 122 

6. ©c§Iu6bemerfung 122 



f^ünfter ^bjd^nitt. 
^4tt<^ flegeti dnfefteti. 

Literatur 

I. §tap, ätllgemeined. 

1. ©teQung im ©Aftern, klügerer ®au. 
gortpffangung 

2. (Einteilung 

A. 9){orp^ologiic^e d^nteilung 126. 

— B. »iologiftlie einteüung 128. 

3. Verbreitung bcr 3njeftcn 

4. 2lufent^Qltäort 

5. Vcmcglic^fett 

6. graS 

7. 3»enge 

8. fjporftlic^e Vebeutung ber Snfeften 

A. miiiä^t gorflinfeften 138. — 

B. ©c^äblic^e flrorftinfeften 133. 

9. ©(!^u(magregeln geg. 3nfe!ten|(i^fiben 
A. Vorbeugungdmagregeln .... 
a) 93irtf(^aftli4e VorbeugungSmog« 
regeln 137. — b) ©d^onung bcr 
Snieftenfcinbe 139: 1. ©äugctiere 
139. 2. Vögel 140. 3. 9leptiUen 
u. «mp^ibien 147. 4. 3nfe!ten 147. 

A. Aöfcr 148. B. 92e(f[üg(er 160. 

C. STberflüglcr. D. StoeiPgIcr 156. 
£. ®erabflüg(cr 166. F.©d^etnne(» 
flfigler 166. G. ©d|nabelferfe 157. 5. 
©pinnenticrc 157. 6. Xaufenbfü^Ier 
157. 

B. VeMmpfungdmagregetn .... 
I. Vom 9Birl{(^after audge^enbe 
Vefämpfung 168. — n. Von ber 
3lat\xx au^ge^enbe VeMmpfung 163. 

— III. Vom ©toat ouögc^enbe Ve» 
Ifimpfung 165. 

10. Vef)anblung befc^fibigter Veftänbe 

11. ^ap. 2)ie fd)äbli^en anfeften, 
il^re fiebenäroeifc unb Vc* 
fömpfung 

Orbttung Coleoptera, ilafer . . . 
Untcrorbnung Diversicornia .... 
Samilie Buprestidae, ?ßrad)tföfcr . . 

A. Saubl^ol^fc^äblinge 

B. 9Jabcr^olaf*äblinge 

fjamilie Elateridae, ©pring« ober 

©c^ttcttfäfer 

gamilie Cantharidae, SBeic^fäfer . . 
gamilie Lymexylonidae, SCßcrftfäfcr . 
gamilie Anobiidae, S^iagefäfer . . . 

Untcrorbnung Heteromera 

gamilie Tenebrionidae, 3)unfctfäfcr . 
(!rami(ie Melandrjidae, ©c^ioarjMfer . 
gamilic Meloidae, ^^Sflafterföfcr . . . 
Untcrorbnung Rhynchophora .... 
tlfamilie Rhynchitidae 



6eite 



123 



124 
126 



129 
129 
180 
130 
132 
132 



136 
137 



158 



167 



169 
169 
169 
169 
170 
174 

175 
177 
177 
179 
180 
180 
180 
181 
182 
183 



Snl^altöbeT^eic^ntd 



IX 



f^milie Curcalionidae 

Curoalionides, ftutjrü^ter 

A. Untcrfamilic Otiorrhynchini . 

B. UntetfamiUc Phyllobiini 

Rhynchaenides, ^angrügler 

A. Unterfamilie Hylobiini 

d^attung CleonuB 195. — Gattung 
Hylobius 196. A. SebenStoeife 196. 
— B. gorftlic^e« »erhalten 198. — 
C.^efömpfung: a)SBorbcu9ung200. 
I. fJforftiDirtfc^aftUc^e aRagna^meit 
201. n. 2)irelt abme^renbe "SJtai'- 
nal^men 204. IIL @c^onung ber 
»lüffelMferfeinbe 205. b) »erttlflung 
206. I. bcr ^äfer 205. IL bcr £ar» 
üen 209. 

B. UnterfamiUe Pissodini 

C. Unterfamilie Cryptorrhynchini . . 

D. Unterfamilie Balanini 

£. Unterfamilie Orcbestini 

F. Unterfamilie Cionini 

G. UnterfamiUe Magdalini 

H. Unterfamilie Anthonomini .... 

gamilie Cossonidae 

t!ramilie Scolytidae, ^orfenföfer. . . 

A. MgemeineiB 

£ebendmetfe 228. dhnä^rung 230. 
Generation 231. f^orfllic^e 8ebeu^ 
tung 233. 

B. I6efänu)fung 

a) «orbeugung 236. — b) »ertiU 
gung 236. 

0. (Einteilung 

Unterfamilie Scolytinae (Eccoptogaste- 

rinae) . 

Gattung Scolytus (Eoooptogaster) 
Unterfamilie Hylesininae 

A. fiaub^ol^bemo^ner. Gattung Hyle- 
flinuB 

B. 9label]^ol^bemo^ner 

a) 9Sur^elbrüter. Gattungen Hyla- 
stes unb Hylurgns 249.— ■ b) Stamm« 
brütet. Gattungen MyelophiluB^Den- 
droctonas , Hylastes , Xylechinus 
252. 

Unterfamilie Crypbalinae. Gattung 

CryphaluB 

Unterfamilie Crypturginae. Gattung 

Crypturgus 

Unterfamilie Polygraphinae. Gattung 

PolygrapbuB 

Unterfamilie Dryocoetinae. Gattung 

DryocoeteB 

Unterfamilie Ipinae. Gattungen Ips 

unb Pityogenes 



Seite 
185 
185 
186 
192 
194 
194 



212 
221 
222 
223 
225 
226 
227 

227 
228 
228 



234 

238 
238 
244 

244 

248 



Unterfamilie Pityophthorinae. Gattung 
PityophthoruB 

Unterfamilie Xyloterinae. Gattung Xy- 
lotems (Trypodendron) 

Unterfamilie Xyleborinae. Gattungen 
AnisandruB unb XyleboruB .... 

gamilie Plafcypidae, ternfäfer. Gat= 
tung PlatypuB 

Untcrorbnung Phytophaga 

gamilie Cerambycidae, SöodMfer . . 
Unterfamilie Cerambycini 

A. ßaubl^oljbrüter (Cerambyx cerdo). 

B. 9?obel^oläbVüter (C. luridus) . . . 
Unterfamilie Lamiini 

A. fiaub^ol^brüter (Saperda) .... 

B. 92abel^ol}brfiter (Monocbammus, 
PogonochaeruB) 

gamilie Chrysomelidae, SBlattWfer. . 

A. Saub'^ol^lc^öblinge 

1. ^n $a^4)eln unb Reiben 303. 
— 2. Stn ©rlcn 308. — 3. ?ln Ul= 
men 309. — 4. Sin (gid^en 310. 

B. 9Mbel^ola (liefern) fc^äblinge . . . 
Unterorbnung Lamellicornia , $d\atU 

^ornfäfcr 

(Jramilie Scarabaeidae 

1. Gattung Melolontha, SRaiMfer 
A. Üebcn^roeife 314. — B. gforft» 
li(f)e« «erhalten 317. — C. »eMmp* 
fung: a) IBorbeugung 319. b) SJer« 
tilgung ber Engerlinge 326, ber 
Äöfer 329. — D. Serwertung ber 
gefammelten Engerlinge unb Ääfer 
333. — E. S3e^anblung ber ht^dj^^ 
bigten ^flanjen 885. 

2. Gattungen Polyphylla, Rhizotro- 
gus» PhyUopertha, Anisoplia, Se- 



8eite 
283 

284 

288 

292 

293 
293 
294 
294 
295 
297 
297 

301 

303 

303 



311 

311 
811 
312 



rica 



335 



266 
266 
266 
269 
269 



Orbttung Hymenoptera, ^tberflugler 337 

gamilie Tenthredinidae, 53lattn)ef<)en 337 

A. Saub^oljjc^äblinge (Nematas ater, 
Cimbex) 337 

B. 9Jabel^oIjfc^äblinge (Lophyrus, Ly- 

da, Nematas) 340 

f^amilie Uroceridae, ^oljmejpen (Sirex) 361 

gamilie Cynipidae, Gallmejpcn . . . 353 

gamilie Vespidae, graltenwejpen . . . 358 

gamilie Formioidae, SXmeijcn. ... 361 

Crbnnng Lepidoptera^ ^t^mtiitu 

ünge 364 

I. Macrolepidoptera^Grogf^metterlinge 364 

Samilie Pieridae, SBcißUnge .... 364 

gamilie Sphingidae, ©c^roärmer. . . 366 

5amilic Notodontidae (Phalera'i. . 366 



X 



Sn^altöber^ic^nid. 



6eite 
SfamiUe Cnethocampidae. $ro}e{ftonds 
{pinnct 867 

gamilie Liparidae, ^oHf^^innet ... 373 

1. Liparis (Lymantria) monaclia L., 

9}onne 373 

A. £cbcn8»elfc 376. — B. gorft« 
lid^e« fßtxfyilttn 379. — d^fc^id^t« 
lid^eiS übet neuere 92onnenfalami« 
töten 384. — C. »crämpfung. a) 
SSorbeugung 386. b)1BertiIgung398. 

I. Settilgung ber @ier 393. ü. SSer« 
tttgung ber 97an^en 394. A. ^u 
refte SJertilgung 394. B. Snbircfte 
SSertügung burc^ Seimen 395. 1. 
Stoec! unb ^irfung bed ^üetmringed 
396. 2. 9?otmenbtgfeit htS 2cmtnS> 
399. 3. Seimforten 400. 4. Seim:: 
bebarf 401. 6. Seit unb Sorberei» 
tung bed Seimen« 408. 6. $(uiSfü^= 
rung beiS SeimeuiS 404. 7. I^oflen 
beiS keimend 410. 8. Hinflug bed 
SeimeniS auf ben ©efunbtieitdju« 
flanb ber ^äume 413. ÜI. Sertil= 
gung ber ^up^en 414. IV. «ertil* 
gung ber kalter 416. 93e^anblung 
ber fal^Igefreffenen SBeftfinbe 417. 

2. Liparis (Lymantria) dispar L., 
@(^mamm{;)inner 418 

3. Liparis (Ocueria) detrita Esp., 
L. (Stilpnotia) saliciB L., L. (Eu- 
proctda) chrysoirhoea L., L. (Por- 
thesia) similis FüabI 421 

4. Orgygia (Dasychira) padibanda L. 

0. Belenitica Esp. 0. antiqua L. 424 
^milie Bombycidae (Lasiocampidae), 

©pinner 429 

Bombyz (Dendrolimas) pini L., 
Äiefemfpinner 429 

A. Seben«tt)eife 429. - B.gforfllidöe« 
Serl^alten 432. — ©efd^ic^tlic^ed 
über neuere 6pinner!Qlamitäten 433. 

— C. ©efämpfung: a) SBorbeugung 
434. b) Sertilgung 436. 

2^. Bombyx(MalacoBoma) neastriaL., 

B. (Eriogaster) laneBtris L., B. (Ga- 
stropaoba) qnercus L 438 

gamilie Noctnidae, (Sulen 440 

A. ßaub^oIjjrf)äbIinge (SeftanbSOerber* 

ber) 441 

B. ^^abel^ol^fc^dblinge (Seftanbdoerber« 

ber) 442 

Noctua (Panolis) piniperda Panz., 
^eferneutc. A. ficbcndweife 443. 

— B. grorjtlici^eö «erhalten 443. ~ 
dfe^ic^tlici^ed über neuere (Sulen= 



6ette 
Verheerungen 444. — C. $ßd&mp* 
fung: a) Vorbeugung 446. b) Ser« 
tilgung 446. 
C. nahtU unb Saub^ol^f^fiblinge (^I* 

turt^erberber) 44B 

Samilie Geometridae, Bpannti . . " . 451 

A. Saub^oIaWöblinge (grojtfpanner) . 451 

B. 92abel^oIsfd^abItnge 456 

Geomeiz-a (Pupalus) piniaria L., 
^efemfpanner. A. £ebeniSmetfe 466. 

— B. äforpli^e« »erhalten 467. — 
(Se(c^i(^t(i(^ed über neuere Spanner- 
öer^eerungen 459. — 0. ©effimp* 
fung : a) Vorbeugung 460. b) Ver« 
tilgung 461. 

Samilie Cymbidae, Äal^nfpinner. . . 465 

i^miUe Sesiidae, ^ladfc^mdrmer . . 465 

A. £aub^ol5be»ot|ner 466 

B. 9?abeI^o(jbett)o^ner 468 

gamilie Coesidae, §oIjbo^rer .... 468 
II. Microlepidoptera , Äleinfd^metter^ 

linge 471 

gamilie Pyralidae, ^ün^kx .... 471 

gamüle Tortricidae, SBidfler .... 478 

A. Saubl^ol^fc^äblinge (Veflanb^* unb 
^Ituröerberber) 473 

B. 9JabcI]^oIjf4obIinge 476 

a) an %id)tt (bormiegenb ^Uur:» 

unb 3ungbcflanb«t)erberber) . . . 476 

b) an ^anne (t^onoiegenb Veftanbd» 
oerberber) 480 

c) an tiefer (^Iturtjerberber) . . 482 

d) an 2&xd^t (Kultur« unb Veftanbd« 
ocrbetber) 486 

f^amilie Yponomeatidae, @(e{pinflmot« 

ten 488 

A. Saubl^oljfci^öblinge 489 

B. giabel^olafd^öblinge 490 

f^amilie Elachistidae . 492 

Unterfamilte Coleophorinae.Sadmotten 492 

A. Saubl)oIafd)äblinge 492 

B. «rtabel^oläfd^fiblinge 498 

Otbnung Dlptera, gmeiflitgler. . . 495 

f^amilie Cecidomyidae, ©aHmüden . 495 

A. Saub^oljjc^äblinge 496 

B. 9?abeI^olaic^äbIingc 498 

gamilie TipuUdae, «Riefenfdjnafen . . 500 

Crbnung Orthoptera, Geradflügler 60i 

fjamilie Gryllidae, ©rab^eufd^rcdcn . 501 

Orbnnng Rhynchota, S^nabellerfe 504 

Unterorbnung Heteroptera, SBangen . 504 

Unterorbnung Homoptera, ®leid)flügler 506 

gamilie Psyllidae, Slattflö^e . . . 605 

Samilie Aphidae, Sc^te Vlatttaufe. . 505 



3nl^aItSoct5eid|niÄ. — ^bfürjunQSöeticirf^ni« ber gebtauc^tcn Sitcraturnac^iDeHc. XI 



@eite 

Untcrfamilie Aphidinae 606 

Untetfamilte Lachninae 507 

A. $ln Saub^ola lebenbe ^rten ... 608 

B. «n Slabcll^olj lebenbe «tten ... 508 

Unterfamitie Mindarinae 608 

Unterfamtlie Pemphiginae 608 

gramiUe Phylloxeridae, 9[ftetblattl&u{e 611 

Unterfamtlie Chermesinae C. 6. . . . 611 

A. Äiefcmläufe 613 



Seite 

B. %anntniän\t 618 

C. Sätt^enWufe 616 

f^amilie Coccidae, @(j^tlbläu{e . . . . 618 

Untetjamifte Lecaniinae 619 

UnterfamiUe Asterolecaniinae .... 621 

Unterfamilie Coccinae 522 

Uitterfamilie Hemicoccinae 524 

Untecfamilie Diaspinae 624 

©c^IuBbemerfung 526 



Serseid^nig bct in bcn ßiteraturnad^weifen gebraud^ten Slbfürjungcn. 

9. b. f&aVtt » ^n§ bem Salbe. SBoc^enblatt fflr gforfttotttfc^aft. f^anffurt a. 'Sft., fpfiter 

XfXbixiQtn. 
«ög. g. u. 3.*8tö- =" ^Iflgemcine gorft* uitb 3agb»3cltung. gtanlfurt a. 9». 
«tb. a. b. »iol. «bt. f. ß. u. g». am Äai|. ^eiunbftcitdamte = «tb. a. b. Äaif. »iol «nft. 

f. S. u. StD. »= «Itbelten aud ber Biologifc^en 9tbtetlung (Snfiatt) fflr Sanb» unb 

goxfih)irtf(|aft (am ßaiferlic^en ©efunbl^ettdamte) Berlin. 
3). gorft*8tg. = S)eutfc^e gor|t--8eituiig. S^eubamm. 
gorflt. »l. = gorftUd^e ©tdtter. ©erlin, ^annober uf»., ©erlin. 
gorftl-^noturtt). S^di)x. =- gor(tli(^*naturtoiffenf(^aftU^e 8«itf^rift. 9)?ünc^cn. 
gorftl. 8&1. = gorp»tffenf(^afttt(i^c« 8««traIbIott. ©erlin. 
Ärit. ©l. =« ftritifc^e ©Wttcr für gorfk= utib gagbttjijfenft^aft. ©erlin, ßeipjig. 
aRonat^f(^r. f. b. g. u. 3». = SWonoti^fc^rift für ba« gorft* unb 3agb»efen. ©tuttgort, 

©erlin. 
^Dlflnb. forftl. ^. = SJlänbener forftUd^e $efte. ©erlin. 
'92. forftl. ©I. i» ifteue forftlic^e ©lätter. Tübingen, 
mturto. 8tf(^r. f. ß. u. g». = «Ratur». 8tf(^r. f. g. u. g». « «Raturwiffenft^aftlid^e ^tiU 

fd^rift für ßanb^ unb gorftwirtfti^aft bgw. (bon 1908) für gorft* unb fianbmirtfc^aft. 

Stuttgart. 
Öfterr. g.=8tg. =- ßperr. g. u. 3.=8tö- = Öftencic^ifd&e gorjt«8eitung = (oon 1896) Öfter-- 

reic^ifti^e gorft* unb 3fl9^=8^t"nfl- SBi««- 
Öfterr. SKonat«j(^r. f. gw. == ßfterreid^ijdie 9Konat«f(^rift für gorfttoejen. 3Bien. 
Öfterr. ©iertelift^r. = 6fterrei*ii*c ©iertclja^re§fd|rift für gorfttoefen. SBien. 
Ornit^. aRonat3|c^r. = Ornit^ologifd^e aWonat^fd^rift bed 3)eutfc^cn ©erein« aum ©diu^e 

ber ©ogelroelt =^ ^onatdfc^rift bed ^eutfc^en ©ereind uim. SJlagbeburg. 
^raft. ©l. f. Sßm- == ¥ra!t. ©I. f. $p. u. ^frf). = «Praftijc^e ©lotter für $f(anaem 

fd^uj = «Praftif(f)e ©lätter für «Pflanzenbau unb ^flanjenjd^u^. Stuttgart. 
$raft. gw. f. b. S(ftttJ. = S)er praftifdie gorftmirt für bie Scbwcij. 5larau. 
Sc^meij. Stfd^r. f. gm. =- Sc^meiserijc^e Settic^rift für ba8 gorftmejen. ©ern. 
^ar. Sl^rb. = X^aranber forftlid^cS Sa^rbud) = gorftnjirtfrf)aftli(^e8 Sa^rbud^ « gorft» 

unb Ianbwirtfrf)aftUc^e3 Sal^rbudj « 3af)rbu(^ ber Ägl. Sfid^f. «fabemie für gorft« 

unb ßanbmtrte. ^redben, ßeipjig, ©erlin. 
©^blgn. b. gorftm. o. 2». u. ©c^l. =- ©er^anbtungen ber gorftmirtc oon aRS^ren unb 

Sc^lefien. R^ä^t. b. mä^rifd)=|(i|lefifc^en gorftbereinS. ©rünn. 
©creingfd^r. f. g.», 3.* u. «Raturfbc. « ©crein«fd)rift für gorft*, 3agb= unb 9?oturfunbe. 

§r§g. oom ©öl^mifc^en gorftocrein. $rag. 
8bl. f. b. gef. gm. = 3c"t«olöIfltt für ba^ gcjamtc gorftmefen. SBien. 
8tj(^r. f. g. u. 3m. == 3ettf*rift für gorft^ unb 3a0bmefen. ©crlin. 



©rfiörung ber obgefürjtcn Slutornamen. 



Adl. == Adler. 

Alb. = von Albertini. 

Alt. = Altum. 

Bach :== Bach. 

Bärensp. s== Bärensprung. 

Sechst. a> Bechstein. 

Bgm. 3» Borgmann. 

Bjerk. >= Bjerkander. 

Blas. = Blasins. 

Boie = Boie. 

Bonp. =B Bonpland. 

Böm. = Bömer. 

Bosc »B BoBc. 

Bonch^ SS Bonch^. 

Bp. = Bonaparte. 

Brehm =» Brehm. 

Briss. «> BrisBon. 

Brook. «-> Brookes. 

Burgsd. :== Ton Bnrgsdorf. 

Burm. = Barmeister. 

C, B. = C. Bömer. 

Cederhj »» Cederlyelm. 

Chap. ^= Chapuis. 

Cholodk = Cholodkowsky. 

Christ = Christ 

a. = Clerck. 

Cqy. — CuTier. 

Dahlb. SS Dahlbom. 

Dahn. s» Dalmann. 

Deg. = De Geer. 

Desm. SB Desmarest. 

Don. ^ Donoran. 

Doogl. = Douglas. 

Dfc, Doft. « Duftschmid. 

Dreyf. = Dreyfus. 

Duf. = Dufour. 

Ehrh. =r Ehrhart. 

Eiohh. == Eichhoff. 

Er., Erichs. =» Erichson. 

Esp. = Esper. 

F., Fab., Fabr. = Fabricias, 

J. Chr. 
Fahrs. = Fahraeus. 
Fall^ = Fallen. 
Ferr. = Ferrari, Graf. 



, Flem. =» Fleming. 

Foerst. = Förster. 

Fourd. = Foadras. 

Foaro. == Fourcroy. 
I F. R. = Fischer von Rößler- 
stamm. 

Frey « Frey. 

Fries = Fries. 
1 Fröl. = Frölich. 
I Frst, Forst « Forster. 
I Fftßl. = Füßly. 
' Gebl. =s von Gebier. 

de Geer = de Geer, C. 

Geßn. ^ Geßner. 
{ Gm., GmeL =» Gmelin. 
1 Gn. Ind. =» Gn^n^e, A. In- 
dex usw. 
I Goeze == Goese. 
i Gould » Goold. 
i Grav., Ghrv. « Gravenhorst 

Gray = Gray. 
I Grm., Germ, »s Germar. 
, Gmg. i» Geming. 
' GyU. = Gyllenhal. 
1 Hb., Hbn., Hübn. = Hübner. 

Hbst ::= Herbst 

Hedw. =* Hedwig. 
I Heer = Heer. 
I Heyd. = von Heyden. 
I Hofm. »B Hofmann. 

Holzner =^ Holzner. 
' Hnschl. = Henschel. 

H. Seh. = Herrich-Schäffer. 
I Htg., Hrtg. =. Hartig, Th. 
I Hw. = Hedwig. 

111., niig. « Illiger. 
I Jans. = Janson. 

Kaup = Kaup. 
' Klein = Klein. 

Klg. =- Klug. 
Klingelh. = Klingelhöfer. 
' Kltb. = Kaltenbach. 

Koch = Koch, C. L. 

Koll. = Kollar. 

Kug. = Kugelann. 



I Kuhlw. ^ Kuhlwein. 
I Küst = Küster. 

L., Lin. = Linne. 
I Lap. == Laporte, J. L. 

Lalh. =1 Latham. 
, Latr. s= LatreiUe. 

Licht, s» Lichtenstein. 
i Lindem. =» Lindemann. 

Link. = Link. 
t Loew = Loew. 

Macq. sa Macquart. 
< Majmerh. =» Graf von Man- 
nerheim. 
\ Marsh. *» Marsham. 

Meig. = Meigen. 

Meyer «=» Meyer. 
, Mill. » MiUer. 

Müll. » Müller. 
1 Nal. = Nalepa. 

Natt =« Natterer. 

Nees. == Nees von Esenbeck. 

Nüßl. « Nüßün. 
; Nutt. = Nuttall. 
I Nyl. =s Nylander. 

0., Ochsh. s=» Ochsenheimer. 
i OL, Oliv. = Oüvier. 

Ow. -« Owen. 
1 Fall. = Pallas. 
I Panz. = Panzer. 

Pass. i» Passerini. 

Payk. = von Paykull. 
' Perr., Perris = Perris. 
! Pers. = Persoon. 

PiUer = PiUer. 

Planch. as Planchon. 

Preyssl. = Preyssler. 
I Rag. =sr Ragonot 

Ray = Ray. 

Redt. = Redtenbacher. 

Reich. = Reichhardt. 

Retz. = Retzius. 

Rieh. = Richardson. 

Rossi = Rossi. 

Rott. = von Rottenburg. 

Rthe. = Ruthe. 



(Srfläning ber abgelür^ten ((utornamen. 



XIU 



Rtsb., Rate., Ratzb. » Ratze- 

bnrg. 
Rnd. «s Rdi. »= Radophi. 
Say = Say. 

Schall., Sohaller === Schaller. 
Schiff. = Schiffermüller. 
Schlecht «s Ton Schlechtendal. 
Schönh. s= Schönherr. 
Schreb. &» Schreber. 
Schrk. = Franz von Paula 

Schrank. 
Scham. = Schnmacher. 
Sohumm.' = Schommel. 
Schw. es von Schweinits. 
Schwaeg. = Schwaegrichen. 



Scop. BS Scopoli. 

Selys. «= Selys - Longohamps. 

Sibb. :== ^ibbold. 

Sign. SB Signoret. 

Stph., Steph. a> Stephens. 

Stroem «s Stroem. 

Sturm = Sturm. 

Suffir. = Suffirian. 

S. V. = SystematiBches Ver- 
zeichnis der Schmetterlinge 
der Wiener Gegend. 

Thiersch =» Thiersch. 

Thoms. SB Thomson. 

Tischb. = Tischbein. 

Tr. ^ Treitschke. 



V. Tub. = von Tubeuf. 

Vaillant =^ Vaillant. 

VieiU. = Vieillot 

ViU. — Villars. 

Wagn. =« Wagener. 

Walker, Wlk. =« Walker. 

Westw. » Westwood. 

Wta., Winn. = Winnerte 

Wolf =» Wolf. 

Woll. = Wollaston. 

W. V. =■ Wiener Verzeichnis, 

Zadd. ^ Zaddach. 

Zett. » Zetterstedt. 

Zk. »» Zinken. 

ZU, Zell. » ZeUer. 



äSenc^tigungen. 



©eite 61 9(b5. 16 Ited: a aud @ta!^I, b aud ^ol^ ftatt: a aud i£)oIa, b and @ta^I. 
142 „ 67. 2)te Hnfe gifiur fte^t auf bem $top\t, fie ift um 180 <^ ^u brennt. 

166 in ber Überfc^rift au £. lied: ^erobpfigler ftatt ®robf(agIer. 

298 2ibh. 164 ftel^t auf bem Stoppt, fte ift um 180 "> ju breiten. 

849 Beile 14 Don oben lied: Setfc^fe ftatt: Sefc^Ie. 
876 „ 14 Don unten lied: entgegenfte^en ftatt: entegen^e^en. 
876 6 t)on oben Ited: bejahen ^att: beantmotten. 



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©ittlcituttg* 

I. »egtiff. 

Unter Sotftfd^u^ Derfte^t man bie dorn SBoIbeigentfimer andgel^enbe 
Sicherung bed SBalbed gegen (S^efäl^rbungen. €o((^e fönnen bon äRenfd^en, 
Iteren unb ?ßflanjen ^errü^ren ober mit bem ©ntrttt bestimmter SBitterungä* 
oer^dltniffe unb augerorbentUd^er 9taturereigniffe Derbunben fein. 

2)ie @i(^erungdmagregeln finb teite t^orbeugenber, teild belämpfen^: 
ber-»abftenenber 92atur. 2)ie SSorbeugungSmaBregeln foHen bie ben SBalb 
bebrol^enben nod^teiligen Sinn^irfungen möglic^ft fernhalten unb abn^enben. 2)te SSe^' 
fampfungdmittel verfolgen bie Stuf gäbe, bie Urfac^en unt)ermeibli(!^er Schaben ju 
befeitigen, bie @(^abenn)irfungen mög(i(!^ft ob^ufci^mä^en unb bie 99ebingungen einer 
gebei^Iid^en SortenttDictelung ber befd^abigten 93eftänbe bjtu. SBalbungen h)ieber ^er» 
aufteilen. 

Unerldglid^e SSoraudfe^ungen eined erfolgreichen Sorftfc^u^ed finb: 

1. ftenntnid ber (Srf(!^einungen unb Ur fachen ber SSalbbefc^äbigungen, 

2. ßenntnid n^irffamer SSorbeugungd^ unb SIbftellungdmagregeln unb 

3. fad^^ ort^ unb jeitgemage S(ntuenbung biefer SRagregeln innerhalb ber 
gefe^Iid^en ©c^ranlen. 

S)ie Se^re Dom Sorftfd^u^ {fat bie Aufgabe, bie ßenntnid ber SBalbbefc^o^ 
bigungen unb ber Gegenmittel ju )}ermitte(n, fon^ie bie Snmenbung ber 9(bme^r^ 
magregeln ju tel^ren. 

Sudgefd^Ioffen Don bet 93etrod^tung bleiben aQe jene ©id^erungiSmagregeln, 
meldte bie @taati$gema(t in i^rer Sigenf(!^aft aU Oberauffic^ti^be^^rbe über fömt^ 
lic^e SBatbungen innerhalb bed Staatsgebiete^ aud@r&nben bed allgemeinen SBo^Ied 
^u ergreifen ^at (5ffentU(!^er Sorftfd^u^). 3)ie Erörterung biejer äRagregeln fäHt 
in ia^ ®ebiet ber gorftpoUti! (gorft^jolijeilel&re unb gorftret^tSpflege). 

S(nbere S9ejei(!^nungen für Sorftf d^u^ finb :9BaIbpfIege(£öntg) unb n i e b e r e 

gorftl^olijei. 

ßugunften bed ^udbrucfei^ ^,9BoIbpf(ege'' fönnte man geltenb mad^en, bag allen 
(Si^er^eit^mogregeln ein |)flegli(^er dl^aratter jugrunbe liegt, ^ann mürbe mon aber 
in ber fBatb))fIege — mie td ^önig aud) getan ^at — eine 9Rett|e üon ^agregeln mit 
obl^anbeln mfiffen, meiere beffer anberen fotfttDiffenfd^aftlic^en S)iii|t^Iinen zugeteilt bleiben, 
5. 9. bie ^um SBalbbau gehörige £e^re oon ben Xurd)forftungen ober bie £ebre 00m 
SBalbmegebau. @eined ^ofitio fic^ernben, bie ^efamte $robuItiondtätigfeit forbernben (Sl^a« 
ralterd toegen l^atte ber ^albrcegebau noc^ am e^eften ^nre^t, in ber „Sforft^flege" im 
»eiteren ©inne untergcbrad)t ju tt)erben (ögl. '&appt9, ^anbb. b. 5orfttt)iffen|c^aJt, 3. 2(uJI., 
I. «b. 12). 

Xie Sde^etc^nung „niebete gorftpoli^ei'' ge^t oon ber ^Cnfcffauung aud, bag 
Sn)if(^en ber ftaatlid)en X&tigfeit in be^ug auf ^alb{d^u( (^öl^ere f^orftpoltjet) unb 
ber ))nt)aten (niebere f^orftpolijei) ein inniger gul^i^i^^n^^iig befte()t. ^ie groge 
^el^nborfeit M begriff iS „^oli^ei", unter toeld^er noc^ ^eutjutage üielfac^ (S)egenftänbe 
Don me^r re(^tlt^er Statur mit abge^anbelt toerben, lägt ed aber ratfam erfc^einen, Don 
biefet Se^eic^nung ab^ufe^en. 

^eg, gorftfi^u^. I. 4. Huf(. 1 






• « * - • 



.-:'.:.'.: i - (hntcttung. 

.... ' • . • 

^eif^iele, um fic^ bie ^tinai^telle Serf(^teben^eit atuifc^en gorft{(^ut unb gfoxft^olitif 
Hat ju nwd^ctt, bieten f^ ungefuc^t. 3m gotpfc^uj ijt j. ©. ju erörtern, tpeld^e 8ögel 
atö Snfeftenfreffer gu fd^onen ftnb, n)el(^e äl^agregeln gegen ein beftimmt^ fd^äMic^ed 3n« 
feft ergriffen toerben muffen, auf toeI(^e SBeife man einen au^gebrod^enen äBalbbranb ju 
Idfd^en l^at ufte. 3)ie Srorft))Oli}ei l^ingegeu I|at fid^ barüber 5U verbreiten, toie jene 
@d^onung burc^^ufutiren ift (Srlag üon SSogelfd^ulgefeften), toeld^e gefeftlif^en ^tnorbnungen 
in bejug auf ^nfeltenlalamit&ten ju treffen ftnb, burd^ koeldie gefeilteren SRagna^men bem 
(^tfte^en bon SH^oIbbifinben borgebeugt merben lann ufm. f^für feine eigenen Salbungen 
trifft alfo ber @taat balb a)>lagregeln bed 6d^u(e3 (in feiner d^igenfc^aft ald (Sigentü^ 
mer), batb sy^agregeln bon rein poltjeili^em (S^arafter (in feiner ©igenfc^aft als oberfte 
gnftanj). 

IL SteOung im fotflliiif(eit{i|iiftni|en St^fiem. 

%\t Sforftfc^tt^Ie^re gebort jur forftltc^en ^robultion^lel^re unb bilbet 
^ier \ic& bermitteinbe (Stieb 5n)if(^en ben anbeten jugel^örtgen 3)ifii)}tinen, bem SSalb^ 
' bau unb ber gorftbenu^ung. Seiben ift ber So^tfd^ul ebenbürtig. 

%vA ber SBegrünbung bcg SBoIbcS folgt mit innerer 9?ottnenbig!eit bie SSer^ 
))fli(^tung jur tßftege unb jum %i:^Vi%t bed 93egrüubeten. S3o ber Sorfifd^uff biefe 
Aufgabe nid^t erfüllt, ift eS ber gorftbenufeung nid^t mögtic^, bie ben gegebenen 
SSer^öttniffcn entfpred^cnben l^öcfiften unb toettüoHftcn 3KateriaIcrttdge ju ernten. 

m. ®efi|ii|tni|e IBotiemertungen. 

@))ttren einer auf (Srl^atiung unb @d^u^ beftimmter SSatbungen ober Säume 
gcri(!^tetctt lötiglcit be« äRcnfc^en laffen fic^ fotnol^I bei ben flaffifc^en ffulturböt 
fem, mie aud^ im aßen ®ermanten auffinben. $icr tüie bort mar in ben l^ctltgen 
Rainen iebe materielle 9lu|ung (l^oljernte. SSie^koeibe ufm.) unterfogt. älud^ auger^ 
^atb ber auf biefe SBetfe gef^ü^ten SBalbflöd^en erfreuten ftd^ etnjelne ^ol^arten 
((Sid^e, Stube) atö ^eilige, beftimmten ©ott^etten gemeinte Saume eined befonberen 
Sd^u^ed ober genoffen roegen i^rer Sebeutung für Sie^^ unb Stenenju^t eine pflege 
lid^ere Sel^anblung als bie in ^»infic^t auf 3Raft unb^onigerjeugung meniger toi^« 
tigcn fog. „unfruchtbaren" ^oljarten. 

21(8 loirlfameS loalber^altenbeö SJlotiü tritt unS f^iäter in \itxi bon ben frän* 
lif^en Röntgen gebannten gorften bie ^[agbpaffion ber meltlid^en unb geiftlii^en 
Ferren entgegen. 3^<^^ ^^^ ^^ ^^^ ^^^^ ^ic^t bie gürforge um ben Sßalb an fid^, 
bie 2U @d^u^magna^men beranlagte, fonbem lebtgUc^ ba§ @treben ber ©ro^en beiS 
Keines nod^ unbegrenster Sefriebigung i^rcr Söflbluft: immerl^in »ar bie Sann* 
legung für bie meiften ber babon betroffenen äBalbungen ein Sorgang, ber nid^t 
nur etgentumdrec^tttd^e Serönberungen ader 9(rt na^ fid^ jog, fonbem aud^ einen 
gemiffctt SdEiufe für bie mit ©olj beftodtte glöd^e, für bie SBilbl^cimat, getoä^rleiftete. 

2)ie erften tnalbpflegtic^en Seftimmungen ftammen au8 bem SDtittelalter. SBir 
finben fie in ben SBeidtümern ber 3Rarfgenoffenfd^aften unb in ben ^olg* unb 
gorftorbnungen ber ®mnb* unb Sanbeg^erren jener B^ten. 3um übertoiegcn^^ 
ben Xeile finb ed Serbote, burdEi toetcfie ber t)ielfacf| auc6 red^t toenig pftegltd^en Slrt 
unb SBeife ber SEBalbbcnuftung gcfteuert tourbe. 

Dag f(^abcnbro^enbc ©ubjeft, mit bem fid^ bie SBeiätümer unb gorftorbnungen 
befaffen, ift faft au^fd^ttefelic^ ber aSenfcf). S)ie öon ber Sier* unb 5ßftanjentnelt 
au^ge^enben Seetnträd^tigungen ber 2Ba(bbaume mürben über^au^t nic^t er!annt unb 



(I)efc^i(!^tlt(^e SSorbemetTungen. 3 

empfunben ober tourben afö ebenfo unabmenbbore SBorlomtnntffe angefe^en, tDte 
bie bttt^ bie 2Sttttoxt oon 3^tt ^u 3ett Iferborgerufenen äSalbbefd^äbigungen. Sllen 
nii^t oom 2Renf(^en audge^enben ®efä^tbuttgen ber SBalbfubftanj ftanb ber SBalb« 
eigentümer bis in bie ^uoeite $alfte bed IS-S^^t^unbertö hinein mai^Üo^ unb mo^( 
meift auc^ gebanfenlod mit gefreuiten Sirmen gegenüber. 

Sorftfd^u^ im neujeitlid^en @inne fe^t SBirtfd^aft ooraud. Solange bie Sr^ 
jeugniffe bed S3albed afö unerfcl^öf>fti(^ erfd^einenbe ®ef(^enle ber Statur rein oSu^ 
patoxi^i)- benu^t mürben, tonnte fic^ ber @(^u^ bed äBalbed im Sinne ber Sleujeit 
nic^t entmideln. Srft bann, aU man infolge SftiidgangeiS ber {Balbbeftodung unb 
infolge ber äSertfteigerung bei^ ^otjed bie burc^ bie SBalblalamit&ten ^erbeigeffl^r^s 
ten SSerlufte mit bem Sta^ftab beS materiellen SSorteitö gu meffen begann, fd^ob jid^ 
bad auf 83ef(^ü|ung ber SSalbungen gegen fömtUc^e @efa^ren gerichtete (Eingreifen 
bed SBirtfd^afteri} itoifc^en feine begrünbenbe unb erntenbe Zatigleit ein. 

9lamenttt(^ loaren ed bie in bie 3eit oon 1780 bid 1830 faOenben, in faft 
oQen (Sebirgdmälbem Seutfc^Ianbi^ fi(^ abfpielenben grogen ^nfettenber^eerungen, 
bie t)on ber mirtfc^aftlic^en Sebeutung biefer Ileinen SSalbfetnbe berebted S^ugniiS 
ablegten unb bie ed ben intelligenteren SBirtf^aftem nal^elegten, fid^ mit ber Sebend« 
meife ber ©d^öMinge unb ber SRöglic^feit i^rer ^bme^r ettoad eingel^enber ju be^ 
fd^aftigen aü bisher. 2)a^ bieg in ber Xat nun auc^ g^fc^Q^r bereifen ja^Ireic^e 
Schriften forftentomologifd^en Snl^atted aud ben legten 3<^^^i^^nten bed 18. unb 
Dom 9(nfang bed 19. 3<^^r^unbertS. SemerfenStoert finb bie ttil^ mit ber ,,9Burm^ 
trodniS", teils mit ben oerfd^iebenen f(!^abtid^en ,,SBa(brau^en" ftd^ befaf[enben felbftan^ 
bigen Äb^anblungen öon: C>.3.3äger (1784), oon @taf f (1786), ®melin (1787), 
®tebitf^ (1788), g. ä. Sob (1790, oon ^aad (1793), Siemffen, öon 
SierSftorpff (1794), |)ennert, ginlc (1797), 3)aninger, öonUStar, bon 
Sincfer, »auer (1798), JBcd&ftein (1798, 1805, 1818) u. a.^) 

3n neuerer unb neuefter S^it ^aben fic^ 3- X^* ^ia^eburg, nac^ i^m %t). 
^artig, »iörbUnger, SlUum, ©ii^^off, 5Ritfc^e, SBad^tel, C^enf^ct, 3iü6=: 
lin, Scfftein, ^aul^, Sfc^erijc^, Soad, Sorried, @:^oIobfoDStQ, föuodEie, 
Su^S, Seblacjef, SBaer unb @d^eibter me^r ober meniger um bie Si^rberung, 
unfered forftentomoIogif(!^en 9Bif[enS Derbient gemad^t. Xro^ ber er^eblid^en Steige^ 
rung aber, bie unfere biologifc^en l^enntniffe ber mtd^tigeren Sorftinfeften burc^ bie ge- 
nannten äRänner unb burc^ bie ^Beobachtungen ja^lreic^er tudEitiger $raftiler erfalfren 
^aben, meift bie neuere 3^it nic^t weniger Snfeftenfalamitäten auf mie bie ferner 
liegenbe SSergangen^eit. Slbgefe^en baüon, bag man immer ja^Ireid^ere, frul^er für 
gleichgültig angefe^ene Snfelten afö me^r ober minber forftfd^dblic^ erlannt ^at, 
finb 93ebeutung unb Umfang beS @c^u^ed gegen bie Snfelten mit ber ^uSbe^nung 
ber oon ber neuzeitlichen gorftmirtfc^aft begünftigten gteic^alterigen unb reinen 9e^ 
ftänbe ttjefcntttc^ gefttegen. 2)ie großartigen Kalamitäten, bie Sor!en!äfer, Slonne, 
fticfern^Spanner, ?®ule unb ^Spinner in ben legten 50 ga^ren ^eröorgernfen 
^aben, geigen unimetbeutig auf baS in biefen gnfeften bertör^^erte 2)amof(eSfc^toert 
^in, ttjelc^eS bro^enb über großen leiten beS mobemen ffuIturtoalbeS ^ängt unb taffcn 

1) S)ie (^TonoIogt{(^e Sluf^fil^lung biefer föerfe fie^e in (S. $. £auro)): ^ie dirunb« 
fdl^e beS SfoT^d^ufteS, 2. 9(ufl. (^eibelbetg'idSS), 6. 130—182. Über i^re ä3ebeutung für bie 
naturtoiffenfc^aftlid^e ^egrünbung ber 3rorftn)if{enfdE)aft fiel^e SabriciuS; (Slefc^ic^te ber 92a« 
turttrtffenfc^aftcn in ber gforflwi)jen{d|aft bi« jum äa^re 1830. Stuttgart 1906, <B. 107 f. 

1* 



4 (Sinleitang. 

ben %u9bavi ber Slbtuel^rmaBtegeln gegen biefe Sßatbbertoufter ald eine ber tDic^tig- 
ften Slufgaben bed ))raftifc^en fjforftfc^u^ed erfc^einen. 9la^ totliftt Seite l^in bte(er 
Sudbau bie nteiften @rfo(ge t)erfprt(^t, ob mel^r int Kuffud^en birefter, in bie $anb 
bed S3irtf(!^afterd ju legenber Serti(gung$mittel ober — nad^ bem Vorgänge bed 
amerifanifc^en ^ßflanjenfd^ufcbicnfteS — mel^r in ber fünftlici^en SSerme^rung unb 
S(u§breitung ber natürtt^en geinbe ber f^äblii^en S^^felten, pe^t bo^in. S)ic natur* 
miffeuf(!^aftli(!^e tRic^tung ber neueren 3^it f^at ben jute^t genannten SBeg f(!^on be^ 
treten, f^at unfere ßenntniffe über bie nfi^Iid^en Xiere bebeutenb üerme^rt unb 
ik Xötigfeit auf biefem &tiitit, }unaci^fi nantentlid^ in begug auf SSogelfd^u^ 
gefteigert. SSerbienftüoIIe 3Ranner in biefer SSejiel^ung finb: Senj, 9laumann, 
Sre^m, Ologer, SBIafiu^, SBatbamuiJ, If^ubi, Siebe, öon ^omeier, 
Stitum, t)on Serlepfd^, ^ennicfe, Söl^rig, Soo§ u. a. 

Unter ben übrigen bon Xieren audgel^enben Sc^äbigungen ber SBalbböuine 
^aben bie SSilbfd^aben feit langer 3^it eine groge SloDe gefpiett. Die guerft 
1710*) bon 3. grbr. bon ©öfd^^aufen erroö^nten ©d^alfd^oben ^aben f^on im 
18. Sa^r^unbert, namentlid^ in S^riftian 93öfe, in beffen „©enerale ^au^^altiS« 
^rinjipia bom ©erg^?, ^ütten^^, @at|? unb gorftloefen in specie bom $arfe" (1753) 
einen öffentli^en Slnüägcr gefunben. Si§ jum 3^^^^ 1848 maren JBilbftanb unb 
fomit SSilbfd^aben in bie(en Zeilen S)eutf^IanbS fe^r ^oä). 2)er iamaU andbre? 
c^enbe jügellofe ßampf gegen SSilb unb SBalb führte bann örtlid^ jur böüigen SSer^ 
nic^tung beiS SBilbftanbed unb berntinberte ben SBilbfd^aben alTentl^alben gang rot^ 
fentUd^; bie neuere 3^U aber f)at bur(!^ bie SBi(bf(^abengefe|gebung unb bie il^r 
folgcnbe gelbfperre, nid^t minber burd^ ben Aufbau beS ben SBilbbebürfniffen biel* 
fa(!^ nic^t genügenb 9ied^nung tragenben SBirtfci^aftdmalbeiS bie Sßilbfd^öbenfrage 
fteQenmeife n^ieber }u einer n^irtf^aftlid^ rec^t bea(!^tendioerten gema(!^t. 

Sßalbmeibe unb SDlaft, früher gtnei ber n^ic^tigften SBalbnu^ungen, l^aben 
f(!^on lange an 9[udbe{|nung unb S3ebeutung n)efentli^ berloren. 2)amit Ifat fid^ 
auc^ bad bom ©tanbpunfte be^ Sorftf(^u^e^ nid^t unerl^eblid^e Sür unb äSiber biefer 
9lugungen erlebigt. 

ffiinc wefentlid^e görberung ^at bie bi3 in bie SRitte bei? 19. So^r^unbert« 
arg bemad^täffigte Kenntnis ber burd^ parafitif dE|c ^Pilje ^erborgerufenen Saum* 
franf^eiten burc^ bie n)ertboncn Sorfc^ungen bon 3K. SBillfomm, JRob. ^artig, 
Ä. bon lubeuf, fj. SB. Sieger, U. SRünd^ u. a. gefunben. Daburc^ ift ein gelb 
erfc^Ioffcn »orben, toelc^eä nad^ eine reiche 8lu§beute berfpric^t. Slllerbing^ fommt 
biefer 9(udbeute im gorftfc^u^ nid^t bie glei(^e praftifd^e Sebeutung gu mie ben 
gortfc^ritten auf bem ®ebiete ber gorftinfcftenfunbe. 8lnbererfeiti5 aber eröffnet bie, 
nomentlic^ bon ©oraucr, im Kampfe gegen ^iljfe^äben in ben SSorbergrunb ge^ 
rüdte ^flanjen^^gicne für ben ©c^uj gegen bie aKe^rga^I ber fc^dblid^cn $ilje eine 
$erfpeftibe, loic fie glcid^^offnungäfreubig bem @(^u^e gegen Snfelten nid^t ge= 
boten ift. 

Die bon SRaturerf (Meinungen auSgc^enben SBatbfd[)dben mit me^r d^roni- 
ft^em ober me^r alutem S^orafter ^aben mit ber 9tu»bef|nung bcsj ffal^Ifd^IagbetriebeS 
unb ber auf ben ßal^Iflöc^en I)eranmad^fenben uniformen Slabelfjolgbeftänbe famtltd^ 
gugenommen. gn ben Oebirg^forften namenfti(^ fteflen fie an ben gorftfd^ufe mcit 

1) «9I. »oft: 3l((f)r. f. g. u. 3m. 1913, 391. 



®ei(^i(^tU^e S8oT5emerfungen. — (Einteilung. 5 

l^öl^crc Änforbcruttgcn al§ bic öon Crgani^men bro^enbcn anfriubuitgcn bcr §otj^ 
gemäc^fe. 

. 9?cuc, in frfl^cren Seiten unbefanntc ©efal^ren finb bcm SBalbc burd^ ben 
aRenfc^en txtoad^^en, 2)ie e^ematö ublid^en bireften Angriffe bed SRenfdEien auf bte 
SBalbfubftonj ftnb mit ber fteigenben Semertung bei SBoIbungen aU @rjeuger eined 
unentbe^rlidEien Sio^probulted itoax nte^r unb me^r eingefteUt tuorben. 2)afür l^aben 
aber Sntn^icfelung bed Serfe^r^mefend unb Studbe^nung beS ©etDerbebetriebed am 
bete @c^abigungen t)on tettoeife ^erDorragenber S3ebeutung gefc^affen. 92eben ber 
burc^ ben Sifenba^nbetrieb Dermeifrten Sßalbbranbgefa^r ift ^ier in erfter Sinie 
ber ®efa^rbung ber SBaIbt)egetatton burc^ 9iau(!^gafe ju gebenfen. SBeiter finb 
für biete in ber 9lä^e größerer ©emeinn^efen Itegenbe SBalbungen bie mit ber 93e^ 
bölferung^bic^te n^ad^fenben 3(nforbentngen an SSafferabgabe aud bem 9Ba(be 
jum @egenftanb emfter Sea^tnng getuorben. 

0ud adebem ge^t ^erüor, bag ber 3orftf(^u$ im fiulturn^alb ber ®egenmart 
größere, für baiS Sefte^en bei} SßalbeS nnb für bie ungefd^m alerte Srreic^ung bed 
SBirtfd^aftdiielei^ ungleid) bebeutungdboUere Aufgaben }u löfen f^at ate ed e^ebem 
im 9laturn)albe ber ^aVL toax, SBö^renb ed früher galt, bie Statur bon ben jer- 
ftörenben Singriffen bed äRenfci^en ju fc^ü^en, ift je^t bie Sicherung bed SEBalbed 
cor ben 9(nfeinbungen ber 9latur jum ^au^^tin^alt bed Sorftf^u^ed getoorben. 

IT. Einteilung bet %ot^\i^ntfU^tt. 

9(d pxxmäxt^ (Sinteitungdprinji^ Iaf[en \i6) entnjeber bie befd^abigenben 
Subjefte (aRenf^en, liere ufm.) ober bie befti^äbigtcn Dbielte (SBalbboben, 
^oljbeftanb, forftli^e 83etriebd^ unb Sid^entngi^anftatten) annehmen. S3ir gießen 
im Sntereffe einer me^r einl^eitlici^en 2)arfteIIung ber iufammengel^örigen 9Ragrege(n 
unb jur SSermeibung bon SBieber^oIungen ben erften ®efi^td))unft bor unb gliebern 
ben rei^l^altigen @toff in fotgenber SEBetfe: 

(grfler Sanb. I. »u4 ©t^uft gegen liere.^) 

1. 8lbf(!^mtt: ©c^ufe gegen ^auStiere. 

2. „ @c^u^ gegen iagbbared ^aam)i(b. 

3. „ Sc^u^ gegen nid^tjagbbarc Siagetiere. 

4. „ ©d^ut gegen SSögel. 

5. „ ©d^uft gegen 3nfeften. 

Stotittx Sanb. U. üBud^. ©c^u^ gegen birelt unb inbireft fcfjäbUd^e 
(Eingriffe bed ajtenfc^en. 

1. Slbfc^nitt: ©c^u^ ber SBalbbegrensung. 

2. „ @(^u^ gegen fc^öblic^e Sludübung ber ^auf)tnu^ung. 

3. „ ©d^u^ gegen fd^ablic^e Stui^übung ber ^J^ebennu^ungen. 

4. „ ©d^u^ gegen gorftfrcbel. 

5. „ ©c^uft gegen SBalbferöituten. 

1) 2)ie in ben früheren ^uffagen innegehaltene @(e^fIogen^eit, mit bem 6(^u( gegen 
9Renf(^en ^u beginnen, ift aufgegeben tporben, meil bie 3n{ammenfaf)ung f&mtlic^er tieri^ 
fc^en @(^fiblinge ermünfc^t; bie S^ereinigung ber bom ^enfc^en audge^enben ©d^Abigungen 
mit bem ^ierbanbe aud TebaftioneKen 6)rünben aber untunlich erid)ien. 



6 (Sinteitung. 

6. 8l6f(^nitt: ©d^u^ gegen äBalbbränbe. 

7. „ @c^u^ gegen Siauc^f^öben. 

in. S3u^. Schüfe gegen ®en?ä(i^je: 

1. Äbjd^nitt: ©(!^ufe gegen gorftunfräuter. 

2. „ 8(^u$ gegen Sc^marogergemoc^fe unb $t(je. 
IV. 93uc^. @(^u^ gegen Qtntofp^arifd^e (Sinmirfungen: 

1. äbfc^nttt: St^n| gegen Sroft. 

2. ,, ©d^u^ gegen $i|e. 

3. ,, @(^u| gegen SBtobe. 

4. „ Sd^u^ gegen SBafferfc^dben. 

5. „ @(^n^ gegen ©d^nec, Duft, ©8, ^aget, ßatoincn. 

Site fol^e fommen in ^tttad^i: 

1. Sled^töfunbe, junmt bürgerlic^ed 9ie(!^t (Qe^re oom (Eigentum unb bon ben 
Serbttuten). 

2. 3oologie, bcfonber« bie Selfre tyom SBilbe unb öon ben gorpinfeltcn. 

3. Sotanif, iniJbefonbere Sorftbotanif, ^ßflonäen^j^^fiologie unb ^ßPanjcnfranfs 
^eitöle^re. 

4. ^(imatologie unb SReteoroIogie. 

5. anbcre f orftli(!^e S)tf jipttnen (SBalbbau, Sorftbenufeung^Iel^re unb gorftpotitil). 
Snbtic^ ift bie föcnntni« ber ein^tagenben Sanbeggefe^c (gorft«, gorftpolijei«, 

gorftftraf* unb Sflöt^Ö^f^fc) erforberü^. 

VI. fiiteratttt. 

SBir befd^rönlen und ^ier auf bie Slnfü^rung ber Siteratur, n^elc^e bad ganje 
®ebiet umf aftt. J)ie reid^e Spejialtiteratur »irb gehörigen Drl§ angegeben werben. 

Saurop, e. $.: Orunbfäfee be§ gorftfc^ufee«. ^eibelbcrg 1811; 2. 3lufl. 1833. 

Sed^ftcin, 3o^. SDlatt^.: 3)ie SBalbbefc^üfeungöte^re für ange^enbe unb au8^ 
übenbe gorftmönner ufm. (3ft 4. It., 1. ab. öon: Sie Sorftmiffcnfd^aft nac^ atten 
i^rcn Seiten). ®ot^a 1818. 

$PfeiI, SB. S.: 5or.ftfc^ufe unb gorfH)otijeiIef|re, im anfange ber 9?ac^tt)eifung 
ber »jreufeifd^cn gorft^joliaeigefefee. »erlin 1831; 2. Suft. 1845. . 

^iejc brei ©t^tiftcn l^aben nur noc^ ^iftorijd^cn Scrt. 

ftouf(!^inger, ®.: 3)ie Se^re bom äBalbfd^u^ unb ber gorftjjoliiei. STfcöaffcn^ 
bürg 1848; 7. Sufl. u. b. I.: S)ic Selfre Dom SBalbfc^u^, bon ^ermann öon 
gürft. »erlin 1912. 

Änap^je, bem heutigen ©tanb^junfte ber 2Biffcnjc^oft gererfit wexbenbe ©arfteHung; p 
em^fe^Ien. 

ftönig, ®.: Sie SBalbpflege aug ber Siatur unb ©rfa^rung ntn aufgefaßt. 
@ot^a 1849; 3. Hufl., bearb. »on Earl ®rebe u. b. I.: S)er SBalbfd^ufe iinb bie 
SBalbpflege, 1875. 

(Sin namentUd^ in ber utiprünglid^en gaffung origincEe« SBerf, wclc^ei? me^rfac^ in 
anbere ^ifai^linen (SBalbbau, äScgebau) übergreift. 

®ufe, S.: Slug bem gorftfc^u^. SBerlin unb Seipjig 1876. 



(SinteUung. ~ Stteratur. 7 

^au^tfäc^Iic^ für nic^t toifienfci^aftlii^ gebildete gorftbeamte. 

Simons, Sfnebrici^: ©d^u^ bem SBalbel (SSortrag). 9le6ft einem Sln^ange: 
Über einige Seinbe bed SSalbed Don Sodann @b(en Don 3läf)ül SBten 1878. 

©nd^ma^cr, anguftin: 3)er gorflfc^ufe. Dlmüfe 1878. 

3ür niebere unb mittlere gorftfd^ulen bered^net. 

9t5rblinger, ^.: Se^rbud^ bed Sorftfc^u^ed. 9(b§anbhtng ber Sefd^dbigungen 
be§ SBalbe« burc^ SWenfd^en, liere ufw. SSertin 1884. 

^eg, Sli^arb: Ober SBalbf^u^ unb Sc^u^malb. 3)eutf(^e Seit^ unb Streit^ 

frogen, ^rgg. öon St. ü. ^ol^enborff. 31. S. 3. 3ö^tg., §eft 38. Hamburg 1888. 

9{eftoratdrebe. 

Surft, ^erm.: Soti^tf d^u^, im „|>anbb. b. Sorfttoiffenfd^aft", ^riJg. öon I. So? 
re^. Tübingen 1887/88; 3. «ufL 1912; ^ier %l VH in »b. II. 



©rftc« S3u(^. 

* 

1. 8einerfttugeu uirr Wu^ru unb @i|abru her Ziere. 

@(lei(i^)0ie ed im ^aud^olt ber Statur ni(!^tö gibt, mai^ nur nä^Iic^ ift ober 
QU^fd^IieBIi^ ©c^aben ^ert3orruft, fo lägt ftc^ auci^ bie Srage naäf ber 9lü^Ii(^feit 
ober ®cl^äb(t(!^Iett ber in unferen SBalbungen lebenben Xiere nic^t abfotut fonbern 
nur bann einigermaßen befriebtgenb beantmorten, toenn man ben SBert ber einjelnen 
lierart t)on einem bcfttmmten ©tanbpunft, j. 8. Dom forftti^en, jagblic^en 
ober lanbmirtfc^aftlic^en ani beurteilt. 

Sd ift felbftDerftanblic^; baß in ber Seigre dorn Sorftf^u^ nur ber f orftli^e 
®efici^ti$))unlt maggebenb fein fann. 3(ber felbft bei biefer 83egrenjung bietet ber 
®egenftanb immer no(!^ große Sc^mierigfeiten, meil: 

1. eine große ünja^t Don Xieren 5ug(ei^ forftnü^Iid^ unb forftf(!^&bIi(^ 
ift, unb 

2. ber ®rab ber 9lü^Iici^Ieit ober Sc^ablic^feit eined unb bedfelben Xiere$ 
nic^t feiten tokhtx naä) 9(Iter, jeitli^en unb örtlichen Ser^altniffen (3a^red^ 
seit, SSalbbefcIiaffen^eit) fo tserfc^ieben ift, baß bie Slü^Iic^Ieitd^ bjm. ec^ablic^Ieitdt' 
frage nur im 3uf(tinmen^ange mit biefen SSerl^öttniffen, alfo nur lolal beanth^ortet 
werben fann. 



1) 3ur Literatur fibet bOiS ^terreic^ im aUgemeinen: 9la(cburg, 3. X. (S.: ^ie 
SBalboerberber unb i^te t^tnbe ufto. 7. %ufl, herausgegeben Don 3. S. S^beid^. SSerlin 
1876. — Xetf.: 2)te SSalbDeiberbiiiiS ober bauernber (Schaben, tuelc^er bur(^ ^nfeftenfraß, 
8(^filen, ©erlagen unb SSerbeißen an lebeuben ^albbaumen gefc^ie^t. 2.S3be., )6erltn 1866 — 
1868. — aitum, «.: gforUjooIogie. 2.«ufl. I. ©augetiere. 93erlin 1876. II.JBögel. 1880. 
III. gnfcften. I. «bt. 1881. II. «bt. 1882. — 3) er f.: SBoIbbejt^fibigungen burtft Xiere 
unb (Sfegenmittel. »erltn 1889. — (grfjlein, Äorl: SRepetitorium ber Soologte. 2t\p^\Q 
1889. — S)erj.; 3)ie ©e?(^äbigungen unfercr SBalbbäume burct) Xiere. S)ie tiefer (Pinus 
silvestria L) unb i^rc tierift^en Sc^dblinge. ©b. I. 3)ie 92abeln. ©erlin 189S. — 5)eT{.: 
gorftlic^e goologie. ^Berlin 1897. — ^crf.: S)ie Xed^nif beö gorflft^utc« gegen liere. 
»erltn 1904. — Seiler, tonrab: Sorftjoologift^er (£j!urfion«fü^rer. Sei^aig unb fBien 
1897. — SRi6ema*93o«, 3.; Xierifc^e Sdjäblinge unb SRüJlinge fttr 5lcferbou, »le^ju^t, 
«Balb» unb Gartenbau, ©crlin 1891. — @4äff, (g.: 3agbtierfunbe. ©erlin 1907. — 
^erf.: 3)ie luilblebenben ©äugettcre ^eutfd)lQnbd. 92eubamm 1911. 

3a^rcöbcric^te über bie SSeröffentlic^ungen im ©ebietc ber forftli(ften Soologie finb 
feit 1889 in ben Supplementen juc Slttg. fforft* u. Sagbjeitung crfd^icncn. Ä^erit^terfiat« 
ter: ?l. ^aul^: 3a^r 1888—1890. XVI. euppl.^Sb. — ft. ©cfftein: öon 18ül ah in 
,,3ö^reSberi(^t über IBeröffenttidjungen unb njid)ttgcre (Sreigniffe im ®ebiete bed Sorft» 
tte|eng, ber forftl. Qoologie, ber Slgrifuttur^cmie, ber SKcteorotogie u. ber Jorftl. ©otonif". 
^on @ctftetn liegt no(^ befonberS t)or: ©end)t über bie fieiftungen auf bem ^t* 
biete ber gorft* unb Sagbaoologie. l.— 3. Sa^rg. 1890—92. gronffurt a. 9Jl. u. ©erlin. 



mtt\d^a\t\id^tx ^ett ber %xtxt. 9 

Über Stufen bjm. Schaben unferer tierifd^en SBalbbetDo^ner entfd^eibet im tot^ 
jcntlic^cn bic SRagcnftage, b. ^. berSBcrt, ben bie öon ber citijetnen lierart it^ 
üorsugte Sla^ruiia für ben aBenfd&en l^at @S liegt im SBefen ber auf •^olierjeuflunfl 
gerichteten gorfitoirtfc^aft begrunbet, bafe olle 5PfIonjenfreffer in ber SBalbfauna 
im aQgemeinen ofö @d^ablinge em))funben merben, n^&Ifrenb bie ton tierifc^er 
©ubftanj lebenben gieif cfifrcffer jumeip nüfelit!^ fuib, toeil fie bie Sa\)l ber ?ßPon^ 
5enfeinbe berringcm. 

3e nati^bem bic öerfcfiicbenen gntereffenfreife bon ber einjelnen lierart in 
gleicher ober unglet^er SBei[e berührt n)erben, nnterfc^eibet man bie Ziere in un« 
bebingt unb bebingt nü^Iid^e bjm. fc^öblic^e. 2)er unbebingten %ü^Ud^Ieit 
pel^t lein Sd^aben, ber unbebingten @(!^öb(ic^{eit fein 9tu^en gegenüber. Sie meiften 
Xiere finb, mie fd^on oben ^eroorge^oben n^urbe, bebingt nü^Kd^ ober f^äblic^. (Sd 
ift in bieten SöQen augerorbentlic^ fc^n^er, bei bec gegenfeitigen Sbniögung bon 
9lu^en unb Sd^aben ju einem Haren unb rid^ttgen Urtei( über ben tt^irtfc^aftUc^en 

SBert ber einjelnen lierort ju gelangen. 

2)te SRic^ttgteit ber oorfte^enben ®ä(e foll burc^ einige 9eij)}te(e belegt koecben. 

3)ie 93uf färbe finb in iagblic^er ^ejie^ung umftritten, in foiftlic^er hingegen bur(^ 
l^erttlgung bon SRdufen unb 3nfe!ten nü|Ii(^. ^u(^ bad gelegentliche @(t)Iagen unb Ituf« 
nel^men eineiS ^afen mürbe in i^r forftUdie^ 92ütlic^leitdregifter ju fc^reiben fein, ba ber 
$afe bem SEBalbe unter Umftfinben Sd^aben jufügt. 2)er %aä^9 ift in lanbtotrtfc^aftli^er 
Sejieliung nuifiiä) uub fd^äbltc^, in jagblid^er l^ingegen nur f(^dbliti^ unb in forfilid^er aud» 
fd)UegIi(^ nü^tic^. 2)er gfu^iS ift ebenfaDd in forftli^er ^ejie^ung nur nüftlid^, unb 
jmar ifi feine Sdtig!eit in Saubmaibungen ^d^er anjufd^Iagen ald in 9lobelmalbungen, toeil 
bort ber Schaben burc^ bie 9^agettere gröger ift. (Sbenfo werben äBiefel unb ^txmtiin 
burc^ bie bon i^nen betriebene ä^äufejagb nü|lid^, burd) bie t^ertttgung infeftenfreffenber 
tSöget aber fc^äbltc^. <Oer (Sid^ell^&^er ift forftnfi(ti(4 atd SulHbator unb burc^ ttuf^ 
na^me bon ^ufen, ^nfeften, aber anc^ forfifc^dblicb burd^ ^eraud^aden ber (IHc^eln aud 
ben ©oatbeeteu unb 9{ciubereien an Junger S^ogelbrut. ®ie f^infenbögel finb ald junge 
93ögel getoö^nUc^ me^r Snfeftenfreffer, a(d alte S^ögel me^r tömerfreffes. tlLS Vertreter 
ber Sögel, bie je nad^ ben Sa^redjciten berfc^tebene 92a^rung nehmen, mDgen bie ^rof^^ 
feiarten genannt beerben. 3m giü^ial^r unb @ommer ge^en biefe %ögel ^au))tfd(^Iic4 Sn» 
fetten nai^; im i^erbfte hingegen jte^en fie beeren bor. %xt 9mfel 5. ^. madjt ftt^ 
in bieten Qk%tnttn bur(^ il^re SSorliebe ffir l^eeren unb grüßte aQcr $(rt ebenfo unbeliebt 
wie burc^ i^r jänfifc^ed unb miggünftigei^ Serratien ju ben fleinen @&ngem. S)er @tar 
aU SRaifäferfeinb unb ^ertitger anberer ^nfeften forftlic!^ nü^tic!^, mirb in ben SBeinbergen 
Sum fc^Iimmen @d)&bting. 

3ur Serbeutlid^ung ber großen 9lelatibität ber begriffe nfi^tit^ unb fc^äbttc^ eignet 
ftc^ faum eine SSogetgatiung beffer aU bie ber Sptdiit. 9?ü|lid) finb biefe intereffanten 
9BaIbb0get burd^ SSer^el^ren jal^trei^er frei ober im ^olje lebenber Snfelten. @ie fd^aben 
hingegen burd^ ^erjel^ren bon SBaQ)famen, 93r^acfen gefunber 6tömme ufio $ier jeigt 
fic^ fogar ber intereffante tSrall; ha» ein unb berfelbe ^ft balb mel^r nü^Iic^, balb me^r 
fd^abttcb fein fann. SBenn j. 8. eine f^Iebermaud eine in einem anbrüchigen Stamm 
angelegte ©^ec^tl^öl^Ie bejiel^t, fo überwiegt ber 92uten ben ©c^aben, bereitet hingegen ber 
Scbwarjf^ec^t im gefunben $oIj eine P^ift- unb ©d^tafftötte für bie ^ol^ltaube, fo ift un= 
jtoeifel^ftft ber Sd^aben gröger a\» ber 9}u|en. 

Unbebingt nü^licb finb etwa SBatbflebermdufe, 3i^0^nntelfer, ßucfudC ufw., 
unbebingt fd)fiblic^ l^ingegen ®orIenfäfer, ^iefernf^inner, 9lonne ufm. 

SJie 9iüfelic^feit ift entloeber eine birefte ober eine inbirefte. Direft 

nü^Iic^ fann fid^ ein lier erttjeifen bur^ Verbreitung nü^Iic^er ^ol^arten mitteti^ 

Serfd^Ie^jpung ber ©amen (Sid^et^ö^er). gnbireft nü^ticft »erben gemiffc ©äugc*^ 

tiere unb biete SSögcI burd^ SSertitgung ber forflfd^äblid^en SRäufe unb Snfeften ober 

baburc^, bafe fie bie Stnfiebelung anberer ebenfaßä nüfetic^er lierarten erleichtern. 



10 <i^ed Sdudi. B^ui gegen ^tere. 

Und) unter ben tuirbellofen Xieren gibt ed forfhiü^tic^e Samtlien bjto. Srten (7a» 
(^nen, S^neitntoniben, Saufföfer ©)3innen). 

Z)ie @d^übltc^feit ift ebenfalls entiDeber eine birelte ober eine inbirelte. 
Seite äußert fic^ in Sefd^öbigung ober SBerjel^ruttg t^on SBalberieugnijfen, btefe in 
Sßernid^tung forftnü^Iid^er Xiere. 

SBä^renb unter ben nü^U^en Xieren'bte meiften inbirelt, bie minigften 
biref t nü^Iii!^ finb, ift ber Don ben fc^äbUci^en Xieren im SSalbe angerid^tete @(^« 
ben überh)iegenb birelt unb nur jum fleinen Xeile inbtrelt. 

Z)ie ®r5ge beiS @c^aben3 ttirb bebingt bviti) Xierart^ äRenge ber Xiere, 
Stanbortds: unb 8eftanb^oerp(tniffe, ^af^xt^tit, SBitterung unb fon^ge örtliche Um« 
ftdnbe. 3m allgemeinen fte^t bie ®(^aben^5^e im umgele^rten Ser^ältnid jur 
®rö^e ber Xiere. 3)ie unfd^einbaren Sorfenlöfer j. S. n^erben bd il^rem kierftedten 
Xreiben unb i^rer rafc^en SSerme^ng oft jur ärgeren (Beißet für ben SBatb, aU 
bad groge ^aanoilb. 

(Si» ift felbftt^erftönbli^, ia% jebed im äSalbe lebenbe Xier, bad feine 9la^« 
rung t)on ben nu^baren $oIggen)ä(!^fen entnimmt, bem SBatbe einen @^aben jufügt 
unb bie Qtotdt be$ ^oljjüd^teriS beeintra(!^tigt. ^ierau^ bie 9{otn)enbigfeit einer 
DöHigen 3(ui^rottung ber ((i^äMicI^en Xierort abjuleiten, ift iebodEi oerfe^It unb be- 
beutet eine übertriebene, t)on ber mobemen Statur- unb ^eimatfd^u^bemegung mit 
9le^t htUmpftt 89etonung bei} Sn^ecfmöBigfeiti^« unb ©elbftanbpuntted 

SBirtfd^aftlic^e 93ebeutung gen^innt ber ))on einer Xierart ]^6rt)orgerufene @^a^ 
ben gemeinhin erft bann, n^enn bie Xierart in einer baS normale SDlag überfteigen- 
ben ^nia^i Don (SinjelinbiDibuen Dorfommt. Solange ba^ ni(^t ber SaU ift, liegt 
für ben Sorftfd^u^ fein gmingenber ®runb t)ox, ben auf Srl^altung ber n^albbeleben^ 
ben Xiermelt gerichteten Säuberungen bed 92aturfc^u^ed ablelfnenb ga begegnen. 
S(u(!^ vermag ber Sorftmirt ben in ber Stic^tung bed Xierfd^u^eS liegenben öftl^eti- 
fd^en SDtomenten um fo lei^ter unb unbebenflic^er Steci^nung ju tragen, atö ed ftc^ 
l^ierbei n^eniger nm Sr^altung ber foU'iefo bor ganjlic^er 9ludrottung {|inrei(!^enb 
gefc^ü^ten Snfeftenmett l^anbelt. SSielme^r fommen f|ier gemiffe Säugetiere unb 
93öge( in Sfrage, beren ©d^onung nic^t nur Don bem berechtigen SSerlangen nac^ 
SBa^rung ber Sßalbfauna^ fonbern meift ani) Don jagblici^en ober lanbn^trtfdEiaft« 
lidEien atüdfid^ten na^e gelegt n^irb. 2)ie Sorberungen bed ^^raftifc^en SBalbfd^u^ed 
laffen fic^ mit ben auf @^u^ ber nätürtid^en Sanbfd^aft unb auf (Sr^altung ber 
ein^eimif^en Xiern^elt abjielenben $rogrammpunTten bed Slatur- unb ^eimatfd^u^ed 
fel^r tt)o^I Dereinbaren, menn ni(!^t Sluörottung, fonbern oernunftige (£infd^ran> 
fung unb 3u^fi*^öItMi^9 ber forftfd^äblid^en Tierarten aU S^ü be^ ffam^jfe^ 
jmifc^en 3EBirtfd^after unb SBirtfd^aftdfeinb angefe^en merbcn. 

2. (Stnteilung bei erflen Oui^eg« 

3)ie ate SBatbberberber in S9etracf)t lommenben Xiere gel^ören ju ben @auge= 
tieren, Sögeln ober Snfeften, unb jtoar finb eS namentlid^ Söuger unb 3nfeften, 
bie ju ipirtfc^aftlid^ bead^tenätoerten ©dEiäblingen werben. X)ie SSögel finb mit ttje« 
nigen 8(udna^men metir äBalbE)üter unb unterftü^en ben S^rftn^irt bei ber iBefamp« 
fung fd^öbüd^er Xiere. 

SBir teilen, wie fd^on oben (@. 5) in ber allgemeinen Stoff glieberung ange^: 
geben tuurbe, ben erften öanb in folgenbe Slbfc^nitte: 



Sßalbweibe. 1 1 



I. Sd^rxfi gegen ^au^Here. 
IL @(^u^ gegen jagbbared ^aarmilb. 
IIL @d^u^ gegen ntc^t iagbbare 9{agetiere. 
IV. ®(^u^ gegen Söget 
V. ©(^n$ gegen 3wf*«n. 



©rftcr Slbfc^nitt 

@d|ii# gegen §m^txttt. 

Z)er ®(^u^ gegen Landtiere lomntt im mobemen SBirtfc^aft^n^albe iai attge- 
meinen nic^t mel^r in fjrage. SBo er notwenbig »irb, jinb bic el^ebem engen 8e^ 
iie^ungen tmifd^en Sanb^ unb Sorftmirtfc^aft no(^ nic^t berartig getöft, toit ed im 
beiberfcitigen 3ntereffe emünf^t ift, fonbern treten namentlid^ bei ber SSenufenng 
ber gutterftoffe be» SOBoIbe« in Sr^einnng. 

2)ie SRu^ung ber gutterftoffe erfolgt ftellenioeife nod^ auf biref tem SBcge burc^ 
auftrieb ber futterbeburftigen liere. SKan unterfc^eibct bonn: 

1. bie SBalbmeibe ober ^utung, bei ber ed ftc^ nm ®ett>innung bon SSe» 
ftanbteiten ber niebercn ©obenüegetation, nomentlicfi bon ®rafern, burd^ 5Pfcrbe, 
Kinböie^, Schafe unb Si^g^« l^anbelt unb 

2. bie äRaftnu^ung, bei meld^er iBaumfrüc^te ((Eicheln unb Suckeln) neben 
otler^onb öobcntieren bon Schweinen aufgeje^rt »erben. 

L 2eil. 

laBetbettttl^ttiig (SBalbtiieibe ober ^«htttD).') 

1. ffiirtf^aftli^e 8rbeutttitg. 

S9id 5U 93egtnn bed lO.gct^i^^unbertd }a^(te bie SBeibenu^ung ju ben ^aufig^ 
ften unb n^irtfc^afttic^ bebeutung^ooQften äSalbnu^ungen. 8(uf aden größeren fEiaU 
bungen ruhten SBeiberec^te atter 2(rt. 3Rit bem SSertaffen ber Drcifelbertoirtfc^aft 
unb ber (Einführung ber @taUfutterung, fon^ie bed @etreibe^ unb Sutterpflanjenboued 
berloren biefe SRec^te, roenigfteng in aßen tieferen Sagen i^rcn früheren SBert. ^eute 
befi^t bie SBalbmetbe nur noc^ in ben ^od^gebirgen unb auf ben ^ocfiebenen, ^er 
unb ba auc^ noc^ in ben äRittelgebirgen Sebeutung, ba bie burci^ bie SSeibetiere an 
ben ^oljpflanjen, om SBatbboben ufm. burcfi ga^n unb Iritt üerurfad^tcn Sdt\ä)ähU 
gungen mit rationeller Sorftmirtfd^aft fi(!^ ebenfon)enig öcrtragen mie bie SSerfc^Iep* 
pung be^ Jünger« mit intenfiber Sanbmirtfc^aft. 

Sefonbere Sßic^tigfeit befi^t bie SBalbn^eibe in ben al;)enlanbif^en ^oc^gebirg^^ 
lagen, ^ntenfiber fianbmirtfd^aft^betrieb ifi ^ier unmöglich unb bie SSie^juc^t eine 
ber erften ©jiftenäbebingungen ber Seüöllerung. 3)ie gcige biefer befonberen SSer^ 
^altnif[e ber 3lt))tDirtfcl^aften mar unb ift oielfai!^ no(!^ ^eute ein fortgefe^ter unb 

1) 3ur Sitexatur: Wltt^tx, ^.^.%.: ^b^anblung über bie 9Balb^ut uf». Jtoburg 
u. ßeipjig 1807. — ©unbed^agen, 3- <5^t.: 5)te SBalbtoetbe unb SBalbftreu uf». %ü' 
bingen 1830. — öon «erg; ©.: ^it. ©I. 1860^ II., 169. 



12 (Erßei? ^ud^. @(^u( gegen ^tere. 

^d^tmbax berechtigter Kampf gegen bie ^oljbeftorfung bcr SBeibepci^en.^) I^er SBalb 
tft b;r 9Beibe fc^äbltd^ unb btefe bem SBalbe. S)er Samp\ gegen ben SSalb ^ot fid^ 
aber t)ie(fa(!^ otö böfer SOtiggriff unb t)er^angnidtjoIIer Srrtum l^eraudgeßeUt, benn 
ber 3^fii^^ung ber SBalbbeftodung unb ber aü Seitfa^ ber 8It)ttrirtf^aftiS))ontif 
aufgefteHten reinlid^en @c^eibung {tvif^en Sßalb unb äSeibe ftnb oft genug 3^^^^"" 
rung ber SBeibe unb (Srtragdloftgfeit hti ganjen ®elanbed gefolgt. 

S)ad fd^meiierifci^e Sunbei^gefe^ betr. bie Dberouffi(!^t über bie t$orft)3oIt}ei üont 
3a^re 1902 tft bei^^alb bem eben genannten (Krunbfa^ ^^SSalb o^ne SBeibe unb 
^^eibe ol^ne SBalb^' jmar grunbfd^üci^ beigetreten, überlädt aber in ber Srage ber 
Trennung beiber ^Iturarten ric^tigertoeife bem ©tanbort bie (Sntfd^eibung. 9(uf 
aUe %aUt f))rec^en bie an ber oberen Saumgrenje gefammelten Erfahrungen für 
Beibehaltung ber beftocften SBeibe in biefer SBalbjone. 3)ad Derfö^n(i(!^e SDtitein^ 
anberge^en beiber Slu^ungdarten aber fe^t ooraud, ba§ bei 9(udäbung bed SBeibe^ 
gangem bie Leiter unten genannten €(^u^ma|rege(n in ^inreic^enbem 3Ra^ 9e^ 
ad^tung finben. 

2. Sdiabliditrit beS »irt|rtntrirlieS. 

2)ie Sefc^abigungen burd^ ben Eintrieb bon SBeibe diel) in ben SBalb er^ 
ftrecfen fic^ auf ben SBalbboben, bie ^ol^pflanjcn unb bie jum forftlic^en Setrieb 
erforberlic^cn Änftatten unb SSorrid^tungen. 

a) S)er SBalbboben leibet bur^ ben SSie^auftrieb in c^emifd^er unb p^^fifa- 
lifc^er §infi^t (Sd^toäc^ung bur^ Ora^entjug, Beeinträchtigung ber ^umuSbil^ 
bung, SSeränberung be« notüilid^en S3inbigleit8grabe«). "^tx im SBalbe aurüdblei- 
bcnbe Siel^bünger bilbet nur einen unöollfommenen ©rfafe für bie SDlinberung ber 
SBalbbobenIraft infolge bed SBeibeganged. %[n Rängen mit lofem Soben fül^rt bie 
SBatbn^eibe ju Slbrutfd^ungen üon (Srbe unb jum abroQen t)on Steinen. 

b) X)en $oIigen)äc^fen f^abet bad SSeibeoiel^ burd^ 3[udjie^en junger $f(an^ 
jen, Serbeigen oon Snofpen, Stottern unb jungen Zrieben, abtreten bon Soben, 
Senagen bon Saumrinbe, Vertreten, Übcrreilen, Serbiegen unb Umbre^^ 
c^en junger 9?üc^fe, @ntblö|ung unb Serle^ung bon SBurjetn ufm. 

Der ©(^oben burc^ ba^ S er beigen ift ein boppelter. Su^äd^p berliert bie 
^flanje Organe, bie ju i^rec (Sma^rung notmenbig finb; bann toirb bie normale 
©ntwicfelung be« ©^öftei^ unb ber ^fte gcftört. Seibe ©d^öbigungen finb nament* 
lic^ im jugenblid^en Sllter unb jh^ar folange bemerfbar, bid ber ®i)}fel bem Sa\)n 
be^ SBcibeoie^S entttjad^fen ift. Die Qualität beS ^olje^ toirb bur^ ben Sei^ 
big allein nii^t beeinträchtigt, mo^t aber leibet bie S^rmau^bilbung, infofern 
Iropfartigc Slnf^weHungen, ftruppiger SBuc^3, Stftigfeit ufm. folgen be^ ScrbiffeiJ finb. 

3m 9lad)ftel)ei.ben folgen einige Angaben über bie (S^rdge be^ ^ol^jumadidoerlufted 
burd) S^erbig; {elbftDerftänblic^ ^aben bie(e nur lofole ^ebeutung. 

^unbed^agen*) oeran{(^lagt ben burc^ $ief|üerbi6 entfte^enben Serluft on 3una(!^d 
in getod^nlit^en SfäQen auf ^f^^ beiS ^oljertroged. — 9^04 Erfahrungen in ßrain ftettt 
fid^ ber ^ol^ertragdoerluft burc^ Siegenüerbtg an 16— Söjä^rigen Sichten, liefern unb 

1) »gl. 0. Äerner: 5)er ffialb unb bie ^Iptetrtfrfiaft in ßfteneic^ unb lirol. J6i«g. 
öon Ä. aWa^Ier. «erlin 1908. — 3ug ooij: SBalb unb ffieibe in ben mptn. einführen« 
bcr leil. SBien 1908. — aiptoirtf(^aft«poHttf in Ofterrcicft. Veröffentlicht oom 
f. f. «derbauminifteriura. S8ien 1908. — 2) ©nc^flo^Jäbie bcr gforftroiffcnft^aft. 8. 9lufl. 
33b. I. lubingcn 1835, 612. 



»atbrneibe. 13 

$ainbu(^en auf 97— 997^ (3)temtt).*} — (Kne bei ber forftlltften «uSflellunfl in %m^ 
(1871) oudgefteOte, feit Sorten hvLx6f S^^d^ oexbiffene SBei^tanne oud bem ^atfts 
gebiete, 36iä]^rig, Inap)) am iSoben obgefd^nitten, jetgte nur 2,6 cm ^urc^meffex; eine 
gleic^alte, baneben fte^enbe nt(i^t Derbiffene ^fCanje berfetben ^oljott l^ingegen 26,3 cm 
©tärfc.») — S^rutfd^ef") berechnet ben 8«tt>öd)fioerluft an iSjäfirigen gid^ten für 1 ha 
je nac^ ber ^flanjen^a^I auf 1,17 fm (1000 ©tfimm^en), 1,76 fm (1500), 2,26 fm (2000), 
2,94 fm (2600), 8,62 fm (3000), 4,11 fm (3600), 4,70 fm (4000 @tämmd^en). 

c) S3on bcn forftüc^en SetriebÄ- unb ©id^erungdanftatten ftnb nament^^ 
Uc^ 3Bege, ®räben, S3öf(^ungen unb Umfriebigungen ben S3efd^äbigungen burc^ bad 
3Beibe))ie]^ au^gefe^t. 

Die ®rö6e be« SBeibcfc^abeniJ ^öngt Don mehreren Saftoren ab. 8te toicb^ 
tigftefommen^oliart, $oI§aIter, ©etrieb^art, ©tanbort, Scpanb^fc^Iuß, 
Ste^gattung, SSie^menge, ^ai^xt^ieii unb äBitterungdk)er]^ä(tniffe in 
Setrac^t. Der |)oIjertTag8t)ertuft bur(§ bie SBatbtoeibe ift ba^er je nac^ örtli^en 
SSer^altniffen auBerorbentltd^ t)erfc^ieben. 



a) |^oI)art. 

Die Saub^ötjer finb bem SSie^üerbife mcl^r aü^gefefet ate bie Slabel^öljer; 
fie beft^en aber ein grögered Su^^eilung^t^ermögen. Die 1^ arten Saub^öl^er (eiben 
me^r al^ bie meid^en, ba fie ))om SSie^ beuorjugt werben unb ber S3erbi§gefa^r 
langfamer enttuac^fen; aud^ übermallen i^re SSunben erft nad^ längerer 3eit. SSon 
ben einjelnen Saub^oljarten werben @fc^e, Sl^orne, ^ainbuc^e unb Stotbuc^e am mei- 
ften angenommen; Sid^en, Sinben, $ap))eln, Salmeibe etmad meniger; Ulmen, Box^ 
bndarten t)iel toeniger; SBirfen, (£rlen, 9lo^Iaftanie, 9tobinie am menigften. 

^infic^tlic^ ber äJerbiggefa^r fte^t unter bem Slabel^ölaern bie äSeigtanne 

obenan, tro^ il^red bebeutenben 9lud^ei(ungdt)ermögend unb i^rer Säl^idleit jur ^xU 

bung Don 0bt)entit)lnofpen; bann folgen Sörc^e, Sichte, gemeine tiefer, SBe^moul^td^ 

©c^toarj? unb 3irtctfiefer. Daß bie gid^te me^r üerbiffen mirb ate bie fficfern* 

arten, ^öngt auc^ mit bem audgebe^nteren SSorfommen biefer ^oliart in ben Qit^ 

birg^forften, mo bie SSeibe nod^ üormiegenb betrieben mirb, jufammen. 

^i ber üorfte^enben (Gruppierung ift junä^ft bod Sflinboie^ otö midittgfte $Seibe« 
Die^gottung xn» $luge gefaßt toorben. 1Berfi(ffid)tigt man auc^ bie anberen ^tei^gattungen 
mit, fo ergeben ftd^ mand^e, burc^ (S)efd)ma(fS)}erfd)ieben]^etten bebingte $(blDeid^ungen. 3)ie 
$ferbe lieben j. ^. auc^ Si^enloub, fc^einen ba$ ber Sinbe aber ju t^erfc^ma^en. ^ie 
©c^afe ge^en mit Vorliebe bie Stc^t^ol^arten an, felb|l ^irfe unb tiefer, igunge fiam« 
mer lieben bie 16(Qtter ber ^fajie. 2)te Siegen finb im aQgcmeinen nid^t n7öf)terif(^ unb 
verbeißen fogar bie (giftige) (Sibe, ol^ne @d)aben ju nehmen. 

Sine Sigentümlid^Ieit beö SSeibc^ namentlich be§ Slinböie^ed, bcfte^t ferner 

barin, feiten e, nur öereinjelt auftretenbe, jumal frembe ^oljarten mit SSorliebe 

auf^ufud^en unb ju öerbeiften. 

(Singefprengte Q^fc^en ober f^ainbud^en in einer fBuc^enfd^onung »erben j^. ®. fieser 
berbiffen. ^m übrigen laßt fid) bie f^rage nac^ ber größeren unb geringeren Sefc^dbigung 
einer ^ol^art oft nur im 3ufammen^ange mit anbereti IBer^dltniffen (^ol5aIter, ^eftanbd= 
bi(!^te, 3#(mb ber ^obenmeibe ufro.) löfen. 



1) Katalog ber forftUc^en ^oaeftiooudfteUung Ihotnd. Saibac^ 1873, 13. — 2) mq 
8. u. 3.«8tg. 1872, 244. — 8) 8bl. f. b. gef. 5». 1880, 466. 



14 (tc^t§ IBuc^. @c^u( gegen Xtere. 

2)te burd^ ben Sie^uerbi^ hervorgerufenen f^onmoeränbernngen finb nad) Qo\%^ 
ort unb Art be« SScrbiffeä öerft^teben. ®^ entfielen gtoiefclbilbungen, ftumpf* 
fegelförmtge ßronen, abgerunbete ÄoHerbüfc^c, Sangf^jtefte, über^au})t berbuttete, 
tuffeügc Saumformen ber ^äfeltd^ften Slrt. 

2)ur(^ ben Xritt leiben ^avipt\a(tjHii) ftac^murjelnbe ^otjarten, tni^befonbere 
bic 3ic^tc. Auf loderen, Wc^t nac^gebcnben ©oben ift bic Sefc^äbigung am größten. 

b) l^olsalter. 

am metften gefä^rbet finb junge ?ßflangen. 3« alteren Scftänben o^nc 
3la6^tovi6)^ befc^rönft fic^ ber Schaben auf bie nad^teiligen folgen bed Xrttted. 

83ejttinrate S^^ten batüber, bi« ju tocld^cm mttx ber «etbift fd)abet, lajfen fic^ bei 
bei SSerfc^ieben^eit beiS ^ad^Btnm» bet ^oljatten an ftc^ unb ie nac!^ ©tanbortiSDer^ält^ 
niffen nic{|t ouffteHen. @(^aben entfielet, bid \>a§ $0(5 bem 9RauIe M SBtel^ed enttt^ac^fen i{t. 

c) 8ctrie1i8art. 

gür ben ^lentcrbetrieb ift bic SBeibe too^I om gef&l^rlic^ften, toeil l^ier bie 
Sungmüc^fe burd^ ben ganjen SBalb verteilt finb. 15ann folgeu bie anbercn 3la: 
turöeriütlgungiJbetriebe, 9RilteItoaIbbetrieb, 9?icbcrtoaIbbetrieb,fta^I? 
fd^Iagbetrieb. Strenge ®ültig!eit lann biefe Slbjtufung, bei melc^er nrir ^auptfäd^* 
(id^ bad 9tinbt)ie^^) ald SSeibetier inS $tuge gefaxt ^aben, nic^t beanf))ru(^en, toeit 

^oljart unb ®eldubet)er^ä(tnif[e mand^e ^nberungen begrüuben. 

aj^ttteln^älber ftnb gegen ^ett^eibung empfinblic^er ald bie d^tebermälber, toeil ^ur Ober» 
^oljuac^jud^t öicie tcrnftämmc^en eingebrockt »erben müfjen; ferner ift bort ber Unters 
l^ofjumtricb unter ^onft gleichen Umftänben niebriger al8 ber Umtrieb im 9HeberloaIbe. 

3n regetmäfeigeu ^ßflanjung^n ift ber SBeibcfc^aben geringer atö in uns 
regelmäßigen; am günftigften uerbäft ftd^ Äei^enöerbanb mit tocitem «bftanbe 
ber Steigen, toeif l^ier baÄ SSie^ bequem jtoifd^en ben ^flanjenrei^en mciben fonu. 
©ügetpflanjen »erben toeniger üom SBeibeüie^ befc^äbigt ate Soc^pffanjcn, toeil 
bie ^ügel bie gortbemegung be^ SSie^e^ ^inbern. 

d) Standort. 

auf mineralifc^ fräftigen, feuchten, ^umofen ©oben ift ber SBeibefc^aben öer* 
^ältniömäfeig am geringften. $ier finbet fic^ junäd^ft reichlicherer ©raSmud^«; ferner 
toac^fen bie ^olspflanjen rafc^er; enblid^ Reiten aud^ bie SBeibefc^äbcn leichter auS. 
S3inbige ©oben werben burd^ ben Iritt be^ SBeibeöie^eg noc^ fefter unb ^ierburc^ 
ben günftigen Sintoirfuugen ber Sltmofp^äre (Zutritt bon Suft unb ffiaffer) öer^ 
fc^Ioff cn ; arxi) leiben bie ^ier oft nur Inapp unter ber Sobenoberftäcftc ^inftreic^en= 
ben SBurjeln. £oc!cre Söben hingegen toerben burc^ ben Jritt nod^ mc^r gelocfert, 
meit ia^ SBeibeoiel^ bie öegctabilifd^e Sobenbede jerftört. 5)en größten ©d^abcn 
öerurfac^t bie fficibe auf lofen Sanbböben (Stugfanb); auc^ ouf ^attböben ift ber 
SBeibegang meift t)on fel^r nachteiligen golgen begleitet gemefcn. 

1) 3)urdf) 3i«gcneintrieb leibet {mö^ 2ranf§au|er) ber Sßieberhjalb am meijicn; 
i^m jcf)Kc^e ficft ber gleic^alterige §oc^tt)aIb an, unb am geringjten fei ber ©d^aben 
in ^lenterbeftänben (?), toeil bie größere SBeibcPädfte l^ier eine bcffere Verteilung ber 
Siegen unb eine jcitenere 28ieber!c^r auf berfelben @teEe bebinge. 



SSalbtoeibe. 15 

3n cBcncn Sagen ift bcr SBcibefc^abcn geringer aU am $onge; er nimmt 
mit ber Socfec^eit bed Säobend unb ber @röge bed Sleigungdminletö ju. Sn fangen 
mit binbigem Soben entfte^en burc^ täglid^en SBeibegang leidet jene der^angntö- 
Dollen, borijontal t^erlanfenben garten SBeibepfabe jmifd^en ben ^flanjrei^en, 
meiere ben Suftjutritt jum ä3oben erfd^meren. Slnc^ naffe ^änge finb gefö^rbet, 
»eit ^ier ba^ Siel^ faft bei jebem Iritte rntfd^t. 3e fteiler ber ^ang ift, befto tiefer 
tritt ba§ aSie^ ein; infolgebeffen mirb Erbe totgetreten unb oom SBaffer weggeführt. 
S(ugerbem finb am ^ange felbft grogere ^fianjen )}om SBeibeoie^ t)on oben ^er 
leichter ju erreichen. SDcr ©d^aben burd^ Qtxtteitn, SSerbeifeen, SSerbiegen, Überretten 
unb 3crbred^en ift infolge biefer Umftonbe an ben fangen größer afö in ber Sbene. 

e) 8eflatt^8f4In(. 

2)a in gefc^toffenen S3eftdnben bie 93obentoeibe gering ift, bei biestern @d^(uf[e 
fogar ganj fel^U, fo gefc^ie^t ^ier me^r Schaben am $0(3 afö in (ücfigen Orten, 
too ©röfer unb lauter leidet auflommen. 

f) iBiedgattttttg. 

^ie größte SSorliebe für bie ^oligemä^fe unb bie fd^äblic^fte %rt, fic^ ju er« 

nö^ren befi^t bie Sit^t.^) ©ie oerbeifet bie ^oljgetoä^Je felbft bann, toenn e^ 

nic^t an Suttergräfem mangelt, ©ie flettert förmlich an ben äBüd^fen empor, nm 

bie ©ipfel ju erlangen unb fc^abet oereinjelt auc^ burc^ ©dualen ber ©tömme, ju^ 

mal an jungen (Sfd^en unb Särc^en im grü^ja^r. ^i^x unrul^igeg SBefen fül^rt fie 

babei ))on Saum ju ©trauc^, unb il^re ßletterfunft lagt fie in bie fteilften ©e^ange 

gelangen. 

3n Xirol, ^ftrien unb in ber {üblichen Sc^toeij (Xe{ftn) finb groge ^Salbungen burd^ 
3tegeneint(teb ^ugrunbe gegangen. %ai ^erabge^en ber ^aumgrenje in biefen ©egenben 
ift mit auf ben unt^er^dnbtgen Sludtrieb jal^lreid^er gi^ßenl^erben p fd^ben, unb felbft 
für bie guna^me manci^er Überf({)ioemmungen ift bie giege in le^ter 3nftan5 oeranttoort- 
lid^ 5u machen, ^ud) in ben 9{iebermalbungen ^o&xiitn^ tt^ar bec 9Beibefc^aben burc^ 
Siegen, folange löoiSnien unter türlifc^er ^errfc^aft ftanb, fe^r bebeutenb. (£r ift auc^ 
jie^t no4 grog, obfc^on burdd bie öfterrei^ifc^e 9iegietung bie 3al^l ber 3i^g^ gegen früher 
auf V4— Vfi oermtnbert toorben ift. SBeitet^in l^aben bie ^Salbungen (Srte(!^enlanbi9 unter 
ber 3icfi^nmeibe ungemein gelitten. 

^ad ©d^af ift bei feiner SBetbe jmar fe^r genügfam, üerbeigt unb fd^ölt aber 
bie ^oljgetoäc^fe ebenfalls gern, totnn e^ i^m an trodener SBcibe fef|lt, »ie ein 
Süd auf bie ftruppigen, tote befc^nitten augfe^enben ^flaujen auf ftänbigen Iriften 
betoeift. ^ierju lommt ^dufig nod^ ©c^aben burc^ be|t !urjen Xritt unb fc^arfen 
©uf biefer SSiefigattung. 

3)aS 8linbt)ie^ beoorjugt im allgemeinen bie Sobcnmeibe unb vergreift fid^ 
nur bei 9la!^rung§mangel an ben ^oligemäc^fen, fc^abet aber bei feiner ©c^toere 
unb langfamen Semegung er^eblid^ burc^ ben Xritt unb burd^ Überretten t)on 
©tangen. 3lad) ®efc^led^t unb Sllter jeigcn fic^ weitere Unterfd^iebe. Der Dd^fe 
ift §. S. fd^äblid^er afe bie ßu^ ; junge« Sie^ fc^äblic^er alÄ alteS, meil e« bie 
SBüd^fe teil« au« äRuttoillen, teil« wd^renb ber 3^^nperiobe gern benagt. 



1) j&fterr. SWonatfifc^. f. 8». 1876, 604. — 3baref: 3bl. f. b. gef. S». 1886, 197. 
— Sfanf^aufer, %., jun.: 3)ie ©ebeutung ber 3i^gentt)irtfc^aft für bie f(^njci5erif(^en Oe* 
birg«gegenben in forftlic^er unb öolföroirtfc^aftli(^er ^infit^t ufro. S3em 1887. 



16 @r{tei$ 93u(^. @(^u^ gegen Xiete. 

2)ad $ferb reicht am ^öd^ften hinauf, ge^t bent Saube nte^r nad^ ald bad 
Slinbüte]^, fd^abet aber burc^ %xitt me^r ote bitr(^ SSerbeigen (SSurjelfc^aben!) X)ai$ 
iunge $ferb fd^abt aud SRuttoiKen gern an Sauntrinbe, fd^ält fogar l^ier unb ba 
bie S3aume unb fd^abet bei feiner großen 93eroeglid^leit auf größeren Stadien. 3m 
allgemeinen aber fommt ba^ $ferb atö 3Beibetier tnenig in Setrac^t. 

S)ie Slngabe ber S^äblic^Ieit bfr einjelnen SSiel^gattungen in 3a^(en ift 
itoav fc^on me^rfac^ k)erfud^t Sorben; biefe Qa^itn befi^en aber, foloeit fie fic^ nic^t 
auf egafte Unterfud^ungen an beftimmten £)rtUc^feiten grünben, einen smeifel^aften 
SBert, toeit je na^ ben Drt^ocr^aÜniffen balb biefe, balb jene Säie^gattung fc^öb^ 
lieber auftritt. S3UI man eine @fala don ber relatiü fd^äblic^fien (Sattung an ab^ 
tüärtS auffteffen, fo ttjürbc biefe cttoa lauten: 

Siege, ^ferb, ©d^af, SRinböie^. 

S^ie ab fo tute ©c^äblid^teit ber einzelnen föeibeDiel^gattungen mirb oon ben nad)« 
benennten Sc^riftftetlem h)ie folgt angegeben: 



SS^ihetai^fc I ®*öbett nadi ' ©traben na* 

-jßeiDemep | SRe^er') ! ^unbeg^ogen*) 



$ferb 100 

Cd^fc 70 

Äu^ . . 18 

Siege ' 22 

^ammel | li 

@d)of 8 



100 (alte«), 160 (junge«) 
\ 60 (alte« SRinböie^), 
I 76 (junge«) 

25 

) 16 



hierbei ift unterfteUt, bag jebe« ©tfid bei oben bezeichneten ^ie^gattimgen na* 
feinem Sebfirfni« tioUftanbig in toirfli* ^utbaren, bem ^iel^terbig ent»a*fenen @d^l5gen 
ft* f&ttige. 

^a^ fon^o^l SJ^e^er mie$unbe«^agen ben @*aben bur* bie Biege nur ouf etraa 
V4 be« $ferbef*aben« bemeffen, fte^t ni*t im 9i^tberfpru*e mit unferer tlnna^me ber 
3iege al« ber telatib f*äbltd)ften i:iergattung. ^eim abfoluten @*aben fommt 
natürlt* aunddiß bie ^Irdge b^m. ba« ®emi*t be« 2:tere« in 1Betra*t, b. 1^. fein gutter« 
bebotf. ^a« ®eh)id)t eine« au«gen)a*fenen $ferbe« betrögt im ^ur*f*nttt ttma 10 3tr., 
bo« einer Siege nur 86 kg (»er^ättm« 14:1); 

©. oon ©otta*) gibt folgenbe 6folo an: Siege, ^erb, S^floc^fe, Jhi^, S*af; öon 
«erg*) Iloffifijiert fl^nli*: Siege, $fcrb, »itnboie^, S*af. 

g) iBiedmenge. 

ÜKit biefer ftel^t ber ©d^aben im geraben SSer^öItniffe. 2)ie jum Eintriebe ju^ 
löffige ©tildja^l richtet fic^ nac^ ber Suttermenge auf ber ^utbaren Stacke unb 
bem @efamtbebarf eine« ©tiicfe«; te^terer mirb burd^ SSie^gattung unb 3)auer be« 
2lu«triebe« bebingt. Sülle biefe 3Komente muffen bal^er erhoben mcrben. Unterläßt 
man e«, bie S^^t i>e« SBeibeüicl^e« mit ber guttcrerjeugungber ^utung«ftäc^c in ein 
rid^tige« SSer^ältni« ju fefeen, . fo läuft ber ^ol^beftanb natürlich ®efal)r, mel^r in 
SRitleibenfd^aft gejogen ju merben al« bei ^inreic^enber Sobentocibe. 



1) '2lb^anblungen über bie 3Ba(b^ut ufm. toburg 1807, 169. — 2) ^ie fBalbmeibe unb 
aBolbfhcu ufto. Tübingen 1830, 60. — 3) ©runbriS ber grorftnjirtfd)oft. 6. Slufl. ßei|)5ig 
1872, 216. — 4) ©taat«forftn)irtfd^oft«lel^re. ßei^jig 1860, 216. 



SBoIbrndbe. 17 

iBeianfd^IagungeTt über ben grutter« b}». Slfid^enbeborf M Sßeibet^tel^cd bei ber (St« 
n&l^ruitg im SBolbe finben ft(i^ in ben Sd^nften oon ä^a^er, ^unbeiS^agen; (1[. t)on 
Sifci^bafi^ n. a. 

^unbei9^agen rechnet für bie oollfidnbige drndl^rung etned @tü(fed (Srogmelfüiel^ 
ben ganzen Sommer über %aq unb 9tüä^t 4--5 ba gute SBeibeflfid^e, bei tetimeifem, aber 
fortbonembem StuiStriebe nur am ^oge 1—2 ha, unb {e(t im 2)ur(i^f(!^nitt 2—3 @tü(I 
Sungoiel^ ober 10 ^6fa\t einem @tü(! (^rogtiie^ glei(i^. ^tö täglichen gutterbebarf nimmt 
er a. a. 0. 7—8 kg ^-»eu für 1 Stu^ oon 4 8tr. ßebenbgc»ic!^t, 4—6 kg für 1 ©tüd 
3mtgt)ie^ unb 0,7—0,8 kg für 1 ©t^af an. 

(2^. Don Sfifd^bad^^) xtä^ntt jur Smd^rung eined ermac^fenen Stüdti SRinboiel^ 
mittleren ©c^Ioged balb nur 2—3 ha (ouf üppigem Kueboben), bolb 4—10 ha (in bürf* 
tigen ^iefemtt^albungen), menn bad 8ie^ abenbd im ©taUe uo6f tttoca gefüttert toxxb. 
Sßenn aber ha» Sie^ ^ag unb SRac^t auf ber 93eibe bleibe, fo fei bie 1,5— 2fa(^e SfUidie nötig. 

QHne S^u^toeibe wirb in ber ©(^n^eij im 2)ur(!^f(^nitt 6—8 3iegenh)eiben glei^gefe^t. 

h) 3a|re«)eit. 

S)er größte SBeibefc^aben finbet im grü^ia^re ftatt, ba bie eben in ber (Snt^ 
faltung begriffenen Stattet unb Xriebe am fd^macf^afteften fmb unb bie 99obenmeibe 
no^ gering ift. ^ierju lommt bie Suttergierigleit unb ber 3RutmtQe beii Sie^ed 
nac^ ber langen SBinterrul^e. Slber auc^ im Spöt^erbfte ftnb bie ^otgpflanjen 
tuegen bed in}mifc^en ^art geworbenen unb nur noc^ fpärlic^ loor^anbenen ®rafed 
ftar! gcföl^rbct. 8m unfd^äblic^ften öerläuft bie ©utung in ber futterretc^ften ^tit 
(®nbe 3Rai bi« 9Kitte 3uli, je nad^ Sagen). 

i) ttitterntt|. 

Sei eytremcn 8Bitterung«t)cr^äItniffen, j. S fc^r trocfcnem ober fe^r naffem 
3Better, bei ftarlem Xau uftD., nimmt ba^ SBeibeüiel^ bie Sobenmeibe nid^t gern an, 
fonbem uergreift fic^ me^r am Saube. S(ud^ ber Xrittfd^aben mac^t fid^ bei an^at^ 
tenb naffer SSitterung befonberiS fühlbar. 3)te SBurjeln (eiben in burc^koeic^tem 
Srbreid^e me^r aU bei trocfenem Soben. 

k) @on(lt|e Um(l&nbe. 

Son (£inf(u| auf bie ®röge bed SSeibefd^aben^ ftnb enbUd^ noc^: 

1. bie Serüdfid^tigung ober 9lic^tberü(ffid^ttgung bed äßeibebebürf^ 
niffed je nac^ Sie^gattungen; 

2. bie ®emo^nl^eit unb ber Stal^rungdjuftanb bei^ SBeibeme^ed; 

3. bie gan^e Srt unb äBeife bed Su^triebeiS. 

3n biefer Sejiel^ung befc^ränlen koir und auf folgenbe 9nbeutungen: 
3u 1. 9ReIt unb SKaftme^ bebarf bie befte unb nac^ftgelegene SBeibe; bann 
lommt bad ^ungoie^. S^S^i^^ begnügt fic^ mit geringerer SBeibe unb üerttogt 
loeitere SEBege. Schafen fönnen bie entfern teften $Ia^e angemiefen h)erben. 

SBä^renb bad 9tinbt)te^ feuchte äBeiben liebt, jietjen bie ^erbe bad furje ®ra9 
auf ungern unb atten SBegen ben auf locferem SBalbboben gemad^fencn ®räfem 
t)or. S)ad @d^af beüorjugt me^r trodene SSeibe (^ö^enlagen mit lurjem ®xa9 unb 
tm t)oQen fiid^te getoac^fenen ^o(}igen ^flangen, mie |)eibe ufm.). 3)a$ Stinbbiel^ 
ge^t nid^t gern auf $Iä^e, mo bad @c^af gemeibet f)at, toeil i^m beffen Vudbün^ 
ftungen jumiber finb, unb befallt ^ier me^r bad ^olj. 



1) fie^rbuc^ ber gorjttoiffenfci^aft. 4. Sluft. ©erlin 1886, 280. 

^t%, ^orftfc^u^. I. 4. «ufl. 2 



18 ^\M IBud^. @(^u( gegen Xiere. 

3n Xirol unterfc^eibet tnon md^ ber 2ixt bed SBeibetiie^ei», totid^S einer Silin ^uge^ 
tt)ie{en tnixb, bie Sd^afalm, bte ®Qltalnt unb bie ^^alnt. 2)ie 8(^afalmen gehören faft 
burc^gel^enbiS ber bauutlofen ^o^gebirgdregton an, n^äl^renb bie ®QltaIm (Od^fen unb nid^t 
me^r SRU^ gebenbe $tüf^i) unb bie ^l^alm (9Relf!u^e) in bie tieferen Sagen »erlegt werben. 

3u 2. Son Sugenb auf an bte äSalbmeibe getod^nted SSie^ fd^abet met|r ald 
fotd^ed, meld^ed feiten in ben äBatb fommt. 3(u^ge^ungerte^ SSie^ richtet me^r 
Sd^aben an ben ^ol^getuäc^fen an afö in gutem Stttter fte^enbed. 

3u 3. @ine 3lBf(^tD&(^ung be^ Schabend finbet bur^ gutes Sufammen^alten 
ber ^erbe ftatt. 9(m f^koerften Iaf[en fic^ im äBatbe bie 3^^^ jufammenl^aften, 
am (eid^teften bie @d^afe. 

Überblicft man bie im Sorfte^enben aufgezählten fünfte, meldte bie ®rdge bed 9Beibe> 
fc^abeniS bebingen, \o lann ed nid^t befremben, bag bie 9[nfi(^ten hierüber unter ben pxaU 
tijd)en gorfttoirten meit audetnanberge^en. SSä^renb ber £aub^oI§üd^ter, gumal im S^ittel» 
roaibe, ben bezüglichen Schaben auf ®runb feiner (Srfal^rungen ffir fe^r empftnblic^ ^Slt, 
ift ber im Sid)ten!a]^If^IagmaIb totrtfc^aftenbe gorfttt)irt geneigt, i^n für unerl^eblic^ ju 
erflären. ^ie SBa^r^eit liegt auc^ l^ier in ber SRitte. SJlan mirb aber, bei unbefangener 
^Beurteilung, geftü^t auf bie ^ol^beflanbiDerl^ättniffe mand^er i^ebtrgdwölber (^arj, X^ü« 
ringer SBalb, Sc^Mar^n^alb), bie fd^on feit Sa^r^unberten bon t>ielen ^aufenben @tüct 
IBie^ betrieben n^orben finb unb teiltoeife noc^ tuerben unb beren IBen^o^ner o^ne bie 9SaIb« 
treibe faum ^u ej:iftieren vermögen, ju ber Öber|(eugung gebrSngt, bag ber SBeibefc^aben teil- 
meife uberfd^ä|t worben ift unb noc^ mirb. ^ü fann fogar ^^filtniffe geben, unter totU 
4en ber iRu^en ber äBalbmeibe i^ren ©c^aben fonq^enftert ober gar überwiegt^ ^efer 
9^u|en fann }. 16. beftet)en in Offenl^altung unb $er»unbung bed 93obend unb ^ierburc^ 
SBeförberung ber natürlichen ^nfamung, 3>i^ii<QaItung beiS üerbämmenben ®radn)uc^fed 
in Sd^Iägen unb Kulturen, SSerminberung hti Wäufe^ Snfelten unb groftfd^abend. 

3. Sf^n^ma§rfgfln. 

iBei Siegelung ber SEBalbtoeibe lommen ©d^onungSjeit, SBeibebiftrilte, 
SSeibejeit, SSie^gattung, SSie^ja^I, Srt bed Sludtriebd unb ^ut))erfona( 
aU mic^tigfte fünfte in iBetrad^t. 

A. @^onungd)ett. 

Tlan t^erfte^t hierunter bie 3^it tt^ä^renb meld^er eine mit ^ol^ beftodPte äBalb« 
f(öc^e nic^t behütet merben barf. Sie beginnt mit ber SSerjüngung unb fc^Iiejst in 
ber Siegel erft bann, tpenn bie ^oljpflan^en nic^t me^r oom SSiel^ erreicht »erben 
fönncn („bem SWauIe be« »ie^e« cntmad&fcn finb"). Rubere «udbrücfe für 
bicfe Qeiipmoic finb: ©cgejcit ober SBeibcbann. SRit beut 3cit<)unlt, in totU 
ä)tm man bie S3eftänbe bem SSicl^ öffnet, beginnt t^rc $utbarleit ober gäl^rig^ 
fett. S)ie ^utbarfcit toirb natürlich nic^t nur bom Sllter ber Scftänbe, fonbcrn 
aud^ bom SSorl^anbenfein don gutterftoffen bebingt; in gefd^Ioffenen ^Ituren, 2)it 
lid^ten ober @tangen^ötjern ift ©radtoud^S getoö^nttd^ nic^t oor^anben, ber Eintrieb 
t)on Sßeibebie^ tonxit miü^xn feine iBebeutung ^aben. 

Sie S)auer ber Sc^onjeit rid^tet fic^ nac^ ber ^olj^ SBetriebS« unb (Ents^ 
fte^ungSart ber Seftänbe (Saat ober 5ßflanjung), ben äicftocfungS' ober ©tanbortS* 
üerl^ältntffen unb ber SSicl^gattung. fiaub^öljer bebürfen einer längeren Sd^onjeit 
ate Slabet^ötjcr, jumat bie langfommü^figcn unb juglcic^ gegen SSie^oerbife txnp^ 
finbtid^en; §od^tt)aIbcr (tnöbefonbere plenterartige SBalbformen) einer löngcren att 

1) g^onat^fc^r. f. b. g. u, 3ro. 1868, 48. 



SBalbmeibe 



19 



tttieberkDätber. Sei gemifc^ten SSeftanben ntug fic^ bie Sc^onjeit nac^ berjenigen 
^oljart richten, toetd^e bie längfte Sc^ottjett notig f^at 

Sür geringe 93öben unb rau^e Sagen muffen infolge bed langfameren SBac^d:? 
tumd langete Sc^onungiSjeUen feftgefe^t werben atö unter fonft gleiten Untftänben 
für gute S3öben unb milbed ßlinta. 

Sd^afe lönnen frit^er eingetrieben merben ali $ferbe unb Siinboie^. 

^üx ben 92ormaImaIb berechnet ftc!^ bie ju fc^onenbe unb bie ^utbare gflclc^e tuie 
folgt: Gebeutet 1^ bie gan^e SSalbflöc^e, f bie @(i^onungdf(fic^e, f^ bie ^ni^d)t, b bie 
©d^onungd^eit unb n bie Umtrieb^^eit, fo ifl: 

f+f,«F 

f = - • B 
U 



f,-F-f— -..= F.(l-|) = F. 



U — 8 
U 



99ei|^iel: 3n einem %8albe üon lOOO ha @lrdge, lOOia^rigem Umtrieb unb 25^ 
jd^tiget (Sc^onung^^eit ftellt ft^ Bei normalem ^dterdtlaffenoer^cKtniiS bie Sc^onungSfldc^e 

alfo ouf ~_^^ • 25 = 260 ha, bie ^utfldc^e mithin ouf 750 ha. 

ißoc^ Sed)ftein be^m. ®, S. dortig foQ in €(^onung gelegt toerben: 

„ iftabeltoalb Vo— V* L^^ «^f^„^.^^ 

„ ^iebertoalb >/,- Va ^'^ ®efamtfIM|e. 

oon bcn ölöfecn V,-0 J 

Jl auf (finget mid bei regelmfigiger $)0(i^toaIbh)irt((i^aft Vs ber t^ldd^e in ^ege gelegt 
^aben, bei 92abeI^ol5 üer^öltnidntfigig weniger, im 9{iebermalbe Vö- 

3uc ®eh)d^tuug eine^ Silbei^ über bie k)on ftlteren unb neueren Tutoren ffir nötig 
gehaltenen @(!^onungdjeiten laffen toir nac^fte^enbe ZahtUt folgen. (Eine ^ud((^eibung 
na^ $o(§orten mürbe ht9 9iaumed toegen oernadjläfftgt. 

Xahtüt uhtt liie @i|onnng9)eiten« 



?(utor 



Sie^ 
gattung 



^unbedl^agen *) 



! I ^fcrbe unb 
I ^ornoie^ 



(Sotta 

Weil... 

t>on SKfc^bac^, (£. *) . 

i^unbe^^agen 

¥feil 






Saub^ol^' 
Ijod^malb 

18—24 

12—30 
12-30 



SSetrteb^art 



9label»alb 

12—20 

10—30 
12—30 



aRitteI»aIb ■ 9liebermalb 



@^afe 



tt 



f 10—16 n. l 8—22 n. 

l 16—22 k. l 12—18 k. 

14—18 t y— 16 

8—20 ! 10—22 



3o^re 

14—18 
8—16 

8—18 
10—12 



3alnce 

6—14 

4—12 
3—20 

4— 8 

4—10 
2— 6 



3n biefer 2:abcIIe gelten bie fietnflen ga^len für bie guten ©tonborte unb toentger 
em|>finbUc^n ^ol^arten, bie grdgten hingegen für bie geringeren ©tanborte unb bie am 
meiften em{)finblic^en ^ol^atten. ^on ben Sifdibac^fc^en Xo^^elangaben bejiel^en fic^ 

1) 3)ie Säulen üon 3. S^r. $unbe5!jagen ftü^en fid) in ber ©auptjac^e auf bie 
Angaben oon 3. 6f)T. f5r.?Wct)er (f. aud) 9iörbUnger« fie^rbuc^ be« 5orft)d)ute«, @.2l). 

2) 3m ^lentermolb, »0 oiel junger 9la(^wu(^8.öor^anben ift, öerlangt biejerÄutor 
eine 6d^onjeit öon 10—20 Qa^ren. 



20 <£tf>t< Vu^- €(^"6 StB<° Xifit- 

biettntetn, »tilgen ein n btigctt^t t|l, auf natQdi^t Scnüngung (tc^tjritige t&RJtlii^e 
9!a(^^ilft cotauifltfttt), bii mit k beieidinttcn ^Inatgen auf fta^Iabtiitb unb tQnflli^e %»> 
jünfluna. 

Sunt Wofeen 3)ur(^tiit6 taitndi au^ fotit iüngeie SeSänbe, al€ in bei %abeUt 
angegefrtn Ift, fleeffnet nierttn. Selfift jut SBeibe wtrbett ifin unb ba ganj junge ®4ßfle 
freigegeben, im ^arj unb im I^üringei SBalb j. !B. 8— ejä^rifle ?fi(^tenf(f)Dnunflen mit 
nod) l^mnd^aftem ffiiol, neil man beobai^tet ^at, bog in folgen bie ^oIjpRanjcn ntnigeT 
Dom Siel) angenommen ueiben, als beim Sintvieb in ältere SuUuten mit Rattern @[iK 
unb iDCil iat flbroeiben tinel fifipieen StaAmud^feS ben Sulturtn jum Setteit geieii^t 

B. SBeibebiprüte. 

3>tefe merben auf @runb einer aHjS^ilit^ neu aufjufteQenben Üfierfidit (9Seibes 
plan, 3:riftDerto6lfltietIe) ongeroiefen. ©ei auiSiDiiEit ber SBeibefläi^fn ift auf 
tjaffenbe ^neinanbeitei^ung unb barauf gu fe^en, ba^ bie %itxt ntSglii^fit bur(^ 
ältere ißeftänbe angetrieben hjerben, bamit bie beim ^affieren ju ft^onenber Orte 
nottptnbtgen Xriebiuege ^ XriftjüQe mägli^ft eingefdiräRtt tuerben tonnen. Deiters 
^in ift auf Sedifet ber 38eibeflätf|en ju a(^ten, bamit auf ber tinjelnen Stäche in 
ber 9hi^e()ertobe reii^lic^ &tai entftet)en fonn. klaffe Orte, loifere Söben unb fteite 
$änge ftnb Don ber SBeibe auSjufi^lie&en. üSeftönbe mit Anflug, Slufft^tag ober 
Ünlerroui^S, an beffen Sr^altung gelegen ift, muffen ben Schafen oerfdiloffen bleiben. 
So ^erttet^n *""• ^Ranjen ju befürc£|ten ift, f(^tie^e man autt) ba8 ^ontoieEi auä. 
!(lte räumige Siteftänbe bieten meiftend gute SSeibe unb fünnen bent Sßte^ unbebenf^ 
li(tf geöffnet loerben, wenn fie eben nidit mit jungem ^otje uerfe^en finb. 

SJie @t^onungiSflä(f)en {inb buii^ @iro^iDif^e, Sc^onung^täfeti^en, €tangen> 
gönne ober ^egegräben (1 m breit unb 0,5 m tief; Slugtuurf auf bie ^egefette) 
tenntlii^ ju ma<^en. 

^e Streite etttiaiger S:riftifige tft je nai^ ber SJieligattung unb Stüifja^t 

auf 6—12 m ju bemeffen. Iriftjage fflr Minboiefi muffen j. SS. breiter fein al§ 

für Srfiflfe. S" beiben Seiten jener Iriftjüge, bie burdi 

jungeö $oEj gu liegen (ommen, fü^rt man unter Um^ 

ftänben @räben ober SrbraäHe, (steintnäHe ober^äune. 

Xer ^luSiDurf auS ben @räben tommt auf bie ^alb^ 

fette, um ali SBaQ boS Überfpnngen bed ißietieS'iu 

' erfc^roeren. SBenn bie Einlage foli^er Si^u^roe^ren 

unterbleibt, emffic^lt ed fid|, bie ^flanjen ber bem 

Bub. 1. »f(pfiD(fari9 iunflti f fiaiEjm Jriftjug junäct)ft üegeuben ißflangrei^en burdi Umtras 

grfltn «crttwascu ttlanq ju ft^ütsen. <SS genügt, brei ungefähr 0,7—1 m 

lange, beafteie ober oftfreie $pde pQramibenförmig um bie gu ft^üfeenbe 9ßPa«äe 

einjufc^Iagen (Slbb. 1), 

®enn jum giieber^alten eineä ftarten ®ro3wui^fe8 ober auä anberen ©rfin* 
ben bie SBcibe in jungen föutturen für wfinf^enaroert.ober auc^ nur für julöffig er* 
oditet roirb, fo ne^me man ben ©intricb im oDgemeinen bodi erft üom Suli ab Bot, 
bamit ber ^olätricb beS taufenben JSa^reä fd)Dn oer^ärtet i^ unb fernerhin nur 
bei trotfenem 5Setter. 

3Saä bie *IJftQnjtnet[)oben betrifft, fo leiben SÖüfi^etpfUnäungen, unter fonft 
glei(^en Umftänben Born äßeibeoielj «jeniger alä (Jinjelliflangungen, ferner fflei^en= 
pflanjungen meniger olä Iireiedatierbänbe ober unregelmäßige ^flanjungen. Stuf 



aSalbmeibe. 21 

ßulturen, beten Setoeibung bed Sutterd toegen loon üom^erein beabft^tigt mirb, tft 
SSa^I eined weiteren ^flaitieiiDerbattbed (30 — 40 $unbert ouf 1 ha) itnb ebentueQ 
Serpflodung anzeigt. 

C. SBeibejeit. 

2)ie gemö^nltc^e SBetbebauer tft Tlai btö September. 3)te eüDaige Sieibe 
im Spril l^eigt 9(umen^ ober SSortoeibe; t>om 1. SDtai bU 3o^anni folgt bie 
^auptmeibe, bann bie 92a^^nt. ^m DItober werben getoö^nltc^ bie SBalb- 
»iefen betrieben. 3n ben JHpen brängt ftd^ bie SEBeibe^eit anf 10—16 SSoc^en ju^ 
fammen. 

Sei najfer SBitterung mu^ ber Studtrieb unterbrochen ober menigftend auf 
ältered ^otj befd^rSnft werben. 2)er tägliche 3(udtrieb barf erft nac^ bem Slbtroclnen 
bed Zaued ftattfinben, fonft greift bad 93ie^ bie ^oI)gett)öd^fe an. 3t&i)ttxdft ^ut ift 
unjulöffig. 

Suhge @d^(äge betreibe man toomiiffxdf erft am Sloc^mittag, toenn bad SBeibe^ 
bie^ fc^on ^iemlic^ gefättigt ift. 

D. äSeibebie^. 

S)ie 3tege ift bom äBeibegang unter äffen Umftänben aud}ufc^(iegen, auc^ 
5ßferbe pnb möglic^ft fernjul^altcn. Seim (Eintrieb bon §ornbie^ finb befd^ta* 
gene unb Iranle @t&cfe ebenfaff^ moglid^ft aui^jufc^UeBen, ba fte erfa^rungdgem&§ 
ben $oI)pflanjen mel^r nad^ge^n toxt gefunbe Städte. 

3)ie Stüdga^t bed einjutreibenben Siel^ed mug im ri^tigen Ser^ältniffe jur 
®r5ge unb ^robultiondfä^igfeit ber SSeibefläd^e unb jum Sutter(ebarf ber SBeibe^ 
tiere fte^en. Stufecrbem [xni (nad^ früheren ÄuSfül^rungen) auc^ ^otj- unb SetriebiJ* 
art iu berudfic^tigen. 

Um ben Wirten bie Arbeit beS Übermac^end ju erleichtern unb bad (Einbringen 
einjelner @tücfe in f^onenbe Orte el^er feftjufteffen, empfte^ft ed ftc^, bie äBeibe^ 
tiere mit @lodtn }u berfe^en. 

E. Srt bed 3(udtriebd. 

£er 3(udtrieb barf nur in gerben, unter 3(uffi^t juberläffiger $irten ftatt- 
finben, bie namentlich barauf fe^en muffen, bag bad Sie^ meber ju gebrangt no^ 
}u »eit ge^e. 2)er HRiteintrieb einzelner 5ßferbe in ber Slinbbie^^erbe ift affenfaUd 
}ulafftg, letnedfaOd aber gemeinfc^aftlid^er Sui^trieb bon ^ombie^ unb @^afen. 
2)ie gerben burfen ni^t ju grog fein. Sin $irte mit einem @e^ilfen fann, ie nad^ 
bem Zerrain unb ber Sefc^affen^eit ber Seftodung, 60—100 Stöcl Stinbme^ 
übermalen. 3(IIed drangen unb Xreiben, fomie ^e^en bed SSie^ed mit ^unben 
auf jungen ßulturen unb @^tägen mug (fc^on im ^ntereffe bed SSie^ei^) unterbleiben. 

Stn gongen treibt man bad SBeibebie^ fd^täg bon unten nad^ oben unb mug 
hierbei namentli^ auf einen langfamen @ang l^alten, um bem Zrittfc^aben mög« 
lid^ft borjubeugen. ^ommt ed ni^t barauf an, ben @ipfel ju erreichen, fo ift in 
^orijontaler 9lic^tung ju treiben. 

gur aRittagdru^e finb fc^attige Pd|e (in 3(It§ö(}em o^ne 3lai)XDViäß) an^^ 
)ttloetfeti; in ber Stalle muffen Xranlen ^ergeftefft werben. Sid^ten an folc^en ia- 
gerpl&^en jeigen (infolge ber S^fremente beS SGBeibebie^ed?) ^äufig SRotfäuIe. 



22 ^t» ^vid^. ®c^ug gegen Stete. 

F. ^utperfonal. 

2)ie kDt^tigften aRagregeln in btefer Sejie^ung finb: 

1. Knna^me gut beleumunbeter, treuer |)irten unb SSerpfli^tung berfelben. 
^er Sorfttoemalter mug fic^ einen getoiffen (Sinflug bei ber ^nfteüung ber Ritten 

fiesem unb bemühen, bei leiteten Siebe j^u i^xem IBeruf unb ^d^tung bot bem fBalbe ^u 
etmedfen. flrügiame Ritten finb ^u beootgugen, tenitente hingegen uon ^egünftigungen 
audjufc^Iiegen. 3n ber gongen SBeibeftoge \pitli bie SBa^I bet ti(i^tigen $et{önIid)Teit junt 
Ritten eine ^aupttoQe. $et{ie^t ed biefet, bie f^etbe toebet }u eng, no(^ ju »eit ge^en 
§u (äffen unb im tic^tigen TtomtnU, bjtt). nac^ ftaügefunbenet 9btt)eibung, tt)enn bad IBie^ 
thtn onföngt, fi(^ an ben ^oljgemöc^fen ju t^etgteifen, fogleic!^ meitet §u treiben, ie nad^ 
ben ^ittetungSbet^ättniffen balb jiüngete, balb filtete Otte (biefe bei 9iegen) ^u betteiben; 
befi^t er überl^aupt guten SEBiQen unb bie nötige 9[ufniet!fani!eit, fo fd^minbet bet SBeibe« 
fc^aben unter Untftfinben ganj mefentli^ jufammen. 

2. @enietnfame |)aftbarmad^ung ber SSie^befi^er für Übertretung ber SBalb- 
toeibeorbnung. 

3. Strenge ÜberkDa^ung unb fofortige Snjeige aQer Serge^eu ber Ritten 
gegen bie ZBeibebeftimmungen. 

S)ie Seftrafung ift nid^t @a(^e be^ 9Ba(beigentumerd bjm. Sorftmirtd, fonbem 

ber juftänbigen ftaatlid^en Crgane. 

3n ben Sorfi- unb 9elbftrafgefe|en bet beutfc^en ^unbeiSftaaten ftnb bie ^eibe- 
ftet)el bed^alb untet @ttafe gefteüt. 2)er begriff bed äBeibefteoetd n^ei(^t in ben einzelnen 
Staaten infofetn ah, a\^ entn^ebet nut bai^ unbefugte äBeiben auf f rem beut ®tunb unb 
Soben (Ba^etn, SBütttembetg/ ^edflenburg) obet haS unbered^tigte SBeiben fd)Ie(^t^in (}. IB. 
auf oetpad^teten (^tunbflfldEen) befttaft mitb ($reugen, Saufen, IBaben, Reffen), ^ad ©traf« 
mag mitb in ^a^etn unb IBaben nac^ %tt unb ©tüdja^l be^ SGßeibebie^ei», in $teugen, 
@ac4fen, äBürttembetg, Reffen ufm. attgemein (^umeift bi^ 150 ^f. obet 14 Xage ^aft) 
beftimmt. Sa^etn, Reffen untetfc^eiben äBeibefteüel im SEBalbe unb folc^en auf bem t^Ibe. 

n. Seil. 

Und) bie @c^meinemaft l^at mit bem SSerf^minben ber e^ebem ^al^Ireic^eren 
Sic^entDötber unb mit ber Sinfül^rung bed ßartoffelanbaued gegen früher an Se^ 
beutung augerorbentßc^ oerloren. 9lur in ben Sic^enmölbem t)on Ungarn, f^oatien 
unb Slatoonien \pxtü fie nod^ eine gemiffe SloHe. 

1. Oebetttttitg bei @il|i0eitteetittrtebl. 

2)ad jal^me Sd^tuein fc^abet im SBalbe burd^: 

a) ©erje^ren ber Saumfrüd^te ((Schein, Sud^edem unb beren Sot^tebonen) 
in @amenf(^(ögen (Obermaft). S)ie Sntnal^me Don @c^mämmen, $t(<^n)enh)urjeln, 
SBfirmcrn, Snfeften ufm. Reifet Untermaft (©rbmaft, äBu^t) 

b) Rnautfc^cn frautortiger junger Iriebc (ber Kiefer ufro.). 

c) §tuitoü^Ien junger ^ffanjen beim ©redten (nod^ ffirbmaft), SBerbicgen, 
UmbrüÄen ober Umbred^en fc^Ianfer ®erten, Sfeiben an Stangen, ©c^SIen 
bon Stämmen (liefern), SBertüunben unb Senagen öon jutage Kegenben S38ur^ 
jetn (JRotbud^en, ®id^en, Kiefern). 

S3efonberd füI)Ibor tocrben biefe Sefc^abigungen in Samens« unb Sic^tfd^Iögen, 
in geringen Stangenhölzern, auf lodteren, fanbigen ober floc^grunbigcn 83öben, ouf 
Derfum^jften ?ßartien, an fteiten gongen ufto. 



a^aflbetiu^ung. 23 

3(uf ber onberen Seite ift baS ^au^fc^kDein bem SSalbe aud^ nü^It^, unb 
itoax bur^ Sorbereitung bjtu. Soderung bed S9obend für Sefamung, Unterbringen 
ber abgefallenen iBuc^edern unb (Sicheln, Umbreci^en nnb Soderung tion Ko^^umud^ 
})oIftern unb görberung beg nomtolen SSertoefung^projeffeiJ ber Sobcnftreu, fott>ie 
burd^ SSertreiben bjm. S3ertt(gen üon SRöufen unb gemi^en Snfelten. S)te @d^n>eine 
nel^men inSbefonbere lallte 9lau^)en (ßicfemftJanner, Äiefcmeutc, Ljda stellata) 
unb bereu $u))pen an unb ftnb gegebenenfalls iti ber S3efämpfung biefer ^iefem:^ 
f ^abfinge öermenbbar (bgl. Äbfd^nitt V). ®g gibt örtli^c unb aeitlit^c Ser^äÜniffe, 
in benen ber 9ht$en ben Sd^aben audgleic^t, ja fogar übermiegt, j. 93. bei großem 
Sngertingf^aben unb in 9lau))enia^ren. 

2. @f^ui|;ma§regeln. 

Die tnid^tigften finb: 

a) 9(udfd^Iug ber gefa^rbeten £)rtlid^letten oon ber aRaftnu^ung. 
@amen(d)(öge bürfen nur Bei IBoHmaft betrieben tperben. @(^»eineetnttieb jutn 

S^vecfe ber Fütterung burc^ bloge (Sibmaft mug namentlid) in loderen^ jur Sroden^eit 
geneigten 9öben unterbleiben. Xie für t>a9 fRot- ober S^mar^toilb nötigen S^aftorte finb 
5U referüieren. 

b) $affenbed Kneinanberrei^en ber jur Stu^ung ju öffnenben SBeft&nbe, bantit 

bie @(^meine ni^t unnü^ im äBalbe umherlaufen. 

hierbei ift ber (Eintrieb {o einjurid^ten, bag bieienigen iBefi&nbe, beren SD^aft ^um 
^totdt ber SSerjüngung ober SBilbfütterung notmenbig ift, etft am "Slad^miita^t, menn bie 
©c^toeine {d)on einigermaßen geffittigt finb, aufgefnd^t tt^erben. tihnf^aupi borf bie ^erbe 
an feiner @telle ^u lange bred^en, namentlich ni^t in IBuc^en« unb ^ic^enbeftftnben ol^ne 
9Raft, mül bie Sc^metne fonft l^ungrig h)erben unb auf M @(^&Ien ber SSurjeln ufto. 
verfallen. 

c) änmeifung ber Sagerpläfte („Sc^toeine^Unter"); ^iw bleibt faft feine 
SBurjel loerf^ont. SSerbleiben bie ©^meine auc^ nac^td im äBalbe, fo l^at baS auf 
eingefriebigten $Ia|en ju gefd^e^en. 

d) Seftimmung ber einjutreibenben ©tüdja^I je nad^ ber S3efd^affen^eit ber 

SRaft (Soll^, ^alb= ober S^jrengmaft). 

(JHnen ^nl^altiS^unlt jur @{^d^ung ber ^aft gemalert bie (Srfal^mng frül^erer Sa^re. 
9Iuf je 1—3 ha ift ein erioac^feneiS 6d)toein ju red^nen. 

e) 93efd^ränlung ber Dauer beS @infd^(aged ((Sinfel^mung) auf bie Qtit t)on 

aRitte DItober bis (Snbe Januar. Die SRaft bis au Sßei^nad^ten ^eigt Sormaft, 

bie nad^ SBeil^nad^ten 9?ad^maft; tefetcre ift inSbcfonberc für Suc^tfc^toeinc beftimmt. 
^er Eintrieb barf erft bann beginnen, menn ^inrei^enbe !IRaft am ^oben liegt, xotil 
bie Sd^totint \on^ bur(^ üieleS Umt^erlaufen magerer toerben, fid) nic^t mel^r gut ^ufam« 
men^alten laffen unb allerlei Untugenben annehmen. @r muß anberer(eitS aufl^ören, menn 
bie SRaft jur (Srnd^rung nic^t me^r ausreicht; ouc^ gefdjie^t nad) bem grtü^ja^ f)in ber 
größere ^d^aben burd^ ©coolen ber ©c^äfte unb äBur^eln. 

f) Der ©intricb barf nur in gerben öon gezeichneten (gefunben) ©c^tüeinen 

unter ätuffic^t iuöerlaffiger ^irten ftattfinben. 

3Ran rechnet ouf 200 SRaftfc^mcine einen ^irt unb für je 100 @d)meine mcl^r einen 
©ei^irt. ©injelcintrieb ift unsuläffig. 

g) 3ü^ 3uiniber^anb(ungen ber $irtcn gegen bie Slnorbnungen ber Sorftbc^ 
^örbe, inSbefonbere SBalbbefc^abigungen infolge beS SintriebS, ^aben bie ©d^meine= 
befifeer gemeinfam ju ^aften. 



24 d^fteiS 9u4 @(^ut gegen 2:iere. 

Smxttx Slbfd^ttitt 

@d|tt^ gegen jagbBareg §aaxt»iU. 

1. t(nf)i]^Inng brt fil|ibltf^cit IBtIbarteit. 

I. ^irfc^e (Cervidae). 

1. Sld^milb, (Slenmilb (Alces palmatus Klein). 

2. aiotmilb, ©bctoitb (Cervus elaphus L.). 

3. S)amtt)ilb (Dama vulgaris Brook). 

4. Sleötüilb (Cervus capreolus L.). 
IL Sci^weiue (Suidae) 

5. Sd^toarimüb, SBilbfc^toctn (Sus scrofa L.). 
III. ^afen (Leporidae). 

6. (Gemeiner ^afc (Lepus timidus L.). 

7. Kanind^Ctt (Lepus cuniculus L.). 

Die öorfte^cnben SBilbarten fc^aben beni SBalbe burd) SBcrje^ren (Äfen) \)on 
Saumfrüd^tcn unb SBalbfämereien, SScrbei^en t)on finofpen, Stättern, Stabeln, jun« 
gen Iricben, 3*ü^i9cw (SSerbife), ©erauS^ie^cn bjtt). STuföfcn fünftlic^ eingebrachter 
ober burc^ natürli^en ©ameneinfall entftanbener junger ^Pffan^cn, ferner bur^ 816^! 
reiften ober Senagen ber SRinbe üon fle^cnben ©tdmmen, SBurjeln unb ^erab^ängeu^ 
ben Sften (©dualen), abreiben unb Sßerfefeen ber 9linbe beim Segen, Slbbrec^en 
jDon ®H)feIn, Stieberreiten ganjev Stangen, Stxixtitn junger ^flanjen in Saaten unb 
9taturt)erjüngungen, ^erau^fd^Iagen oon Samen unb ^flanjen Jbeim $Iö^en, Huf« 
toü^Ien bed lobend (iBrec^en) unb Unterminieren be^felben bei Anlage t)on SBauen. ^t 
nai) ber SBilbart tritt ber Sij^aben balb me^r in biefer balb me^r in jener Sonn auf. 

Die So(gen be^ äBilbfd^abend finb: @rfd^n)erung unb Serteuerung ber S3e^ 
ftanbggrünbung, 3>i^^c^^^^Infte, SSerfruppelungen, 9tu^^o(5etnbu§e (burd^ Wli^^ 
bilbung bed ©d^afted ober ^ol^föufnid), größere (Sefä^rbung ber gefci^äbigten $flam 
jen burd^ S^ifeften, ^ilje, ©türme, ©d^nee-, @i«brud^ ufm. unb ^ierburc^ ^eroor* 
gerufene Stanf^eiten. Unter Umftdnben erfolgt fogar gänjtic^e^ äbfterben ber it- 
faUenen Snbit^ibuen. 

L Xeir. 

@ld|toUb. 

1. SdiSbliillfett. 

Dad @Id^mi(bO ^^M \^^ ^auptfäc^Iic^ üon ben blättern unb jungen trieben 
faft aQer Saub^ö(}er; im ©ommer nimmt ed aufterbem aQe möglid^en f rautartigen 
ßanbs unb ©um^jf^jflanjen (SBoHgra«, ©umpfbotterblume, SitterHee, Söttjenja^n, 
SRainfarn u. a.) auf. 

©eine Siebling^äfung finb SBeiben (©at, Äriec^^ unb SBerftmeibe), Äfpe, 
SRoterte, Sirfe, ©beref^e, Sfc^e, Ml^orn, Sinbc. 3m SB int er üerbeiftt e§ bic ffnof|)en 

1) Ultid): atfc^r. f. S. u. 3m. 1872, 69. — SRartenfon, %.: ^er (SIc^. »tiga^ 
^odfau 1903. 



«Id^tPilb. mottoxVb. 25 

unb aft 5 — 6 mm ftatle Xriebe ber genannten Saubl^dljer. Sbibel^ötjer, nattitnU 
tic^ Sichte, werben feUener angegriffen, hingegen würben in ber 9la^e Don Wlo^^ 
lau audlönbtfc^e Xannenarten (Ab. nobilis) empfinbüc^ ^eimgefud^t Seim $fen 
reigt ber (SO) t)ie(e groeige ab, bricht 9Bif)feI um unb reitet bünnere @tammd^en 
nieber, um an bie Xriebe ber ßrone ju gelangen. Semer fc^ölt bad Slc^milb gum 
Stotdt bed SitnbengenufFed junge Stamme, dorjugdueife 9Ifpe, Sberefd^e, (£fcf|e, 
SSeibe unb @r(e, ba btefe im SerbreitungSgebiete bed @lc^n)ilbes l^duftg Dorfommen, 
unb jmar bid ju bebeutenbec ^ö^e (über 2 m). 

^er ^irfd^ fegt unb f(^(agt für} dor unb nid^renb ber SSrunftjeit (Suguft, 
@e)7tember) btd }um Sbmurfe bed ©etuei^ed ((Snbe Oftober bid Sebruar) glatte, 
toeic^rinbige ^oljarten, befonberÄ SRoterlen. SBö^renb ber Srunft »erben bie Stan^ 
gen me^r ^orftmeife, nac^ ber Srunft nur nod^ einjeln gefd^Iagen. 

©einer fförpergröfee entfprec^enb ift ba« glc^milb bie relatiü fc^ablic^fte SBilb^ 
art, ba eS eine gro|e SRenge 9la^rung bebarf unb biefe faft audfc^Iie^tic^ k)on $oIj^ 
gemäd^fen nimmt. 

2. Sc^u^ma^regeln. 

3l(d mirffam fann nur ber Slbfd^u^ bejeic^net werben, ber au^ in SBälbem 

mit intenfioer SBirtjc^aft feit langer Seit*) fc^on burc^gefü^rt »orben ift, ia fic^ 

Slc^milb unb SStrtfc^aftötoalb fc^Ied^t »ertragen. 

3n ^eutfc^knb f)at mir nod) Oftpreiigen in ber um bad ^urifc^e ^aff ftc^ l^tn^ie^en«* 
ben, 5u ben 9^egierungdbe}trfen ^öntg0berg unb @)umbtnnen gehörigen 92ieberung einen 
ftarl gelten, 1906 auf 700—800 <BtM gclc^äfeten (Slc^wilbftanb. 3m Ädnig«berger »e-- 
jirf »erteilt fid^ ber Seftanb auf ungefähr 16 ftaatlic^e dieoiere, im Se^irt Q^umbinnen 
]^au))t{dc^U(^ auf bie Cberförftereien gben^orft unb Xawcdningten. (Ed l^anbelt ftc^ ^ter 
um weite, mit SQSeiben, Q^rle, ^Ijpe ufw. htitodi^ f&xnö^t unb äRoore, bie bem (Slc^wilb bie 
gewfinfc^ten £ebendbebtngungen bieten, o^ne felbft in bejug auf intenfwe !6en)trtfc^aftung 
burc^ ben äBilbftanb wefentUd) in SRittcibenfc^aft gebogen ju werben. 

IL Xeil. 

9lotiiiiU. 

1. Si^obtiillfeit.') 

Sa« IRoU ober Sbelwilb fc^abet burc^ Sl^erae^ren (Slfen) »on Si^üc^ten burd^ 
aSerbife, Schälen, Segen, ©dalagen, 3«rtreten, Überreiten ufw.'j 

a) S^eriedrett Hon SBa(bfrit4teit. 

Xad 9iotwiIb nimmt alle äBalbfrüc^te an, mit befonberer Vorliebe @i(^e(n, 
Suc^ectem, Stogfaftanien unb SSilbobft; aud^ @berefc^enbeeren unb ö^nU^e S^äc^te. 

1) 2)er SSemic^tungdfrieg gegen baiS @((^wilb in ben beutfc^en SBdlbern begann fd^on 
im SRittelalter; im 11. unb 12. ^al^r^unbert gab tS nur nod^ in Preußen nenneuiSWerte (Slc^« 
befidnbe. ^ad) %bbti foll ber ®I(^ noc^ int 18. ^a^r^unbert in ©ac^fen, in ber äRarf ujw. 
oorgefommen {ein, toai aber fe^r unwal^rfc^einli^ ift, ba bie ©c^uglifte beiS dugerfl jagb^ 
|>afftonierten {dd^ftfd^en ^urffirften Sodann O^eorg I., bie bie 3ett 1611 bid 1656 umfagt, 
leinen einzigen (£Id^ aufweift. ®ben{o fe^lt btefeiS SBilb in ber ©c^uglifte Sol^anu ®eorg IL, 
bie Die ©tretfe ber 3o^re 1667—1680 umfaßt. 3n ©c^Iefien jott ber le^te (S(4 1776 er« 
legt worben {ein. 

2) 3&rig: ©u^pl. jur 3CIIg. g. u. 3.=8tg., l. «b. 1867, 169. — 3) uon 2)oni* 
browdü, (Srnft: ^ie SBilbfc^dben. SBeimar 1896. — »on ^ombroWiStt, ^aoviU $tnü 
turfd^ut unb SBalbl^ege. äBien 1897. 



2ö <2^ftei8 ^u^. 6(i^u| gegen 2:iere. 

Sid^el^ unb Suc^elfaaten, bie t<^ auc^ nod^ nad^ ber fteimung ^eimfuc^t, leiben ^^kv^ 
unter empftnbßd^, indbefonbere Streifen^ unb Sttefenfnaten im SBinter. $^ier {ie^t 
ba^ SBilb tängd ber Streifen ^in unb fc^tägt bie Sfrüc^te mit ben Sortäufen aud 
bem aSoben ^erau^. 

b) »erbit. 

2)er aSerbig finbet namentlid^ ma^renb ber SSegetationdru^e t)om @))at^erbfte 
bid nai) Slu^brud^ ber jungen Xriebe ftatt unb erftredt fid^ auf alle ober faft aQe 
$oIigeU)&(l^{e. Sm oHfiemeinen werben ^of))en unb junge Xriebe oerbiffen; Sorn« 
meröfung am Saube lommt nur bereinjelt dor. 

älm liebften finb bem SHottnitb unter ben Saubl^ötjern: H\pt, Suc^e, 
(£i(j^e, (Sfd^e, S^orn; aud^ ^ornbaum, @beref^e, SSeiben unb ^afel merben t)erbif[en. 
Stm toenigften gern toerben aSirfe unb SRoterte angenommen. Unter ben 9iobeI« 
^ötjern toitb bie SBeigtanne am meiften oerbiffen; bann folgen in abfteigenber 
^inie Std^te, SHefer unb Sörc^e. Sine allgemein gültige @fala Don ber beliebteften 
bii^ }ur unbeliebteften $ol5art Ia|t fic^ aber nic^t auffteden, meil bie ortlid^en SSer^ 
pitniffe (3ufammenfe$ung ber SSeftanbc, SllterSoer^ältniffe, 9etrieb«art, ®ra«^ 
muc^S, Strt ber gütterung ober bcrcn Unterlaffung ufm.) ein oerfd^iebene« SJerl^alten 
be« SRotttJÜbe« bem ^oljtou^fe gegenüber bebingen unb erHären. Der SSerbig l^öngt 
aud^ anfd^einenb oon Sieb^abereien ab; toenigften^ menbet fic^ bad SBilb mitunter 
Don einer ^oljart ai, bie ed jeitl^er mit aSorliebe oerbiffen t)at unb beuorjugt eine 
anbere. ©emö^ntid^ mirb bie ^errfd^enbe ^oljart eines 9tet)ierd im SSerglei^ ju 
ben anberen ipoljarten weniger öerbiffen. Diefc ffiigentümüc^feit, öercinjelt t)or= 
lommenben, namentlich aber eingeführten, im 3leüier ni^t ^eimifd^en ^oljarten be= 
fonberiS nac^jugel^en, ^at ba^ SRottoilb mit bem SBeibeüie^ gemein. 

3n ben SBalbungen bed $[albud| (jdimdbifc^e ^Ib) 5. ». geigte ha^ diottoilh nac^ 
dlottfc^id (Ätit. m., 48. »b., 2. §ft., ©. 269) eine bejonbere Sieb^abetei für ba« ßaub 
unb bie jungen triebe ber IBogelbeere, jumal bad fcfugenbe ^uttertt)tlb in ben Sßonaten 
3uni unb SuH. Sßaten bie Stdmmc^en ^o(^ unb ntc^t ^u bid, {0 broc^ [it bad SSilb mit 
bem ®eäfe in ca. l,ö m ^ö^e über bem SSoben \o ab, bag bie @i^fel l^exab^ingen, um bie 
a3Iötter unb jungen, nod^ marfigen triebe aböfen 5U Tonnen, ku^ anberen Oit^ ^at 
man ba^ ^erabjie^en, ^lieberreiten unb $lblni(fen oon ^O^ub^oljt^eifler burc^ SBilb beob» 
acbtet, j.©. an ©Wen in ber oftprcußijc^en Oberförfletei ^ööborf (^Jörbtinger), im füb» 
U^en ^ö^men (3ubeid^), an 5l^oriien in ber gürftUc^ ©ot^cnlol^ejc^en SBalbung bei Ol^r* 
bruf (5:^üringen), an ©ajcin aur S3Iütejeit bc^ufä «bäfung ber Ää^d^en ujtt). 

3n ben ®retf^»alber Uniöerfität^forften leibet nad) SBiefe*) bie 93ud|e am toenigften, 
ro&tjxtnh ^ornbaum, @aItoeibe, Sic^e unb 9}u(^birfe ftarl mitgenommen toerben. 3m oor«! 
beren Xaunud toirb — abgefe^en oon @ic^e, a3ud^e unb Spanne — auc^ bie tiefer ^icmltd^ 
ftar! oerbiRen unb fogar bie ©irfe, bie gierte hingegen faft gar nid^t. Sm X^üringcr ©alb 
hingegen erftrcdt fic^ ber ©c^aben l^auptfäd^lid) auf bie gierte, »eil biefc am meiften oerbrcitetift. 

3n ber Dberförfterei 3)arB »irb nod^ bonSRaeigfelb (Siottotlb, 2. «ufl., ®. 209) 
(Srle ftarf, £&rd^e bagegen nic^t oerbiffen. 

5)er burd^ ben aSerbift herbeigeführte ©iaben befielt im toefcntUd^en in ©r* 

fc^toerung unb aSerteuerung ber fünftlic^en unb natürlichen SBeftanbeSbegrünbung, 

in 3w^fl^^^^^t"P«" infolge Summern^ uub geringerer SBud^Äleiftungen ber oer- 

biffcnen ^flanjen, in aSobenrücfgang unb aSerunfrautung infolge langen äuSblei* 

benS beS ©d^luffeS, fotoie in ungleid^er unb mangelhafter Seftanbedentroicfelung. 

1) ©iel^e bie Kesenfion über SR. oon9Jictjerind3: ^aturgefd^id^te be* SBilbeS (Sorjlt. 
©l, «R. B- 1877, @uppl., @. 27.) 



Mbb. » Unlft Bti „MolniilliliStn" fttfinMiifie 91*t(ntultnr. 

Sßei fe^lcnber ^fung Berje^tt baö 91otn>ilb jungt, au3 bem @c^n«e ^neors 
tagcnbc ^ftanjen faft gonj. Snf^ S'f<^'C| "i^^ tii<$t eingrtDuijelte ^flanjeit toer^ 
ben bei bem SJerfucfi beS iSerbetgeng au3 bem üSoben ^erou^gejogen. ^lamenttti^ 
in ^ügetp^anjungen tcirb bie tiierburi^ bem ^ItiDotor bereitete ttbeirafdiung am 
angenef)m. ^m EBeftaitbelfi^atten ftefienbe Sungtvüf^fe treiben jmar im aQgemeineit 
memger gern angenommen ats ^at)lf(t)lagfultuien, trogbem ift eS Dielfai^ ganj uns 
mi)glt(^, natürlit^e Seijüngungen, Unleibaue, ^or^^ nnb gntpl>enn>eife eingebrachte 
Saub^üljer, Scannen unb @£Oten o^ne Sinjäunung bei betreffenben 5(ädien in bie 
$Ö^ ju biingen. 

ffieift^ieben^eiten in ber ©(f|üben^Bt)e jeigen f«^ ferner noii 6(efd)Iei^t unb 
SCtter beä SKitbeS, foute nad^ bet Sage unb ®rü|e bec Suttur bgm. iSSecjilns 
flunfliflfii^e. 

^irfdie unb alte Xiete j. 93. fcfiaben burdi SJerbeigen metir als jungeö 
ffiilb, ba fie ptiet an ben Sßüc^fen emtjorteii^en. ®übs unb ffieftlagen leiben 
me^r als SRorb* unb Cft^änge, meil boä 38ilb bort feinen SBinterftanb nimmt. Mm 
meinen bebio^t finb bie unteren §ülflen bcr ©ommer^änge bjro. bie an baä %tlh 
ftoflenben Seftänbe, roetl (ic^ baö ^lotroilb im SBinter aui ben $üf|enlagen in ben 
tieferen ©egenben sufommeniie^t. $ier jeigen fidi, iumal in Sudiens, Sannens 
unb ijic[|tcnl|egen, jene traurigen fegelfoimtgen ^oüermüc^fe, beren aOiä^rliili neu? 
gebitbete hirje Seitcntnebe ebenfo toie ber ®ipfeltrieb fortgefe^t bcr Dlotroilb« 
„f^ere" unterliegen, fo bog fie fitfi, mie g. Bon2)ombroiogli (SBilbftfiäbeu, ©.39) 
gßnj richtig fagt, atä S8eeteinfajfung in einem ^atf re^t nell ausnehmen irflrben 
(Abb. 2). grft nienn fie unten berart in bie ©reite gegangen finb, t>a% ber ©ipfet; 
trieb Dom SBilbe nit^t mel)r otine mettereS erreicht lueiben fann, fiegen fie über baS 



28 <a^ti Vai). Sdfui stgcn Xicrc. 

SBitb (abb. 3). Sem eftrunen SBitb= 
frennbe mag e9 bann immerhin ein if 
ff^faenet Itop für ben gebutbig ertta- 
flenen 15— 20iQ^ri9en 3uroa(HDerlMft 
fein, bog \oUf}t in b«n SSurgtin erftarftt 
$FIanj«i bafi cerfäumte ^e^enmac^tum 
einigermaßen na(^juf|Dlen ft^einen. Sri 
aßiö^rlidf ttjieberte^renben unb ftatfcm 
^ibig tommt eS aber oft überhaupt 
nic^tjum^o^merben. Tie^flanje bleibt 
Dielmefic ftetd ein niebnger !Sufc^ (gilt 
nomentlit^ für bie SBu^e). 

Xie ®röge bet ßulturftäc^e 
beeinflußt ben SSetbigfitiaben infofern, 
alä fi^mafe, tleine @<$Iäge, So^^itb«, 
Soumf<^Iäge n. bgl. ben &[!|aben ton: 
jentrieren. Den Sorwurf ber grüneren 
@(^äbigung er^bt oon S^ombroniöti 
int Segenfa^ ^ierju gegen bie aOju gro^ 
gen ©erläge, in benen \>ai SBitb in gr&s 
leren 91ubeln ungeftört ben ganjen 3:ag 
Der&ringe. 3m ®injelfatle mag baS ricfi= 
tig fein, im allgemeinen ober bürfte baS 
fflilb auf ben Keinen, Don Diiiingen unb 
««.a, t.*e,^«b,nr 8«6isfi*,,. ^^^^^ ^^^^^ umgebenen ihilturen unge^ 

ftörtet unb tertrouter bem 5ßetbi6gefd)äfte nat^ge^en al8 auf ben großen KaI)ipQtf)en. 
9tu^ gioftfactien finb roegen hti jögemben SSad)ätum<S ber ^ier be^nbliilien $f(an: 
gen bem SBifboerbif fe^r lange auflgefeift. SSeiter ift bie ftuUurmet^obe ni(f|t 
gang o^ne Sinfing auf ben Umfang beB SSerbißfdiabenä. Die pflangenreiifiece @aat 
jeigt fic^ roiberftanbsfü^iger qW bie ^flanjung; ffiei|enpfIonjungen ^ött mon auf 
mandien Seiten für gefö^rbeter atä unregelmäßige ^flanjungeu, $üfi4el))f[aniungen 
für Borteit^after atä ©njelpflan jungen. 

Die ®röße be8 @i$abene iiängt enblit^, abgefe^en tion ber StQdja^I unb ben 
©eniD^n^eiten befl SSitbeä, ab Don bem ^eiloermögen, ber 9)e4)robuttion8trafT unb 
Stafdiroüi^figteit bei befallenen ^otjarten an fi(^, fomie tion ben Stanbortdoer^ält^ 
nijfen. 

9uti|t unb ^DTiibaum Derttagen ben Sttbig, obj^on ttftm nur ein geringe« dlepro- 
buttiontotTmtlgen befitFl; ebcnfo ijl Stdie wegen i^rcr xtidtm Jlutfifilagifä^igfeit je^t mi> 
bttflanbefäl|ig, @fi^e hingegen mtnigeT. unb bct 9(^om ttitolt fii^, einmal oeibiffen, noi^ 
langfameT. Sit Wabel^Olget [mb im aQgtmeinen empfinbii^eT aU bie Uaub^filgei. Um 
leii^teütn unter ifinen uetninbel ben Si^i^ben t'it Xannt, raeniger leicht bie ^i^te- Sei 
fimtlii^en ^oLtartcn ge^t bie ftuS^ellung iti ^tlbDetbiffei fiber^aupt be^^alb nii^t ganj 
glatt oon [taKen, neil bie tSigflfic^e, bet ^a^ntonfttuttion be« SBilbe« entfpni^enb, elma» 
jetquetfi^t unb fnfcrig tß. Ser 'ßttbii ift mt^i ein Sbreigen bjw. flbiupfen aU ein 
fi^arfee tlbbtlgen. 9uf hd^ligcn Stanbotten «folgt bie 9luä^eilung bei allen ^oljaTttn 
laft^tt al0 ouf geringeren 99itben. 



Sflotttilb. 29 

c) Sfl^ftleit. 

Doö ©d^alcn^), b. ^. ba« me^r ober tocnigcr getool^n^citömä^ige abrcifcti 
unb abnagen ber Slinbe an Stämmen nnb lagmurgeln, ift bie bei mcitem empfinb« 
lic^pe SSefd^abigung. 3)ie abgefc^äöe Sltnbe h)irb in ber Siegel öom SBilbe üerje^rt. 

2)ad Stotmitb fc^alt folgenbe ^oljorten: 

a) gtd^te, ©id^e, ®f(^e, am meipen, 

b) lanne, Snd^e, ©ombaiim, a^orn, «fpe unb fonftige ^ap^pün, fotoic ^afel 
toenigcr, 

c) tiefer, Sc^toarjRefer, 2ax6)t, (grie unb Sirfe am toenigften. 

Sine aQgemein gültige abfteigenbe Steige ber ^olgarten in bejug auf ben Sd^äk 

fd^aben (ögt fid^ aber ntd^t auffteden, n)ei{ bei biefer Sefd^äbigung 5U t)tele anbere 

fiu^ere Scr^öltniffe (StonbortiJ:^ unb ©eftanb^befd^affen^eit, natfirlid^e ^fung, Süt* 

terunggart be« SBilbe« ufh).) mittoirlen. 

^aäi Seibt (a. a. O., S. 9) »erben @t(^c unb (gfc^e in einigen d^egenben auf S8a* 
{alt; 93untjanbftein unb S)i(ttt)ialfanb nic^t ober nur wenig, auf $länerfalf, ^uper unb 
2ia9 hingegen ftfirfer gefc^ält, $u(^e unb a^orn werben auf ^all unb ^ajaU mit geringen 
auiSna^men am firgften, auf Ouaber:: unb S3unb{anbftein, wie auf ^i(uoiaI(anb am wenig > 
ften angegangen. 

Am ücbften finb bem SBitbe 20 — 40jd^rige, fro^muc^fige fjid^enftangen^öljer 
unU 15 — 20ia^rige, fräftige Sid^enfiodauÄfd^föge*); jebocfi fommt baS Sd^ölen (an 
gid^ten) fc^on an lOiäl^rigcn Stämmd^en unb bi« jum 60 jährigen Sllter üor. 3n 
Äiefernforfien bteibt e« auf 10 — 20j[a^rigc Drte befd^rönlt, toeil fpötcr bie Sorfe 
iu bicf mirb. 93eginn unb 2)auer ber fc^ötgefö^rbeten $eriobe fangen nic^t fo fe^r 
00m alter bed (Sinjetbaumed aU Dietme^r tjon feiner Sntmidelung unb ber ^t^ 
fd^affenl^eit feiner Winbe ab. 

Unter ben ©tangen^ötjcrn »erben bie burd^forfteten SBeftänbe öom SBilbe 
betjorjugt, meil i^m bie im Sic^tftanb entmidEelte faftigere Stinbe befonberd ange< 
ne^m ift, namentlid^ aber xotxl ber räumige Staub ben Betritt bed SBilbed ju ben 
einjelnen ©taugen erleichtert. Süden, bie bnrd^ baS Singel^en gefd^älter Stangen ent^ 
fte^en, merben infolgebeff cn oft me^r unb me^r üergrö^ert. Suc^ im JRiebemjalbe finb 
bie t)om ataum^ol} befreiten Seftäube ber Sd^ölgefa^r mel^r audgefe^t aU bie nod^ bic^t 
gefc^loffenen. S)i(^te 99eftänbe überhaupt, ebenfo Säume mit riffiger, rauher SRinbe, 
jeitiger Sorlenbilbung, enger ftarfer 83eoftung, toie fie fic^ j. ®. an longe 3rit öer* 
biffenen @£emplaren finbet, ftnb oor Sc^älangriffen einigermaßen gefc^ü^t. 
, S)ai5 Sd^älen finbet mit SSorliebe in folc^en SBalbungen ftatt, mo ftarf e SBilb= 
ftänbe burc^ ßäune üom gelbe abgehalten werben (Tiergärten), befonber« bonn, 

1) gut Literatur: $ape, 2. $. %.: ^a& Schalen beS Slotwilbed in ben gic^tenbeftän» 
ben bed ^arge^. (S:iaudt^al 1868. — Körner, ^.: ^OiS ©coolen beiS 9{otwiIbed mit be= 
fonberer ©erüdfic^tigung ber SSilbfüttcrung. (3:t|ar. 3^rb. 1880, 39). — af^cug, $., jun.: 
2He ©c^ofbefc^äbigung burc^ ^od)Wilb, fpejiell in Sic^tcnbeftänben. 83erltn 1888. -- 2)erf.: 
3ur ^ttuftrotton ber golgenac^teile ber @d)öIbe{c^Qbigung burd^ ^od^wilb im gic^tenbeftanbe. 
SBien 1900. — Oteuft, Oberförfter: Stfd^r, f. g. u. 3w., 1889,647; 1891,400. — gudfel: 
3)af. 1891, 108. — Äaf<>aref : Unlerfud^ungcn unb ftatijttfrfjc ©rl^ebungen über ba^ ©dualen 
be3 3BiIbe«. 8tjcf)r. f. b. lanbwirtfc^. »erfuc^dwcfcn in Öfteneid^. 1904, 858. Sanj: 
aUg. g. u. g.^Stg- 1898, 128, 152. — Seibt, $. SR.: ^a§ ©dualen bc3 atotwilbe«. ©tue 
©tubie. SScrlin 1911. 

2) am 3^aunu5 werben ©id^cnftodjc^Iäge mit fcftöner, glatter ©piegelnnbe mef|r ge« 
f(^5(t al» gic^tenftangen^ölaer. 



30 <£if"i ^"^- ®<^"1} m^" ^i^tt- 

Wenn burc^ ffleDorjugung b(t 3Iabef^oIjroittfc|)aft einförmiae SQJotb: unb atfunflä; 
oer^ältntffe Qe((t|affen tvoiben finb. 

3)Ian ifat Dielfa^ btobaä)Ut, bag bu^ @(f|älen junä(^ft nur Don etnjeEnen 
Stüdeit auggeiibt lourbe. Salb aber leinte tl ein Slüd SBilb Don bem anbeten, 
unb jutetj! ff^nlte bet ganje ÜBilbftanb biö ^erab jinn ffalbe, 3n ni{^t überfe^ten 
freien 9SiIbba^nen (c^ätt ba8 Sffiilb oft gar ni(^t ober nur unbebeutenb. S« gibt 
^eute in ^eutfi^lonb, Öfterreit^'Ungant, !J>änemarI unb Stufilanb nod| fc^Ötfreie, 
mitten in Sc^ÖIgcbieten liegenbe SSoIbinfefn. 

€({|ötneigung unb ©t^älgeft^itflit^teit Rängen ni<^t, wie man ^in unb lotebec 
gefunben ^aben miD, Don ®cf{^Ied|t unb Sitter beä ffiilbeS, fonbetn Dom ^nbivts 
buum ab. Die Seobaditung, ba§ Solben^irf(^e, ferner alte S'opf: unb @telttiere if 
fonberS ftatl floaten, ffimmf nidit oHflemein. 

'iSian unlerf(t)eibet 9ting> unb @treifenf(^ä(ung, je nad)bem bie 9tinbe 

ringsum ober blofe* in Sängöftreifen obgef^ölt roirb. 9)ingf(f|alung ift bei toeitem 

fi^äbtic^er, lomml jeboil nur feiten uot. ^ie @treifenf{^älung (ann entmeber b(og 

einfettig ober an mehreren ©eifen erfotgen; tior^errfdienb finbet (bei (Jidilen) ein= 

fettige @(^äliing ftatt, unb jtoar Dielfad) on bec oft burc^ weniger rou^e 9Hnbe auS^ 

gejeidinelen Sßorboftfeite ber ©tänime. 3n gefctiloffenen ffleftönben möi^t baS SBilb 

ieboi^ meift feinen Unterfdiieb, fonbern fdialt an oQen Seiten. 93irb bie 91i^e«an 

einet ober an oerft^iebenen Saumfeiten übereinanber fo obflerilfen, bo6 bajtDtfd^en 

UUDerle^te Stinbenpartien flehen bleiben, fo nennt man bieö Stufen: ober (Stagen: 

ft^älung (.9Ebb. 4). ^liefe S((|älart 

fommt befonberS bei @i<^en, SSuifren, 

Uf^cn ufiB. cor, nieil fit^ bie ütinbe 

bei biefen ^oljarten nid)t in langen 

Streifen abjie^en lä&t. 3Kio^i'<t> 

^ängt bie Stufenfc^alung auc^ mit Der: 

fc^ieben ^ober S^neelage jufammen. 

3n bejug auf bie €<^äljeit 

unterfiiKibet man Sommen ober 

®aft= unb SSinterfdiälung. 

Sei bem Sommerf^älen 
beifet baS SHotniitb bie 9linbe mit ben 
(St^neibejä^nen bis auf ben Splint 
butc^, f)ätt ben loägeriffenen Xeil mit 
Bahnen unb Dbctlefje feff unb reifet 
buri{| 3i>ntdge(ien unb gteidigeitigeS 
$eben beS ^ofifeS einen me^r ober 
nteniger breiten Streifen, berfirfi na^ 
oben ju geroü^nlic!^ teilförinig jus 
fpi^l, ab (%bb. öa). ^n Dereinjellen 
fällen mirb ber Slinbenftteifen aui$ 
not^ unten nbgejogen. 

lai ffliuteridjälen ift met)t 
atb, 4, MH. »a unb 5b. ein abnagen bsm. Seicbabeu ber Äiii» 

Slu|[n(iMI"n3 SumiiifrliSSditifl (Binlftlttölinia . ^- . ■ ^ ii t co- i. 

„„ atit. ai, 9i<4f(„Ha„g(„, be. ^iftbet inetben fc^male 9Jtnbetts 



ftrcijen in ber SBeife abgeriffen, bag bie SSertounbungen oft nur btö auf ben Saft 

ge^en unb fiberaU berinbete Sönge^flränge gmifc^en ben Saffn\p\xxtn fte^en bleiben 

{%bb, 5 b). Sei ^o^er @(^nee(age erftrecten ftc^ bie SSunben oft siemlic^ ^oc^. 2)te 

abgenagte Stinbe n^irb im äSinter ftetd oerjel^rt. '!S:)a^ SSinterfc^öIen ift im aUge« 

meinen weniger gefö^rlid^ atö bai( Sommerfd^ölen. S3ei f(aci^enn)eifer S(o|(egung 

bed ^oliförperd aber fann ed leidet ebenfo nachteilig merben mie bai^ (entere, ^n 

ber ^äf|e oon grütterungen unb in ben äBinterftönben be^ SBttbed (äffen ftc^ oft ge^^ 

nug ganj tjerberblid^e SBirfungen bed SBinterf^ötenS beobad^ten. 

3n ber Obcrförftcrei ©a^renbcrg (bei SRünben), wo üorjug^toeile ©u(^en gejt^filt 
merben, ift in ben 1880 er Salären bie auffaßenbe 93eoba(^tung gemai^t worben, bag ein- 
seine ^ix\6)t, unter Schonung ber 3&^ne, mit bem ®mdt)t gefc^filt ^ben. Xie ©pi^en 
ber %ug« unb Si^ittelfproffen würben ^ierburd) melftr ober weniger abgefc^Uffen, toaii an 
ben ^bwurfftangeu beftfitigt werben tonnte. 2)ie $(ug|prof[en fe^en aud, atd iaht man 
i^nen bie oorbere ^älfte abgefagt unb bann ben fc^arfen 9lanb runb gefeilt.') 

3)ie ®röge ber @(^a(fteaen fc^manlt augerorbentlic^. SRan finbet ©c^atftenen 
oon toenigen 3^Yitimetern Sänge unb a3reite, bid ju fold^en bon 1,50 m Sänge unb 
20 unb me^r cm breite. Die ©(^al^öiie entfprid^t naturgemäß mel^r ober meniger 
ber ©eäfe^ö^e be$ an ben @tamm b^rontretenben Städed. 2)urc^fc^nitt(id^ liegt 
bie Sc^älfteüe in ber 0,50— 2 m über bem @rbboben gelegenen @tammpartie, an 
fteilen Rängen meift ^ö^er aU auf ebenen gläd^en, meil bad SBitb oon oben ^eran^ 
tritt. Sefonberd fc^älmütige SBitbbeftänbe befc^ränfen fi(^ bi^meiten nic^t auf bad 
Sd^älen ber Stinbe in ber angegebenen Stammregion, fonbern rei^ aud^ am SBurjel^ 
anlauf, ja fogar an ben jutage (iegenben ober burc^ SBegfc^Iagen ber StreubedEe erft 
freigelegten oberfläd^Iic^en SBurjetn bie 9tinbe ab. 

SBad Zaged^eit unb äBitterung betrifft, fo erfolgt baiS Sd^älen befonberd 
in ber Stbenb-- unb ajlorgenbämmerung, menn bad SBilb austritt bjU). ))on ber ^fung 
}u ^olje )ie^t. @c^äIgeh)o^nted SBilb fc^&It aber auc^ gu anberen Zagedjeiten. 
92affe SSitterung mirft anfc^einenb anregenb auf bie <Sc^äIneigung; bie burd^ ben 
Siegen aufgehieic^te Stinbe mirb bom Sßilbe lieber angenommen aÜ trodene. Unter 
ben Sa^re^seiten ift bai Srü^ia^r im allgemeinen bie fd^älintenfibfte ^eriobe. Um 
toenigften f^eint mä^renb ber Srunftseit gefc^ält ju merben. 

>J?a4 ^ufgetc^nungen in ben ^röflic^ X^uu'^o^enfteinfc^en gorften') ber Domäne 
^etfd^en (%5^men) geftaltete ftc^ bie projentige SSerteifung ber @c^51wunben in ben brei 
Sa^en üon Anfang September 1867 btiS (Snbe ^uguft 1870 je nac^ ST^onaten wie folgt: 

September 3 " 

Oftober (SWinimum) 2 

9{ok>ember 6 

^egember 8 



Januar 11 

Sebruar. ., 13 



0/ 
•0 



SRarj (SKajimum) 17 

«pril 16 

Wai 7 

3uni 5 

3uU 6 

«uguft 7 



0/ 
.0 



2)ie anwerft nachteiligen Solgen beS @(^älend für Säume unb Seftanb 
finb primäre unb fefunbäre; fie entgie^en fic^ in bieten 3äflen ber richtigen ©e- 
urteilung, weit fte, t)on ber 9iingfc^älung abgefe^en, meift nic^t fofort, fonbern erft 
in fpäteren Sauren in Srfc^einung treten. 

S)ie ^)rimären ©d^äben bcftefien in 3wtoacf)«rücfgang unb 9lu|^oIjeinbu6e, 
ober mit anberen SBorten in SntttJcrtung be§ ®injelbaume^ unb unter Umftänben 



1) aWilani, «: aRünb. forftl. &., VII, lS\)b, 16. — 2) 3tj(^r. f. S. u. 3w., 1872, 149. 



32 ttitt Sntf|. 64ii( gcgnt Zim. 

in vo^tiset Hbtiiebdreife beS ganjen SStßoiibtS. Xie bnr^ bie S^Ilounben ^er: 
beigefü^rten SäKintröcEitigungni beö ^ü^cm unb StärIcngHtDadifeS finb gvar na«^ 
ben Dorliegenben Unteijuc^ungnt nit^t fo beträ^tfufi, tote man )itnä(^(t anjitne^mtn 
geneigt i^, immei^tn mürbm fii ant^ o^ne ^ingufominni bei bun^ baS S^ältn 
lierbeigefniirten ^oläoetfiiilft^tening Ijinreii^en, ben Smteerttag toefentlii^ gn ntts 
fltineni. 

Stt KreUii^enben Untecfudinngen bei 8>>iv<u^l'iFt<"i9t<i an gcfi^lttn unb angt' 

{(galten Sitzten fanb Stcug') au) bni Dcrfdiitbentn Schlägen an btn gifdiältcn gtditcn 

eine um 1,4, 3,S unb fi cm gtrin* 

geie Xuit^tc^nitteitäTte gegenübti 

ben nidit gefi^aiten Stummen, ^n 

einem anbeien fiaüt fanb btrfelbt 

!(uti)T*) bei Unteifuf^ung uon 238 

flefc^Slttn unb ungtfd|filltn Stämmen, 

bog bie 3un°(4^1ciNn8en nac^ bei 

St^Slnemunbung rnj4 gueüdge^en. 

L «n ben geft^dlten Stämmen fant 

\ bie mitlleie Ställen jumaf^let^ung 

I im etftcn Sabrje^ni vad) bcr €d)ä> 

1 lung DOn 1,6G auf 'i,90 cm, b. 1. 

I um 3» "/„ im nid)t geld^älien Se= 

I flanbäteile bogegen bon 4,73 fluf 

3,'74 cm, b. i. um 20 7„. 8" ä^n. 

litten Srgcbnttfen gtlattgtt ®t^i< 

^aibt') bei Unlecfutbung uon 120 

gcfunben unb ebtnlocitl gelc^Slten 

%Tobeftdmnien eine^ t^üringifc^en 

^ii^tenieDiera. 3)ie gej^aiten Stam= 

mt. (■ OunfAnilt hncA eine flulübmiNiaie Mia^. SAäiliit''- me eiWtejtn fi(^ in bei tfleget rüign 

aU bie unoeile^len unb blieben bie- 

ftn gegenfibei um fa mef|i in bei Slafie guiitd, je fläifei fie martn. Xei Wiltelfiamm beS gc 

jtliatttn I0e[tanbee loai buidiii^nittlit^ um etna 2,6 cm fd^tDät^cc at£ ber beä nit^t ge|(^ä1ttn. 

aBirtfdfoftli^ meit bebeutiinggDofler als ber ^umai^Sücrtuft ift bie bwrdi bie 

St^lbertDunbung in fe^r bieten SäQen ^eilieigefü^rte ^oljDeifdilei^tetung 

33ie beim Schälen unb jwar nomentlic^ beim ©onimerfc^olen enffte^enbe SBunbe 

veimag nur buit^ ObeotJotlung öon ben SRänbent ^er auiiuiftikn. Oe^t biefe 

flbetttiattung infolge Sleintieil ber St^ötnjunbe, großer SepiobuhionStraft ber $oIj* 

ort unb fünft günftiger UmftÖnbe (^nell tjonftatten, fo tagt fii^ ber ©^aben allen; 

falle ertragen. <£i bleibt bann im mefenttii^en auf unregelmäßigen Verlauf ber 

3at)reeringe an ber Si^älfteUe unb bie bamit Derbunbene !!)cformiening beS Strafte« 

befdirönft (Wbb. G), 

3n nur raenigen Sötten aber ift ber ißetlauf bet Slu^^eitung ein fo befriebigen« 
ber. Snfolge 91üd|Iaffenä ber junät^ft energifc^en Xätigteit ber ÜbermoDungSränber 
bleiben alle gri)|eren ©[fiälrounben lange Seit, unter Umftänben 20 unb me^r 3a^re, 
offen unb ber @inmirlung ber ^tmofpf|ärilien, fomie bem Angriff von ^oljjerfet^enben 
^itjen, ^in unb toieber audi Don 3n(elten auSgefe^t. Jler ^otjfBrper trorfnet ein, 
reigt ndmentli<^ im loderen Srütiiafträfiolje auf unb ge^t auc^ ofine 3)Iitn)trtung 

1) !fieu6, ^■- Sic Sdiälbeidjabigimg bunt) ^odimilb. Il2i. — 2) Zetj.: 8ur 
gnuftiotion bet ^Dlgeno Erteile bei S^Hibeji^fibiflunfl. 26. — 3) fflOg. 5. u. 3.-3tfl., 
1906, 371. 



fflotnilb. 33 

fa))rD;!f)qtif(^er ober parafitfinr $ilje in ein ^in unb tviebet otä „^artfäult" bt^ 
jei(^netee Serjelungeftobium übtr, loobri et eine gelbe bis braune Sötbung av 
nimmt. Sd|on babitn^ tritt eine mefentlit^e (Snlmertung be^S unteren Sc^ftftüdeä 
ein, bie ficfi um- [o me[)t Weigert, je me^r buic^ |iinjufommen Don $Dl}t)iIjen eine 
naü) innen, oben unb unten fi^ öuSbreitenbe SHotfäufe für ipeilere Se^eftung beS 
$oIje8 forgt CUbb. 7). 

3n iDtld)' fiotitm 3]la&t bot Sufticten Don 9tDt|äuIe buii^ bie Sc^älnunbtn bcgfiii' 
fHgt wiib, gt^l aui ben oben angtjogentn lliit(ifuil)ungni uon Sleug unb ®ef|iba[bt 
tieutli^ ^ettiot. 91eug fanb in btn oeifi^iebenen untnfu(^ten ^eßdnben 11—93% bet 
gelt^atlen ©lamme totfaul, wötirenb im nic^tae(ct) Alten SeftonbSnialerial bie fflotfäule jrtii. 
ft^tn 0— 407o ft^roondt. ®fi|r= 
^aibt fitOte unter iSO gtlAatttn 
^tabt^Kiniintn 90°,, ali mt^t ober 
ntinbei anbrüi^ig ftft, nä^rtnb untet 
ben ISO ni^t gejc^älten nut 3 fi(^ 
flW ni(l)t gefunb etniiejen. 

mt BKit ft(^ bie fflotfflule naä> 
oben unb nat^ unten rrfitedt, ^dngt j 
oom SItn btt S^^ltciunbt unb uon 1 
bem btS VaumtS ab. Qm dltenn 
S9aum gieift bti gleitbem ülter bei 
S^iffltDe bie Serfe^ung in ber Bie' 
gel nieitet um fii^ als im füngecen. 
Q)e^Tl|aibt fanb, bog iin ®tangtn< 
boljalleT buTc^[ct)nitt(id) S m, im 
Saum^Dljoltei bu[4fd)nitt1ii^ 3 m 
Don geft^dlteti t^ii^ten infolge oon 

SHolfüuIe inB ©lenntioli gefdjnitlen tu. J. Cutt(4nilt taiäi üvt in 6omiii(r fltfUälK, noi* tiidil 
meiben muffen unb fonftoliette, ba| fttitnmiOM SHtltnA*!)«. aic etiUVtai. aa mU fiai) bun»' 
bei 77 wtfflulen S^älfi^icn bet irfnttc 6oU:ole bo «»nio«.. 

®tod noi^ gefunb, bei 31 anberen abti ebenfaHä fc^on lotfaul mar. Sieng bcobai^tete an 
feinen ®d|älfid|tcn ein ^nfteigen ber ^ult bis gur äßa^imdbuTi^fifinittfbB^e Don 4,05 m; 
im ungef(^ältett Seftanb^matnial etteic^te fe nui bie ^OdiftbuidifdinittB^ebe fon 0,S0 m. 

SS liegt auf bet $anb, ba| bie genannten golgen bei @[£|älen9: S^K^ac^d: 
Derluß unb Ouatttatfoeri(f)(e(^terung in einer me^r ober nieniger et^Iidien Mb* 
minberung hti 3Rateria(' unb @elbertiage$ jum ituibrud tammen muffen. SSie 
^ot^ ft(^ biefer iSrtrag^tierluft im eingefnen ^a\lt fteUt, tä^t fii$ allgemein nidit bf 
meffen, ia aOeilei Umftänbe: Silier bti SeftanbeS unb ber Si^öffteQen, ®rSge unb 
fiäufigteit ber (ef^teren, StuS^eilungäoermSgen ber $o)jart unb StanboiteDeTpItniffe 
für baä TOa| be« Schoben« bebingenb finb. 

Seiten nie ISuf arbeitung T>tB gefcbSlten unb nit^l gefi^aiten ISatnialä auf fünf, in 60— S2< 
jd^tigen l^ii^tenbtfianbtn gejllbTten ^kifut^efc^Idgen ergab nat^ Sleufi ;$o [gen a(| teile, @. 2») 
im geWtfn aefianbätcitt ein Sßu^^Dljpcogent Don iO, im nifttgefftälten Don 77,9. 2)« 
eiefamtbui4fd)nittäeriwg fteCte fii^ im siälSolje auf 1194 m. für 1 ha, im gefunben Solje auf 
86S8 aW., bie burcfii*nittU*c fflobenrente im flef^fllten SKaterial auf 3,42 TU, im ungeftbälten 
auf l2,82SRt. — @ltt|i^aibt berei^net in bem DDn i^m f|e[ansejDgtRen4H2 ha großen gid): 
ttnteDiere für I ha bet illbnugungefldi^e einen 0)efamtfi^äl{c^abcn Don Gä4 m., nämlid) 
284 äßf. €(baben burd) juroai^ärfidgang unb 40O ^I. Ediaben buTr^ Oualität^DeTfi^Iei^tKiing. 

Senn fic^ aui^ bei minber ftatlen ^eff^dbigungigraben a\i mie fie ben ooifte^enben 
Setei^nungen gugninbe gelegt finb. nieniger Ijo^e (Sct;ab(n}i|fein ergeben mcrben, fo bärfle 
bod) in aUen jläiter gefrtiiSlten gid|tenbeRönben, nenn fie im Dblii^cn äbtriebSaÜet jui 
9tu0ung tommen, bie 9lnnabme (inet auf runb 30 °g fic^ belauftnben Sntweilung al4 nic^t 
ju ^o^e IEinf(^ä(ung iti ®d)dlfc^abenä }u begcidinen fein. 

9(fi,9sia<4ii»- I. i.!iuti- S 



34 StRcS euif). 6(^110 s'ac" 3:ic». 

' ' 3u bttfcn Derberbtii^en (Einmirtungra 

' ^ beS Staaten« auf Suraadi« unb {mlgbefc^of * 

fen^tit gefeilt fti$ in ft^r Dielen fallen alt 

felunbäter ^lai^tei! geftrigerte SnHft' 

gefaxt bei €tunn, nantentlii^ aber bei 

Sdinee« unb (Sisauflagening. S)ur(^ bie 

St^älfteQe unb bte von if|r auSge^enbe Qtxi 

X fe^ung beS ^oljeS miib bie SSiberftanb^ 

fäbtgltit beS €<4afteS [elbfttier[tänb{i[^ me^r 

ober iiieniger geminbett, fo bof; oft fdion 

bei einer berfiöltnietnäftig geringen Sdtnee« 

ober Sidbelaftung <Si$aftbni<^ erfotgt, unb 

jmor regelma|ig in ober bicfit fibtr ber 

'" ***""■" St^älfteOe. 

"Ssai (Eintreten btefer Kalamität fann leidit gu einem fru^geitigeren Slbtriebe 

biefed ober jenes %leftanbed nötigen toobun^ miebenim SSerlufte unb SBiitft^flS: 

ftürungen (lerDorgerufen Iverben. Stid roeitere Sofgenrf^etnung beS Sc^älenl roirb 

öfter« noiii gepdflerte Empfinblidileit ber gefc^älten unb infolgebeffen ftänlelnben 

»eftänbe für Snfeftenanflriffe (buri^ Slages, Sorten:, Sodfäfer, Jjoljsnjefljen ufro.) 

uömtiaft gemotzt. 91aii| ben Dortiegenben ©rfafitungen ijl biefem Umpanb eine gcö* 

gere üSebeutung aber ni(^t beijumeffen. 

^ie Überroadung ber ©d^atrounben ge^t unter ben Saub^öljern am 
rafdieften bei ber Uit^e oonftatten. ©elbp in ben gün^gffen gäQen bleiben aber 
ftetiS Heine @d)äben bjh). totale SaulfteQen im inneren jurüd («bb. 8 unb 9). 
^U(^ bei ber Sfc^e überroaden bie SBunben rafd); boi^ ift biefe ^oljart infolge i^rer 
bi« jum Saumoltet gfatt bteibenben Slinbe fetir gefä^rbet unb enipfinbti[^, Sui^e 
unb ^ombaum teiften im SluS^eilen toeniger, unb nod) fc^loerer ertiolt fii$ ber 
H^om. Unter ben 5ßabeti)ötjern fteDt fidf) bie Sfota in abfteigenber Seilie ettna: 
Xanne, Särt^, SSeQmout^etiefer, ^efer, gierte. @ine fo DoQftänbige ObertDaQung on 
le^terer, niie fie in Mbb. 6 (naif) Sßape) bargeftetlt ift, tommt nit^t fo ^äufig oor. 
!BiS jum DoQftänbigen @(^tuffe ber äSunben oerftreic^en bei Sitten meift 10—20 
^atire unb baräber. 

3ra übrigen finb, wie fdion oben ermähnt rourbe, Umfang ber ©(^älftelle, 

@({|a[jtit, äSieber^oIung bet $ef<$Sbigung, Seftanbäalter unb Stanbort«: 

Berliättniffe für bie ©d^neQigteit beä überroaKenä unb bamit für boä SRafe beä 

Sdiabene bebiugenb. Unter fonft gleichen 

Umftflnben ift bie (SröSe be3 S^abenä bem 

Umfang ber iSc(]QlfteQe.pro))Drtionat 

^irb baö 8tt)ä(eii, roie t|äufig t>ors 
tommt, an bemfetben S9aume miebec^ott, 
fo tierj&gert fic^ bie Wuä^eilung. ^e jünger 
ber bcfoDcne Seflanb, je fräftiger ber SSo* 
ben unb je fcifdier bie Sage ift, befto caft^r 
f(f|lie|en fit^ bie 3Sunben. 

Sei ben giabel^atjern mirb Me grö» 

«1)6.0. CutifAnittbuiAMFidbcSiitr ^iäimtVt- 6eie ®efS^I{[f|Idt ber €i>mineTii!bätting einigti' 



SRotwttö. 35 

magen aufgehoben buic^ bie Silbung tim9 antifef^tifc^ tmrfenben ^ar^überjuged. Qh; ent« 
fte^t auf beut bloggelegten ^ol^töxpti baburc^, bag balb nad^ ber ^ertounbung aud ben 
in ben SJ^atfftta^Ien t^erlaufenben ^argfanfilen Xexpentin in ^eftalt Keiner %xop^tn auS- 
tritt. 3mraeri)in wirb l^ierburci^ ba* ^nnttt ber SBunbfläcfte nic^t fo forgffiltig gefd^üf^r 
mle ed an ben SBunbr&nbem burc^ bad and ben ^arjjfanfilen ber oerle^ten 9Hnbe aud> 
fliegenbe unb balb erftanenbe Xer^entin gefd^ie^t. ^m rafc^eften unb ooQ^dnbigflen bilbet 
ftc^ ber ^ar^über^ug bei ber l^iefer unb ^c^mar^liefer; bann folgen tttod gt^te unb SSeQ« 
mout^Sfiefer. ^ie fiärc^e bleibt an ber 8(^2lileIIe faft ^ar^frei. 

ffig bürfie fd^Iie^Iid^ ongcmeffen fetit, mit einigen Sorten auf bie ©ntfte^ung 
bed @^ätf(^aben3 unb bie t)erf(^iebenen ^l^ot^efen ein^ugel^en, bie in 6e}ug auf 
bie Urfac^e biefer mibertoörtigen 99e|c^äbigung aufgefteOt tuorben finb. 

S)ic alten gorftmirte fanntcn ben ©c^ölfd^abcn faft gar nic^t.*) Solange ber 
SBalb noc^ nid^t fo intcnfiö 6etoirtf(i^aftet »urbe ate e« jeftt ber gaff ift, unb fo^ 
lange ^lentcrbetrteb unb 8RitteItt)aIbtt)irtf(^aft öor^errfd^ten, fanb fid^ in ben ©e^ 
ftönbcn überall f o reic^Iid^c Sla^rung (Suc^edfcm, (Sid^eln, SBilbobft, ©rafer unb Sorft^^ 
unhäuter) t)or, bag ed bem SBilbe nid^t an 9tfung fehlte. SOtit ber S^it würbe aber 
ba^ äBalbareal jugunften ber £anbn)irtf(^aft immer me^r r>txtitmtxi. 0n bie SteDe 
ber mafttragenben Saubl^öljer (Sic^e, öu^e) ift auf »eitcn ©trecfen ba« Slobel^ 
^olj getreten unb bie t)om SBitbe bet)orjugten SEBetd^l^ötjer mürben forgfößiger au^ 
ben aufwad^fenben uniformen Scftänben entfernt. Der ®ra^h)ud^ö trat infolge ber 
Äufforfiung jeber Heineren Slöfee .unb ber ©rjie^ung gfeid^mäfeiger gefd^Ioffener 
Seftänbe me^r unb me^r jurüd. Unterftcttt man l^ierju, ba^ falte, fd^neereic^c 
SEBinter ben aWangcI an natürlicher äfung in em})finblid^er SBeifc fteigerten, ein (Sr^ 
faft burd^ gütterung aber nic^t geboten mürbe, fo erfd^eint bie Stnnal^me ni^t un* 
möglich, bag bad SBitb in irgenbeinem $ungeria^re junad^ft aud 9{ot anfing ju 
fetalen, ©eit biefer S^ii ^at eS bann biefe (Settjo^n^eit beibehalten. 

auf manchen Seiten ift man ber änftd^t, ba§ bie in ben Slabetmalbungen ber 

®ebirge meift übUc^ unb im (Sic^enfc^ötmalb notmenbige @aftfd^ölung bie &^äU 

neigung begünftigte. Seim Scfud^ ber Slinbenfc^Iöge, SSefnappern ber ßo^rinben 

unb Scledcn ber ©c^äll^ölicr fei baS SBilb bat|inter gelommcn, bafe bie SRinbe etttjaS 

gon} Stauc^bared fei. Db biefe ober eine anbere Slnfc^auung über ben ©ünbenfad 

be« SBilbeg bie richtige ift, mirb fid^ nie florftcllen laffen. @i(^er aber ift, bafe bie 

©(^dlneigung eine erft in neuerer Seit entftanbene bjn). fu^Ibor geworbene, im mo= 

bernen SSäirtfd^aftÄtoalbe potengiertc fi'ulturlronfl^eit beö SSSilbcS ift. 3lad) 

Erfahrungen in einigen SBalbgcbieten fd^ätt ba« SBilb erft feit bem @nbe ber 1840 er 

3a^rc in bemerfengmerter SBeife. 

3n ben gür^Iic^ @:iar^fc^en ^Salbungen (S3ö^men) batiert ber @d)ötfd^aben nac^ ^ol« 
felb feit titoa 1849, unb ^ipar föllt ber beginn be^ @d^ölend mit ber (Sinfü^rung bed 
©aftl^iebed in ben gic^tenwalbungen jufammen. $lm ^ar^e ift bad @d^ö(en an ^uc^en 
gleid^fadd erft feit ben 1840 er Sauren in bebenflid^em G^rabe aufgetreten (juerft im Ober^ 
foifte @eefen). SBinäf im Springer ^alb :^at bail SBilb früher nid^t gefd)ßlt; wenigftend 
geigen fid} in ben je|t fd^lagbaren gic^tenbeftfinben faunt ©puren alter ©d^älfd^äben. 

®ie für bie Selömpfung ber ©c^alfd^äben Ijöd^ft bebeutung^üoDe SSorfrage 

nac^ ber ober benllrfac^en be^ Schälen« ift i^rer SEBic^tigfcit entfprec^enb oft auf^ 

geworfen unb beantttjortet, aber nod^ nic^t gclöft morben. Sei ber SrHörung ber 

1) 3)ie erften ftlagcn (öon ©öfd^^aufen 1710, üon SRo^r 1722, 3)öbcl 1746, S3öfen 
1763) Rammen auS ber erften ^älfte unb and ber ^itte bed 18. ^a^rpnbert^. 



3G ^t^t» $uc^. @(i^u( gegen 3:iere. 

©d^älfrage begegnet man öiclme^r jol^Ireic^en SBtbcrfpruc^en, bic über ben ^^po^ 
t[)etifc^en S^arolter ber Singelerflärung feinett 3^^if^I laffen. äRan betrachtet aU 
©d^älurf ad^e: 

1. junger, yiot, 9{a^rungdmQnge(, in quantitativer unb qualitatit)er ^infic^t. 
@§ barf angenommen merben, bag biefe Srflärung für tjiele 93er^ä(tniffe, ganj be^ 
fonberö bei SBinterfd^öIung, jutrifft. 

2. SebfirfniiJ nad^ geroiffen, in ber Sinbe enthaltenen Stoffen, bie bem SBilbe 
im ®egenfa^ ju früher burd^ Slfung bjU). Klitterung ]|e|t nid^t me^r jugefü^rt totv^ 
ben, bie e« aber brauet. 9lÖ folc^e Stoffe werben ongcfel^en: ®erbftoff, pl^o^pl^or* 
faurer KaH (§oIfetb, Sleumeifter, ftafporel), @alj 3«*^^^^ SSegetotionStoaffer 
(oon 3)ombrott)dIi). 

3. (Sine ^an!^ett ä^nlic^ ber Sedfuc^t bed Stinbed, b. ^. bad unter Umftönben 
(5. %. bei aJlangel an mineratifcl^en 9ta^rftoffen, bei fran!§after 2)t^pofition be^ 
aWogen« ufm.) auftretenbe ®elüfte nad^ einer frembartigen ©ubftanj. 

4. 3)egeneration bed SBilbed infolge oon Sn^uc^t ober fc^Iec^ten Stfungd^ unb 
Sütterung^öerl^öftniffen. 

5. Unart, üble älngetoo^n^eit, äRutmide, Spielerei. 

6. angeborene Seder« unb Slafd^^aftigfeit. 

7. Irotfenfütterung (3)römer). 

9Rit Studnal^me bed an erfter SteQe genannten 9la]^rung§mangetö ))ermag 
leine anbere ber angefül^rten Urfac^en afö befriebigenbe (Srlldrung ber Sd^älfrage 
ju bienen. Stber au^ bie $ungert^eorie fann feineSmegS für ade S^Qe atö unan^ 
fec^tbarc Deutung angefeuert »erben. Da e^ n)citer]§in — angefid^t^ beö }eitlid& 
{iemU^ übereinftimmenben oügemeinen 8(uftreteni^ ber Sc^dlplage im oorigen So^r^ 
^unbert — nic^t angängig ift, balb biefe, balb jene Urfad^e ate enlfd^eibenbc SSer* 
anlaf[ung jum Sd^öten ^u betrachten, mug ber oon $. SReug, @. oon Dom:: 
broioSfi, ipe^, Äafparef, Seibt u. a. vertretenen änfii^t beigepflichtet werben, 
ba§ ber Sd^älfc^abeu aud bem 3uf<iinmenioirfen oerfd^iebener Umftönbe ju erlldren 
ift. Sor attcm finb bie im mobemen SBirtfd^aft^malbe gegen früher mefcntüd^ um«= 
geftaUeten walbbaulid^en S3er^a(tniffe, femer bie mit ber äBi(bfc^abengefe^gebung in 
Sufommen^ang ftel^enbe gelbfperre unb bie au^ bciben fi(^ ergebenben ocrdnberten, 
meift fc^Ied^ter unb ungünftiger geworbenen @rnä^rung^oer]^ö{tniffe bed SSitbeiS ate 
mitmirtenbe Sattoren bei ber @ntfte^ung unb Stu^breitung bed Sc^älübetö }u be- 
trad^ten. SSenn @. oonDombromiSfi ba^ Sd^dlen einen „SSeriWeiflungSalt ber 
SRotme^r", Seibt eine „Stnpaffung an ocrdnberte SebenSbebingungen" nennt, fo 
treten beibe bem wo^I richtigen Stanbpunft oon $. SReu^ bei, baB ba« Sc^dlcn 
nichts anbere§ ift atö eine SReoItion beg SBilbe« auf bie i^m im heutigen SBirt^ 
f(^aft8]oatbe aufgejmungene unnatürliche Seben^weifc. 

d) %t%tn unb @il|Iagen. 

Dag gegen ber $irfd^e (ffolben^irfc^e) ^nx Sntfernuug be« Saftet oon bem 
ocrecften ©ewei^e gefc^ic^t ®nbe Suti unb 2tuguft, getoöl^nttdEi bei Stacht, an aft- 
freien fd^wdd^eren Stangen ber Sinbe, 2lfpe, Salmeibe, fldrd^e, fiiefer, SBe^mout^i^s^ 
fiefer, lanne, Stborne, Sofefaftanie ufm., jumal Wenn biefe ^jotjarten in einjelnen 
©jemplaren ouftreten unb freiftel^enb einen bequemen ©ebraud^ bed ©eweil^c^ er« 
möglichen, gn giijtenreoieren fegt ber^irfc^ an mann^^ol^en ?3dumen unb beoorjugt 



fflolwilb. 

ilfxtx langen ^ififeltriebe ober ifiied fpegififdien Seruc^eS mtgen ganjbe: 
fonberS bie ellpa angebauten ©itfofii^ten. 2)ie ffltnbe niirb bur(^ baS ge* 
gen bii auf ben ^pliat geft^euert unb bet ^aft teile in ben 9oben 
getreten, teibi Dcrjetirt; nton finbet iDenigftend feine iRefte nur feilen. 

^08 ©«^laflen gefc^ie^t juc ÜBninftjeit (September) unb Dor bem 
SIbmetfen ber Seluei^e (äRärj, ^juil) an btnfelben ^otgarten, nie bad 
€(^älen, gumal an eingcfprenglen unb getiflangten €tämnti$en, bie leicht 
3utritt Qettiä^ren, j. Ü8. an JRanbbäunten. Statte $irfdre Karlen biffere 
Stäntntdten, reichen aut^ polier ^inouf otä geringe. 

3)ie burd) ^t^tn unb Si^lagtn entßanbencn Sunbcn (flbb. 10) ^aben 
jniar unter Umftänben einige ä^nlic^Itit mit btn bur^ ^^üitn benirttcn, finb 
aber boC^ leicht ^ieroon gu unletict)eibcii. ä3eini Segen niirb baS @tämin> 
(^n Dom ^iifi^ in einen Qteßeit)lDiiitel gefagt unb ba^ fa\t ^etS gleid)' 
jeiHg an jtnti Seiten obgefi^eutTt. Sie SBunbtn ge^tn oft ringlum, n>aä bei 
ben S^älmunben fc^r feiten UDifommt, aui^ finb tie meiftenS langer all 
biefe, meil bei ^iiftt) beim gegen mit bem <lleneii auf» unb nieberfdliit. Ittan 
bemerFt an ben gefegten ©langen faft (tele bie Singriffe ber <£nben in gönn 
unregelmägig gtfdimeifler Sliffe, fRinbenfet^en in (nidit jelten) gefrdufelten Spr> 
men unb mitunter ^are, ba ber ^irf^ beim Segen ben ^aU gern am entrin* 
beten unb Dom $arg Kebrigen ^olgt reibt. 

Stangen, bie ringäum gefegt toorben ftnb, fterben unfetitbai ab- 
etufeitig gefegte hingegen Reiten bie Sefi^äbigungen metftenä nieber aul. 
über^au|)t ift ber Schaben bur^ gegen unb Schlagen gegenübn bem burdi 
aSetbtg unb Sctiäten gering, meit jene Sßefi^äbigungen immer nur ouf 
einjelnt S3äume ftc^ er^eden. 

e) Sftfreten. 

Der @(t|ofen buti^ Serlreten, ^jerauäfi^Iagen unb $ercu8iiel|en junf 
ger Jßflanjen, fonite beim 91ieberlun burdi Serlitgtn befi^änh fic^ auf 
ESerjüngungen unb Kulturen, flm empfinblic^flen !)iergegen ^nb 1 — 2\äf)-- 
rige SRabetljotifaQten (Streifen, SRiefen), befonber« on Rängen. S)ü8 SSilb 
benu^l bie ge^adten ober geppügten ©ttetfen mit 9?ortiebe nie Sci^fel, 
jielit auf itinen t)in unb l|er unb äertritt hierbei bie jungen $flanjen ober 
reigt fie mit ben Schalen ou8 betn Soben. 9Iu(^ ungebecfte $ügel Eeiben, 
jumal an SJilbroecEifeln, ouf SSninftptä^en ober auf Srfilägen, roo boS 
SBilb „fc^erjt". ^m oOgcmeinen ift ber bur<^3^<^ten ufm.tierbeigefu^rte 
€diaben aber geringfügig unb bebeutungSlol. 

t) @rä|e bei gefamtti ^^abenC. 

Über bie ®rö6e be8 aBitbft^abenS im 5Ba(be fe^It e8 uoc^ an auS' 
reii^enben e|often Derglei^enben Unterfuc^ungen.^) Sold^e finb aber in 
^o^em SRage roünf(E)cn8n>ert, bamit ber SSalbbefi^er, ber gugleidi ^äger 
iß, aber bie @r5ge bee Opferä, roel^ee er feiner SBilbba^u bringt, ^uf= 
fi^Iug erhält unb bie juläffige @tärfe feine! 3BiIbftanbe8 bemeffen fann. 

— fl(i(fllt Bi*t. 

I) Stußer ben fdicn oben (6. 381 em»atinten fflere(f)nunflen be3 Sd)äIfd|abenB bvii) 
^, ffleafe unb «e^rfiarbt feien genannt: ®arei«: Sorflro, 36I. 1901, fl7S. — Henne; 



Som ^litA 



38 <^eiS $u(^. @c^u( gegen Xiete. 

83efonbere 93ebeutung geminnt bie e^afte Sered^nung bed SBUbfc^obend bei SBiÜ>^ 
fc^abenerfa^anfprüc^en feiten^ bei( äBa(bbeft|erd. 9EBenn ed hierbei ju @treitigletten 
JFomntt, ift ber Schaben nad) beti ®runbfd$en ber äSalbmertred^nung ju ergeben. Sie 
bei ber Seioertung tyon gelbfd^aben Dielfac^ übliche Ofulatfc^ä^ung ift bei ber Se« 
meffung t)on SSalbfd^äben unjulöffig, meit, t)on ©d^äben auf Sutturflo^en abgefe^m, 
ber Sd^aben meift ntd^t fofort in Srjc^einung tritt unb bie feine fpötere $d^e beein^ 
ftuffenben gattoren weniger leicht beurteilt merben tonnen. (Sd mdre erkoünfc^t, tnenn 
fomol^t ©roggrunbbefi^er, mie ani) bie befte^enben ober nod^ }u grünbenben ^n^ 
ftitute für gagbfunbe ber jeit^er siemlic^ arg Dernac^täfftgten red^nerifd^n Seite 

ber äBilbfc^abenfrage im 9^a(be bie i^r jutommenbe Seac^tung fd^enlen n)o0ten. 

Über ben geringeren feuert rag ber ^ie|en infolge ber ®raiSdfung burc^ (Sbeltotlb 
liegt ein intercf[anter $er{uc^ htS fSforftmeifterd S^rig t)or.') ^iemad^ betrug ber jä^r^^ 
lt(!^e $eus unb ®runiniett)er(u{t burd^ 9^otn)ilb auf ben Sulbad^er ^ofmiefen im Obenn^alb 
(frijc^er lel^miger ©anb) auf 1 ha == 14,8 3tr. ober 31 7^ bed S^aturalertrageS, in ®elb 
au«gebrü(ft = 43,2 m.; für 1 ©türf SBilb = 8,28 3tr. ober in ®elb = 24 m. 

3n ä^nlic^er %eife ttürbe f^c^ ber ^olaiutoad^doerlufl burd^ SSilbid^äben unter« 
fud^en (äffen, ^ierju m&re nötig, geioiffe ^iftrifte in mit 9lotmiIb befe^ten SBdlbem feft 
ju umtriebigen unb anbere gteid^gelegene unb gleic^befc^affene Seft&nbe baneben offen §u 
laffen. ^urc^ n^ieber^olte ©rtragiSaufnal^me ufto. ber eingelegten unb ber nidit eingelegten 
^eftflnbe toürbe fic^ bann bie @röge bed ^oljoerlufteiS an ber fraglichen Örtltd^teit ergeben. 

2. Si^u^ma^regeln. 

S)ie au|erorbent(id6 öielfeitigen, teite mel^r öorbeugenben, tcite abfieHcnben SKafe^ 
nannten gegen ^od^toilbfc^dben Reifen entn)eber gegen fämtü^e ©efal^ren ober bienen 
nur ber SSer^ütung be^ einen ober bed anberen @d^abend. @ie laffen fic^ bem^ufolge 
in allgemeine unb f^ejietle ©d^u^ma^rcgeln trennen. 

A. äRittel jur Sbme^r fämtlid^cr Schöben. 

1. Slbfc^u^. S)ie rabifalfte, aber aud^ unbebingt mirffamfte SRagregel ift boQ^ 
!ommener 9lbfd^u| beg ^od^toilbed. Sa aber toeber ber 9iaturfreunb, nod^ oiet h)e- 
niger ber Soflcr im gorftmann ber 8lu§rottung *) be« ^oc^milbcd ba« SBort rcben 
n7erben, ift auf entfpred^enbe SSerminberung ju ftarfer ^od^mitbftdnbe }u l^alten. SEBo 
ber SBalb nic^t ganj in ben 2)ienft ber Siitbjuc^t unb 28i(b))f(ege gefteDt, b. ^. \oo 
nic^t au^gefproc^ene liergarten^f unb SBiIbparIroirtf(^aft getrieben ttjirb, ift nur ein 
mäßiger SBilbftanb juldffig. 

3)er einfcitig jogbUd^c ©tanbpunft, ben noc^ in neuerer geit einzelne ^erfaffer meib* 
mdnnifd^er Schriften bei ber ^Beurteilung beg SSer^ältniffeS oon aSilb unb SBalb einnehmen 
unb oon bem aud betrachtet ein gute beutfc^e f^orflmirtfd^aft nur in ben ipänben einer 
guten beutfd^en Sagerei gemd^rleiftet erfc^eint, mug aU doKfommen beraltet unb ber 
3o4)fperiobe ange^örenb, nac^brücflic^ ^urüdtgewiefen »erben. 3^m gegenüber ijl ju 

3)af. 1906, 316. — ^3ilg: tlOg. g. u. 3.=8tg. 1905, 4 unb 37. — Simon: 3)er SBilb» 
fcf)aben. 92eubamm 1912. 

1) «üg. fj. U. 3.»3tg. 1870, 461, 457. 

2) §lucf| im ^erjogtum Särauufd^weig, »o ^oU, 2)am* unb 6dt)njar5njitb bi^^er feine 
6c^on^eit t)atten unb »o in ben nid^t eingegatterten gorften bie (Srunbbefiger, in ben 
StaatiSforften bie ^ergogltd^en $!rorftbeamten jur ^iidrottung biefer äBilbarten oerpflic^tet 
waren, finb biefe »citge^cnben 93cjtimmungcn burd^ baS neue ©efe^ oom 3. SJlärj 1911 
aufgehoben unb für ^od^- unb 2)amtt)tlb 8ci)on5eiten eingeführt njorben. 



Siotmüb. 



39 



betonen, bag bad SBilb, f^e^iefi bod ^odhmilb, aüexbingd bie gtögte 3^^^^^^ stoeifelfod aber 
audi ein fci^Uminer f^einb unferer SBälber tft unb fic^ mit bet mobetnen f^oxft» 
roirtfc^aft nur bann einigermaßen Verträgt, totnn ed in befc^xänfter S^^^ 
auftritt, ^ad burd^aud berechtigte SBerlangen, bem Sßalbe baiS ^ilb %u er^ 
galten, fe^t t^orauiS, baß ed gelingt, bem SBilbe ben SIBalb ju erl^alten. 

2. Unterl^attung etneö nur mäßigen S3äitbftanbcg. S)er Begriff „mä^ 
|iger SSilbftanb" ift ein retatiöer Segriff, ebcnfo toie ber öon ben alteren Slutoren 
glcic^faßS im 3ntcreffe ber ©c^abenöerminberung aufgeftcttte Begriff eine« „3lox^ 
malftanbcjj", b. 1^. bic SeftfteÜung ber für ein gegebene« SBalbgebict unfc^ablid^en 
©tücfja^I $od^milb. Sei biefer ©ered^nung wirb bie für ein Stücf Slottoilb nofc« 
ttjcnbigc SBaIbfla(^e jugrunbe gelegt. Slatürlid^ ift biefe gläc^e nac^ ©oljart, Se^» 
triebSart, Sntenfttät ber SDSirtfc^aft, lerrain, ^ö^entagc be« JReöier«, @ra«mü(^^ 
figfeit be« ©oben« ufw. fo öcrfci^iebcn, baß ftc nur t>on Sau gu gaü annä^erhb 
angegeben werben tann. Slbgefe^en t)on ben äußeren unb inneren SBalbtjer^ält^ 
niffen, lommt e« bei ber Seftimmung be« normalen ober madigen SBilbftanbe« 
auc^ ganj wefentlic^ auf bie inbiüibueflen, einerfeit« t)on ber gagbpaffion, anberer? 
feit« r)ora materiellen @ef c^aft«finn nä^er Beeinflußten Slnfc^auungen be« SBalbbeft^er« 
bgw. äSalbpfleger« an, welchen Befd^äbigung«grab burc^ ba« SBilb er a(« ertrdglid^ 
mit in Sauf nel^men will. 

91« Stn^altpun!te bei ber Semeffung be« mäßigen bjw. normalen SSilbftanbe« 
mögen nac^fte^enbe %[ngaben bienen: 



S)ur(!^(^nittlid^er Stü^ia^«n)ilbftanb ouf je 1000 ha ^alb nac^ (D. £. $)ortig.O 



^erritoriadage 

ber 

993albungen 



©tücfga^l 
in fiaub^olgmalbungen 

»ilD 1 mite ; toilb I fammen 



1. 3nfamment|angenbe 
SBalbungen. . . . 

2. ^Salbungen, bie an 
gelber grenjen . . 

d. SBalbungen bie t)on 
gelbem umf(!^lo({en 
pnb 



8 

4 



8 4 

8 ' — 

I 

8 — 



20 
12 

10 



@tücf}a^I 
in 9?abeI^oIgwalbungen 



wilb ! wilb 



wilb 



8u« 
fammen 



12 

4 



16 
16 

12 



32 

20 

14 



Suläffiger 9{ormatftanb an Hlottoilb auf je 1000 ha SBalb überhaupt nad^ anberen Tutoren : 
d. üon 9erg 16 ®tfi(f (^annoüerfc^er ^arg in ben 1860er 

3o^ren). 
.3. X. ©. aHafteburg*) 16 Stüd (biefe STngabe ift wo^l auf «ßfeil jn- 

rüdgufül^ren). 

(£. oon gift^bod^») 10— 20 ©tüd (ober 40— 67 ©tüd Siel^wilb). 

gürft Äarl oon ©(i^toaräenberg*) . 15—86 ©töd (ober 30—70 ©türf 3)am»ilb ober 

60—140 ©türf Äe^ttJüb) 
9J. oon 1)ombroto«fi*) 40 ©tüd. 



1) Sefirbud^ für 3figer unb für bie, welche e« werben wollen. 10. 5lufr., 2. ©anb, 
Stuttgart 1877, 18 unb 19. — 2) 3)ie SBalböcrberber unb i^re geinbe ufw. 6. 5luf[., 
»erlin 1869, 208. — 3) Se^rbuc^ ber gorftwiffenfd^aft. 4. 5lup , SBerlin 1886, 296. — 
4) 3ö- 3.'3*g., n. 3:^rg. 1874/76. 63. — 6) Selir* unb ^anbbuc^ für ©erufdjöger, 
8. «ufl., 933 ien 1896, 62. 



40 Srfted ^u^. Sc^u^ gegen Xiere. 

92a(^ eeibt (Schälen M StotmUbed, @. 31) barf ber 9iottui(bbe{a( in einem ein« 
gegatterten ^d^itn^ unb ßiefenttet>ter, in »eiligem nid^t gefüttert toirb, o^ne ©(j^aben füT 
aSalb unb 9Bilb nic^t me^r atö ein ©tficf auf 70 ha bettagen. Unter gfinjiigften IBoben» 
unb lBegetationi9t)er^äItntffen, in freier SSilbba^n unb bei ^or^anbenfein bon SSiefen, SBilb:: 
ödem, OueOen unb ^(^en fc^eint bemfelben Slutor ein ^erabge^en in ber &xöfit ber für 
ein @tüct SBilb nottoenbigen SJ^inimalfläc^e bid auf 10 ha aber nod} mdglic^. 9Rit biefer 
3a^( bürfte too^I bie öuger^e ©ren^e ber 3uläffigleit t)oni forftlic^en 8tanb{)unft bereite 
überfc^ritten fein, ©omeit ftc^ beurteilen Tagt, war jebenfalU bie in ben n)i(brei(t)en 3^ten 
be$ 18. 3a^r^unbertd auf ein ©tüd entfallenbe Durc^fci^nittdflöc^e biel größer. ®benfo 
fd^eint aud| bie t)om ^enfc^en unbeeinflußte IRatur eine folc^e Serbic^tung bed SStIbftanbed, 
mie fie oielerortiS burd^ bie neuzeitliche f)lan(ofe ^ege herbeigeführt morben ift, jn ber- 
meiben. 3n einem Urroalbreüier ber S^tralfarpat^en entfallen nac^ SanjO auf ein 8tü(f 
Stotwilb 33 ha, in einjelnen ^egereüieren Üfterreid^d nac^ ßafparet*) aber 8,i, 5,7 3,s, 
2,6, im ejrtremften %aUz fogar nur 1,1 ha. @ine rationelle fjorftfultur ift bei berorttgen 
fl^'er^dltniffen unmöglich, ^e Unterhaltung folc^er SSilbftänbe fann ftc^ ber ®roßgrunb« 
beftfrer geftatten, in Staate« unb ^ommunalreüteren bebeuten fie eine fc^toere Serant= 
m Ortung. 

häufige Urfad^en ju ^o^er S93iU)ftanbe ftnb falfd^e gufammenfe^ung berfelben, 
b. ^. ju ftarle Überfe^ung mit ßal^toilb unb ^t\^ltx in ber Siegelung bed 9(bfc^uffeS. 
@oU ein SBilbftanb in ber für ben SBalb ertröglid^en Stüdja^I gel^cgt, ber ^aupt:" 
SWed ber $ege, b. i. ber Slbfc^uß jagbbarcr $irfd^e, babei aber nic^t üerfümmert ttjers^ 
ben, fo ift bie Stüdja^I be^ ajlutteth^ilbed auf bag aUernottDenbigfte gu befd^rfinfen. 
Übercinftimmenb ttjirb öon nom^aften Vertretern ber neueren Sogbüteratur unb er* 
fo^renen SBilbpflegem (öon SRaegfelb, ®rof ©^It^a-Iarouca, $offmann, 
®uff one) ein im äSerl^ältni^ 1:1 an^ männlichen unb metbli^en @tä(fen {ufam- 
mengefe^ter SSilbftanb afö ber für 9Bi(b unb SBalb gleid^ itoedmögigfte bejeid^net. 

3, (ginfriebigung ber gefäl^rbeten SBatbteiIe(gorftgärten, ßutturflaci^en, 
©tangen^öljer) ntit entfpred^enb ^o^en unb foflben Saunen. 

3nr Snmenbung fommen $oIg^ unb 2)ra]§tgatter. 3laä) ben üblichen ßon^ 
ftruttionen unterfd^eibet man unter ben ^otjgattern: a) Stangen:^ unb Satten- 
gatter, aui^ 8 — 12 ^orijontalen, runben ©taugen ober gefpaltcnen bj». gcfc^nit- 
tenen Satten beftel^enb, bie an fenfred^te $foften angenagelt, in fotc^e eingezapft ober 
burc!^ fie fjinburc^geftedt finb. — b) So^ien^ ^ßlanfen^ ober ©d^martcngatter, 
mit 6—7 öorijontalen Sollten ober ©d^ioarten, bie in fenfrec^te $foften eingeleitt 
werben. — c) ©tängetj^ bstü. JRautengatter, mit fenlrcci^t ober freujmei^ an 
jwei §origontaIftangen angenagelten So^nenftangen. — d) gled^t* ober Spriegel* 
gatter, mit toag* ober fenfrec^tem, an« ©eitenäften älterer gierten, unterbrüdten 
giften, tocnigcr gern öon ßicfer getoonnenem gted^tmerf. — e) Sorben- ober ^ür* 
bengatter: 4— 5 m lange, in berfelben SSäeife mic bie ©tangengaune aut $ori? 
jontatlatten gufammcngefcftte, nteift tragbare Sorben, bie burd^ jttjei in ben ©rbboben 
eingeftofeene unb an einen SSertifalpfoften ber §orbe genagelte ©treben fcftge^alten 
werben. 

®ie 2)ra^tgatter werben entWeber aud wagerec^t du^gefpannten Singelbrö^ten 
ober au« SDtafc^engeftec^t ^tn unb wieber aud^ an^ beiben ^ergefteOt. 

Sauart unb §ö]^e ber 3aune finb ben Sebenggcwo^n^etten unb ©röfeenber^dlt^ 
niffen ber abjutialtenben SBilbart anjupaffcn. gür 5Rotwitb genügt eine ©atter^ö^c 



1) m^. g. u. 3.*3tg. 1901, 286. — 2) 3tjc^r. f. b. lanbw. »erjut^^to, in ßfterreidj 
1904, 866. 



SRottDtlb. 41 

öon 2m (Slc^milb 1,5m, Souen 1,3m, ^ofen Im). Um ba« Durt^jtüangen ober 
2)urd^Iriec^en ^u ter^inbern, ntu§ ber untere 6td jur ßopfl^ö^e ber betr. äSJUbgattuttg 
— bei SRottotIb 1 m, bei Sle^toilb 0,80 m über bem Srbbobcn — reic^enbc leil 
be§ (Satter^ genügenb bic^t, bic Entfernung ber Satten ober ®rä^te alfo fo eng 
bemeffen fein, bag ed beut SBilbe nic^t gelingt, ben ^opf ^inburd^iufteden. ^ied ju 
oerl^inbern, genügt bei 9lotn)t(b ein Qbftanb ber unteren Satten oon 17 cm t)on Stanb 
iu Stanb, bei Ste^totlb oon 13 cm. 9tn 2)ra]^iöunen bürfen bie unteren 2)ra^te 
nic^t mettcr atö 16 bjto. 12 cm üoneinanber entfernt fein. 

©ämtltd^e Söune bebürfen, tt)enn fie i^ren 3tt>e(f erfüllen follcn, bauember 
forgföltiger Überwachung unb fofortiger Studbefferung bei SSor/ommen Don Sefc^ö^ 
btgungen. 

^ie naivere @<^i(bemng ber ^onfhultionen, S^or^^uge,- 92a(^teile unb 5^ojien ber Der« 
fc^iebenen ®atterarten mug ber 8f)e^iaIItteraturV überlaffen bleiben. IRur bie am l^duftg^ 
fien toiebetfe^renben praftifc^en fragen |eien fur^ berührt. 

dunfid^ft l^anbelt ed \id) gen)ö^nli(^ um bie SBa^I atoifc^en ^oi^* unb Xta^tgatter. 
Sßenn nid^t fubjeftiüe ^ünf^e bed SSalbbefi^erd mitffHelen, ift bie grage im aEgemetnen 
eine i^oftenfrage. 3n fifid^tenrebieren mit niebrigen ^ol^pxtx\tn, tt)o bad bendtigte (Sin« 
gatterungSmaterial an Ort unb Stelle bequem jur SSerfügung fte^t, ift ber ^olgjaun bad 
gegebene ®atter, ebenfo in ^iefernrebieren, too bad infolge feiner geringen $auer )u d^atter» 
^rotdttt aOerbingd nur »entg tauglid^e fd^tooc^e ^urti^forftungiSmaterial laum ab{e(bar ift. 3n 
jold^en %ä\ltn ift bad ^ol^gatter bad biüigere Gatter. 3n Q)egenben aber mit guten 9(bfa|Der« 
^ältniffen für fc^wac^e Sfabel^ol^iortimente em^fie^U fic^ bie ^ntoenbung bon S)ra^tgattem; 
biefe finb bann biEiger a(d ^olggatter unb verbärgen eine längere $auer. SBenn aud^ 
bie 9Reinungen ber ^ra^id aber SSert unb S^'ecfm&gtgfeit ber ^ra^tgatter nid^t flberein« 
ftimmenb ^ofttioe finb, einzelne Stimmen ftd^ bielme^r abfe^nenb dugem, fo f^rec^en bo^ 
bie (Erfahrungen im allgemeinen jugunften ber 2)ra^tgatter. ^e SoUbttöt unb ^auer 
ber S^ra^t^äune mirb auc^ bon $eg^ nac^ feinen bei (Stiegen gemachten (Erfahrungen be« 
ftatigt. 3n htad^ttn bleibt aKerbingd, bag bie aud einzelnen $)xSf^ttn ^ergejledten ^^taf^U 
gatter i^reu ^xotä nur gegen ipoc^milb bott -erfüOen, gegen 9itf)» unb S^mar^wilb aber 
nic^t ^inreic^enb ^u fd^ü^en bermögen. 9Bo biefe SStlbarten in t^rage (ommen, mug }um 
3^ra^tgef[ed)t ober ^u bem billigeren, burc^ auf» unb aOfteigenbe, ftraffgef|)annte ©ingef» 
brö^te gefenn^eid^neten Stautengatter gegriffen »werben. 

3ur ^erftettung ber Söc^er für bie ^foflen finb ber !6ol^Ifenfd^e') unb ber groge 
^ieroni^mifd^e*) (Erbbo^rer mit IBorteil $u oenoenben. ^ie in bie (Srbe berfeniten Srug« 
enben ber am beften au8 (Sid^e, fLla^it ober femigem Sdrc^en« unb ^efem^olje ^ergefteS» 
ten $foften werben jmedmägigermeife unentrinbet gelaffen ober (eic^t angefol^It, bann fo« 
fort geteert ober gan^ mit l^arboUneum angeftric^en. 9(uf alle %äUt ift ber auiS bem 
Soben ^eraudtretenbe, ber gdulnis am meiften audgefe|te Xeil bed $fofteniS ju entrinben 
unb burd^ ^arbolineumanftrid^ 5u fc^ü^en. (Geeignet ftel^enbe lebenbe S35ume ald $foften 
5U oemenben, em^ftel^It fic^ nid^t, ba einerfettd ber untere Stammteil burd^ bie S9efefti« 
gungdmittet ted^nifc^ gefd^äbigt, anberfeitil — namentlich bei 2)ra]^tgatter — bie Spannung 
burc^ bie SSetoegung ber ^Aume im fBtnbe oerloren ge^t. 3e nad^ ber SSilbgattung bebarf 
man 6—12 ^a^tjüge oon 6 mm Stärfe in nad^ oben ^in june^menben Stbftflnben; bie 
^efeftigung berfelben an ben $foften erfolgt bur^ ^femmn&gel mit SBiber^afen. Se^ufd 
(Er^ö^ung ber ^auer nimmt man am beften oer^tnften 2)ral|t 

^e Soften ber &Qtttt ftnb naturgemäß nad) Material, ^randportmette, ^onjhuftion 
unb Xagelö^nen oerfd^teben. t!rür $)oI^gatter fc^wanfen fie für bad (fbe. Wltttx sn^tfd^en 
0,60 bid 1,40 mi (^laufen), für 2)ra^tgatter jwifc^cn 0,75 bi« 1,10 aJif. (2)ra^tgeflcc^t). 



1) Sc^u^mac^er, ^ubert: 2)a^ SBilbgatter uf». 2. ^ufl., 9{eubamm 1898. — 
2) j&e6, «.: Suppl i, ÄEg. g. u. 3.*8tg., 9. »b., 1873, 64. — 5) er f.: «Dg. %. u. 3.--3tg., 
1879, 407, — 3) a)erf.: Dof. 1873, 123. — 4) 2)erf.; ^af. 1876, 72. — SJerf.: 2)af. 
1879, 238. 



42 ^^ 9tt(^- <S<^u| gegen ^tere. 

SDod diautengatter ftelU ft(^ nac^ ben Hitgaben fetned Srfinberd auf nur 60 $fg. für bad 
Ifbe. 3Reter. 

(£d ift no(^ barauf ^insumeifen, bag aQe jum @d^u$e t)on £u{tnren, SStriün- 
gungen uftD. ^ergeftedten fog. ^nnengatter nur ^nber ber 3loi ftnb unb nnr mit 
möglic^fter Sefd^ranfnng angemenbet »erben foDen. ©ac^gentöge Sudfü^rung unb 
forgfaltige Unterhaltung öoran«gefe|t, toerben bie umjäunten fflalbteile öor Silb-- 
fc^äben aUerbing^ beioa^rt. 2)tefen! SJorteil aber fte^en leiber toefentitcfte Slad^teile 
gegenüber. Sumdfit !often ^erftettung nnb Übcrtoaci^ung ber 3öune ®elb. Qtotiitn^ 
toirb ber SSerle^r im SBalbe bur(^ bie ®atter trofe aßer lore nnb ftberftiege oufecr^ 
orbentltc^ erfc^mert^* ftnt meiften aber fäUt ind ®et9td^t, bag burc^ bie fog. ^Itur^ 
gatter bie beften ?ifung«})Ia$e abgefperrt toerben, ein Übelftonb, ber Äbbröngen bc^ 
SBitbftanbed auf gelber unb nac^bortid^e Stebiere ober — in eingegatterten SBilbba^nen 
— @c^dlf(^aben unb er^eblid^en gfätterung^auftoanb §ur Solge ^at. Sinen SBtIbftanb 
burc^ @atter bon aQen ^Ituren unb aQen fc^dlgefd^rbeten 2)i(fungen unb @tans^ 
gen^otjern fernjul^atten, ift ein Unbing. Saburd^ werben aUerbingd, tote (£. oon 
»ombrotoifi (SBiIbf#betr, ©.47) ftd^ braftifc^ augbrüeft, ,,SBiIbftöOe o^ne 3)o(^, 
aber leine SEBiftreoiere" gef(^affen. S8o ntan bie ffiinjaunung fämtlid^cr Kulturen für 
nottoenbig ^alt, em))fte^It ftc^ bie ä(ntoenbung bed ^orbengatterd. 2)ie frifc^eften unb 
gradtoüd^ftgften Kulturen (äffen fid^ bann burc!^ SBegne^nien einjelner Sorben bem 
9ßi(be toä^renb ber Segetation^ieit o^ne toefentttc^e ftoften juganglid^ matten. 

4. Sicherung einjelner toertboüer @tdntnt(^en burc^ Sinfd^tagen beafteter 
^föl^Ie unb @tangen, Umgeben mit Sattenge^aufen, äRafd^enbral^t, dornen, Sinbin« 
ben mit trodenem 9ieifig ober bur^ Slnftrid^ mit übet ried^enben Subftanjen (f. unter 
„Serbife" unb ,,Sc^äIen'0. 

5. Qtittotxixit Beunruhigung bed SBilbed burc^ treiben ber gefä^rbeten 
©tangen^ölier, 99ege^en ber Kulturen, S9Itnbf(^ieBen ebentueO burd^ $e^en mit $um 
ben ober SuffteDen oon @d^euc^en. Se^tere l^aben toenig Stotd, ba fic^ baS SBilb 
(eic^t baran getoo^nt. 

6. $ebung ber natürlichen unb fünftlid^enSrnal^rungiSberl^altniffe.^) 
Die toefentßc^ften ber hierauf gerichteten, in baS Gebiet ber S93tlb))f(ege ge^örenben 
9Ra^na^men finb: 

a) Stnjud^t mafttragenber ^oljarten ((Sic^e, 93u^e, Stoglaftanie, Wxlh- 
obft), infotoeit biefen bie ©tanbort^oerl^attniffe jufagen. 9luc^ bie 2ln^)flanjuttg b§to. 
(Sr^altung ber ©orbu^arten, beS §irfc^^oIunber«, SBad^oIberg unb anberer beeren^ 
trogenbcr ©träuci^er, beSgteic^en ber Sefenpfriemc unb ber Seerlröuter fann in SSe^^ 
trac^t fommen. 

b) ©c^onung ber SBeic^^öIjer (äfipe, Sirfe, ©altoeibe ufto.) in ben üom 
SaSitbe befud^ten Drten; fogar 2[n^)flanäung bjro. ©nfprcngen biefer ^oljartcn lann 
fic^ empfehlen.*) 

c) Stniage unb gute 3nftanb^aftung üon SBilbwiefen unb SBilbödfern. 
©rftere finb im ^ttb\t mit I^omaSme^I unb ftainit ju büngen. Sefetere finb mit 



1) «gl ^ierju: oon 9taS§feIb: 5)a8 diotmlo. 2. Slufl., ©crlin 1911, 2. n. 1. ^Tbid^n. 
@. 225f.; ferner ®at^, Subtüig: S)er SSilbpflcger atö J^anbwirt. 9Jcubamm 1906. 

2) 3n htn ÖJräflid) Xl^unfc^en gorftcn bei SBobenbac^ j^Jrengt man SSeic^^öIjer in 
.fe^r toeitetn «erbanbe in J^ic^tens unb anbete Kulturen ein, um ha& SBilb oon ber ^au^t« 
l^ol^art abjulenfen. 



9lottDilb. 43 

^ofcr, ©ud^tpcijcn, ftorn (^SBoIb* ober ©taubcnfom), (Bcrfte, ffirbfcn, 3Bt(fen, Stuben, 
Saubol^nen, Su^inen, Sartoffeln, äßaid, Xo))tnambur, ©ad^aßnfnöterid^, Sto))^, SIee 
uftt)., je nad^ ben Dorl^anbenen SobenDerl^dltniffen, ju befteüen. 

d) ©ef örberung beiJ jutäffigen ®rai5wu(^fe§ int gorfle; Unterlaffung ober 
ntinbeflend Sefd^rönlung ber ®xa^ unb SBeibenu^ung. 

e) Unterlaffung ber SRu^ung oon Sang*^ unb 5PfIanjcnftreu. gfrei^)Pü= 
gen bei^ $etbe^ unb S3eerlrautüber}uged bei Sd^nee mit @(^nee))f{ug, um bem SSilbe 
bie i^m ermfinfc^te (Srünäfung iugängßd^ ju mac^en.^) 

f) gollung öon jungen lannen, Äiefem, äf^^en, ffieiben, ßinben ober fonftt* 
gen Sßei(^^ö(gem im Siinter. 2)ai» 9BUb fd^ölt bereu Stinbe unb nimmt bie ^ofpen, 
fomie bie jungen Zriebe an. Säume mit SRiftelbüfc^en finb bem 9lot« unb Stel^milb 
befonberd genehm. 2)ie SaQung mu| namentlich an ben ZBec^feln unb fonftigen $(uf^ 
ent^altdorten bed SSilbed gefd^el^en 

g) gütterung beiJ SBilbe« im SBinter unb erfteu grfi^ja^r, jumal bei tiefem 
Sd^nee unb ftrenger Sölte. ^n 93etra(l^t lommen äBa^I ber Futtermittel fomie 
3(rt unb Drt ber Sütterungdanlagen. 

WS geeignete Sutterftoffe finb gu nennen: äBiefen^s unb Slee^eu, ungebro^ 
fc^ned ^aferftrol^, Su))inen^eu, getrodneted Saub ber Sßalbbäume (Sid^e, Sinbe, 
Sfd^e, Slflfter, ^ombaum) ober @träu(^er (Himbeere, ©rombeere, ^olunber ufh).), 
^afer, 3RaiÄ, ©tbfen, Sonnen, ffartoffeln, «üben, JRubenfd^nifeet, ©iertreber, aRal^- 
feime, Xobinambur, 8fio|Iaftanien, Sicheln, SEBilbobft, ©ogelbeeren ufm. äRan fagt 
bie öerfc^iebenen gutterftoffe in bie brci ©egriffe: Staul^*, fiömer* unb SnoHenfutter 
jufammen unb l^ätt eine möglid^ft öielfeitige Sutteröorlage für ri^tig, bie früher 
t)ielfa(^ übliche audf(^(ie|Iid^e Xrodenfütterung (^eu unb Körner) aber für burc^aui» 
fe^Ierliaft. gur ©eförberung ber ffnoci^en^ unb ®ewei^bilbung emjjfie^tt SReumci* 
fter*), bem Äömerfutter prajipttierten baflf(^ J^^ogpl^orfauren Salt beijumifd^en. 
^olfelb bringt ju biefem Stoedc uf». fein „öegetoblifc^e« SBilbfutterputoer'") in 
Snmenbung. 

91^ gütterungdanlagen emf)f elften fid^ jur ©erabreid^ung bed äiaul^futter^ 
überbad^te kaufen, bie auf ©efteHen (nac^ Art ber Sägcbötfe) ru^en. Dag Römern» 
futter tt)irb in guttertröge gefd^üttet, bie man in ber 3läf)t ber Slaufen in bequemer 
^öl^e auffteHt. Sür bad junge äBilb empfiehlt fid^ bie (Sinric^tung gefonberter Sutter^ 
^eQen.^) 9(n einem finütxplaijt mu^ man ftet^ mögli^ft ja^Ireic^e @in}elfütterungen 
in gemiffen Sbftdnben t)oneinanber anlegen, um möglid^ft Dielen Stüden SBilb ben 
gleid^geitigen gutritt ju ermöglichen. 



1) 3n fhengen SBtntern erndl^rt fid^ ha9 9{ottotlb oft lange 3eit ^auptffic^lic^ oon 
C^eibe unb ö^nli^en t^orfhmfrfiutem. 

2)9leumeifker, SRac: fiaub^ unb ^al^Ifütterung beiS (Sbel« unb Sflel^ttübe^. X^a« 
tanbt unb tjreiberg 1891. — 5)crf: 2rüttcrung be« (£bcl* unb ditf^mlM. 5::^aTanbt unb 
Sreibcrg 1895. — 5)römer, (£.: aBilbticgc unb SBilbpflege. 9'ieubamm 1896. — 3)oms 
bxowsfi, (g. oon: SBilbpflege. iReubomm 1896. 

S) ^Q btefed $ult)er in erfter Sinie bem @ (Indien be^ Siot^ilbed t)orbeugen fott, 
ift bei ber ^ef^reci^ung ber @d^n|magxegeln gegen @(^älen batauf ©ejug genommen. 

4) 3u bexen Verrichtung n^irb ber f$uttex;pta| mit ftarfen $f5f|Ien in fo geringen ^b^ 
jlönben (20 cm für SRottoilb) öoneinanbcr umjäunt, baß p*^ nur geringei? SBilb l^inburc!^- 
jttJÄngen fann. 2)urc^ Slufnagcln öon fieiften auf bie ?Pfa^le loirb bie ^altbarfcit biefer 
3äune er^öt)t. 



44 (SrjieiS ^u(^. Schüfe gegen Xiere. 

S3aS ben Ort ber gfitterungen betrifft, fo legt man fie am beften in Ütttt 
93eftänbe. £ie 9n(age in ^Itnten ober ©tangenl^ölsem mürbe ben SSerbig^ bjm. 
Sd^ölfc^aben begunftigen. Sogenannte ^auptfütterungen führen jur Snfammlung 
bed SSilbed unb bamit }ur ßongentrierung ber SBilbfc^aben. ZBenn möglich, finb bie 
Fütterungen in reichlicher Slnja^t über ba§ gonje Slemer ju t^erteilen. Srmünfd^t ift 
bie 9la^e t)on Zr&nfen mit gefunbem SBaffer. ^m ®ebirge ift bei ber Anlage ber 
tSfütterungen auf bie tieferen minbgefd^ulten Sagen nnb @üb^nge älücffid^t ju ne^^ 
men, loeil biefe afö SBinterftanbe in Setrad^t tommen. 

h) Dffenl^alten einzelner OueOen nnb Sad^e im Sorfte, jumal im Sßinter bei 
ftrenger Sdite unb l^ol^er 'Sd^neebecfe. SBaffermangel ift erfal^rungi^gemäg bad grögte 
Übel für ba§ SBilb, }uma( menn i^m nur trocfened Sutter (^eu, 9hnbe, junge 
Iriebe, glec^ien uflo.) gu ©ebote fte^t. 

B. SKittel jur 9(bme]^r eingelner Stäben. 

I. äRittel gegen ^ruc^täfung. 

SJermeiben ber ^erbftfaat bei @ic^e unb SSud^e auf ni(^t eingegatterten %icii^n 
ober, fofem ^erbftfaat notwenbig ift, tieferes S)e(fen beS Samen«. SSermiltern be^ 
Saatgutes ober ber Saatfldd^en. 

II. SRittel gegen SJerbife. • 

2)ie au^erorbentlic^ ja^Ireid^en Sd^u^mittet gegen Serbig t)erfoIgen jum Kev^ 
neren leil ben Qtotif bie ganje Sulturfläci^e, alfo bie ©efamt^cit ber gefd^rbeten 
$f(an}en gu fd^ü^en; bie meiften bienen lebiglid^ gum Sc^u^e ber @ingeI))Pange. SI& 
brauchbar !önnen unter i^nen nur biejenigen begei^net merben, bie billig, toirf^ 
fam, (eic^t angubringen unb oöUig unfc^dblid^ für bie $f(ange finb, an ber 
fie angetoenbet toerben. @ine abfolute ober nachhaltige SSir!jam{eit loo^nt feinem 
ber üerfd^iebenen Sc^u^mittel inne. SS ^dngt t)ielme]^r mit bem lofal oerfd^iebenen 
ißerl^atten beS äBilbeS gufammen, bag ein unb baSfelbe äRittel in einer ®egenb 
ebenfo toirffam mie in einer anberen untoirifam fein lann. (£rfa^rungSgemd| nimmt 
ferner bie ©d^uftwirfung eines SRittelS um fo mel^r ab, je Idnger eS ol^ne Unter* 
bred^ung am gleichen Orte angetoenbet toirb. 2)aS Sßilb gemö^nt fid^ felbft an bie 
i^m gund^ft wiberwdrtigen Sd^u^mittet, ein Umftanb, ber einen me^r ober toeniger 
rafc^en SSed^fel ber angemenbeten 9Ragna^men bebingt. 

a) aJlittet gum Sl^c^enfc^u^. 

1. ©ingatterung ber ßultur (f. oben @. 40): SBirffamfteS unb meift aud^ 
biffigftes, jebo^ toilbfcinblid^eS aMittel. 

2. ©rfc^toeren beS ßutritteS gur Ruitur ober beS Serfe^rS in i^r burc^ ÄuS^ 
fpannen oon 2)rdl)ten ober geteerten Stricfen an ben Stdnbern bgm. quer burc^ bie 
Ruitur, SluSlegen oon SReifig gwif^en bie ^flangenrei^en: ffiertloS. 

3. aScr wittern ber fiuüur bur^ ©tut (Sd^tocig), ©cf^cibc, ^ihofoetibin unb 
anbere übelried^enbc ©ubftangen. ®§ gefd^iel^t enttocber burc^ Ausbreiten biefer ©üb» 
ftangen auf bem ©oben, bur(^ ©ingroben toeit^otfiger glafc^en, bie mit ber SSertoits: 
terungSfubftang gefußt ober burc^ 2(uS^dngen üon Sappen, bie mit i^r burc^trdnft 



. ffioitoitt. 45 

ftnb: SBcrtfog, glcit^gfiltig, ob bic ganjc gtöci^c ober nur bie ®reiijen tjcrmittcrt 
tocrben. 

9Son onberen (Srtoägungen gelten bie ^ter nod^ anjufü^rettben auf SSerteilung 
ie« ©d^abcnd bi». auf SBorbeugung gerid^tcten rein forfltotrtfd^aftUd^en 3Ra^mff^ 
Uten aud: 

4. SSernteiben fletfier ©daläge, um Sonientration be$ @d^abend ju loer- 
^inbern. 

5. Sermcl^rung bcr ^Pftonjensol^t burd^ Seöorjugung bcr natfirlid^en SSer^ 
iüngung bjto. ber ©aat bei ber lünfHid^eu Scrjilitgung. Sei Slntoertbung ber $flan= 
jung toirb engen SSerbänbcn, l^in unb »ieber aud^ bcr ©üfd^elpflonjung ba« ffiort 
^erebet. 

6. (grfd^toerung be§ SBitböerfe^rd in ben fi^utturen burc^ öfteren SBed^fel ber 
^id^tung ber ^ßflansenrei^en: SBertlo«. 

7. änbau öerbijsfid&erer ^oljarten. Äfö fotc^e lommen bie beiben mit fd^orf 
ftec^enben 9labeln au^gerufteten norbamerifamfc^en Sid^tenarten, bie &itd^- unb bie 
©itfafid^te (Picea pungens Engelm. unb P. sitchensis Bong.) in Setrac^t. 9Kit ber 
©tec^fid^te finb in biefer Slid^tung au(^ burd^meg günftigc (Erfahrungen gemocht 
»orben, mäl^renb bei ber ©itfofid^te neben jal^Ireic^en ©rfolgen au^ öielfo(^e SKi6< 
«rfolge in bejug auf SSerbigftd^er^eit t^orliegen. 

b) ai^ittel aum 6(^u6e ber (£injel))flanae. 

Um ba« S33ilb nid^t öon ben natürlid^en äfungSfteHen auÄjuft^liefeen, wirb in 
ber öietföttigften SBBeifc. öerfu^t, ba« im ©rfolg unübertroffene, infolge feiner Soft- 
f^ieligteit jebod^ nur t^ereinjett anmenbbare Sinjaunen, SSermac^en, Umfraleln ufm. 
bcr einjelnen 5ßflanje bur(^ billigere SRittel ju erfe^en. 2)ie ^ier ju ncnncnben Vta^^ 
regeln Igufen barauf l^inau«, bem SBilbc bag Äbäfen unb SJerbei^en ber üon i^ bc- 
tjorjugten ffnoft)en unb jüngeren 5Pffanientette bur^ ©cftreid^en bcrfelben mit He^ 
brigen ober übel riec^enben ©toffen ober bur^ SBewel^rung mit feften ©ubftanjen 
ju t)erleiben. 

S3ir teilen bie jur Knmenbung lommenben äRittcI in@(^miermittet unb 
fefte 5IRittet>) 

I. ftlebrigc, breiige ober flüffige aWittcI: ©d^micrmittel. 

1. ©teinlo^tentecr. Sctt)ä!|rted unb braud^bare«, meift überall leicht ju 
bcjie^enbc«, ba^er billiget ©d^uftmittct ©ad^gemä^c «uÄfü^rung Dorau«gefcj}t, toirb 
bag STnteeren ben Siabd^öljcm nid^t gefä^rüd^. Saub^ötjer (gid^e, Suc^e) üertragen 
«ntecren ni(^t. 3)a« «uftrogen beiJ leer« gefd^ie^t mit ber $anb, mit ^olsftäbd^en 
oberSürften (f. unten). 3u bidfed Auftragen, Berfc^micren ber Sinbc unb 
namentlid^ bcr Änofpen ift ^ier, toie bei alten anberen nad^fte^enb genonn- 
ttn ©d^miermitteln ju öermeiben. ®er leer barf nur me^r tro^jfenweife an bic 
Siabetn bc« ®i|)fcltricbc§ unb ber oberen bjm. ftärfcrcn ©eitcntriebe gebraut werben. 



1) aJHtteilungen üb« öergletc^eube «erfud^e mit öet|(^icbenen SKittcln fiel^e: ^d^ 
ftcin: 8tf4r. f. g. u. 3». 1902, 540. — 5)erj.: 5). g.^^gtö- 1906, 829. - «tetau: 
Sticht, f. g. u. 3». 1904, 126. — Irauttoein: «flg. %. u. 3.-31. 1904, 419. — «gl. 
oud^ (gct^ein; ^ec^nif bed Sforftfc^u^eiS ufto., 24f. 



46 (SrM 9u4- ^uf^ fl^en Xifie. 

Um jtt bided — unb }eitrau6enbed — auftragen )u umgeben, mni fnr 93er^ 
bännung ^u btdfläffigeit Xetrd butd^ Srmörtnen — .nid^t Sr^i^enl — ober burd^ 
aRifc^ung mit $etro(eum geforgt toerben. Sierau j.8. berichtet (3tf(^^f-3- u. 
3m. 1904, 125) über gänfttge (Erfolge bed Zeerend ryon gierte unb Siefer bei 9n^ 
menbung einer äRtfd^ung mit Petroleum im Ser^aftnid 8:1 (für 1 ha 4 k^ 
leeT; 0,5 kg Petroleum). 

Xa9 Xeeren ber $f[an)eit ^um @<^u^ gegen SSUbberbig ifl etloa feit ben I860er 
3a^Ten befaunt unb juetft gegen 9ie^tDiIb angetoenbet tDorben. @e^t jio^treic^n gün^gen 
(fecfa^ungen, bte hiermit in ^olftein, Äauenburg, «Bürttemberg («eoier »ercS^eim'), ®ci* 
mar (Slcoler «öllctg^üufeti), Reffen (Sorlt 2ox\6^*), S(i^Iefien (Sieöier ^ojlel, fett 1893), 
Sommern (Daift»;, feit 1876), OJlpreu6en*) Cfeit 1876) unb anbertodrt« gemad^t »otbcn 
finb, flehen ^in unb toieber auä^ fot(^e fifftlle gegenüber, too haS Xeeren entmeber ben 
$f[an^ fc^bete ober fte oor bem Serbig ni(!^t f(^ü|te. — (Segen bad Xeeten iß }. 9. 
92örbUnger (^t. »L, 61. 9b., 1868. 1. ^ft. 266) aufgetreten, toetl ^iecbur^ an Sßvui^n 
bie 92inbe famt bem ^ol^e lofal abflerbe bj». an ^nne unb ^id^tt Yümmernbcr Sßu(!^^ 
erzeugt n^tbe, — Km Xaunud (Cbetförfierei 9Heber^(Ef (^bad^ ') feit 1879) oerfagte ha» 
Xeeren. Sbenfo lonnte Cberforftmeifter )ion Sacenborff*) für bie 3nf^e!Hon @<^Ied* 
toig-^olftein ni(^t fonftatieren, bag bad Ste^toilb bur(^ bad beeren oon i:annen unb f^ten 
oon beren Serbig abgehalten mürbe. S)te geteerten Xriebe mürben ^mar nid^t oet^e^rt, 
fonbem nur abgefc^nitten unb liegen ge(affen; bad 9ie^milb aber oerbig an beren Stelle 
bie betaffenen ^flanjenftummel unb bie nic^t geteerten Kettentriebe. 3n 8{et)ieren mit 
ftarf überfejten ©ilbßänben (2förfterei «ain im gforftüermaltungibesirfe 9?egcn«burg^)) 
mürben geteerte triebe ab unb gu (in fc^neerei(^en SBintem) fogar t)er^^rt. 

^e Soften fteüen fid) ^ier mie bei aüen anberen Mitteln infolge i^rer ilb^ängtg:' 
feit oom Xagelo^n, 9>^teria(roert, Xrandportmeite ufm. feinedmegd überall glei(^^o(^. 9[ud 
früheren ^a^r^e^nten ftammenbe ftofienangaben ^aben für bie ie|ige S^xt angefid^td ber 
Steigerung ber ^(rbeitdlö^ne gar feinen äBert me^r. Einige Angaben mögen folgen: 3n 
ber Oberförfterei 3äger«burg (Reffen) betrugen bie Sofien für t)o3 3:ecrcn oon ßiefem 
6—6 aWf. für 1 ha. 3m «Birtfc^aftSjal^r 1889/90 oerurfac^te bog beeren bafelbft in^e« 
famt 389,34 a»f. Soften, moüon 90% auf ben STrbeitSlo^n unb 10% auf ben Xeer ent* 
fallen. Knbermärtd fteKte fi^ ber Kufmanb für Arbeit unb Vlaterial für 1 ha nuf etma 
6 SKf. (I^ole), 2,10—6,80 mi (Oftpreugen), 2,80 W. (^arg), 4,19 m. (9Zieber=fef(^bac^), 
3,60 m. nad) («dp ein). 

3)er Äonfum an 3:eer mec^fett mit ber Sflanjenmenge unb ftcllt fid^ auf 4—8 1 für 
1 ha. 9Ja(^ ben (Srfal^ngen in 9Jere«I)eim reicht 1 8tr. Xcer jum ©eftreic^en oon 20000 
^flan^en ]^in. — Unter gemö^nlic^en Ser^dttniffen oermag eine ^rbeitdfraft in einer Stunbe 
bur(f)fd)nittUc^ 300 $flanjen gu teeren. 

Um ben biSmeilen beobachteten ungünftigen Sinmirfungen bed reinen @tein^ 
fo^tenteer« oorjubcugcn ober um bie ©c^uftmirfung beS Zttx^ ju erp^cn, finb teilä 
befonberg jugerid^tete (cntfäuertc) leere, teite SKifd^ungen mit ©teinfo^tenteer ald 
Sc^u^mittel gegen Serbife eingeführt unb mit me^r ober meniger ©rfolg oermenbet 
morben. ©emo^rl ^aben fid^: 

2. präparierter 2eer ber c^cmifd^en gabrif Sinbenl^of in aRonnl^cim.^) 
^rei« für lOO kg einfc^IicSUc^ gag 7 2Rf.; »cbarf für l ha reit^lic^ 2 kg; ®e* 

famtloften be^f Xeerend für 1 ha (na^ Xrautmein) 3,81 äRf. 

3. ©ntfäuertcr ©aumtecr ber girma 5ßoppinger§ SRo^foIger, $an« ©leitä:' 

1) ^fi^enma^er, gr.: Mg. g. u. 3.«3tg. 1868, 428. — 2)q« SSerbienft, baS beeren 
in ©übbeutfc^Ianb jucrft anflcmenbct gu l^aben, gebührt bem Cberförfter ®rimm. — 2) 
^ctjer, ©b.: 3)af. 1893, 287. — 3) ©c^mibt: 3tf(!^r. f. %. u. 3m. 1879, 103. — 4) «U 
tum: 3)af. 1879, 98. — 5) Sc^mar: a)af. 1883, 136. — 6) gorftl.©!. 9i. g-, 1880, 121. 

— 7) «Pfijenma^cr, gr.: Mg. g. u. 3-^8t9-. 1881, 10; 8bl. f. b. gcf. gm. 1881, 130. 

— 8) ®m<)fo]^Ifn oon 2:rautmcin: Slllg. g. u. 3.-'3tg. 1904, 419. 



SRotmilD. 47 

mann, 2Künc|cn, gdftattftr. 19. 3la^ bcn im gorftenricber $arf^) unb atibcrmart«*) 

gefammeltert (Srfal^rungen finb mit bem 93aumteer an Stabel^öljem fel^r gute Srfolge 

}u erjielen. 

$rciS für 100 kg 12—14 W.; Soften M %mtn9 für 1000 «PfTanacn im fjorfien:: 
lieber ¥arl») 50 «Pf., in ©eeftettcn") (Söcng) 67 $f., in ^a^nftättcn ») («mmell^ains) 
60—67 <pfg. 

4. SKifc^ungen mit ©tcinlo^Ientcer. a) SRorftfcIbS SRif d^ung; ©tein« 

fo^Ienteer, Stinberblut, faljinierte @oba im SSer^altnid 4:4:1. 

©teinfo^Ienteer unb 9Iut »»erben ^u gleichen Seiten ^ufarnntengefc^üttet unb gut ge« 
mifc^t; fur^ x>oi bem ®ebrau4 toirb ber auf ber ^ulturfl&^e erwärmten SRifc^ung fol^iniecte 
@oba ^ugefe^t. SEBirb bie a^fcf)ung beim (Srfalten ju bidflüfftg, fo mug fte t)or bem 9(ns 
ftreic^en an bie 3:riebe burc!^ (Srtvürmen »ieber berbünnt merben. Sofern ber gewfinfd^te 
l^onfi^en^grab bor^anben ift, trägt ftd^ bie aRif4ung beffer auf, atd Steinlo^Ienteer unb 
fc^fibigt nac^ ben borliegenben Srfal^rungen bie ^flanjen in feiner äBeife. 

b)@(l^ttbcrt^«8Dlifc|ung*): ©teinfo^tenteer^ ftu^bunger unb alte öergotcne 

3au(^e im SSer^dttnid 1:3:2. 

aSirtfam, für bie Arbeiter aber ebenfo unap^etitli(!^ wie für hai 9BUb. gm (Bioi* 
^ergogtum treffen*) auf ^o^Ireic^en 9lebieren borjüglid^ bewährt. 

5. 9ftaupen(eim. äRit bem t)on ber "S'xxma @(^inbler unb 9Ru^e( in ®ititin 
2ttm greife t)on 14 aRf. für 100 kg gelieferten Seim finb Don berf^iebenen @ei^ 
ten') günftige Srfa^rungen gemocht tt)orben. Scimbebarf für 1 ha 3,5 — 4 kg; Äo*^ 
ften bed Seimend für 1 ha 1,55 SRI (nac^ (Scfftein, Zec^nif bei» ^orftfd^u^ei» ufm. 
©. 25), 3 m, (nadf ®bert«: S^6)x. f. g. u. gm. 1903, 376). 

ate ebenfo wirffam ^at fic^ ein titoa^ teuerer (100 kg 20 2K!.), burc^ inten- 
fiüen ®eruc^ fic^ aui^jeid^nenber Seim ermiefen, ber bon ber gleid^en Sivma ff>ejiell 
ate ©c^u^mittel gegen SSerbigfd^öben in ben |>anbel gebracht n)orben ift. 

(künftig, toenn anä) nid^t ganj gleichmäßig günftig finb bie (Erfahrungen mit 
bem t)on ber Sii^uta $. (Srmtfc^ in 93urg bei SRagbeburg atd 93erbigf(^u^mittel ge- 
lieferten 9tauf>enletm ^^(oferbin. Sünneä auftragen biefed Seimed genügt, um 
bie ^flangen Dor bem SSerbeijsen ju fd^ü^en unb ift erforberlid^, um fie nic^t ju 
fd^äbigen. 100 kg 14 mi\ ßoften für 1 ha 3,48 SD«, (nad^ ffitfftcin). 

(Sin^elne Beobachtungen be(agen, ba6 ^^toferoin für bie $f[an^en nic^t gan^ unbe» 
benfli^ ift unb fie — namentlich bei flärferem auftragen — an 9iinbe unb ftnofpen 
fc^äbigt. 3n ber Dberförftetei ©iburg (Sorenj^)) würben beim SJerttittem 4— ßjö^riger 
Sichten, ftiefem unb 933eQmout^«fiefem 90 7o ber beftric^encn fjicbtcntricbe fc^warjbraun unb 
gingen ein; tiefer unb äBe^mout^Sfiefer wiberftanben beffer. @benfo erwähnt ^rautwetn^) 
bag in ber Oberförfterei Sic^et^borf 1898 bem ^^loferüin bie @)ipfeltrtebe oon 22 000 
Sfid^ten §um 0|)fer gefallen finb. ©olc^en oereinjelten 9)>2tgerfoIgen fte^en aber fet^r ja^I» 
reic^ anbere (Erfahrungen gegenüber, wo ^Qlofert)in — bei borfd)riftdmägigem b. \). bün« 
nem auftragen — Weber fc^abete, noc^ feinen S^td, bie angeftric^enen ^flan^en ^u fd^ü|en, 
berfe^Ite. 

6. gett' unb ßl^^röparate. Über eine gro|c 3lcif)c tjon anberen öon bcn 
üerfd^iebenften Srfinbern, gabrifcn unb ©ejuggqucflen in bcn $onbeI gebrad^tcn SScr* 
bißfd^uftmitteln (getten, Ölen unb ftompofitionen mit folgen) liegen nur bcrcinjeüe 



1) i&äfner: Sorftw. 8bl. 1906, 171. — 2) 3)af. 1900, 21. — 3) «R. forjtl. »I. 
1908, 29. — 4) gorftW. 8M. 1886, 692. — 6) Mg. g. u. 3.'3tg. 1906, 23. — 6) (gcf ftcin: 
8tf(i^r. f. g. u. 3w. 1902, 640. — ebert3: S)af. 1903, 373. -~ Sanj: «Dg. g. u. 3.=3tg. 

1901, 318. — 7) gorftW. 3bl. 1900, 21. — 8) «Hg. g. U. 3.^3tg. 1904, 419, 



48 @rfteg S3u4. @c^u| gegen tiere. 

Erfahrungen Dox, bie meift um \o meniger ju einem Urteil über SBert ober Unmert 

beS ^räporated berechtigen, tueil fte Dielfai^ nid^t übereinftimmen. 

(Srn)a^nt {eien: 

a) fallet SBilDleim. SBe^ugdqueQe: grettwatenfabrif 3a^f u. Sang in @(^maM{c^< 
^all; 100 kg 22 3Wf. Soften für 1 ha (naä) Gcfftein) 3,86 3Wf.; noc^ fianj Dcroä^rt 
nad^ @(fffcctn ©rfoJg nid^t befriebigcnb. 

b) aBtlb=aucoUu- ©cjuggqucüe: 51 SucaS in ÖJetQsUnterml^au^ (SfteuJ). 9Q3trb 
mit Äalfmil* öermi^t; 100 kg 36 äRf. IToften für 1 ha (nod^ ©cfftein) 6—7 SRf.; gu 
teuer, ©rfolg nic^t befriebigcnb. 

c) ^omoltn. ^Bezugsquelle: SR. ^rodmann, £ei^5tg'®utrt|((i^. l kg 2 m,, 100 kg 
130 mi; au teuer, nic^t betod^rt. 

d) ^ttroföttbin. Bezugsquelle: SRei^ierförfter fiaage, früher Ouidbom, ip&ter 
Hamburg, @(!^tt)an!eftrage. ^OiS übetrie^enbe, aud üerfc^iebenen ©ubfianjen, u. q. aud 
fttnfenbem 2;ieröt (Oleum animale) befte^enbe, im SBaffer untddlid^e ^röparat fc^ä^t bie 
^flanjen, ift aber ju oertoerfcn, »eil t& bei unüorfic^tigem Stuf tragen bie beftrid)enen 
triebe fc^obigt. 5(u6erbem öiel au teuer: l kg 4 Wtl, 100 kg 226 aWf. (l); für 1 ha i — 
2 kg nöHg. Soften für l ha (nac^ ^cfftein) 17 STOl. (!) 

e) SBingenrot^fd^c« Slnftrit^öl, ©eauggqueUe: 21. aBingenrotti^SJ^annl^cim. $rä-- 
parat bünnflüffig, ba^er lei^t anzubringen; l)in unb toteber Bräunung ber 9hbeln beob« 
achtet; 100 kg 24 W. 

f) SBilboerbigfett. Bezugsquelle : (S^emtfc^e Sabrif a.9iJ?5IIer. mbamm. 100 kg 
8,76 m, 8(i|ü(t nid^t nad^^altig, n^etl ju leicht abgetoafc^en. 

g) SBilbfcbuJfett. Bezugsquelle: ©ieSner-Sranffurt a. 3R. 100 kg 27 m, er= 
folg befriebigenb. 

h) SBtlbfragfett. Bezugsquelle: Berliner ^alfejtraft^ unb gettwarenfabrif 9lei* 
nidenborf. 100 kg 30 3Wf.; im allgemeinen befriebigenb. 

i)^trf(^]^orndI. ^n 9?ieberöfteCTeic^ mit (Erfolg angeföenbet. @(^tt)ad^eS Betupfen 
ber S^riebe an ber Slabcluntcrfeite bzn>. ber 9iiiibe bei ßaubl^ölzern genügt; biflig, für l ha 
reicht 1 kg («= $reiS 60—80 geller, im großen 44—60 gelier). 

k) S8albr)eil. Bezugsquelle: 31. Xljomee, SBalbgut Sengelfen bei ffierbo^l i. SBeflf. 
'Smu fKnfenbem 2;ierö( imprögnierte 9BoIIbäufd^d)en »erben mit ^ttje eineS 10 cm langen 
Blumenbra^teS an bie geföl)rbeten ®i:pfeltrtebe angebracht. 8000 @tücf äBoQbäufci^c^en 
7,80 gjlf.; zu teuer. 

1) ?(nbere l^ierl^er gel^örige aWittel finb: ftinfenbeS Xieröt, Bafelin, S58ilbaba!tin öon 
Älemm^Scipzig/ 2:alg, ©c^malz, 2:ran, SBagenfett, Berbiftfalbe „Sleftoral" oon §ut^ unb 
9?ic^ter=BerUn. 

7. Salt 2J{an beftreid^t ober betupft bie ®ipfeI!nofpcn ffinbe Dttober mit gc^ 

löfc^tem S^alf, fo ba§ jcbe ftnof^^e ein ftaHmüftd^en befommt. SSor z« ftarfem Stuf^^ 

tragen, ebenfo oor SScrmenbung frifc^ gelöfc^tcn ftalfeS ift in mamen, ba baS ^alf^ 

mü^d}en bann biStoeiten berart tierl^ärtet, bag bie ßnofpen enttneber gar nic^t ober 

nur f^toer burd^z^^^^^^" öer mögen. SSertrodnen ber äRittclfnofpe unb äRipilbun« 

gen üerf^iebcnfter 2Irt finb bie golge, fobalb ber ßalf in folc^em gaUe im grü^jol^r 

nid^t mit ber $anb entfernt mirb. S)aS ?lbfj)rengen be§ KalfeS burd^ bie pd^ cntfol^f 

tenbe ^ofpe mirb bur^ Sertoenbung 1 — 2 ^a^xt uor bem (Sebraud^ abgelöfd^ten 

ßalfeS ober burd^ SKifc^ung beS ÄatfcS mit onberen ©ubftanzcn (z- 93. S'ul^bung) 

erlei^tcrt. DaS ^nfalfen l)at bei trodener, froftfreier SBitterung z« gcfd^el^en. 83ei 

feu^tcr SBitterung l^aftct ber Soll nid^t, Siegen toöfd^t unb groft fprengt i^n ab, fo^ 

balb er no^ nic^t öölltg troden geworben ift. 

3)ie ©rfolge beS ÄallenS ftnb im aOgemeinen gute. 3)er Äall ift für bie pflanze 
burd^auS unfd^äbltc^ unb ^dlt baS SBilb — menigflenS einige Saläre lang — bom Berbift 
ab. (&x get)ört beS^nlb neben 9laupenletm (^Qlojeroin) unb @tein!o^lenteer ^n ben am mei« 
ften verbreiteten unb bevorzugten 8cf)u^mitteln. Soften beS ^nfalfenS naturgemäß t)er« 
Wieben, noc^ ddftcin im 3)urcöf(^nitt 3,74 3»!. für 1 ha. «ßreiS beS Äal!eS: 100 kg 



9iotmiU>. 49 

1,6—8 aRt; eebarf für 1000 ^flanjen 5 kg. Sit fteilem Xertain fallt eineSfrau an einem 
Za^t titoa 500 ^ftan^en, in ebener Sage aber einige Xaufenbe. 

8. äRifd^ungett mit föalf. Um bie abfd^redenbe SBirlung ober ba§ ^aflDer^ 
mögen ju erhöben, toirb bet Satt fe^r oft nic^t rein, fonbern mit aSerl^anb S^fö^en 
bermenbei ajlan mifd^t i^n mit ^an^t, Su^bung, 3Rxli), S3(ut, Seim, Petroleum, 

Se^m, Asa foetida ufm. im berfd^iebenartigften SSer^ältnid. 

«efannt ift Xrum^d 3Rifc!^un0*): 20 1 gclöfd^ter Äolf »erben mit 1,26 «Pfunb Sein* 
öl unb 1,6 $funb Petroleum ober nur mit le^terem gemifci^t S^m @4u(e Don 10000 
^flonacn finb erforberlit^: 8,6 1 gctöfc^ter ftalf, 0,6 $fb. Seinöl unb 0,7 <pfb. Petroleum. 
i>\t oon SIrump nad^ einem iuürttembergifc^en Sle^ept angemenbete 9]>2if(^ung ttroit» fid^ 
erfolgft^erer unb fteOle ftd^ billiger al» %ttx. föd 1 W. f^rauentagelo^n foßete bad ^aU 
itn Don 1000 $f[anaen 26 $fg. 

9{onnitIatf. 3)ad 9{onmt (Bezugsquelle: ^. oon @tran$, Berlin «(S^arlottenburg, 
C. Staxp, 93erltn 0., 6d)idlerfh:a^e 1) toirb im $er^5Itnid l : 16 mit Gaffer oerbünnt unb 
mit Stall gemengt. $reid: 100 1 60 Wf. @omeit Erfahrungen oorüegen, betod^rt. 

9. Sd^mefctfatjium. Die d^emifd^e gobril ©leltcon, ®rie«]^eim bei granfc 
fürt 0. ÜR., brod^tc in bcn Sauren 1900 unb 1901 unter bem Slamen ©d^mefcls» 
fc^Iamm ein SlbfaUprobuIt in ben ^anbel. bad fid^ infolge feined $au))tbeftanbteild 
Sd^toefelfaljium ate ein fe^r braud^bared @(^u^mitte( gegen SSerbig ermieS. Unter 
bem @inf{u| ber fio^Ienföure ber Suft unb ber Suftfeud^tigfeit ge^t bad @d^mefel^ 
laljium unter Silbung t)on ©d^tvefetmafferftoff langfam in foljlenfauren Satt über. 
2)er unangenehm riec^enbe (S^mefeltpafferftoff ^ölt bad SSilb t)om 93erbi| ab, fobatb 
bad $ra))arat in d^nlid^er SBeife mie ber Satt in berbünntem 3uftanbe an bie fönof))en 
unb Iricbe geftri(^cn mirb. 

Std Srfa^ für ben ba(b aud bem ^anbe( berfd^rounbenen ©d^mefelfd^Iamm 
bringt bie d^emifd^e Sabril 3Iöri5^eim, Dr. ^. SRörbünger in gtörS^eim a. 9R., nencr^ 
bingd ein anbered Sd^mefelfal^iumpro^arat ,.SIoriaf(^n)efeIpafte" auf benäRarlt, 
ha^ ebenfaUd mit SBaffer berbünnt unb mit Surften ufm. auf bie ®ipfeltriebe auf« 
geftric^en mirb. Seim aufbringen finb Surften bber $infel aud pflanzlichem 9Ra^ 
tcriol (SBurjelbürftcn, 5ßiaffaüa<jinfel u. bgl) ju bermenben, ba $infel aug lier* 
borften leidet unbrauchbar tperben. 3" ftaried !(uftragen ift ju oermeiben, um ber 
Silbung Ikarier, bad ^udtreiben ber ^nofpen ftörenbet; Saltmü^^en borjubeugen. 
Sermutlid^ mirb fid^ bad ^xäpaxat ebenfo bemd^ren mie ber ©c^efetfc^Iamm. Sof 
flen: 100 kg 6,50 3Rf., bei Stbna^mc größerer aRengen billiger. 

10. (Sin anbereS, oon ber c^emifc^en f^abri! %. ©c^ac^t in 93raunfd^meig unter bem 
92amen „Sfloroeoit" als gnfeftijib unb S«ngtjib in ben ^anbel gebrad^teS, leidet maffer* 
löiSlic^ed @(!^n?efel))räparat, bem noc^ 9{i!otin unb ^arzfeife ald $auptbeftanbteile jugefe^t 
ftnb, l^at ftc^ nad^ ben auf ber ^errfd^aft ©utebom gewonnenen Erfahrungen aud^ als n)irfs 
fameS »erbiSft^u^mittel ertoicfen (^rei«: 6 kg = 6,76 3Rf.). 

^ie gleid^e f^irma empfiel^It ferner ein billigere^ $rfi^arat „$i£olpuloer gegen 
SBitboerbig" (6 kg » 8 mi). (Slute (Srfolge als ^erbigfc^u^mittel »erben au^ bem oon 
berfelben girma gelieferten Dbftbaum!arbolineum (6 kg ^ 3,6 SJM., 100 kg = 87 STO!.) 
nad^gerül^mt« 

2)ad Slttfbringen famtU(|er ©d^miermittel l^at mögüd^ft bei trocfener 
SBittemng bor Eintritt be§ SBinter«, im Dftober ober Stobember, iu gcfc^el^en. @o 
lange 9legen ober Xäd auf ben $f(an}en l^dngt, ^aften bie aufgetragenen Subftanjen 



1) Xrum*): «. b. Söalbe 1896, 97. 



50 <^flel Su4' ^vi etgen Zitn. 

\iiltä)t ^m adgemehmt genügt rinmaligeS iSnroittent im ^eitiß; ^n unb toieber 
aber (onn SüeberfiDlurtg im Stat^mtntei nohutnbtg tuerben. 

SBte oft eine Äultnc geteert ober geleimt loerben muß, ^öngt bon ^otjort 
tßflanjenalter, Stanbort uff. ab. ^efem entnac^fen ber (Shfa^r roft^et al8 Sii^lcn, 
@<^ulipftanjen bebfirfen beS @4u(e9 meniger lange als geringe Saatfiflanjen; auf 
fc^nac^en ^5beti gie^t fii^ bie Sifiu^periobe mef)r in bie £änge eii auf frifi^. 

Slufgetragen merben bie Stbwe^rmittel teils mit ber bto|en ober buri^ ^lanb« 
f(^ut) ge[(f)&gten $anb, teile unter 3uf)itfena^me Don ^Dlj^fibdien, $tnfe(n, Surften 
ober Seimopfjaroten. Smfife^IenStDert ift ber f&ibxauäf bon langßiettgen SSti^Sbflrftf 
^en. Sun^ reinliche unb einfalle ^nb^obung, ^eit» unb ^ftenerf^amiS unb guten 





66tst\S)i fiangni- 

iilrftt, ■/. 

(nsA etfUMli)- 

Srfolg jett^net fti^ femer bie Dom Mf>f4«< ^orfttoart 

S9flttner') lonftmieite ^op^ ptibflrfte Der ben unberen 

Hilfsmitteln junt SSenoittent eebnu« t>n smppcnfirtir- ber ^flanjen au8. 

S)aS aserljcug btßc^t, toit au« 'übt. 11 trfii^tltd), anl gtiKt ndncn, fit^ gtsenQbn; 

tc^bni, nnicrbingA von Stb«Fa))()tn teilmet{t umj^lDÜtnen 8}a§f|aai6üT|t4nt, beren IS cm 

langt Stiele bui(% ein Si^atnier mtbunben finb unb buT^ eine tCBulict&otc SpiralfdKt i« 

febembtn @an% er^nltro rnnben. 3la<fi fiotfreung brr Spiro IJebetflellff^raiibe niitb bie Um 

^c^ubflang milteU einet gtmffttUdfta Zu]Ua^Mi^t In bie bciben Sfltfttntapfc in foli^er 

Stenge tingebradit, bofi |te bollßänblg gefüllt unb buii^bningen [mi. Sie ju f;^at>^bcn 

Sipfeltiiebe ttKiben hierauf iloi[(^en bie beibcn ^GiftcntSpfe genommen unb unter lei<^tem 

Sufainmenbrflihn ber Sdientet Don unten nat^ oben ^inbuni= 

gejogen (Vbb. 12). SRit einer güOung ber SDrfle (Bnnen na<^ 

Smmeltiaini') in bet JfttQÜ «, nai^ ItautlDein') bie )u 

200 $fIaTijen geleimt nerben. SaS Don dititi*) gegen btc 

IBQttneili^e Surfte erhobene Sebenlen, bog [w ben Seim nic^t 

, ^inieii^enb feß^alle unb ha% befi^aß oielSeim unnüj Berloren 

ge^e, toirb oon Zrautioetn*) als unbegrQnbet jurüdgetoiefen. 

Se liegt aber bei OoO flef&Oten Sflt^en aOcrbingB bie ®efat|r 

I »ot, bog )u Diel Seim oberZeei an bie$flangen aebra^t »trb. 

1) Xrautuein: flllg. g. u. 3.>gtg. IBST, Tfi;lB0i,418. 
- -„ — 2} 31. fotflL »L 1903, 29. ~ 8) «IIa. 5. u. 3 >Stfl- »887, 

««litr.e'Jawowt mi. '6. - 4) 8tt*r. f. g. U. 3». 1908, 378. - 6) «tifl. fj. U. 3.. 

gautiiÄiti. V. 8*9- 190*- *!»■ 




eiflifnci ^md auf bit SQirfttnft^enlcI ift jcbenfaa« bti tiifd) qt-- 
ffintcn iBürftm ju bermciben- ^tei« etnev SoppelbüiRc a 3Rf. 

IBcnigra tauglich alä bie SSüttnctli^t Xoppelbüiite iH bic Dom 
gat^n 6d|cia gu anaiio^i, SScj. ßa|)tl, tonFtniiette 3angen = 
bflifte (f. Hbb. 13) eit nimmt tutnigci QentiittcninQBtubftan} 
auf unb lägt fit^ (na^ ^ttrau) bri lalhm SSettei mit fteifen^ii> 
fltm ober ^ant^i^u^cn nraia« gut faffen. frtiS: 8 5Rf. 

lEbntfo ^t bn Dom gOiitei SSoIttT, got^^aul Hxami, 
ObnfOrßcid ^immtlpfoit iSltg.'iBtj. $ot#bam) tieige^cOtt Stirn- 
apparat') (f. 9bb. 14) teincn Stngang in bie $Ta^ s'fxi''^' '^^ 
btflc^t au0 gmei ^albrunbtn, butt^ ein €c^atnieT miteinanbet Ott' 
bunbtncn bo^Ctn Slei^i^linbcTn, bte oben je eine (Öffnung gum 
Sinffillen brö fitimtfl, unten je biei Heine SuBfluglB^ei boben. 
fßm t|iet fütgt bei fitim auf einen ^Ig unb buii^ bitfen auf bie I 
baiuntn beFinbtidien IQlIrften. Selbe !61e(bgqltRbet ijabm aufibtci J 
inneren (flftcben) i3eite eine ^albninbe 9utt|Bf|Iung. Sätim gufani> 
menHappen ber Blei^j^linber entpe^t infoIgebeHen ein tio^tTaum, 
in befftn unteie4 Snbe bit Itimgetr^nttcn 83Qr^tn hineinragen. ganatn |unt siiata: 
Seim eebiaud) tniib ber ju leitnenbe Xrieb in ben ^ctilraum beA • oui 4d1), b out eta^i, 
anSeinanber g e flopp ten 3nfttumenteS ßenommeti; hierauf niirbber '-'• (i"*««««!") 
tlpporat gulammengenappl unb nad) oben gcjagen, Woburt^' aQe 91abeln auf ber Unter- 
feite mit Seim be^c^en »erben. 3)rn bem npparat nat^gerilfimten ISDigfigen: fparfamei 
iieimtwrbrauib unb reinliche tttbett, flc^t umftdnblidie ^anb^abung alB 9}ac^teil gegeitflbei. 
SejugSquelle: S. C. 91eumann, {trombeig, Sanjiserfirage T6b; $tet2 5 Sit. 

Vii einfach, firaltifc^, titQJQ unb aulnoibentticfi fparfam in bejug auf WatmaU 
BEtbroucti empfetiten p"^ toeitetöin §iini Miiflirinaen aller Sc^mieraiittel piujettm* 
ortig jufommcngebDQene.btegfaine ^olgjiDctge ober Sta^Iftrdfen (Stbb. 15). 3lai) 
bem (finlaui^en ber 3angenfd|enfe[ in bie SSertuttteningSfutiftan) Hemmt man mit 
i^nen ben Xrieb Itii^t ein unb fäf)rt an bteftm Pon unten nac^ oben entlang. 

Sic teiiioeife {d|(e(^tni (Erfahrungen, bie mit eingelnen Sdimiermitteln (Xeer, 
91au)>ttrtetm) bei ju ftaifem Sluftcagen in bejng auf Sraunroerben ber Stobeln unb 
9ii(^tauStreiben ber beftrii^enen ffnofpen qemaäft mürben, regten 
baju an, biefe €(f|miemttttel ni<$t an bie ju ft^üt^enbe $flanje felbft 
jn bringen, f onbem an $o(jftäb(^en ober ^fä^Ie, bie in unmittelbarer 
yta^t ber ^j^anje etngefteift mürben. Sefonbeie Srfotge finb von 
biefem 93trfaf|reR nii^l gu enoarten, ba ba^g Silb oft genug bui^ 
ben ®eru(^ beS @d|miennittels fo wenig Dom ^erbeifaen abgehalten 
roitb, ba^ es fogar bie beftric^enen Iriebe angebt. 

Um bod SSerroittem tion Saaten billiger gu machen, ^t man 
fid| gulueilen bomit begnflgt, bie €aat^eifen mit bei iBenuilternngds 
flöfpgteit ju befprengen ober ift mit ©efen borflber ^nweggefa^ten, 
bie mit Xeer ufro. gefüllt waren, ißom Suffprigen bon£atfmiI(^ ob> 
gefe^en, ^oben oOe biefe SSerfnt^e teine bemcrleniraerte SBirfung 
b getjQbt, fonbem fiub meift jmedtoS getoeftn. fSRwa tut beffer, in \oU 
,»»:"■ ■»i«si' d)tm SSoHe oDe tioften SÄeter eine feäftige ^flanje gu öerwittern. 

Hinue, ^ wrbTHuit 

ÄVfi.w. n. Sefte äRittet. 

1. Xra^lfpiralen (8bb. 16). Sie erften SSerfui^e, bie ^C^entriebe buid) 
tliiiDtdelung mit bOnnem SraE|t ju fdiflten, ftnb mit bem Dom bmunf^roetgtf^en 
1) aorft». 861- 1900, ae. 



52 <Scfted S9ii(l^. @<i^ut gegen 2:tere. 

Sörfter @(^n)abe^) empfohlenen ,,£ronenf(^ä^er gemad^t toorben. 2)ie feinerieit 

in jtoei ©orten, mit unb o^ne SefeftigungÄöfe, angefertigten ftronenfd^fifcer marcn 

S)ra]^tft)tralen, bie über bcn ®i^)feltrteb geftfilpt würben, unb jmar fo, bafe nod^ 

einige JBinbungen ber Spirale über bie (£nbInofpe hinausragten. @ie maren ju teuer 

(1000 ©tücf mit öfe 25 3RI, o^ne Öfe 22 aRf.) unb Ratten au(^ bei ftärferem 

©c^neefaQ SSerle^ungen ber Xriebe jur 9oIge. 

gorftmeiftcr ©imon*) ju ©ttn^aufcn (Sei. Äöffrf) üerwenbete fpöter etma 15 cm 

lange, 0,6 — 0,7 mm ftarfe, geglühte, unüerjinite S)rä^te, fog, Slumenbrd^e. Sie 

toerben in ber äßeife in jtoei loderen, langejogenen SSinbungen um ben ®ipfe{trieb 

^crumgemicfelt, bag bie unterfte SBinbung menn möglich unter bem oberften Sftquirl 

fid^ bcfinbct. SBefentti(^ ift, ba^ baS obere ®nbe be« Sral^te« 4 — 5 cm fcnfret^t 

über bie ©nbfnofpe emporragt. Um Sinfd^nürungcn beg IriebeS bei ju langer $alt^ 

barleit bed 2)ra^te§ t)oriubeugen, ifi ber 2)rabt unmittelbar t)or bem ®eteauc^ mit 

^od^falilöfung ober t)erbünnter Sal^fäure gu be^anbeln unb barauf rafc^ gu trod? 

nen. @r roftet bann früher unb mirb t)on bem ftarfer toerbenben Xriebe t)on aQ^ 

ein abgefprengt. SBenn ber S)ra]^t binnen jtoci 3a]^ren nid^t burc^roftet, bleiben 8e* 

fc^abigungen ber ^flanjen nic^t aui». Soften (9RateriaI unb Arbeitslohn) für 1000 

^flangen 83 $fg., für 1 ba 5,81 3JII, beim Ummideln ber ^flanjen t)or bem @in^ 

pftanjen 63 $fg. für 1000 ^ftanjcn, 4,41 aRf. für 1 ha. 

3lad9 (Stfal^rungen auf bem n^ürttembergifc^en dtet^ier ßatmbac^ betofi^rte fi^ ber 
^ral^t im elften Sa^re (gegen dielte) Dotgüglidi, jpfiter miirben bie ge(4ü]^ten Xriebe unter« 
l^atb beS Quirls in großer 9J^enge abgebiffen. 2)er ^ra^t tt)urbe in SBürttemberg gun&(j^fi 
auf ein runbeS, 2 cm ftarfeS $oIg fpiralförmig aufgen)i(feU unb bann über bie Gipfel« 
fnofpe geftülpt (@t|ftem S^toaht, f. oben). SQSoernle beurteilf bie ^ra^tfpirale auf ®runb 
ber n)ürttembergi{c^en (Erfahrungen atS teuer, nitj^t guoerlöfftg unb unter Umftanben fcj^b^ 
1x6^ für bie ^flanjen (Stfd^r. f. fj. u. 3»- 1903, 484). 

2. gnofpenfc^ü^er „ffrone" unb „ffiii el" oon San j. ©rfinber: mürttem« 
bcrgifd^er Dberförfter unb ^ofiagbinfpeftor San j in Sanb^auS Slofenftein bei Stutt* 
gart. ©ejugSqucDe: Sled^marenfabrif Karl ?I. ®ablcr in S^ffctil^öufen (iKBürttem* 
berg). S)ie ©c^uftmittel beftel^en au^ ©d^toarjblec^, SBei^blec^ ober öerjinftem Stec^. 

®ie „Ärone"') i^SIbb. 17 a) ift ein bis 5 cm langes, 4 cm l^ol^eS unb an einer 
SängSfeitc 3— Ggadig auSgef(^nittcneS Sled^ftüi, baS um bie ju fd^ü^cnbe ^ofpe 
l^crumgebogen unb bur(^ Slnbrücten beS unteren ni^t auSgejoiten leileS befeftigt 
mirb. ©ie toirb an 5Rabet^oIj üertoenbet unb ift im ©erbft berart an bie ^Panje 
aiigubringen, ba| bie S^denenben etmaS tiefer als bie gu fd^ü^enbe ®ipfeIfnofpe gu 
flehen fommen unb, na^ au|en gebogen, bie ffnofpe hongartig umgeben (2lbb. 17 b). 
Um Sefc^öbigungen unb SntmidelungSl^emmungen ber Snbfnofpe gu t)ermetben, 
bürfen bie föronen nur leidet angelegt toerben unb muffen nad^ bem SluSloörtSbiegen 
ber SadCcn bie fiitofpe gang freilaffen. S)ie Senu^ung ber längeren, fünf- unb \tiß^ 
gadigen Sronen empfiehlt fid^ nur bei ftarlen 5ßPangen (liefern), ^m allgemeinen 
genügen für fc^toac^ere $f(angen bie breigadigen ©d^ü^er nic^t nur oolllommen, fon« 
bem finb gmedmägiger, »eil fic ben ®tpfeltrieb unterhalb ber ©nofpe meniger feft 
umfdöließen als bie fi^ übereinanbcr legenben längeren ^onen. S^iolgebeffen bie* 
gen fid^ bie fürgcren ftronen beim ©tärfermerben ber Iriebe leichter Don felbft auf, 



1) TOünb. forftl. ^. XIV, 1898, 171. — 2) 8tf(^r. f. S.u. 3». 1902,669; 1903, 484. 
— 8) «lUg. g. u. 3=8tg. 1901, 336; 1902, 111, 290; 190f», 34. — Sorft». 3bl. 1902, 59; 
1904, 643; lOOft, 447. — 9^?. forftt. ^r. 1901, 26, 




8)otn>{a. 58 

o^ne buri^ ginft^nüren unb I5tnliiindben fflCTfftmmeningfn be« ©itifefs 
tiiebeö ^eibeijiiffl^nn. 

Beim Ausbleiben parieret Sp^btlbung lönnen bie am lefttjatiris 
gen triebe ^ängenbtetbenben €(|Üger no(^ einntat, unter Umßönben 
nßrfi meirmate »ermenbet loerben, StSrfer i3er= 
toftetc Sdi&^et eignen fi^ ju toteberfioltei ^f 
nugung nidit. 

Srfolg im aDgemeinen gut ober befriebi« 
genb. %a me^älirige aUerroenbung her ßrpnen 
aber nur jum Zeil mBgtii^ unb iai Ooift^rift«: 
mägige anbringen jettroubenb ift, fo ijl bafl 
SJerfa^ren felbft nii^t biflig. ßoften : 1 kg Bier= »»- ". • »no^pim^tn ,.«ron"(, nma« wi- 
jocfige fitonen (tunb lOOO Stütf) 1,60 3Jif.; """'"' ' «'*■"■* ''""*"'' ^""'""" 
Sefeftigen fär l ha 8—10 3111, Qtefamttoßen: 10—16 3Rt. für l ba. 

ISilweiIra finb bie burt^ fironni gefi^ft^ten %ntbt untei^Ib be« ®c^fl^eid ticgbem 
obgebllfcn motbe». Stuf fiultuten in bei 9td^e bei XSintnftänbt bed ffiilbel unb bei ßarfen 
SUbßinbcn ^ilfl man ft^ sesen ilt]ti ^in unb micbci no^I aui^ auf Sttc^nung be< io,\m 
ju fe$tnbe Sti&tigtn buri^ anbringen me^rerei £tonen am gfeidren 
bliebe. Z^x6) bie aReB[i<^teit uon l^cTleeungen bei Sßenfditn, SBilb 
unb $flan}en hti SlnicnibunB ber fitontn i^ bon manchen Stilen gegen 
btefe Sc^u^mitlel inS gelb aefü^rt noiben. edm %ileqen beiei» gt- 
biauil^tti, Dmoftetei Stontu eni))fie|lt te fic^ aüerbingj, bie ^ünte 
r-~-' b^xld) ^onbUu^e jn (it^etn. 31» übrigen taffen (idi ©eft^flbigunaen 

I " bn fflaujen bei la^gemSgem Slnbringtn bei fiioaen oenneiben. 3)ie 

I avi Cbrrfteieimorit ') (Webiei 8eifi<^) gemeftete Beobai^tunfl, bofe lO 

I ©tüd Wotmilb infolße abäjenB bettonlet Spanien eingegangen feien, 

ße^t fa Deietngclt ba, bafi man gut tut, nieiteie ä^nlit^c »otfonunniffe 
abjumactcn, t^t man bcn ffionen eine abfolute Si^Ablii^feit für bat 
SBilb betmtfit. 

%a fidi bie jadigen ßionen jum ©i^u^e tjon Saub^öl^em 
Ivemger eignen, \)at Sanj für biefe einen onberen ^ofpenf^üfier, 
„aSidel"*) (3l6b. 18) ^erfleUen laffen. tr befielt aud einem. 
■nba(»iuitbttf<iben.bem (ateinif^en F ö^nlirfien ®Ie(^fttcifen unb niitb an ben ju 
' fd^ülenben Zrieb fo angelegt, ba| ba6 obere fi^male iSnbe (a) bie 

ßnoftie um 0,5 cm überragt Zte Sefeftigung erfotgt bunfi {wrumbiegen beS unteren 
breiten glflgeld c um ben Xrieb. 9lact)bem bann bie Snofpe in bie SAitte befi fBled|i 
flrrifeng geiüÄt worben ift, wirb ber mittlere Heine Stugel b übergebogen, um fie in 
ber geinünfi^ten Soge fep|ut|ülten, 

See SStntef nilrb in itoti IStbgen Don ber oben genannten S9te(^matenfabrjt geliefert. 
Sic geOgeie goim t^ fiii Cit^en^cifler, bie fleinete füi ft^toai^e Stt^cn^i^anicn, ttu^en nfu. 
iephnmt. »open für 100 ölttet 8—10 ffg. erfolg (na* 6e5er»(iSic6en) gut; im boi)' 
rif^en !Qalb mürben aber bie gtft^ü^en Sl^onte oielfot^ unter bent SSicFel abgebiffen. 

Z)ie roeileten oon ßanj noc^ empfohlenen, au8 Blet^ ober Zratit ^etgefteQten 
S(^u6mittel: ßäppi^en ou8 ^iufbled) ober imprägniertem ^flanjenfoferftoff jum Huf' 
fefren ouf bie $flon gen roä^renb be« aSinterä, fiüng8fil)fl|er, i81ect)büten, Slectifafinen, 
fitemmer, Stat^elbra^tgürtet u. a. baben feinen Singang in bie ^la^iä gefunben. 
3. ajer^anfen =- ajergen.*) Ziie p fätüftenben Itiebe Werben mit SBetg 
— ^be bedangen ober lofe umroidett. Um Si^aben an ben Sßflanjen, aKigbilbungcn, 
1) ß^ert. g. u. 3.^3'9- »»OS- «1- - 2) ang. ff. u, 3..8lfl. 1B02, 292. - 3) 5or|ln.. 



54 <^e< 9u(^- <S(^n| gegen Xiere. 

Stnfd^nürutigett, unter ttmftdnben fogar Kbfterben ber (Sipfel ju bermeiben, be^ 
barf ed einer gemiffen SSorftd^t unb ©efc^id (id^feit beim anbringen bed Serged. S« 
barf meber gu feft noc^ ju lofe geloidelt kuerben unb ntug möglic^ft lang unb fc^Ieier- 
artig, aber nid^t bid^t ^erunterl^dngen. 2)a fic^ bie übergehängten äSergf&ben bei äSinb 
unb äBetter ^in unb toieber Inöuelortig um Sno\pt ober Xrieb ^erumfd^Iingen, finb 
Störungen ber normalen Xriebentmidelung ni(^t ganj ju bermeiben; fie jtnb aber 
belanglos, folange beim Sniegen bed ^anfed barauf geartet mirb, ben $anf {koar fo 
feft ju Rängen, bag ber SBinb i^n nic^t fortkoe^t, anbererfeitj» aber fefted Umniidetn 
iti triebe ufw. öermieben wirb. 

(Erfolge ht9 ^er^anfend im großen gan^n gut. Sd^on bie erften mit biefem Sl^ittel 
im ndtbli^en ©c^toargtoalb aufgeführten Setfuc^e lieferten ein fel^r günfiiged SiefuUat, in« 
bem bie mit äBerg berfe^enen ^flanjen buK^^toeg t>erf(^ont blieben, tofil^renb bie bagmifd^en 
befinblt^en, ni^t mit 9Berg bel^angenen, Dom SBilb (9te^wllb) berbiffen tourben. 

^ier unb ba ^at man bie @(^u|toirIung no(^ bucc^ Imprägnierung bed SSerged mit 
^and^t, Petroleum ober ftinfenbem ^ieröl ju er^d^en oerfud^t. 3" folc^em %aUt ift bo^ 
einlegen beiS S^ergeiS erft nad^ oöQigem S^ieberabtrodnen oorgune^men. 

Äojten: fttr lOOO ^flanacn 1,70—2,60 WtL (no<^ (gdftein), für l ha 6—8 Vll, in 
ttefernhilturen ^5^er, mei( bai^ Secg l^ter fd^le(^t ^dlt. 9[af 2087 ha gefd^tt^ter ^id^ 
fteate fi(^ in preugifc^en 9iebteren ber ^ettar (nad^ (Sdfftein) auf 5,96 ä^f. 

9ladi ffiot^ berurfac^te bad ^er^anfen bon 14000 mittelftarfen, etma 1,26 m ^ol^en 
SEBei|tannen in einem %afit einen geitaufmanb bon 14,6 ^gen unb einen ßoflenaufttianb 
bon 28,68 m., mryon 20,96 m. (n9%) auf ben «rbeit^tol^n unb 2,68 m. (11 7^) ouf 
bad äBerg (3600 g) entfallen. ^aS Ser^anfen bon 1000 @tü(! toflete ^ierna^ 1,68 m.\ 
ber Serbraud^ an SBerg l^ierffir fteQte ftcb auf 0,26 kg. 9[ld 9[ufwanb fttr 1 ha ergeben 
ftd^ 6 mi 3n einem atoetten Sratte foftete bog »erlaufen bon 28000 ^pangen 61,60 SKf., 
b}obon 93 7o auf ben ^rbeltMo^n unb 7 7^ auf ha» a^teriat ju red^nen finb. 3)aiS IBer« 
Raufen bon 1000 ^flanjen ftettte fi(^ l^ierbet auf 0,86 ^agedfc^t^teii ober 1,84 20U. (Sin 
Arbeiter lann bei einiger Übung tägltd^ 1200 $flan$en ber^anfen. — ^ebarf an SBerg 
fflr 1 ha 0,76 btd 1 kg. 3Birb ha9 SBerg nid^t getoicfelt, fonbern nur in nuggrogen ^ün« 
beteten gmifd^en bie ^^abetn ber (Slipfettriebe gebrUcit unb ettoaS au^einanber gebogen, fo 
rei^t 1 kg «Berg für 6—6 ha ^in. 

4. Anbringen bon ^apierbüten um bie ftnofpen. SBirflam, aber umjtdnb^ 
lid^ unb teuer, für 1 ha 10—20 3Rf. 

5. Stnbinben fperrigen, trocfenen Steif ig d an ben ^ö^entrieb mit Slumen* 
bra^t. (Sbenf erf olgreid^, aber gleichfalls foftfpielig unb borfi^tige Arbeiter erforbemb. 



III. SWittcI gegen ©d^dten. 

Singer ben bereite oben (@. 38 f.) unter ben allgemeinen @d^u|magregeln l^er« 
borgel^obenen äRitteln jur Vorbeugung unb S9efdm|)fung ber @d^dlfd^dben ftnb bie 
nac^fte^enben, teils mit bem gefdl^beten Dbielt, teils mit bem fd^dbigenben SBilbe 
fid^ bcfaffenben 9Ragnaf|men afö mc^r ober minber erfolgreich ju nennen. 3Bir tei^ 
len fie ein in: 

a) borbeugenbc forfttoirtfd^aftlic^e SRagnal^men, 

b) borbeugenbe äJiagna^men ber SBilbpflege, 

c) birelte @c^u^mittet 



Sbt. 1887, 606; 1894, 248, 603; 1896, 606; 1896, 146; 1897, 132. — Stfc^r. f. g. U. 
3». 1900, 764; 1902, 61. — «ffg. g. U. 3«8tg. 1891, 216, 397. 



9loit9Ub. 65 

a) Sorbeugenbe forfitDtrtfc^aftHci^e aJla|na^inen. 

1. SKa^regeln ber Seftanbedbegrünbung: Segunftigung Dan ^oliorten, 
bte frä^jettig Sorte bilben, j. S. Siefer, S&tc^e; Seimifc^ung ber ^efer }ur 3i(^te; 
SBa^I enger, itnregelma|tger Serb&nbe, nm beut äBilb bad $tn^ unb ^ertoec^feln ju 
erf(^meren. Son anberer Seite toirb bie Seborjugung meiten $f{anienabftanbe4 
unb bie 9tni9enbung bon $(a^efaat ober S3üf(i^el))flaniung em)>fo]^(en, um 8&ume 
iu er^ie^en, bie burc^ i^re tiefe unb fraftige 93eaftung bor Sc^&Iangriffen gefc^ü^t 
toerbeit, 6$». um 6ä((^eItoeifen Staub ^bei}uffi^ren, bei totidftm beut inneren 
@t&mm(^n bur(^ bie toteren ein med^anifc^er @(^u$ gegen ben Slnbrang bed "S&ih 
bed gem&^rt mirb. 

Um bie iRad^teile ber $6üf(i^elpflan§ung ju umgeben, i^ce Vorteile ahtt au0$unu^n, 
em^fteijlt ' Soc^eifter Xiemann (Mg. g. u. 3.«3tg. 1902, 407) ald SSotbeugungiBmittel 
gegen @c^(be|(!^äbigungen in S^^^tenbeliAnben eine ^^^lattenpflan^ung", bei ber ie 6 
%fian^n, in je 16 cm 9lbflanb üoneinanber, freu^förmig Q auf 46 cm im Ouabrat groge 
^(atten gefegt »erben. 3)ie platten foSen 1,8—2 m, t)on S^Htte an Stitte gemeffen, Qon« 
einanber entfernt fein, ^te vier (Sctpflansen einer platte bleuen bem ^u^ ber Sühttel^fkn^e, 
bürfen blefe be^^lb nie fibermac^fen (!) unb bürfcn erp bann genützt merbeii, toenn bie 
Siitibe beiS Wittelftammed fo ^art geworben ifi, bog fie t)om SSilbe nid^t me^r angenommen 
n)irb(l). liefen unerfüllbaren Soraudfe^ungen fügt Siemann bie tt^entg toalbpflegUc^e 
(Empfehlung an, bie (Scfflangen eoentuefl im 9liter oon 30—86 ISa^ren in 1;6— IJ m 
^O^e ^tt fO|»fen unb ben berbleibenben ©c^aftftummeln bie i^t ^u belaffen. 

2. 9RagregeIn ber Seftanbedergie^ung: ^inaudfd^ieben ber 3)ur(l^fors 
ftungen, bid bte Seftönbe bem Süer, in bem ber ^auptfc^ölfc^aben ftattfinbet, im me^ 
fentUd^en entmod^fen finb; Schonung ber SBetd^^öfser (t(fpe, So^Imetbe ufm.) bei 
ben erften S)ur(^forftungen, Ste^nlaffen ganj unterbrüdter äftiger Sjremplare, unter 
Umftänben nur köpfen — ftatt ^erouÄue^men — ber ju entfernenben Stangen, 

Sie oft gehörte @mpfe^(ung, bie S)urc^forftungen, menn fte einmal begonnen 
^aben, möglic^ft fräftig }u fül^ren, um burd^ berftörfte 93e(id^tung bte Sortebilbung 
an ben becbletbenben Stammen ju förbern, ift prattifd^ bebeutungdlod. @^e bie SHnbe 
bie bem äSilbe nic^t me^r jufagenbe SSerfaffung angenommen ^at, finb in ber ^ier^ 
für notmenbigen langen S^ii bie Saume (öngft gefc^dlt unb ruiniert. 

flberl^aupt faßt bei ben meiften ber borfte^enb aufgeführten forfttotrt)d^aft(i(^en 
Sorbeugungdmagregeln, menn nid^t ein unau^gletd^Iic^er ^Biberftreit ber 9(nfd^auun^ 
gen, fo boc^ ein me^r ober minber großer (Segenfa^ ju ben Siegeln unb Gepflogen« 
Reiten bed malbbauUc^ forretten Sorge^end auf. 2)en genannten 9Ra|3rege(n tann 
bed^alb im SBirtfc^aftdmalbe ein nennendmerter praftifd^er SBert nid^t beigemeffen 
werben. SBo^t aber ^aben pe Sebeutung für ben Itergartenbetrieb, bei melc^em bem 
SSilbe ia hoi) me^r ober meniger umfängliche, mit ben Se^ren ber rationellen Sorft« 
»irtfc^aft in SBiberfprud^ fte^enbe ßonjeffionen gemacht merben muffen. 

b) )6orbeugenbe SJtagna^men ber 93ilbpflege. 

Unter Sejugna^me auf bie S. 42 f. ermähnten, auf ^ebung ber natürlichen unb 
fünfttic^en @rna^rungdoer^ö(tniffe abjiefenben 3Ritte( feien ergan^enb bieienigen 
9Ragrege(n ber SBilbpftege genannt, bereu ^aupt- ober Stebenjmed Serminberung 
ober Sefeitigung ber Sc^älf^öben ift. 

1. Sorge für ^rofe^ unb Sinbendfung (ogl. S. 43). 3)urc^ gädung 
Don äSeid^^öl^ern im äBinter ober, mo fol^e fehlen, oon liefern ober Sitten, fann 
namentlich in ben äSinterftdnben, in ber 9ld^e ber Fütterungen unb an bem S93ec^fe( 



Ö6 ^t$t^ 9nfi. ^4*1^ 9V* Xkft. 

bctt Scbütfii^ bfd Stibfd uo^ SKsbf Qkngf gdfi^ct nb hit Scfio^ bcr fBinln^ 
fd^ liiwg tKm bctt ftf^Qü^fii Scfirabc fcnmc^ollCB luctbcA. Sic aMowniBi^tii StoB' 
gcii «fiffm noc^ rab nu^ tot Serfotifr bc§ Sinters gcfoOt snb bat SBübc sagoag^ 
tti^ genuu^, oHo fo gelegt mesben, ba| fte sii^ üerfii^Kiea Sbucb. So befimbcie 
Sorrii^tiiBgeii fftttgn Miifi. gettoffen metben foDen ober Iomui, camific^ ^d^ bie 
Stongeit 1 m aber ben Soben bnrd) etnes St^rf^ieb etngiAriilai snb fie m^ilcgeii, 
pißt bie Serbinbmig itmfc^ Stnmtrf nnb &^ jn löfes. 

(Ed ti^dfnnt aOerbingd bad auf naiu^ Seitnt kb^ft gcöngerte B eb e mtai 
mil^t imberei^fgt, ba| bnrc^ bie eben genannten gallnngen ber €<^dlneignng bed 
Silbed nur Sorfc^nb geleiftet unb baS €<^lnbel nnr gro6 gebogen nnrbe. So num 
ba# @(^en no(^ ntil^ a(d nnandrottbore Untngenb anfielt, mog ed ru!^ fein, oon 
bent Serfa^en ber Xinbenborlage abjnfe^, obgletc!^ man bann and^ gegen ben 
tointerlic^ SdQnngSbetiieb ben SortDurf er^ben tann, ba§ er fc^ölforbemb toirft 

2. gütternng mit Kinbenerfa^mittetn. £ie Xnfc^nung, ba|bie6<^' 

nrfa(^ im Sebfirfnid be§ Si(be9 nai^ gemiffen in ber fftuibt en^altenen @toffen 

(Statt, C)erbftoff, dmfer, ©al}, Saffer) jn ^uiftn fei, bie bem Silbe ie^t nic^ me^ 

tote e^ebem in ber natürlichen «fnng in ^inreic^enber SRenge geboten mürben, fn^rte 

folgerichtig 2U Snttemngdoerfnc^ mit manc^rlei „Stinbenfurrogaten". £te 

mit fmlberifterten (&afläf^ttn, gemahlener Sic^n«, ^id^ten'^ nnb Xannenrinbe, aOrr» 

^onb 2od^ nnb Sitterftoffen (9nid, Sermnt, Seilc^ntonrjel, Saimnd ufm), oor 

äütm aber mit p^odp^orfanrem ftal! an Srütterungen unb Sal^Ieden burc^^gefü^rten 

dfpmmtnit ^abcn in bejug auf SRinbemng ber @(^ölf(!§aben (einen, menigjjlend 

leinen fit^tbaren (Srfolg gehabt. ILai^ bie auf Smpfe^Iung bon 2)römer audfc^Iieg^ 

üäft Verabreichung maffer^altiger SnoOen^ unb guttergemoi^fe {(!§eint bad gefucl|te 

flO^eilmittel gegen @c^dlfc^fcen nic^t ^u fein. 

(ün befonbeter fBktt i^ bei ber Sc^lfd^äbenbefampfuiig non mand^ Seiten ($ol« 
felb, Keumeifter) bct £;alffütterung betgemeffen tootben. 3)aüon ouSge^b, bag 
^um Aufbau bed food}engecfiftrd unb bed ^^etoei^ed p^odp^orfauret ^alf gehört, untetjteUte 
mau beim SBilbe einen burc^ bie güttening falfarmec guUetmittel nidit befriebigten StalU 
junger, ^ec ffitftltc^ ^lar^fc^ gforfhneifter ^olfelD fud^te biefen ßalf^unger burd) fein 
oegetabilifc^ed SBilbfutterpuItoer, ein ®emcnge bon |)^odp^OTfauTem ßatt unb einer 
Steige üon £ocf{toffen, au fttQen unb fleOte aU 9{ebentt)irfung f of ortiged ^ufl^ören ber S^fiU 
fc^fiben in ^Hudfic^t. (^benfon^enig aber mie bicfe iBer^eigung in Erfüllung ging, erfüSten [idi bie 
(Erwartungen, bie auf bie Serabrei(!^ung ber 9?eumeifterf(i^en SecFfteine, )9on ^art^eU 
f^tterfatf ober t>on Ihtoc^enme^t bei^üglic^ bed €(!^toinbeniS ber @(!^alf(^ben gefe|t nmri)en. 
Sielleid^t laffeu fic^ bie oieleu ^dfie, mo bie 3uful^r ^^o0^^orfanren Italfed ol^ne (ünflug 
auf bie 6(^dlnetgung bed Sßilbed blieb, toie ßaf^parel^) oermutet, bamit erdären, bag 
bem SBilbe ^u toenig Stall — ftatt 40 bi9 50 g töglic^ nur 10 g unb meniger — ^ugefü^rt 
tourbe. 

3. ©dalagen oon ©aljlecfen*); auslegen öon Secffteincn. ßiujeluc 
Seobac^tungen toeifen barauf ^iu, bag reid^Iid^e @a6en bon ©al^ baS Slotmilb t)om 
©dualen jurücf^alten. Wan tmp^t^Ü bedl^alb, ©al^lecfen in ^inreid^enber äRenge im 
Stebier ju fd^Iageu ober bie leichter ju ^anb^abenDen 2edtftetne an aQen geeigneten 
^untten {Bnl^ltn, Fütterungen, Sed^fetU; Siefungen) auSjuIegen. 3)ie na^ ber 9Sor^ 

1) 8ti(^r. f. b. lonbw. »crju(^«ro. in Öfterr. 1904. 868. 

2) 1)er Sn^alt ber ©al^teden (©ul^en) befte^t auS ftetn:^ unb |anbfretem !Be^m unb 
J^oc^« ober ^ic^falj im SSerl^ältniS 4 : l ober 8 : l. Qur ^nlotfung werben ftorf rietftenbe 
@tof[e (äni0, Send^el) beigegeben, ^er S^\^i ^on p^o^^^orfaurem $taVt ift fe^r ^u empfehlen. 



Äottoilb. 57 

fc^rift k)on 91 eunt elfter Don %ai unb Seemann, 3Jloiau^2txpixq, ^ergeflellten Sed^ 
fteine entl^alten aujser bem @alj nod^ p^o^p^ox^auxtn Satt. Sturer biefen befonber^ 
^ergefteUten Steinen loffen fid^ ober auc^ @tüde \)on SSie^folj ober bte aud @a^ 
(inen ju bejie^enben Billigen ^fannenfteine mit gutem Srf olg atö SedEfietne oernienben. 

4. ®IutSauffrif(^nng. gur SScrbefferung ber ftör|)erbef(^affenl^eit unb jur 
S9e^ebung ber mit ber f6r))erlic^en 2)egeneration oft in SSerbinbung gebrod^ten ®ä)äU 
neigung mirb bie Bi^f^^^ frifd^en 93Iutei^ in fd^älgemol^nte SBilbftönbe angeraten. 
2)er 9tat l^at niä^t^ 99ebent(t(^ei^ an fic^, folange ed fid^ um (Sinfül^mng fc^ölfreten 
SBitbeiS l^anbelt. Seim Segug t)on Xiergattenmilb aber läuft man ©efal^r, ben Sod 
gum (Gärtner gu fe^en, ba erfa^rungdgemct^ bad Xiergartenmilb bem (S^äKafter am 
mctften oerfoHen ift. 

5. Sbfd^ug ber fd^dlenben Xiere. 3n SBilbftänben, in benen bad ©dualen 
nur üon einjelnen @tädCen ausgeübt n)irb, em^^fiel^It \\ä) bie S9erfi(ffid^tigung biefer 
SSoIfj^berfü^rer bei ber @tanbedregelung. 2)er Slbfc^u^ ber fd^ölenben @tüde ift 
aber nid^t let^t unb erforbert biet gett unb äRfil^e. 

6. ^infi^tlid^ ber Anlage unb Sage ber Fütterungen fei noc^ einmal auf 
S)eientralifterung ber gütterungen unb i^re ©rric^tung in ben älteren, bem ©dualen 
nid^t me^r aui^gefe^ten Seftänben l^ingeniiefen. 

c) 2)irefte ©(^ufmittel.*) 

1. ©ingattern ber gefä^rbetcn Örtlid^feiten, f. @. 40 f. 

2. SBerwittern ber ®ren jen bur^ Umgießen ber Stangen^ölger mit ©tri!« 
fen, an benen bie mit ber SSertoitterungSfubftanj geträniten ßo^^en ufm. befeftigt 
finb: wertlos. 

2)iefen auf S(ä(^enfd^u| abgielenben äRa^regeln ftel^en bie ja^Ireic^eren Stamm:« 
f c^u|mittel gegenüber, bie, ri^tig angetoenbet, ben @(^u^ bed einzelnen Stammet 
»ermitteln, o^ne bem SBilbc bie i^m nottocnbige SemegungÄfrei^eit unb bie natura 
lid^e $fung ju beeinträchtigen. Die meift l^o^en Soften bed ftammmeifen Bä^niit^ 
mad^en feine Sefd^ränfung auf ben ^auptbefianb notwenbig. 

^ier^er gehören: 

3. 93erh)ittern bed SinjelftammeS burc^ SSeftreid^en mit übelrie^enben 
bjto. fiebrigen ©ubftanjen, j. SB. Petroleum, ^anift, ®Ehementc, fi'arbot, gifd^tran, 
Asa foetida, ©eifenfieberlauge, Dd^fenbtut, Seim, 2^eer. 

Äbgefel^en öon ber burd^ einen leil biefer 3RitteI herbeigeführten SSer^jeftung 
ber SBalbluft, finb bie meiften bon i^nen nic^t wettcrbeftänbig genug, um braud^bar 
genannt »erben ju lönncn, fonbern muffen ju oft erneuert werben. Ser biet emj)- 
fo^Iene 8fiau))enleim g. S9. l^at fid^, rein angewanbt, nic^t bewährt. SBo^l aber wirb 
bie @c^u|wirfung bed SeimeS oerftärft burc^ SSeimifc^ung oon feinlörnigem ©anb 
ober S3ewerfen ber frifc^ geftric^enen ©tämme mit fold^em. ©o lange ber ©anb in 
Jinreic^enber ajienge am ©aume feftttebt — ungefähr 3 3a^re — bleibt ber ©tamm 
oon ©d^dlangriffen berfc^ont. ®benfo fc^ü^en äJiifd^ungen bon Se^m unb ©anb — 



1) SBgl. ßanj: ^ttg. g. u. 3.:=3tQ. 1901, 360. — 5)erf.: ©ilb unb $unb 1908, 
%c. 2—8. — 2)lc ajlittel ffUm ©d^uße bei8 ©ingclftamme« ufw. nad^ ben SlJerjuc^en unb 
©rfo^rungen be« ÄgI. württcmb. ^ofiogbamte« öom S^^rc 1883—1910, bargcfteflt auf ber 
elften internationalen 3>agbaudfteIIung SBien 1910. 



58 ^tf^ 9n6f. &^ §tqtn 

2äfm, StoU, Sonb uiib SmioA — StaSbmU^ niib 6anb; fie finb aber nni fo bAmU 
VüfyXf \t Inftbu^ter fie bat Stantnt obfcl^tiegeit. 

ftoften bed SitftrU^ mit 9tait))eitletiii ober Sc^nunifil^ium (nai^ San}) 4— 
6 ^. für bat Stamm. 2)te Stottootbigfeit dftoprr (Ematanmg maijli bte Snumbnng 
eiiifd SoMfta Snfhrti^ in unferoi eincd longfrifUgot 6(^it|e^ bebürftigat %iäfi!tn^ 
nnb Xamtotbeftdnbat }tt toia:. 

Do: jn ^0^ fio^ toegot verbietet ^ anä^ ber Don San} empfo^kne Xn^ 
ftrti^ ber f(^algefa^rbeten @tamm)Nirtie mit Ölfarbe (Oder mit 8(eitDei§), obgIet<^ 
biefer Snftric^ eine längere @(^u|baner {nfic^em nnb angerbem bie fe^ ertounf^te 
KnfNiffnng an bie natärlii^ Kinbenfarbe ermdgtic^ märbe. San) fc^^t ben £o^ 
fienanftoanb für 1 lia Stangen^ol) bei Sefc^ranlnng bed Snfhric^ anf ben ^axü^U 
befhinb nnb bei nur banbermeifem Snfhreic^ ber }n fc^enben Stamme anf 60 Vit 

Um fo »ertooller fc^eint na^ ben Serfnc^n be^ mürttembergifc^n ^ofjogb^ 
amted bie SSenoenbung oon Steinfo^Ienteer ate Knfhrtc^fnbftan} }u fein. 2)er 
(Bebrarn^ biefeS Stitteld feftt ollerbingft Dorand. ba^ nnr attere, mit 93orIe bebecfte 
$f(anjenteile nnb biefe an^ nnr fo befhric^en »erben, bag ein ütftbii^ter Sbfc^lug 
einer größeren Stammflac^ nic^t eintritt. SSerben biefe Sorandfegnngen nic^t be« 
achtet, fo finb Sunttiondftömngen: ^^mirtungen nnb Unterbinbnng ber Stmung, um 

andb(eibli(^ nnb fü^en unter Umftönben jum Xobe Ded geteerten Stammet. 

Um %ttt 5U fimten, bie Slrbeit gu förbent unb bie ^ßen bamtt auf ein SRinimum 
^xabjubrficfm, ^at £anj eine tragbare 3^rf;)ri|e fonfttuiert (Bezugsquelle: @lebntber 
^olber, 9{a{(^inenfabril in Gelingen, SSBürttemberg), bie ed ermöglicht, ben Xeer bid ober 
bünn aufzutragen, Sriguren aüer iSrt ju fpri^en unb babet rau^borfige ober a^e ©teilen 
au^Z^fparen. Smedm&gigenoeife geft^iel^t bad ^eren an fc^mfi(!^eren @tämm(4en in Sang^ 
ftreifen, a^tfc^en benen 2 cm breite teetfreie Streifen belaffen merben. Stärfere Stangen 
finb in 3i(^5a(flinien bon 2 m abaärtd bid im ^ie^d^e ^u fpri^en. %ai Xeeren tjat 
möglic^ft im ^erbft bei mittlerer Temperatur ^u gefc^e^en. I^alte SBitterung oerbidt ben 
Xeer ju fe^r unb fü^rt 5u unnötigem S^oterialberbrauc^, mä^renb Tarmed SSetter Set' 
fliegen beiS Xttxi unb ftber^ie^en ber ganzen Stammfldc^e zur Srolge ^at. 

^ ®auer bed z^oar nit^t unbebingt, aber bod^ beffer aU aQe anberen Slnftric^mittet 
mirfenben Xeerft^u^eiS beranfc^lagt iOanz auf 15 3a^re, bei bidem ^[uftragen bed Xeeri^ 
auf no(^ länger. 3n Übereinflimmung bamit befinben ftc^ bie nom t!ror^eifter 3^rump 
in ben fürftlic^ ^o^enlol^e^Sangenburgfä^en SBalbungen hii Stu^^auS (X^ftringen) gema(i^ten 
d^fal^rungen. ®in 1886 bafelbft vorgenommener ^eeranftric^ ^at fi(^ me^r atö 20 Saläre 
ttjirffam ertoicfen. 

^ie Soften beltefen ftd^ in Stu^^aud beim Seeren eineiS 30— Söiäl^rigen Steinten« 
pflanzbeftanbed für lOOO Stangen auf 12 "M., mobon 4 9Rt (33 7^) auf ben $(rbeitdIo^n 
unb 8 aßf. (67 7o) auf ben Xcer (90 kg) einft^lieSU^ Transport famcn. — Sanz be* 
rechnet unter ber ^nna^me, bag ein geübter Arbeiter mit 3 äRl Xagelo^n an einem Xage 
600 ©tämme teert unb l^icrzu 76 kg Xeer zum greife öon 4 2Rf. öerbrauc^t, ben Soften» 
auftoanb für l Stamm ouf IV4 5Jfö- 

9lcu ift ber bon Scibt (a. a. D. 58) ftammenbe ©cbanfe, ntc^t ben ^aupt? 
beftanb; fonbern ben Sicbenbcftanb anzuftrcid^cn, unb zroar nid^t mit äbfc^redung^ 
fioffen, fonbern mit Socffubftanzen (Slniä^ unb gcnc^clroaffcr, ?lbfoc]^ungcn tjon Sicb^ 
ftodctmurzel ober üRiftetztoeigen ufro.)- ®tc Siinbe be« 9lcbenbeftanbed fofl babur«^ 
für bad SBitb bcgelirenärocrtcr gemacht unb auf biefe SBcife, ätjulic^ toie burc^ Sorlage 
öon SRinbenöfung (f. S. 55 unter bi)), ber ^auptbeftanb inbireft gefd^üfet »erben. 

4. Sicherung beS (Sinzelftammed burd^ Einzäunung ((Sinprügetn), Sn^ 
Icflen eine« Steifigmantetg (®inbinbcn) ober burcti Slnbringcn öon J)ra^t« 
fc^uftgitter. 



9tomrt(b. o9 

a) Sin' 
tirügetn.3>te 
tä beit etilen 
J)ittd(forp«ns 
gen oufifats 
lenben ft^wa: 

ftangen Wtxi 
ben entaßtt, 
auf 2 m at'- 
SeUngt utib 
jnm Sin^iil: 
ien ber gu 

{(^ügenben 
St&mme in 
ber SSeife bes 

nu^t, ba| 
bun^ ^al|t 
bänber ju« 

( Mb6. IB. Sui* ImiHrHintaiHi atjAfltlrt Siünaniftolfr 

(lattene §otben ben einseinen Stomm umgeben, ©eint $erfletlcn biefer ^orben roet= 
ben bie Stangen abme^felnb nttt bem biden unb bünnen ©nbe oneinanber gelegt. 

^ie®d|utbaueifoId|erUni^otbungen»)ec^fettmitber§ol}art. %eidi^itIjei(SiTlt, 
IStle, a^pe, Sa^lweibe) Ratten 4—6 3o^te, tiefer 7-8, gictite bis 12 ^a^xt. 35ie ftoften 
PeDen ftd) auf 8—12 ^fg, für 1 ©tomm, totauägefe^t, bafe bo8 auf 20— 30 SRI. fflt 
1 ha ju betoectenbe Sitibinbemateriot nidjt Don lueit tier transportiert roerben mufe, fon; 
bem an Ort unb Stelle in ^inreti^enber SRenge unb S9ef(^affent)ett jui 33erfügung {Itfit. 

b) Sinbinben. ®er ju fdiü^enbe Stamm mirb mit einem Stfiu&müntel au8 
bem bei ben SJutc^forftungen auSfaflenben ^ftteifig umgeben. 3ti Seftänben, bie fi(^ 
noc^ ni(^t gereinigt ^aben, lann ber Sif)u^mantel aud) burd) ^leroufs ober ^nintets 
)tet)en grüner feftfitienber ^fte, burdi fog. (^rfineinbanb, ^ergefteDt roerben. 

Seim Xtodeneinbanb ^at bie SuefU^rung in ber SSeife ju gefd)e(ien, bog 
einer ber beiben julammenarbeitenben Strbeiter ein Sünbel ftäcterec, nic^t ju furjer 
Äpe nimmt unb fie mit ber ©pige nacfi unten um ben unteren Si^aftlett legt, n)P= 
bei bie bieten Snben bis auf 1,75 m $)i)^e ^inaufreid)en foQen. 'huxi) jtDeimaligeS 
Umbinben beS JReifigmantetS (eitenä beS jtDeiten Arbeiters mit fc^niac^em gegiü^ten 
S>ra^t rotrb baS ^eiunteifaden \>eS !Ret|ige uei^inbert unb iuxif SinfQgen Don 2— 
3 ftarfen ^ften in ben SWantet bem ©nwad^len beB 3)ralttea in ben Stamm Dorges 
beugt (Abb. 19 «nb 20). Sloften beä ffleria^renä etroo 9— laSOff. für lUOO Stämme 
ober 12—14 SR!, für 1 ha; Sc^uftbauer 8-10 Sa^te. ©ine ber belannteften unb 
beroä^rleften Sd^ugmaEina^men gegen Sc^atjctiäbcn, uon £). äteug erflmalig beft^tie« 
ben unb in ben SBalbungen Don DobHfdi f(^on feit 1872 nngeiDenbet. 

aRitbtm auftreten flfiretteriSi^aiittiastn in ben jünseren ^tltergnaffen ift ber @l[fln^ 
einbonb jum €d|uge btc !d)On lange uoi bei erften Xmit^forftuiig ge[&^ibeten Seßfinbe 
me^i unb me^t eingeführt raorben, hierbei etlolgt bie Anfertigung bH 91eifigmantell butt^ 
KufnäTta- ober 91 bmniti biegen bei eireit^baren 'flflaiiirle unb tJreß^alten bcifelben mittel! 
Üia^tfc^IingeiT (^bb. 21). &<uiten im \o ent^ dien ben äd)n|)mantel, bie nii^t tosäj entfpTe> 



erlteg %u(f|. Qäjui aegen txtxt. 



ältttbe Snippinung bei äfle junt ^er^t^minbtn qebiad)t roeibcn tünnen, mfltjen buii^ Kn= 
P«den ton Seifig ergänjt loerben. Soften: 6—9 Bf- för l Stamm; 2c^u^^bou« je nadi bem 
«fheiffttum 3—6 ga^w. 3n enfl«en, It^wat^ btapeten *fIattjBe(tänben |rt)iebt baS SBilb 
btn bflnnen SInrigmanttl meifl balb auieinanber, um gu (d|filen. 

Db^UiH) bie eben genannten 3Jerfat)ren bei giitet StuflfÖ^runQ beS @ttt))rüge(n8 
ober UinbtnbenS auf (ütjere ober löngere 3*'' «"«" abfotuten ©(f)ut üor Sc^älan' 
griffen getoä^rleiften, ^afteit i!|neii bot^ nic^t jit überfe^enbe 9la(^teiCe an. Sie finb 
toftfpietig, «flögen bie geuerSgefa^r ganj bebeutenb unb jietien bie ©(|älperiobe ber 
!6eftänbe in bte Sönge, nieil bie Stinbe im @t^uge beS (EinbinbemntenateiS Itieniger 
ft^neO eiffärtel atS am tiid|t grfdjü^ten Stamm unb infolgebeffen länger angenom* 
men mirb. 

c) 3n Simaeung biefei 3[niEißi!nbe empfahl Sana bie 9nwenbung Don X^Ta^tjdiug' 
gittern, ^ic^ Qufl)ängtn eines auS 3Ka|cE|enge|It(^t j^linberffirtnig gufammenqtbosenen, 
1,6 m langen Xira^ltorbeS an einem ober mehreren, in 2 m $ai)c befinbli^en SJ^en ober 
— wenn äftt fehlen — an filammeiii, (oQ btt unlcie Si^üfttcil geji^üpt roetben, iai Ser= 
faxten i(t (eV teuer (füi 1 ©tamm 16—35 JJf.) unb ^ol \\ä] nn* Ben iErfofiningen be^ ttifltt= 
lembeigifc^eii .öofjagbaintefl nidjt einmal bemä^tt, roeil baS SBilb bei Serroenbunfl eineä Se- 
flei^teä oon 51 mm ^laji^entoeite tiogbem fi^älte unb augetbem bie frei ^tiab^Angenben 
2)iat|tt0rbe in bie |)ü^e fc^ob, um ju bei 9<inbe ju gelangen, ^ie ^ieiaue fii^ eigebenbe 
Sotnienbialeit, bie ©cftupgitter outfi unten ju beffftiqen, Infet ti ridiiigei eridjeinen, bie ju 
fi^ütjenben Stämme in bei üblidgen ^eije mit einem au! bem %Dben aufgtfleDten $ral|t> 
ne(f JU umgeben. Sie l]0^en Soften rechtfertigen bie Mumeubung biejcä äßittelä aber eben 
nur an Singelftangen bei befonberä neituollen ^olgarten. 




Slotroilb. 61 

5. @ict)ccuiig hei ©tantmeS but(^ |)aijintrurtatioit. 9Joit ber l£rfa^ 
nmg aud(|C^enb, ba§ burc^ ^aijaudflug rau^ stioDibene unb ütieifruftete 9}inbe Dom 
ffiilbe nicfjt angegntiBeit loirb, (inb in neuerer S"tnitl|rere SSerfjeuge jur ffierrouns 
bung ber 9tiiibe ber Slabel^öljer unb bamit jui (£rjeugung Don ^aijouSflug ^eige> 
flcQt unb empfofileii morben. ^er bem ^cfoEiTeR guornitbe tiegenbe ®eban(e iß 
nidit neu, fonbem ftnbet fi(^ ebenfoll« in bem 9leu6Jct|en 93ut^e über bie ©(^älbefcfiäs 
bigung buri^ ^odiroilb (Berlin 1889) erftmalig bargelegt. Stuf tünftlii^e $arjf 
infruftation laufen f|innu2: 

a) bet Slanimigerlc^e ®(^«öIroöer>) 3)a8 ^ 
Don bem 3rci^errli(^ Don Set^mannfci^en SM'^ Stäm- 
miger, ßBnigftein im Xamiud, erfonnene SBerEjeug ift 
ein mit einem ^onbgriff tierfe^eneä bo^j^jeffeitigeä fhali' 
(ifen, beffen 6eiber|että fünf jc^örfe 3ö^ne nii^t in ge; 
raber ßinie, fonbem in einer ber Stammform eittf^ire: 6'""""'fl"» s^uttwgtr. '/.- 
(^enben lonfaDen Slunbung fielen (%bb. 22). 3e na^ bei Stommftärle {inb me^r ober 
neniger weit geöffnete ffra^er anjuroenben. Siet Derfdiieben runbe, an iwei ©(^u6= 
tra^tm Dereinigte i£ra^eifen finb im aQgemeinen für alle jüngeren Bt<i)tenbeftSnbe 
nnäteidienb. $rei« eine« Rtafier« 1,50 aJI!. 

%eim <Stbta»d) merben bie jucot bis auf 2 m $B^e auii^uaftenben Stangen bun^ 
langt, mit bem @(bii^ha^ei Don obtn na<^ unten ju fü^renbe ©trii^e beiarl Dennunbet, 
ba| bie patatttl beilnufenben, S cm Dontinanber enlfcrnten SünBenriffe iiibglt(^[t biä auf 
ba4 $Dlj leiten. Xun fie haS nit^t, fo ift ber ^atjauäfluB nui fdimad). 3)e3 ftadenn 
^arjfluffet ßegeii empfiehlt ee fid), noni april bis 3uli ju tia^en. j^often fflr 1 (Stamm 
1-1,5 !ßf,, fü[ 1 iift (bei ffltjt^ränfuna ou* ben ^auptbeflaiib) 8— lü SB». 

aelAen ffiinfluö boä fiiaßen auf SE8a*Btum unb ©ejunbfieit bet bc^anbelten ©tflmme 
ausübt, fle^t norf) md|t ^inreidienb fc^. DeiraleT*) beurteilt bitfen i^injlug auf ©runb 
feiner Unteifuc^ungen uon 16 [itTtagteir Stämmen 
fc^T ungDti|tig unb eillatt bie SnUcnbung beS 
St^uBFcagcTS infoige fingeibrcilen ilb^teibenS beS 
lebcnben SeniebcS nn btc ffiropfurf^e für ^öt^ft 
aefäljrlidi. 'Bad) lärfaftiLinaeii auf iflcbrii<^eii Ser= 
fudiSflättieii ift bie ßraBarbeil jimlid) anftien* 
genb, wenn genügenb lieft SHiffe an filletein 
«6.«. ffiunfttotä «iiiilumab, '/,. ^^^^^ „j^^gj „^^jj^,, j^u^^^ ^^^ f^^^^^^^ [,j(^g, 

Hibtiter. äBeitci ift tS |tl|r n?td)tig, bie Sa^nmnbung bei Stammtunbung möalii^ft gtnau 
anjU4)afieii, ba fonft nur bie beibtn flugrren obtr nur bit mitllfitn ^&1)nt beS Sta|t[B fo 
ju niicren imftaube finb, bafe ber fltnii'lnfrfUe ©ntjauäflu6 tntfte^t. 

b) Xoä äRünftf(f)e Spunlfierrob. Sei bicfem bnrcfi Sorftmeifter SRünfts 
lübingen I)«gefteIIteii unb im ©t^önbui^, SeBier ©ntringen, an 80000 3i(§ten er= 
folgreic^ angeroenbeten 3nftrument werben bie ben ^ar^QuäfluS f)er6eifüt|renben 
SSermunbnngen burcfi ü&erfat)ren ber gtattrinbigen eiammlcile mit einem geftac^el* 
tenIRabe erjeugt {Abb. 23). Sieben bem auäbtingenben unb Dertrufteitben^or^fdieint 
oui^ ber in ben Vertiefungen fidi bitbenbe fflunblorl baS SSilb Dom ©träten abju* 
galten. SQJenigftenä finb im S^Sitbud) ou<^ jene ©taugen unberührt geblieben, bie 
troti beä 5ßunltierenS leinen ^arjauöftiig tiatlen. Unangenehme golgen, iiamlid» Ouet' 
fd^ungen unb SIbfterben hti Kambium« jeigteu \\d) nur bei ju ftarfem ^ufbrüden 
unb JU oft miebert)oltem Qberfntiren bet glei(f)en Stammpattie. Soften beS ^unttieren« 
1—2 $f. für 1 Stamm. 

1} Slaubejanb; goifin). 3bl. 11)07, 60fi. — S) ogl. oon SlaeSfelb: b. ätotuilb. 
S. «ufl,, 206 




l£iileä iBiut). Si^ug gtflcn Zitn, 

c) SanäJcfier 8iinben(|obeI>) 2)« MtPparat, ein in ein 
etferneS, ftü^er jlpei^ntitged, je^t ein^änbigeS ©efteU eingefc^taubs 
tes, DerfteDböK« §o&eleifen (?l6b. 24, a, b) bient bajii, bie 8Knbe, 
itnb iwar nur bie $crtl)ermfd|id|t, in fleineii, motlftflrfengroSen 
Steden,. gong oUx^ä^üä) obsu^obeln {abb. 25). Duetfc^nflen 
unb ißecleßungm hti ^ambiumfi loQen mög< 
lidfff oerinieben werben. ®uti^ baS pöbeln foQ 
(ein ^atjOuSfluS ^erOörgerufen Werben. ^a8 
93erfa^ren jiett oielnte^r lebiglii^ auf ißitbuug 
f'i^nt'^li. tütiftli*« Sorte ab. Ser gehobelte untere 
SänWaf, Slanimteil ioQ um ^a^tge^nte frütier, afe eS 
MBt^ötm,"' f'"'f* ^"^ SHütui auä ge|t^e^en luürbe, p einet 

V.. fo ftarfeu Sortebilbung Detanlaftt merben, bofe ***■ ""^ 

ba$ 9Bilb Dom Si^Üten abgetialten mirb. iSon befonberer 3Bii$tig(eit ift, ba^ jtuifc^eii 
ben einjefnen $obe(flelIen feine grö§ereu unoeite^ten Stinbenteile ftelien bleiben, 
roeif foli^e fonft ba« SBilb jum ©i^öfen oer(eiten. SSie ungetiobelten Minbeiifrttifen 
[öden mSg(i<$ft nit^t breiter a(S l cm fein. 

Slad) ßanj beginnt bie Si^u^niiiluiig bed am beflni in bei Seit von IKuguß bi9 
Oltobtr onreenommencn ^obtlid nit^t fofoit, ionbtm eift nad) etnia 2 SHonaten, ßtiQcrt 
fu^ itier oon ba an bis ju jnH Sla^Ten unb ift im Seigleiffie ju ben Soßen unb jurSii' 
(ung anbttev @tammfd|u^iniHtI eine gute. Sa^tttlige, in Siefonnation bei gehobelten Stamm' 
IJüttif befte^enbe golsen (inb nur 
tri unri^lieet — ju tiefet— «uS« 
ffifirttna bcä pöbeln* j" befüicb- 
len. Über bie Sdiutbouet fehlen 
no* a6f*tie6enbe SifüStungen, 
ba bie Serfui^e mit btm Sinbes' 
^obtl in ben rnDTttembetsifi^en 
^ofiogbieoieten «ft 1907 ringe» 
leitet njotben fmb. Äoflen^für 
eintn Stamm i— 1 ¥f-, in 8«"= 
ftigen fällen 1—1,6 ¥f- *ieiS 
itS SlinbenbobeU 4,&0 SNL 
(Dtalitfleiiifbefobiit 3- g. Sto^iet 
in Stuttgart, ffingeflr. 8). Ka^ 
ben biälang DDiIiegenben %eob' 
adltungen (f. aui^ Cften. g. u. 
3.=atfl. 1918, asi, 391) f^eint 
bül 4>obete. riditige Kuafü^ning 
UociiuäQefelt, ein gang braut^' 
baT(fl unb nit^t ju teuteS S^ug» 
mittel gegen Sc^Slfc^Sben gn fein. 

d)2anif<$er9iinben: 
ftiieget (abb.26). ßur Ec* 
jeugung einet lou^cn, Dom 
®i|äten abliattenben Stamm« 
obetflädie an ben (larjfreten 
Saub^ülgem luenbet Sang ein 

MbS. 16. gTi|[5g[SDbcTlti Slümin, »ic (i"*''!'''''" >Wtn HO* ttttM 

iiA^ri juIntnincnsctliA nnCm, tamil bol (Bil^ DiegliAH iinilg fln> 

eiiff«f[iiitt ci^ait. 1) SilDa 191S, 9It. 88. 



SlotiDilb. 63 

bcRi SIoRimiflerfdini Sdiufelratiei ä^nli<^3 3n|hru> 

ment in Sonn unb auSpattuna eintfl ßettißiinlicfini 

©trifßelS an. S)ie feine, in jWei ©torlen (3 unb 

8 mm) Dorgefe^ene 3fi%n>i«9 P^Ö* 'n fletob« Sinie. 

X)ie %[u8fül|iun9 ttS SttiegcInS erfolgt in bec SBeife, 

brö burt^ flbexfaiiren bet gtattrinbiaen ©tammteite 

Don D&en nac(| unten (^b. 26b) feidEite, ntSgltt^t 

nur Mfl ju % ber Stinbenbitfe einbringenbe Rra^' 

munben erjeugt roeiben, bie jt^ in Turgei 3nt buri^ 

SBunblotl fc^Iiegen, mit junetimenbem Stiienroa«^«' 

tum enoettern unb aufneifen. ^uc^ biefe tünßli(^e 

Sorfebitbung belontntt bie Sltnbe eine rau^e Ober: 

flSifie, bie ben erforberlidien @äuK cor @(bÖlans ... 

griffen genjälirt. Sang J)a(t bo« ißerfatiren bet 

lanne, @i(^, 8u(^, Sft^e, a^oni för btaw^bat, Dermag feine Änfiifit aber not^ 

ni(&t auf ^inteit^be Grfatiningm gu ftä^en. Sin Arbeiter foQ an einem Xage 

bis iu 600 Saub^olg^angen ftriegetn ffinnen. ($ret8 3,50 Wl.). 

e) SBtnn btc Sitnbe ber gu be^anbelnben Saub^Blgtr fo ^ait ift, bog bet Slinbnt' 
VriCBtl nltfit ßenüeenb eingreift, 1o [oll bet „SJoppetreißcr" benu^l merben. aßltbiefem 
©ertgeugt IBnnen burrf) einmalifltS ^enintetfo^ten am ®<^aft je gnici nntft bei ©tenung 
btr 9Iti|ei[en 2,6 bifl 4,6 cm boneinanbet entffmte fflitfe ergeugt TOfrten. 3)le ffleifeeilen 
finb \a dngufleOcn, bag fie nic^t meitcr a\i bi» etna gur ^{fte bet Sllnbeitbide ringteifcn 
tBnnen. Ziog btefn legten $untt U&r 
mistig i|l, ge^t auS ben |e^T ungOnftf: 
gen (Eifatriungen ^erooi. bie auf btm 
1il4fif(^en €taatSIoißteeier ^oRelKiig mit 
bem S)0))))eIiei6eT gebammelt noiben finb. 
«n ben im 3o^ie 1809 ^itimit geliries 
gelten Bulben ^aben Ticd bUisisguifi^en 
ben bunl^ bie 8)eigeijen uenirfac^ttn ein> 
riffen Icipenartig ooifpiingenbe tfdngS" 
mülfie gebilbet (916b. ST). SBd^Tfi^einli^ 
ftnb Infolge Don gu tiefem Sinreigeni Kam- 
bium unb Stinbe an bn Sragfun^e in äfiD' 
lit^ SSeife abgeßoiben, mie H Senglei 
an Stabel^aigein beoba^tete, bie mit bem 
Si^utjtra^T be^anbelt tsoiben watrn. 3)er 
aufgehobene ütinbenbiurf führte bann gum 
{fntpe^en bet auffflQigtn, ben unteren 
Stammteil Dentnftaltenben SAnglmfttfte. 
Sie •Defa^tdt^Ieit bei Beitjeugeä ($ie{S 
12 SRI.) bfiifte bamit beftiejen iein. 

«. Siegelung bc« Stammet 
buTi^ Sßetallßadjel (£angfd|eS @ta< 
^cIueifa^Ten). X)te gefd^tbete Stamme 
Dartie nrtrb mit fc^atfen jioineii obii Sta^ 
i^etn aai aKelaH gefcicft, |o bag baS ^ilb 
bei €(^dtD(i:|u(^n firf) seilest unb babun^ ^ 

abfie|d.«dt mirb, I=ie üon Sang na<^ ati. „j_ „_ , ^, ,^ somlr.lS« beft-nM« Ou<6. mU 
Idjeinenti etgebniaiojen Serlut^en mit iritKnorttam EanasrofiiBfn mWn bm ttinrifltn. 
XKo^anfifKttfn, 6tad|elbra^tgarteln b Ouciiimiitt bmiii brn tifvnnitnrn 64amn(. 



64 ^t» Sud^. @(^u| gegen Siere. 

unb ^ta\)U ober 93Ied^fiemen in Socfc^lag gebrachten 8d^ftIbome, ©(^(aufenflod^el nnb 
ßnopfftac^el bürften, {elbft toenn fie ftd^ bett>d^ren \oUttn, »eitere @^m^at]^ien nic^t audlöfext. 

Z)er aRe^rja^t ber genannten Stammfd^u^mittel ift teifö tuegen ju ^o^er Soften, 
tette toegen mangeinber Unfd^ablici^feit für ben gefd^u^ten Stamm, teitö aud^ and 
dftl^etifd^en (Srünben, ber praftifd^e Sßert nid^t jnjufpred^en, ber i^nen im gntereffe 
ht^ SBilbftanbed ju toünfd^en möre. S)er SSergleid^ ber @tammfd^u^t)erfal^ren mit 
ben for^irtfd^aftlid^en unb tDiIb))fIegIi(^en 93or6eugungi$ma|na^men toetft tro^bem 
aber mit großer 2)eutUd^feit barauf ^in, bag eine befriebtgenbe Söfung ber für ben 
SBtrtfc^aft^malb l^oc^ mutigen @c^älfrage Dorerft nur auf bem SBeae bei$ bireften 
©tammfd^u^eS ju ermarten tft. 



8e|anbltttt0 bon @i|&Ifieflanben. 

5)cr öon felbft fic^ ergcbcnben SSorfc^rift. bei ber Scftanb^pflegc in nur teil* 
toeife gefd^dlten 93eftanben auf aümd^Ud^e Entfernung bei^ gefd^dlten äRateriaIed l^in^ 
zuarbeiten, Id^t ftc^ bietfac^ nid^t in boQem Umfange nad^tommen, mett in Seftdnben, 
too nid^t ieber 93aum gefc^dtt mürbe, biefed boc^ fieser an ben bormäd^figften unb 
beften Stangen gcf c^al^. Sefetere f dmtlid^ ju entfernen, Verbietet fic§ jumeift auS matb^^ 
bauKd^cn ®rünben. S3ei ben Surd^forftungen fann nur bie ©ntnal^me ber am ftdrl^ 
ften gefd^dtten (S^emptare, unb jtoar aud^ bann nur in S^age fommen, menn nic^t 
ober nur loentg gefc^dtte Srfa^ftdmme in entfpre(^enber ©tedung borl^anben finb. 

©benfo ia^t ftc^ in totat gefc^döen Sepdnbcn ntc^t^ anbereä tun, ate ber ©nt^ 
na^me ber meiftbefc^dbigten Stangen unter ^ürbigung i^rer malbbaulid^en Stb- 
lömmtid^Iett 93ea^tung fi^enfen. 

3n beiben 3dtten aber ^at neben ber ©ntnal^me biefer ober jener ©eftanbtcite 
bie Sorge für ben S(^u| berjenigen Stamminbiöibuen ein^erjuge^cn, bie bie ^au« 
barfeit ^u erreichen berfprec^en unb erreid^en foUen, b. 1^. für ben julünftigen ^aupt^" 
beftanb. 

2)abei l^anbelt t^ fid^ jundc^ft um bie SSer^ütung toeiterer Sd^dlbefc^dbigungen 
an biefen Stangen, oft aber — namcntü^ in ftarf gefc^dtten Seftdnben — auc^ 
um bie Srage, ob unb mit tuetd^en aitttteln ed mögticti ift, bie fc^dbtic^e Sintoirtung 
ber entftanbenen Sc^dltDunben auf bie fernere Sebeni^fd^igfeit bed gefd^dlten 93aumed 
)u minbern unb ben ^^otgena^teiten beä Sd^dtend mirffam entgegenzutreten. 

Um bie fefunbdren golgcn ber ©d^dtfc^dben abjufc^iüdc^en, finb fc^on frü^jeitiji 

leer unb fog. Saumfalben, meift leerlompofltionen, baju benufet »orben, bie ©d^dfc 

tDunbe abjufc^tieBen unb ben tlbertoallungdproieg ju erleid^tern. Sieben ber 2) o m in« 

fc^en Saumfatbe (ße^m unb Steinfo^Ienteer) ^at namentttc^ bie bom gorftmeifter 

3fliönac ju Dpocno jufammengeftettte 9Mifd^ung üon fic^ reben gemad^t. 

@ie beftcl^t au8 ©teinfo^lenteer (7 kg), ^Terpentinöl (1 kg), ©iccatiöpuber (0,6 kg), 
reftipjiertem ©piritu« (0,8 kg), Äienru6 (0,6 kg) unb fi!attftaub (5 kg). 16 kg jtetten fid^ 
auf 3,25 f(. oft. ^. ^erfteHung^^aufmanb. Um bie ©atbe milber ju mad^en, nimmt man 
beffer ettüQg luenigcr ^cer. 3)ie S^Ö^be öon 60—80 g Asa foedita mat^t ba« SRittel um 
fo abft^recfenber. ®er Sluftrag erfolgt mit einer fräftigen SBürfte ober einem fur^borftigen 
55infet hierbei barf ntd)t bie fleinfte ©teile imbeftrtc^en bleiben, ^an begnügt fic^ mit 
bem $lnftrt(^ ber bominierenben ©tangen, bie üoraudfidEltlidf) baiS ^aubarfeitdalter erretten 
tt)erben. S)er ÜbertoaSung^prozeg foU burc^ biefe ©albe »efentltcb beförbert unb ber W>* 
Wui aug.'rer Sinmirfungen t)on bem btoggelegten SBunb^olje üoQftänbiger a(d bur(^ iebed 



Damwilb. 65 

anbete Wtttl ecretc^t toeiben. Die überjtcid^ene S^nbflfid^e »tcb mit bet geit glafurartig 
luib toafferbic^t; and) hx'ödüt bie @a(be nttgenbiS ab. Det ^nfttic^ t)on 1000 @tdmmeii 
fteflt fic^ auf ettoa 4,60—6 ^Dtt., mo)>on 74 Vq auf bie @albe unb 26 7^ auf ben Sttbeit^auf* 
tuanb entfallen. 

IV. älUttet gegen gegen unb Schlagen. 

Ste @c^u^mittel (ommen bie ber Serl^inberung t)on @(l^alf(baben bienenben 

äRagnatjmen: (Sinbinben mit trodenem Ketfig, 2)ra^tgatter, @int>rügeln, fd^räg ge$ 

ftedte @c^u^ftangen, ^apierumtoidetungen unb Snftrid^c aQer !(rt in 93etrac^t. 

S)er ^nmenbung biefer SStiütl an ben befonbetiS geffi^rbeten afheinen unb fiei^el^en« 
ben einzelnen mertooQeren Stangen fte^t gen)5^n(i(^ ni^tiS im SBege. Da ber @d^n| gegen 
gegen unb Schlagen nur befd^rfinlte 3eit (^uli bx9 DItober) notwenbig ijl, finb billige 
^nfhi(i^e, §• ^- ßoffanftric^ ju em))fe^len. Der beim gegen \o bel^anbeltec Stangen ent« 
^el^enbe trocfene ^alfftaub beläftigt ben ^irfc^ unb berletbet il^m bie gortfegung feined 
baumfeinblic^en (^efd^fifteiS. 

V. aWittet gegen S^rtteten. 

@aat^ unb ^flantftreifen an fangen taffen fid^ fd^flften burd^ Singattentng, 
Sermittem, Vu^^panntn ^orijontat aber ben Saatftretfen Derlaufenber 2)tä^te, $ort^ 
jontatoerl^orbung burc^ Kufnagetn t)on Stangen auf meter]^o^e| $f&^Ie, (ßnf^Iogen 
1,2 m langer ßnüppel feitwärtiS ber Streifen, fo ba^ fie über biefe l^tnniegfte^en, 
SuMegen t)on fperrigem Sleifig, öftere unregelmäßige Unterbrechung ber Saatftreifen. 
Sud^ burc^ Kntöenbung ber Ouerfaat (Seiterfaat) »irb ber Xrtttfd^aben t)ermtnbert. 

m. leil. 

Sie $fung bei^ me^r im t^armen ^ügedanb unb Saubmalb ^eimtfc^en Sam^ 
milbed fttmmt mit ber bei^ Sbetoitbed jiemtid^ überein. Surd^ iBerbi| unb S^^^ 
treten fc^abet bad S)amn)ilb Dtedeid^t no^ me^r ald boi^ Slotn^ilb, ba ed fe^r un^ 
ru^ig ift, unauf^5rtid^ um^er^ie^t unb fi^ überaQ ba$ 89efie l^eraudfu^t. @9 
fd^&It aber in ber freien SBilbbal^n meit meniger atö 8lotn)itb. gn SBtIbparfd tommt 
biefe 9ef(^äbigung häufiger t)or; befonberd an tiefer unb an audtänbif^en ^o^^ 
arten (2)ougTafte).^) 3u^^ten ittnapptti bad S)amnrilb anäf nur bie 9iinbe feitlid^ 

jum Stamm nad^ firt ber B^^d^^- 

Sd^öltn burd^ Dammi(b mürbe i^. ^. beobod^tet im ^aSenbetger $arle (bei Coburg), 
l^ubinger äBilbparfe (Oberl^effen), 2:^ammen^iner 9Bi(b{>ar(e (bei SBurjen) ufto. 9n bem 
juerft genannten $acfe ^örte aber bie{e Untugenb aUbalb na(!^ bem $(bf(!^uffe bed 99 ot« 
toilbeiS melc^em bad Damn?ilb ba^ @(^ö(en abgelernt ^atte, auf. 

3n bem in ber Sl^einebene gelegenen, bet Stabt ©c^Iettftobt (Untetelfag) gehörigem 
Stttoatb/) einem gtogen, ni(^t eingegattetten aRittelmalbe mit teid^Uc^em Oberl^olj auf 
i»ot^ügU(^em ftueboben, fcS^filt bad Dammilb bie (Sfc^en faft in jlebem SBinter, befonbetiS 
abet bei Sc^neelage, in fe^t l^ol^m @tabe. Diefet gatt besS ©c^filend in bet fteien'SBilb« 
ba^n bfltfte abet fe^t üetein^elt bafte^en. 

2)er l)am]^irf(^ fegt (®nbe äuguft, September) unb f erlägt an benfelben ©olä^s 
arten mie ber (Sbet^irfd^. 



1) ©tieftid^e »tttteilung be« $ettn »iegietung«* unb got|hat« 5:ecflenbutgin Stoh 
mat an $e6. — 2) D. gotfk*8tg. 1913, 909. 

^e|, 9otftf4tt|. I. 4. nuH. 6 



66 ^t^ ^^' @<^u| gegen Xtete. 

3. Sf|ii|«ia|regelii. 

Sie beim Stotttnibe; nitr bebarf ed ber gegen bad 6(^Ien angegebenen Sor^ 
fe^ntngen in ber Siegel nic^t 

IV. Seil. 

l. «dltklifllteU. 

S)od 9te^koi(b oerje^rt «nd^ecfem, Sicheln, ffiilbobft, ftot^lebonen (»uc^, 
(Stä^), t)erbet|t int Sinter ffnofpen unb Xriebe faft aQer ^otjarten unb nimmt 
aud^ im @ommer gern frif(^e @(^offe unb jarted 2anb (St^ombldtter) an. 

3)em SJerbil fmb befonberi» au^gefe^t: (gc^e, Sud^e, S^om, @f(^e, Ulme, 
^ombaum, Sfpe, SSeiben^) unb Xanne — meniger ftiefer,') Sk^mout^fiefer 
nnb Sichte — am menigften 93trfe unb (Srie. Sud^ bie ^afeßdftc^en gehören }ur 
SSinteräfung bed ftel^niilbe^. gunge (l — 2j[ä^tige) ^ftanjen Derje^rt ed oft totaL 
Sremblinge unb t^ereinjett auftretenbe eingef))rengte ^ol^arten nimmt ed ebenfoKd 
mit Sorliebe an, toobei aber ber ®ef(^ad lofale Serfc^ieben^eiten begrünbet 3n 
bem n>eimarifd^en Slet^iere S)ermbad^ Dergreifen {td^ bie ätel^e j. S. aud^ am Xaptf^, 
obgleid^ biefer aud) beim Slel^n^ilb giftig p xovden fd^eint. 

2)ie burc^ Slel^tmlb üerbiffenen Xriebe fe^en, namentltd^ bei Serbig an %abel^ 
^olj, oft mebr abgerupft aU glatt burd^gebif[en aud. 

Sm meiften leiben burd^ SSerbig bie Sommerlagen (Süben, ©äbn^eften), n>o bad 
Vtt^ feinen äBinterftanb genommen ^ot, jumal auf bilrftigen 93obenarten (@anb^ 
böben). 

Der Ke^botf fegt (SR&rj unb Äprtt) gern an freifte^enben, fc^toac^n (5 — 6 cm 
ftarlen), glatten^ gepflauiteu @tämmd^en meid^rinbiger ^oljarten unb fd^tagt jur 
Smnf^it ((Snbe guli, !(uguft), fomie oor bem Sblourf bed ®e^ömd (9lot}ember) 
an Stangen. 2)iefen Sefd^fibigungen finb bef onberiS Särd^e, SSe^moutl^dfiefer, 9i\pt, 
Stnbe, SBeigerte, Sberefd^e, @al^toeibe unb jßuloer^oli audgefeftt. SBir beoba^teten 
augerbem 3eg.efd^aben an: Siefer, Sfic^te, Xanne, @f^e, Sid^e, ^irfe, SRag^oIber, SBac^« 
ofber, äBei|born, @auerbom, $faffen^üt(^en, Sefenpfrieme unb ^unbdrofe. 2)ie Sla^ 
bel^öljer (eiben indbefonbere bei t)erein5eltem auftreten in Saub^oljl^egen, bie (Sid^n 
unb Sfd^en umgele^rt bann, menn fie in Sud^enfc^tagen eingef))rengt finb. S)ur(^ 
bad Sfegen unb Sd^Iagen toerben Slinbe unb 93aft an ben ängriffi^fteUen ^ufig fo 
DoQftänbig abgeft^euert, bag bie beft^öbigten @tdmmc^en eingeben. 

®n weiterer, aber me^r oercinjelt auftretcnber 6(^abcn ift ba« Abbrechen*) 
Don Sudfc^Iägen in tttoa 1 m $ö^e mit bem ®eäfe. 3!ltan ^at biefe Spielerei befonberiS 
an ^urpurroeibe (bei (Sberi^malbe), in einzelnen SäUen aud^ an 8lfpe, @rle, @fd|e unb 
Ä^orn (Dberförfterei ffotttoig) beobad^tet. Die abgefntdten ®ipfel werben in ber 
Siegel ni^t abgeäft. 



1) eglingec: gorftto. QU. 1888, 308. 3n ber 2föfancrte (bei $Ifd^ffenburg) tour* 
ben in ganj auffadenber Sßetfe bie ST^anbettveibe (Salix amygdalina L.) unb beten 8a« 
rietäten öom Stetjmilbe angenommen. — 2) 3n ber ^fol^ tuurbe in ben legten Sa^r» 
j^e^nten nftc^ft ber 2Bei|tanne ^auptfäc^Ud) bie tiefer oerbiffen. — 3) ?(Itum: ßtfc^r. f. g. 
u. 3to. 1886, 78. 



9le^wilb. 67 

(SnMt(^ »dre tio^ baiS $tä^en (b. ^. bad äSegf^tageti ber aSobenbetfe uttb 
imb oberften Srbf^it^t) in föitUuren p ertoä^nen, meil ^ierburd^ ßeitnfinse unb 
altere ^^änj^en mit l^eraudgef^Iagen toerben löttnen. 

»elatit) ift ba^ Ste^toilb, mad ben SSerbig anbetrifft, faft noc^ f(^äbH(^er atö 
bad Sbetoilb, ba ed fe^r leder^aft ift nnb nad^ Slrt ber Qitit t)erbet^t; abfoint ift 
ed aber, beim SBergteid^e mit ben übrigen äSilbarten bed^atb tueniger fd^äbU^, toeil 
ed n^egen feiner geringen ®rö&e toeniger Skl^rung bebarf unb — bad ift bie ^anpt^ 
^aä)t\ — n^eil ed ni^t fd^ält.^) 2)iefe festere Xugenb l^at il^m ttUnvÜid) bie 93e^ 
jeid^nnng ,,$oc^hriIb ber di^tunft" eingetragen. 

2. S^tti^matregeln. 
8) Slittel gegen IBerlif. 

2)ie Sbmel^rmittet gegen Ste^milbfc^äben ftnb, fotpeit fie iBorbeugung unb S3e< 
töntpfung bed iBerbi^c^abenj^ begn^eden, biefelben tDie beim ^o^milb. SEBennSin^ 
gatterungeit ber gefö^rbeten ^Ituren ufm. t)ermieben merben foUen, lommen bie 
oben @. 45 f. ndl^er angeführten Serbigfd^u^mittet aller 9[rt in ber gleid^en Sßeife 
mie bort }ur Slntoenbung; fie finb fogar in Dielen göllen jund(!^ft gegen äte^toilb 
t^erfuc^t unb erft f|9&ter aud) gegen Kotloilb angemenbet n^orben. 

yttitn bem ^inn^eid auf oemünftige, ben Sßalboerl^altniffen entfprec^enbe Siege- 
lung ber Stüctja^t eined Ste^ftanbei^ fei unter ben borbeugenben aRa|na^men gegen 
SSerbilfd^äben ber SBert einer geeigneten ^fung unb Fütterung l^eroorge^oben. 

Geeignete Futtermittel ftnb: ^afer, Sicheln, Suttertaub, namentlich Saub t)on 
|)imbeere unb Brombeere, j^artoffeln unb Siüben. ftlee^ unb SSiefenl^eu nimmt bad 
Kel^toilb nur, toenn t^ i^m ganj troden geboten mirb (burc^ Suf^angen in fleinen 
(Sebunben im ®(^u^e bon Stämmen ober unter @(^irmbäd^em). Sallung Don 
lannen, Äfpen, ©a^ttoeiben, ©irfen uf». im SBinter ift für 8fle|ftönbe befonber« 
em|)fe^(eni$loert. (Ebenfo tol^nt fi^ bie ©d^onung anberer Sleben^oljarten unb aQer 
an iRanbem unb im Unterbot} Dorfommenben @trau(^arten. SBei S^nee finb bie 
Kaufen Don S9rom^ unb i^imbeere unb (Sfeu ben Stehen mögtid^ft jugängßc^ ju mad^en. 

83ei Singatterungen genügt eine ®atter^ö|e Don 1,5 m DoOIommen. 
Sie unteren 0,8 m muffen aber, um Surd^Iried^en ju Der^inbern, ^inreid^enb bic^t 
fein: bei ^oljgatter^öd^ftabftanb ber unteren ^orijontalftangen 13 cm Don 9ianb gu 
9tanb, bei Dra^tgatter ipbd^ftabftanb ber Srä^te 12 cm. 

b) Slittel gegen Segen. 

1. Änftrid^ ber Stämme mit getoiffen ©ubflanjen auf 0,2 — 0,6 m ^51^e. 3)er 

?(nftrid^ ift im Sl))ril bei trodenem SBetter äudjufül^ren unb folange aQjlä^rtic^ gu 

mieber^oten, ate bie @tämmc^en bem &ä)ahtn aui^gefe^t finb. 

1) ^l^ geeignete ©ubftangen fmb aUe gegen fßtthxfi im ©ebtauc^ beftnbUd)en @(^miei= 
mittel empfohlen unb drtUc^ balb in biefer, batb in jener äRifc^ung mit anbeten Stoffen 
DeTn)enbet toorben. ^Id probat finb u. a. be^eic^net »orben: S^iubsSblut, 3auc^e unb ^all 
— ßel^m, ©tut unb l^ul^bünget — Stall unb ^^bünger — ßebcrfall unb Ääfequorf — 
@(!^tt>einefett unb Xteröl u\to. SRau^enleim, Xeet unb ä^fc^ungen mit i^nen finb gu Der- 
meiben, ba 9iinbenbe{(^öbigungen oft genug t^otge berartiger 9(nftric^e maren. 



1) ^in unb toitbtx gemelbete SluiSna^men (g. S3. Srorftto. 3bl. 1904, 646) beftötigen, 
wenn fte richtig ftnb, bie Siegel. 



68 



dhr^ei? iOud^. @d^u^ gegen Xiere. 



2. UmtDideln ber @tömmd^en in ettpa 0,5 m ^5^e mit einem ^anbbteiten 
$a))ierftreif en, ber mit einem Sinbfaben ober mit eirtem SBteb an bem ju f(!^it|en^ 
ben @tammd^en befeftigt loirb, aber nic^t ju feft gebunben tuerben barf. Stotim^q 
ift, bad Rapier nur oben feftjubinben, nnten aber }u jerfc^neiben nnb audiufranfen 
(3tbb. 28a), bamit bießipfel imSBinbe ^in^unb ^erflattern. Soften: 20—30^. für 
100 @t&mm(^en (na^ Sdftein). 

3. Umtoicfeln bcd ®(^aftc« mit ©led^ftreifen.*) 



^S,,v 



9or|imeifier ßfietlin ^at in ben IBalbun« 
gen ber 8tabt Sreibnrg i. Br. mit ü^folg 1 cm 
breite unb 1—1,6 m lange ®(e(!^{lrei?en um bie 
©tömmc^en bet gefä^rbeten S^ittelmalb^eißer ge« 
xoidtlt 3)er ISlec^fheifen mürbe an einem geeig= 
neten Seitenafte mit einer ©(pfeife angefangen 
unb beim UmtoideVti bed (3d|afted nac^ )eber ^t^ 
ben Umbrel^ung eingefnidt, um fein WnoVitn ju 
oer^inbem. Soften für einen ^eifter 8,2 ^. 

4. ä^nbringen mel^rerer, minbeftend 
itoeierSanjfi^erfironen amSd^aft. ^ter^ 
ju merben befonberi$ groge, fec^iS^ unb fieben« 
^adtge ßronen jum greife t)on 20—25 $f. 
für 100 ©tücf geliefert S)ie Saden finb nad^ 
audmartd ju biegen (Sbb. 28b). 
^ ^ 5. 3)irefte@i(i^erttngber$cijlerbitni^ 

n». 28. Btoei Reiftet: a band «(M)iet, b bun^ Umbinben mit Dornen, Sleifig, Umpfü^Ien 
8anaWeihonenWü|«üot^^^^^ ^jj beajteten gic^tenftangcn, bie am bepen 

mit bem fd^toad^eren @nbe in ben Soben 
eingefd^Iagen merben, Umgeben bed @c$afteiS mit Sral^tgatter, jufammengerollter 
Sic^tenrinbe ober bergt SSermac^nngen. 




ärfk—^ 



7. 2:cil. 

1. Sf^ablif^feit/) 

2)ai$ Sßilbfd^toein f(^abet bnx^ SJerje^ren t^on (Sicheln unb SSud^eln, bun^ 
^eraudjiel^en üon Keimlingen unb jungen, frifd^gefe^ten ^ftanjen beim JBfi^Ien 
nac^ ßrbmaft (befonberd in @amenf(^(agen, fünftttd^en Infanten unb ^ügetpflan^ 
jungen), burd^ gertreten üon ©dmlingen, Sefreffen öon SBurjeln, Reiben unb 
@d^Iagen an einzelnen Säumen (SRalbdume), 9lbf(^marten t>on SRood^Iaggen, 
Sttd^eben oon SSogetneftem ufm. ^m allgemeinen fte^t ed aber an f orffclid^er 
@<^&blid^leit ben übrigen 98itbgattungen na^. 

3tt iagblic^er ^tnfic^t loirb ba^ Sd^toQrjtoilb baburc^ fc^äbli^ bag ed fi(^ 
an S35itbldlbern, SRe^fifed^en, frifc^gefe^tcn ©af en unb fonftigem Keinen SSäilbe vergreift 

1) Sieier: fjorfkro. 8b(. 1901, 397. — 2) Aridster, 2ftan§; S)o« ed^toaxitoitb, 
beffen 9laturgejd^id)te, 3agb uf». Xricr, 1887. — 3) ®runert, 3. X^.: S)er ©c^ttarAttilb* 
jc^aben in einacinen Xeilen »on ^reuften ufw. Sci^jig 1878. — gö^Itfd^, «.: Üb. b. 
ed^toarjmilbjd^aben in äBejIbentfc^Ianb ufto. SBertl^eim a. Vi., 1880. 



Sd^koaTgtDtlb. 69 

2)en 9lu^en (Sobenloderung, Unterbringen bon SBatbfrfid^ten unb l^ierburc^ 
S3eförberung ber Snfamung, ntaffenl^afted SSetttIgen t)on SRanfen nnb forftfc^dbtt^en 
gnfeften*) ufto.) f^at t^ mit bem ja^men S^toeine gemein. 



2. S^ttj^matregeln. 

1. gütternng mit «nben, ßartoffeln, ©rbfen, ©afer, gi^eln, SBübobfk ufto. 

2. 3Aune gegen @(^marjn)ilb muffen folib gebaut unb minbeftend 1,3 m 

^od^ fein. 

Unter ben ^ol^^unen (ommen ^unfic^ft Sohlen- unb $IanIengQttet in S3etrad^t, il^rer 
l^often toegen abet nur für Heinere ^läd^vn (6aat« unb $f{an^drten). ^ta^tgatter aud 
(Sin^elbrö^ten erforbern int unteren Xeile ftarfe (6 mm) %^äf^tt, beren unterfter, am beflen 
@ta(i^elbra^t, faft am iBoben leerläuft, ^uf (Shrunb feiner (Erfahrungen in ben @rdfli(!^ 2:iele* 
SBindlerf^en 9iemeren em^fie^It @d^umad^er (SSilbgatter, 2. 9Iufr., @. 122, 127) baS t)on 
i^m erfunbene 9lautengatter aU mirffornen unb billigen @<!^u(3aun. iud^ t^itx mug 
ber unterfte S)ral^t, um gegen Üntern^ü^ten p fc^ü^en, burc^ 2:ieferlegen ber Slnl^eftung^* 
fteSe mögltc^^ in bie (Srbe oerfenft werben. 

3. Einlage bon SaHgruben. 

^an berflel^t l^ierunter (üruben oon etttia 2 m 2:iefe unb föette mit fenfrec^ten ohn 
na^ unten etmo^ trichterförmig erwetterten XBanben. Ohtn erl^alten fte querüber ein (ei^teiS 
S)ad^, ©taugen unb SReiftg mit etttad Wloo^ bojwifd^en, um bie iBobenbede, mie im 9{abel« 
tualbe, möglic^ft tdufd^enb nac^ua^men. ^an fieHt fotd^e gänge an ben SSed^feln beiS 
BÖ^toaxitüilhtd, namentlid^ ^ur i^aufc^^eit (92odember btd Januar), aber auc^ im ©ommer 
bei ©ul^len unb in ber 92ä^e bon ^rr))Ifi(en ^er. 

iBet ber ^tnfertigung ber ©ruben mug mit großer Sorftc^t ju SBerle gegangen 
werben. S)ie $(rbeiter muffen möglid^ft ru^ig fein, t^re ©puren (im ©d^nee) berwtfc^en; 
fte bürfen nic^t rauchen, fein Sfeuer anbrennen unb (eine tiefte oon S'^al^I^eiten l^nterlaffen. 
SHe audgel^obene (Srbe mug fortgebracht unb in einiger (Entfernung forgfdUig ^erflreut 
werben, um (einerlei auffällige ^erönberungen ftc^tbar werben ju laffen. (Eine ^ur dlaufc^« 
^eit gefangene ^at^t tdtet man ni(^t fofort, fonbem lägt fte nocii etwa 24 @tunben leben, 
weil ftc^ mitunter ein heiler ^in^ugefeQt. 

2)ie (Erfolge mit biefen namentlit!^ in ber ä^^einprobin^ angelegten Saßgruben finb 
— im SSergleic^ ^um $lbfd^uffe — im ganzen nur ald mäßige }u bejeiti^nen. ^m Plegie« 
rungdbe^irfe Xrier würben j, S3. in ber 3cit t'om 3uni 1872 bid 9lobember 1876 nur 
73 @tilcf gefangen, gegenüber 658 burc!^ ^bfd^ug erlegten, im SRegierungiSbe^irf ^oblena 
üon 1872—1876 nur 78 ©tüd gegenüber 207 gefd)offenen.*) 

4. SBen^ad^en ber ßulturen bur^ n&^tlic^e^ Segelten berfelben unb ^e^en 
ber @auen mit ^unben. 9luc^ bai$ ^uS^ängen brennenber $etroIeumtaternen f)ai 
ftd^ ate borbeugenbed äRittet betDd^rt. 

ö. ?l6fd^u6, jumal in ben an bie gelber grenjenben ober üon folgen um== 
fc^Ioffenen SBatbfompIejen.*) 

3n fdmtlid^en S3unbeiSftaaten ^eutfd^lanbd l^at baS ©ciiwar^wilb (eine ©c^on^eit. 

1) (Engerlinge, ©panner» unb (Eulenroupen, überhaupt (a^le 9laupen. — 2) ga^lreic^e 
fiiteratumad^weife ilber bie 2lu$beute burc^ ^bfc^ug unb gfang ufw. bringen namentlicl^ bie 
gorpr. ©l., ^. gv ögl. 1876, 264; 1877, 29 (®runert), 168 (»orggreoe), 826 (®ru. 
nert), 366 (»ogelgefang); 1879, 386 (®runert); 1881,37 unb 870 (berfelbe). 3n 
ben irierfd&en gorften :^at man bie gaUgruben feit bem 1. 3)ejember 1878 faft gar nic^t 
me^r benuftt. — 3) öon (ElaufewiJ, ^anä: 311. 3agb--8tg., V. Sal^rg., 1877/78, 97. 



70 (SrjleiB IBud^. @^u^ gegen Xiere. 



VI. Xeil. 

§ttfe. 

2)er ^ofe fc^abet ben ^olggemac^fen im SBinter bur(^ Serbig unb Senagett 
bjtD. «bfc^alen ber Stinbe. 

Z)er SSerbil erftretft fi(^ namentlich auf bie ßnofpen unb erreichbaren Xvitht 
iunger $f(anjen. fBlit 93orIiebe n^erben Suc^e, ^ombaum, Utme, Sfc^e, ^t^orn nnb 
3(ji))e, l^in unb u^ieber aud^ ^c^e, angenommen — weniger bie Slabell^dljer — unter 
biefen %i(i)tt unb tiefer am A)enigften. Da ber $afe ju ben Sotattieren ge^drt, 
befc^ränlt fic^ ber burd^ i^n angerid^tete @d^aben t)ielfa(l^ nur auf einen Keinen 
Staum, n^irb aber ^ier leidet boppelt empfinblic^. @d^on ein einziger l^ungriger $afe 
t^ermag in Suc^enl^egen ober Saubl^otjunterbauen, jumal in @ommerIagen, meldte 
fein Stanbquartier im SBinter bitben, bie ärgften SSertofiftungen aniurid^ten. 2)ie ab^ 
gejtoidten Xriebe (äffen an ber glatten, fc^arfen Si^pd^e ben Zäter Idd^t ertennen. 
Sogar bad Sbfc^neiben ganger $f(angen (Sichten) aber bem 83oben l^at man beob« 

a^tct-O 

Dad Schalen ftnbet ^auptfac^Uc^ an jungen $f(angen unb Soben ber ^api^ 
lionaceen ftatt; gumat an ber falfc^en Slagie. 2)ie einidl^rigen Soben biefer ^oljart 
n^erben in fd^neereic^en SBintern Don unten herauf faft total t^on Sftinbe entblößt 
unb ber @plint toxxh gum Zeil rec^t ftart benagt. 3n al^nlic^er äBeife leiben Sol^nen^ 
ftraud^ (Caragana arborescens L.), bie Gleditschia^Srten, Stafenftraud^ (Oolutea 
arborescens L.) unb S3efenpfrieme. 2)a aber alle biefe @(!^metter(ingiSbIüt(er im 
SBalbe nur t)on untergeorbneter SSebeutung finb, fo lommt ber begfiglid^e Sd^oben 
menig in Setrac^t. Den meiften Sd^ölfc^aben burd^ ^afen bürften toofjil bie Sud^e 
{W)b. 29) unb Strome im jugenbti^en 3t(ter erteiben. ©tdrfercS i&o(g mit Sorle 
mirb laum angenommen. (Smpfinblid^e 93ena(^teiligungen burc^ Senagen fügt ber 
^afe auc^ ben jungen (üerebelten) Dbftbaumen gu; am meiften leibet ber Slpfel, toe^ 
niger ber ftirfd^^, am toenigften ber Simbaum. 

3(n ben <Sd^d(fteQen fallen bie breiten paarigen, metft fc^arf unb beutltd^ in 
ben ©pUnt eingrcifenben S^^nfpuren auf. 

2. S^tt^malregeln. 

1. Umfriebigung ber Sorftgärten, bcfonber« ber Dbftbaumfd^ulen mit l^afen^ 
biegten 3^unen. 9m fi^erften ift Drahtgeflecht and gut üerginitem (Sifenbral^i 
9Mafd^enh)eite nic^t über 6 cm. Der 3^«« ^^i 1 J» ^oc^ fein unb bid^t auf Um 
Soben auffielen, bei leichtem S3oben beffer noc^ tttva^ eingefenft fein. 

fiebenbe 3^une au^ Sä^toax^^ ober SBetgbom, '43o(Idborn, SRobtnie, ^ornbaum, Sri^t^ 
®ibe ufm. eignen ftd| nic^t, ha fie nie ^aienbic^t fein »erben. 

2. Umgeben njertüoller Stamme (Dbftbdume) mit Dornen, SRabeIrciftg, Dra^t«» 

lörben, gic^tenrinben ober fonftigcn ©c^ufcmitteln. 

^an Demenbet ^iergu @c^margbom, SBetgborn, f^ic^ten«, 5Hefern«, SBad^otberreifig, 
Sürfenteeigenftengel, ©t^ilf ufm. ^a^ @inbinben gejt^iel^t Anfang 9lot>tmbtx, bie ^bmf^mt 



1) 9ZörbIingcr, $.: Scl^rbudi bc3 gorftfc^u^c^. aSerlin, 1884, 54. 



ltaiilii(f|cn- 

bei fd)il^nbtn ^QUt im folgcnbin ^tü. li i9 mBgli^ft ttodene« »clfiB gu u 
toenb«, bo flrilneS SD^lteriQl btn Sj^iti ""t" Umftanben er|l oaloilt. — Iira^tnefte | 
Diüfien etnofl Dom Stdmmi^cn abftetieii, gut ue[j[i|lo|1fit unb fo am $fa^t ober | 
am Stamm« btfeftiqt [ein, bog (ie ji(^ ni(^t Berfc^itBen laflen. ßofien bei »ra^l« 
!6rbe na(^ 9Dla(i^tn weite unb Slta^tftflrfe netfc^ieben, füi l^Stfld (1,0—1,8 m ^o4) ! 
16— Sb $f. 

3. ttnftrt^ mit Üfielriec^enben bji». fetten ®ii6= 
flanjen. 

Hiu^ ^iti finb bie tietfi^lebtnfieii nnb teilucife xröft wtnig 
anmutenbni anitc^ungen unb Stoffe tm^ifo^Itn Uoiben. Slenonnt 
feien: onflefdaltrt 3HnbSblut, Aea foetida, ftu^mift, ftatt — 
fie^m (1 leiO, «nlimifl (i lelt), iM\d)ttt ßoll ('/, Itil), Spfol 

— frif^e fintrinc unb SÖR — Sailmili^ mit SaiboItneumgn|<ig 

— Slutme^I — ataupenleim — %ttt, namtntlit^ fc^intbif^ei 
^otjteti, fiaTbolintum u. a. Sei Sn^ric^ ^at im ^etbft oom 
SBuegtlanlouf bis gut fi^SIgefc^ü^ten ^3^e ju erfolgen unb ge^ 
|(^te^t mit $in|e[n obei !BflT|ten. fln alteren ^dumen tntfernl 
man eor^t elma tiDit|anbtne4 3Rool, ^let^ten unb abgeftoibrne 
9HnbtnteiIe. Vuät boS lEinFettcn ber Stämme buii^ auf= unb 
Sliämfa^ren mit tinei !|anbgro6en Sptdlciimarte rotrb emf>|0^' 
Itn. 3n 91lebtTBflenei(4') ^ot iaS Stnfetten jung» SHagitn in 
einem SoOe bie ^aftn gmar eom Schalen abge^Ittn, baffli aber 
gange Slüge oon RrA^tn angelodt, unter beten St^nabet^ieben 
bie iBaumiinbe jerfetjt niurbe. 

4. ütifc^ug, inebcfoitbere im Saubtoalbe. 

VII. teil. 

1. Si^äbti^leil. 

3)aä ßaitini^en f^abet nite bet $ofe bun$ 3Jertii§ 
unb @(^ä1en meift junger, im StotfaHe aiut) älterer $iolji 
pfCanjcn, ferner burcti Stueft^otren von Sonten uni) ^flan« 
jen, fomie bnn^ Unterminieren beä SJoben«. ©erabe 
bun^ feine untenrbifc^e SBü^Iarbeit ift ba8 Santnc^en an tn. > 
Orten, mo feine fnnft fdiroer in« ®eiBt(i|t fallenbe lanii= unb 
forftntrtfctiaftltc^e Si^äbli^teil jurütftrot, in ^ofiem snage läftig gemorben, g. 9. in 
ben !oftf})ieIiflen SJönenbefeftiöiuigen ber friefifc^en ^nfeln, in ben Sefefligunfläon» 
lagen @)]anbaue, auf 2:ru;]penübungg^Iägen, an @i[enbafinbämmen unb anberniärtS. 

35em iBerbig finb fämtfii^e ^fotjarten auSflefeftt. Sbenfo trifft bet ©c^älfdia:= 
ben aOe §oIjaemä(^fe. 3n einjtlnen ©egenben fi^einen fiifi bie ßaninc^n aUerblng« 
an aentffe fiolgarten Qemü^nt ju t)aben, bie fie bann beborjugen — j. 16. »erben 
I|in unb roieber ffiefer, jfflirfe, (Si^e, ^eibe me^t oerbiffen q18 Sitzte — , fobafb 
aber ein tiarter 3Btnter (ommt ober eine 3}laffenDerme^mng ber ffnnint^en einge« 
treten i% nefimen fte jebe {loljart mit gleicher ^ntenfität an. 



1) 361. f. b. gef. gm. 1878, 669. — 2) aitum; 8t[(^r. f. g. u. 3». 1900, lai. — 
3acobi unb ZpvtU tlib. a. b, «iol. übt. f. S. u. Sri. am ßaif. «efunb^eitSamte. ttb. II. 
1909, 471. — «itl: gtatuito. Stf^t. f. fi. u. g», 1907, 408. — grteberi^«: baf. 
1908, lei. 



TS Ciflee Sud). 6^u9 gtgcn Zitrt. 

Xod fibnUtegenbe Sorfommen bn ßitfn in b«t fianmc^mgegen' 
ben tnringt eS mit fii^, bag bie(e ^oljart in befonberS ^o^ent SRage 311 
leiben t|at. Solange bte ^aninditn nii^t \tlfx jaEilreidi finb, verbeißen 
fie an bei fiiefer unter Si^onung ber Sipfetfnofiie Dome^mlii^ bie 
91abeln. ^0 fie aber in giCgeren äRengen auftreten, mnben bie iun« 
gen ^flanjen ganj anfgefreflen obtt itoäi {0 oer^nintelt, bo| nur StiAp^ 
f)etniüi$fe aue i^nen ermatiifen. 

®e\^&U roerben junäi^ft nur iSngete StämmdEien, berrn SHnbe 
noc^ ni(!^t }u t)art ift (SIbb. 30). ^ieneilen nagt baö Sanindien bie 
^arte Stinbe eift ah, um gu EBaft unb Splint ju gelangen unb nimmt 
oft aud) ben ^oi^löTpn ntefir ober meniger an. |)ter unb ba nieri>en 
aber ou^ bie fiärteften Sihnben oerje^it unb felbft ältere Saub^Oljer 
nii^t oec[(^ont, 3)08 Ranine^en tritt in foI(^em gälte auä feiner ge* 
md^ntic^en atoQe atö ^Ituroerberbei ^erauS unb mirb jum SBeftanbä« 
aetberber. SSuf ber |ierrfdiaft Safeboffl in SRedlenburg finb ^unberte 
Don lOOjä^rigen tSud^en 30 bis 50 cm l|0(t| bift auf9 $dIj entrißbct 
unb babun^ junt (Singefien gebrai^t Korben. 9n Dtabel^OIgem finb 
@(^&lbe[(!^äbtgungen in foli^en SItterSftufen nii^t belannt; ältere üBSume, 
j. ©. fiicfer in 12— 15 jährigem Olter, fd&einen gefi&ö&t ju fein, 

©ie ^otgatten nodi ber ffiotliebe, mit ber fie Dom fi'anini^n ge# 
]<i}&lt nieeben, ju gruppieren, ift niäit angängig, ba eine folc^e Steifem 
folge buni^auS nic^t flberaD ftimmt. ^m aQgemetnen aber ((feinen 
^ombaum, tßu^e, Stfpe, Sir!e am meiften angenommen ju weisen. 
jonn folgen Siefer unb Janne; ffiic^e fte^t Öttlitfi an legtet SteBe. %a 
mi 30. $auptfd|älf rag föQt in bie 3cit gegen baS grü^iofir ^in, wenn ber Safi- 
«untn^eiifTai ^ug beginnt. 

(»nneinta Xiie @d|äbli<$[eit beS ^nim^enS ift ba, roo ei in 9Raffen auftritt, 

orig. «. ».). ji„j gjjij tebentenbe. gorpiic^e ^Ituren finb in [oltl^en Oegenben ebne 
roeitge^enbe S^ugmafena^men ni^t in bie ^iBtie ju bringen. 

Unter bei QlunFt irpilntei fieign Sommer unb xt^t«' unb fct)neeIofeT hinter Ifat ftc^ 
iaS ffanindien in ben legten 15 gölten in Btutfdilonb mit auÄnotime ber tjö^eren Qk- 
birgAlagen aDgemein öerbiEtlet nnb ift in eiiijtlnen Seilen (ffl^elnetene, ¥1"^- Sübopen 
Sfiedlenbutgl, fflranbenbuifl, ^o]ti() jur ji^Iinimen iJünbplaae unb jum gefiS^tfi^ften SBalb« 
üerbeib« genjoiben. SÜe itrm eigene tibnornie 5ni(^ibfli(eil (in gfinfligra Sauren 7 ®dBe 
au« je 8—8 Rapfen befle^enb) unb feine feinbtiften eingriffen me^r entißdte Sebenaraetfe 
befd^igen tä, unter ^nfagenben 93obentiet^SItnijfen in furger geit bpit in SRaffen aufju- 
litten, mo^in tS eben erß tarn buii^ Cinioanbeiung, fluefcQen ober SeiiDilbem ja^met 
fianint^en. goifimeijtei gintelmann') berii^tet beifpieläneife, bafe in ber Oberförflerti 
Snitomo (Bej. ©lomberg) 1893 lein ffanini^en Dor^anben mar. 1897 jeigten ptfe bie erptn, 
1908 begann bnS Übet^onbne^men, fo bafe 1908—1907 12 746 ©tüd Dettitgt werben 
tonnten- — Suf bem Sittergut »loIiDW (aHetflenburg) ■) mürbe im §crbjl ifloo bafl erfte 
fiantni^ gefe^en unb ge1d)[)[fen. 3n ber S"t Dem 1. 3uli 1906 bis baf|in 1907 mürben 
ouger ben mit gt^roefeHu^lenftoff Dertilgten 11000 <Sm gefdjofjen. 

gieben ben forftlit^en S(i)nben fnUen fiötferen Kanint^enftSnben roeilert|in le^i beben- 
tenbe lanbroirtit^afllii^e ®(&aben jui Sap. Sie beftetien in aufwühlen unb Uberfonben ber 
geltier, fowie in fflbfretfen ber Saaten unb fonftigen Jelbfriic^te. 'SikS) einei jogblidien 
€<^aben« mSae gebatbt {ein. 9Ia<^ ja^lreii^en übereinftimmenben SeDbat^lungen otrniinbem 

1) i>. 3orft=3tg. 1908, 800. — 2) Stieberi(b«: a. a. O. 174. 



^aninc^en. 73 

ft(i^ in dfegenbeit, too fiä^ bad ßatiind^en pAtfet Denttel^rt, bie ^afen. (j^d fc^eint, als ob 
ben leiteten bux^ ha9 untu^ige SBefen ber ßanin^en bet STufentl^alt betleibet »itb. 

2. Si^tt^ina|r(ge(n. 

a) ßorleit0itii09iitittel. 

1. @d^onttng ber Seinbe, fotoeit ed ftd^ mit ben jiagbKd^en Slücf fixten t)txs^ 

einigen lägt, ^ier^er gel^dren: ^Iti^, SBiefel, f^d^S, aRarber, ^ad)i. 

din {(f;arfet Seinb ber ^anind^en ifi auc^ bie l(a(e. 2)te5el em^ftel^It be^l^alb §ut 
Setminbetung ber f^anind^en boiS 9iid|e|en oon $aui$fa(en. 9htr Detttdgt fid^ bie|e HRa^^ 
teget ebenfo ttientg mit ben iagbli(!^en S^tereffen, toit bie Schonung bed oben genannten 
Sftanbmilbed, ba galante ^a^en im %tl\> nnb SS^alb balD oettvitbern unb ben $afen nnb 
^ül^nem bann leicht gefäi^rlid^er »erben ald ben ^aninc^en. 

2. 9Sertt)ittern ber 5JJfIanjen burd^ Hnftrid^ ober ©efprifecn mit ben fc^on 
mel^rfad^ (@. 45 f., 71) genannten Stoffen unb aRifc^ungen. Hngctoenbet »urben: 
SBingenrot^d Slnftric^dl, Sd^ubert^d aRifc^ung, 9lau))enleim, Zeer, @(^koefeIfd^(amm, 
Sucafin, xi^omeed SBalb^etl, Salt, ^emifc^e aud Salt, Slut unb ©(^toeineiand^e 
ober Ihi^mift, fautem 89(ut unb Asa foetida ober SBagenfett unb Petroleum. SlQe 
Erfahrungen toetfen barauf ^in, bag ed nur üorfibergel^ettb möglich ift, bie Sanin^ 
c^en t)on ben üerkoüterten ^flanjen abjul^atten. (Segen Sd^älen bekod^rte fic^ Sn«: 
ftrid^ ber gefa^rbeten ^eifter mit einer iDtifc^ung t?on @teinIo^Ienteer ober ^ol}:" 
teer mit SRennige ober SSteitoeig. 

3. Umgeben bjko. Sinbinben ber ^flanjen mit irgenbeinem @d^u|mate^ 
rial (t^gl. bad beim ^afen ©. 70 unter 2. ®efagte). Kid SSorbeugungdmtttel gegen 
bad Hudfd^arren t)on gierten:; unb ^iefem))f(anien l^aben ftd^ Seiegen ber ^flanj^ 
ftellen mit 9iafenplaggen ober Steinen, foloie ÜmflecCen ber einjelnen $f[anje mit 
$oI}ftäbc^en ober 9}eifig betod^rt. 

4. @infriebigung ber fiulturen mit aßafd^enbral^t. Qu t)ern)enben ifk 1,30 m 
breited, engmafd^iged (Sefled^t. aRafd^enloeite nid^t über 3,5 cm. 2)er S^^^ ntug 
15 — 20 cm in ben ©oben öerfcnft »erben unb toirb, um bad ÜberMettem burc^ 
Sanind^en ju t)er^inbern, entkoeber an feinem oberen SRanbe 10 cm breit rec^tnrinN 
lid^ nad^ aujsen umgebogen ober loirb tttoa^ fc^rag gefteQt mit einer Steigung nad^ 
äugen l^in. 3)te ßanin^en lönnen bann leidet au§ ber gef(!^ü|ten %la6)t ^eraud unb 

fi^toerer toieber l^inein. 

Um ben 3<>uu }u l^Qlten, finb Don 3 ^u 3 m $foften aud ^oI$ ein^ufc^Iagen, bon 
benen jeber vierte, fotoie bie ^d^foften feitlid^e Stteben erhalten. Qn hai ^toltgeflec^t 
ift belberfett« ein pötfetet ©^annbtal^t einjujic^en. %uxd^ ^amptn ober bünnen 2)ta^t 
mitb boS (l)ef(ec^t an ben $foften befeftigt. SSill (a. a. O. 410) em^fie^lt, an Stelle ber 
nic^t mit ©tteben üerfel^enen ©ol^pfofteii eifetne Sflö^rcn ton 6 cm ©eite unb 1,60 m 
£&nge ju Dettoenben. @ie finb natutgemöB l^altbater ali3 ^ol^pfä^Ie, fttaffen bad ^tal^t« 
geffed^t beffer unb fmb nici^t ju teuet (Btüd 40 $f.). Sofien bc« gauncg für baig Ifbc. 
3Reter 0,50-0,70 3RI 

ö. Sttgbgcfcfelid^e unb polijeilid^e Seftimmungen. 

a) ^(uf^ebung ber d^g^barfeit beiS ^dnind^end. 3)te %. 9. burc^ § 16 bed pxtu* 
^iff^en ^ilbf^abengefe^ed »om li. 3nli 1891 getroffene ^eftimmung, bag bie toilben 
ßanind^en bem fteien Siietfange unterliegen, l^at ^u manc^etlei Un^uttfiglic^Ieiten geführt. 
5)et freie Xietfang erfc^mett ben 3agb* unb Slutfd&u^, beeinträchtigt baä 3ogbredU, fü^rt 
p 9leibeteten ^mifd^en bem 3agbbete(^tigten unb bem $olfe unb ^ie^t ha» äBilbetet» 
nnioefen gtog. tluf^ebung bet gagbbarfeit em^fte^It [xd^ nac^ ben Dorliegenben (Srfol^rungen 
niäfi, n^ol^I aber 



74 ^ti ®u(i^. @(i^itt gegen 2:iete. 

b) 9luf^ebung bet ^t^onjett; 

c) Sftbot bed ^luiSfe^eniS unb ^egeniS; 

d) d^rgreifung bon !^wan%9maixt^tln feiteni bet Sufft^töbe^dibe gegenüber 
^agbbered^tigten, bie auf angemeffene Serminberung }ii großer ftamn^enbettftitbe nic^t be* 
bac^t ftnb. 

e) 3n bell Sagb^ad^tbebingungen ift ben $d(^tent buKJ^ bie (Skmeinben ^i^r 
$fli(^t )U mad^en, bie ^rtilgung bet ßanin^en mit allen }u <8ebote fte^ben 3)>HtteIn 
bun^^uffil^en. So biefet Verpflichtung nic^t ober nid^t in au^reic^enbem Tta%t naci^gegangen 
»irb, mu^ bie (Memeinbe b^m. bie tluffic^tdbel^örbe bad 9Ud^t l^aben, jutierldffige, fac^fun« 
bige $erfonen ^u bestellen unb bur^ fte bie Sertilgung ber ßanind^en auf ftofien bed 
3agbbere^tigten burd^fü^ren ^u laffen. 

SBie t9 in )Ba^em in vielen ®emeinben gefc^e^en x% lann fic^ bie d^emeinbet^eroml« 
tung in ben S^9^P<^4io^^^9^n ^^4 ^^^ ^^^^ vorbehalten, bie ^onind^en burc^ fetbft» 
ermd^Ite $erfonen o^ne Slnmenbung von Sd^ugtoaffen vertilgen ^u laffen. 

Unter Umftftnben fann in fotc^en ^Sütn 

f) \>a9 $luSfe|en von Prämien für bie vertilgten ^anind^en ein mirtfamer Kn< 
rei} 5U eifriger Verfolgung fein, fonn aber untgele^rt bort, n^o ber l^anind^enfang bod 
9)lonopol weniger ^erfonen ift, biefe veranlaffen, burc^ ppleglid^ed Vorgel^en gegenüber 
tragenben fBeibc^en uff. fi(^ einen nad^l^altigen Vejug ber (^nna^men ^n verfc^affen. 

Sie befte unb erfolgreid^fte Sorbeugungdmagregel beftel^t int SSorgel^en 

gegen bie erften Snf&nge ber ^aninc^enanfiebetung. Sc^toad^e unb ifotierte 

ftofonien laffen fic^ ntit ben nad^fte^enben 93e(ämpfungdma|nal^men unfd^mer gang 

ober faft ganj ausrotten. 

b) 8e!aiii|ifttn9diiittteL 

1. 9tbf^u§. ffinergifc^cr «bfd^u§ auf Ircibjagb unb Änftanb vermog gef&i^r« 
lid^em Stnmad^fen eined ntägigen S3eftanbed vorzubeugen; namentlid^ lägt fid^ bun^ 
f^ftematifd^eiS üb^alten Heiner Xreib« unb Stöberjagben bie S^^^ ^^^ @(!^abtinge 
in Sc^ranlen galten. Srögere Kolonien laffen fic^ burc^ ^bfc^ug nur bann ^inrei« 
d^enb verminbem, n^enn t)lanntögig vorgegangen niirb. 3)a5u gehört in erfler 
Sinie bie @orge bafür, ba§ bie bon ben Xreibern ober ^unben rege gemachten 
ßanind^en leinen 93au annehmen. 

2)ad ^nfaliren !ann ver^inbert tverben burd^ S^^^^^fen ber Vaue, Verftopfen 
ber JRö^ren mit 9iei|ig, $tufftellen Von ^ra^tllappen vor ber S^ö^re, bie ben 
^aninc^cn geftatten, ben Vau ^u oerlaffen, fte jebod^ am (finfa^ren l^inbem, ^lufftellen 
von ©c^euc^en, ^. V. f leinet ^apierfäl^nc^en. Veffer ald bieje nur vorübergel^enb mir« 
famen Si^ittel mirft bad Vermittern ber "^ant. 

^tö Vermitterungdiubftan^en empfehlen ftc^ Saprolpulver ber ^emifd^en S^^brif 
Dr. Sq. SRörblinger in glörö^cim a 3R. unb noc^ mel^r SHo^frejol (l kg 80 $f.). 3e 
nad^ ber 9)'2enge bed eingebra(!)te(i 9iob!re{old ift bie SBirTung vorubergcl^enb ober viele 
%Bo^en an^altenb. Einige S^ropfen Sflol^trejol genügen für tagemeifed Vermittern (^ur Ver- 
befferuiig ber Strecfen). SBenn moc^enlange Verbitterung bec 'Sßauc beabfic^tigt ift, finb in 
jebe diöl^re 16—60 g SRol^frefol einzubringen, ^ad (Einbringen gefc^ie^t am beften bur4 
einfac^ed (Singiegen; meniger jmecfmfigig ift bad (Sinfül^ren getrSntter Sappen, Sßatte unb 
berg(., meil ber &tnid) an biefen Stoffen meniger gut haftet aU an ber ^rbe.^) 

2. Si^cttieren. Die 3agb mit bem grettc^en ift wirf f am, aber oft jeitraubenb 
unb umftänbltd^. Kugerbem lagt ber Srfolg bei vielem Srettieren balb nac^, loeil 
bie Ranin(^en bie bom grettd^en befahrenen Saue eine S^itlang meiben. Ign ver* 

1) 6tröfe: 2)a« Vermittem ber Vaue aU $ilf «mittel bei ber Äanin(^eniagb ufw. 
3a:^rb. b, 3[nftttute« f. gagblunbe. 11912, 183. — vgl. auc^ 3). 3äg.*3tg., Vb. 60, 816 
unb 848. 



■-^ 



^antnc^en. 75 

tood^fcncm ®eKiibe; tuo blc (Rnfa^rten f^tocr ju finbcn, ift boÄ grcttcften nid^t 
am $(a^e. 

SRait iagt mit bem Srrettc^en t)on Oftober btd (Snbe %tbtnax, }u »e^er Seit junge 
^aninc^en gem5^nli(^ ttid^t im fdaut ftnb. 9Ran läg^ bod Srettd)en etnfal^ren unb fteQt 
f&mttic^en 9{d^ren, im graQe baiS @(^iegen ber ^etaudfal^renben taninc^en nic^t Dorge^ogen 
mirb, facEa^nlicI^e 9^efte »ot. @obaIb bie im Soue beftnbtiti^en ^aninc^en bte Mffz if^tt^ 
greinbed »ittern, fuc^en fxt ^u entfommen, falzten in bie oorgejiecften 92e^e unb tverben 
^ier getötet. 

Ob man mit bem in neuerer S^tt me^rfac^ empfol^Ieneu ßanind^en^ ober 
3n)etgte(fe( bei ber ftanind^eniagb beffere Setftungen erjielen totrb aU mit bem 
Sftettd^en, ift nod^ nä^er }u unterfud^en. 

3. Sang in S^Hen. Um beften ^aben fi<^ unter ben jum ßanind^enfang 
em))fo^Ienen gaOen Keine XeDereifen ber Staubtierfaüenfabrifen t)on ®rea & XBeber 
in ^a^nau (@d^(e|ien) beloä^rt. 

SDie (Sifen finb mögtid^p in bie Sld^ren )u legen. @ie merben mit Warfen ^rfi^ten 
befefHgt unb leicht mit 8anb überftreut, nad^oem fie oorl^er mit bunnem Rapier bebecft 
»urben, um p oerl^inbern, Dag ber ®anb 5mt{c^en bie gebern riefelt ^o fie in ttlelen 
SdHen aber bor bie Sflö^ren gelegt merben muffen, roeil fte innen leinen $Iat ^aben, lägt 
ed fld^ nit^t Derineiben, bog ga^lreic^e anbere Xiere (^ofen, Bte^e, 9laub5eug atter fiit, 
namentlich S^tiffe) mitgefangen werben, ^a bie (Stfen au^i üor 9(neignung9ge(üpen Unbe^: 
re(^tigter nit^t gefd^utt unb hd ber ^efd^affung ni^t ganj billig fmb (^eiS ffir l @tfl(f 
1,50—2,60 aUH.), fo finb bie mit i^nen erhielten (Erfolge ni(^t immer ooHbefriebigenbe 
getoefen. 

^er 9littergutiSbefifter SRa; oon bem Sporne }u iBemeuc^en (unmeit Mftrin) fing 
mit atimSifiixö;^ auf bie ga^( 60 anmad^fenben XeQeretfen in brei Monaten (twm 29. "SRax 
bis 28. ^uguft 1889) 669 ^aninc^cn; in fec^d SD^onaten (oom 80. m&x^ bid 30. Septem« 
ber 1890) neben 176 anberen Xiercn 2839 Äanind^en.*) — 3m »tegierungSbejirl 2Rerfe* 
bürg mürben im IBirtfc^aft^jo^re 1890/91 mit 80 @ifen 363 Äanind^cn gefangen, ouf anbere 
SBeife aber 2929 Stüd erlegt; 1891/92 mar ba3 äkrl^öltnid 267 ^n 2287. — IBill beri(^« 
tet (a. a. O. 408), bag im ®emeiube)oaIbe bon S3eIIb^^m im 3a:^re 1897/98 mit fec^d Seiler* 
eifen 60 taninc^en, 14 3Itif]e. 5 ^a|en, l 8tein^ l d^belmarber, 2 gud^fe unb l 9ßiefel 
gefangen mürben; 1904 mar \ia9 f^angergebnid 20 ^aninc^en, 11 ©tficf S^aub^eug; 1906 
(12 (gifen): 120 Äaninc^en, 18 gitiffe. 

9lit anberen gatlen finb beffere 9}efu(tate nid)t erhielt morben. 92ur t>, Sittrom*) 
ermdl^nt no<^ eine Don ber Erfurter S9iumenfirma @(^mibt jum greife bon i ^. }u be- 
^ie^enbe mit ©rfolg p bermenbenbe SaQe. (^in eiferncd 25 cm (anged 9io^r ift ber Sdnge 
nac^ in jmei $)ftlften gej^alten. ^etbe ^ölften finb burd^ ein Scharnier jum Vuf- unb 
3ufammenna|)pen oerbunben unb ^aben beibe an ii^rem Snbe einen f^rög nac^ innen oor^ 
fte^enben fd^arffpi(igen (Sifenborn. iBei gefc^loffenen ^ätften fielen fi^ bie 2)ornen ge« 
genilber.. 3)ie %aUt mirb an ober in eine ^au^trdl^re fo eingebracht, bag bie ^anind^en 
nid^t banebeft borbei lönnen. 2)er ^orn am (Eingang l^inbert bad ßaninC^en nic^t, in bie 
(Eifenrd^re einzufahren, mä^renb ber ^uiSgangdborn bad ^udfa^ren, ber (Singangdbom aber 
bad Sutüdfal^ren unmöglich mad(|en. 9^aturgemäg müfjen beim ©ebrauc^ bie nic^t mit 
SfaQen befef^ten 97ö:^ren pgemorfen merben.') 

3n ftarf befe(ten 9tebieren I&gt f^cb auc^ burcb ttniage bon f^Dgruben, bie auf 
gmangdmecbfeln eingebaut unb burc^ felbfttfitig ftd^ einfteUenbe ^Ia^))eii überbedtt merben, 
^ur SSerminberung ber ^'anincben beitragen. Öftere^ S^ebibieren unb @(^u( ber @o^Ie unb 
ber ©eitenmfinbe ber ©rube burc^ Xra]^tgefled(|t ober @teinaudf(eibung finb notmenbig, um 
(i^nge^en ber gefangenen ^aninc^en ^u oermeiben unb Befreiungdoeriuc^e ^u ocreiteln. 



1) ßtfd^r. f. g. tt. 3m. 1889, 690; 1890, 766; 1900 1'44. — 2) @äd)f. Iflubm. 3tfdf)T. 
1901, 917. — 3) a^a bie ©ifenborne bei ben l©cfreiung«oerfud^en be^ Äaninc^en« in ben 
Mrper einbringen, ift bie raffiniert erjonnene %aUt oom maibmännifc^en ©tanb^unfte 
burc^auiS ^u oermerfen. 



76 <i^iM ^^' ^14 ma tmt. 

4. Sn^ne^men ber Snngen oaS ben Stftrö^rtn. Xod fiavini^ fe^ fetiie 
kungelt in V,— 1 m lange, fla(^ nnter brat 9obra berfonffiibe mioer^ocigte 9tö^ti, 
bfrrn (Einfa^ bei iebeSmaligem SSerlaffen forgföUig ^ngefc^arrt nriri). (Beübte Sngcii 
erfennett bie @e^rö^ren an ben bnrc^ bad 3nf<^<nrren entfle^nbra SReitmoIen, on 
lo^eriffraen Vloo^^ nnb ®radbüf(^In n. bgl. ^utif fortgefei^teS Snffuc^ nnb 
SnS^eben ber Se^ro^ren lann in brirffamer SBeife ben Sanind^ Xbbrn^ getan 
uierben. 

5. SuSräuc^ern nnb Sinlaffen giftiger (Bafe in bie Kö^ren. 

a) 9ndf c^mefeln. Die Selampfnng aDer in ber ßrbe (ebenben Sd^btinge 

burc^ Serbrennen üon Sc^mefelfdben in ben Sanra ift fc^on feit langer Qat ge? 

brand^Iic^. 9htr finb bie Srfolge in nieten Sollen nngenügenbe, nml ed oft nic^t ge^ 

Itngt, bie S(^mefe(bäm))fe fc^neD genug in ber notmenbigen Sonjentrotion in ofle 

Zei(e nnb namentlich an bie tiefften Stellen ber Saue gu bringen, gür ben Salb 

ift bad SnSfd^mefeln au^erbem )u uniftänUicb unb p feuergefährlich. 

ßnt (^i^engnng porfec 6(!^t0efelbdni|»fe unb ^beifü^rung einer fc^eHen unb giftnb« 
lidftn SBirfung ber SerbremiungSgafe finb bon betfd^tebenen Seiten befonber» fippaxatt 
tonftruiert motben. 3n ©(Rieften ^. S. tourbe ber fiubfefc^e aRclufetdter *) bei ber Sta* 
ninc^eubertilgung i>ertt^nbet. S^euerbingi» mirb ber (£lat)tous9[udräu(!^erapparat tmp' 
fötalen.') ^rc^ Serbrennen bon €d^tt7efel in einem fiarfen Suftftrom merben ^oc^fon^en« 
trierte <^fe {aiar)ton^eaS) erzeugt 9lad^ Slbfublung merben fie bur^ ein frfiftige« <9ebläfe 
mitteilt ©d^Iftuc^en in bie einzelnen 9ld^ren hineingetrieben. Unter bem 2)rtt(f bed (Ikbififei 
tmrft ba^ giftige (&a9 fo ftarf, bag bie l^aninc^en {ofort erfiicCen. 

b) Sergiften mit ^ictolin. 3)ie Don ber ©efettfc^aft für pffige (Safe, 
91. ^ctet u. ßomp. in Sertin, in ben ^anbel gebrockte Slüfitgfeit ift ein ®emifc^ 
bon fc^mef liger Saure unb ßo^lenfäure. Seim ^ebrauc^ kotrb ba§ ^ictotin auS ben 
©tal^lftofd^en, in benen ed atd lomprimterted @ad jur Serfenbung fommt, in Ilei^ 
nere ftartmanbige @>la^f(afc^en abgefüllt unb auS biefen mitteß ®ummif(^laud^en 
möglid^ft tief in bie Saue geleitet. Sor ber Scfc^idung beS Saue« finb olle Slö^ren 
bi9 auf biejenigen {ujutoerfeit, in toelc^e bo^ &q^ eingeleitet merben foD. Sobotb 
bied gefd^e^en, toerben auc^ bie 3uleitungdrö^ren jugefd^üttet. 2)ie fd^neQ bergofenbe 
fc^toeflige Saure mirlt, loenn genügenb $ictolin eingeführt mürbe, auf bie im Sau 
befinblid^eti ßantnd^en tötenb. Do bie Xiere bem giftigen @afe ju entgegen fud^en, 
merben fie meift bid^t bor ben SluiSgdngen ber oerfe^ten 9l5^ren gefunben. Sei ju 
fleinen 9Rengen $ictolin retten fid^ bie pnad^ft me^r ober meniger betäubten, unter 
ber (Sinmirfung ber fc^mefligen Säure ober oielfoc^ erblinbenben (1) Kaninchen noc^ 
lürjerer ober längerer Stit burc^ SluiSbrec^en. 3lad^ ben oon ^^cobi unb Upptl 
t)orgenommenen Serfuc^en finb bei größeren Sauen 100—200 ccm ?ßiftolin nötig^ 
menn befriebigenbe Slcfultate erhielt merben follen S)ie genannten Slutorcn bejcic^* 
neu (o. 0. C. 495) bog ^ictolin infolge ber Umftänblic^feit unb föoftf»)ielig!eit feiner 
Slufbemo^rung, fomie bc8 unbequemen jeitroubenben Serfol^ren«, bcö ^o^en greife«, 
ber läfligcu Secinfluffung ber Arbeiter unb ber qualoollen ©inmirfung auf bie liere 
— fc^on ou« lefeterem ®runbc ganj mit Siecht — al« ungeeignet für auÄgcbe^n«» 
tere Slnmenbung hü ber ffamnc^enbertilgung. 

c) Vergiften mit Sd^mefelfo^lenftoff. 3)er junädfift bei ber SHeblauÄ^ 
befäm<)fung mit Srfolg angcmenbcte Sd^mefeUo^lenfloff l^ot fid) oud^ bei berSefämp« 

1) 361- l b- gel. gorftm. 1882, 372. $rei5 be5 Apparate« 16 m. Sejttgöquelle: 
ü. 83rf«laucr in galfcnberg. — 2) ^ra!t. ©lätter f. ^flanjenbau u. ^flanjenfc^ut 1909, 99. 



I^aninc^en. 77 

fuug ader in Srb^ö^ten lebenben @d^aMtnge atö ein fe^r mxt]amt^, vfyxt große 
Soften unb relatib bequem an^umenbenbed Wtiiitt ertoiefen. 2)ie Sßirfung bed SSerfa^^ 
reniS bentl^t aud^ ^ier auf fd^neDer SSecgafung beiS birelt in bie JRö^re eingef(^ütteten 
ober mit ^Ufe einei^ gmifc^cnträgerd ($a))ierf ugeln, ©adteinmanb, ^ol^moüe) einge^^ 
brad^ten flüf jtgen Sd^n^efello^tenftoffei». S)ie (Safe bringen in aQe Xei(e \>t» 9aut^, 
Deranlaffen beffen 9en)o^ner aber nic^t ju Stud^tüerfud^en, mie el bie $ictoIingafe 
tun, fonbem betäuben bie Ziere nnb führen, toenn bie Doftd be9 etngefül^rten Sc^me^ 
feUol^Ienftoffed ^inreic^enb toar, jum Xobe. 

3)ie S3erti(gung gefc^iel^t am beften im SBinter bei @d^neebebe(fung. Die ©d^nee^ 
bede erleichtert bad 8(uffinben ber n^irKic!^ befahrenen Saue unb §at fomit eine nici^t 
unmef entli^e (£rf))arnig an Srbeitdiraft unb 9RateriaI jur golge. Sßirb bie 9tfamp^ 
fung }u einer anberen ^afftt^^dt vorgenommen, fo mac^t bie SeßfteOung ber be^ 
tt)o^nten S3aue junad^ft bad dun)erfen fämtlid^er Siö^ren nottoenbig. 3)ie am ndd^^ 
ften Xage geöffneten, atfo befahrenen Std^ren toerben bann in ber SSeife befd^idt, bag 
man ein quabratifc^ed Sadleinmanbftüd t?on 30 cm Seitenlange mit etma 50 ccm 
Sd^mefeUol^Ienftoff burd^tränft unb bann rafc^ mit bem 0rm, beffer nod^ unter Qn^ 
^ilfenal^me eines Qiodt^ mdgtid^ft tief in bie Stö^re ^ineinfd^iebt. Die Öffnung n^irb 
hierauf burc^ Stufmerfen bon Srbe bjn). @^nee gefd^(offen. SSerjioeigen jtd^ bie atö^^ 
ren, mt es "^äuftg t^orlommt, gleich hinter bem (Eingänge, fo tut man gut, in j|ebe 
!(bjn)eigung einen Sappen ein^uf^ieben. Die am nä^ften Xage burc^ 8(uSfal^ren 
t)on Saninc^en t)on neuem geö^neten, alfo erftmalig toirlungStoS befd^idten Sto^ren 
ntüffen abermate in ber eben befd^riebenen SBeife be^anbelt toevitn. 

Der S^mefelfo^lenftoff toivb jioedm&gigertoeife in ^etroleumfannen mitgefü^rt. 
Seim Umgang mit i^m ift infolge ber fid^ leicht entn^idCelnben unb (eid^t e^plobie^ 
renben ^fe eine gemiffe Sor{id^t in bejug auf ®ebrau(^ \)on Breuer, namentlid^ im 
Sommer, nötig; Stauchen unb Seueranmac^en ift ju unterlaffeu. 

Um baS ^efc^iden ber $aue noc^ bequemer gu machen, fommen mit Sc^mefetfo^Ien- 
floff gctrflnite SticSpapierhigetn in lujtbtc^t gefc^toffcncn S3tec^bilc^fcn (Sctfa^rcn öon ^cin = 
ba^ in SJlagbeburg) in ben ^anbel. Ü^ac^ ben dtfal^rungen Skills (a. q. O. 406) ift i^re 
^(nmenbung nid^t toirffamer, mo^I aber biet teuerer old baS bon Sacobi unb Hippel emp^ 
fo^(ene @a(!teinn)anbk)erfa^ren. Soften (nad^ l^ilO für 1 9iö^re bd ©acCtetnmanb 16 $f., 
hti 9leinbad^{c^en ^opierfiltem 29 $f. 3<i<^obi unb 9(ppet beregnen bie HRatertalfoften 
für ein £oc^ mit 4 ${. unb meifen barauf ^in, bag ber ^ufmanb für 9(rbeit mit ber lln^ 
3a^I ber Söd^er, bem (^elänbe u|n). toedifelt, {ebenfalls aber ntc^t ^0t)er ift als bei anberen 
BertilgungSmagnal^men. $reiS beS (Bc^mefelfo^IenftoffeS: 40>-60 $f. ffir 1 kg. 

fjorftmeifter % SBittmann*) gießt, um on Material ju Jparen unb bie tötenbeSBir= 
lung beS ©(^mefelto^IenftoffeS ^u erl^ö^en, fleine Sl^^engen Don 8cl)wefe(fo^Ienfto{f in ^n>ei 
einanber entgegengefe^te 9t0t)ren eines ^aueS unb bringt bie hnid^ Serbunftung entftanbe» 
nen (ä^afe burd) (Snt^ünbung j^ur (Scplofion. Um (Einbringen ber ^ugenluft ju ber^inbern, 
flnb bie 9ld^ren na^ bem SluSgiegen beS ©(^mefelTol^lenftoffeS fo feft mie möglich gu^u« 
loerfen. S)ie bem SBittmannf^en Serfa^reii innemo^nenbe (S^effi^rlid^feit lägt fu!^ bei bor« 
ftd^tigem Sorge^en nadi ben oorltegenben (^a^ningen jmar bis jur Unf(^fibIid^TeitSgren§e 
ntinbern, bürfte ber meiteren ^Inmenbung he9 ^erfa^renS aber boc^ ^inberlicb fein. 

d) SBergiften mit iBenjilit.*) $luf einem ö^nlic^en ^erfa^ren, »ie bem eben an» 
gefül^rten, beruht baS Dom f^egemeifter a. ^. 99aru{(^Ie erfunbene, oon ber f$irma Vlai 
^endel'^amburg erprobte ^en5iIitoerfal^ren. SSenjilit, ebenfalls ein Pff^g^r, fc^nell Der* 
gafenber @toff, mirb burc^ eine befonbere Vorrichtung in ben ^au eingepumpt unb nod^ 
gutem tCbfd^lug ber Siö^ren burc^ ben in eine 9ldf)re hineingelegten günber einer e(eftri= 



1) Öflerr. g. u. S-'-StQ. 1903, 199. — 2) 3). gor|t.r3tg. 1909, 10. — Hubertus 1908, 666. 



78 <^fted ®u(^. @(!^ut gegen Xiere. 

fc^en Batterie gut Qhttjünbung gebracht, ^et Soijug bed Seit^tlitd liegt in fetner abfo- 
tuten t![euerftd)er^eit. 

e) Sergiften mit 9l$et^Ien. ^ad neuerbingi? ') mieber eni))fo^Iene ^Euislegen t>on 
ßaljtumfarbibftücfc^en in bie fRü^rtn, um unter SIRitmirTung ber ^obcnfeuc^tigfett ober fiber« 
gegoffenen SBofferiS ^^et^Ienga^ ju erzeugen, ift toerttod. 2)ad ^jettjlen ift leichter al§ £uft 
unb fommt infolgebeffen, »enn bie ^arbibftficfc^en nic^t an bie tieffte ©teile bed S3aued Qt- 
brad^t merben fönnen, überhaupt nic^t jur (Sintoirfung auf bie ßanind^en. 

3ta^ ben btd^ertgen (Erfahrungen mit ben giftigen ©afen empfiel^It ftd^ i^re 
Sntuenbung überall bort, too bie Saue pgangtic!^ unb noc^ ntd^t in fo gro^r SDZenge 
nebeneinanber liegen, bag ^er ganje 83oben unterminiert ift. äln 95f(^ungen, Ufern 
unb Gammen lägt fid^ mit ben ^afen tnirifam borge^en, nid^t aber bort, too bie 
Saue in bidfcm ®cftrü<)p, @ra^, SRo^r uflo. öerftcdft finb. (gbcnfo öcrliert bie S^toe^ 
fe((o^Ienftoffbeföm))fung jujeiten unb bort i^ren SBert, koo bie ^anind^en meift ober 
bauernb über ber Srbe leben. 

@d ift felbftberftanblid^; bag man baiS Einbringen bed @>afed in bie Std^ren 
möglic^ft bann bomimmt, menn man bie ßanin^en in ben. Sauen bermuten barf, 
b. I|. im SBinter, bei regnerif^em SBetter, in ben äRorgen- mii SSormittagöftunben. 
Slugerbem lann ed itütdma^ii fein, bie 2)i(fungen ufto. bor ber Sefc^i^ng ber Saue 
abzutreiben, um bie äugen fi^enben S'aninc^en jum Sinfal^ren }u Deranlaffen. 

6. ^[udlegen t)on @iftbroden. @o toenig f^m^at^tfc^ au(^ mand^em bai^ 
Studiegen t)ergifteter gutterftoffe fein mag, fo toenig bebenlli<^ erfc^eint ed mit Stüct:: 
ftc^t barauf, bag bie ^anind^en ju einer alle lanb^ unb forfttoirtfc^aftlic^e Soben« 
futtur fc^toer bebrol^enben Kalamität toerben fönnen unb fteOentoeife fc^on getoor:» 
ben finb. 

3ur SSertoenbung fönnen 5ß^ogp^cr, Ärfcnif unb ©tr^d^nin foramen, teite ge^ 
bunben an betreibe (SBei^en unb $)afer), tdU unter Senu^ung bon SKö^ren ober 
Dbft ate Socff»)eife. 

S3etDfi]^rt ^at ft^ nac^ ben jett^er in 3)eutfd^Ianb gefammelten d^t^^^ungen *) h<a 
?(uÄlegen öon 6—8 cm großen SJiöl^renftüdfen, bie mit ipilfe eincö 6ted^et« bis jur ^älfte 
ober tttoa^ tiefer auiSgepl^U unb nac^ ^infuQung oon ^toei aj{e{ferf|)i|en $^odp^orbrei mit 
bem auiSgeftoc^enen ©tiidc^en miebec tierfd^Ioffen loorben finb. 6ie toerben im SBinter mög« 
Ud^ft tief in bie befal^renen 9ld^ren eingefdfobeu unb ^toar fo, ba| bie dugefto|)fte Öffnung 
na^ oben liegt, um ^urd^fidern beiS ^^oiS^^otbreid ju oerl^inbern. 

S)a8 Sluglcgen t)on ©iftbrodfen, fei e« burd^ ©infd^ieben in bie 3iö^ren, fei ed 

in umjaunten unb für anbere Xiere nid^t ober fc^toer }ugänglid^en @iftpld^en, mug 

felbfttjerftänblid^ fo borfic^tig toie mögfid^ gefc^elften, bamit bie teiber ni(^t ganj ju 

üermeibenben SSerlufte, bie bur^ äufnal^me ber ©iftbrocfen feiten« anbcrer liere 

(^afen ufto.) entftc^en, auf tin SKinimum Befd^ränlt bleiben. 

7. SSernic^tung burd^ Seud^en. 3)ad namentlich in Sluftralien laut geworbene 
Serlangen nad^ einer @euc^e ald ^am|)fmittel gegen bie bort l^errfc^enbe, allen befannten 
Semic^tungSmagregeln {pottenbe ^anindienfalamität ^at §u oer((!^iebenen Sorfc^Iägen, nic^t 
aber p nennendmetten ^raftifc^en @rgebniffen gffü^rt. ^afteur, \p&ttt 3- ^- ¥ouub, 
tt)ie(en auf ben ^ü^nerd^oIeraba^illuS ^in; t)on bem gron^ofen äRegnin ift bie Serbrettung 
einer unter bem 9^amcn Gros venire befannten ^rotojoenfeud^e em^fol^len unb oon Ä. fjrie» 
berid)i8 an f^abenmürmer (Strongylns) unb ^ä^milben (Sarcoptes scabiei unb minor) 
gebac^t n)orben. ^en oor^anbenen Semeifen für bie Unbraud^barfeit bed ^fl^nerc^olera« 



1) 3). 3ä9cr*8tg. 1Ö09 (52. SBb.), 695. — Öfterr. g. u. S-M- 1909, 87. — 2) %in'^ 
telmann: 5). gorft^Stg. 1908, 800. — aSilb u. ©unb 1909, 226. — fcfterr. g. u. 3.»3tg. 
1909, 361. — ^raft. ©I. f. ?flb. u. «ßflfdb. 1908, 148. 



»iBcr. 79 

ha^iUva unb bei $tot05oenfran!^eit Pelzen S3eioetje für bie iBraud^batleit ber anbeten Bor* 
fi^Iäge nid^t gegenübet. 9{euetbingiS maöi^t fRitttt^nt^pdä^tti @olind!t0 auf gute d^olge 
aufmerffam, bie Dr. titjietn, »altetiologtfd^ed Snftitut, iBetlin SW.48, SBi^elmftt. 128 
mit einem oon t^m l^etgefieQten ^tflt^atat , ßanin(l^entiH)^ud'' erhielt ^aben f oU. 

8. Sad befte, und leiber ni^t in bie ^anb gegebene SSemid^tungdmittel finb 
tolte, fc^neeretc^e unb on^altenbe 99inter. @ie totrien um fo beffer, toeit fte gro^e 
©cbicte treffen. 

2)ie SESirlungdloftgleit ber beut SRenf^en t>erfugbaren 9efam)7funggmagna^men 
beruht betanntlid^ l^ier, mie bei Dielen anberen Schüben, l^au^tfäc^lic^ barin, bag an 
ftc^ gute äRa^nal^men mit ber nottoenbigen Snergte unb Sudbouer nur auf Heinem 
9taume, nici^t aber auf größeren, gleic^ betroffenen Stäben audgefä^rt merben. So 
»irft bad Sc^toefello^Ienftoffüerfal^ren auc^ nur bann in nad^^altiger SBeife, toenn 
ed nid^t nur t)ont (Sin^elnen, fonbern Dom toenigftend größten Zeit ber in 3rage lom^ 
menben 3lai)baxn bei gemeinfamem ^orge^en angetoenbet toirb. 



VUI. Xeil. 

S)er Siber (Castor fiber L.), bad größte europaifd^e 9lagetier, jernagt unb 

fd^&It üorjugdloeife loeic^e Saubl^ölger (SEßeiben, 8(f))e, fonftige $a))peln, @rlen ufto.), 

aber aud^ ^arte Saub]^5I}er ((Sfd^e, (Eid^e, U(me), mit SuiSna^me üon Siabel^ötgern 

über^au^t too^ aQe ^olgarteU; bie fic^ na^e an ben Ufern ber Don i^m ittoo^nitn 

(Sekoäffer beftnben. 2)ad übfc^neiben erfiredt fid^ auf Saume bid ju 40 cm 2)urd)s 

meffer unb toirb jur 9}ad^tgett aulSgefü^rt. Sc^toad^e Stangen unb ^fte toerben fd^atf 

abgef (Quitten; ftdrlere Stamme DonSBei^^oI} toerben t^Ia^toeife in Decf(^iebenen $ar^ 

tien einfeitig fc^räg abgcfd^nitten, üorne^mlid^ öon mehreren Seiten l^er (bjto. ring««^ 

um) lontfd^ angef^nitten. 2)ie gefönten "^Stamme nierben tette ber 9linbe megen ge^^ 

fd^ält, tette jum 93au ber SBafferburgen oertoenbet bie oon in (SefeUfc^aften jufam« 

mentebenbcn Bibern crrtd^tct »erben. S3ei ben meift in Srbbauen »o^nenbcn beut- 

fc^en Sibern finb berartigc Surgen atterbingS fe^r feiten, gerner fc^abet ber ©iber 

burd^ 9bf(!^neiben oon ^fä^Ien unter Srüden unb anberen SBafferkoerfen. fokoie burd^ 

Sefd^öbigen unb S^urc^nagen bed ^ofjtt^erfö an dämmen. 

S)ag ber Sibet aud^ iogblid^ fc^äblid^ ju metben oermag, ge^t oud einer 16eoba(!^tung 
im STn^altifc^en SRfOiet ßü^nau ^etoor. (&t fud^t ^iet bei Über{(^toemmungen bie ^ut dh* 
Haltung bed 9let|ftanbcd angelegten 9lettung0betge gelegentlich mit auf unb oetanlagt bie 
fRtf)t, bie ben ^eranfc^n^immenbrn 16ibet n^o^l für einen $unb galten, gut fopftofen ^(uc^t 
ind 93af[er unb bamit gum Sprung ind SSetbetben. 

S(^u^ma§regeln machen ftc^ angefid^tiS ber Seltenheit bed Siberd nid^t not^ 

toenbig. Sie mobeme S3en)egung jum S^u^e ber 9{aturbenfmaler lö^t im ®egen^ 

teil SRaßna^men gered^tfertigt erf^eincn, bie ben Sibern bie toenigen noc^ oerblie^ 

bencn Suflwc^ti^ftätten ^cimifd^ unb oertraut machen. 91Ö im forftüc^en Sereid^e He» 

genb lofirbe ^ier ju nennen fein ber Bnbau ber SBeibe, befonbcrg aber ber fanabi« 

fd^en ^apptl, im Sibergebiete. 

3u i)eutf(!^Ianb tritt bet 16ibet, bem toegen bed ^elgtoerfed unb bed fog. 16ibergeitö 
aSent^lben fel^r nac^gefteHt mutbe, nut noc^ in einem relatio fleinen, aber gefiederten Se^ 



1) 35. Sotft^'Stg. 1912, 1037. — 2) gtiebtid^: 2)ic ©tbct an bet mitttetcn ©Ibc. 
3)effau 1894. — ölumc: gtjc^t. f. S. u. 3to. 1890, 113. 



80 ^^ ^u(^. Sd^ul gegen Xiere.' 

ftanbe an ber mittleren dibt, @aate unb S^Ibe {Qk^tnb ^roi^d^tn SRogbebuxg unb Deffau), 
befonberd in ben preugtfc!^ Oberfdrftereien ßdbbeh^ unb ©runemalb, ferner in 9[n^It 
auf. 9riebri(4 fc^ä(te ben Beftanb im gal^re 1900 anf 200 @tü(f. SSeiter^in fnbtt fidy 
ber 93iber in (Suropa nod^ in 9^ortt»e8en, f^pcanfreid^ (SR^onegcbiet), Cflerrei^ (?) unb in 
9lu6Ianb ($o(en, 92orbm|(anb). (S^ogbritannien, S)dnemarf, bie ^tDt\%, Stalien, @|Ktnien 
^aben feine Stber mel^r. (Sine Sc^on^t genieß ber Siber att jogbbared Xier in Dentfd^ 
taub feinem Sorfommen entfpred^enb nur in $reugen, STnl^alt unb @(^umburQ«)Bip^ (t»om 
1. ^jember bis 30. September). 3n ben t)tt\d^ie'btntn Zeilen Deutfd^tanbd, »o ber Biber 
frü^ aud^ mebr ober meniger Derbreitet mar, ift ber (e^te erlegt morben im Orog^r^og^ 
tum Reffen 1696, äRecffenburg 1789, SBeftfaten (bei Wm^btXQ) 1840, »a^m 1860. 



^[nmerfungdmeife {ei barauf ^ingemiefen, bag unter bem fonftigen jagbbaren ^aartoilb 
(tvLtüpaß au4 ber Bär (Urans arctoB L.) aÜ ge(egentU(!^er 9klb|(!^dbling auftritt, inbem 
er in ben SGßalbungen be^ Trainer Sc^neeberged, in ^alijien, Siebenbürgen ufm. bie Srt^te, 
feltener bie Zanne unb ^efer, in eigentümlicher 9Beife.bef(^äbigt. (Sr bet|t mit ben Steig« 
^^nen berbe Schrammen burd^ 9iinbe unb SqoI^ unb bearbeitet bie betreffenben ®teUtn 
audg nod^ mit ben Waffen ber Borberbranten. ^ierburd^ entfte^en fBunben mit ^ar^flug, 
meU^ mitunter burc^ ^ar^fci^arrer nod^ t^ergrögert merben. S)er fd&x mä^It mit Borliebe 
an föalbmegen, ^^änbem ufm. fte^enbe gfic^ten. ^r BolfiSmnnb nennt folc^e Bdume 
„Bfirenfi(!^tcn".*) 9iac| t^on ^aujingcr«) fc^dlt ber Bär im ^n^af^x git^ten, um 
ben ^erau^queflenben @aft aufjuletfen. SBeiter^tn liebt er nac^ bemfelben 9[utor (Sicheln 
unb Bud^edern in befonberem Wta^t unb nimmt fie in a^afiial^ren in großen HRengen auf. 



©rittet Stbfc^nitt. 

@d|n^ gegen nid|t jagbkte 9la%ttittt. 

1. Wttfjiilllung bet fi^Sblii^en Stagerarteu. 

I. Sid^^örnc^en (Sciuridae). 

1. ®emeined Sid^l^ömc^en (Sciurus vulgaris L.). 
IL ©d^tafmfiufe (Myoxidae). 

2. ©iebenfc^Kfer, Bilci^ (Myoxus glis Schreb.). 

3. (^artenfd^tdfer (Myoxus queroinus L. =- Eliomys nitela Wagn.)« 

4. ^afelmau^ (Myoxus avellanarius Wagn.). 

III. ajiduf e (Muridae). 

5. SEBatbmaud, Springmaus (Mus sllvaticus L.). 

6. Branbmaud (Mus agrarius Fall.). 

IV. SBül^Imäufc (Arvicolidae). 

7. äBafferratte, SBü^tratte, @c^ecmaud, WloHman^, ^amauS (Arvicola am- 

phibius Desm.). 

8. 9lötelmaud, äBalbkoü^tmaud (Arvicola s. Hypudaeus glareolus Wagn.). 

9. SrbmauiS, StdCermaui^ (Arvicola agrestis Blas.). 
10. gelbmauS, SReutmauiJ (Arvicola arvalis Selys.). 

2. ^if'imifMt 

2)t6 genannten Strien fc^aben im äSalbe burd^ Berjel^ren Don Baumfrftc^ten, 
^olifamereien unb Benagen iunger SSSüd^fe. ^ierju tommen ate tDcitere Sc^&ben 



1) ©ofral: gbl. f. b. gcf. fjttj. 1880, 616. — 2) (grbegacti 2apof 1911, ^ft. XII. 



(Sid^^ftnic^en. 81 

(je noc^ 9laitxdxttn) übjtoicfcn junger Xriebc, «u«freffen öon ßnof^en, «6^ 
fd^äten üon iBaumrinbe, Unterminieren bed 99obend nfto. Sen ^auptfc^aben 
t^erurfad^en bie SEBül^tmänfe buvd^ bie Krt i^rer gerfkörenben Zötiglett unb infolge 
tl^rer in mand^en 3a^en unglaublichen Serme^rung. SSerifingungen, Saaten, ^cm^ 
jungen faOen il^nen oft in größerer 3(udbe^nung )um D))fer. £ie Sefd^öbigungen 
hnx6) bai» (Sid^'^ömd^en ftnb mannigfaltig unb gum Xeit red^t empfinbtid^ (Sd^äten), 
fie erftreden fii) aber unter gemö^nfid^en SSerl^altntffen meift nur auf eine befd^r&nfte 
Xngal^I bon ^flangen bgto. Säumen. 9lur bann, menn bad Sid^^dmc^en audnai^md^ 
loeife in grünerer älnga^I auftritt unb ed an 9ia]^rung fe'^tt, üeraQgemeinert ftd^ ber 
@d^aben. Dai^felbe gilt bon ben @c^(afmaufen, bie in begug auf i^ren äußeren ^a^ 
bitttd gmifd^en bem (Sic^^dmc^en unb ben 9Räufen fte^en unb auc^ bie (Eigenfc^aften 
(ßfetterfä^ipfeit, verborgene näd^tüd^c Seben^toeife) biefer beiben liergattungen in 
^d) bereinigen. 

L Xeil. 

1. ®ii|abnii|tfit. 

Z)te forfttid^e S9ebeutung biefed belannten, nieblid^en Sen^o^nerd unferer SBal^ 
bungen ift größer, ate man geioö^nlic^ annimmt.^) 

Sad Sid^^ömd^en fd^abet burc^ Sergel^ren t)on SaumfrAd^ten unb 6ame« 
reien, ^erauSfd^arren t)on ©amen unb ffot^Iebonen, Stbbeigen junger Zriebe, 
XuiSfreff en t)on ftnofpen, Sbfc^älen üon S3aumrinbe unb gerftören ber Söget 
brut. @d grabt auc^ ^irfc^trüffeln an^, um fie gu oerge^ren, unb nimmt anbere $ilge 
(@teinpilge ufn?.) an; )ebo(^ ift bie(e 9la()rung in forftßc^er Segie^ung bebeutungi^ 
lod. Sein 9iu^en burd^ Sertilgung ton aRaifafem, Stottmefpenlart^en unb anberen 
Snfeften toiegt feinen üielfeitigen Schaben nid^t auf. 

a) Oerse^reii iion fBalbfrii^teii mib iteimlingen. 

2)ie ^auptnal^rung bed Sic^^örnd^end bilben: Suc^ecfern, @id^eln, ^afetnüffe, 
Sic^ten^ unb ^efernfamen. Stugerbem nimmt t» and) aUe anberen 9labeI^olgf&mereien 
(felbp 2aju«beeren), ^ornbaum*, ä^ornfamen, SBitbobft, SBalnüffe, «^fel unb an-^ 
bere Dbftforten an. fllagienfamen t)erfd^ma^t ed tjoDftanbig, unb @rlenfamen f(!^eint 
ed n^enigfteniS nid^t gu lieben. 

3)urc^ bie Samenna^rung be« ©ic^^örnc^en^ lann ein namhafter leil ber 3fru(^t< 
ernte oertoren ge^en; namentlich leiben in ben ^af^xtn ftarfer Serme^rung bie na^^ 
türlid^en Verjüngungen in Stabelmalbungen not. 

2)ic ^uc^cdcrn merbcn Dom (£i(^^örnc^en oft fd^on üom ©eptcmBer ab auiJ ben Stap- 
ietn gelioU. 3n m\d)n 3ßctfe ba§ lierdjen bie .^ojelnüffc öffnet, ergibt fic^ au« ber «Bb. 81. 
3n ö:^nltd^er ©eifc mirb bei ben SBalnüffen üerfo^rcn, um bcä ÄcrncS ^abfiaft gu werben. 
3)ie ©amen ber 3(^ornarten werben bom et(l)5ömd^en toon ber ©reitfeitc aus gerfafcrt b^w. 
geöffnet; unter (tarfen ©tflmmen pnbet man bie leeren füllen oft moffenl^aft om ©oben. 

1) 3Bie fibertrieben jheng bie Jätigfett bc« Sic^^örni^cn« im SBalbe üon manchen 
Seiten beurteilt wirb, gcl^t borau« ^eröor, bog gorftmeifler )ßogI = ©aIgburg («rffg. fj. u. 
3.=8tg. 1906, 178) bai8 ®ic^^örncf)en al» ben „größten" (!) SBalbfti^äbftng unter ben «ier=* 
fü6tem begetd^net. (SBenn c3 boc^ fo wörc!) 

^e6, Sfotflfc^ut^ I. i-Kufl. 6 



82 StM Sud|. Stliu^ it^ta Xine. 

Um }u bcn 6atnen ju Qelangen, entft^uppt baS (Eit^^ßmc^en f<4pn Dom 3utt ab bü 
QofUn in ^St^ft gtji^idtn SEBtije {Tibi. 32 vnb B3). ^eibei bleibt bie äugnfle Spi^ gc 
»i^nlic^ iniatl, mttl t>e f(in( auSgcbilbeten SamentSinK enttidit. SJiihintrr ticl|t man noäf 
einjdne i$TU$t|i^u4)pen an bei Epinbel Rängen (%Bb. 8Sb). 3°^'(^4< Scflüfipt^rn unb 
^iu(^tj))mbcln unter bcn bcfaCetien Säumen belunben bie ®e|4i!ftt gleit beB in ber ^ont 
fKiujtnben ticinen HRiffetiilttS. S^efouberä inteiefjant \\t bie Srt, in ber bn« ISic^^Örndwn 
bit Soff^ )>et 3"6el'tefer bearbeitet (übt. 31). Xie iRü^fe btefer fiiefemart finb i^tn bcr^ 
aitig angenehm, bog ti im narbli(^en Shiglanb järmlic^ Sianbcrungen ^iemad) tmßeQen lotL 
©elbft bie riein|amiaen £fir(^fn}Üp|(f)en rorrben entl^uppt. ^m ^bfte jpeidwni bie Si4^ 
^Smt^n ^ui^tuoTrate (Sut^In, Ei^eln, 91üffe} im »eße ober in »ouin^eiilen ouf. 



tat.»!. Son tiHitilTn- > b 

4(it nlfibuppttr Ititfnn- Hb6. SS. iÜDm CiAä&ciuttit [iU(i6ut>pti ^idittn^ptcn (lUt. Vi.). 

iaptni(iKil.»t.,Oi1oB *■!■ 

9to(^ empfinbtü^er alä bie Gnitna^me bon Srüt{)ten Dom Saum tft ber Stf^t'' 
beti, ben baö Si^tiSriidien burdEi ^erau^fc^arren Don Samen unb fiotqtebonen 
(lannenjamen, Sidfienleimeii, Carya- imb Juglans-Somen ufi».), foroie burt^ Bö' 
beigen oberirbifrfjer ©omenloppen (Sud)e j ') tu Saal' unb ^flanäfämpen, Samen= 
fdllägen unb Sreifaflten öerurfa^t Sogar junge ^ftonjen, inSbefonbete (H^en, 
fdiarrt ti, angetotft bunli bie (unterirbtftlien) ^ot^tebonen, aui bem Soben. 3n 
Saattämpen leiben 9tinntnfaaten me^r a\i 3JoItfaaten, 

1) ^m Sorftbepailement @onnrbctg rourben bie Xannen^ unb Su(^en[aatcn 1873 nat^ 
^orftmeifler Vtebmann buit^ bie IEid|i)i(nic^en ^u elrud '/i «etnidilet; bet ^ietbuit^ an' * 
fleriititete Stoben beüej [i* ouf etron 500—700 aitf. f'JJroloIoQ 15, ÜScit. I^flrinBit<^er 
Sorftroirlt I87ö, 16). -■ ajgl- f)ierju weiter; 3&I. f. b, ßei. fjro. 1980, 2S7. — anfl. g. u. 
3..3tfl. 1884, 341. — ftrit. »1. 18öO, 2a. «b., I, 268; 1858, 31. »b„ II, 166. 



Sic^^fiTiK^tn. 8S 

b) «Hlftcff» MM eiötcK« nab iauiU§\pn (Rblifft). 

©et ^of^jenfrofe erftredt pi^ auf Iriefc unb iBIfi= 
tcnhtofpen, njobei U^ttxt — niegen iöw* tet^eten ¥^0* 
teinfle^olte« — Dorgejogen loetben. Iiit itlitbU\ttn $p(j= 
arten finb gierte, Xanne unb ^fer. Sie fraglidKn ^t= 
[(^äbigungen nerben nt(&t in jcbem ^a^re bemerfbar, fon> 
becn ereignen fid) atd Stolbe^elf unb golge unjulänglidier 
onbemieiter 9Ia^rung namentlich in ftiengtn, fdineeretf^en 
SBintem famenlofer 3af)re. 33te Srt unb SBeiie, wie bo« 
ei4|{|äm[^eiT ju ben ^o[t)en gefangt, riifitet fi<$ nac^ 
bem Sitter, ber ^bfft unb Stufiglett ber betreffenben 
$flanjeit bjro. Stämme. 

3n jüngeren, 10— 25iä^rigeB Jiditen; unb Sans 
nenbe^änben, bie no^ feine 9Iütentnof;]en angefet^t ^a< «». m. «cm mmitn^n 
ben, beißt boS ©ii^^ÖnH^en ben ®ipfeltrieb, oft aui^ bie "'"^'^^^ ^m"'«'»)""' 
oberen Settentriebe, in größerer ober geringerer Sni(ei= 

nung ton'ber @nbtntif)]e buxt^ unb friftf bieffnolpen biejer 2— 20om langen ©^olfe 
üu8 ') (8[bb. 35), Die leergefrefteneu triebe werben ju Soben geworfen ober bleiben 
im Oeäft Rängen. Unterjui^t mon fie, (d finbet man bie ftnofpe meift leitlii^ aufge= 
fleugt unb iEiied ^n^Ite^ beraubt. Stn ben ^bbigfteQen fu{^t man biSmeilen oers 
gebend nai^ ßa^nffiuren; bie Xriebe {(feinen abgejmiift ober mit einem äRelJer abs 
gefi^nitten ju fein, ©elnü^nlic^ übergießt (it^ bie ^tbbigfteQe balb mit einer biden 
^arjfnifte. 

tAe %ätcrf(^ft beS Si^^Ctnc^ene in begug auf bie genannte ScI^dblguna bei Xci' 
niinab unb obettn Seitentritbe iß lange 3eit anQtjWeifelt looiben unb »irb ni»^ it^t Oon 
manäjtn Seiten bem ßt:euj{(f)nabel ober bem Sid)el^ä^ei !,uqi:\i)ütbm. Sei le^tcre fc^eint 
au(^ ^in uiib rokttt S^ntitbe Setle|(ungen fertig ju bringen. Srogbrm beliebt fein 3<i>"fe'' 
bafi bie Tctebobbiffe jumeift unb allein bem l£i(t)[)BTni^en jut Saft faden. 
SS fep aüd) nic^l au IBeobat^tungen bee EiA^Bind^cnii in flagi&nti. ^in 
unb reUbei mBgen (icb, niie SiK^ä') ^erooitiebt, öojel^ unb SSielmöufe 
auc^ in gtcidift JBeije bclätiaen. 

3n bem fcbneeieidieu äBinter IS94/Ö erfolgte bai SIbbeigen b(i3lipie(< 
triebe an Xatinen unb Siebten in augergemStin liebem Umfange. Sbenfo fdat 
auib in bie Satire 1904/T, mie bie ja^tteic^en tiugetungen in bei Sitem- 
lui bctt>eifen, ein ünfi^nellen bei l£ic^f|äni^en unb l£id)l|i(ini^ni<biSben. 

En6 tS bem lEii^^iJrm^en beim SriebDerbife nur um bie ffnoipen gu 
tun i% beOieiß {(^oit bie italfatbe, bag bai fluSfieffen an ftäiferen Stieben, 
niel^e bem Xiercben einen geuügenb feiten Stanbpuntt bitten, o^ne Snt- 
gipfeln fiattfinbtt. infolge bti übbiffei entfte^en an ben ßtefein neue 
SdKibenFnafpen unb b<eiauä Xiicbe Inapp unterhalb ber Sigflelle, md^ienb 
an ben ^(^ten unb Pannen entmebei ein unDtiiebriei Seittntiieb btc( le^' 
ten Ouiileiä bie Su!)i:erF[ba|t ju übcmebmen pßegl ober ^dufigei eine @eis 
leafnDJpe btS ^aupltriebeä gu einem Scja^trieä fic^ entnidelt. Zierartige 
Sifastiiebe finb mei^ mefentliib (üijer aU bie triebe unoeile^lei ^äurne. 

3n Stengen^ unbStammfiöIjern berSidite beißt baä€i(b: 

eipfrlntcb rtnci 
l)Rcidi; Saturn. Stf^t. f. Ü. u. fin. 1906, 398. — Sofl: bof. »süiic.si*«, 
1906, 301. — ®e&itt: boi-ifloe, 1615. — SBibmanuL gotftm.äbl. 1908 isio unb mi 
S5B. — 33i^m: baj. lEIOT, 381. —2) gut^ä: DJatut». Qmx. f. S. u. ^m. '"'" *'*6|Bni6oi 
1908, 204. IB^Ä. 



84 Crprt «ui^. ®rf|u6 g(flra Xlm. 

^öriK^oi, um jtt ben männmen ffllflteii-- 

(ncfpen )u geiinsen, bie äugeiften feinen 

- Steifer, an lort^tn biefe ^ojfwn ft^m, 

immer jicmlic^ genau on beifellwn SteKe, 

f näntli^i (uij hinter tei Vti^öufung qnirf« 

i fürmigei SStütenrnofptn (an ber SSari«), 

' bun^ unb begibt ftdi bann auf ben %fl 

jnrüd, um auf ben ^intertöuftn fi^b 

unb ben obgebiffenen Broeig mit ben fflors 

[ betläufen ^altenb bie Snof^tn fludjufrefe 

en. $ieiauf wirft fi bie ßroeige ju 80* 

ben. Xiiefe faden bann namenttii^im^tn* 

ter vor t$tif|tenfameniaf)ren unb itvai be* 

fonberS unter 91anbftämmtn auf ber @ii|n«: 

bede fefir in:S Sluge unb ftnb ben Sotftratr: 

ten unter bem9iamen „abfjjrönge" oH« 

gemein betannt (Sbb. 36). Slu^tiger nur« 

be bie Seirit^nung „abbiffe" fein. Set« 

mutli^ werben auc^ metbfi^e Slütentnof: 

«,, »- »„„nawrtnfl., t.xä «i«i,.r™d„n »'^" """ <&im^-^<^tji auSgefreffen; roeniß« 

MimTo«. > KmiiiOt, b iiii«rt(tn«K i|w. ai- ^euS bemcrlt man an Stämmen, auf be« 

ttmtn, eeitr«. »«» »ipftiru,!,«. («.- »r.). ^^^^ (^^ git^^jjnn^en ben flanjen »inter 

gekauft t|üben, im gangen nur Wenig Sf^Pf*"- 3Hit ajorliebe loerben bie an ©eftanbe«« 

länbern ftefienben (H^ten befaDen, uetl fic infolge freierer Stellung me^r unb grO* 

Sere Blütenfnofpcn entwirfein. 

Stuc^ iiRtcT 3S(i|tannen !)abtn wir iuleb<rf|oIt Übbiffe gtfunbtn. 
Übet bie Uifat^e bei fog. Wiiprünge fmb in bn Sfttratur \ttfc Dttft^iäicnc ^qpo= 
t^fnt Qufgtflent tootben 

@)ttMtf(^') eiflditc bit Hblpiünge fäi unieiff Ziitbt, bit Bon ftlb|) abgezogen mit' 
ben, Kit bit @troei^t bn ^iifi^c. Kbei {(^on Sedmann unb IBt^flein') f^titbm fte 
btm <£i^^Oni(^en (unb äteujlt^nübtlti) ju. Oettclt brgeii^nete fie atS Soibotru mäjtv 
6a>ncnia^T<, mtü tr bmn (Etntitttn nat^ bem SSor^anbenlein Dieter !tb{4)iünge (im ^intrr 
UDt^tt) bcDbaditet ^atte. Stllntt') [onftatitcte buri^ genaue Seobai^tung, bafi bie 9n» 
IHiilnBe Itbiglii^ ein Seil bei eii^^Bmi^cn feien. SeQpolb*) be|(i1Hgtebie{e^^nH^tnung. 
geling') t^ ber Jlnfii^t, bag bie flbbiffe neitau^ }uni giügten %til obei auifi^liegli^ ben 
9iä)iiimäien gujuf^ieiben finb. 3)otf)') (Satmilabt} be^nutjtet, bag bie eii^b^mdies im 
^tibfle nic^t brn Blüten In ofjien nocbflcDtn, fonbem ben um bif(c 3cil beieita ouigewa^» 
leuen, obei no<f| nii^t oBttig oertiotjten onanoeartigen ©allen ber Sit^tenrinbenlanS (Cher- 
mee abietia L.). 3)a6 nii1)t bei alten 8bbi[fcn bie ßnoipcn Qu8aefie(fen metben. ifl 
rit^tig; eben(o flimmt bie Beoborfilunfl SWotfiä, ba6 bie (fic^i)8tn(^cn gern bie noitf lofti- 
gen ©tbufllJen bei genannten ®at!*n benagen unb onfc(|cinenb auä bie(cm ®iunbe bie mit 
Chennes-eiatlen befetjten Iriebe abbeifien («bb. 87). fflleic^roolil tft bit Seltnerfii)e «n- 
\xä)i bie allein jutieffenbe. «uf ben 3a(in eine« 9IageticreS beutet ftbon bie faiertgc 9t' 
jt^affenfieit b« «bbifeftene t|in. S)ie Ceobot^tung Don Oetttll ift ootltoramen riditlg unb 
rairb fofoTt DeiftSnbtii^, nenn man baran benit, bog einem €ameniaf|Te bie (Entmitfelung 

1) »iet ^inierlatfene «bbanblungtn, baS praftift^e gotftmeien betreffenb. SBetIinl788, 
1. — 2) goiftbotanit. i. Stuft. Sot^a 1821, 600. — B) SKonatBit^i. f. b. g. u. 3». 1861, 
478; 187*, 407. — i) SJof 1868, Sas. — 6) ^orftt. »I. M. g. 1878, 181. — fi) 3Ro. 
natifi^r- f. b. g. u. gm. 1874, 126. 



»icltt %IfittnhiD|)»n UOTange^n mu|. Cbtnfo DtiftflnbHd) ifl cA, bog in 3 
mit [[^iDat^em SBlütenanja^, bie nentgcn infolge Don greillanb ober Sorwf 
feit bt^ti belichteten unb bell)(ilb nii^tic^eT (ruttifijierenben Sdume bejc 
ftart ^eimgtfuc^t roeiben unb in t^Tti Sc^imifld^e oftmaü mit Hb|piüng( 
labtgu ü&eijdt Finb. - 

&eItiftiieT|taiibli4 unben aui^ taufcnbe von SmctgltitlKii bui^ 
Stünne (gtflcn|fitiae Sleibung bei ffroiiendjtt) unb buidi ^ogelmettti ') 1 
Bfiooifcn; allein bieje abfülle ^aben, mie fc^on auf i^iei @rBge iinb ^di 
(iiljllid^ ip, mit ben eben befi^iitbenen „Äb(priln0en" tiii^tl gmtin. 

tlu^ im Somtnet bjro. in Wintern, in benen ti an Slfiten 
pm öoHPäntiig fe^ft, fie^l man mitunter ja^lreii^e Sit^tenirietfpifteti 
Dcifdiittienrn Sängen (meiftenS aber nur tcentge 3t"tinittn lanq) 
in ben gi^tenlieftänben liegen, toorouf [(fion Geling*) aufmert= 
fam gemodit ^at. ^tefe Spitzen rügten, nenn |i$ an i^rem nn< 
teten ISnbe bie Spuren Don Kogetoligfeit mo^rne^men laffen, 
gleic^faUd roo^I nur Dom Sicti^önid^en ^et. SS finbet eben in 
manchen ^tittn meber ßnofpen noi^ ^oljfanitn vor, mug {td| atfo 
biitt^ Sierje^ren obei meitigftend Qenagen garter bliebe p et' 
tfaüttt fudien. üSeling bejeic^net bie bann entfte^nben Sb^prünge 
aU „unetgent{i(^e" im ®egenfat) gu ben bet !BIütenfno[)]en me: 
gen ^eroorgeniteneii, ben „eigentli^en" ?lbfptüngen. 

H 

trirt iBü C 
C) etil» HHk KlKgtlK.*) «anctiDmaiiiaiicif 



I CbanuH- 
n atgibificn uiih 



3u ben eigenottigften Beft^äbigungen hnri^ baS ffiii^^örn^en «"fl^wCMtflH-. 
gehört baS (tedentoeife Späten bjra. Sntrinben iüngertr ober bec 
^it>fel))artien älterer Stämme. @(&tl(id|em)ei(e jeigt fi^ biefe fc^äbfidie ®en)D^n= 
^eit nur an eingetnen Orten unb in gemiRen 3a^ren in grö|erem Umfange, ©totfe 
Sermefitung bei (Sit^^mt^en unb StuSfaU ber fS}ia\i bürften bann bie ^au^tfäc^: 
lii^fte SSeranlaffung baju fein. 

Man §at folt^e (Entrinbungen f(^Dn feit 1810*) an oielen Orten namentliift 
an ben Jtabel^älgem beoboc^tet unb bie 99efi^btgungen anfangs ben St^Iafmfiufen 
jugeft^rieben. Oefi^att roerben oon 3tobeI^öIiem in ^eroonagenbem SERage bie Särifie, 
bann aber aui^^efer.Xanne unbrlfif^te. üßon benSaub^ü^em tuerben (jartieQ ent« 
rinbet: fflu^e, ^lornbaum, Stfpe, SSeiben, aut^ (Saäjt, Sirle unb Dcreinjett Selb: 
a^om, Secgafiom, StSbeere ufio. %m meiflen leiben tiierbun^ 15— SOjätirige ®tämm= 
d)en, bo(^ nierben au^ 60s unb me^riäfinge !8äume noc^ angegangen, "kiit ^aupt* 
ft^äljeit fällt (roenigfteni bejügtid) ber ^iabel^oljpangen) in bie SMonate Äpril bi! 

1) SebiQtjef: 861. (. b. gef- gto- I90e, I2ä. — ©pof^t^olj: fflalum. Sfi^t- f- 
J*. u. 3n>. 1906, 167. — a) Sffionatai^r. f. b. g. u. 3m. 1874, 279. — 3) 8ur Sitenatut; 
gtomm: VQs. S- u. S-^Stg. I8se, sis. - oon Salie-Soglio: ba(. 1S28. i"«. — 
SfiflUer: Stit. Sl. 1860, 20, IBb., I, 268. — MBtblingei: bof. 1861, 44. »b., I, 
808; 1862, 46. S3b., I, 2«4. — aRonQlflfdii. f. b, 3- u. 310. 1863, 108. — SKalei: bof. 
1868, 434. - ton Seiifcr: Jorftl. »l. ffi. g, 1873, 123, - «Iturn: gif^r. f. g. u. 
3«. 1873, 87, 144. — Btling: t^nt. 36ib. 1878, 1. — gotftL S9(. M. g. 1878, 286. 
— $aKie{4: 3bl. f. b. gcf. gm. 1883, 489. — Sppnei: Satuim. gtfi^i. f. S. u. gm. 
1906, 112. — gnbticiu«; baf. 1908, 23. — Sammere^et: fiflert. g. u. 3.=Stg. 1907, 
181. — 4) «nnoltn bei g. u. 3ro. i. »b., l. feft., i8ll. 23. 



86 <^pefl 'Bu^- @(^ug fitflcn Zim. 

3uni; in trorfenen 3atirett jriflt fi^ bii8 Ü6el am meiften. 3Jte ©(!)öfte 
lOfrtien nur innerhalb btr bünnbmntwten Sione, jtoijc^en ben ätltquitlen, 
auf lDe{dien ba^S fSii^^önt^en bei ausfü^ning ber Sef^bigung (einen 
@i{( ^at, flefifiält; tirfer am Sdiaftc t|tiab ift i^m bie 9tinbe ju lau^ 
2)te ISittrinbung erfolgt teils )>la^=, teitd nitgeftueife. Tim ^äuftgflen ift 
bafi unngelmäBige a&fc^cten Eianbbreitei aitnbenftüde (bis auf ben €p(int). 
3)tan finbet foli^e unter ben Srapäumen an^ bem JBoben; an ben Stäni' 
tnen felbft fgängen mitunter nod) lofe Segen am Slanbe bec ^efc^öbi" 
gung ^erab. ^bb. 38 fteQt bie 9tinge(ung on einer Sartre bar. 'Siie ^tn 
teffungen erreit^en biSroeilen bis 40 cm Sänge unb greifen öfters um 
ben-ganjen Stamm ^erum. $in uub tcieber befinben [lif bie meiften Si^äU 
fterien on btr 9Iorb= unb Dflfeite beS Stammes, roaS roobl mit ber bier 
tiorbanbenen grSfieren ^ifc^e ber Slinbe gu erllären ift. 3)aS Schälen ge« 
fd)ie(t, roie man mit jienttitber Sidierbeit annebmen barf, bnufifüt^lii^ 
ber Srnä^rung ^atber; iai Sii^bömcfien ftrebt bem Kambium na(^ unb 
ninttnl and) baS Saftgeraebe an. ^cbodi lann au(^ Spielerei ober Wi 
ißeftreben, bie rafi^ nadiniadifeiiben 9Iagejäbne fi^neOer abjunu^en, mit 
SSerantaffung fein. SRit ber jutegt genannten Urfac^e nierben toenig^enS 
bie fcbraubenfärmigen, f^malen Singriffe in 3ulamment|ang gebracht, 
bie bai Sic^^örnd^en oftntalä an Iiaiteti Saubbäljern ^eroomift, ä^nlidj 
Wie eS but^ bie ©ctitafmöufe gef^ie^t (ögL abb. 39). 

Xite ^la^loeifen 3Bunben fetten mitunter auS; bei 9tingefung erfolgt 
unfefjlbar Kbfterben ber Stangen ober bocti ber über ber Si^ätfteQe ges 
legenen Sroneufiartte. S'iefe ^efc^öbigung, roel^e fi<^ oft auf ^unberte 
Don Stämmen erftredt, ift baC)er eine fe^ empfinblidie. 

d) SerfiarRne btr 9It|llr>l Bfn. 

2Bä{)renb ber iBrutgeit ber ä^3gel ileden bie Sic^^ürndien oielfat^ 

ben 9Iefljunflen nai$. ^te Steigung gnm gleif^genug f(f|eint jnar ben 

©dl^&mc^en DieUeirfit nic^t aflgemein etgenlümfid) ju fein, ift aber in 

einjefnen (S^emtilaren nai^ ben Dorliegenben @rfal)rungen unjtneifeQiaft 

Dor^anben.^) Sluglüi^er Don Starettfäften finbet man ^itt unb ba Don 

ibnen ernieitert bjtD. benagt unb bie Brut Oerge^rt ober tuenigflenä «er; 

trieben.*} 3n einem Satle rourbe ein (S\(i)i)ivxii)tn aud) als Sauber iun= 

ger Sauben erroifi^t; in einem anberen fofe eä fogar auf einem etloa 

sa 8—10 lofie "^t^" ^"ffn uub brachte biefem Oerfc^iebene SBiglounbtn 

«infltiiinfl bei.') SnbU^ benagen bie [Sicb£|örnii)en out^ abgeworfene ^itfdißangen, 

eiÄl^mdi» l»«« ™ ^oliit liegenbe alte Shio^en Don Sfiof' unb Me^milb uf».. 

an Sdri^c 
(nnntitutt, 

cdfl. ».R.). 3. iSqu^no^rtgeln. 

3)ie einjig mirtfame SERagregel ift ber 3Ibf(^ug. 9ei &ber!|anbne^men ber 
(Sic^bötndien barf mit ibm nicfit gejögert werben; bei SJebarf ift er burrfi @eWä^ 
rung Bon ©cfiufeprSmien ft^mad^aft ju madien. 

l) ötloBtt: aag- 'S- u. S-^atg. 1861, S7. — 8) Httum: 8tt*r- (. g. u. 3». 1876, 
492. — 3) 3IIu|h-. aoflbgtfl. VI, 1M78/79, 216. 



ed^Iafmfiufe. 87 

3)ic Schonung ber getnbc (Saummarbcr, ^ü^ncrl^abtd^t ufw.) toürbc mit 
bcn jogblid^ctt Igtitereffcn loUibicren unb tüirb aug bicfcm ©runbe fto^t laum crnft:? 
lid^ ertDogen tuerben. S^er mürbe ber ©ebroud^ t)on ^aUm jum SBegfangen ber @d^ 
^ömd^n in SSetrac^t fommen, toenit nid^t ber Slbfd^ufe in jeber ©infid^t burd^fül^rbar 
unb n)irtfam tuare. SBdl^renb ber Sid^l^öm^en^oc^ftut int legten ^oSfXit^ni ift er 
and) öielerortd in me^r ober h)eniger cnergifc^er SBäcifc beforgt »orben. 

Sfö Sorbeugungdmagregeln gegen bad Sufge^ren Don Sämereien fann no(^ 
bad aRennigen bed @amend (f. @. 115) in 93etrad^t lommen @d ^ot iebod^ 
nic^t immer ben ern)ünfc^ten Srfolg gel^abt. S)ad (Sic^^ömd^n fri|t ben @amen mit 
nnb o^ne äRennige auf. 3um ©d^u^e t)on Ku^banm^ unb ^idtor^faaten ^ölt 99 re^ 
c^cr (aUg. g. u. 3.=8tg. 1895, 428) bie Bleimennige aber fiir »ertboü. 

ir. SCeil. 

®il^(afiitaiife. 

®ie @(^(äfer treiben il^r SEBefen öorjugStoeifc in ben ßaubroalbungen. J)ur(l^ 
i^re au^fd^Iie^Iid^ nöc^tßd^e Sebendn^etfe toxxi bie Seftimmung ber fd^öblic^en Srt 
im einjelncn gollc crfd^mert.*) 

Der Sild^ (©iebenfc^föfer)*), bie größte ©(^tafmouSart, ift oorjugdtoeife in 

ben Saub^olg^oc^mölbem bed füblic^en Suro))Q l^etmifd^, namentUd^ in ^ain. (Sr 

nö^rt fid^ ^auptfa<^Ii(^ t)on Sud^edfem, nimmt aber aud^ (Sicheln, ^afelnüffe^ &a^ 

ftanicn, fogar ßöpfen on, bie er — wie baS Sic^^ömc^en — cntfd^u<)<)t. Sr frißt 

femer aud^ junge Keimlinge (ber S9u(^e), fteHt bcm Dbftc nac^, beißt an Sud^en 

unb Xannen bie SRaitriebe ab, fd^ölt an jungen Stämmen unb plunbert bie ^o^ 

gelnefter, fd^abet atfo in ganj ä^nltc^er SBeife mie ba^ Sid^^örnc^en. Dbfc^on er ben 

SBinter meift fc^Iafenb verbringt, ^eimft er boc^ aud^ Stuc^ttorröte in Sauml^ö^Ien 

ein. 3)ad ©ntrinben finbet me^r ^jlafemeife afö ringförmig an 10— TOjal^rigen 99u^ 

c^cn, ^ombäumen, Myomen, Sirfen, SBeißerten, §afeln ufto. ftatt, ferner au^ on 

9lobeI^oIäftangen (Sartre, lannc — nid^t an gid^te — ), unb jwar ^icr jumal an 

ben ©teilen, wo Duirijmeige abgelten. 

3n bcn f üblichen tBälbem fcfterreid^« ') werben bie S3u^en nur beim Äuöbleiben 
einer SRaft gei(^ält. 2)ic »ild^e befaßt in folc^en Sauren, in benen (S|)ätfröfte bie »lüte 
ruiniert ^aben, ber SBanDertrieb. 9luf ntc^t über 1 km breiten, meift oon 92D. nac^ @Sß. 
{t(^ erftredenben Sugftraßen »erben bann alle gufagenben ^ol^axitn, gang befonberd ®erg« 
unb ^pi^afiDm, 16ud^e, ^anne unb £ärd)e in ben SBtpfelpartien ge|(^a(t. $tm meiflen 
leibet bie Xanue; fie wirb gewö^nlic^ fo betreffen, ba^ bie 3BipfeI im 3utti ober 3uli rot 
mexben unb abfterben. 3e noc^ Umftdnben gel^t bo« Äbfletbcn öon bet Xriebfpitc 3—7 m 
Qb»ört5. J)utd| Äufrtd()ten oon ©eltentricben entfielen bann tciltoeife ganje Sf^cfter oon 
SBi^feln unb aUer^anb ^anbelabermüc^fe. 2)ie SSr^e »irb in berfelben SBeije befc^abigt tote 
bie ianne. 3m jüblic^en ^tarnten, too ganje SReoiere mit Särci^e beftodt finb, ift ber @c^a» 
ben nicbt unbebeutenb. 1882 tourben im ^üttenberger SRet^ter auf einem fc^malen (S)ürtel 
oon 3 @tunben S&nge 1000 Sard^en fo gefc^ält, baß neue ©i^felbUbungen eintraten. 3ti 
ber ^errfd^aft 6(^neeberg tourben 1884/86 400 ©tüd 20— 40jä^riöc, 1892 800 ©tüd 10— 
16 jährige Jannen — unb jttjar im iperbft — terart ruiniert, boß fie eingingen unb einge* 
f dalagen werben mußten. 

1) Slörblinger: 5!rit. »I. 1866, 49. »b., I, 80. — 2) «[Itum: Stfc^r. f. u. 3w. 
1878, 387. — 3) ©(^ollma^er: 8bl. f. b. gci- Sfto. 1898, 203. 



«tptB But^. @(^u| 9«8Mi Xiew. 

äucti iunfle %iä)tmteitU (aöbiRe) noflt bet ©it^ (ntriffenä im 
Sommer) ab,-nid|t um — rote boS IEt^£|ant(^en — bie ^ofpen ouäs 
jufttffen, fonbent um bie 9iobeln (etoo ju V* i^« Sänge) abjubeiSen, 
ju geitaucn unb bann bie Stfldl'ISnbe in Soi^m grüner ^afeifnöEU^en 
tntdber aufl bem SRunbe au^Sjumerfen. S>ad gleiche @efi^ft nelimen 
bie ©tli^e aut^ mit 93u(öenIoub öor. 

Sie SIbb. 39 DerQn|d|fluti[^t bie ^rt ber SSefc^bigungeti bun^ 
bie Si^läfer überhaupt. Sie Stinget finb nicE|t langfpiralig, uie ^äufig 
beim ®id|^&mct)en, fonbern Brjer unb me^r roogetet^t ober nur toes 
ntg fftralig, aud) Don roei^fefnber breite. Saä Slingeln gefi^ie^t Docs 
jugenietfe im gtü^io^)^. (uij tjoi btm SnubauSbrud) ober toäfirenb 
beSfetben, bei fonft tnaptier 9Ia^rung, unb gef)t rooEit meiftenS Dom 
aSilt^e aai. 

£» Saittni^Ififcl (Mjoihb quercmn» L.) ift tbenfaÜB bt|Dn' 
b«te im uefllii^en Suiofia jut)au{c, obn im Silben ftlttnei a\S bn ^Üä). 
^n begug auf fiebtnliseift unb Slabiung n»i(t|t r uon oieiem ni^t lDe= 
[(ntlii^ ob. 3lad) (Sxantrf) toll « in brn (Bdrten bei Iriet namtntUt^ 
bem S^ialitTObfle na^ßellen. fobalb biefed au\ bet St>nnen|dte gu letfen 
beginnt. Stac^ unjeten Sifalmingen benagt er aud) ^iiit^gcwei^. 92a4 
91SibIingeT {oH biefe €4U{eiait nnintaKjc^e Wahrung (junge %Ob'I> 
Sö|er ul».) benor^ugen. 

Sic ^olelmoue (Myoxua avellaiiariuB Wa^.). eine Sctoobnetin 
bei StlebeitDalbungen .'(^afelgebfllcb), juntal bed nOAtttben 3>eut(rf)Ianbe, 
t)(Sit [ti) jwar aui% an DciftEiiebene 3BaIbjanien (^afelnfiffe, Suckeln, lEi^eln), 
äJogelbeeien unb anbete luftige ^it^te unb beteiligt fi(^ nobi au^t am 
$iat)en unb 9lingeln junget Soub^dljet, ift abet fotftU^ inbiffnent- 



2. S^n^nigtegtl. 

MufpeUen Don Sollen ent|t>tei^enber ffonfhruftion. 

3um SBili^fange Derroenbet man in Srain (leine tfäi^tvnt Säften (oon 12 cm 
Sänge, 7 cm iöreite unb Xiefe) mit einet ®teDDorri^tung im inneren unb einem 
eifemen ©üget, ber ben Si^luft bei »orberen Öffnunfi Deimittelt, burc^ bie ber Si(c^ 
JU bem im inneren befinblic^en Sodbiffen gelangen mug. 3)en ®artenf<^täfer 
fängt man bei Xtier in eifenten, mit ®p(d befäberten Xe&erfaQen, mie fie für Statten 
im ®ebrou(t|e Pnb. Sflr ^afelmänfe werben IiratitfoIIen unb feudbte Kanbeln 
als Sodfpeife empfohlen. 

3n ben aujeebebnten Surficnfoifltn ber fiainif<ben (ücbitge bilbet bet Sili^fang eine 
nambafte 91ebennut)ung. 3Rtl bem in £tain gebtfiuc^iii^eii Sangopparat neibcn mituntei 
40—60 €tud in einei Kaäft gefangen ('.). 3)ai %lti\ä) biefeS mQf)eTii)|en XmeS, an tatU 
äfta fi(f( moni^ ©age fnflf ft, nrirt Dom ftrainet gern gegeben ■), buB gett al0 Heilmittel 
für offene Bunben unb Äoulufionen angeitienbet. Iiie geOe bitbcn einen gefüllten ^onbel«» 
aitileL 3« teilen »ufbenmafljabten ^t mon fftoa bi« 800000 »ili^e gefangen.') 

1) goifil, »I. W. g. 1877, 92. — 2) @(bon bie allen fflBmer matteten bie fflilcffe 
aU Qedeibiffen in befonbetm Kle^ättein, nelcbe „Kliriarii" genannt niutben (Sano, Ber. 
Bast. IIL, 16). — 3) Simi$: ßalalog ber fotftlii^en SoDettioauf^ellung ftrainA in Ktien 
1878, 21. 



SR&ufe. 89 

UI. XeiL 

Wtan\t (Muridae).') 

3)te im ffiatbe ein^etntifc^en äRänfe, jutnal bie SBalbmaud (M. silvaticus) 
— in unfergeorbnetem (SKrabe avi(!^ bie Sranbmaud (M.'^agrarius) ~ fd^aben burc^ 
S(ufsel|ren üon SBalbfrfic^ten unb @dinereten, Serbeigen unb benagen, Unter- 
minieren bei$ 93obeni$ unb burd^ SBürgen Keiner S^ögel. 

SSon grüc^ten nelimen fie ^au))tfäc^tic^ Sud^etfern, Std^eln, ßaftanien unb ^a^ 
felnüffe an, aber aud^ bie Samen \>t9 ^ornbaume^, ber Strome unb Sinben ftnb i^nen 
genehm. 83om 9labeI§oIs merben bie Samen t^on Sfic^te, föefer unb Särd^e mitunter 
angegangen. Xannenfamen bleiben i^red Zerpentingelialted toegen t)erfc^ont. Die 
^erbftfaaten leiben — toegen ber im SSinter fnappen 9la^rung — me^r ald bie Sftfl^^ 
ia^rdfaaten. 3lai^ 8(Itum foD bie SBa(bmaud aud^ SBe^mout^dfteferniapfen annagen, 
um jtt ben Samen gu gelangen. 

£em Serbin bjm. Senagen unterliegen finof)>en, jarte Zriebe, 9iinbe unb 
Splint iunger ^olggemäc^fe (t)on ettoa 2 — I5ia^rigem Stlter) im SBinter, jumal 
Ux S^neebede. 9lm meiften gef darbet finb bie Saub^öljer; ini^befonbere Vud^e, 
^ombaum, @fd^/St^om, ^afel, Salmeibe; aud^ Sic^e, Ulme, Kfpe, |)olnnber ufm. 
92abel^5l5er merben minber benagt, Xanne nur audna^mdmeife. 

Dad Senagen ber 9Knbe erftreA fid^ Dor^errf^enb auf ben unteren Stamme 
teil; jumeifi liegen bie 9lageftellen aber l^ö^er — bis ju 1 m ^ö^e unb barfiber ~ 
aU bie üon SBütilmaufen ^errü^renben, toad ein guted Srlennung^seic^en abgibt. 
Sunge Stämmc^en merben oft gang burd^genagt unb ^ierburc^ ^offnungdooDe 89e« 
famungen unb Kulturen mitunter ooKftänbig oemic^tet. 

2)urd^ bad Unterkühlen merben manche Sämlinge gehoben unb gum SBer^ 
trotten gebracht; jeboc^ fte^t biefer Sd)aben gegen bie gleichen Sefc^äbigungen burd^ 
SBfil^lmäufe toeit gurfid. 

Sie SR&ufe treiben i^r malbfeinbltd^ed SBefen befonberd in gradmfic^figen Sd^o« 
nungen unb an Sommerl^angen. ^ffxt SSerme^rung ift in trodenen Sommern unb 
nad^ Suc^enmaft jähren (1888) fe^r bebeutenb. 

Die fBalbmoud »irft id^rlii^ gtoei bi9 breimal je 4—6 3unge, bie Sranbmaud, toeld^e 
me^r bem ^dfer ald bem SBalbe angel^ört, brei bid totecmal je 4—8 Sunge, unb bie S^^^^' 
mauiS (MuB minutus Pal].), toeldie i^r l^dngenbed ^t^ au£f (Sr&fern ufto. in S^ti^t baut 
unb üortrefflic^ flettert, nic^t t>ie( toeniger. 

2. ®i|ut;ina§regelit. 

£ie Sid^erungdmittel gegen bie 2Balbmöu(e ftimmen im allgemeinen mit benen 
gegen bie SBü^lmöufe überetn, foOen ba^er erfl im folgenben Xeil gur näheren IBe: 
trad^tung fommen. 9lur lägt fic^ ben SBalbmöufcn meniger erfolgreid^ beifommen, 
»eil pe ftonbig im SBalbe leben, mä^renb bie meiften SBü^lmäufe nur im SBinter 
oon ben Silbern in bie SBälber fid^ gurüdFgietien. 

1) 8ur Literatur im allgemeinen: ^Itum: Unfere ^aufe in i^rer forfilid^n $Be« 
beutung ufto. ^Berlin 1880. — ttbleitner, St.: Anleitung gut Ser^inberung bei aRAufe» 
plage. ^Bremen 1890. 



90 



^t» a3iic^. @(!^u| gegen Xiere. 



Die toic^tigften (Begenmtttel finb: ©d^onung bcr 3e in be (Hermelin, SBicfcI, 
Sad^«, Su^8, gulen uftu.), S3cIanH)funfl ber SRäufe burc^ ben aRäufcbajillu« 
unb SBcrgiftung. S)ie SranbmouÄ ift gegen ben Sajittu« uncmpfänglid^. 



IV. Jcil. 

SSitlilinäitfe (Arylcolidae). 

Die $an^tmer!male ber SBü^Imöufe finb: ein bicfer, me^r ftnnM)fer ftopf, 
Keine im ^etj üerfteäte Dl^ren, furje ©eine unb ein furjer ©d^manj, ttm^renb bie 
eigentlid^en Smdufe burd^ einen fpi^en ^o))f, groge O^ren unb einen langen 
©d^n^anj au^gejeic^net [inb. 

1. Sdliibliilfeit 

2)ie Sßül^Imäufe (eben bei Xage ]^au))tfä(^li(^ tm Soben, ben fte nod^ allen 8Kc^^ 
tungen l^in unterminieren. Sl^re ®änge herlaufen jumeift tnapp unter ber 80^ 
benobcrftäd^e, tooinxö) — jumal in gorftgärten, ©aaten unb no^ 
türlic^en SSerjüngungen — Xaufenbe tion ^fiönjc^n untertDü^It 
unb an ben SBurjetn oerle^t merben. Suc^ bie 93ö{c^ungen Don 
®raben unb SSäd^en merben burd} bie ®änge befc^dbigt. Die 3la^f 
rung ber äBü^Imäufe ift meiften^ eine t)egetabilifd^e. @ie f reffen 
Saumfrud^te unb ^ol^fämereien, fc^neiben junge ^ftanjen unb 
bie SSur^eln ä(terer ©tammd^en im 83oben burc^, benagen bie ober« 
irbifc^en Organe unb fteden auc^ ben an ber (Srbe brütenben @ing^ 
t)ogeIn nac^. 

Das benagen gefd^iel^t t)or}ugi$tt>eife an Saub^ö(^ern. äßeis: 
ften« bid&t über bem SBurjelftocfe iü ju ettoa 0,25 m §ö^e, min^ 
beften^ fomeit bo8 (8ra§ reid^t, ttjirb bie Slinbe pla^ ober ringet- 
toeife mittete ber met|r ober weniger in ben 6plint eingreifenben 
Slageja^ne weggenommen (äbb. 40). Der burc^ ©enagcn ober= 
irbifi^er ^flanäentcüe entfle^enbe ©c^aben gcfc^ic^t namentlid^ im 
SBinter im ©i^u^c unb unter ber auf bem ®raS* unb Unfraut* 
tonend liegenben ©d^neebede unb lann beim Sor^anbenfein großer 
aWaufemengen fe^r fühlbar totxhtn. ^^ 

Die SSerme^rung ber SBüfjImäufe ifl noc^ arögcr ate bie ber ^ 
eigentlichen SRäufe; eine befonber^ reid^e Slac^fommenfc^aft erjeugt mmutut^ bur4 at^ 
bie Selbmou«. Die SRötelmau« ftcl^t bcrgelbmaug an Sermef)rung§= ^Ae'(Itot"i'tr 
fäl^igfeit nac^. 

(künftige SBittcrung^ocr^attntffc öorouiSgefctt ift bie SSerme^rungöfä^igleit bcr gelb* 
moug eine ganj erftaunltd^c. ®a fti^ bie „freubigen ©rcigniffc'^ in einer SJläufcfomilie olle 
6—8 SBoc^en Dom äJldr^ bi0 ^um ^erbft n)teber^oIen unb im {ebeiSmaligen Q^^einen bon 
4—8 neuen gamilieumitgUcbern befunben; öon benen bie SSeibc^cn im %\Xtx bon a^t 
3Bo(!^en fc^on mieber gefc^leci)t$teif finb unb an ber Srn^eiterung bed gamilienumfanged 
aftib fic^ beteiligen, fo ift ba^ ^uteeilcn fiberrafc^cnb fd^neHc Stuftreten unjö^Iiger 9Käuie 

begretflid^- 

$[m fc^ablic^ften finb bie gro^e 2Büf)(maud unb bie gemeine gelbmaud; 
bie @rbm aui^ fommt il^nen an ©d^äblid^feit na()e. 




-^ 



a) Site grofee aSü^tmimS (Arvicola amphibiua).*) 

^uggeraadifen tttoaä grämet als her äßauliourf, 21— 24 cm 
lang, gebrungen, ftTup))tg, f^n)or)t)ioun bis tiiaunrot, unten ^Qer, 
C^en (lein, faft Decfttift; @d)toanj ^aü \o taug mte bei Sfii)>ei;, 
6,5—8,5 cm long. 2ebl gern in bet 91äl|e Don ftiafte^enbem 
Raffet, lommt aber aui^ oft meit baSon entfernt auf troifenem 
0elänbe Doc. SSielfad) ft^tnt Itd) bie ilRolImauS im ^erbft oom 
fommerfirfien SSaffetoufent^alt metir lanbeinroärtä jn jietien. I)ie 
auf @ntnb ber serfc^tebenen Sebensroeife uoigenommenc Unters 
fdieibung jiDCier SIrten (A. amphibius iinb A. terrestris) finbet in 
ber äugecen Stfc^etnung ber beiben jRajfen feine weitere StQ^e. 
2)ie im Surfte f<^abenbe Sanbfotm ber großen SSQ^Imauö gräbt 
lange, tneitDetjmeigtt , meift flat^ unter ber Qobenoberfläc^c Der: 
laufenbe unb bel^alb Dielfa(^ offene @)&nge unb Ivirft ^taufen auf, 
bie im ®egen[af( ju bem ätinlic^en SnauIttmrfS^aufen niemals eine 
Öffnung auftneifen. Slurc^ biefe ©önge roerben an Ufern unb 
Summen, in Qberf(^R)emmungSgebieten, im SSalbe ouf Saat^ iinb 
^flanjbeeten oft bebeutenbe Unterrainierungöfcfiäben angerichtet. 

Ser engere forftlti^e ®^aben loirb ebenfalls t)auf)tfäcf|lt(^ 
Dun ben unterirbifc^en ®ängen aaü angerüfitet. ^n Saubtieigem 
nagt bie aRoKmauS aDe feineren bis ^ngerbicfen Seitenmurjeln 
mit ©ilfe ifjxtt ftorfen 9Iogejäl|ne bi« jum Söurjel^olfe ab. 3unge 
bis armftarfe Stifter, merben auf biefe ^eife i^rer fämttii^en 
ffiurgeln beraubt unb fallen einfach um, ba bei Spflanjen mit $fa^: 
nurjeln meift au<^ bieft bur<^geiiagt ober toenigftenS fegelfürmig 
obgtnagttDerben(tlbb. 41). 9iabel^Öljer werben nur anberSRinbe, 
ntt^t aber, nie bie Saub^OIjer, am @fl<i^t unb ffern angegriffen; 
fie gefien beSmegen aber genau fo ein niic bie Saubliölier. ?ln= mb.*!. lomx. 
genommen roerben fämtli^e ^olsarten, oorne^mlicfi bie SJaub^öIser, j^^,*,''^j;pMb'it. 
unb unter i£)nen toieber ganj befonbet§ gern S^orn, ffift^e, ffiic^e, atgcniiiit ■,', (Otie. 
Sm^fi^onibaum. Unter ben 1Ilobel£)bljern [(feinen Sartre unb gilbte ®' *'' 

beöDcjugt, 3:anne unb ffiefer me^r gemieben ju roerben. SBie bei allen berartigen Sefl' 
fteUungen beden fii$ biean berf^iebenen Orten gemaditen EQeobac^tungen aber feineStoegö 

E^ornfteriftifrf) fttt bie SKottmauS ip aber bie latfadie, ba^ fie immer unter; 
irbifdi unb nur äufeerft (elten fiber bem ©rbboben ftifet. 

3um ©lud tritt bie äRoamouS nur unter befonberä günftigen üßer^ältiiiffeu, 
olfo nur auSna^mSroeife maffen^aft auf; gemö^nlirf) lebt ^\t nur Dereinjelt. 

»efannt finb bie Don (gppner Befdiilberte SlolImauStnliimität ouf ber lunb 226 ha 
großen gnfei ^nctnmSüii iin e^iemj« unb bo« tton 9ieb=&amliHt9 näljer DetfolBte 
SWnjfcntiortommen auf Ber an ber gibmünbunfl gcltfleneii 3rt|e[ 91euroctf. Sfl^renb bie 
ouf ber leeiflenannten ^n\ü im Dttobet 1907 auf GOOO— BüOO act(i)ä6ie 3af)I bct SBü^l- 
ntäufe bie Don ^te\) gefd)ilberten lanbiDirtit^aftlii^eti Srbnben Dcrftänblit^ niadit, überjcugcn 
.bie gongerflebniffe auf ^ertenwörtb »on ben bott Oorgetommenen umfanatei*ien fotflIitI)cn 
edjflben. Wt (ofl. RlammerfoHen mürben auf ^crrenmBTtl) Dort einem cinjigen SRanne ge= 
fangen 1S86— 1892; 19661 <Stüct, 1803— 189T: gegen 4000 €tüd. 

1) ffippner: mtuin'. Stf^r. f. U, u. gm. 1903, 401. — S»e^: 3lj(br. f. ^Jftonjen. 
faont^. 180g, 18. 



92 (SrfteiS 9ud^. 8^ut gegen Xiere. 

b) ®ic aiötel^ ober SBalbiofl^Imou« (Arvicola [Hypu- 
daeus] glareolus). 

2)ie inx6) t^re braunrote bid rötfid^e Dberfeite unb fd^arf abgefegte 

toei^e ober fd^tond^ gelblid^e Unterfeite gefenn^eid^nete 9Raud ift mit einem 

t)or5ügItd^en ^(etterüermögen au^geftattet. @ie ift ein audgef)>rod^ned 

SBalbtier unb ijerbient ben 9lamen ,,9Ba(bmü^(maud'' mit toQem Steckte. 

@ie benagt borjugStoeife bie Sörd^en, unter Umftanben bie jot^anifc^e 

me^r atö bie euro))aif(^e, unb imcr bid gur öugerften @pi^e (9(6b. 42), 

ferner Äfpe, gaulbaum, ^faffenl^ütc^en, fd^toarjer ^olunber, Sd^toarj^ 

fiefer, befddt aber auc^ 93ud^e, $ornbaum, S^om, (Efd^e unb itoor ge^ 

rabe bie im fraftigften SBuc^fe ftel^enben fangen. 2)ie Slinbenbef^äbi^ 

gungen, bie meift plaij^ ober ftrtd^toeife, sukoeilen aber auc^ aU tbtÜQt 

Sntrinbungen ganger B^^tge auftreten, beginnen fd^on Snbe Oltober 

unb fe|en fid^ mitunter bi6 in ben S(pri( fort. Sn ©d^marjliefernpftan^ 

gen^) finb fogar bie ©pi^enlnofpen burd^ Sfldtelmdufe abgenagt ober toe« 

nigftend audge^dl^It toorben. 'HÜ entf^iebened Solaltier betreibt fie ba^ 

einmal begonnene S^^törungdtoerf mit groger ^artnödKgfdt. 

^ad d^araheriftifd^e äRerhnal für ben f^rag ber 9i5telmaud befte^ in 
[d^makn, nur je^r menig in ben @plint etngreifeuben, fc^rög aufrodrtd gen4= 
teten 8ö^ufur(!^en; wobei ^toai öiele, aber nur fteinc, an ber fiuft fid^ brau* 
nenbe Seite brd inneren 9^inbenfdrper^ in gang bünner Sd^iä^t fielen bleiben, 
^ie entrinbete $artie er^fitt ^ierburd^ oft ein fd^mutgig-tt^eiBed, braun«melierte9 
^u^fe^en. 

c) 2)ie gemeine S^Ibmaud (Arvicola arvalis). 
9Benn jematö ber Sanbtoirt über 3Raufe))lagen ftc^ gu bef(^toereti 

Urfad^e ^at, ^anbe(t ed fid^ in ber ^auptfad^e um äRaffenauftreten bie« 

fer oberfeitiS gelbgrauen (erbgrauen), unterfeitd toeiglid^en ^SSü^tmaud, 

bereu furger, ein 3)rittel ber fiör))erl&nge meffenber @c^U)ang mit bunt^ 

len unb meinen paaren befe|t ift. 3m ^erbft bringt bie Selbmand teil« 

meife in großen ©d^aren in bie anliegenben äSälber, namentlid^ gern in 

2iü 42. Derlid^tete unb Derunfrautete Saub^otgbeftdnbe ein unb oermag bann, 

eiS« lunfen ^'^ ^'^^ ®cfd^ic^te möuferei^er SBintcr le^rt,' — bi^meilen in ®emein< 

ßar(§e, öon fd^aft mit ber ©rbmau« — loeitge^enbe ©efc^äbigungen in ben Serjüns 

tu^i^ gungSfc^Iagen unb Kulturen ^erborgurufen. 3)ie Verheerungen merben 

0ef(^&it befonberS auffaHenb, wenn fid^ bie SMäufe in nur öereingeft gtoifc^en 

Siabel^olg oerftreut liegenbcn Saub^olgbeftänben gufammengiel^en. 

3)en SSorgug gibt bie gelbmaui^ ^ornbaum, S9ud^e, Sfd^e, ^afel unb @al^ 

loeibe; fie nimmt aber aud^ aOe anberen Saubplger an, fotoie ^i^U, gemeine 

Siefer, ©c^toargüefer unb Sörd^e. 3la6) Erfahrungen in SBürttemberg unb Reffen 

totrb aud^ Satofond ©d^eing^prejfe gern angegangen. S^t ber Dberf orfterei Sbtd^agen 

(Slegierungdbegirl ©tralfunb) mürben auc^ äSeigbom unb (Sfeu, fogar mit iBortiebe 

üon it)r befd^äbigt.*) S^^ge (2 — 5 jährige) $ßf(angen »erben teifö bid^tam ©oben 

gang burc^nagt, teitö nur am @(^af td^en gefd^ätt, teili^ l^ö^er hinauf burd^gebiffe n, . 

teitö ber ©eitentriebe bi^ auf furge ©tummel beraubt. Stitere ?ßflangeu unb felbft 

&tanQtn bis gu 20 cm ©todfftärfe werben auf 20 — 25 cm Soben^ö^e ringsum 



1) ©cling: Sorftw. 8bl. 1880, 366. — 2) ©altl^afar: Stjc^r. f. g. u. 3». 1869, 230. 



^ 



ȟ^Iihfiufe. 93 

i^rcr Winbc tcraubt unb l^icrburc^ jum Slbftcrbcn gebraut, ©etbft fticfcnis» unb 
Sid^tenjo^fen W^P^ ^^^ Selbmaud nad) i^ren SSerftecfen, um fte ju jerfc^roten unb 
bie ®ament5mer §u üerje^ren. SRan erlennt ben Url^eber an bem ^teutlid^ geraben 
Sbf^nitt ber einjelnen &6)\ipptn bic^t an ber @piubet, an ben 3<t^nf))uren unb an 
einjelnen, fte^en gebliebenen lurjen tjfafem. 

d) S)ie (Erbntaud (Arvicola agrestis). 

3n ber Sarbe ber gemeinen gelbmaud ä^nli^, nur oberfeits bun!(er, mel^r 
fd^märilic^^braun. ©ie lebt meift üerftetft auf lichten SßalbfteDen, an SSatbränbern, 
mit ®eftrü))p betuac^fenen ®räben unb im ®ebüf^ auf frifd^em, ftarl gradmüd^ftgem 
S3oben, befri^t in l^arten SEBintern gleid^faüd 9linbe unb $oI) einer — mie 8(ltum 
fonfkatiert l^at^) — großen «nja^t öon ^oljarten; felbft SRobelfraft !ommt öerein^ 
idt Dor. 

2)er Srag an ben Stammten finbet fomo^I ober^ ald unterirbifc^ ftatt. 9m 
meiften »erben S9ud^e, ^ombaum unb (Sid^e befaUen; auc^ S^orn unb bie Caiya^ 
ftrten koerben ftarl benagt, bie 9label^öljer l^ingegen meniger. S)abei Itettert bie (Erb^ 
maud an ben @tämmd^en oft »eit über 1 m empor. 3^re 3^^^^ greifen ftärfer 
aU bie ber %tü>mauf^ unb jmar jiemtic^ tiorijontal in ben ^otjförper ein; au(^ 
fc^neibet fie fc^iuä^ere @tammc^en ^dufiger unb fd^&rfer am äSurjelflode ab. @ie 
toanbert nid^t aud ben Treibern in bie SBalbungen, tt)ie bie getbmaud, fonbem ift, 
too fie fic^ im Sßalbe in äRenge t>orftnbet, aud^ bafetbft entftanben. ^m allgemeinen 
tritt fie aber nur in gan} beftimmten £)rtlid^fetten in größerer Qa\^i auf, fo bag il^r 
<8efamtf^aben hinter bem burc^ bie S^Ibmaud Derurfoc^ten jurüdtritt. 

ai9 einziger Sinken ber SBül^Imäufe »are ettoa )u toergei^nen, ba^ fie aud^ 
<£ngerlinge unb SBIattmefpoiIarDen vertilgen; man \)at bied toenigftend bei ber %tü)' 
maud beobachtet. S)iefe fri§t in 20 @tunben ettoa ad^t (Sngerlinge, b. 1^. ungefal|r 
fo mel aU i^r Sebenbgemic^t (16 g) audmac^t. 

2. ®i|ttt;ma§regelti. 
a) S^oriengnngdmafregelit« 

1. 3f<'(ierung ber an Selber ftogenben SBalbungen burc^ ®r&ben, um ber 
<Ein»anberung ber tjfelbmöufe t)oriubeugen. 2)a man biefe ^Ifoliergröben gugleid^ 
ium Sfcing ber äRöufe benu^t, lommen mir bei ben S^ertilgungdmagregeln noc^mafö 
auf fie jurüd. 

2. Ilnterlaffung ber Snlage oon gorftgdrten in ber 9!a^e ber gelber. 3Bo ftc^ 
bied nic^t t)ermeiben lägt, ift ber &amp menigfteni^ mit einem ^inreic^enb tiefen, fent 
redten Sf^^i^^d^^^^n gu umgeben. 

3. Qei^orgugung ber ^ftanjung. SBenigftend finb in äRöufeia^ren ^Riefen:: 
freifaaten öon ffiud^cln, Sicheln uub SBalnüffen im ^erbfte ju unterlaffen. SKufe 
man biefe ^oljarten fäen, fo empfie^tt eS ftc^, fetbft bei grü^jol^rgfaat, bie ©omen 
titoa^ tiefer einjubringen, ate e« in mäufefreien Seiten gefd^e^en würbe. Die fog. Sei- 
terfaaten, b. ^. Streifenfaaten mit OuerriKen, foQen toeniger burc^ SRöufefrag leiben 
cü SangdriQenfaaten. 

4. grür fiampfaoten empfiehlt fic^ unter Umftönben SBefd^Ieunigung be9 
fieimprogeffed burd^ Sudfaat angequeUten bjm. angeleimten @amend. Leiter emp^ 

1) 8tWt. f. g. u. 3m. 1891, 361. — edftcln: ha\. 1892, 124. 



94 (SrfteiS »uc^. Bd^u^ gegen 2:iere. 

fie^It e^ \xä), in gefd^rbeten Sagen bei^tnftjterten Samen aui»)ufäen. Stö 2)eiSmfeftiond» 

ftoff lommt Sarbolfäure in bünner 1—2 %iger Söfung ober Sleimcnnige in Setrad^t. 
^rafrtfKge^ (Vi ftünbigcä) @mquellen bcr ©amen in ber bünnen ÄatboUötung öPt- 
jögert jtoar bte Keimung, fc^abct bcn ©amen ahtx jonft ni(^t; lOVoig«^ Äarbolwaffcr, 
40 3JHnuten lang angewenbet, tötet t)tngegen 5. ©. tJi<^tcnf amen. *) — Petroleum ift als 
^eStnfeftiondtnittel ber $o(5{amen ^u üermerfen. — ^te junäc^ft aU @(i)u( gegen 9^5ge(' 
fta6 Vorgenommene gnfruftierung bed @amen8 mit SWennige, einem am? 5Bleioj^b bepc^en= 
ben roten ^uloer (ügt. @c^u$ gegen $ögel 8. 116), ^at fi(^ aut^ aö @c^n(mtttel gegen 
3ÄäujefraJ3 Bemä^rt unb jttjar nic^t nur bei ben fleinfömigen Slabel^oljjamen, fonbem 
auc^ bei ^ombaum, Sinbe, @ic^e. 

6. gn Saatfämpen ift weiterhin bte ©ntfcrnung öon Sanb nnb Slcifig 

t)on ben bamit gebedten Seeten mä^renb bed SBinterd jn bead^ten, ba berartige 2)ecf? 

mittel bie SWänfe anjicl^en unb ifinen bie 3«^törung ber barunter befinblic^cn 

@amen ober ^flanjen erleichtern. %&x @id^enfaatbeete mirb ^ecfung mit einer bis 

5 cm^o^en ©d^id^t ®erberIot|e^) atö iüertooH empfo!)Ien. Änberenort« ^ot man 

mit bem ©inlegen Hein ge^adttcn SBac^oIberreijig« in bte ©aatrißen auf ©d^en? 

beeten gute (Srfal^rungen gemacht. 

6. Sd^ul ber gefä^rbetcn ^eifter burc^ Änfirid^ mit abfd^rcdEenben Stofs^ 
fen unb SPitifd^ungen, burcfi Ummtcfeln mit 9tf))^a(tf}a))ier ober burd^ Stn^ 

graben ))on ^ra^tne|en um bie eiujelne ^ftanje b}tu. um bie ganje Hnlage. 

^ie ^ule|t genannte ^^a^regel ift ^tt^ar ^ut>er(afftg, aber teuer unb lommt nur ffir 
befonbere SäHe, namentlicfi aU (S(^u| gegen bte ä^oflmaud bei mertDoüen ^ol^arten in 
Sfrage. ^ad ^ral^tneg ift in «^orm eineiS Tegels um bte Sßurjeln ^erumjulegen unb mirb 
burcb eine entfprec^enb groge, ebenfallig aud ^ral^tgitter beftel^enbe ©d^eibe unten gefd^lojlen, 
iomie oben jo um ben (Stamm ^erum julammenge^ogen, baß boS Einbringen ber 2Räufc 
aud| ^ier unmögltd) i{l. 

(Sbenfo urnftänblid^, aber billiger ift ber @c^u^ bed unteren ©c^aftteileiS burc^ Um« 
»tcfeln mit einem banb? ober ftreifenförmig ^ugefc^ntttenen 8c^u|ftoff (fCfpl^alt^^opier). 
9?ö^er Uegenb ift irgenbein ^nftrid^ bec @c^aft6afid mit etner ber au^ beim ^ampf 
gegen anbere 9^inbennager angemenbeten übelriec^enben ober fiebrigen b^m. f(^Iec^t {d^meden« 
ben SWittef. tÄuc^ t|icr finb bie merfroürbigften ^JWijc^ungcn, j. ©. 42 % SSIeimennigif, 36 % 
^ol^teer, 28 7^^ gfirniß unb Petroleum ober SBagenfett, $etroIeum, Alaun unb 3talg unb 
ä^nlid^e Sufammenftctfungcn empfoWen »orben. Slnbere fc^märmen für ^^eer ober 9iau|)ni= 
leimanftric^, »eichen @t offen aber t)on manchen Seiten ber nic^t unberechtigte ©ormutf 
gemad^t mirb, baß bie mit i^nen bel)anbelten ipeifter bann aud^ ol^nc SRaujefrag jugrunbe 
ge^en. (SiS ^anbelt ftc^ in \oiä)tn %ä\ltn aQerbingiS um fehlerhaftes, b. 1^. ^u hide» 9uf« 
tragen beig Sc^u^mitteliS; immerhin muß man in ber ^ra^iiS bei aQer 9(ufmer!fam{eit unb 
^orfic^t ber ^udfül^renben mit berartigen ^orfommniffen rechnen. 3n bem med^enburgi: 
jc^en 9ieöier Sicf^uten») ftettte fic^ ba« «Inftreidjen 6— 12 jähriger »ud^cn mit ©rmiicft« 
9laupenleim nebenbei auf 26 9Rf. auf l ha. @)cgen bie 9iatelmauiS tjai ^nflric^ mit Stalh 
miI4 in Reffen gute ^ienfte geleiftet. ^nbem)örtiS ift bte ^ötelmauS Dom $>inauf(lettem 
an Särgen burc^ ^eftreid^en beiS unteren ©tammteiled mit 97auJpenIeim mtr!jam abgel^alten 
morben. 

7. StuSgrafen ober Se^ütcn gragreic^er Schläge im ©ommer unb ^erbft 

mit SRinbüic^ unb Sd^afen. ©ntfemung üon niebcrem a5uf^n)erf, unter beffen ©c^ufe 

bie ajJäufc mit Sorliebe an ben ^oläpflanjen nagen. 

3)ag ®ra^ gemährt eincjgteits bcn 3)Mufcn belieble SSerftecfe, anberentcil« erhält c« 
bie fRinbe ber im ®raie befinblic^en ^oljpflanäen meic^ unb frifc^. ^o« SBeibeüie^ beun* 
rul^igt unb jertritt öiele SWäufe. ?luc^ ftärferer 3BiIbt)crfe]^r auf Kulturen öerleibet ben 
9ß&ufen ben ^ufent^alt. ^ei @)elegenl^eit bient meiterl^in ber (Eintrieb »on Sd^meinen in 



1) eieglar: 8bl. f. b. gef. gm. I880, 510. — 2) 3iag. %. u. 3 8tg. 1882, 106. — 
8) 9legen|lein: Stfd^r. f. g. u. 3». 1900, 708. 



9Bfl]^lm&uf(. 95 

bie nod6 nt^t ttexjiflttgten ©d^Iögc ber IBeitteibung bei S^dufe. 2)te S^metite tofll^Ien ben 
9oben um, beunruhigen bie SO^aufe, jerßören beren Srut, treten bie £öc^er unb ®dnge 
SU, vertreten unb oerge^ren au^ üiele Snbibibuen. ^iefe äRagregel ifl mithin §ugletc6 
Sertügung^mittel. 

8. 3)unIel6Qtten ber S9uc^enfantenfci|Iage unb langfatne Sid^tung, um ben ®rad« 
unb llntetträutertDuc^d }urü(f}ul|a(ten. SDer SBoben ntug bereite burc^ ben "Slai^toud)^ 
gcbecft fein, et|e bie Kacftlid^tung erfolgt. 

^OiS (Sntfte^en einei^ ftärferen (Ura^muc^iel ift möglic^ft ^u oer^tnbern. Solange 
überall eine fiaubbede üorl^anben tft, nierben bie $eriüngung$(d|Iäge nur flü^ttg bon ben 
Vläufen befttc^t. £e|tere merben aber fofort feg^aft/ fobalb ®radn)ud|d erjc^etnt. 

9. Su^Iegen t)on 9letfig (SBeic^^öIier, ^ornbaum) in bie Schonungen ber 

Suc^e, um bem %xa% an biefer ^ol^art oorjubeugen. 

(Shrd^ere Raufen ^ormurfreifig muffen öfter umgefe^t toerben, toeil ^auptffiti^Iic^ 
nur bie unterften Steifer angenommen merben. ®obaIb bad 9teiftg troden geioorben ift, 
mug ed bur4 neued erfej^t merben, ba bie 9Räufe trocfene 9letfer ntd^t me^r annehmen. 
Da^ SRittel mürbe bann me^r fd^aben aU nu^en, tnbem bie Steifer ben Käufen einen 
mtUfommenen 3uPuc^tdort bieten, ^tefe SJlagregel empfiehlt \i6) namentlich gegen bie 
gelbmau«. 3)ie betreffenben Äo(iten betrugen im SBinter 1861/62 in ber Oberförfterei tlbtd» 
l^agen 8,90-6,90 3R!. auf l ha.») 

10. Schonung ber aßaufefeinbe. 9Itö maggebenber Sefi^tiSpunft ift felbft« 
Derftönblic^ auc^ ^ier feftju^alten, nur bie SRdufet^ertilger ju fc^onen, bie nic^t nac^ 
anberer Stic^tung ^in me^r f^aben. 8(6 SRöufefeinbe ftnb belannt: Sc^ioarimilb, 
%nä)^, äRarber, gm«, ^rmetin, SBiefel, Sgcl, ^pii^mani, I)ac^3, SKauItourf ; unter 
ben Sögein: bie ©ufförbe, befonber« ber SRäufebuffarb, ber lurmfolfe, f amtliche ®ulen 
unb bie Kraben Slud^ bem @torc^ unb ben SSei^en (Selb- unb ©abeltoei^en) ift l^in 
nnb mieber, aOerbingd nur me^r audna^mdn)eife, eine Derbienftüolle Xötigfeit bei ber 

SSerminberung groger SRäufemengen nac^getoiefen morben. 

^efonbere 93ebeutung fommt bom @tanbpun!t ber ^R^ufebelämpfung unter ben ge- 
nannten Vieren bem %vl^9, ben auffärben, (Sulen unb ^rä^en ^u. 

3m SWagen öon %Vid}\tn l^ot man fc^on 20—50 3Röufe üorgefunben, jroei biü brei 
Iht^enb <xl9 tägli(!^e iRal^rung für einen auSgetuac^fenen %v,dii [xnO md)t ^u l^oc^ gegriffen 
SBo eS biele Süc^fe gibt, ftnb SRäufeplagen jiemlid) unbefannte SorJommniffe. 

Über ben 9Bert ber genannten ^öge( aU SlRäufebertilger finb mir burc^ bie neujeit^ 
liefen SOtagen- unb ©emöaunterjuc^ungen nö^er aufgeK&rt morben.*) 92ac^ Siörig') Ratten 
fiel oon 1287 unterfuc^ten aWoujebuffarben 820 (06%) am SRäufefang beteiligt unb 
awar berart, baß im SSinter (September— «pril) 2,4, im ©ommer (SWat— ?luguft) 2 SWaufe 
auf ie einen ©uffarb famen. — Unter 386 Äau^fuftbuffarben fanben fit!^ 866 SWäufe* 
uertilger, bie 1348 SRäufe oerjelftrt Ratten. — ^on 616 3:urmfalfeu ermiefen ftc^ 456 
atö aRöufeiöger mit einer ®efamtftre(fe oon 642 SRöufen. — ®ie ©ebeutung ber t^pifd^en 
9Räufeoemi(|ter, ber (gulen, erbeut au^g ben jabireid) oorliegenben ®emöHunterjuc|ungeu. 
3n 1198 ©albfau^gemöHen =») fanben fid| bie 3ftefte oon 1716 SRöufen afler §lrt. 1230 ®e« 
tpöde oom Steinlau} ergaben 1146 ^öuferefte, 13232 Sc^IeiereuIengemöIIe entl^ielten 
29060, 6267 SBalbo^reulengewöHe 10160 aRouferefte. 

Sag aud) bie in iagblic^er ober anberer ^infic^t nid)t abfolut einmanbfreien ^rä^en 
bei ber SBeMmpfung oon äJfäufeplagen nid^t gang tuertlo^ finb, bemeifen bie Unterfud^ungen 
oon ©ollrung*), ©d^le^^; unb 9lörig u. a. Siiadj @d|Ie^ !|otten oon 2ii Stäben frä!|en 

1) Sgl. ©alt^afar: a. a. D., 236. — 2) %(. bie Unterjucbungen oon ®. ?Rörig 
In ben „arbeiten a. b. Mai). bioIoöifd)en «nftalt f. ß. u. 5»., »b. I, IV, V, VII. — 
3) Xerf : Xic mirtft^aftlic^e ©cbcutung ber SSogelmelt al^ ©runblage beö S3ogelfc^u^c3. 
33erlin 1910. — 4) ©ollrung, 3al)rei3bericftt über bie Xötigfeit bet 3^eriud)«ftation für 
!Rematobenoertilgung unb Wönjenjd^ut, 1895-1898. — 5) (Sd^le^, S^hi^cn unb Schaben 
ber ÄrS^en »erlin 1^.^04 {^h. b. 3). 2 &., ©eft 91). 



j 



96 <M^e9 9n4. €4»)^ gegen Zt 

34 e- 16 */» 9kAu1e auffienomnen. Unter 109 9leb€l(ta^ fanb Sc^Ie^ 36 ^ 3S %, unter 
164 6aatfrd^ ^^^V% S^SnfeUeB^ber. 9l&rig gibt an, bag ^4 unter 3269 Don ber 
9io(i>gtf<^ Hnftalt unterfnc^ten 9{a6en^ unb ^ebeOrd^ 10,6 7« an ber Hnfno^e üon 
tRdufen beteilglen. 

%a ben SBuffarben, dnlen nnb bcm i:nmifallen eine »»efentli^e 1Beetntrfii!^t(ntng ber 
jogbUc^en 3nteref[en nü^t noi^gettnefen merben tann, t^ bie Serfoignng, ber fte ^ nnb 
ba nod^ on^geff^t ftnb, burd^uiS nngere(!^tfertigt. 93ei ^Snmenbnng Don ^o^Ietfen em^ 
fie^tt ed {t(!^, bie Sfiqel mit @unimt ober SBerg ^u nntutdeln, um bem 3erf4inettem ber 
9dnge ber anfblodenben Sdgel ju ber^inbem. Xen nü^Iic^en Sogelarten tonn bann bie 
Srrei^eit miebergegeben n^erben (bgl. 9lörig: 3». 2fA. 1902, 698). 

b) Sertilgnngiaiifregeltt. 

SHe Sertilgttngdntiüel gegen bie äRaufe laffen ftd^ in ^met ®mp))en bringen, 
fol^e o^ne nnb foU^e mit SSergiftung. 

91^ ^a]tpigefti^tö|>nnfte müjfen aber in beiben SoQen gelten: 

1. SUid^rlid^e 9nmenbung berienigen SRagregetn, bie ben örtlid^en SSer^ 
^ättniffen (Sage unb SSefc^affen^eit bed SBalbeS, ju üertilgenbe äRöufeart nftu.) am 
meiften {nfagen, unb 

2. Vertilgung im grül^jal^r (f$ebruar unb äRarj), bamit ber maifen^often 
tßerme^ruug moglid^ft toirffam vorgebeugt kuerbe. 

SHe Zdtigfeit blo^ ber privaten rei^t ^ier nid^t avA, nod^ biet meniger eine 
f tma nur auf ben SBalb befc^ränfte Sertilgung, benn biefe ift ^er mit grd^eren 
Sc^ttnerigfeiten Derlnüpft atd im gelbe. S)er @taat xm^ üietmel^r ^ier organtfte^ 
renb eingreifen unb ben ®emeinben bie $fli^t jur energifd^en SSertitgung ber äRäufe 
im Selb (unb SSalb) auferlegen, xmi nur ein genteinfamed Sorgetien na^^altige 
Erfolge verbürgen fann. 

A. Vertilgung o^ne Vergiftung. 

1. Anlage bon ganggrdben mit befonberen Sangborric^tungen am Voben. 
i&ie ®rdben muffen bauemb reinge^alten, tdglic^ rebibiert unb bie l^ineingefallenen 

^dufe getötet tnerben. 

%it t^anggröben erhalten ettoa 20—25 cm IBreite uitb 30—40 cm i:iefe; bie SSBdnbe 
mflffen fenfrec^t unb möglic^ft glatt gemad^t toerben. ^er Untergrunb {o0 feft fein ober 
feftgeftampft merben. ^uf ber @o^Ie' ftub in Sbftdnben bon 3—5 m Sol^tldd^ (Sang' 
Idc^er) üon etiva 4—5 cm 93eite unb 30 cm Xiefe mit einem meterlangen So^r^o4 (aud 
^ombaum) ansubringen ober glafterte Xontö|)fe ober ^rainrd^ren büS ^um 9ianbe ber 
©ol^le einpgraben. (Sinige auf ben (S)runb gebrad^te ®etretbel0mer gießen bie lSSÜL\x\t um 
fo fi<!^erer an. SBurjeln, 9%eifer ober £aubmaffen, loelc^e in biefe ©rdben fallen, finb fleißig 
^u entfernen, ebenfo fiber^dngenbe (Srfifer, meil ^ierburc^ ben IRdufen bad (Sntfommen er« 
möglic^t »erben toflrbe. ^aS Xöten bec SRdufe gef<!^ie^t bur<!^ gerbrfiden, 3erfiam|}fen 
ober ^nf^iegen mittelft eines ftarfen, l^afenförmigen ^ifenbral^tiS. 

©olc^e ®rdben enM}fe^len fic^ namentti(!^ an ben ^renjen ^mif^en gelb nnb SSalb 
{gegen bie gelbmaud), fomie um gorftgdrten unb ©omenmaga^ine im gf^eien. 9{a(^ ^xU 
leilungen aud SJ^edlenburg mürben in folc^en (Gräben im ^erbfte 1872 bis (Snbe Dftober 
jwifc^en einem Hleefd^loge unb einem Saatfelbe 10800 SWftufe gefangen. 

2. auffteaen bon fallen (befonber« gegen bie SBü^lratte unb JRötetmau«). 
3e nad^ ÜRäufearten unb örtlt^en Serl^dltniffen werben 3öngen', SRö^rcn^, leHer^f, 
Süget' ober ©tubentenfaßen angeh)enbet. 

Sbuarb ^e^er^) empfiel^It gegen bie SBü^lratte bad (Einlegen bon klammer« ober 

1) §lllg. g. u. 3'8tg. 1865, 126. 



nmmäv\{. 



97 



Sangenfalltn (Abb. 4S) in Ste^rm. Zütfc gaOtn ^afren ä^nlic^teit mit febenibtn 
3u(teEgatieen. Süi Sedei a miig jo gtflcQt meTbtn. bag bic in bit S°^9* Ttnnenbe unb 
btn ZtUei m4t bem fiopf umbrüdcnbe SBS^ltottt buidi bit hei£{armigen i^atiganne b in 
itn SBci^en g^iaih miib. Si'^i )"iC ^^m SiQiftn gescntinanbcr in bcnfelben @ang gc> 
fttKlc ^Uttt führen um jo fti^cTet giim 3iEle. 

Sm^ 3RaulmurfS{alltti finb i!"» Songe b« «Bü^Itotte gteigntt. 





3um SoKflt )>n tltinncn Ktttn finb bic iog. ^ottcn^eimei StS^tenfalltn 
(atib. U) \tip nriiffam. 6ie bcßc^tn aus tinci etiua 14 cm langen, bom 2,6 cm mtitcn 
^oljüS^n, oben mit (inei Stbn (au:^ ^aiftm Su)>IttbTat|t), bit tintn f^nad^en titaift' 
ting trdgt, Z)it Spannung bei ^bei etnnitttlt ein bunt) jnei Sin{i^nltte beilaulenbti, 
unten ju|ammengebunbenei gaben. 2)ci fiodfObti niib buT^ eine i cm roette hcidfOrmige 
Clfnung am anbeien l£nbe in tai innere gebracht. Um gu biefem ju gelangen, mug bie 
9Rau3 ben gaben batdibeigen, roorauf bie Stbci empoige{(^neU[ unb bie SRaul butd) bcn 
a)to^ttinfl ptonfluliett wirb. lOO ©tüd (ole^er galten toflen 5 m. 

91a4 ben auf ^mtnnMI) unb anbeindiU gejammelten {Nfa^ningen ^at fii^ bie 
oon eiti- gfiinci') eifunbene 3elb< unb XBalbmauIefalle (£D(tmau«faIte) alS 
btau^boTe^ gangrcetTjcug eimiefen. SRamentHA ifl fie mit (Sifolg gegen bie gioge ^il^t= 
maus onflCTDenbet Toorben. 

aiebieebbilbung(«bb.45) 
geigt, befielt bie ganj oufl §olj 
gefeitigle, automati{4 fangenbe ^ 
gaDe aus einem SO cm ^o^n, 
40 cm langen unb Ifi cm bni^ 
ten gangbet)SIler, ber fo in ben 
IBoben eingegiaben roiib, ba| bie 
an ben ®(^malfeiten be^nblidien 
ISingänge bobeneben liegen. Sic^ 
fei gangFaften ifi oben burC^ 
■ jtoei Sippen aba«((^l offen, bie 
enlfptet^enb belaflet finb unb in 
fflleit^geroicfttälaae gefallen iDei= 
ben, . lolange [ein %in fie Be- 
, gef^ie^l biefeS, ftefil i 



.. Sfi'» 



[f4t fiDAnanlfoIti, '. 



b DQite Xtdil. 



9Sau§ ging auf bei SBippe, fo i^lägt biefe um. 33ie 
9)louS rutfc^t iittt^ Bome ab unb fBllt in ben gangfaftcn, beffen glatlge^obelte, unten but<^ 
einen Sledironb g(f(^it^len ÜBfinbe i^i t^beS ^tebeientlommen unmagtii^ matten. 3laäi 
bem »btutic^en bei »elapiing fteffen fi* bie Sippen felbfttfitig in bie «bii^luBflenung 



1) Äoturm. 3tf*r. f. Ü. i 
6tS,g"riiI*uii.i.4.auii. 



1903, 316. 



98 ^ttS ^uc^- <Sc^ug gegen Xiere. 

toteber ein. Vuf ben eigentlichen grangbe^alter n^irb ein leidet abnehmbarem, 7 cm 6o^ed 
Sc^u^bac^ aufgefegt, baS bie Wipptn gegen 9Bitterungdeinf(uj|e \öiü^t, $ut ilufna^e be^ 
an einem ^op^el^alen anjujtedenben £öber^ bient unb bie boüjlclnbige flberbedhing ber 
Sfalle mit Streu ober 9{eiftg geftattet. ^Id l^5ber merben SRd^ren, @e0erie u. bergt t»er« 
menbet. ^ie (Entleerung ber in $u(^en|d|(c[gen, in ber !RA^e ber tlfragfteHen, in Saatifim* 
ptn jtoifc^en ben ^eten ufm. einjugrabenben %aUtn erfolgt am be^en oQer at^t %aQt. 
Sclglic^e Sleoifton empfiel^lt fid^ ni^t, weil baburc^ bie SEßitterung ber äRfiufe berborben 
mirb. ^e gefongenen 9Räufe merben mit einer gemd^nlüj^en 93anbeifent(emme ^eroud« 
gehoben unb unfc^öblid^ gemacht, eine toirb ald fiochnaud hd jeber Qhttleerung im haften 
gelaffen. S^i^mdufe mfiflen entfernt »erben, ba bie ^aUtn jonft Don anberen SDldufen ge« 
mieben werben, f^rijc^e Säften fmh oor bem (^infe^en burci^ 9(breiben mit (Srbe }u Der« 
wittern, ntc^t aber etwa burc^ ft^arbolineumanfhic^ faltbarer ju machen. %>tx ^arbolineum« 
geruc^ würbe bie ^äu{e vertreiben. — SSejugdqueUe: ®ebr. gürner, 9){arftleut^en im f^c^« 
telgebirge. ¥rciÄ 4,60 m. für ein ©tftd 

(^ine anbere auf bem gleid^en ^rin^ip beru^enbe felbfttfitige ^Ut befc^reibt Wtt^qtx 
in feinen ^änifc^en 9^eifebilbern. ') @te befte^t aud einem beiberfeitS offenen oieredigen 
^olataftc^en, in beffen ^oben eine gaQtür aud ^lec^ angebracht i|l. Über biqer gfaütür 
l^fingt an ber ^ede btS taftc^end ber töber: geröfteter äRala ober 2:olg. %iS Sfang!a|ien 
wirb ein gintrol^r berwenbet, bad mit $ilfe eineiS ^bbo^rerd in bie ®rbe fenlreti^t eingelaffen 
wirb, berart bag fic^ bie groütür beS barüberfte^enben ^ol5Mft(f;end über ber SRo^r« 
münbung befinbet. ^ie SRäufe fallen in biefed diof^x, fobalb fie nad^ bem löber {pringen 
unb ju biefem S^td bie f^ralltür betreten. 9^(!^ ben bänifc^en (Erfahrungen ifi bad S<ing« 
ergebnid ber in gefä^rbeten Verjüngungen am bejten in 15 m ^Ibftanb ooneinanber auf- 
geftellten %aUtn auSge^eid^net. (Ed genügt, wenn bie prallen 4—5 Xage an ber{elben Stelle 
^e^en bleiben. Soften für 100 ^aütn 71 ^f., Sluf^etten, 9%eoirton, Umfe^en wd^renb 
zweier Wtonaie 60,50 Ttt f^angergebnid auf 16 ha ^uc^enoerjüngung 2440 SUlfiufe, un< 
gerechnet bie in ben ^intxoi^xtn oon ben SRitgefangenen aufgefreffenen. 1889 würben in 
einem jütlfinbifd^en 9iebier ton 830 ha (&x&^t mit 580 gfallen in ber 3^t oon (Enbe Sep« 
tember bid S'^itte üßooember über 7000 ^i^&ufe gefangen. 

Heller- unb $ ü g e l f a 1 1 e n empf eitlen ft(!^ mel^r in gef (^loffenen 9{dumen, j . IB. Sa» 
menmogajinen; jeboc^ tann man fie, bei einiger äKa^tierung burc^ £aub, 9ieifig ufw., au^ 
in gorftgärten aufteilen. 

3. Da« Äu^räud^ern ber äRäufe burd^ iRduc^ermittcI (Stangen, Patronen 

ober Schnüre), bie man in bie ®ange legt unb angünbet, ober burc^ Sinfü^ng 

oon S)ämpfen mittelft eine« Dampfofend ober fonftigen 9läuc^era))))arated ift im 

SBolbe wegen ber im ®rag, Saub uf». üerftedten SKäufelöd^er unb wegen ber geuer* 

gefö^rtid^Ieit nic^t antoenbbar. Stud^ auger^alb bed SSalbe« ift bie SSertilgung ber 

äJtdufe mit ^ilfe eine« ^[udrdui^eropparateiS im grogen nic^t burd^fü^rbar. 2)te 

Wppaxait flnb unb arbeiten meift gu teuer; fie finb nic^t ^anblid^ unb bequem genug 

unb lommen, wie auc^ bie neueren SBerfuc^c*) ber württcmbergifd^en unb ba^erifc^en 

$flanjcnfc^ufeanftalten wtebcrum bcweifen, ate Unioerfatmittet im Äam^)fc gegen bie 

gelbmdufc nid^t in Setrac^t. ®ifte unb äRdufebojtflen feiften mcl^r unb flnb billiger. 

^ie 9f{dud)erapparate befte^en aud einem trag- ober fal^ibarem Be^filter {i&aS' 
erjeuger) jur ^ufnal)me ber ga^erjeugeuben Stoffe. SlLg güttmoffe werben 53rennmaterioliett 
(^olj!o^leftfi(f(^en, 3:eer, Snnber, mit Petroleum getrdnfte fia:p|)cn u. bgt.) unb Sd^wefelber- 
wenbet. $er nad^ bem anbrennen ber t^iillmaffe fid) entwidelnbe unb l^aupfdc^lic^burt^ 
bie fc^roeffigc Säure wirfenbe 9ku(^ wirb mit ^ilfe eine« mit bem 5lpparat oerbunbe- 
nen SBIalcbalge« in hit SRduferö^ren eingepreßt, um bie 2)ion|e ju erftidcn. 3)ie tÄuömünbungen 
ber SRö^ren muffen natürlich oor bem eintreffen beS SRauc^eiS möglic^ft angetreten werben. 

1) SWünb. forftl. §. X, 1896, 90. — 2) SBgl. l^ierju SB. San g: 3ur »efdmpfung 
ber gelbmdufe. ^ra!t.«I. f. «Pflb. unb i^Pfd^. 1912, 85. — torff u. ajlaier: «ergleid^enbe 
SSerfuc^e üb. b. SBirfung oerfdjiebener SWittel u. 2Rctl)obcn jur S3efämpfung ber gfelbmou«» 
plage. 3)af. 1911, 137. 



SBü^Imfiufe. 99 

$on bett aurjett int ^onbet befinblic^en fe^r tterfc^iebnien @Q|iemeti Don fRäud^ex* 
üppaxattn feien bie nac^fte^enben genannt: 'äppatat „^xobaV* t)on (!kbr. ^otber, 
SKe^ingcn; tragbar, 8,6 kg {c^wer; $rei8 18 SR!. — Apparat „SRorb" t>on m^axh 
Ära^raer, ©^emnift i.'^a.; tragbat, l^anblic^, 2,2 kg fc^toer; ^rei^ 12 SKf. — Slppörat 
öon R ©tanle in granlenberg i. Sa.; trogbar, fc^r ^anblid), 2 kg fc^ttjer, ^rci« 10 9W!. 
— Cifor*9ifitt^erap^orat ber 3)eutf(!^en ®a«* unb SnbuftriesOefellfd^aft, 8lugi5* 
bürg; tragbar, 4 kg fcbmer. 9[U S^IIinaffe n)irb bie Sifar-$atrone, eine fertige SRifdiung 
üon SBrennfto^en unb @4mefel, toermenbet. $reii8 20 mt, ac^t Patronen 5 Vtl — 9[{)pa« 
rat „Oj^b" öon ^on3 SBicbemann, ?lug«burg; tragbar, 7 kg fc^tter, ^rel? 26 3Kf. 

4. Stbfc^trgen. 2)ie Selömpfung burd^ Sc^ugtpaffe lann naturUd^ nur ber 
Dereinjelt (ebenben äRoQmaud gegenüber in Setrad^t lommen, ift aber eine iiemlic^ 
iuberlöffige SRet^obe unb bei ber Unf^dbltd^mad^ung einzelner in ^iniitgärten leben^ 
ber S^em^Iare anloenbbar. Sie aRoQmaud ift gegen 3ugtuft unb 2xd^t fel^r em))ftnb^ 
lit^. Sie erfd^eint be^l^att nac^ bem Öffnen eine« frifc^ angelegten ©onge« balb, um 
ben Schaben auiSjubeffern, tnobei fte leicht abgefd^offen tuerben tann. 

5) Vertilgung burd^ Softerien. S)ur(^ bie don ^rofeffor g. Söffler in 
SreifdtDalb gemachte Sntbedung eined unter ber äRe^rja^t ber SBü^Intäufe epibemifd^ 
fic^ auiSbreitenben unb eine junt Xobe ffl^renben Seuche ^erborrufenben SajiDuiS, 
be« aRäufet^pJ^u^bojinug (Bacillus typhi murium), ift bie SRäufebefänH):^ 
fung um ein ganj er^ebltd^ed @tücf geförbert kuorben. !&en ebenfo brauchbaren, unter 
Umftanben fogar toirtfameren ®iften gegenüber bleibt ber SosinenDerntd^tung immer 
ber eine grofte Sorteit, bog ba« 8eläm<)fung«mittel ein fpejififd^c« ÜRäufebeföml?' 
fung^mittet unb für anbere Xiere ober SDtenfd^en gefa^rtoiS ift. 

Sie aRäufebajiflen merben entmeber auf 92d^ragar ober neuerbingd au(^ in 
flüffigem ©ubftrat (ajlilc^, Souitton) fultioiert. Sie «gorlutturen toerben in SReogen«* 
gtd^d^en, bie flüffigcn Kulturen in giofcften geliefert, ä^in ä^ede ber Sertoenbung 
toerben bie Mgarhilturen mit ©aljtoaffer ober SRagermitc^ berbünnt unb mit einem 
Irager — getoö^nlic^ altbatfene«, in Heine ffiürf et öon 1—2 cm Seitenlange gefc^nit^f 
tene« SBeifebrot — jufammengebrad&t, um mit biefem Iröger bann nac^ gehöriger 
Surd^träntung unb SRifc^ung in bie SWöufelöc^er ober bereu 5Rä^e aufgelegt ju mcrben. 

Sie ^garfulturen htS SRäufeba^iHud »erben nad^ ber t>on fiöffler gegebenen ^or« 
fc^rift in bünner, V, ^»rogentiger ÄO(tifoIjlöfung fein »erteilt. SRan fteflt bicfe ßöfung but^ 
«uflöfung öon Sali (1 Teelöffel auf l 1 »affer) ^er, !oc^t [xt ab unb lägt fte obfü^len. 
3n biefe glüffigfeit leert mon bie SReagenggtäfer forgföltig auÄ, jerbrücft bie größeren Slgor- 
flüde unb üerteilt bie ©ajillen biirt^ fleißige« Umrühren, hierauf werben bie ©rotmürfcl 
in bie Slüfftgfeit gebraut unb fo untergetaud^t, baß fie fu^ gehörig DoOfaugen. 3um Xrön> 
fen t»on 1000 iBrotftücfc^en braucht man ungefähr 1 1 t^Iüfftglett. 

Siefe mit Saljldfung oerbünnten ^(garfulturen ^aben aber nid^t immer ben etwünfc^:» 
ten ®rfotg gehabt, aud) bonn nirf)t, menn »irulente ©ajißen jur SSertocnbung !amen unb 
bie SBrotflürfdien öorfc^rtftSmäßig ouögelegt tourben. Siefe öielfacften SKißcrfoIge Rängen 
anf<^einenb mit ber «Ibnetgung ber 3Röufe gegen bie mit ©alglöfung bur^trönften ©rot^ 
mürfel jufammen. Sobalb anbere 9Ja^rung oor^onben ift, werben bie faltigen 5BrottPürfeI 
nic^t angenommen. SSiellcid^t werben au4 wie (Uorban*) öermutet, bie ©afterien oom 
9legenwaffer aui? ben ©al^brotwürfeln leidster aui^gewaft^en ober burc^ ©obenbofterien 
Ieid)ter überwuchert ober bur^ ©toffwec^felprobufte ber ©obenbafterien jerftört. 3ebenfaII« 
befielt bie junädjft in Reffen unb unabfiöngig oon ben ^effifc^en ©rfol^rungcn jiemlic^ glcic^^ 
jeitig Don Miltner*) fcftgcftcüte SCatfad^e, baß »erbünnung ber «Tgarfultur mit mUä^ b^w. 
Äultur ber äRdufebaaiHen in 9)lilc^ oiet beffere 9tefultate liefert. Sic SJerme^runggfä^ig* 
feit ber ©oftcrien ift in 3Rilc^ bebeutenb größer alS in ©aljlöfung, bie 5Baftcrien oertcilen 
fic^ gleichmäßiger unb bie mit 9Hilct|fuIturen getrönftcn S3rotwürfel werben öon ben aRdiifen 

r)~¥ra!t. ©l. f. $flb. u. "^m- 1904, 61. — 2) SJaj. 1903, 97, 112. 

7* 



100 (i^rftcd 9u4. S^n^ gegen Xiexe. 

sogleut lieber angenomniiiieii aU bte faltigen StottofirfcL (H empfiehlt ftd^, bte Safterien 
gleu^ in Ttiid^ ^n i^ü^ten. ^od Serbünnen ber ^goxfultnien mit fStild^ ift um^änbliti^r 
nnb fteHt fi^, mie äorban (a o. £. 65; no^meift, »efentlt(!^ tenrer aU bie Sonpenbnng 
oon 9hI4fnUnren. 

3^ie ^ifteDung folget gefc^ie^t in folgenber SBcife: 9RagennU4 unib 10 äRinuten 
lang gefoc^t nnb nad^ bem ddalten in gereinigte S^etnflafdKn gefflSt. Seber Slof^e loec^ 
ben etttw 6 ccm IRdufeti^^adbaiiflen ^ngefe^ ^e ^laid^n »erben ^auf oerforft, gut 
bnrd)gef(^fitte(t nnb finb mögU(!^ß Dor 9blauf ber ndc^^en 48 Stunben ^n Dcrbron^en. 9ei 
ber Sermenbnng mirb bie Sa^iflenmilt^ mit ungefähr ber gleic^n SRenge abgeformter unb 
toieber erfalteter SRagermU^ oerbfinnt nnb bann bte Xurc^tränfung ber SBei^rotmurfel 
üorgenommen. 

2)ie Don ber bo^rifc^en 9lgrtfu(tnrbotani{(!^n ftnflalt in SRünc^ in großem Vta^ 
^ttbt bnrc^gefft^rten .Serfu^e ^ben ergeben, Dai bie SUnfcbaaillen, bte in Sforn Püffiger 
ftuUuren abgegeben oe^en, befonberiS miilfan finb. S)nrf4 bie genannte Hnftolt ftnb bed« 
^alb ^nr 9efdmpfttng ber im ec^n So^rje^nt biefed Sal^r^nnbertd in IBo^em ^eirf^^nben 
gro^ IRänfe^lage au^ ben üblicben ^[gartuUuren in ^ö^rc^en ftüjftge, nnb }nMir ^ouiU 
lonfultnren in %\a\&^ *) angegeben »orben. 3eber Stalle mirb eine entfpre(!^nbe IRenge 
eined geeigneten ^d^rpnlerd mitgegeben. 9laä^ ber 9ntt>eifnng*; |nr IBermenbung biefer 
fLflfftgen Ihiltnren »erben nnge{4dUe ^fertömer bamit bnrdytrftnit, nad^bem bie Shtltnren 
mit reinem Onefl- ober £eitnngdttHif{er berbnnnt »orben finb. gür jebe ^(afcl^ finb 4 kg 
^er erforberli^; 1,5 kg ^afer genügt, um anf flarf befaSenen Sebem eine Jlac^ hob 
1 ha ^n belegen. 

^m ^benb oor bem 9ndlegen ber fiömer mirb ber beigegebene Std^rßoff in reinem 
SBaffer (l 1 für iebe Düte) % @tnnbe lang aufgetoc^t ^e no4 Reifte Xö^r^offldfnng 
mirb in einem fanberen (^äi {Stiidftopl SSaf^Ieffet ufm.) mit reinem SBa{{er gemifd^t, fo 
bag anf jebe ^lafd^e Rillen 2 V, 1 SBaffer fommen. %a4 fofortigem 3i^e|en ber Ba* 
^iUenflfifftgleit nnb Serteilen berfelben burü^ Umrühren bleibt bie 9{if(^ung bid ^nm n&c^* 
^en SRorgen fte^. ^ann merben bie ^aferfdmer mdglic^fi boDtommen mit ber mittlei- 
meile no<m ba^iflenreic^er gemoibenen 9Rt{(!^ung burd^tränft. Sfir i kg Körner merben % ^ 
ber 9Rif4nng geregnet. 2—3 @tnnben nad^ bem Snfend^ten mit ber SRifc^nng ftnb bie 
^aferfdmer auiS^nlegen. 

^ad «udlegen ber mit ber »ojiOenflttfftgfett bur^trfinften Srottofirfd ober 
^afertörner fyii mög(i(^ft bei trodenem, aber ntc^t ju ^em äßetter ju gefc^en 
unb ift im Srü^ia^r infolge ber geringeren SSiberftanbdfa^igfett ber aOl&ttfe unb tn^ 
folge ber um biefe 3«t nod) ^errfd^enben gutterfnajj^j^it am toirffamflen. «uf bem 
gelbe mirb ed in ber SSeife t)orgenommen, ba^ in bie tag8 iut)or jugetretenen unb 
Don ben SRaufen toieber frifc^ geöffneten, alfo bewohnten Söd^er je ein »rotwfirfel 
bjm. 4—5 ^aferfömer mögUc^ft tief cingef^oben »erben. Der ©eborf an »rot- 
mürfeltt ober ^afer rietet fic^ fettflöerftänblid^ nad^ ber Starte be« »efaOe«. »ci 
SSermenbung öon «garhilturen finb für 1 ha 3—4 ateagenÄglSd^en ju rennen, 
ftojiett einer «gorlultur 30—50 ^g. glüffige ßulturen ftetten [xäf bittiger. Ka* 
4)iltner reicht eine glafc^e ber öon ber «gritulturbotonifd^n «nftalt jum greife 
öon 1 3R!. fomt Slo^rftoff abgegebenen flüffigen ftuttur für 2,5—3 ha. dforban 
berechnet oI« Soften für 1 ha belegter gläd^e bei «garhtlturen 2,80 SRI, bei pf:^ 
ftgen aRild^fulturen 1,12 SRI. 

3)ie SBirtung ber 3Räufet^»)^ugbajiacn tritt ni^t fofort nac^ ber Aufnahme bec 
infijierten Srottoürfet ober ^aferförney ein, fonbem ift crft no^ 8—14 lagen ju 
erfennen. 

(£d ift o^nc »eitere« tcrftänblic^, bafe bie tetimcife fe^r günjHgen «rfolge, 
bie bei ber »efämpfung ber aRaufe^jIagen mit bem Söfffcrfd^en »ajiaufS auf Ianb= 

1) t^raft. 5BI. f. $fl6. u. ^^fl|d). 1907, 50. — 2) 3)ai. 1908. 33. 



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Verlag von B. O. Teubner in Leipzig und Berlin 



WIPALLADIN 

PB0VBS80B DBB BOTANIK AN DBB l7NiyBB8ITi.T PBTBBSBUBa 

PFLANZ ENANAT OMIE 



NACH DER FÜNFTEN RUSSISCHEN AUFLAGE 
ÜBERSETZT UND BEARBEITET 

VON 

S.TSCHULOK 



PBIVATDOZUIT AM DBS UNIVBR8ITAT ZUBICH 



!Mit 174 Abbilc(ungeÄ 
[IV u. 195 S.] gr. 8. 1914 




Geh. JK 4.40J 
iin Leinwaadj geb. Jl 5. 



Vorliegendes Lehrbach stellt sich die Aufgabe, Studierenden der 
Medizin und Naturwissenschaften, Landwirten, Förstern, Pharma- 
zeuten usw. eine leicht faßliche Einfuhrung in] die Pfianzenanatomie zu 
bieten. Es hat sich in seiner Heimat gut bewährt, und da der Verfasser 
desselben durch seine physiologischen Arbeiten auch in Deutschland 
bekannt gewordei^ ist, so schien es angebracht, das durch große Klar- 
heit ausgezeichnete Lehrbuch auch in deutscher Sprache herauszugeben. 
Zumal nachdem die Pflanzenphysiologie desselben Autors auch in der 
deutschen Übersetzung viel Anerkennung gefunden hat. 

Vorliegendes Buch ist aber nicht in allen Teilen eine wortgetreue 
Übersetzung. Der Herausgeber sah sich veranlaßt, manches zu streichen, 
manches einzufügen und manches in abweichender Reihenfolge zu 
bringen. Es waren natürlich nur didaktische Gründe für die Änderungen 
maßgebend, und der Herr Verfasser hatte die Freundlichkeit, zu den 
geplanten Änderungen seine Zustimmung zu erteilen. So wurde im 
6. bis 8. Kapitel des ersten Teiles der Stoff etwas anders als im Original 
gruppiert und die Kapitelüberschriften entsprechend verändert. Dann 
im 9. Kapitel die Hinweise auf die Zellbildungslehre C. F. Wolffs und 
Schleidens und die Hetrachtung über die Beziehung zwischen Reduk- 
tionsteilung und Generationswechsel eingefügt. Forner wurde die Ein- 






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Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 



teiluBg der Gewebe im 1. Kapitel des zweiten Teiles und die Unterab- 
teilüDgen im 2. Kapitel des zweiten Teiles strenger gefaßt und[ klarer ge- 
sondert. Mehrere Abbildungen wurden durch instruktiTere ersetzt, der«n 
Quellen immer angegeben sind. Namentlich aber wurde versucht, in der 
ganz neu bearbeiteten Einleitung die Grundbegriffe der j^Zelle'^ ,,Energide'', 
des ,,zellulären und nichtzellulären Baues^' an Hand konkreter Beispiele so 
klar als möglich darzustellen. Dieser Lehrgang hat sich in der Unterrichts- 
praxis des Unterzeichneten gut bewährt, und er benutzt die Gelegenheit^ 
ihn weiteren Kreisen vorzulegen. Selbstverständlich übernimmt er allein 
die Verantwortung fdr diese Art der Darstellung. Möge das Buch viele 
Freunde unter den Studierenden und Lehrern finden! S. Tschnlok. 

INHALTSÜBERSICHT 

Erster TeiL Anatomie der Zelle. 8«^ 

I. Kapitel. Einleitnng 1 

Ans der Gescliiclite der Pflanzenaxiatomie. Entwicklung des Begriffs 
„Zelle*^ Die Bestandteile einer typischen Fflanzenzelle. Abweichende 
Fälle. Beispiele ans der Organisation einfachster Pflanzen. Begriff der 
Energide, des „zellnlären^^ nnd „nichtzellnlären^^ Banes der Pflanzen. 
Plasmodesmen. Vorteile des zellnlaren Baues. Die Durchschnittsgröße 
der Zellen bei Gewebspflanzen. Gestalt der Zellen. 

n. Kapitel. Die Eigenschaften des Protoplasmas 21 

Die Ausfüllung des Zellumens. Hautschicht. Vakuolen. Bewegungen 
des Zjtoplasmas. Plasmolyse. Reaktionen des Protoplasmas. Seine 
chemische Zusammensetzung. Der innere Bau des Protoplasmas. 

in. Kapitel. Der Zellkern J9 

Gestalt und Größe. Einschlüsse. Bestandteile. Chemische Katur. Färb- 
barkeit. Rolle des Zellkerns im Leben der Zelle. .t 

TV. Kapitel. Die Piastiden oder Chromatophoren «.,..•.• %b 

Chloroplasten. Gestalt. Zusammensetzung. Entstehung. Lage in der 
Zelle. Leukoplasten. 

V. Kapitel. Die Zellhaut ; 40 

Primäre lind sekundre Membran. Schichtung. Streifüng. Tüpfel. 
Chemische Natur der Zellhaut. Verholzung. Verkorkung. Verschlei- 
mung. Apposition und Intussuszeption. 

VL Kapitel. Die geformten Einschlüsse 47 

Aleuron- oder Proteinkömer. Eiweißkristalloide. Starkekömer, ihre 
Eigenschaften, Entstehung, Funktion. £[ristalle. 

VIL KapiteL Der Zellsaft \ 

Asparagin. Inulin. Glukose. 

Vni. Kapitel. Die Farben der Pflanzenorgane \ 

Körperfarben: feste und flüssige Farbstoffe. Farbstoffe in geformten 
Bestandteilen der Zelle. Farbstoffe im Zellsaft. Optische Farben. 



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Palladia-Tsclialok, Pflanzenanatomie 3 

Seite 

IX. Kapitel. Die Yermehrang der Zellen 65 

Aas der GeBchichte der Erkenntnis von der Entstehung der Zellen. 
Direkte and indirekte Eemteilnng. Typische Aeqaationsteiloiig. Ab- 
weichende Fälle. Redaktionsteilang. Zasammenhang mit dem Gene- 
rationswechsel im Pflanzenreiche. 

Anhang: Künstliche Erzeagang von amöboiden Bewegungen, karyo- 
kinetischen Figaren and plasmaahnlichen Schäomen 76 

Zweiter Teil. Anatomie der Gewebe* 

I. Kapitel. Über die Gewebe im allgemeinen 78 

Differenzierang. Bildnngsg^webe und Dauergewebe. Physiologische 
Einteilung der Gewebe. Grandgewebe, Stranggewebe^ Hautgewebe. 
Parenohym und Prosenchym. 
U. Kapitel. Das Hautsystem 85 

1. Die Haut als Schutzgewebe der oberirdischen Pflanzenteile ..... 86 

2. Die Spaltöffnungen der Blätter und Stengel. Die Wasserspalt^n. 93 
8. Die Haut als Absorptionsgewebe junger Wurzeln' und analoger 

Gebilde 100 

4. Die Haut als Sitz der Sinnesorgane 105 

6. Der Kork 106 

IIL Kapitel. Das mechanische System 111 

Kollenchym. Sklerenchym. Bast und Libriform. Die physikalischen 
Eigenschaften der mechanischen Elemente. Die zweckmäßige An- 
ordnung der mechanischen Elemente. 

IV. Kapitel. Das Leitungssystem 120 

Wasserleitende Elemente: Gefäße und Holzzellen. Tüpfel. Eiweiß- 
leitende Siebröhren. Milchsaftgefäße. Die Haupttypen der Leitbündel 
(kollaterale, bikollaterale, konzentrische, radiäre). Entwicklungs- 
geschichte. 

Y.Kapitel. Harzgänge, Drüsen und luftfahrende Räume 141 

Dritter Teil. Anatomie der Organe* 

I. Kapitel. Der Stengel der Dikotylen und Gymnospermen 146 

Primäre Elemente. Sekundäre Elemente. Das sekundäre Holz. Die 
sekundäre Binde. Kork und Borke. 
Q.Kapitel. Anomal gebaute Stengel der Dikotylen und Gymno- 
spermen 169 

ni.KapiteL Der Stengel der Monokotylen 162 

rV. Kapitel. Der Stengel der Pteridophyten und Bryophyten 164 

V.KapiteL Die Wurzel 166 

Entwicklung. Wuizelhaube. Verzweigung. Primäre und sekundäre 
Elemente. 

VI. Kapitel Das Blatt 174 

''H.KapiteL Einfluß der äußeren Bedingungen auf den anatomischen 

Bau der Pflanzen 179 



Ana der Eisleitnng 



FlasmaTerbindaDgeD zwischen benachbarten i 



BohUsBUalBlxi»] 



Gewebs] 

dem gr 

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Die BohllsUblulB dn TUpfel "* OeniinTf 

(,) riad Ton PI«modu«»i Jjgng g 

doicIupgtii.NuliStfHbnigar 

IKDltnT d« Qigaowut). Tet- VOrband 

««»"■"'8 iMo. durchqu 

modesmen die Schließhäute dieser Tüpfel. Sind aber in d 
Zellwädden keine Bülchen Porenkanäle oder Tüpfel da, so gel 
Eanälcbeo mit den PlaBmodesmen durch die ganze Dicke c 
Zellwand hindurch (Abb. 15). Zum Nachweis dieser Ver 
muß eine Färbung angewandt werden, die wohl das Protc 
aber die Zellhaut trifft, dann treten die gefärbten VerbindnQ( 
farblosen Zellwänden deutlich hervor. 

Es ist klar, daß die Protoplasten einer vielzelligen, polye 
durch diese Plasmodesmen zu einer höheren physiologischen '. 
Symplasten, verbunden werden. Was ihre spezielle Funktioi 
erblickt man in ihnen meist die Keizleitungsbahueu der P6i 



I>«TZ«IUiihil(luit(t> 



pTotoplatiDkB. 



Ane dem Kapitel: Über die Gewebe im allgemeinen 5 

Das Parenehym ^ 

. . . Sehen wir den Quer- 
sclmitt dorch ein Laubblatt 
(Abb. 72) an, so merken wir, 
daß man das saftige chlor opliy 11- 
httltige Gewebe hier als Grand- p 
gewebe bezeii^lmeD muß, dem 
dieQefäßbündel(Nerven,A.deTn) 
eingelagert und die Haut von 
anBen angeifert ist. -^ 

Schon aus diesen Beispielen *''''■ "■ """ <)"8"''tBiti d^roh ^ LnbbUtt «n Heuoonu 
dürfte zur uenüge herrorgehen, du atrum*«<<N m- a» Hniisr Frakukam. 

daB mit dem Worte „Gruud- 

gewebe" keine physiologische Einheit bezeichnet ist. Im Blatte ist das 
Grundgewebe — das Assiinilationsgewebe, im Stengel ist es häufig Speicher- 
gewebe, zum Teil auch ÄSHimilationsgewebe, zum Teil ~ (im Markstrahl) — 
auch Leitungsgewebe. Auch die Haut ist am Blatte physiologisch etwas 
anderes als am Stengel und an der Wurzel. Am Blatte ist es Schutzgewebe^ 
an der Wurzel Absorptionsgewebe. 

Dasselbe gilt ivon den sehr häufig gehrauchten Ausdrücken „Paren- 
ehym" und „Prosenchym". Unter Parenchym versteht man gewöhnlich ein 
Gewehe, dessen Zellen annähernd iaodiameti-isch oder nur wenig nach einer 
Richtung gestreckt sind. Ihr DifferenzieruDgsgrad ist nur ein mäßiger: die 
Zellhaut ist in der Regel dünn, an den Ecken zeigen sich kleine Interzel- 
lularräume (Abb. 72p'). Es sind lebende Zellen mit einem wandständigen 
Protoplasmaschlaucb und einem Zellkern. Im Protoplasma können Cbloro- 
phyllköruer eingebettet sein. Der größte Teil des Zellumens wird von Zell- 
saftvakuolen eingenommen. Stärkekörner, Eiweißkristalloide, Kristalle von 
ozalsaurem Kalk und andere Einschlüsse kommen sehr häufig vor. 

Das Fareochjm gewebe kann, ohne diesen seinen Charakter einzubüßen, 
sich für eine bestimmte Funktion spezialisieren und dementsprechend seinen 
Bau in mannigfacher Weise ändern. Sehr häufig verwandelt sieb das Par- 
enchym in sog. Wassergewebe, in dem sich Wasser für die Bedürfnisse 
der Pfianze ablagert. 

Das Wassergewebe ist bei Pflanzen trockner Standorte besonders stark 
ausgebildet Bei den Kaktassen besteht die Hauptmasse düs Körpers aus 
solchem wasserreichen Farencbym. Es ist ein gewöhnliches dünnwandiges 
Parenchym mit sehr wasserreichem Zellsaft. Wie wir weiter unten sehen 
werden, kann sich nicht bloß das innere Parenchym, sondern auch die Epi- 
dermis in solches Wassergewebe verwandeln. 

Zur Versorgung der Pflanze mit Wasser, sowie zum Pesthalten desselben, 
verwandelt sich das Parenchym manchmal in Schleim gewebe. . . . 



Ana dem Kapitel: DtM Haatayatem 



Inhalt der EpidermisKellen. — Wasser^web« 

J^ ... In dea Epidermiszellen sind immer 

Zjtoplasma and Zellkern enthalten. Es sind 
also lebeude ond teilungsfabige Zellen. In dem 
Mafia wie Stengel und BUtter vachsen, nimmt 
ancli die Anzahl der sie fibeniebenden Eplder- 
miazellen nach and nach zn. ChlorophjUkSmer 
fehlen in den EpidermiszeUen der groBen Mehr- 
zahl TOn Landpflanzen. Wasserblätter dagegen 
zeigen konstant in ihren EpidenniBeellen Chlo- 
rophjllkorner mit eingeschlossenen Stärke- 
kömchen. Von den Landpflanzen, die eine Aus- 
nahme ans der obigen Regel bilden, seien hier 
genannt: die Mehrzahl der Farne, femer einige 
Bewohner schattiger Standorte wie ImpaHens 
noUmetangere,Melampyrumsilvaticam,Galetip- 
sis Tetrahit, Eanunculus Ficaria, Epilobium 
roseum n. a. m. In einigen Fällen finden sich 
auch bei Pflanzen, die an sonnigen SteUea 
wachsen, ebenfalls Chlorophyllköm er in der 
Epidermis, so z, B. bei MercuricUis annua and 
Lamium purpureum. 

In der großen Mehrzahl der Fälle besteht 
die Epidermis aus einer einzigen Zellschicht. 
Abb.;B. Hutnii8rtohiatt»»ooP(jwroFina Wenn sieh aber die EpidermiszeUen durch 
incÄwaTH. A tumtciatiu einsi fti- Wände teilen , die der Oberfläche des Blattes 
BiMDBiB iDtgctnuntui BUtia nidi iju- parallel liegen, dann entsteht eine mehrschicb- 
dL?r^^°ü™p.™'^h^!rH.^ *'g^ Epidermis. In einigen Fällen entsteht die 
u iii du Echwaminpiiiuiobriii, » lUi mehrschichtige Epidermis nicht auBBchließlich 
^pi^ikl"ML(mTMt^Ti'^ufl*"' *"^ *^^™ Dermatogen, sondern es beteiligen 
sich an seiner Bildung noch einige Schiebten 
des unter dem Dermatogen liegenden Urmeristem (also Perib lern schichten). 
Dies ist bei SdUimineen, vielen Commdivaeeen , Falmen, Bromelia^een, 
Grauem u. a. beobachtet worden. In der Mehrzahl der Fälle dienen die 
Schichten der vielschichtigen Epidermis aaßer der obersten als Wasserbe- 
hälter. In diesen Fällen bezeichnet man diese vielschichtige Epidermis wohl 
aach ah Wassergewebe. In Abb. 79 ist ein Querschnitt durch das Blatt 
von Peperomia trickocarpa dargestellt. Faat die Hälfte der Blattdicke wird 
vom Wassergewebe eingenommen, das an der oberen Seite des Blattes an- 
gebracht ist. Die Zellen, die dieses Wassergewebe bilden (w), sind sehr dOnn 
wandig, haben einen wasserreichen Inhalt, aber keine CMorophyllkÖmei 
Bai Eintritt der Trockenzeit geben sie ihr Wasser an die chlorophyllreiche! 
assimilierenden Zellen ab, in denen eich die wichtigsten Lebensvorgäng 
vollziehen . . , 



Äui dem Eftpitel: Dm HauU^stem 



Tertoilmiff der SpsItÖfftiiin^D 

. . . Die eben gescliilderteti >~ 

SpaltöfEhnngen finden sich 
nur bei den Samenpflanzen 
Und Gefäßkryptogamen. Sie 
finden sieb da sowohl anf den 
Blättern &ls auch auf den 
krautigen Stengeln. Anf den 
Blättern kommen sie ent- 
weder anf beiden Seiten oder 
nur auf der Unterseite vor. 
Zarte krautige Blätter haben 
in der R^el auf beiden Sei- 
ten Spaltöffnungen. Derbere 
lederige Butter mit glänzen- 
der Oberseite haben ihre 
Spaltöffnungen fast aus- 
Bchließlich auf der Unter- 
seite. Zuweilen sind die Spalt- 
öffnungen in besonderen Rin- 
nen auf der Blattuuterseite 
angebracht, wie z. B, beim 
Oleander (Abh. 91). Blätter, ^'"' »' TT" •'^".'*""?^"",''''"'',*"„^'-'' ™ '"'r 

!• t trr 1 ■ OUanitr. Zeigt, dftl dl* Epldennii au drei Bohiolllail btatoht, 

die auf dem Wasser schwim- tod ««>« n* beidan innanD aurk« ahna. tu = Katikim, 
men, tragen ihre SpaltÖffeun- *"'" Kniik,.i«,Aich.«,p = p^™i™p™z=hy™,,;- sohw.»». 



gen fast ausschließlich auf mlgM VarllefaogBn. ir = Krt.t»UdilliBn. *a = H»ire. Aiu 

der oberen Seite. Blätter, die 

gänzlich untergetaucht sind, besitzen gewöhnlich gar keine Spaltöffnungen. 
Die Anzahl der Spaltöffnungen schwankt bei verschiedenen Pflanzen 
in sehr weiten Grenzen. Für dit; Mehrzahl der Blätter liegt die Zahl der 
Spaltöffnungen pro Qnadratmillimeter zwischen 40 und 300. Die höchsten 
Zahlen von Spaltöffnungen finden sich beim Blatte des Ölbaums, Ölen euro- 
paea — (auf ein Quadratmillimeter der Blattunterseite kommen da 625 
Spaltöfbungen) und bei Kohl, — Brassica Rapa — 716 auf ein Quadrat- 
millimeter der Blattunterseite. Nach Weiß verteilten sich die Zahlen unter 
157 untersuchten Pflanzenarten in folgender Weise; es finden sich auf einem 
Quadratmillimeter Spaltöffnungen 

unter 40 hei 12 Arten zwischen 300 und 400 bei 12 Arten 
zwischen 40 und 100 bei 42 550 bei 1 Art 

zwischen 100 und 200 bei 38 ! aber 600 bei 3 Arten 

»wischen 200 und 3(X) bei 39 | 



Aus d»m S»pitel: Der Stengel der MoDOkotjlea 



Der Falmentypas deä OefäßbQndelrerlaDfs 

. . . Der Verlauf der GefäBbQndel im Stengel zeigt 
meistens den sog. Palmentjpus (Abb. 156). Ein Gefäß- 
bündel, das auB dem Blatt in den Stengel eintritt, 
näbert sieb znerst raach dem Zentrum desselben, macht 
dann eine starke bogenförmige Biegung, steigt nach 
abwärts und nähert sich langsam wieder der Peripherie, 
wo es sich an ein weiter unten liegendes Bündel an- 
schließt und mit ihm 
verschmilzt. Während 
es vomBlattabgehtund 
sich dem Zentrum zu- 
wendet, muß das Ge- 
fäßbündel nnbedingt , 
durch das Rindenpar- 
enchjm verlaufen. Da- 
her kommen auf Qner- ■ 
schnitten anch in der 
Binde Gefäß bündelvor. 
Infolge des t'ehlens 
von Kambium verliert 
der Stengel der Mo- 
«viiush Qol'o''ylon schon sehr 
nHh d«n früh die Fähigkeit des 
_idl«D s»^ Dickenwachstums. 
= v.g.uiioni- Eine gewisBe Ver- 
Hmberiuidi, PhTiWog, pn«.- dickungwirduurdurcb 
■«uuiomie, i. Ann. isM. jjg Ausdchnung der 
bereits angelegten Elemente der GelaßbUudel 
erreicht. Es gibt aber auch Ausnahmen von 
dieser Regel. So gibt es in der Familie der 
Liliaceen Holzpäanzen {Dracaena, Yucca), 
deren Stamm zeitlebens ein Dickenwachs- 
tum zeigt (Abb. 157). Dies wird dadurch , _ 
erreicht, daß ein Teil der Zellen des Rinden- Abb.uj. t.u ein» qnanohniiu ducii 

, , - H. n ■ ir ' I ^*" StuiuiD von Coräf/Iinr {Dracafiia) 

parencnyms, der dem auBereten Kreise der rubra. /'.- prima™ OoBBbündei. /" = 

Gefäflbündel anliegt, sich durch Tangential- •** 

wände teilt und in einen geschlossenen Kam- »n 

bium ring verwandelt. An der Innenseite die- ^^ 

ses Ringes werden dann neue Gefäßbiindel f^- 

angelegt, die zwischen diesen Anlagen ver- j^ 

bleibenden Zellen liefern ein gewöhnliches '^" 

Parenchvm. ... 



Abb.lt«. SchuiL 
dar OsnStillndi 
FlUiiiaDtnia). ( 



kammand» OtMBbtisd 



■/mmm 



Aus dem Kapitel: Die Wurzel 




^>¥W^' 






h k ^ h 



Übergang toh der Wnrzelstmktnr znr Stengelstmktvr 

. . . Die Rinde der vieljährigen 
Wurzeln^ die einen zusammenhän- 
genden Holzzylinder besitzen^ ist in 
ihrem Baue derjenigen der Tieljäh- 
rigen Stamme analog. Auch in ihr 
werden periodisch neue Korkschich- 
ten gebildet^ die die Anhäufung einer 
Borke hervorrufen. Im aUgemeinen 
ist aber, wie bereits gesagt, der Kork 
eine relativ seltene Erscheinung bei 
den Wurzeln. Wurzeln, die kein 
sekundäres Dickenwachstum haben, 
begnügen sich für ihren Schatz mit 
der Exodermis und bilden nur in 
seltenen Fällen Kork aus. 

Das radiäre Gefäßbündel der 
Wurzel steht in unmittelbarer Ver- 
bindung mit den kollateralen Gefäß- 
bündeln des Stengels. Der Übergang 
von einem Bautypus zum anderen 
findet im hypokotylen Gliede der 
Pflanze*) statt. Der Anschluß voll- 
zieht sich in folgender Weise: Jede 
Xylempartie des radiären Bündels ^^^ ^^ 8oh«n«ti.oh* Dar.taunng de. üb«rg«ge. 

spaltet sich in zwei Teile und voll- von der Stongelitroktnr Bur WuneUtraktor im hy- 
• i.« 1 _•• Tki- joj* pokotylen Gliede der Lupine. In difeeam Falle erlei- 

zieht eme derartige Drehung, daß die ^^ ^^ .^^i siebteue i, und j,, und ebemo die »wei 

iuncen Elemente, die früher nach OeftßteUe 6» und 6, des dlarchen BOndeU (1) Spal- 

. ^° 1 1. X • i_ u tungen (2). Die Spaltungsprodukte der Siebtel!« 

mnen gekehrt Waren^ sich nimmehr raoken nur auseinander, diejenigen der QefftBtefla 

nach außen kehren. Auch jede «leiden eine Drehung (8). Aus d«r paarwelsen Ver- 

_ i'-i.i /»ii- einigung dieser Spaltungsstflcke (4) ergeben sieh 

Jrhloempartie erleidet ebeniallS eme dann die ikolUteralen OefäAbündel des Stengels (5). 

derartige Spaltung. Weiter oben ver- '^^^T^^cT!:^Z'r<^^'ttln,t:: 
einigt sich je ein solches abgespal- 
tenes Stück Xylem mit je einem Stück Phloem in solcher Weise, daß sich 
aus dieser Vereinigung ein kollaterales Gefäßbündel ergibt, welches nun 
in den Stengel eintritt (Abb. 164). In anderen Fällen behält das Phloem 
seine ursprüngliche Lage, und nur das Xylem spaltet und dreht sich (Kürbis). 
In derselben Zone, in der sich diese Umlagerung der Elemente der Gefäß- 
bündel vollzieht, findet auch die Umänderung in der Struktur der übrigen 
Teile statt: es tritt eine Epidermis auf, ein Mark usw. . . . 





1) Gerald, AonaleB des Sciences naturelles. VI. s^rie, t. XI, 1882, p. 679. 



— —-^g i: " 



J 



10" 



Ans dem EapiM: EinflnS der änBeren Bedingung«!! 



Einfluß des Lielites anf den Baa der Blätter und dm Stengels 

. . . Auch in der Anzahl der SpaltÖffnuDgen zeigt sich eine Abhängig- 
keit vom Lichte, Wie ans folgender Tabelle zu ersehen ist, bilden sich bei 
grellem Licht viel mehr Spaltöffaimgen als im Schatten aus. Man &nd auf , 
einem Qnadratmillimeter Blattoberääche bei: 



Tustilago Farfara . 
Hibüeiu gyriaeits . 
JSiUa divaricata . . 
Conna annei . . . 
AubTtUa deltoideum 
Baoeharü halimifoUa 



Auf der Oberseite !| Äof det Unterseite 
Sonnenblatt Schattenblatt ! Sonnenblatt SohattenbUtt 



! sehr wenige 

I ^ 

sehr wenige 



J 



Die geschilderten Differenzen im anatomischen Bau kann man nicht 
nur an Päanzenstöcken derselben Art beobachten, die unter nagleicher Be- 
lichtung kultiTiert wurden, sondern auch an den Blättern desselben Baumes, 
wenn man das eine Blatt von der Südseite, das andere Ton der Nordseite 
der Baomkrone entnimmt. 

Auch im Stengel der Schattenp&anzen fällt uns eine Verminderung der 
mechanischen und der leitenden Elemente, bei Vorherrschen dünnwandigen 
Parenchyms, auf. Diese Erscheinui^; hat unter anderem auch eine praktische 
Bedeutung. Das Lagern des Getreides wurde früher durch den Kiesel- 
mangel des Bodens erklärt. In Wirk- 
lichkeit ist es aber die Folge von zu 
dichter Aussaat, welche eine gegen- 
seitige Beschattung der Pßanzen be- 
dingt. Es ergeben sich lang gestreckte ^ 
Stengel mit zu schwach entwickelten 
mechanischen Elementen, die das Ge- 
wicht des Halmes nicht zu tragen ver- 
mögen und sich daher lagern . . . 




Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 
Einleitung in die experimentelle Morphologie der Pflanzen, von Dr. 

K. Goebel, Prof. an der Universität München. Mit 136 Abb. [YIII u. 260 8.] gr. 8. 1908. 
In Leinwand geb. M. 8. — 

Blumen und Insekten ihre AnpaMungen aneinander ^und ihre gegenseitige Ab- 
hftngiglieit Von Dr. 0. von Kirchner, Professor an der £gl. Landwirtschaftlichen Anstalt 
Hohenheim. Mit 2 Taf. a. 159 Abb. [YIu.436S.] gr. 8. 1911. Geh. M. 6.60, geb. M. 7.50. 

Die Pflanzen Deutschlands. Eine Anleitungen ihrer Bestimmung. Die höheren 
Pflanzen. Von weil. Dr. 0. Wünsche. 9. Auflage, bearbeitet Ton J. Abromeit [XXIX 
u. 689 S.] 8. 1909. In Leinwand geb. JL 5.— 

Die pflanzengeographischen Wandlungen der deutschen Landschaft. 

Yon'^Dr. H. Hausrath, Professor in Karlsruhe. [VI u. 274 S.] 8. 1911. Geb. Ji 6.— 

Anleitung zur Kultur der Mikroorganismen. Für den Gebrauch, in soo- 

logischen, botanischen, medizinischen und landwirtschaftlichen Laboratorien. Von Dr. 
Ernst Küster, Professor an der Universität Bonn a. Rh. 2., vermehrte und verbesserte 
Auflage. Mit 25 Abbildungen. [VI u. 226 S.] gr. 8. 1918. Geh. M. 8.— geb. M.8.60. 

Einführung in die Biologie zum Gebrauch ar höheren Schulen und zum Selbst- 
unterricht. Von Professor Dr. K. Kraepelin. S., verbesserte und erweiterte Aufl. Mit 
844 Abb., 4 mehrfarb. Tafeln und 2 Karten. [YIII u. 822 S.] 1912. Geb. Jt 4.80. 

Einführung in die allgemeine Biologie. Yonw.T.seciowiokundE.B.wiison. 

Autorisierte Übersetzung nach der zweiten Auflage von Dr. R. Thesin g. Mit 126 Ab- 
bildungen. [X u. 802 S.] gr. 8. 1918. Geh. Ji 6.—, in Leinwand geb. Jt 1.— 

Tierbau und Tierleben in ihrem Zusammenhang betrachtet von Prof. Dr. R. Hesse 

und Prof. Dr. F. Dof lein. 2 Bde. von ca. 1800 S. Lex.- 8. Mit 1220 Abb. und 36 Tafeln 
iif Schwarz- und Buntdruck nach Originalen von W. Engels, W. Heubach, E. L. Hoeß, 
E.Kißling,W.Kuhnert,B.Liljefor8,C.Merculiano,L.Mäller-Mainz,P. Neuen- 
born, 0. Vollrath u. a. Geb. in Ganzleinen je JC 20.—, in Original-Halbfranz je JC 22. — 

Biologenkalender. Erster Jahrgang 1914. Mit einem Bildnis von August Weis- 
mann, 6 Abb. u. 2 Karten. Herausgegeben von Prof.' Dr. B. Schmid und Dr. C. Thesing. 

[IX u. 518 S.] 8. 1914. In Leinw. geb. M. 7.— 

Mendels Vererbungstheorien, von w. sateson, m. a., f. r.s. y.M.H. aus 

dem Englischen übersetzt von AlmaWinckler. Mit einem Begleitwort von B. von 
Wettstein sowie 41 Abbildungen u. 6 Tafeln, u. 8 Porträts von Mendel. [X u. 876 S.] 
gr. 8. 1914. Geh. JC 12. — , in Leinwand geb. JC 13. — 

Handbuch der naturgeschichtlichen Technik für Lehrer und studierende 

der Naturwissenschaften unter Mitwirkung von zahlreichen Fachgelehrten herausg. von Prof. 
Dr. Bastian Sohmid. Mit 381 Abb. [VIII u. 5ö6 S.] Lex.-8. 1914. Geh. U^ 16.--, geb. •« 16.— 

Inhalt: MlkrosliopiMli-iooioelselie Teotmlk: H. PolL Mikrotkopisob-botanitohe Teobnlk: H. F lache r. 
PflanzeRpbytiologlsobe Versuobe: P. GlauBsen. TIerpbysloiooltobe Vertuobe: B. Bosemann. Hydroblolooisobe 
Sammeimotbotfen: £. Wagler. Das Sanmaln und Priparlerea von Insekten: O. Steche. Fundplitze, Fang 
und Transport der Welch- nnd Wirbeltiere: P. Kammerer. Kontervieren von Pflanzen: B. Schorler. Kon- 
servieren und Aufitellen von Tieren: B. Wand olleck. Die Haltuno lebender Tiere: F. Urban. Die Sebul- 
Qflrten: P. Esser. Die optlsohen Inttrumente der bloiogleoben Teobnlk: H. Fischer. Pbotograpbie : B. Wan- 
dolleck. Exkursionen: K. Frioke. Ober zeitgemiBe EInriobtungen fOr den naturgesobiobtiloben Unterriobt: 
Bastian Sohmid. Die EInrIobtung geologitober, paläontologlsober und mlneraloflsober Sebuleammlwigeo: 
Alfred Berg. Pflege der Haturdenkmäier : W. Book. 

Wirkungsweise und Gebrauch des Mikroskops und seiner Hilfs- 
apparate. Von Prof Dr W. Soheffer. Mit 89 Abbildongen imd^3 Blendenblättern. 
[VII u. 116 8.] gr. 8. 1911. Geh. JL 2.40, in Leinw. geb. JL 3.— 



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Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 



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DIE KULTUR DER GEGENWART 

IHRE ENTWICKLUNG UND IHRE ZIELE 

HERAUSGEGEBEN VON PROF. PAUL fflNNEBERG 

Die f.Kaltur der Gegenwart'* soll eine systematisch aufgebaute, geschichtlich begründete 
Oesamtdarstelluii^ unserer heutigen Kultur darbieten, indeoi sie die Fnndamentalergebnisse der 
einzelnen Knlturgebiete nach ihrer Bedeutung für die gesamte Kultur der Gegenwart und för deren 
Wetterentwickluag in groSen Zügen zur Darstellung bringt. Das Werk vereinigt eine Zahl erster 
Namen aus allen Gebieten der Wissenschaft und Praxis und bietet Darstellungen der ein- 
zelnen Gebiete jeweils aus der Feder des dazu Berufensten in gemeinverständlicher, künstlerisch 
gewählter Sprache auf knappstem Räume. Jeder Band ist inhaltlich vollständig In sich ab- 
geschlossen und einzeln käuflich. 

Von Teil III Mathematik, Naturwissenschaften, Medizin sind u. a. erschienen: 

Abstammungslehre, Systematik, Paläontologie, Bio- 
geographie Unter Redaktion von R. Hertwig und R. v. Wettstein. Mit iia 
Abbildungen. [X u. 612 S.] Lex.-8. 19 13. Geh. M. 20. — , in Leinwand geb. M. 22. — , 
in Halbfranz M. 24. — 

Inhalt: Die Abstammungslehre. Von R. Hertwig. — Prinsipien der Systematik mit beson- 
derer Berücksichtigung des Systems der Tiere. Von L. Plate. — Das System der Pflansen. Von 
R. Wettstein. — Biogeographie. Von A Brauer. — Pflanxengeographie. Von A. Engler. — 
Tiergeogn^aphie. Von ABrauer. — Paläontologie und Paläozoologie. Von O. AbeL — Paläo- 
botanik. Von W. J. Jongmans. — Phylogenie der PAinzen. Von K. v. Wettstein. — Pylogenie 
der Wirbellosen. Von K. Hei der. — Phylogenie der Wirbeltiere. Von J. £. V. Boas. 

Zellen- und Gewebelehre, Morphologie und Entwick- 
lungsgeschichte. Unter Redaktion von f E. Straaburger und O. Hertwig 

z. Botanischer Teil. Unter Redaktion von -]•£. Strasburger. Mit 135 Ab- 
bildungen. [VIII u. 338 S.] Lex.-8. 1913. Geh. M. 10.—, in Leinw. geb. M. 12.—, 
in Halbfranz geb. M. 14. — 

Inhalt: Pflanzliche Zellen- und Gewebelehre. Von fE.^S^A'aflbnrger. — Morphologie und 
Entwicklungsgeschichte der Pflansen. Von W. Benecke. 

a. Zoologischer Teil. Unter Redaktion von O. Hertwig. Mit 413 Abbil- 
dungen. [VIII u. 538 S.] Lex.-8. 1913. Geh. M. 16.—, in Leinw. geb. M. 18. — , 
in Halbfranz geb. M. 20. — 

Inhalt: Die einzelnen Organismen. Von R. Hertwig. — Zellen u. Gewebe des Tierkdrpers. 
Von U. Poll. — Allgemeine u. ezperimentelle Morphologie u. Entwicklungslehre der Tiere. Von O. 
Hertwig. — Entwicklungsgeschichte u. Morphologie der Wirbellosen. Von K. U eider. — Entwick- 
lungsgeschichte der WirlMltiere. Von F. KeibeL — Morphologie der Wirbeltiere. Von E. Gaupp. 

Allgemeine Biologie, unter Redaktion von f C. Chun und W. Johannsen. 
Erscheint im Sommer 191 4. 

Inhalt: Zur Geschichte der Biologie von Linne bis Darwin. Von £. RädL — Die Forschungs- 
richtun^en der Biologie und die zoologischen Untersucbungsmethoden. Von A. Fischöl. — Die 
Untersuchungsmethoden des Botanikers. Von O. K,osenberg. — Zur Geschichte und Kritik des 
BegrifiFes der Homologie. Von H.Spemann. — Über die Zweckmäfligkeit der Organismen. Von 
O. zurStrassen. — Die allgemeinen Kennzeichen der organischen Substanz. Von W. Ostwald. 
Das Wesen des Lebens. Von W. Rouz. — Lebenslauf, Alter und Tod des Individuums. Von 
W. Schlei p. — Protoplasma; Zellulärer Bau; Elementarstruktur; Urzeugung. Von B. Lidforss. 
— Mikrobiologie. Von M. Hartmann. — Entwicklungsmechanik der Tiergestalten. Von K La- 
queur. — Regeneration der Tiere. Von H. Przibram — Regeneration im Pflanzenreich. Von B. 
Baur. — Die Fortpflanzung der Tiere. Von E. Godlcwski. — Periodizität im Leben der Pflanze. 
Von P. Cl außen. — Periodizität. Von W. Johannsen. — Pflanze und Tier. Die Wechsel- 
beziehungen zwischen Pflanzen u. Tieren. Von O. Porsch. — Methoden und Ergebnisse der Hydro- 
biologie. Von P. Boysen-Jensen. — Ezperimentelle Grundlagen der Deszendenzlehre, Vererbung, 
Variabilität, Kreuzung, Mutation. Von W. Johannsen. 



Probeheft 



(mit Vorwort des Herausgebers, Inhaltstibersicht des 

Gesaratwerkes. Autoren-Verzeichnis, Probestücken) sowie 

über die erschienenen Bände umsonst vom Verlag 



Sonder-Prospekte 






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. • •• • , • 

• * • • • 



• • • • I 



• • • . • « • _• 






SBft^lmäuje löl" 

mirtfc^aftlid^ benu^tem ®elanbe erjiett morben ftitb, fid^ im äBalbe nid^t ermatten 
laffen. .2)a bte aRöuferö^ren im bic^t (etoac^fenen, bergraften unb berunfrauteten 
Ißalbboben meift nic^t }u etlennen ftnb, (ä^t fic^ ba^ Einlegen bei Srocfen ufm. bei 
toeitem nid^t fo leicht unb boDftönbig borne^men mie auf bem Selbe. S)ie Srfolge ftnb 
ä^ed^alb im äBalbe leine fo glatten, immerbin bead^tendmert genug, um ben 9Räufe« 
bagillud aud^ in ber ^anb bed SorftmanneiS aU brauchbarem fi^ampfmittel erfc^einen 
gu laffen. 

@o bertd^tet (Serl^arbt') neuetbtngS bon boüem (Srfolg bet bon tl^m in 93ud^enma{t« 
beßänben gum @(^u|^e bei aJ^aft aufgelegten ^xottDürfel t)a» 9{u0Iegen erfolgte auf 0,4 
M 1 qm großen ^I&^en, bon benen 400 auf 1 ha tamtn, unb gefc^a^ in ber SBeife, bog 
bie infizierten Srotmürfel einfad^ unter bie fiaubbetfe gebracht tourben. 

3n ^dnemarf ift man nadb äße^ger') mit bec SBirlung bed aRfiufebaginuiS nic^t ^u» 
Ifrieben, meil bie 9)läufe nic^t fofort ßerben, fonbem nad^ ber 9(ufna^me bed Snfeftiond« 
[materiak^ no4 ein bid gtvei SBod^en lang bie SBu^enDerjüngungen unberminbert bertoüften. 

(Sm^fe^IenStoert ift boS bon dbertd*) angetoenbete IBerfa^ren, bie ^rottoürfel nic^t 
frei in bie IBobenbede, fonbem — mie Q^iftttei^en — in ^rainrö^ren ^u fiedfen unb biefe )um 
Stoecfe ber Kontrolle unb bed leichten ^(ufftnbend rei^entoeife in beftimmtem Stbftanb bon 
einanber audjukgen. ^e ber Siruleng ber IBa^iHen bei freiem auslegen ber trotten leicht 
abtrfiglid^ toerbenbe (Sintoirlung bon @onne, Siegen unb @c^nee toirb burc^ bie Srainrö^ren 
in ermünfc^ter 9Beife ber^inbert. ^ie Jtoften fteHten fi4 in bem oon (Sbert0 befd^riebe:^ 
nen erfolgreichen ®efäm|»fungdberfuc^ oie folgt: 1000 infizierte Srottoürfel 0,75 SR!, (bei 
I ^rmenbung bon ^ift^afer: 1000 $rifen 8,51 m,), «fui^Iegen bon 1000 Srocten: 1,40 aRf. 

^aä^ ben bon ber goologifd^en Abteilung ht& fotftlic^en ^erfud^dtoefend ju (Sber0« 
loalbe über bie (Sm{)fdngtic^!eit ber berfc^iebenen aXfiufearten angefiedten ^erfuc^en unter» 
liegen bem SDläufebajiQui^: Arvicola arralis, glareolus agreitis, MassilyaticaB unb mus- 
culus; immun finb Mus agrariug unb M. decumanus. ^e SRolImau^, bei ber bie %Bir< 
lung bed Sda^xUn» §unäc^|t zweifelhaft blieb, ift nac^ neueren (Erfahrungen ebenfaUi^ tmp* 
fänglic^. 92ur finb mit bem a)lfiufeba5illu0 gegen&ber ber ^ottmauiS bidl^r leine befonbeid 
gün{iigen (Erfolge erhielt morben. S)ie infizierten ^rotmürfel toerben tote aUed, n^ad oom 
iRenjc^en berührt mürbe, bon ber migtrauifc^en SBü^lmaud nid^t gern angenommen. & 
lommt ^inzu, bag bie äJ^oIlmdufe meift nid^t ge{e0ig leben unb bag hai Snfeltiondmaterial 
infolgebeffen meift nic^t fo rafc^ nad^ bem auslegen aufgenommen loirb, mie ed z^r ^erbei« 
fü^rung einer tdblid^ mirfenben Snfeftion notmenbig iß. 

Sn neuerer geit mirb eine bom bafteiioIogifc()en £aboratorium „Statin" in lt^o{)en« 
^agen, in ^eut{c^Ianb nur bom bafteriotogifc^en Snftitut ber £anbn)irt{c()aftdrammer in 
$alle ^ergefteHte ^alterienfultur, bad ,,9iat in" ald befted Statten« unb ^onmauiSoertil« 
gung^mittel em{)fo{)Ien. (S^ ift eine ben genannten äßSüfearten angesagte IBalterienhiltur, 
bie für Statten in fefter, für aßoSmdnfe in Pffiger grorm geliefert unb mit SBeigbrotflüd« 
eben aufgelegt mirb. Die menigen zurzeit borliegenben IBericbte über ben SBert bed Statin^ 
bei ber aiiloUmaudbefämpfung lauten günftig. Der l^ol^e $reiiS bet Kulturen — l Dofe 
(für nur 15 SBü^Imäufe ober Stottcn audteic^enb) 2,50 3Kf. — büiftc ber allgemeineren 
Sermenbung bed Statin^ aber febr im SEBege fteben. 

9{ac!b bet epoc()emac^enben ®ntbec!ung beS Söfflerfcben SO^äufebaziUuS unb ber mit 
auiSgezeicIbnetem (Erfolg burcbgefü^rten erftmaligen ${noenbung im grogen^) (in ^effalien 
1892) ftnb balb barauf noc^ einige anbete StäufebaziUen entbedtt unb bei ber SSelämpfung 
t)on ^elbmöufen angeblich mit (Erfolg erprobt morben, fo oon bem ^rzte Dr. ^. :^afer 
(Äönig«berg i. ?r.) unb bom Diteftor 3. Dantjfe (?ari«).*) Der Umftanb, bafe bicfe 53a* 
Zilien ben Söfflerf^en in feiner SBeife berbrängt ^aben, fonbern obne mcitete (Störterung 
i^ter ebentueflen 93rauc^barfeit balb mteber in ^ergeffen^eit geraten finb, lögt fc^liegen, bog 
ibnen eine l^ö^ere SBirfung ali^ bem iiiöfflerfd^en SBaziüud nictit zutam. 

1) «Ü«. af. u. 3*8tg. 1911, 87. — 2) «. a. D. 91. — 3) 3tfcl)r. f. g. u. 3m. 
1904, 689. — 4) Äornautb: 3bl. f. b. gef. gm. 1893, 247. — 5) »gl. ^tetzu «Uum: 
Stfd^r. f. S. u. 3»- i896, 63. 



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1Ö2 



• * 



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« • - • 



(SrfteiS ®U(^. @(^u| gegen ^tere. 




B) SSertilgung burd^ SSergiftung. 

3)ie aScrgiftung ber SRäufc ift o{)nc 3mcifet ba^ 
pt^erfte unb am rofd^cftcn wirfenbc ©cfäm^fungömitteL 
©obolb loirKtc^c ®ifte jur anmenbuitg fornmen, finb 
aber auc^ alle anbeten Xiere, metc^e bie vergifteten ßö- 
ber aufnehmen ober bie öergiftcten SKäufe öcrjc^ren 
(SBiefcI, »uffarbe, gulen, föra^cn, gebertoitb, ©ingödgcl 
uftt).) ntcl^r ober weniger gefäl^rbct. 

(S^ ift be^^alb felbftberftönblid^, bag bad Studtegen 

ber fööber nur unter Seac^tung gemiffer SSorftc^tiSmag- 

regeln erfolgen borf. SoQftönbig nnftott^aft ift e«, bie 

mti^^^'Z^rnnt ®iftmittel einfach auf bie oon ben SRaufen befattenen 

seigen. ttie beim «nbrarfcn giad^cn auSguftreuen. S)ie ®ifte müjfen üielmebr om 

be» «biUflrt eine tlctne ^ ., r ,. e • «--.-■.€.. ««.. p^.. r . r^*- . 

affense Don ftörnetn in beften fo tief tote ntögltc^ tn bte aRaufeloc^er eingeführt 

ba» »o^t Qtlan^t, Vi» ttjerbcn. 
(nac^ (Sdftein). ' 

Stoedmägtgerioetfe t)ertoenbet man ^ier^u beim Stud* 
legen vergifteter ©etreibetarner ober von d^tftpiUen befonbere !Begea^|)arate (^Ibb. 46), tote 
fold^e von $1. SSadmut^ u. ^om^. in ^amburg^U. unb ^. JBrodhnann , £eipatg^@utri(f4 
5um ^retje öon 8 3)lf. ober t)on ber SSXcc^embaaagenfabril oon ©eutter, SJlün^en Orfjtatt* 
ftrage 26) ^um greife oon 80 $fg. für ba« @tüd in ben ^onbel gebracht toerben Sie 
bejte^en au3 einem ocrft^Iiegbaren irid^ter §ur Äufnal^rae ber ®ift!öber, einem SSertet* 
lungiSmed^anidmud unb einem 9^o^r, bag in bie äl^lduferö^ren eingeführt toirb. S)er SSer« 
teilungdme(^ani$mud ift nic^tö anbered aU ein einfa^er auf ^rud ober a\& ^ebel »ir^ 
fenber ^b^ug, ber am ©runbe be^ ©iftbe^ölterd angebracht ift unb ber beim ®ebrau(^ 
eine Keine ^n^al^I oon (^iftföbern in bad Segero^r unb bamit in t>a& ^aufelo^ gelan- 
gen lägt. 

9lo(^ einfacher ift bie oon ber !gl. ?[grifulturbotanifc^en ^nftalt ju Wüxä^n für 
70 ißf. gelieferte ßcgerö^re. & ift eine einfache, 1 m lange, am unteren (£nbe mit einem 
93ügel oerie^ene unb oben trii^terförmtg erweiterte ^(ecl^rd^re. ^er bie ®iftlömer auS« 
(egenbe Arbeiter binbet fic^ einen mit il^nen gefüllten Behälter (ßiftc^en, S3Ie(^bü(^fe u\to.) 
um ben £eib, entnimmt biefem 93e^dlter jemeiliS mit einem Löffel einige ^drner unb lägt 
fie mit §ilfe ber Segerö^re in ein SRöufeloc^ gleiten. 

3m SBolbe muffen, ba bte (Biftmittel in ben verborgenen aRdufcIöci^ern nid^t 
untergebrad^t merben !önnen; anbere SSege befc^ritten merben, um bie (Siftftoffe nur 
ben SD'iäufen jugönglic^ ^u mad^en. ^ier^u em))fie^(t fic^ bie fc^on oben ern^ä^nte 
SJermenbung 3—4 cm weiter 3)rainrö^ren, bie mit bem ®ift!öber befc^icft unb ent« 
meber frei auf bie SBobenoberfläd^e ober unter gongl^aufcn aufgelegt werben. 8[fe 
Sangl^aufen eignen fic^ mdgige Raufen Sleifig, am beften SBeid^^oIj« ober ^ombaum^ 
reifig^ bie in beftimmten Slbftdnben in ben SSerjüngungen pfammenge^äuft unb fo 
auf untergelegten ^oljftangen aufgefta^ett werben, bafe bie üKäufe unter ben Raufen 
fried^en fönnen. ®ic Oiftföbcr werben unter bem SReifig frei auf bem ©oben ober 
in Drainrö^ren aui^gelegt. @S ift felbftoerftönbUc^, bag Srainröl^ren unb Raufen 
oon 3<^it 5u 3^it reoibiert unb wenn nötig neu mit @ift befc^icft werben muffen. 

IBei X^ale ^at man jum @(f)u(e ber f^orftgörten fiumpffegelförmige SRäufe^tten an- 
gelegt (3tfd&r. f. g. u. 3ro. 1881, 62). ©ie finb au§ SReifig unb 9»ajcnplaggen 1 m f^o^ 
errietet; ber ^oben ift mit £aub unb @tro]^ bebecft unb toirb mit ©tr^c^ninmeiaen beftreut. 
5S)urd^ Keine Süden mirb für Erneuerung ber Suft geborgt b^w. ber ^erftocfung bed ^aubed 
oorgebeugt. 



aBü^lmfiu{e. 103 

1. 2)ie Vergiftung lann mit ©tr^c^nin, Slrfenil, $]^od))]^ot, Sublimat, 
c^tomfaurem SSIeioE^b ober fol^Ienfaurem 93ar^um erfolgen unb gefc^iel^t 
hiermit namtnüxi) bann, Yoenn SRaffenüermel^rungen ber aRaufe eingetreten finb. 

2)te genannten ®ifte merben ßöbern einverleibt. 8l(d fo((^e finben 9Sei}en^ 
^afer^, ®erftenfömer, femer SeQerie, Stuben unb ^artoffetftüdd^en, Slpfelfc^nitte ufm. 
Sermenbung. S)ie (Betreibelörner toerben gequedt unb in bte giftige Söfung gebracht. 
@ie muffen iut)or aber gefc^ött merben, n>etl iai @ift fonft nur in bie Speljen bringt. 
Sa bie äRöufe bie Sd^aten ntc^t mit freffen, ift ber ßrfolg beim Sudlegen unge- 
f^alter ®iftlömer meift fe^r gering. SBeiter^in toerben bie ®ifte auc^ äRe^Iteigen 
beigemifd^t unb bann in breiiger ober $iIIenform aufgelegt. 2)ie ba^rifc^e 9[gritu(s 
turbotanif(^e Stnftatt terbdcft bad bon i^r befonberiS empfohlene iBarl^umlarbonat 
auä) in fflrote. S)ie ®ifte mirfen um fo beffer, je mel^r fie an Köber gcbunben 
n^erben, bie ber naüxrixi^tn Stal^rung ber SRöufe möglid^ft entf))re(i^en. 3^^ Setämf)^ 
fung ber ÜRoIImaufe j. 93. ift ed ratfom, bad (9ift nid)t in ®etreibeförnem, fonbem 
gebunben an Slüben?, Seüerie^ unb ßartoffelftüdc^en ober in äRifc^ung mit 3Beigs 
brot, äRild^ unb guder au^julegen. 

2(m meiflen nietben mit ©tr^^nin vergiftete ^treibefdrner al0 S3efSm|)fungdmttte( 
»emenbet. @te metben mit S^^det verfügt, butij^ g^^^ung fenntUc^ gemacht unb fommen 
M @ac(^arin^ @tr^(^ninmei^en h^xo. «^afer, (Sift^afer u. bgl. in ben ^anbel. ®ute (£r« 
folge ftnb lange gett mit bem Von ber t^rma fßa^mut^ u. $tt>mp. in ^ambttrg«U. ^um 
greife von « SOW. für 6 kg (100 kg « 98 SRI) -gelieferten Saccharin »©tr^c^nin^e^ er* 
^ielt »orben. 

^ft^enma^er^) fanb bei bem grogen ^{äufefrag im Xfibinger 6tabtmalbe in 9u« 
d)enf(Jbonungen (1876|77), bog mit ©tr^c^nin vergiftete Werfte am beften loirfe, meint ober, 
bag bei länger bauembem ©c^aben eine onbere ^md^t (äBet^en) unb ein anbered d^tft (%r< 
fenil) 5u md^Ien fein möchte. 3n iebe ^rainröl^re lamen 5 g ber vergifteten f^dfte 5u 
liegen. (i^Iafierte SRöb^en finb ben Uo^ gebrannten vor^uaiel^en, toeti Untere bei naffem 
SEBetter unb fc^mel^enbem @c^nee äBaffer burd^Iaffen, mobur^ ein ^eil ht9 ^ifte0 ausgelaugt 
»irb. Soften 10 m. für 1 ha. 

^f)o^p\^ox fommt in f^orm von $t0en ober ^fiuftger nod^ ald ^^oiSp^orbrei in Zrn 
menbung. gn ben ^^oiSptjorbrei merben ffyannenlange @tro^^aIme eingetaucht unb in bie 
äßfittfeldc^et ein^In eingeftecft. 2)ie SRöufe (eden bann baS beim ^orbetlaufen am grelle 
d^en ^fingen bleibenbe ®ift ab unb ge^en baburd^ jugrunbe. SBei 9legenmetter ober feuchter 
£uft Verminbert fi4 aber infolge etntretenber O^^batton bie ®tftmirfung bed ^^oiSpbord 
relativ rafc^. 

^Srfenif ^at fic^ no4 $erfu(^en von SBeig*) bei ber f^elbmauiSbefämpfung atiS fidler 
mirlenbed unb biUtged (S^ift ermiefen, fobalb tu in vorfc^riftdmöbider ^eife an SBei^en» 
Idrner gebunben mürbe, ^er SBei^en mürbe in einer 2% igen, faft gefättigten ^Irjenföure- 
Idfung eine 8tunbe lang gefoc^t. SDie SRöufe nahmen bie fo zubereiteten iiPörner gern an 
unb mad^ten ^mifdien vergifteten unb nic^t vergifteten hörnern feinen Untcrfd)ieb. 

dbuarb ^e^er") ^at bei ber SRSufcVergiftung, bie er 1872/73 in ber Cberförfterei 
biegen im größeren ^^agftab burc^fü^rte, oberirbifc^e Kanäle [ani ^ol^ unb dfroiSplaggen 
gebaut) in 2,6 m 2)reieddverbanb atö ^e^älter unb einen mit einer SRifc^ung von $^od= 
rtor unb 3lrfcnif präparierten SRe^lteig al5 .^öber angenienbet. 3ni ganzen Derurfad)te bie 
Vergiftung nad) feiner Wtttf^oht auf 166 ha einen ^ufmanb von runb 794 3Slt. ober 6 ^I. 
für 1 ha. 

93ei ber Vergiftung ber SRäufe burc!^ $l)odp^or ober $[rfen finbet man bie ^abaver 
meiftenö auf ber S3obcnoberflQ(!^e liegen, meit bie vergifteten Xiere, von fieibfdftmerjen ge« 
plagt, nad| Suft unb SSaffcr rennen. SBci ber SSergiftung burc^ ©tr^t^nin unb fo^lenfaurcS 
©ar^um fterbcn bie SJiauje, von l^eftigen gucfungen befallen, mel^r in ben QJängen. 

1) aRonatgfd^r. f. b. fj. u. 3». 1878, 309. — 2) «pra!t. 93t. f. $flid). 1899, 38; 
1900, 26. — 3) Mg. g. U. 3.«3tg. 1878, 33; 1874, 64. 



104 (Stfiei» ^ud^. @(4u( gegen Xiere. 

6e^r gut beto&l^ten fic!^ t)erf(fftcbene Sat^umfalje, namentltci^ ^ar^umtarbonat. 
@(i^on in lleinen 'Sften^tn genoffen ruft ed ^Bfi^mungderfd^einungen Bei ben SRdufen ^erüot 
unb fü^rt meift binnen roenigen @tunben ^um %oht. @d tt)itb unter 3ufa6 Don etn^od 
3u(ier unb 2(ni$ im Set^dlthiS 1 : 4 mit mt^ ober ST^el^Iabfaffen gemifc^t unb burd^ SRitc^:^ 
beigäbe ju einem Xeig verarbeitet tiefer toirb entmeber fofort felbft in fleinen Portionen 
aufgelegt ober »irb, tt^ie eS lange 3^^^ feitend bet ba^rifd)en t(grifulturbotanifd)en STnßalt 
gefd)a^, ju Srot berpadfen unb aU S3rotn)ürfeI ben SRdufen vorgelegt. (Sin Kilogramm 
©ar^tmäufebrot (0,60 SJif.) reitet l^in um auf bem gelbe eine glw^e üon 1—1,6 ha ju 
belegen. %ei bem bon (S)orban burc^gefül^rten SSerfuc^ fteQte fid^ bie $elam|)fung ber 
SJiäufe mit bar^t^oltigem ©rot auf 1,30 9Utt. für ein ha. Um ben nic^t ungcfä^rlid^en ?Jers 
mec^felungen bed STlöufebrote^ mit genießbarem IBrote vorzubeugen, ift bie genannte hat^^ 
rifc^e ^nftalt ba^u übergegangen, onfteHe bed ©roted ein bar^umfarbonat^altiged $rdparat 
in ^idenform ^eraufteüen unb a\» „Sar^tpiüen" ^um greife von 0,80 9)^. für 1 kg ab^ 
zugeben, ^ie $i0en fmb einfacher anjutoenben unb finb bei toeitem auiSgiebtger atd hau 
©rot. 1 kg reid^t je nad^ ber ©efattftärfe für 1—1,6 ha au8. 

Xie früher von ben beutfd^en gut^^olwerfen unter bem Siiamen „gud^^ol" in ben 
^anbcl gebrarf^ten, in ©tcdj)burf)fen Vermählten Heinen SBürfel (1 kg 4 3Äarf.), cbenfo bie 
von @. ^erjog in ^reßburg Vertriebenen „ftrcotoIpiUcn" (ißreiS ebenfalls 4 3Rf. für 
1 kg) finb nic^td anbered aU bar^umfarbonat^altige $rd^arate, bie fi(^ nur im greife fe^r 
er^eblid^ von ben ^iUnerfc^en ©ar^tpitten unterft^eiben. 

$(ud^ gegen bie mit ®iftmitteln befonber^ fc^mer ^u belämpfenbe SRoHmaud ge^t bie 
ba^rifc^e ägriFultuibotanifd^e $lnftalt mit bar^umfarbonat^altigen ©rotpdd^en vor. Sie mer- 
ben in äBaffer- ober 9)^ild^ aufgeweicht, mit einem SodEputver beftreut unb o^ne ©erü^rung 
mit ber ^anb mittetiS eineiS langftieligen Söffet^ in bie geöffneten @(ättge eingeführt. 9{ad| 
ben bisherigen Erfahrungen fc^eint bie bem ^oDmaudgift beigegebene SBittemng bie SJldufe 
5ur ^[nnal^me ber ©iftbrodfen ju veranlaffen. 3)amit mürbe ein fe^r ertoünfd^ter (£rfa( für 
bie biSl^er bei ber 9Jito0maudvergiftung allein erfolgreichen, mit ^rfentt ober @tr^(^nin ver« 
gifteten Stuben, Kartoffeln ufm. gef^affen fein. $iefe SRittel leiben an bem 92a€^teif, baß 
fie 'ftetd frifc^ l^ergeftettt merben muffen, mad ebenfo umftdnbtid^ mie gefä^tltc^ ift. $reid 
t>tS aJtoamauSgifted für l kg (1000—1100 SBürfel) l IRt 

(Sinen außerhalb bed Stammend ber bid^er üblichen ©ergiftungSmet^oben liegenben 
©ergiftungiSVerfuc^ von Stibmdufen f)at ber ^gtaliener Dr. ©aetano ^arrer^) mit an^: 
fc^einenb günftigem (Srfolge vorgenommen. (Sc befpri^te bie Von ben SRdufen befallenen 
8retbflä(^en mit 0,6— 3 7,, igen ßöfungen von arfenigfaurcm Äalt, nad^bem er in Stvinger* 
verfuc^en feftgefteßt l^atte, ba^ bie ftärffte Söfung in 2 @tunben, bie fc^mdc^fte in 24 @tun^ 
ben töblid^ auf bie SRäufe einmirfte, menn biefe von ben befpri|ten ^flanjen gefreffen Ratten. 

Das ©erfahren bürfte im $Salbe vieüeic^t e^er anmenbbar fein alS 
auf bem S^^be, mefl am erfteren Orte feine gutterpflanjen in grage 
fommen, bereu ©erfütterung an 92ugtiere tro^ ber von (Sarrer be- 
^aupteten Unfd^ablid^feit bod^ etmaS rec^t ©ebentlic^eS an ftd^ t|at. 

2. aSergiftung mit ©c^tocfetfo^Icnftoff. 3Bie bei 
ber ©.77 gefd^itbcrten Äanin^envertitgung bctoä^rt fic^ ber 
©c^mefetfo^tenftoff aud) bei ber Sc!äm})fung ber SRäufe. SRit 
ipilfc einer am beften ad hoc l^crgcfteDten, möglid^ft ef plofionS^ 
I c j . fidleren ^anne mit langem SluSgugro^r 

toirb in jebeS befahrene äRaufelod^ ein be^ 
«db. 47. ftanne jum ötn- ftimmteSCuantum(5— SccmjSd^TOefelfo^Ienftoff eingefd^üttct, 

m" SmnX ^^^ 93iologifd)e 5(nftalt «) für fianb. unb fjorfttvirtft^aft tmp-^ 

(na* edftein). fie^lt bic in 9(bb. 47 abgcbilbcte erprobte Äanne. 3)urc^ einen 2)ru£f 

beS Daumens ber bic Äanne ^altenben §anb auf ben am Äanncn* 
bedel befinblid)en ^eM, mirb an bem in ber Äanne aufftcigenben SluSflufero^r eine ßffnung 




1) Äorf f : $raft. ©I. f. «ßflb. u. «ßflfd). 1906, 32. — 2) giugblatt ^x. 13, ?RoVember 1910. 



geyi^affen, bic ia9 llbfEicgcR bri ffiinncnint)nllt« 
(oiange gcftattct, f d lanQt nict)t buti^ J^otlnften btS 
iiftbtlS bnSn[ci|Iu| niebct bcnUtt ishb. 3t nacb 
bn ®iBgc beä emäf)Iten aRunb^Sde« it\taatt 
birieSorric^lung, jebe beliebig gtmünfdite SHeiige 
innerhalb bcifelbtn 3^' aiiätieten ju [a||(n. 

Sinen anbnra, buii^auä efploriDnlfidiCKn 
HptWMtiutCeitfiliingbeaSt^rDeftHofttnifloffcfl 
^t neuexbitifli bit ^bril ({plDfionA!id|cni: Sic 
ffigt ju Satgfotten i. 3i. unter bcm 9Iamen 
„SdiäblinflaDettilgtr' (ttb6. 48) in ben 

©anbei gebraut. Ca ^onbelt Ti* hierbei um "" *»; ..6it«ll«fl»wHl[«i" Mt ft;>ril «.l»- 
einen ou9 Mibleitem ffit[enblt(6 ^[gtStUtrn, „,„ ,„ ^^ Btj,||,i,^„ (««riiinni). 

tttoa 6 1 faffcnben Xiagoppaiat mit einet im in- 
neren liegenben felbfttStig nirfenben @(^i)p|Dorric^tung unb ben nbligen flbfIu6tlnTld)lun0tn. 

X)ie ©anb^abung btS apparotd ift bcnEbar einfac^. Sobalb bal (fntlMCurigltofti bc« 
jUDoi magert(4t gefallenen ^paiateä in bic ERO^it eingeführt uttb in Slpliatat t)((it)el 
lenCiei^t nac^ unten gehalten nlib CUbb. 49), entleert fic^ ein genau bemtfitnci Ouantiint 
€(^tiieffllo^lenftoff Don ielbft. 9t\m :iäitbc cm ageie«tt| allen fitifipft btt ««MDeitt^lung 
bie fü[ bte nd^^t ERSEjce notioenbige St^tocfelEo^UnjlDflm engt. 

Xiie iebefnialige S^Bpfmenge [4—6 ciMn) gcnQgl füt ttn 'SHiu\tioi). Vei gtclitri 
Sauen, wie Sanindien, ©ani[tn, ift bet Sopaiot S~6nial f|liitcitlnanbfi tu bttdltgrn. 

jfiaä) ben fön bei tg[. ^rttultUTbotnni{t^en 9npnlt ju SRQniiicn geianmtlttn l|i|at)< 
inngen'} ift bei Oppaiat biau^bai. ^leiS 16 Tit. 

Stnbnerfettd fönnen aadf ^anbgto^e Stfldt ottn Caittetnmanb mtt et^mcfd' 
fD^Mtoff getränft unb mit ^ilit tined @toctt0 mügimt tief in bie (Dfliifle cinfltfQ^il 
tveiben. £as [entere Scrfa^ten ift natUTgemfig mentget einfdi^ ■>'* tu* bloftc (fln< 
gicficn be« €{I|niefeIfDt)lenftDffe3. 

SDcIen ober trodette mtb infolflebeffen rtffige unb (fidige Qöben elontn fl^ 
für bie SditDcfclfDfilenflDfffietianbfuiig meniflec gnt aU binbige ober burt^nä^te 1^b> 
ben. %ki W4ltci Scbc fontmcn bie erftitfenben Züntpfe in ben (Stangen bei XKäuft 
m^r inr £9trbntg. 

9ejngtii^ ber ^ergtiäfirlii^tcit 
bei S<^t»fetfo^len^tme9 gilt ba# vbrn 
(£. 77; Sefogte. 

Xer S<^iDefeUo^lentt('ff ifl lei« 
Wla^tmbaämaAwiSimitui. f rabcn eigo 
■et fk^ xvr ;iir ^rnnifiun% b;io. ifm 
ndtultting bei ttetä srttKinbnien tlei^ 
Hem SRönebeninbe. ^levüz abn iä 
er ei« t^ gengaaeä, leiber biuuiriij: 

benöiben. Ssisea s'^ iKrx*z:^a? 
le« SfItceL 



ho SfiM K fcrr«; t li«i . t^.t 



106 <Sr{te« ^uä^. Sc^u^ gegen Xiere. 

unb ^ä^txiltUn, unb ^etrac^totfol^Ienftoff l^aben bor bem @(^koefeItol^Ienftoff ni^td t^or- 

eine SRättf efatamitdt I|ält jum ©lud fetten tänger ate 2-3 Salute an, ba fc^Iiefe* 
ti(^ ftarfe JRegeitgüffe, fJröfte, fiber|(^tDemTnungen, ©eud^en uf». bie ajidufe p lou« 
fenben bemi^ten. ®urd^ ftarfe SRegen im Sommer leiben riamentlid^ bie SReftjungcn. 
3nfotge ber »ä^renb ber Übergangszeiten ]ki^ ouftretenben SBed^fet bon groft unb 
Xaun)etter gelten bie SRäufe )ueit e^er jugrunbe ate burd^ fi^arfen äBinterfroft. d^ 
mürbe jebot^ nit^t gerechtfertigt fein, fid^ l^icrmit ju tröften unb ruffig iujufcben, ba 
burd^ rec^tjeitigcö unb^roedtentfpre^enbcSSinfd^reitcn bie SSermcl^rung unb l^ierbur^ 
ber Sd^aben begrenzt merben !ann. SlDerbingiS ift, um eS no^mald ^erbor^u^eben, 
auc^ l^ier erforberli^, menn tttoa^ 2)urd^fd^(agenbed erreid^t merben foQ, bag nii^t 
nur örttid^ unb üon einjelncn, fonbern mögtic^ft einheitlich oon bielcn 
unb auf atlen befallenen Slod^cn üorgegangcn mirb. 



3. lBe|anbIttng bei liefreffenen ^iiljel. 

3)ie benagten Saub^öljer finb im grül^ja^re bit^t am Soben (unterl^alb ber 
befc^öbigten ©teKe) mit SReffern ober SSormu(^§f(^eren glatt unb f(^räg abguf^neibcn, 
bomit neue ©tocfauöfc^Iägc entfteljen. 9Jur menn bie 5ßflanjen ju tief, b. ^. bis ju 
ben 9Burje(n ^inab, geringelt finb, lann man fid^ baS Slbfc^neiben erfparen, meil in 
biefem %aUt megen Si(^tmange( Su^fd^Idge bod^ nid^t erfolgen, man mag fd^neiben 
ober ni(^t. S)amit feine 5ßflanjc überfeinen merbe, muffen bie Arbeiter bie betreffen^ 
ben SSerjüngungen ober Kulturen aufmerffam reil^enmeife burc^ge^en. 

®ef(^alte ^label^öljer muffen bur^ neue ^flanjen erfe^t merben. 

S)aS Slbid^neiben mug fo jeitig ald mögltd^ (im gfrü^ja^re^ gefd^el^en. SSerjpdtung ^at 
fc^n^ac^e Soben jur golge, meil in^tutfc^en ein Seil ber 9le|ert)eftoffe (ber SBuraet) nu^loS 
in baS 8tämmc^cn getoanbert ift. 2)aß (Stummeln ijt jumal bei ben ringsum ober — toenn 
einjeitig — ftarf unb l^oc^ hinauf benagten ©tömm^en geboten, ©eringer einfettiget grofe 
pflegt infolge beS abfteigenben ©aftfiromed mieber ^u übermallen.') ©el^r fi^öne Erfolge 
bed ©tummelnd finb namentli^ in ben SBud^enforften ber (Slraffc^aft SoQ^enburg^ (in 
ber Ucfermarf) auf^utoeifen (na(^ fiel^mann). 

dS gibt ieboc^ aud| ^er^öltniffe, unter benen baS ^Ibtoerfen ber benagten ©tammc^en 
über ber SBurjel ft(^ nid|t bemö^rt. aRitleilungen in biefem ©inne liegen j.©. au8 bem 
©ü binger SBalbe*) bor. 3)er ftorte ®ra5rouc^8 auf bem bortigcn frifc^en SBalbboben er* 
ftidte bie fioben, meiere ans bem ©tödd^en ber auf bie SSurgel gefegten S^ud^enpflansen ge« 
trieben l^atten, pm großen Xeil, mä^renb bie belaffenen abgeftorbenen oberen ©tammteile 
htn erf^einenben ÄuSfd^lägen gleic^fam nlS natürlid)e SBol^ncnftangen bicnten, an meldten 
fte fu^ emporranften unb auf biefe SBeife über baS Unfraut §err mürben. 

5Ra(^ Scrfu^cn bcS med Icnburgifd^en görfterS ©gröber (gorftinfpcftion S)ob= 

bertin) f|at \\6) ani) baS Sepgeln*) ber bis 15— 20 cm ^od^ benagten Suchen ju 

bereu ©r^altung aufS beftc bemä^rt. ®S bilben \iä) bann an ber befc^dbigtcn ©teile 

ober (bei SRingfrafe) oberhalb beS StingeS gafermurjeln, bie junöt^ft in ben ^ügel 

macfifen unb bei mciterer Verlängerung in ben ©oben unter bem i£)ügel fid^ fenfen. 

2lu^ gorftinfpeftor ®art^e fanb baS 2Hittel probat. 

1) «lltum: 3tf(^r f g. u.3!d. 1880,611.-2) gftafteburg: ^ie SBalboerbetber unb 
i^re gretnbe ufm., 7. 2lufl., öon Sr. 3ubei(^. »erlin 1876, 297, Slnm. — 8) »eri(^t über 
bie 1. aSerf. beS SorfttiereinS f. b. ©roß^erjogtum Reffen au 5Bübingen. 1876, 18, ju 2, 
lefeter ^Ibfa^. — 4) ®art^c: gtid^r. f. g. u. 3». 1892, 336. 



SKttttlwurf. — »ögel. 107 

»et $flan}en, bte über 20—25 cm $ö^e Befc^dbigt finb, ift bad ^figetn nicJ^t an« 
menbbaT. ^te ^ügel ftnb aud loderer, frtfd^er (Srbe }u bereiten, feft anzutreten unb 8 hx9 
10 cm ^dl^er ju machen ald bie gfragfiellen reichen. @ic muffen, bamit bie neu fic^ bilben* 
ben SBur^eln nid^t jutage treten, oben einen ^rc^meffer bon 80>-40 cm erhalten, ^an 
mui mit bem IBe^ügeln re^t^eitig im f^rü^ia^re beginnen, beoor bie Sfra^fteHen anttodfnen. 
2)ie Soften beiS ^ilgetnd betrugen pro 100 @tüd ettoa 72 $f. 

Sufaj. 

Vtanltonrf. 

8n^Qng9h)eife möge l^ter, obgteic^ er ntc^t ju ben 92agetieren gehört, ber SRauI^ 
tüurf (Talpa europaea L.) ertoä^nt fein. Iroft ber nü^Iic^ctt SKotibe, bte feiner 
tüü^Ienben unb bobenlodemben Xatigteit jugrunbe liegen, ift er in ben $flan}en$ 
erjie^unggftätten ein ungebetener unb ni(^t gu bulbenber ®aft. (Sr befd^äbigt beim 
(graben feiner ®&nge unb beim KuftDerfen ber befannten Srb^aufen jflngere unb 
altere ^ftan^en, (odert fie unb mfi^It fte gerauft, jiel^t fie in bie ®dnge l^inein ober 
übererbet fie. 

2)er Samp\ gegen i^n foU toenn mögli^ nic^t mit ben üerf^iebenen fallen ge^ 
fü^rt Yoerben, fonbem oorbeugenb burc^ Sntuenbung t)on 93ertreibung9mitte(n. Um 
ben äJlauItDurf t)on ben Saat^^ unb ^flanjbeeten f emjul^alten , empfiehlt ed fic^, 
bte Scete mit einer SWifc^ung bon SBaffer unb Petroleum im SSer^öttnid 2000 : 1 
iu begießen. 2)ie für bie $f(anjen erträgliche 99eimif(^ung bed ^etroleumd verleibet 
beut aßautourf bie SBü^Iarbeit in ben bedinfijierten Seeten, meil i^m t)ermutlic^ 
bie SEBitterung für bie feine Slal^rung bitbenben Sobenbetoo^ner berloren ge^t. Sud^ 
^eringdlafe leiftet üorüberge^enb biefelben 2)ienfte, tuirlt aber nic^t nai^^altig genug. 



Vierter Slbfc^nitt. 

@d)it^ gegen S^Sgel 

S)ie in Sctroc^t lommenben SSögeP) finb enttocber btrelt ober inbireft forft^ 
fc^äbü(^. 5)ic bireft f(^äblid^cn gehören ben Drbnungen ber ©ü^ner, lauben unb 
©perlingÄöögel (Jftaben ,. ginfen ufm.) an; bte inbireft fd^öblid^en finb üormiegcnb 
unter ben 9laubt)ögeln ju fud^en. 

1. Vttfjo^Ittng ber fi^ablii^en Vrten. 

I. SBalbl^ü^ner (Tetraonidae). 

1. 8luer^u|n (Tetrao urogallus L.). 

2. Sirft|U^n (Tetrao tetrix L.). 

3. ^afel^ul^n (Tetrao bonasia L.). 
n. lauben (Columbidae). 

4. SRingeltaubc, gro|e ^oljtaube (Columba palumbus L.). 

5. |)o^Itaube, Heine ^oljtaube (Columba oenas L.). 

6. lurteltaube (Columba turtui* L. = Turtur turtur L.). 

1) 9iei<!^enow, ^nt.: 3)ie Äennjeic^en ber »ögel 2)cutfd^lanb3. ©d^Iüffel aum «e* 
fUmmen ufto. iReubamm 1902. 



108 ^MH 9nA. Bdftt^ gegen liot. 

DL Stäben Conryiae . 

7. (K4kI^^^' ^^S^ö^, Slbirfolf i Ganmlns glmndAniis L.). 

8. Xamitfü^kn, ShtBtsafbr TNacifraga carroeaUctes L.\ 
IV. 'Sinttn (Pringillidae). 

9. ftirft^fentbeiger i Coccothraostes Tulgaris Briss.). 

10. Siu^nf,' Sfntfiiit, dhtifiut • Frisgilla coelebs L). 

11. 9trgnitf (Fringilla montifringilla L.t. 

12. dhriiltfrag (Fringilla cfaloris L.;. 

13. Srlenfinf, C^Ienjetfig 'Tnngilla [Chijsomitris] spinus L.). 

14. 3ii^enfrfUi^)(!^ita6e( <Loxia currirostra L. .. 

15. fttefemtreuifc^iiaiiel (Loria pitjopsittacos Bechst). 

3ti nn^Ineit Ratten koerben an^ anbete Keine Singoögel^) ben jungen ^ol^^ 
fönten bnrc^ Serje^en oon Samen nnb Ser&tg oon finofpen na<l(^teUtg, }. 9. bei 
0tm)^e( (Pjrrfaola Tolgaris Cnv.), ber Sirtenieifig (Fringilla linaria L.)*), 
ber nn^t nnr bem Sirfen^, fonbern and^ bent (Erlenfamen eifrig {nft^ric^t bad 9iot^ 
(e^I^fen (Ehthacus mbeculos L.), fetbft bie Steifen (Paridae). 2He testeten 
fleDen indbefonbere ben in freien Sdfnpptn ^nr Übenvintemng anfbema^rten 9u(^= 
edem noc^. gemer fd^ben in me^rf ac^ 3Beif e (aud^ am |)oIie) bie Spechte (Pici). 
%üt biefe Sogetorten finb jeboc^ übermiegenb nü|li(^. 9uf bie forfUic!^ Sebentung 
ber Bptdftt merben mir am S(^(uffe biefe§ 9bf(^nitted jurutftommen. 

Xie inbiref t fd^Iic^en 33oge(arten foden im gunften 9bf(^nitt (6<^u| gegen 
3nfetten), Srfted SapittU (Ermahnung finben. 

2. Sdübltdifett. 

Xie oorfte^enben %tten fc^oben in forftlic^er Sejie^ung burc^ Serje^ren oon 
Oaumfrüc^ten unb {^olifomereien, Serbi§ oon ftnofpen, jungen Xrieben unb jarten 
Sämlingen ufto., nfi^en aber an^ererfeitd toieber burc^ SSertilgen oon Snfelten. 
Überhaupt ift ber Schaben inxdf SSögel im SSalbe bei meitem geringer afö ber burd^ 
SBilb unb 9lager unb n^irb bur(^ i^ren 9tu|en übenoogen. 

I. Xeil. 

1. Sditblii^tett. 

1. Xad Äucrtoilb*), in gufammcn^ängenben Siabelioalbungen, bcfonber« in 
^ö^ereu Sagen ein^eimif(^, fc^abet l^auptfdc^Iic^ im SSinter unb ^ni^ja^re burc^ 
Sbbeigen oon ßnofpen, jungen Xrieben unb 9labeln ber 9label^ö(ier (Sichte, Xanne, 
auc^ jtiefer) in gforftgärten unb Kulturen, ^n SaaU unb ^flanjfömpen nimmt ber 
Schaben oft bebeutenbe Ximenfionen an, inbem bie au§ bem Schnee l^eroorragenben 
@t)i^en junger Sämlinge unb 0eT;f($uIter ^flanjen toie mit ber S($ere abgefc^nitten 
toerbcn. %uii bie ftnofpcn ber Sut^c unb Heine grftne Äiefcmjäijfd^en »erben oom 
«ueriüilbe nid^t oerfc^ma^t. Xcm ^a^n fc^reibt mon eine größere Sd^ablic^leit ju 
a(d ber ^enne. 

1) ftrit. 91. 1862. 31. 83b., IL, 256. ~ 2) W. R.: Mg. g. u. 3.=8tg. 1894, 124. — 3) 
SButm, S3.: Xad Tintttoitt uftu 2. ^ufl. $Bten 1886. 



SBalb^fi^ncr. 109 

2)ad ^uerrotlb beborjugt untegelmägige, mit IBortoud^d^orften unterfteHte 9rU^5I$eT, 
$(enter»fiIbeT unb lAumbige, (udtge Partien ber ©ebirgd« unb glac^tanbdforfien. ^ier ^at 
es? {einen SBtntecfianb unbnd^rtfic^ befonbetiS tion ben 9labetn unb ^o{))en alter grienten ufto. 
^ie @))t^en junger in ber fft&l^t be^nblid^er Sfic^ten^flan^en — aeittoeife burc^ @4nee feinem 
SBIide entzogen — finb i^m aber ein magrer fiederbtjfen, mie $eg mä^renb feiner prafti{(^en 
2)ienft5eit im X^ilringermalbe (®e^tberg, SJ^e^Ud, t^^iebridiroba u{m.) toieberl^oU beobachtet 
^at ä!^nU(^e @d^äben »erben t)om ^iebiiS *) (im ©c^marjmalb) gemelbet. 3n ber ^flan^» 
{^ule bed ^tfhifted S^onbac^ (^tt>itx 9aier0bronn) tourben im SSinter 1881/82 8000 smei« 
jd^rig oerfc^ulte gH4ten o^ne 9[udna^me a0er ®ipfel> unb Kettentriebe burd^ Sluermilb be« 
raubt, ^te berfc^ulten Sannen unb ein Säeet oerfc^utter einjähriger liefern blieben \)tx* 
fd^ont. 9(nbern7drtd ift bie 2:anne bebor^ugt unb an !Rabeln unb ^ofpen ftarf berbiffen 
morben. ^n ber ^d^toti^*) [mh befonberd bie Stroen on ben zeitig fd^neefreien ©Abgängen 
geffi^rbet, m&^renb gi^te toeniger unb nod^ meniger SBergfiefer t)erbif[en merbeh. — 3m 
Srrfl^jal^re fra^t bad ^uermilb ben 9oben munb, um 3n{elten unb SBürmer ^u fuc^en. 

2. %)(a 16irlmilb'), me^r ein S3emol^ner lücüger, mit $eibe< unb iBeertraut bebedter 
SRoorportien ber Stod^lanber unb ^ix^benen bed öftlic^en unb nörblicJ^en dhtropa (Sibknb 
unb 8fanbinak)ten), fte^t bem ^uerroitb an forftlid^er 93ebeutung mefentlic^ nac^. ^9 k)er> 
5e^rt lhio{))en unb S9Iütenf5((^en ber $irfe, $a{el, SBeibe unb (Srien, k)ergreift ftc^ mit^ 
unter aud^ an !RabeI^oI}fnof|ien unb jungen Sdrd^nnabeln, fuc^t aber feine 92al^rung me^r 
am SBoben in aSerlei ^Beeren (^bel-, ^reifelbeere) unb Kräutern (^eibe, SBrunnenfreffe ufm.) 
unb begnügt ftd^ im SBinter mit ben 9^abeln älterer ^(^ten unb ftroen, fo»ie mit ®a(^« 
olberbeeren. 3« Belgien fa^ 5öecf ftarfen SBerbift burc^ ©irfroilb auf ßiefemproöeniena* 
berfu<i^f[ä(!^en in ber Campine (Exel). 

S)ft0 ^afe(milb^), befonberd in ben dfterreid^ifc^en SdpenUnbem unb rufftfc^en 
O^eeprobin^en ^eimif4 aber auc^ in einigen (Skgenben S)eutf(^Ianbd (Ofl))teu6en, Wkp 
falen, (Slfag^Sotl^ringen ufft.) l^öufiger oorfommenb, gehört bem IBergmalbe unb &or]^enfd)enb 
bem iOaub^oI^gebiet an. Seine äBintema^rung befielt in SBirfen« unb (Erlenhiofpen, SBlüten^ 
fäld^n ber $afel ufm. 3m ©ommer nimmt namentlich bad junge %Bilb allerlei SBalbbeeren 
an; n>o ed 9ln>en gibt, {teQt t» ben ßii^^elnflffen nac^. ®eine forfilic^e 8ebeutung ifi noä) 
geringer ald bie \>t9 S9irfmilbe^. 

fßon einaelnen menigen 9udna^men abgefel^en, ift ber forfUid^e Sd^aben bed 

9irl^ unb {^ofeltuilbed gleid^ 3bxVi, Selbe SSalb^ü^ner (önnen o^ne Sebenlen aud 

ber 3a^I ber So^tfc^&blinge geftric^en merbett. 



2. Si^tt^ma|regeln. 

Segen bad Stuertuilb ufm. finb nac^fte^enbe äJltttel mit größerem ober geringerem 
(Erfolg angetoenbet morben: 

1. Umfriebigung ber ©oot^ unb $flattjfänH)c mit l^o^en ©tangenjäuncn. 
2)0« Äuertoilb meibet f olc^c gorftgärten, namentli^ »enn fie Hein finb ; bei größeren 
Sl&d^en ^ilft ein ^o^er Qann nid^td. 

2. Sebedfcn ber Seete mit JReifig, 2)omen, S)ro^tgittem uf»., auflegen öon 
fpcrrigcm Sieifig itoifd^en bie ^ßflonjrci^en unb auf bie Scetpfobc, um ben $ü^ncm 
ba« SSerbeifeen unmöglich ju machen bgnj. bie gortbemcgung im fi'amp ju erf(^h)eren. 

3. Überfpannung ber gefal^rbeten ^ämpt mit S)ra^t. 

2)iefed 9Httel tourbe im ^erbfte 1871 in einer @aatfc^ule beiS G^maHunger gorfted 
(SSeimar)*) angett^enbet. SRan $og ben ^ra^t fo ^oc^, bag alle 91rbeiten im ^ampe be« 

1) Slttg. S. u. 3.=atg. 1882, 2Ö1. — 2) S(^weij.8tfc^r.f.gm.l899,369. — 3)ßub. 
mig, «Ifreb: 25a« »irfwilb, beffen 9kturgcf*i^te, 3agb unb $ege. 2. «ufl., ©ien 1894. 

— 4) «alentinitfd), granj: 3)ag ipafcl^u^ beffen !Raturge(c^i(^te u. 3^9^ ®ien 1892. 

— 5) «Protofoll üb.b. 15.SJcrf.3:pringifc^cr gorftwirte in ©eorgental. ®ot^a 1875, 10. — 
granj: 9Wpnat«fct)r. f. b. g. u. 3m. 1876, 133. 



110 ffiiflrt Sut^. ®(J)u5 gtfltn %it 

quem barunl« ODtatnotnmen ronben lonnten. ^\t Softtn 
0,2a ha ®tö6t 28 SKt. ajer gnierf murbt DoUflänbia meid 
fafiren in onbcrtn Sämptn foit. Sie Soften auf einet <a 
®TSge betrugen nur 16,40 3R!. 31ie 3aun)ifo^en nifl[|en 
nötigenfalls no(^ €ttcben erhalten, bamit fie nti^t untei bi 
bttibi»- Siie SlTSfite tQnnen paiaOel ober mintetlg gejogen n 
Überzugs tft auf 6 ^afiie ju Detan[(^Iagen. 

Siefelbe SBicfung ei^telt man burt^ DrJi^te, bie nut a 
Cbet ben Seeten auegejogen »erben; fit fmb biniger, flittei 
beti im Samp. 

4. üusbreiten tineg bflnnen ©^leierä tion aufl 
rtgent Serg übet: ben ^^aiijeii. 

5. Slbfc^ug. 

n. 2eil. 

1. ®4öbli4feit. 

Sie njiftcn loubm oerje^ren ffialbjämereien l 
fentfamen), Knofpen, SBliitenfä^c^en u^ro. !£ie füingeU 
im ^erbfte auc^ giiieln unb ffluc^rtn an; im grii^jal 
fieimitnge am liebften im erften €tabium i^rei (Snttot 
gnfigt fic^ auf ben Stabel^otjfaatfläf^en gleidifaKd nii^i 
bem beigt aucEi bie Sot^tebonen bet Keimlinge ab, nai 
not^ buci^ bte äugere @antent)üae (bad fog. Wü^c^enj 
tialten roetben, ober fie jupft bie Keimlinge ganj ^eraui 
utfac^en bie Xauben gut ©tti(f|: unb 3"9i«it (3Rärg, Ä 
f^orentoeife in ^eifaaten unb fi'öm)>en einfaQen; je t 
bedt iDoiben finb, um lo me^r leiben bie ©anten. 

2len naditeiligen Eingriffen bei Xauben in bie Su 
fte^ ßelegenttic^e Unterftfit^ungen im Sam^fe gegen ] 
^ie 9lingettaube namentli^ tft me^fa(^ ali SJettiigeni 
f))anner, Ei(^eniüidler, ber git^lenblattroefpe) aufgetreten 
fu^ungen ergeben ') Ijaben, unter Umftänben eine ganj mel 

^ie ^Ringeltaube (giögte S(rt) bemotint ben $d( 
\aVA, beanft>ru(^t aber alte Seftänbe mit ^o^len Säi 
ISu^en^odinialb bietet. S)ie Turteltaube (Keinfte U 
^öljer, unb jiüor befonberä bie Don %tli ober aSiefe 
ber JRä^e oon ®etDäf(etn. 

mi @(^u§mittel fommen bie im IV. Seil (©. 11^ 
[ebodi fdiutien @(^eu<^en nur anfangs. 

^er abfc^ufe gefrfiie^t am beften burc^ SoJen 
ober ouf ber „Sutie" ober „Seije". 

3u teplerem äniette lirfjtel man ouf ben gefä^ibetet 
Se^älttr mit gefalgenem £e^m, etmaS 3lniä, ^anf, Wo^n 1 
einfatlenben Sauben auä einem ffieiftede. 

1) Sinj: Jljor. 5^ib. 1909, 318. - Sgl. femer got 



§ö|er. 

1. ^i^iAK^ftit. 

1. txv Sti^et^ä^er (Garrulus gläudarius L.) mtib foc^c^Mit^ burdi üSer: 
je^ten Don (Jidietn, SBut^etfem, §flfdKÜf[en, ftir((^eii unb anbeiem iDbft, (omif 
von Soumlnofptii (int hinter), ]ttna burt^ $trau8fc^arren Don Saatgut, 
namentlid) Sii^eln unb Sut^etn'), cot unb nadi bec fttimung. iSefonbeirS unani 
genefim für ben gorftlvtct nitib btt $ä^er, Denn er auf 
©i^elfaatbeete auffällt; bie ßultut tt»irb bonn oft gro6(n= 
teils Dneitelt. St Eiadt, um hti ^v^aüti ber Si^eCn Eiabi 
Eioft ju raerben, mit ber @tii$e beS Oberf(^nabcI3 junö^ft 
ein brciediged So^ unter bem ^nu^tbe^er unb enoeitert 
bann baSfelbe, um bie @td|el au9gu^Öf|(en (SIbb. 50&). Sie 
an maui^en Stützten (bei b) etfid|tlictien Ouerriffe rühren 
von bem abgeglittenen Unterfi^nabet ^et. ^in unb mieber*) 
ift ber eic^et^ö^ei auc^ bur<$ Serbeigen bDnl3it)fetfnof= *■ ^ 

pen ber Sonne f^äbli^ geraorben. Er pfuf^t baburd) bem '"'""'■ ^'j'";,^''" ***" 
(Ei(^^öni(^en infi^önbroert unb roitb öon ©d*) unb Borg» '■"*■ •'■' >»* «i'umi. 
mann') fogat alä ber lange 3eit gefucfite ©rjeuger beS ftenenmeife empfinbli(§en ®ipi 
feltriebberbigfc^aben« angefetien. tlufierbem faden bem Sii^t^ä^ec 9iefträubereien 
nit^t fi^toet; et niirb oon mandien Seiten als böfet ffiögetbtuttjettilget bejeit^net. 
3n ber Siegel betgteift et firfi on SleinBögeln unb beten Stuten ober moI|t nnt im 
9btfaDe jut Sr^Itung ber Stat^fommenf^aft unb bei großem 9lafimngämangel. 

Iiuti^ iBerfteden oon ©ii^eln unb ffludieln in ©tbtöt^et, bie er mit bem S^nobef 
ftögt, trägt er groat mit gut ^erbteitung biefet beiben ^oljatten bei; jeboi^ ift biefer 
^Itur bei unferem Eieutigen ^orftbettiebe groge Sßebeutung im aQgemetnen ni(^t bei= 
julegen. 3mmetf)in gibt ti 3äUe, roo berattige „Sogetfaaten" fo UoUftänbig genisrben 
finb, ba| 9lac^beffetungen faum notmenbig tnaten, um bie betreffenben Qläi^en in ^e* 
ftanb )u bringen. ^ertnoQ ift bie futttbatorifi^e Xätigfeit beg ^ötierä namenttidi in 
^<^ (i^t fleUenben ßiefetnbeßönben. — iSeai^teneroeiter ali bie letztgenannte Sid|t- 
feite beä ^a\)tti ift aber jM)eifelto3 feine ©eteitigung an ber SKäuje- unb ^ufelten* 
Oettilgung ; ber bejüglic^e 9tu^en bermag jeboi^ bie obigen Siac^teite nic^t auf jumiegen. 

SiQ« ffletftecten b« Ei^eln unB »uc^edtrn im »oben qt\(t}it% um bielc [päter — bei 
tnapfi unbcnber 9Iaf|iung — mifbec aufjufut^tn. %iabn rofi^lt bei Sic^et^dtjet mit groger 
Umfirfit [ott^e Ejitlii^feiten jum Serßede, in benra bie ^lüt^tt buidi anbei« Xicie (^OtAufe) 
njc^t teilet eefunben loeiben. 3}ie Samen Wttben (roo^l aui Si^Iautitit) etnjein, nii^t in 
Raulen, unttigebiadiL ^nfeltenloioen nnb $uppen ^adt n ^auptfA^lit^ im äESintct unb ^xüf)= 
jottr aus bem Boben. Slonlenbutg') beritlitd, roie netbienl (ii^ in einem beftlmmlen 
SaKe bie Si^el^ä^er buic^ ÜStitilgung Don Spannecraupen gemacht ^aben. ^eber ^äf^tt 
^tte buit^fi^nlttliiii etma 30—10 [oI(^e JRaitptn (uomitgenb bn Hut Cheimatobia bru- 
m&ta L. angt^arig) im gi^Iunbe. 'Ana) ffäftr oDei Hrt nimmt er b'" ""b »iebet auf. 
Bed beobni^tele in ber fflibpldien Si^roeij eine auf einem (rijiben fiafillc^Iage (Sommer^ 
ftbloge) hinter 3nfellen ftexiagenbe §äl|eifümitie unb fanb ben ffropf einei jum 3mede ber 

1) aitum: 3tfd|t. f. g. u- 3ro. 1B7S, 110. — 2) ed: goiftW. 3bl. 1901, 688. — 
»orgmann; Inj, 1905, ä90. — 3j gorlH. >3f. 91. S- 1886, ST2. 



112 ®tftc3 SBuc^. ©d^uj gegen Xicre. 

t^ejtjtettung ber S3eute gefci^offenen (^em^Iated DoOgefüIIt mit Tetropium laridam, Bha- 
giam-^iten, Lamia aedilis, Clerus formicarius u. a. ^nd) bie Sfntagined briS ^efem- 
fpinnerS, ber 9lonne, finb ntd^t ftd^cr öot bem ^äi)tx, er fdieint namentlich ben $ (bcr ®ier 
megen?) nad^^ufteHen.^) 

2. 3)er lanitentia^cr (Nucifraga caryocatactes L.), ein ©etoo^ner ber Std&tcm 
»albungcn fübtid^er ®cbtrgc (©d^toatitpalb, 93a^crifd&e§ ©od^gebitfle, lirot, ©d^toetj), 
in äRitte(^ unb 92orbbeut)(^Ianb fetten, na^rt ft(^ oon |)Qfeinü{Ten, Sicheln; Sudeln, 
SBo^oIberbeeren unb in feiner ^eimat befonber^ Don 3i^^^Inüffen. Sür biefe befi^t 
er eine groge SSorliebe. ^ie natürlichen SSerjjungungen föntten babur(^ tt)efentti(i^ be^ 
einträd^tigt unb bie fünftlic^en SlrDenfaaten fc^tuer gefd^obtgt merben. SBie \)od9 man 
ben Schaben fteUentoeife einfc^d^t, ge^t barauiS ^ertior, bag im ^affit 1900 tn®rau:= 
bünben (in ben Reifen Dberengabin unb Dbtadna) fflr ben Qbfc^ul t)on 480 Xannen« 
^a^ern m6)i meniger ate 480 Stanfö $r&mien bejo^ft tourben. Sugerbem fc^abet er 
ebenfatfi^ burd^ Betören ber 99ruten forftnü|Ii(^er Söget 

%vid) biefer unruhige unb betoeglic^e Söget entfattet burd^ Serfd^fe)3pen unb 

SSergraben t)on Si^betnüffen eine IuItit)otortfc|e Xötiglett, meiere bed^otb ^ö^r an^ 

gef erlagen toerben mu| atd bei bem Sic^el^ö^er, meit fie tu 6rtlid^fetten (^od^ge^ 

birge) ftattfinbet, bie grögtenteitd auf ©elbjtanfamung angekoiefen finb, unb mo bie 

loftentofe Sortpftanjung be$ SBatbed t)on befonberem SBerte ift.^) Semer trögt au(^ 

er mit jur SSertitgung ber 3nfeften bei. 

^e^rotodf^") behauptet, bo^ ein großer S^eil ber 3irbeI!iefemBeft5nbe burd^ biefen 
Söget begntnbet toorben fei, unb fü^rt einen ffjejieEen fJraH an, in melc^em eine mit ein» 
feinen Särgen beftanbene Söetgmiefe o^ne menf(f)(id^eiS Sutun Iebiglt(^ burd^ bie ^fttigleit 
h\t\ti SogeliS binnen ad)t S^^ren in einen fompleten girbenbeßanb umgetoanbelt »urbe. 
Äu^ ©ammere^er nennt (Ofterr. g. u. 3=3^9- 1906, 79) ben iannen^ä^et ben „fafl eins 
jigen ^flanjer ber girbe in ber bon i^r bcfiebelten ^od^region bcr Äl^cn". 



2. (Si|tt^ina|regeln. 

^1. SebedEen ber gef Sorbeten ffämpe mit 3)omenretfig ober ©d^ufegittem, ganj 

befonber§ bann, wenn e3 fi(^ um ^crbftfaaten ^anbelt. 

^ie 8c^u^gitter befleißen enttteber nur au^ ^olj (^oljral^men mit aufgenagelten Satten) 
ober aud einem ^ol5rat)men mit überf^anntem ^ral^tgeflec^t. 

2. SKennigen be8 SoatguteS (tjgt. unter IV. ©. 115). 1 kg aßennige reicht für 
1 hl ®i*eln. 

3. gang in 3)o^nen, in toett^e man ^afet* unb gitbetnüffe at§ SodEfpeife ^ängt 
yiad) ebert§ (3tf(^r. f, g. u. 3to. 1904, 272) ^aben fid^ au^ Iteine Xcüereifen (©rett 
3lx. 127 a) burd^aud bema^rt. Sie tt)erben mit einer Sichel belöbert, fc^h^ac^ mitSrbe 
bebedt unb mit einem ftarfen Sinbfaben an einem 5ßflodfe befeftigt 

4. abfc^ufe, namentlid^ im 4)crbfte, toenn bie $)a^er ton einer gru(^tei(^ jur 

anberen ftretd^en. 

^eim 2(b{^ug !ann ein sufäUig flügellahm gefd^oflener, fonft aber unt)erle(ter ^ä^er 
mit großem (Erfolg aU l^odüoget benu^t toerben. kn einen 8tanber mit Sdinbfaben ge« 
feffelt unb an einen $fIo(f angcl^angcn, jic^t bcr ©efeffelte burc^ fein ©cft^rei feine @c» 
fd^iec^tiSgenoffen in bcfter SBeife l^crbci. 



1) Sooig: Dmit^. aRonatöjc^r. 1902, 510. — 2) «ßcc^tolb, g.: 3bl. f. b. gef. gm. 
1879, 195. — 3) SJereinSjc^r. f. g., 3. u. SRaturfbc. 1885/6, 6. ^cft, 12. 



Sinfenartige SdgeL 113 

IV. %txl 

§iiileiiarttge Söget. 

1. 2)er ßernbei^er (Ooccothraustes yulgaxis Briss.) nö^rt \\ä) t)on Derfc^te^ 
betten 93aumfätnereien, t)or allem t)ott ^rfc^Ienten, bann Don ^ornbauttt-, St^om^, 
(Sfd^enfanten, Suc^edem, auc^ (Srlen^, Ulmen« unb 9labeI^o()famen. 3Ran fie^t .bie 
Spuren fetner Xattgleit mitunter maffenn)eife im Sc^irmbereid^e ber bon il^m be^ 
faOenen Stamme auf bem 93oben liegen. @r fd^abet ferner huxif 8bbei|en t)on 
Saubhtoft^en. ^m allgemeinen tritt aber bie @(^äbtic^Ieit biefed Sogeid me^r in 
(Karten unb ßirfc^plantagen jutage ald im SBalbe. 

2.2)er SBuc^ftnl (FriDgiUa coelebs L.) nö^rt ft^ u. a. aud^ t)on 9^abeI^o(}fd« 
mereien, jumal ber ^efer, Sichte unb Särc^e unb derbeigt auc^ bie eben im @nt^ 
falten begriffenen Samenlappen ber ^oniferen^ folange fie noc^ t)on ber Samen^flUe 
umfc^Ioffen ftnb. Vixiä) Säuc^etfern unb Su^enlot^Iebonen merben t)on i^m onge^ 
nommen. 3^e merben feitlid^ aufge^adt unb bann entleert, ^n a^nlid^er SBeife be^ 
t&tigt ftd^ auc^ ber (Grünling. 

3. S)er Sergfinf (Fringilla montifnngilla L.), ein Setool^ner bed ^ö^eren 
9iovitn9f erfd^eint im Spat^erbft unb SBinter bi^meilen in großen gügen in S)eutf^s 
lanb unb fteUt tDorjug^h^eife ben 93uc|edfern, n^eniger ben 9tabeI^oIjfdmereien, na(^. 
3m Srü^ja^re t)erbei6t er gleic^faßd bie Aber ben Soben fid^ er^ebenben, eben bie 
^fiQe abftreifenben Suc^enlot^Iebonen. 

Setbe Sinfenarten werben burc^ biefe 93efc^abigungen ben Stabel^olifömpen. 
93u(^elfaaten unb natürlichen Suc^ent)erj[9ngungen ^öc^ft nachteilig, jumal ba fie rec^t 
5ubringli(!^ ftnb unb fic^ fc^toer abtoel^ren (äffen. 

4. 3)er ffirlenfinf (Fringilla spinus L.) beoorjugt ben Samen ber ®rle, ie« 
bod^ ftedt er aud^ ä3trlen^, Sid^ten«, Xannen« unb anberen ^label^ol^famereien oft 
red^t empfinblic^ nad^. 

(Sin Heined ®egengen)i(^t erhält bie Sd^äblid^Ieit biefer t)ier Slrten burc^ itire 
Snfeftenna^rung. 3)er ßembeijser fängt äRaiföfer, mitunter fogar im Singe, um fte, 
auf einer Saumfpi^e fi^enb, ftwfmeife ju uxitffxtn, »obei er bie l^arten glügelbeclen 
unb 99eine ald ungenießbar fallen lögt. 

5. lie aufeerft gefräßigen Äreujfi^näbelO fommen namcntlicfi in Samen« 
ja^en ber Sichte unb föiefer in großen Sc^märmen aud bem nörblic^en ßuropa ^u 
und gebogen, ^fftt Slal^rung befielt aud 99aumfämereien unb S3eereir, gumal aud 
Sichten«, liefern«, üJord^en-, §omboum«, Srlen-, 3ll^omfamen, Kernen ber ©ogefc 
beere unb anberer Sorbudarten ufro. Sie beißen bie S<^^^^ ^^^ Slabel^öljer on ben 
Stielen dbf um bie Sd^uppen mit ben Sd^nabelfpi|en gu öffnen unb bie Samen Ifer« 
audju^olen. gu biefem gtoede fpaltet ber ^eujfd^nabel bie Schuppen ber Sänge 
nac^ gemö^nli^ einmal^ feltener jmeimal, tote bie unter ben beflogenen Säumen 
um^erliegenben S^pfen beutli(^ geigen. 



1) Mg. gf. u. 3.*8t9. 1862, IdO. — SBaur: 2)av 1862, 862. 



t Ctig. «. ».)■ 



114 ffitpeä a9ii(^. 5tl)ue gtflen licie. 

^ei Sitzten treu jfi^iiabet (Loxia cnrvirostra) beDor^ 
jugt ben gitfitcnfamen, frigt aber bei 3Iianget an folc^ni au(^ 
Siefern= unb Säti^enlanien. 1)ie 9iQ^runaSoufnn^me gefi^ic^ 
in ber 93eife, bo^ er fi(^ an bie tfii^tcngapfen anEtammeil, bie 
©(^up^jen fpattet (äbb. 51 unb 52) unb bie ©amenfürner fier* 
ouälolt, ober inbem er ben S^ff^" oi" ^''^I abbeigt unb i^n 
im ©i^nabel auf einen bequemen 9tft ttfigt. Sei leöterem ©ers 
führen werben Diele Qap^en fallen getaffen, oline irflenbwie be» 
f(^äbigt ju fein. Sei nod) grünen, Anfang «uguft beatbeitetnt 
ßapfen ^t man aui^ beobad|tet, bag bie Samen avi bem ^äit: 
genben Sapfen o^ne Suffpalten ber gt^uppen Iietauäge^olt 
iDurben. ßiefeinjapfen metben Dom iJHi^tcnfieujf^nabel erfl 
bann angenommen, ttienn i^re ©t^uppeti fi<^ etmoS geöffnet 
^aben. 

Siet Siefernlreujft^nabct (L. pityopsittacus) friftt 

ebenfatld aQe ^iabet^olgfamen, beODtjugt ober ßtefemfamen 

unb nimmt förntltdie ffiefernartcn on. Sin her gemeinen ^«fet 

«%*sis.™r«ü7*nab"i beißt er bie ju entli^ntenben Sapfen meift ab imb ^ött fit^ babet 

me^r an bie Keinen unb mittelgroßen, bie gaitj großen werben 

nt(t|t angenommen. Seim Sntleeien ber Qap\tn nctben bie 

Schuppen ni<^t einzeln in bie $ü^e gehoben, fonbem partientoetfe. Sä bleiben immer 

jwet ober mehrere feft mileinanber vereinigt unb werben ali etn^itticfieS ©anje« in 

ber SDIitte gefpütten. 

Sei aiianget an dlabet^oljfamen tialten fic^ betbe fhreugfi^näbet an (£(8^ ifnb 
®6etef(^enbeeren; felbp 3)ifte(n unb filetten Derfctimätien fie ni(t|t. Huc^ ift beobad^tet 
Worben, boß fie Samenlappen junger Suchen abbeißen. 

gemer wirb ifinen Don mant^en ©eilen ') St^ulb gegeben, baß fie fii^ (menigfien* 

ber Stc^tenfreuif^nabel) in mangeinben ©amenja^ren (jumal tm SBinter) mit an bem 

abjwi Jen ober Äbbre^en junger ©ipfettriebe ber giften beteitigen. SEBie bereit» ©. 84 

erwähnt, botten fd^on 3. ®. Sed mann unb 3. SR. Sec^ftein bie fitEujfcfinäbet in bies 

fem Serbadite. ^ai SIbjwtiten ber @ipfe[f unb Ouirttriebe f(t|eint 

aber erft ju erfolgen, nai^bem bie Snofpen auSge^ü^It Worben jtnb. 

@itf)er werben bie jhiofpen, befonberä bie Snblnofpen, Dielfaift 

o^ne weitere Serle^ung ber Iriebe mit einem feinen SängB; 

f(j)nilt geöffnet unb if)re8 ffenteS beraubt, tnt ßnofpent|ftt(e 

bleibt bid auf bie fdiligartige Öffnung imDerfelirt, fo baß bei 

©(J)abeu teilet überfe^en wirb. Mn^ on liefern roill man baS 

übbeißen ber oberften ®ipfe(fnßfpen bun^ fiteujf(^näbel beobs 

aditet tiaben. 

6(ar6rit(i (not®!., 1. 5Berf cf)ieben ber Saaten bis na(^beenbigter©tri(^ieit. 

"' """ 2.®DrgföItigereS Werfen besSamenö mit loiferer @rbe. 

i) aitura; SBalbfieii^a&iflunntR iuxt^ Siere ujro. Önlin 1889, 261. — titt\.: Stjtbr. 
f. g. u. 3ro. 1897, 2E1, 160. — ®41et*et: «flfl. g. u. 3..8tfl. iflU, il8. 



gitttenortigc »ögcl. 115 

3. 3n Mmptn @(^u| bcr ©aotbeetc burc^ Derfmtttel oDcr Art (SRcifig, Dot:^ 
ncn, 9Koog, Sflcfec, Stro^, ©aotgtttcr). ®atij befonbcr« cin|jfc^ren jtd^ cttgmaf^tge 
Dralitgittcr. 

4. aScfc^tcuntgung bcrfteimung bur(^ SScmcnbung angequclltcn bjto. au:: 
geleimten Samens. 

5. S)ci5tnfclton be« ©antcniJ öor ber Äugfaat bnrd^ Sel^onbtung mit bün^ 
iter 1 — 2% iget ©arbonöfung. 

6. Überiic^en be« Samens mit einer ©(^redfforbe, am beften burd^ 8e^anb*= 
lung mit Bleimennige. 

a)ie SRennige toutbe juerft üon So^n »oot^») inbcn »aumfAulenau tIein«giott^ 
btd (bei 9((tona) bei 9[udfaat toettt)o0et amerilanifd^ei Koniferen mit (^olg angetoenbet. 
©eit bem ahrfil^ial^re 1878 fanben audgebe^nte 8erfu(^e mit 9Äennigfärbä«g öerjc^iebenet 
(aud) ein^eimild^er) Äonifeten in ben ^^teufiift^cn Obetförflereien ©iefent^al unbßie()e ftatt; 
man ^atte aber nic^t ben getoünfc^ten (Stfolg, tnbem bie Söget ben Samen and ben (roten) 
©üflen l^erauSfc^arrten unb nat^ »ie bot bie Äöpfc^en ber Äeimllnge abbtffen. *) (3n ben 
^äxnptn ber Cberfdrfierei Sautent§al»£)ft §eigte ftc^ ebenfalls fein d^rfolg. hingegen be» 
m&t^rte ftc^ boiS ^itttl in ber Oberfdifteret @Ibtngerobe (am ^ara)') hti breiid^riger ^n* 
menbnng (öon 1878 ah) üollfommen. ^ier foftete bie ©ewat^ung ber git^tenfaatbeete (16 a, 
in fteben ©(^ufebejirfe verteilt) big 1877 jä^rltt^ big ju 160 SWf., »ä^renb bog SWaterial 
für bag iBoot!f{(i)e Serfa^ren nur 6 2Stt. an Endlagen t)erurfac^te (auf 24 kg g{(j(|tenfamen 
6 kg Sttennige), fo bog eine (Srfparnig üon runb 150 Wtt eintrat, ^ier nnb ba nahmen 
3n>ar bie hinten nod^ einige (Samenlömer an, allein fte ^erliegen fc^tiegli^ bie $eete. 

3)icje öerft^iebenen (Erfolge toeranlaßten 83oot^*) ^u einer ^tplit, in toeld)er er bie 
öon bliebet beobachtete Srfolglofigfeit ber SRet^obe bergarbung einem gu fdimac^en Über» 
}uge 5uf(!^neb unb noc^mald genau augeinanberfe^te, ttite man bei ber SBorbereitung beg 
@ameng t)erfa^ren muffe. 9oot^ fd^reibt oor, ben Samen in einem ®t\äi orbentUd^, ie- 
boc^ ni(^t berart anjufeud^ten, bag SBaffer auf bem iBoben bed ^effigeg fte^enbleibt. 9[uf 
ben angefeuchteten Samen mirb unter fortgefe^tem Umrühren SJ^ennig^uIt^er geftreut, nnb 
smar fot»iet unb folange, big iebeg Samen!om \)on bem roten Überzug allfeitig bebecft ift. 
2)er Samen mirb bann ausgebreitet, um ju trocfnen, unb ift oermenbunggfä^ig, toenn ber 
Überzug ju einer feften Prüfte erhörtet ift. 

3m aHgemetnen finb mit bem SRennigen beg Sameng ^roar nic^t immer, aber boc^ 
in ben meiften göllen red^t ^ufriebenfteUenbe (Srgebniffe erhielt morben. So zeigten aud^ 
mieberl^olte l^erfuc^e in ben (Sbergmalber grorftgärten, im Srrü^ia^ie 1881 angefteßt, gteic^« 
faßg guten (Srfolg. SOtan erf^arte l^ierburdi an jä^rlid^en ^ütunggloften ettoa 60—70 "SRI 
oerfu^r aber bei ^nmenbung beg äRittetg infofern anberg alg ^oot^ borgefc^rieben ^atte, 
inbem man nit^t ben Samen, fonbem bie SRennige anfeud^tete. grür 7 kg Samen mar 1 kg 
SRennige erf orberlic^ ; bie Soften (für äRaterial unb Arbeit) betrugen für 1 kg Samen runb 
10 ¥f.»). (1 kg SRennige !oftet 0,80—1,00 mi). 

S>er iKnflug ber 3Renttige auf ben Samen ijt bon ?(. ©ieglar**) (SBien) unterfuc^t 
toorben. ^ierna^ oerjögert ber Überzug mit SRennige ben 93egtnn ber Keimung um etn^a 
einen Xag. 2)tefer ©influg ift unbead^tlidi, ba bie mit SOiennige gefärbten Samen bcinal^e 
ftetg fo l^ol^e ßeimpTOjente eneid^en alg bie nic^t geförbten. G^g liegt alfo fein p^\^\iolo^u 
fc^eg SBebenfen bor, bag ^Rittet anaumenben; überbieg fc^ü^t eg bie Samen längere geit 
bor Sc^immelbilbung. 3la6^ C^ieglar foH beim SRennigen in foTgenber ^eife berfa^ren 
merben: 3n einem »eiten (Sefftge toirb aug SBaffer unb 1 kg aRennige ein nic^t an^u 
birfer 93rei angerül^rt unb in bicfen 7—8 Isg Samen, jebocf) in ^Partien bon etwa je 2 kg 
gefc^fittet, ibobei bag betreffenbe Oefäg fortwä^renb bewegt werben mug. lia^ SRac^fc^ütten 
einer frifd^en Portion Samen barf erft nati^ bottenbetcr gleidimflgiger görbung ber bereitg 
im ®efä6 befinblidien Samen gefdiel^cn. S)ie gärbung ifl boHenbct, wenn wenige ^injugcs 

1) Stjc^r. f. g. u. gw. 1878, 648.-2) aiiicbcl: 3)af. 1880, 576.-3) ®riltter: 
3)af. 1880, 637.-4) 3)af. 1881, 60. — 5)b.?llten: 5)af. 1881, 527; 1886, 727. — 6)3bL 
f. b. gef. gw. 1885, 610. 

8* 



1 16 <sx9t» ißiiät. si^ue m^ 2i"^- 

tt^fittete SomtnraTnei beim @(^fltltln unb UmTÜ^icn ftint ^tn^ annt^mni. Sit a 
ben lies @(fSgce fii$ anlammclnbe tciaaittac 3Rtnniee mug mubcrftolt ntit mcm 
leffel Dufotltat^t unb mit bnn Samen aentif^t metbtn. ZHe Samen braut^cn ni( 
gttToitnet ju netben, fonbent laiTtn fit^ joalci^ anjfiltn, c^t fiäf ju 6aDen. Sie 
ber 3<[i^ns btlanfen fid) ffii i kg Samen auf etwa « fit. 0. KB. einf^Iieftli^ bei 
fafiienS \tib% 

Sin »on ber (^mil^tn goiril S. äHcQtt in Sßainj itntei bem 9tamen S 
neueibingS in ben ^anbel gebtai^teS Xetipti^iaiat gm XeSinfeftion bei {oT^Itt^tn i 
leien Begen Xierfcag ^at fii^ nai$ ben Stfa^rungen fdc(|fif[^ei äleDteTDeiWalteT un 
ben llnle[|u(^ungen Stegtrd') ntc^t btmä^rt, weil e« bie S^irnfB^i gleit bet Samen 
Ii(| ju becintrd tätigen jd^eint. 

7. @(^eu(t)en Reifen (namentli^ Qegen bie Sinl^n) »^t viel. 

Mm e^eften mirll npc^ bad Überfponnen her Saatbeete mit S^ben, in meliQe 
^bern ober gieKfaibige Xui^^etfen eingelndpft finb. 9uiae|lp()ftt SiaubaBgeE in fi 
ober ({^nebenbei: SteDung ober atu^ift^e @<^eu^en (Steols^ orten , an S^nuren f)fii 
glafc^en o^ne Doben, an berert SBanbunacn ein im 3nnein ^erab^Sngenbei 9tagel an| 
u. bgl.) galten bie SBget meifi nur turge geit oom Stnfatlen auf bie \o getc^flS^en %lää 

8. Seinadien bet Saaten mä^renb ber gefäfirbeten ^riobe, ber&unbe 
^äu^getn asiinbfi^iegen. $et großen Stächen ratfam, fonft ju teuer. 

9. übfc^ug unb Suälegen ber gefi^offenen Xtere auf ben Beeten. Xit|eä! 
ift nitrtfatn, ober bui^ bie Sagbs unb Sogelfi^uggeietigebung für bie fleinen 
derbsten, fotange nti^t bie Genehmigung ber Don ben Sanbeäregiecungcn begeid 
89ef|5rben eingeholt morben iß (ogl. ba9 Siogetf^u^efe^ Dom 30. SDlai 190! 
bef. § 5 Sbf. 2). 

ün^ang. 

Dbfc^on bie SpeÄite me^r forftnügti^ oU forftfi^öbli^ fiub, fei bicfen 
effanten äSalboügeln bot^ ft^on l^ier eine befonbere ^tef^irei^ung gehiibmet, mi 
i^re ^beutung nic^t mit einem l^beiftnäie geic^nen Iä|t unb bonn im foI{ 
Slbfc^nitte (Se^re Dom ^nfeltenfi^aben) hinauf oerniiefen iperben lann. 

'Snt Stterötur*) Aber bie Spelte unb i^re »irtft^aftlii^e sSebeutung ift im 
ber B«t, namentti^ feit bem Srfdieinen ber 9t(tumfc^en üntlageft^rift, jiemlii 
fongrei(^ gemorben. 

1. €)i(4tartcn. 

^n S)eutfcC)[anb tommen aud ber gamilie Picidae folgenbe at^t %xttt 

1. ©(^tDOtjfpei^t (Dryocopus martius L.). 

2. ®ro6er Suntfpet^t (Dendrocopus major L.), 

1) I^ar. 3at|ib- laia, 336, 

2) gut Siteralui über bie ©pec^le: 

flltnm: Unleie Speiste u. i^re forßl. ^ebeutung. Berlin 1878. — d. ^on 
e. 3-: 3)iE Spec^le u. i^r mu in (or|ll. SejieSung. iVronttutl a. SR. 1879. — 2oo 
Si^wat^ipe^t. Sein £eben u. feine ißejie^ungen gum (^oiftiiauä[|alle. 3Bienu.£cipji 
— Sgl. ferner: IBtaunS äJionatäf^rifl f. b, g. n. ^ro. 1861, 18. — »orggreoe: 
ffliaiter. 91. g. 1877, 89. — aSerneburg: giftet, f. g. u. S». 1878, 437. — ffl 
1879, 62. — §enf(bel: 3bl. f. b. ge(. gm. 1879, 699 — $e6; ®o|- 1880, 1 
99aer u. Uttenbaifei; Ornit^. äRonalfi^r. 1898, 195, 217. — Seifenig: %e 
b. Crnit^. tScfeUfd;. i. Bauern 1904, 64. 



@pc(^tc. 117 

3. äRittlerer Suntf))ec^t (Dendrocopus medius L.). 

4. Kleiner Suntf^je^t (Dendrocopus minor L.). 

5. SBeigrüdiger Specht (Dendrocopus leuconotus Bechst.). 

6. S)rctje^i9er ©pet^t (Aptemus tridactylus L.). 

7. (Sroufpcd^t (Picus canus GmeL). 

8. (Shrünfpec^t (Picus viridis L.). 

Km f eltenpen finb ^ierüon bei und bte Wcitn 5 unb 6 ; anä) ber Sc^toar^fpec^t 
lommt nur in größeren äBalblompIe^en üor. Unter ben 9untf))e(^ten ift major om 
l^öufigften. ^ie (e^ten beiben Srten n^erben and^ unter ber 93eieid^hung „(Sib\pt6)it" 
{ufammengefa^t. 

2. nxUUt üUt bie fer^Hile 8e»etttttii| ber ^pti^tt. 

3)ie Hnftc^ten über bte forfttic^e Sebeutung ber ®ptdfit ^aben ftc| im Saufe 
ber S^xt üerfd^iebene 3Ra(e geanbert. ®egen Snbe bed 18. go^t^unbertd ^ielt man 
bie &ptd)it für fc^dblic^, meil fie Söc^er in (mitunter fogar gefunbe) Stämme ^acfen. 
@(^on g. &. Sedmann (1784) ergebt biefe KnKage gegen bie ©pec^te. Suf i^re 
(Srtegung toaren bamate 5ßrämiett gefegt (1% @gr. für 1 ©tücf). ©rft 3. SR. »e^* 
ftein (1802) ^at fic^ bei» Spec^ted ald eined forftnü^üd^en Sogeid angenommen, 
ebenfo gfr. 2. Sßalt^er (1803) unb in neuerer Seit befonberd (£. 9B. S. ®(oger 
(feit 1865). tUIein man verfiel nun in bad entgegengefe^te (S^trem, inbem man ben 
Spechten t)ietfad^ eine augerorbentlid^e Xätigleit in bejug auf Snfeften&ertitgung ju« 
fc^rieb unb i^re ^oljgerftörenbe Zätigleit ufm. ganj überfa^. 

(Sine Steaftion in biefer Sejie^ung towcbt bann burt^ Sltum^) baburd^ ein^ 
geleitet, bag biefer Qutor ber Knfic^t Sudbrud gab, bie Spechte lönnten eigentlich 
fein ©egcngetoic^t gegen bie ^auptfäd^tic| fc^äblic^en 3nfe!ten (fflorleuKfer) bit 
ben, b« fie me^r größeren, forftlid^ inbifferenten JRinben^ unb 4>ol5infeften (8o(f^ 
fäfem) nac^fteUen. Sit um toiti femer barauf ^in, bag bie oon ben @ped^ten ter^ 
urfad^ten Sefd^öbigungen an Stämmen ufm. unter Umftäuben rec^t er^eblid^e finb. 
(Sleid^mo^I toill 91 tum ben Sped^ten aud äft^etifc^en ®rünben Sd^onung ange'^ 
beiden laffen, toeil fie ben SBalb beleben unb baiS äuge beö Sforftmannd erfreuen. 
3ubei(^') neigt fid^ ber Slltumfd^en Stuftest in bejug ouf bie forftUc^c Sebeutung 
ber Spechte ju, ge^t abw nic^t fo meit in ber Verurteilung ber @pe(^te mie biefer. 
Sönig*), 2)öbncr*), SSogt«^), Slbolf unb Sari äRüIIer«), Iafc^enberg^),»org-^ 
greoe®), Siörblinger, öon ^ome^er, ©enfc^cl u. a. finb l^ingegen ber Snfid^t, 
ba^ ber ^Jiu^en be^ @pe(^ted ben Don i^m angerid^teten Schaben übertoiegt. auf ®runb 
longiäl^rigcr Beobachtungen im SBoIbe teilen mir biefe SKeinung ganj entfc^ieben. 

3. Sdüblidifeit ber Spedjte. 

®te ©ped^tc fc^aben burc^ Serje^ren üon ^oljfämereicn, gerfeften ber 
SRinbe junger ©eifter unb «n f erlagen älterer infeftcnfreier, gefunbcr ©tämme, SRin- 

1) Sorpjoologie, 2. «ufl., II. »b. 1880, 74—139. «gl. auö) bie früher zitierten «6^ 
l^anblungen. — 2) «a^eburg: SBalböerberber ufw., 7. ^Tufl. 1876, 24 u. 256 bi« 263. — 
8) »albpflege, 3. «ufl. 1876, 70 u. 88. — 4) §anbb. b. Soologie. l. 5:1., ?Hcf)affcnburg 
1862, 228. — 6) »orlejungen üb. nüjUt^e uf». Xiere. üpag. 1864, 64. — 6) 3)ic cin= 
]^eimif(^en (Säugetiere u. öögel 2m- 1873, 172. — 7) gorftiolrt^c^. Snfeftenfunbe. ßp^g. 

1874, 466. — 8) gorftl. 931. 91. %. 1877, 89. 



US S(M a3u(^. Siftii Sftttt Zittt. 

geln gefunbei Säume, Zimmern Don 91iß^5^{en unb ge(egentli(^cfi Straffen 
Don Skgfn^änben bcr nieiif4(l(^en SBirtftfiaft (a- 9)- Xelegrati^ilaitgen, €(^tnbefi 
bdi^eni}. 

a) SaNinafr)f|niaB. 

Samen, unb jlvai OoTjugänieife Sfabel^otjfamen, nimmt nur btt groge Outit^ 

ipt^t in erheblicheren aJiengen ouf. ISr Hemmt bie 3<>PfeK. n«Itfie er Dom Soume ob' 

brictit, in bit tiefrifrise f^tnbe alter Säume ober jmif^en 9(j^abeln ein (Stbb. 53 1 

unb jerltaubt bann bie Si^uppen Don ber ©(jige ouä mü feinem meigelförraigen 

S^nobel, um bie barunter liegenben ©amen fierCiorjufioIen. 2lft bie eine @eite leer, 

fo iiitrb ber Qaif^tTi (leiaulge^oben, umgebre^t unb auf ber anbeten ©eite befefHgt. 

Site Sopf™ i"^^^- S*) ff^«" eigentümlii^ jetflolen bjto. in Diele einjelne SJäben 

jerfafert aul unb {^aratterifieren \Uff ^terburcfi gegenüber ben Don ben ßceugfc^äs 

bebt bearbeiteten. "Si'it jerHaubttn S°V\^ bebeden ben Soben unterhalb ber bt= 

faOenen SSäume oft maffentiaft. 3jl bie nädi^e Umgebung einer fold^en „©pe(^t< 

ober ^fpfenft^miebe" au8geplönbeit, fo 

begibt ftc^ ber S}ogel roeiter, um eine neue 

anjulcgen. 3)te üSuntfpet^te fc^Iagen auc^ 

äSalnüffe, ^afetnilffe, Sii^eln, mdftdtni. 

Sirfi^feme ufro. auf unb oerge^ren aucb, mie 

ber @rau= unb @rfinfpe(^t, Söget: unb SSein^ 

beeren, beeren beS ^irfdi^olunberS ufm. 

£er burcti bie ©amennafirung tietbeige: 
f&^rte ©(^aben ift bebeutungälog, ba ade 
©petfitarten nur tereinjeUim ^albe auftreten. 

b) HnttlaRcn Befmbet StiMne.'} 
3)ie(e Sefdiäbigunflen gefien fap auä= 
ff^Ueglit^ Dom Sc^ioaTg:: unb Dom großen 
SSuntfpec^te au§ unb eiftreden jid) befonberS 
ouf freifte^enbe ober eingefprengte, biiri^ i^re 
Sorbe ober in fonftiger SSetfe auffoKige 
StÖmme, (oioie auf neu gepftanjte ^oljorten. 
3}on ^eiftern finb jumal fiifi^ gefiflonjte 1^: 
^en, iBiic^en, Sttojien, Ulmen, Sinben, frembe 
ÜSeifebornarten uf«. bem Serfegtroerben bur^ 
©(^nabel^iebe auSgefef^t. Slllum beridttet 
über einen goEt, in bem Don 227 im 6^o« 
riner 9teDier ot« S^auffeebänme angepflonj' 
ten jungen Acer Negundo 176 Stfld Dom 
grogcu 9unt!f)e(^t burt!^ 3er^aden ber Slinbe 
me^r ober nteniger befi^äbigt lourben. Son 

1) 93raun9t SRonaiaid)?. (. b. g. u. 3». 
1361, 13. — aitum: 36t. f. li. a^i- Sn»- 1876, 
(iS3. — SJcrl.: 3lfd)r. f, g. u. 3lo. 1896, 211. 



®ptm- 119 

aiteten Stömmen tommen tiorii|Ugenieif< in Setrai^t: 
Vüttbänmt {^apptin, Sinken ufm.), etngf{)n:enete 
(Sictien, öfc^en, Aconit ober Sirien im 31obelroaIb, 
VSptn, loeh^c fic^ au$ niebentn ®eftififiti trieben, 
Äanbbäume nfm.' ®te meinen herartigen aä«Ie^un= 
gen ftnben im Sra^jo^r unb ju Snfong beS @ommer4 
ftatt. 

Sool tnoC^t in {einem %ud)e übn ben St^tcatjfpt^t 
{®. 126ff.) bif|tn fflt ©*älbtii^libigun8fa an 30— 40ja^= 
tigcn ftiefnu auf bei ^ecrlc^aft Sibot^ in Sü^nitn ^af^i. 
^it SJe|nn nuiben an bcn bDnnrinbigni Stammtcilcn 
bun^ Vb^adm 1 cm bitittt, b—io cm langer ERtnben' 
ftieifen eef^SIt. Sinjclne lesume niielen 6—8, bisweilen 
bei nt^tedsloim fitt) nä^einbe S^dt^ellni auf, beien 
®rO^ gtDljc^n 30 unb i&O ccm It^nanlte unb Uon benen ' 
cingetne btn giBeten Xeil beS Stamm umfangeS einnahmen. 
Ziit beim Schälen abgefc^Iagenen 9)int>tn^üde erfc^etnen an 
i^icm Dbenn Stanbe fianllg, nell fie ^ier buid) meßten t>eT< 
tifal gefüllte Gcbnabel^iebe lojgeitennt merben, am untnen 
&ttt Tinb fie mei|i giemlicb iiatt abQe[(b(asen. SSo bie 
Stinbe feft n^t, mirb fie buri^ Ouer^icbe in Keinen @tQ(fen 
abgeiprengt; an ben gefi^ilteti Stellen fie^t man bann bie 
Spuren bei tangential gefüb^ten S^nabef^iebe al£ f<bniatbe 
Ouerftietfung. 

^ai Slnlc^tagen bgio. @(^äten OüQig gefunber 
Stämme ift natüili(^ gunäc^ft eine jmeifeKoS fd|äb= 

lii^e lätigfrit beä ©perfiteS, lommt aber im aQgemei: »**- \^^^^^l''^°^ *""*" 
nen nie! ju fetttn cor, 'um als er^ebtic^ betaftenber 

Ufoftgt flrften ju fiJnnen. 9Bttiititet ge^en biefe öef(5äbigungen nur Don einem ein- 
jrinen @pei$te aui unb ^Öten mit beffen SbfdiuB fluf- 

Iier Stunb biefet SJeft^iäbiaunflen ift nicbt befanni. Da ber mit fo feinen Sinnen au3> 
geftattete Spet^t Snfeften in foldjen ©tämnien genrfg nit^t furfil, bleibt ben Sermutunge« 
ein giogci Spleltaum geOffnei. SDlan tonn Übeimut, Spielerei, Sßeugfei. Sut^t nat^ ^erab= 
aitigem, SBunfi^ nac^ Sipiobung bei Scfinabfltiaft unterRetlen, man Tann aber au(f| einen 
3uiammen^ang mit Saftgenug gu (onftiuieien uerfu^tn, ba ba2 Stadien, wie boS gleid) 
gu nennenbe Stingeln, wä^ienb bet Safljeit ftattfinbtt. 



c) Ringeling gefvnket StäNimf.') 
Sie auffattenbfte Sefc^äbigung, bie ^auptfSt^lit!^ Dom großen $unt[pe(^t, 
ober Qui^ Dom ©(^»Qrjfpec^t unb (fpeiietl an läii^e) nom Slrünjpeifit an aßen mBfl= 
litten ^otjarten: tiefer, 3i^te, lanne, Sinbe, Sirfe, ffii(^e, ©tle, Slfpe, pappet ^er< 
Dorgebro^t Wirb, fmb bie S^jecfitriuflel. Sie entfielen baburtii, bafe ber Speist, 
auf bie Sc^roanjfeben fid) ftügenb, ungefähr ^orijontal um ben Stamm ppft unb 

1) SSttnebutg: S^W- f- 5- u. 3». 1873, ISÖ; 1876, 274. — Htium: $af. 1878, 
134. — »oben: S;af. 1876, 396; 1878, 442. — Sutjp«: Üb. b. iHingeln b. Spet^te u. i^ 
Serratien gegen bie tieintien gorftfAdbtinge, 9Iatuini. S'f(f|i- f- S- u. 3n>. lOOG, S17. 
Sine auSfü^TÜcbe, bie gcfamle iiiteralur Ober bie Spet^tiingelfrnge übeiftbauenbe unb gn 
ÜMtn eifltbniflen gelangenbe Slibeit. 



120 *(ft'* *"!*■ ©4»^ fl«9*« 3:iMe. 

in tobioler Shi^tunfl ober ttmai Don unten nacfi oben einfc^lägt (Vbb. 55). 3it 

Stammteilen mit bünner Sinbe Re^n bie $iebe bt(^t nebeneinanbet. So bitte Surfe 

oor^anben, merben Seffel eingef^togen unb mit Ut Seit biä 1,5 cm enoeitert. Auf 

bent (Siunbe biefei Aef{< 

bJ!» auf benSap gefügt! 

äling ge^Biigen (Sinf^l 

in einer Dotltommtnen ^ i 

fonbern in einer fpira I 

öerlaufenben Sinie. St 

feiten ober nie auf ein= 

mal ungetfgt, fonbcm 

junQ{löft nur^alb: ober 

Sttttfringe, bie eift im 

Saufe beräeitjuiBoaä 

ringen DetooUftänbigt 

merben oberStättringe 

bteiben. 

©eringett loerben 
a(te unb junge Säumt. 
2)ie ahngetung beginn 
am Stamme unb wirb 

ffrone fortaeTehl teiüneile finbet fie ***■ "■ adnaMAniit »uk» (in™ ut'tm »«rimiiifl«- 
tnanc yötigeiepi, ieiiron)e pnoei iie ^ sprttringd. ifim'it m «««trt «roi» »on biimb 
nur in bei Srone ftatt 3)ie gertngtUen m* o*". pnJi«ft tmmti auf b™ «anm bii siiiflti«, 
Stämme finb gefunb unb infeHenfrei. '""" '""•^"' *" *«""""""" <°""''""' '=^'- *' "-'" 
3)a« tRingetn finbet nur im gtÖ^ja^r, in ber ©aftjeit, unb jroar foft ausfctitiefelic^ 
in ben SHoTgenflunbtn, ftatt unb mirb im jeitigen ^rü^ja^r auf bie Sontmerfeite 
bed Stammel befc^räntt 

Sie Sotgen beS ERingelnä finb Übernoaung, roeDiae SJeibieiterung unb %«* 
grö^erung btd Z<if)xeintiQti. ta bie üöetmaUungSringe oielfat^ iabrge^ntelang im< 
mer aufö neue befiactt merben, tieben fte fii^ aßmä^Iic^ loulft' unb letftenartig ems 
por. 3n ben unteren Stommteilen nehmen bie älteren ftberroöHungäringe leilförmige 
5orm an unb werben mel)r bactiaitig Dorjpringeiib, mä^renb [ie in ben [)ö^tren ^r» 
tien uuißig bteiben. ^e iiad) ber Sauer beö Spet^tbefuc^eä unb ber fibenoaQungS« 
energie beä geringelten ©aumeä treten bie ffiJüIfte me^r ober weniger nuS ber Ober= 
^äfift hti Stammes ^erauä (!(bb. 56). 

SSon fälligen ißermutungen auäge^enb, nannte man fol^e 33äume, bie burd) 
oft jofilreit^e übereinanber ftc^enbe Singel ein bambuSä^nli^e« Sluöfe^en belommen, 
uielfaii^ SaJanjenbäume.') ®etoö^nlii§ finb e5 Stiefern, an beiien bie Spei^tringel 
ald übertoaOungöringe am beften ausgeprägt finb. 2Qenn ber Specht bie UuStva^l 
fint, roirb bie tiefer übertiaupt als dtingelbaum beoorgugt, 

1) eg i(t, loenn man ooii btt aonj unfllaubfiaften ffittlfitung für Bie Untpeftuna bei 
Zolles „fflanjcnbaum" a&fie&t, lernet ju Jagen, momit bie »ejeiiftnungBnjeiie jujammen» 
Mnflt. JioS ma^rit^tinlit^flt ift rooftl baS, bafi man bie con ben ©peilten on blrfbortigen 
säumen oorgenammentn trit^ltTfÖtinigtn lEintdiläflt oon unten bitn. Bon mtlten mit neben« 
einanbet ft^crtben Saumroanjen Betglit^ unb tiefen o^nt roeiteten l^rtlärungeDeifu^ ba* 
SnlfleEien ber fflingmulftt jufc^mb. 



Sptiütt. 121 

9la(^ langen 9uSeinanl)eifeffunEien ftefit man je^^t Ausbeutung 
unb ®eiiuft bed tSaumfafted aH @runb bee bei bec 9tinge(ung offen- 
im plonmägigen ^oxqtfjtni iti @pe(^teS an. 

ftOnig ]p'caii) junjt in fein« Kalbp^egt 1849 bie S«itnutuns aal, 
iai iat Slingeln jum ^ntdt bti Saflgtnuffef eifolge. Kloben unterftügte 
bitfc X^eorie, inbem K auf boi SufntnintnlaStn bet 3n|eltfntrei[)eit htS 
gangtn ©tumnieS mit ber Stingttung (jintDitS unb boTauf aufmerti'ain madjlc, 
bag bae ERingtln fttt§ nur jui 6af tjtil ectolQt, no bei Saft leid|t fliegt unb 
fü|Ii(^ \dfmtit. SBerneburg meinte junJldifl, bei Sptdit gti^adt bie in' 
jettenfieien Stämme, um bie Saftfafein bjn. 91inbenteile gu genicgen. <ävi' 
tti neiett er ficb aber, ba er bie obge^ailte fflorft am gu&e btr Stämmt^en 
fonb, ebenfalls bet SaftledungättieDrie ju. fflltum Dexttttt bie (ofl. 9ßfK 
hifftonSt^eorie. Sr unteiftellt, bog bei ®)iei^t aüi bem Z^nt, meiern ba£ - 
Vn|(f|Iagtn bei S^nabeU Deiuifad^t, ^Bien miS, ob bet Sdiaft im 3n< 
nenn IjD^Ie Stellen ifai bjni. Con ^nfelten benotint i^ obei nit^t. 

d) Simmtn isa ttlR|ä|[ta. 

%it t8rnt!|i)!|{en »etben nii{|t, mte genötinlidi angenommen luirb, 
nur in bereits ftc^ gerfe^enbem ober buri^ ^nfeften bereits angegrifs 
fenem ^olge angelegt, fonbent (namentlich Dom @^maTjf^e(f|te) oft 
in Oofliommen gefunben Stämmen. Der Sc^toargfinedit beoorgugt bei 
ber Einlage feiner $ö^Ien alte äberge^altene Släume, namentliil^ Rif 
fern unb Sichten, betmog aber au^ Dollfontmen gtfnnbe, ^orte Saub^ 
^öljer (Sudie) vortrefflid) gu bearbeiten. @em merben audi an Si^lag^ 
ränbem ße^enbe Säume alB ^ö^Ienbäume benutzt, Dome^mli^ nienn «ta. se- iHtfct 
fie, wie oft bie Übersatter, nirfit fenhec^t, fonbem ettooe geneigt ftet|en. «"« Ivii«"« mt 

9)ht bem Binimem ber 9ti|tE|Ü[|ten ift natürlich eine ^oljent: bm epKMitnscin 
roertung befonberS bann oerbunben, wenn gefunbe unb ftarfe Säume ^^'"^J" i;^„*^j. 
angenommen Werben. 2)er Si^aben ift aber fd)tiegUd| nidit grofi, 
(Denn aut^ Dom eingelnen ©peditfiaaie meift me^r ^'i^\tn gejimmert nierben a(S ti 
fetbft braucht. Xie Spelte Rängen (eineSfallS immer mit großer gä^igTeit an iörer 
IQo^ung, fonbem ftberlaffen fit oft im ^rfl^ja^r f^on nad) t)eif|ältniSmä|ig gerins 
gem SBiberftanbe ben oerf^iebenen üBnit^S^lenbemoSnern. ^en mobemen S8oge(< 
f^u^beftrebungen, benen buri$ Sfuf^Öngen Don 9KftIäften fflr ^S^lenbrütec gern 
Opfer gebra(f|t tuerben, mizb burt^ Segünftigung ber Speiste jnieifelloä ein größerer 
Slienft geleiftet. 

e) 8t|artea na» «tgtnflinben ket mtnf4Hi|en rairtf^nfl. 

Unangenehm ift in baumlenen ®egcnbcn iai Se^odcn Don XelegioiJ^cnflanstn') 
buri^ ben giogen Ißuntf^i^t, ^in unb tsifbci autb buitb ben S^maij^ unb @(ifinffiei!^t %t= 
moiben. Seine 3m))[dQiiatton3met^obe I|at biätiei ^ieigegen fi^ügen IBnnen; au<4 bie Sgol^' 
ort t|Ql fi(f| o^ne ©nflug etroiefen, inbem (onjof)t Eit^en^ ol* fiiefeinftanaen jer^rft wn= 
ben. 3)ie gei^brung mirb mit Spiliebe an foli^en Sielten begonnen, roo fic^ aftlBi^ei ober 
SSt^n, bie oon Schrauben ^enii^icn, befinben. ^aä SIcii^ipDftamt ^at be^tialb in einem 
ISitag Dont 11. Xejembei 1S81 angeoibnet, bag Dot^anbene ^ft= bjio. alte Sd|iaubenIB(^ci 
fep mit feoljpBOden nerteilt unb bie Don Spt^lm neu ge^adlen Sö^er mit Steinto^len» 
teer veiftiic^en meiben foUen. 

1) Ältuut: 3t((^i. f. g. u. 3». 1883, 188. — JJantfelmann: üof. 1882, 432. — 
gotfll. Bl. ». 3- 1882, 61. 



122 Sifteä l6u(t). 64u9 sta'K 2in*' 

gier unb ba ^al mon baä ^e^acfm Don ^Dljb^eibungen &)tD. Si^inbcln an rinfam 
gtttgeiKn unbcicDijntcn ®arttn^u|[^en uftD. buii^ ben St^lvaij' unb bcn 9iünfpei^t beob: 
ad|ttt. Siiejt Qif^tinunfl !ommt ab« fo oeninjelt boi, ba| il)[ «ine btfonbeie SebeutunQ 
nit^t beifltitgl loerben fann. 

4. «ii^Itt^trit btr Stit^tt. 

SJer forfllicfie 5)iuften ber Spechte befielt in it)rer 3nfeltenna6runa. Site 
fi^äblidieTi ^nielten, nieli^en bie ©pec^te natlfteUen, leben teils frei am Soben obei 
an ^oljgeioäc^fen, teils ^aujen |ie im SBoben, teitS enblii^ im 3""f"n ber Stämme 
— in JRinbe unb ^o% — unb gerabt bie leiteten metben mit Sßorltebe aufsefui^t. 

$er animalifdien DtuIiTung ge^en bie S^edite Ejautitfäc^Itdi Dom 3IpnI ab bii 
in ben @)}ät|Dminei natf). @te etgceifen SKatläfer, 9!DnnenTau)]cn, pidtn Obftmaben 
t)erauS, oeije^cen ben ^nf^aU ber tBlotttvefpentQnnc^en, burdirattfilen bie %metfen= 
f)aufen unb fiaien im ©oben na^ Engerlingen, SQJerren u[n). ^auptfäi^tidi aber 
meißeln fie on anbtü^igen Stämmen unb Stöden nad^ 9lfiffet=, ^Qi6t', Sorleit*, 
Sptints üßoifläfem, ^olj- unb ©alltDefpenEanien, ümeifen uflu. ün bem 3>tftanbe 
bei ^oljeS etfennt ber Spet^t feine boit oerborgene 91a^ning. Seim Song unb 
^emor^oten bet 3"fe!ten aus SöifierTi unb 8ii|en !ommt i^m bet Sou (einer SmQt 
DDitiefftic^ juftatten. ^ befif^t eine fe^r lange unb feine, Dom mit äSiber^ft^en 
befefete Sunßf. Wid^t pfeitfif)nefl bifl in bie Berftedteften fljorfenrijen uocßef^neQt 
unb mit bem eroberten ^nfett ebenfo rof(!E| niieber jurüdgejogen nierben lann. 

^en ^auptanteif an biefem ißertilgungSgefdiäfte, toetdieS eigenttidi ju feiner 
Sa^reSjeit gang ru^t, beanfprut^en bie ^unt^ unb bie l^bfpei^te. 3)ie elfteren ar: 
beiten me^t im |ioIie, bie legieren me^t an ber ®rbo6erflä(^e. Kui^ bet Si^roarje 
ft>ed|t emä^ ftd) mit SJorltebe Don Slmeifen, bie er im Sommer aus bem ©rbboben 
^erDorju^oIen wei§, im äSintei aber burdi ^ccftbrung bec Raufen geminnt. 

tat epeÄlt ncftmen bie 3n(elten bun^ SkTi^t, laftfinn unb ÜJe^ar natji- Ob b« 
St^ittfinn bei i^nen übertniegt, ift noi^ nit^t {läitx ausgemacht. 3)ag ben Speisten bie 
feiten Biffen btt forRüdi jitmlii^ inbifferenten Rhagium-, Cobbd»- unb Sirei-Satoea liebet 
(inb, als bie lleinen Sü5fel= unb Boilenläfertoroen, ift nid» in Sbrebe ju fletten. «Hein 
roie eifolgreid^ bie Speiste boi^ aucb gegen Ic^teie ju gelbe sieben, Ratten mir wieber^olt ju 
beobachten Gelegenheit, ms fe^i |d;äbltd|e bitten, melden ber Spe(t)t mit ISifoig na(t)|tellt, 
loDen ^ier nur genannt loerben: Piaeodee piceae, piniphilus, notatuB, harcyniae; Hy- 
leBJQUB pinipeida, micans, poligiapbuB; Tomicos aexdentatoB, tjpographiiB ; Saperda 
carchaiiaa, popalnea u. a. 33eiter!|in Deitilgt bei Si^naigtpei^t bie Saiuen ber ^4ten= 
bodtäfcr (Tetropium luiidum, Lamia aedilia unb aurtor), unb bei giofie löuntfpec^t mei- 
ge(t u. a. aut^ Tomicus curvideuB Germ. aa3 Zäunen ^einuä. ^ai Qtxftiitn btt Smtijett^ 
Raufen (burt^ ben ®i^warilped)t unb bie Stbfvtc^tt) lann aDeibingS, ba bie BmeiFen teil< 
roeife foißlii^ nu^Iic^e Xteie finb, nit^t alS 31u^n in bie SBagtc^ale tauen. Siui bann, 
rtienn bie ^oläjeifiefienben 9iieienamei(tn (Camponotna ligniperdus unb hereuleanus) oer= 
folgt weiben. Ififet (i* Oon einem btbingungflroeilen iliuBen (jiec^en. 

5. $(^IuftIitmcTfun(|. 

Xa§ Snbcefultat unferer üßetrat^tung über bie ©peilte glauben mir ^iemot^ 

bo^in jufammenfaffen ju lönnen, bafi biefe Sßögel bnrcti xtjte auf S8erminbening ber 

3nfe(ten gericfitete lätigteit eine Dorroiegenb nüfifiiiie SRoüe im ^auS^alte ber 9iatur 

fpielen unb baticc Don feiten beS Sotftmanneä ju fct|onen unb noc^ 3Kögfi(I)(eit {u 



3nfe!tcn: «flßcmeine«. 123 

liegen ^) finb. S)er 9lu^en ber @ptd)it n>iegt i^re l^ier unb ha jutage tretenben toali^ 
fentbltd^en ®ei90^n^eiten reic^Iid^ auf. 

3Sxx teilen bie oon Sorggreoe (q. a. £).) au^gefproc^ene 9(nfic^t, bag ben 
Sped^ten unb anbeten nu^Ud^en SSögeln nur bie SloQe ber ^olijei im 9lataxffan^' 
^alte )ufäat. Sie bilben ein gemiffed ^^egengemic^t gegen bie überntägige SSer^ 
me^ung mandftt 3nfelten; fie forgen bafür, ba| ber S^f^^nftanb unter getoö^n^ 
liefen Ser^a(tnif[en ein nte^r ober minber normaler bleibt. !&ied bebeutet, n)ie 93aer') 
ganj rid^tig ^eroor^ebt, ,,eine birefte unb nic^t unmid^tige forftmirtfc^aftlic^e Sei^^ 
ftung". SBie gro| fie ift, lafet fic^ ferner ermeffen. Die ®efa^r, fie ju unterf^afeen, 
ift aber größer atö bie 93efür^tung, ia% fie überfc^d^t toirb. äKan mug ftetd beffen 
eingeben! fein, bag jebe ^nfeltenfatamitöt aud {(einen autod^t^onen anfangen em« 
pormd^ft unb bag rec^tgeitigeiS Sorge^en gegen bie erften $eime ber Sd^toerpunlt 
erfolgrei^en Sorftfd^u^ed ift. Die äßac^tmittel bed SBirtfc^afterd finb aber fo teuer, 
ba| fie meift bann erft in Xdtigfeit treten, menn bie Slotmenbigleit bed föam))fed 
offen f(ar liegt. Die oorbengenbe Arbeit bed Sßirtfc^afterd, bie in bem Streben nac^ 
Aeinlid^leit im SBalbe einen mefentli^en Xeil i^rer 9(ufgabe erfuQt, mug in ben 
©ped^ten i^re öome^mfte ^ilfötruppe erblidten. 3Rit ooDem Siechte erfreuen fi(^ biefe 
ba^er na^ bem für ba^ Deutfc^e Sleid^ erlaffenen $ogetfd^u|gefe| oon 1908 ber 
@d§onung. 

28enn groge Snfeftenlalamitdten eintreten, fo leiftet überhaupt fein S3oge( meljt 
er^ebüd^e Dicnftc. ?ln ©teQe ber SSögel treten bonn bie 34neumonen, lac^inen, 
^ilje unb fonftige 9RiIroorganii$men, um unter ben Staupen auf jurdumen. @d entfpric^t 
bied bem ®efe^e ber Arbeitsteilung, bad toix in ber 9latur überall beftdtigt finben. 



^fünfter Stbfc^nitt 

®d|tt^ gegen 3infeften. 

SSic^tigfie Literatur ü6er prafttfc^e f^otftentomologte: 9ia^eburg, ^uüni Sl^eobor 
(S^riftian; 2)ie gforftin|eften ober ^bbilbung unb ^ef^retbung ber in ben Sßdibem $reu: 
|end unb bei 9lac^barftaaten atö fc^dbltc!^ ober nü^Iid^ befannt geworbenen Snfelten. I. %l 
unbSiod^trog: 2)ieÄäfer. 93erlittl837, 2. «ufl. 1839. II. 21. : 3)ie galter. 1840. HI. 21.: 
S)ie 9lbers, 3*^«i=/ §alb*, SliieJ- unb ®erabfIÜQler. 1844. — 3)etf.: 3)ie Sd^neumonen ber 
Sforitinleften in for|tUd)er unb entomologij(^er SSejie^ung ufm. 3 33be., 93crlitt 1844/48/52. 
©eibe SJBerfe finb fieijlungen erflen SRange«; fie btlben bie ^mnblöge beö fotftcntomologi« 
fc^en »iffen«. — gi^örblinger, §.: Slat^trdge ju SRa^eburg« gorjUnfeften. Stuttgart 
1856. 2. 9{ufl. u. b. X. : £ebendtt?ei{e oon fj^orftlerfen ober 9{ac^tr&ge ^u dia^eburg^ Srorft« 
infe!Un. 2)a{elbft 1880. — $en{c^e(, ^uftaü: ^ie {d^dbUc^en ^orft^^ unb Ob^bauminfelten, 
i^re SebenSweife unb ©elämpfung. 8. ?lufl., ©erlin 1895. — Xajc^enberg, ©. ß.: gorft^ 
wirtfd^aftttd^e gnfeftenfunbe ujto. Seipjig 1874. — ®er|.: ^taftifc^e ^nfcftenfunbe ufw. 
6 Xle., ©remen 1879/80. — Äaltenbod), 3. ^.: S)ie ^flanjenfeinbe au« ber Älaffe ber 
gnfelten. 6tuttgort 1874. — oon »injer, (£. «. «.: 3nfe!tenfalenber. »erlin 1878. 
— 3)exf.: @(ftäbli(^c unb nüflic^e gorftinfchen. «erlin 1880. — 3ubei(^, 3- Sv unb 
^itfd^c, $.: iJel^rbud^ ber mitteleuropdifcftcn gorftinfcftenfunbe Sil« 8. 5Iup[. öon 3- %. 
(5. aiafteburg: 3)ieaBaIbücrberber unb itiregettibc. 2 ©be. SBien 1895. @tn SBcrf erften 



1) Sur ©egung njütbe SSerntditung ber 2reinbe (53aumniarber, ©ic^l^örnc^cn, ©perber, 
^ül^nerliabic^t, ©anberfalfe ufm.) beitragen. — 2) ©aet: Omit:^. SRonat^fdir. 1908, 287. 



124 l^tS S9u[^. @[^u6 fltgnt Xien. 

StangtS, juijcit bie fmDonagcnti^t Stiftung auf biejnn <St&ictc 
gorftinltHen^ SRitteleuiofia«. ^U 91tuauflage Don 3ubei(^^9Ittf(^ 
1914. ~ Ätüfler, O.: Siie ji^äblii^eii gortHn|t[ten auf btr Äieiti 
1903. ~ »üBIin, Cito: Seitfabtn b« goiftinietlenJunbt. 2. Kufl., 
[anb€i;ä, ü. X.: Foreat Entomotogj. Edingburgh and London 
Bolf: Lobelien jur »eftimraunfl tt^äbtl^CT 3n(eften an 5ic5lt unb 
ttld^äbigungen. aSetlin 1910. — geirant, Biltoi; »ie ft^Sbli^ 
unb 5otftmtrl((^flft ulro. SuEcmbutg 1911, — SolIinBe, ».: A 
insects. 89inning^am 1913. 

Sptiiett über Siergallcn: lEcfftein, £.: ^flanjengallen unb ©i 
— 9)arbDu;;, &., unb ^ouaib, €.: $i(febu(^ fUi baB ®amme 
««ütffirflHgiing b« aw^tpflanjen. »erlin ia02. — ^ouatb, H. 
Plaotea d'Europe et du Bbeeiu de la MMiterron^e. Tome I, II. 
(amen, ffiro. 5.: I^ie goDCtcibien. $iuk^ liere erjeugtc ¥flanj(i 
H)ol)ner. 1. Sfig. Stuttgart I9il. — ftüftcr, ffimRt Stit ©aBeii 
1911. — «06, $.: S)K ^flanjenflantn (Uecibitn) 9Ritttl= unb 9to 
unb Siologit unb BcfKmntungtlabcQtn. ^cna I9ii. 

3)ie allgnneinen for[)jcialogtf(i|fn XStrtt finb bntitä auf ®. 
iDOibtn. 

ScfttS tapitet 

1. SttÜung im S^flnn. Hu^rrtr Vau. ^ettf 

5)ie 3nfe(ten (Insecta, Hexapoda) Öiften eine ber Dier 
füglfr (Arthropoda). Sie tiaben etiten aud biei €esmentgii]f)pi 
bec Stuft (thorax) Unb bem Hinterleib (abdomeu) befte^enbcn 
minber ftatren S^itin^fiUe umgebenen ffötpet, atmen biiti^ Ii 
fiaariger SInorbnung am fii)t)f firü^ter unb äRunbtDerlgeuge, an 
unb meift Dier ober jmet Siegel 99ei mani^en ^nfeTten fe^Ie 
ober finb nur nibimenlär ouSgebilbet ^er ^interteib tft bei ben 
im allgemeinen gliebmafienloB, trägt aber bei jo^lieidieit Satoei 
mtntalanEiängen poacige, ber tüortbeioegung bienenbe ^fterfßg 

%\t t^octpflaniung erfolgt foft aiiöfdilie^lic^ bnri^ @tet. 
enttoideft \iä) bie Saroe (larva) unb aiii biefer — bei ben m 
^nfeften unter Sinfdiiebung eineä JRu^ejuftQnbed, ber $uppe (p 
ooltfommene 3nfe!t, bie Smogo, ^aä 2)urc^lattfen ber oi 
lungi&ftabien niitb äHetamorp^ofe genonnt ^e nacfibem b( 
juftanb Dortianben ift ober fe^lt, fprit^t man Bon ootKomi 
tommener älletamorpf)ofe. !Bei ben ^nfeften mit ttoQfomn 
glei(t)en roeber Same nodi ^uppe ber Smogo, löäljrenb bie 3n' 
mener Sßetamorpt)ofe fc^on im Sarttenjuftanbe 39au unb ügefc^a 
beten Snfefteä erhnnen loffen. 

$ra(tif(^ bebeutungäDoü ift im Sntniirfelunglgange ber 
normalen 3}erlauf beSfetben notinenbige Beitbaiier. ^an begeic 
Si unb <Ei ali ©eneiation unb unterfdieibet einfalle ober 
fad)e unb met)r: {iwei*, brei^ ufro.) jährige ©eneratton. 

Sinfad) ift bie Generation etneä 3"M'^' ^^"^^ ^^ S' 
entroidelungSj^Iiu« 12 SRonate brauet. %k einjelnen Untii 



Snfetten: WL^tmtint». 12Ö 

bann in biefent, mit bem fialenberj[a^re jebo^ nic^t jufammenfoQenben, fonbem auf 
itotx ßalenberjia^re fic^ Derteilenben S^itraunte nur einmal ouf. 2)ie einjla^rige ®es 
neration bilbet bei tuettem bie Siegel 

Snfelten mitme^rfad^er (Generation tjoDenben i^ren SnttDtdelungSi^Kud in^ 
ner^alb eines itudlfmonatlid^en S^traumeS i^eimal (» bop))eIte Generation) ober 
no(^ öfterer (= breifad^c, öierfad^e uff. (Generation). ?lm ^äufigften ift in biefem 
SaQe bie iopptitt (Generation; ed fommen bei einjelnen 3itfettenfami(ien aber auc^ 
fe^r ))ielfa(^e Generationen t)or. Sei me^rjal^riger (Generation bebarf bad gnfeft 
iur boUIommenen Sudbilbung )tDei, bret ober mel^r Sa^re. 

2)ie Sd^metterlinge ^aben mit geringen %udna^men (einige im ^ol^ lebenbe 
^anptn uf».) einfache (Generation; ebenfo bie aWel^rja^I ber ftäfer. -- l^opptlit 
(Generation finbct fi(^ bei ber gemeinen ftiefemblattwef^je (Lophyrus pini L.) unb 
mehreren Sor!en!öferarten. (Sinige ®lattlaufe »eifen unter normalen Serl^öltniffen 
eine 9--14fa(^e Generation auf. 8i« jwei Igal^re brauchen bie ^a^tläfcr, ©odföfer 
unb ^oliXot\pm ju i^rer (£nth>idelung, 3—5 ^afyct bie SDtailäferarten. 

Die Generation eined beftimmten gnfelted l^at, toit bie Soi^fc^nngen über bie 
Generation ber Sorlenfafer t)on neuem ben^iefen ^aben, leine abfolut beftimmte Dauer, 
fonbem ift me!^r ober n^eniger berdnberlid§, infofern bie Sntmidelungdbauer bon ben 
Kimatifc^en uni^ S93itterungdt)er^altniffen n)efentli^ beeinflußt toirb. ^öl^ere SEBarme^ 
fummen befd^Ieunigen bie (SuttoidCelung unb Derffirgen fomit ben SntmidelungSjeit« 
räum, toö^enb umgelelirt raul^ereS Sfitma unb ungünftige SEBitterung Verzögerungen 
ber Generation jurgolge ^aben. ^n einzelnen atö ,,Über]a^rigfeit'' bezeichneten 
Sätlen verlängert ftc^ bei beftimmten S^f^Itenarten bai$ $u^penftabium in augerge^ 
mö^nlic^er SBeife. 

S^arafteriftifd^e unb für ben ^jraftifd^en Sorftfd^u^ tt)ic^tigc SKomente im Se* 
bcn^bilbe ber einzelnen S^^feftenart finb weiterhin noc^ Slugzeit unb fibertoin^j 
terungdftabium. 

Unter Flugzeit öcrfte^t man bie gort))ftanzung3periobc. Sie ift öerfd^icben 
bei ben einzelnen S^ifcftenarten unb ^angt, ba bie Sßarme einen me^r ober minber 
erheblichen (Einfluß auf bie Steifung ber Genitalien nimmt, ebenfaDd t)on ben Kima^ 
tifc^en unb 2Bitterung$)}er^dItniffen ab. 

Die Überwinterung lann im (SK £art)ens $uppen« ober Smagoftabtum 
gefc^e^en. Unter normalen äSer^altniffen l^at jebe Snfeftenart i^r beftimmten Über^ 
minterunggftabium, unb biefed @tabium ift naturgemäß unter ben t}erfc^iebenen ^U 
midelungi^ftabien ba^ am löngften anbauernbe. Die 3citbauer ber übrigen nid^t über« 
mintemben Sntmicfelungdzuftönbe ift t)erfc^teben. 81m lürzeften ift in ber dtegel bad 
Smagoftabium. Sür bie ßafer unb manche Gattungen anberer Snfettenorbnungen 
trifft biefer @a^ in feiner aQgemeinen Raffung nid^t zu, n^eil bti i^nen baS fiber^ 
wintern im audgebilbeten 3nftanbe eine ^öuftge Srfd^einung ift. Die langlebigften 
3nfeften finben fid^ bei ben gefettig lebenben öberftüglcm, ben 83ienen unb ?lmeifen. 
$ier gibt ed 4—6 Saläre oft werbenbe gubiöibuen. ^m attgemeinen mirb bie Se? 
bendbauer ber einzelnen 3nfe!tenort öon ber 5ort))flanzungStätigIeit mefcnttic^ beetn^ 
flußt. Die SSottzic^nng ber Gcfc^Iec^tgfunftionen bejd^leunigt gemeinhin ben lob beS 
liereg, mobrenb bie (Sntziel^ung ber 3RögIid^fett zur gortpflonzung fein Seben uer* 
löngert. 



126 ®tfteiS $Bu(^. @(4u^ gegen ^iere. 

Sie Se^re öon ben 3«^^^" Reifet: fterfle^rc ober (£ntomo{ogie>) S)cr 

Sorftfc^u^ ^at e^ natfirlid^ nur mit ben Sorftinfeften ju tun, b. ^. mit benjeni« 

gen gnfeften, bie bag ©ebetl^en unb bie Srau^borleit ber $ot)getDa<i^fe in irgenb^ 

einer Slid^tung bireft ober inbireft beeinjiuffen. 

(Einen birelten (Einzug auf bie ^ol^gemdci^le üben bie forftfc^dbtic^en 3nfeften bunl^ 
^efreffen ober IBerj^e^ren getoiffer ^flanjen- ober ßaumteile aud. ©olc^e Kerbtiere finb 
ftetd me^r ober weniger fc^äDlic^. ^er inbirelte (Sinflug befielet barin, bag geoiHe ^n* 
jeften anbete befriegen unb töten, ^t nac^bem fu^ btefe ^ötigfeit auf forftfc^abltc^e ober 
forftnü^Ud^e $Crten erftredt, finb bie Xätei aU nü^Iic^ ober f^fiblic^ ^u bejetd^nen. 

S)ie gro|e SBic^tigf cit ber gorftinfeften für ben Sorftmonn, ber enorme ©c^* 

ben, ben „biefe Meine, ober mächtige ?ßartei im ipauöl^att ber Statur" (MofemSfetcr) 

bei Über^anbna^me im 93albe anjuric^ten t)ermag, in SSerbinbung mit ber Xatfad^e, 

bag fie n^egen i^rer Sleinl^eit unb Derftecften Seben^n^eife weniger gu &t\xdft lom^ 

men atö bie im SBalbe lebenben SSirbeltiere, unb bal^er aud^ meniger leidet f>ttaxnp\t 

unb ■t)erminbert toerben f dunen, machen ed nötig, biefer Xiergruf^^De eine oudfü^r« 

liefere Se^anblung guteil toerben ju laffen. 

^ie Kenntnis ber 9Ror)):^oIogie ber Snfeften »irb l^ierbei ooraudgefe^t. Sele^rung 
l^ierüber erteilen bie @. 128 f. genannten SBerfe. ^ugerbem tft fleigigeiS Sammeln unb IBe- 
obac^ten ber ^^nfelten im SBalbe erforberlic^. 3um „@e^enlernen'' ^aben entomologifc^e 
d^^furfionen anzuleiten. Über Xdten unb nieitere ^e^anblung (%n{|)iegen, Sludblafen ber 
9%aupen, ^(uffteden unb ^norbnen) ber gefammelten ^ufelten, Einlage lytb ftonferbierung 
ber Sammlungen geben bie ^üc^er oon ^tageburg, 92it{c^e uf». ^inrei(^enbe $luf{(i^lüffe. 

2. <Sintetlttng. 

9Kon !dnn bie 3nfeften enttoeber nac^ ber Sef^affenl^cit i^rer ßörperformcn 
gru^)picren (morp^otogifc^e ®inteitung) ober noc^ gemiffen gemcinf amen ®cfid^t§^ 
^junftcn ^infic^ttid^ i^rer Seben^locife (biotogifc^e ffiinteitung). 3« ber miffenf(!^aft' 
liefen ©ntomologie ift nur bie mor^j^otogif^e ©ruppierung bcred^tigt, öom ©tanb^f 
punit be« gorftf^u^cg ober bietet bie Hnorbnnng ber 3nf^ftcn w^c^ biologif^en SKo- 
mentcn oielerlei bei ber SeKmpfung ber ©d^äblinge gu beot^tenbe gemeinsame 309^- 

A. 9tQtpiQU%\iHt tinteilnng. 

S33iffcnf^oftti(^e 3w^ft^i*f9ft^TOC finb juerft öon Sinne unb gobriciu^ ouf^ 
geftettt morben. 3^*^^^ f^Bte l^ierbei bie gl üg et aU ©ouptmerfmol ini? Äuge, biefer 
hingegen bie ajiunbteite. SBerben oufeer beiben SRerfmoIen noc^ bie Art unbSBeife 
ber Snl^eftung ber SSorberbruft (Prothorax) an SRittct unb ^interbrup, fotoie bie 
Art ber SJRetomorp^ofe bei ber ©inteilung berüdjt^tigt, fo ergibt fi(^ folgenbe C^o«» 
ra!teriftil: 

1. ®xvippt: 3nfeften mit ooUIommener SSermonblnng (Insecta holo- 

metabola). 
a) aRunbtecrIgeuge fouenb (beifienb). 
I. Drbitung. ftöfcr (Coleoptera). 
SSier glügcl*), bie SSorberftügel ^ornigc ober leberortige 3)e(fen, bie hinter* 

1) 2)te S3eaeirf|nung „3nfeftologie" ifl, »eil fie ^alb loteinifc^ (insectam), l^alb 
griec^ijd^ (Xoyog) gebilbet ijl, nic^t ju empfehlen. 3)og SSort „Entomologie" ift gang 
aus bem ©ried^ifc^en abgeleitet (fyroftov == bo« ©ingefd^ntttene, ©eferbtc). 

2) @d gibt ouc^ einige ber Unterflügel entbel^rcnbe Äfifer. 



3nfehen: W^tmtxnt^. 127 

ftügd bünn^ätitig, in ber JRu^e tang»^ unb quergefaltct unter ben glügdbcden öcr* 
borgen. Prothorax frei bettjegüdö^ ftarf entwidett. gü^ler fe^r öerf trieben geformt, 
tettoeifc gebrodien, öu« ©c^oft unb ©eifeet befte^cnb. güfee 3— ögliebcrig. — Sar- 
t)en oon fe^r ungleicher ®eftalt, fe^^beinig ober beinto«, faft ftetä mit dornigem 
Ropfe unb meiftenö mit $un!taugen.*) — 5ßu<)pcn frei, bisweilen in einem fiofon 
ober in ^uppenroiegen. 

II. Drbnung. SRe|fIügIer (Neuroptera). 

aSier gteid^ariige, bünn^autige glügel, Don sol^Ireic^en Äbern nefeförmig burc^* 
jogen. Prothorax frei betoegli(^. SPunftougen gröfetenteifö öor^onben. gü^Ier gewö^m 
üä) oielglicberig. gü^e fünfglieberig. — Soröen toeic^, fe^«beinig, mit beifeenben 
SKunbteilen, einige mit ©ougäongen. — Üßuppen frei, ^aupg in einem fio!on. 

b) 9Runb»erfjeuge fauenb (betBenb) ober lauenb unb jugleid) faugenb. 

III. Drbnung. äberflügler (Hymenoptera). 

93ier bünnl^äutige glügel. f^jörlic^ tion Äbern burc^jogen (1—14 Setten); bie 
$interflüget ftetä Heiner aU bie SSorberpügel. Prothorax fd^mal unb wenigften« auf 
ber SRüdenfeite mit ben übrigen ©ruftringen öertoa^fen. gaft ftet« brei ^unftougen 
ouf bem ©d^eitel. gfi^Ier nac^ gorm unb ©licberja^t fe^r öerfc^icben. güfee 4 bi« 
öglieberig. — ßatöen entmeber njei| unb bann beinlos (SDlaben) bjnj. fc^^bcinig 
ober bunt unb mit 8, 18, 20 ober 22 Seinen (Sfterraupen). — 5ßuppen frei, fe^r 
l^äufig in einem ßolon. 

c) Si^unbroerlseuge faugenb. Prothorax ringförmig, mit ben übrigen IBrufiringen oerroac^fen 

IV. Drbnung. Schmetterlinge (Lepidoptera). 

SSicr häutige, gonj ober teilkoeife mit farbigen Sd^u<)pcn bebedte glügel. 3Runb^ 
teile itt einem fpiralförmig einrollbaren @dugrüffet oerlängert; mitunter smei^unft^ 
äugen. gü^Ier öon üerfc^iebener (Seftalt, öieigfieberig (bi^ 60 ©lieber ent^altenb). 
gflfee öglieberig. — Saroen (»aupen) waljcnrunb, 10, 14* ober 16 beinig, mit 
dornigem föoi}f unb fauenben SKunbteilen. — "^npptn bebedt (ma^fiert), ^dufig in 
einem ^ofon. 

V. Drbnung. 3tt)eiflügler (Diptera). 

3tt)ei bünn^autige, f^jarficft geäberte glügel; ftott ber ^interflüget fog.Sc^wing^ 
fölb^en.*) 3Runbtci(e ^aufig ju einem nic^t roübaren @aug= ober ©tec^rüffel oer* 
wac^fcn; Äopf frei, mit großen Slcfeaugen. gü^Ier au§ brei ober me^r ate fed^^ ©lie^ 
bem befte^enb, mit ©orfte. güfee fünfglieberig. — Saroen (ÜRaben) beim, meiflen« 
aud^ fopflo«. — $uppen frei, in ber erftarrten SJtaben^aut (lönnt^enpuppen) ober 
S)lumien^)uppen (mie bie ber ©d^metterlinge). 

2. Oru^jpe: 3nfeften mit unöollfommener SSerttJanbtung (Insecta 

hemimetabola). 
a) Si^unbtDerf^euge fauenb (beigen b). 

VI. Drbnung, ©erabftügler (Orthoptera). 

Sier glügel; SSorberpgel leber^ biö ^jergamentartig ober ^äutig; ©interpügel 



1) €Jlei(^bebeutenb mit „?5unItQugen" fmb bie ?lu«bräc!e „S^ebcnaugcn, Daetlen" (ocelli). 

2) ^e 6(l^totnglölbcf|cn (Lalteres) fd^cinen, wie man au3 ber eigentümlichen Änorb= 



128 Q^lted »u^. @(^uft gegen Xiere. 

ftetö l^aiitortig unb in ber Stu^e ber Songe nad^ fad^etfötmig gefaltet. Protborax 
frei bemeglid^. gü^Ier lang unb )}ielglieberig. Sü^^ 2— 5gHebeng. 

VII. Drbnung. Sc^einnefeflügler (Pseudoneuroptera). 

SSter gleichartige Stügel, jart^öutig, burc^fi^ttg, ne^rtig gegittert, in ber 9hi^e 
meift ni^t }ufammenfalt6ar. Prothorax frei 6en)eglid^. Sudler ungleich lang, borften- 
btiS faben« ober l^erlfc^nurforntig. %üit 2— öglieberig. Sarüen teitö auf bem Sanbe, 
teitö int SBaffer lebenb, im festeren SaQe bur^ Xrad^eentiemen atmenb. 

b) tRunbtterf^euge fangen b. 

VIII. Drbnung. Sc^nabellerfe (Rhynchota). 

SSier Slfigel mit tuenigen Slbem ober ganj flügellod; bie SSorberflügel entmeber 
gonj leberartig ober am ©runbe kornartig unb an ber &pxi}t ^öutig ober gan) ^u^ 
tig, bie ^tnterf(flgel ftetd ^äutig. Prothorax frei bett)egtid^. SO^unbteile aui^ einem 
faugro^rartigen, meiftend an bie Sruft anlegbaren Stec^röffel, bem fog. Schnabel 
befte^enb. güfee 2— Sgliebcrig. 

gebe etnjelne Drbnung mirb in Samilien eingeteilt; jebe gfamilie jerfäDt 
n)eiter in Gattungen, ju jeber ©attung gehört eine größere ober geringere VLm 
gaf)t öon Arten. Slufeerbem »erben häufig nod^ Unterorbnungen, Unterfamilien, 
Untergattungen unb Sarietaten unterfd^ieben. 

R. Sinlogifile dinteilnng. 

3n erfter Siuie bürfte ftc^ bie Unterfc^eibung t)on f orftnü^lid^en unb f orft« 
fd^äblic^en ^nfelten empfehlen. 

3n bejug auf bie festeren laffen fii^ meiter folgenbe ®efi(^td))unle annehmen: 

1. 2)ad Sorlommen )e nac^ ^oljartengruppen ober eingetnen $oI}arten: 
Slabel^ol}« unb Saub^oljinfeften unb innerl^olb jeber @mppt: Sichten«, ^efem^ 
lannen^^, Sörd^eninfeften ufto., ober Su^en^^, ®ic^en^, Sirfcns, SSeibeninfeften. 

2. ^er Sc^äbltd^Ieitdgrab: fe^r fc^abli^e, merflid^ fc^öblic^e unb unmerf« 
lic^ fc^ablid^e gnfeften. 

3. 2)ad ^otjalter: 93eftanbdt)erberber ober ^Iturt)erberber. 

4. Die befreffenen Baumteile: SBurgeK SRinben*, 4>oIj^ ßnof^)em, Irieb*, 
Slfiten^ Slatt^, Sruc^tbefc^äbiger ufm. 3)ur(^ ben Srag mancher Snfetten (&atl^ 
»efpen, (Ballmficlen ufto.) werben Deformitäten (©allen) tjon — je nac^ Arten — 
feljr Derfc^iebener, aber für bie Sptiitd c^aralteriftifc^er ©eftatt I|ert)orgerufen. 

SBir n^erben im na^fte^enben nü^Uc^e unb fd^äblid^e Sotftinfetten untere 
fc^eiben. Den nü^Uc^en foQ aber nur eine furje Setra^tung unter ben ju fc^onenben 
Snfeltenfeinben (f. meiter unten) gen^ibmet merben, loö^renb bie fc^ciblid^en S^fdten 
in f^flemotifc^er 9norbnung nac^ ^auptföd^Kc^en föennjeic^en, Sebendn^etfe, forjHid^em 
SSerl^alten unb 8e!ämpfung befproc^en »erben fotten. Die DorfteDung fott b^r wirt= 
fd^aftlid^en Sebeutung beiS einzelnen @c^abling^ angepaßt, b. f), um fo audffi^rlic^er 
gehalten merben, je n^ic^tiger bad in S^age lommenbe S^feft ift. 

nung ber in i^nen oerlaufenben 3ltxt>tn fd)Iifgt, aU @inned<®f^ör')a^parat 5U firnftio« 
nieien unb augerbem beim f^Iug für bie Sr^altung bed Q)Ieid^getot(!^ted S3ebeutung gu ^aben. 



3n{clten: Siagemeine«. 129 

99ei bei SSenennung mirb ben t)on 9litf c^e bjm. 91 ü glitt vertretenen ®runb^ 
fä|en gefolgt unb, fotoeit e8 angängig ift, bie Beibehaltung ber in ber forftlid^en 
$ra£id eingebürgerten @(attungdnonten beobachtet toerben. 

* 

3. »erfereitttng ber 3nfrlten. 

@d fomnten ^orijontate unb t>txtxialt SSerbrettnng in Betraft. Sei ber 
^orijontaten Verbreitung ber S^fcft^t laffen fic^ fefte (Srenjen, tt)ie bei ben^flan- 
^en, nic^t jie^en. ^er giperung fog. Snfeftenlinien fte^en bie toerftedte SJebeniJs 
meife, femer bie Drtdben)eg(ic^feit unb bie Satfac^e bed SBanbemiS mancher gnfelten 
(i^eufd^recfen, SibeDen, mand^e Schmetterlinge ufto.) entgegen. 2Ran lann jeboc^ 
fagen, bag im aQgemeinen eine Slbna^me ber Slrten unb SnbiDibuen nac^ 9torben 
ftattfinbet. 3« ®eutfc^Ianb mac^t fid^ befonber« ber Unterfc^ieb jioifd^en Dften unb 
SSeften in bem Sinne einer Swnol^me bemerfbor. Übrigeng jeigen fic^ be^üglid^ ber 
Verbreitung, ie nad^ 3nfeften«Drbnungen, mand^e SSerfd^iebenl^citen. 5Die ßöfer j. 95. 
gelten t)erl^a(tniiSmagtg am n^eiteften nac^ 9lorben unb Dften. 

93eifpiele fflr ^ttfeftenareale: ^ie Sfc^en^tfabe fommt nörbltc^ t)om SRaine nic^t 
mel^r toor. 2)ie ößlii^e ©renje fflr ben (£tc^en|)ro5ejrtondfpinner bilbet bie Ober; hingegen 
tritt ber ^fem|)ro5ejfiondfpinner namentlich im nörblic^en unb öfttic^en 2)eutfc^Ianb auf. 
S>tx SHotfc^manj ift mel^r im ißorben (Snfel flögen) unb SBeften ein^eimifd^. 2)te ^rac^t« 
föfer mad^en l^a^ere $(n{prüc^e an SBätme, ftnb ba^er me^r im tueftlid^en unb fflbli(^en 
l)eutfd^Ianb tierbreitet. 

S5ie t)erti!ale Verbreitung ^dngt in erfter Sinie mit ben Verbreitungggrenjen 
ber t)on ben ^nfelten befallenen SSJalbbdume unb Ströuc^er jufammen, bann aber 
auc^ mit ben Stanbort«* unb SBitterungSöer^aftniffen. 

^ie meiften Snfeften betjorgugen bie »ärmere Sbene unb ba« ^ügetlanb, ju« 

mal bie fanbigen Sobenarten, tocrc^e baö ^eimat^gebiet ber ffiefer bitten. SMine* 

ratifd§ arme Söben, burc^ Streured^en entfröftete, fommertid^e Sagen, Sroftlagen 

unb fonftige ßrtlid^feiten mit bürftigem ^olgtoud^fe finb natürlid^e ^nfeftenl^erbe; 

fie bebfirfcn ba^er ber forgfältigften überwad^ung üon feiten be^ gorftmirtg. Slac^ 

ber ^öl^e }u nimmt bie 9(nga^I ber 9(rten unb 3nbit)ibuen beträ^tßd^ ai, @d gilt 

bieg namentlid^ für bie Schmetterlinge, bereu Verbreitung überhaupt t)on ben meteo^ 

rotogifc^en Ver^öltniffen am meiften beeinflußt ttjirb. hingegen fteigen bie Räfer 

im ®ebirge }iemlid^ ^od^ hinauf. 

Unter ben SHiffel« unb S3orIenMfem gibt ed einzelne ^rlen, bie man gerabegu aU 
@ebirgginfeften be^eid^nen fann, g. ^. Otiorhyuchus niger Fabr., Tomicua cembrae Heer., 
Hylastes glabratus Zeit. 8lu(^ bie Chermes-Strten fleigen big 900^1000 m empor. ^) 

4. «ufent|altgort. 

2)ie Slufent^altgorte ber Snfeften finb nad^ (Sntmideluttggftufen unb Sa^reg^ 
jeiten fe^r ))erfd^ieben. 3Ran finbet bie S'erfe batb über ber 6rbe an unb in $oIj^ 
gemäd^fen bgU). anberen ^flangen, balb auf ber (Srboberf(äc^e, balb im Voben. 
Slantenttic^ ift eg bie Übertointerung, bie bag 3nfelt bti Dielen Strten unter bie Vo^ 
benbede, unter Vaumrinbe ober in fonftige Verftede fü^rt. 

3n ber {Regel l^alten fi^ bie 3nfeften in ber SRäl^e ber gragobiefte auf. SRanc^e 
Srten ma^en aQerbingg me^r ober weniger toeite 93anberungen — mitunter aud^ 



1) ©e6: ßbl- f. b. gef. g». 1876, 639. 



130 ^M ^^4- ®c^u( gegen %ittt. 

uitfrcttotttige, tocnn fie bur^ Sturme öerfc^Iogen toerben — , jebo^ festen pc gc« 
toö^nlic^ regetmägtg tuieber tit tl^re SBo^itungett jutüd (}. 9. Sienen, 9(metfen ufto.)- 
SDBeitcr ift noc^ ber einjelnen gälle gu gcbenfcn, in bencn urfprüngtici^ in 
fernen Sänbcrn ein^eintifc^c Kerbtiere burc^ ben IronÄport ber 9lö]^r^)Panjen ober 
fonfügen Sla^rfubftangen in unfere (Segenben gelangt jtnb unb fi^ bafetbft unter 
i^nen jufogenben Sebingungen fortget)fIanjt ^aben. 

93eitpieU: ^et ^ocffäfer Callidium pjgmaeum Fabr. ift in SBeinfagteifen aud 
SBeiben ober (Sieben gu uniS gefomnten. SReÄtere L^ctas-^rten entflammen neul^oQänbi« 
fd^en folgern. a)er öerbctblic^e (Solorabofäfer (Doryphora decomlineata Say) ift 1876 
mit ^artoffelfenbungen aud ^^orbamerila ^u und gelongt, bie SRebloud (Phyllozera yaata- 
trix Planch.) in amerilanifd^en SBeinftöden ufto. 

5. eetorglii^tcit. 

9(uf Slrt unb @c^nelltg{eit ber 93eh)egung lägt fid^ fd^on aud bem mor)7^o^ 
logifd^en Sau ber ^nfeften, namentli^ aud ber Sefc^affen^eit ber ©angmertjeuge, 
f(^üe6en. ®S gibt Snf^tten ntit ©d^reitbeinen (SaufKfer), S^jringbeinen (Srbpö^e), 
©rabbeinen (SBerre), ©c^toimmbeinen (SBofferfäfer) ufttJ. 

Sie 3ntagined laufen ober fliegen. 2)er Sauf ift enttoeber rafc^ (Carabus) ober 
tangfam (Cerambyx). ©bcnfo ift ber %\uQ entmeber fc^nett (Aeschna) ober tang* 
fam (Melolontha), cnttoeber tauntelnb (Papilio) ober fd^toebenb (Syrphus), ent^ 
ttjeber weit (Sphinx pinastri L.) ober hirj (Gryllus). ®ie SBeibd^en (?) finb 
wegen i^red ntit ®iern angefüllten Hinterleiber fletd fd^werfattiger oö bie aWdnn^ 
c^cn (cT). 

Die ©etoeglid^Ieit ber ßaröen l^dngt toefentüc^ tjon ber än^a^I i^rer ©eine ab. 
äBenn biefe überhaupt fehlen, ift eine Örti^bemegung nur burd^ Krümmungen bed 
ßörperd möglid^. 3n fold^en gaQen ftnben ftc^ am £ark)en!örper aber Dielfac^ mit 
Hafen ober 2)omen öerfe^cne glei|d^äa^)fen, florier d^itinifierte Äriec^fd^toieten, ^aact 
ufio., bie bie Sortbetoegung erleichtern. Siele 9lau))en unb Sarüen unterftü^en il^re 
83etoegungen bur^ @))innen; j. 93. bie ber @))inner, mancher ©panner unb äBidler, 
ber ©cfpinftbtattmefpen ufm. 

6. ^ra§. 

2)ie S^feften mit ooUfommener SRetamorp^ofe f^aben entmeber 

1. nur ofö Smago (Hylobius abietis, PbyllobiussSIrten, Lytta vesicatoria, 
Vespa crabro) ober 

2. nur aü SarDe (aQe ©d^mettertinge. Sie kalter ernähren fid^ fömtß^ nur 
oou Blutenhonig) ober 

3. foioo^I atö 3mago toie al« Saröe (SRaifäfer, üiele {Rüffelfäfer, atte 8or^ 
fenfäfcr). 

Sei ben Snfcften mit unüonfommener Serloanblung, bei bcnen ein ßu« 
ftanb ber Stulpe ($ttp))eniuftanb) üitxffanpi fel^It, frigt auc^ bie a(d St^mp^e be^ 
eic^nete leftte Sartjenform. 

Sie ©efröfeigfeit ber Saröen ift bei beiben ®rupt)en eine auScrorbentlid^ ö^ofee, 
t9 gibt Sarten, bie täglid^ bad SRel^rfa^e i^red eigenen ©etotd^teil^ ju fi(^ nehmen. 

5n bejug auf bie gralobjefte unterfd^eibet man, je nac^bcm bie 3nfelten 
animatifc^e ober Degetabitifc^e ßoft annehmen, 3oot)^agen unb $^^to))^agen. 



Snfeftcnr Mgemeiited. 1 31 

®ie in bie crfte Äategoric gc^ftrenbcn gnfcftcnartctt ftnb forftnüfelt^; bic ^ßflanjctt? 
treffet ftnb l^ingegen nte^r ober weniger forftfc^äblic^. 

3n bcjug onf bic ©tetiglett in ber Äu^toal^I bcr gra^gcgenftänbe fann man 
bie ?ßf[onjcn freffcnben Snfeften ote SRonopl^agen, ?ßol9|)^agen ober ^anto^ 
plagen bejeic^nen. 2)ie SRonopl^agen befallen nur eine befHmmte ^oljart ober 
menigften« nur eine geroiffc (&xuppt tjon ©olgarten, j. ©. nur bie Soub^ ober nur 
bie giabel^öljer. S)ie ^oltfpf^aQtn ge^en Saub^^ unb Slabel^ölier an; i^re 3a^I 
ift befd^rönfter. Die ^antop^agen enbli^ bergreifen fid^ nic^t nur an ©oljge« 
mäc^fen, fonbern auc^ an lautem; il^re Qaf)t ift am Heinften. 

Äu(^ bei ben lierfreff ern jeigt fld^ bie (Srf^cinung ber SKono* unb ^ol^^^ 
p^agie bid gu einem gemiffen (grabe. SSiele @(i^maro|er befaQen j. 93. nur ben 
ßiefemfpinner, anbere nur bie Stonne ufttJ., eingelne fogar nur einen beftimmten 
3ujionb i^rciJ SBirte« (j. ®. nur ben (SU ober SarDen* ober ^ßu^jpenjuftanb uftt).). 

3)ie Unterfuc^ungen über bie SRonop^agie unb ^oli^pl^agie ber Snfeften ftnb nod^ 
lange nic^t abgefc^Ioffen. ^ie bid^erige Slnna^me ftrenger Wtonop^a^ie hti betfc^tebenen 
Snfeften x\t burti^ neuere iSrfal^rungen bielfac^ er((^ftttert n^orben. Tomicus typographus 
L. unb T. amitinus Eichh., bie frül^er für ouiJfc^UeßHc^e 2ric^teninfeften geilten würben, 
finb g. 16. auc^ an liefern unb Sdrc^en gefunben toorben; Hjlesinas piniperda L. fommt 
nic^t nur an feiner SJ^utterpflonge (kiefer) oor, fonbern au^ an Stellte ufw. ^ie ^tol'^ 
ac^tungen in ber angebeuteten ^ic^tung ftnb niti^t leicht unb werben burc^ berfd^iebene 
Umftänbe erfc^wert, g. S3. burc^ bad berf^iebene ^^erl^alten eines unb beiSfelben ^nfelted 
in ben einzelnen (^twidelungSguftönben (im einen 3uftanbe pol^pl^ag, im anberen mono^ 
P^<>g)/ femer burd^ bie ^bweid^ungen in ber Sebendwctfe gwifc^en ben gum Se^ufe ber 
IBeobad^tung eiiigeferferten unb ben im freien lebenben Werfen ufw. Xie meiften IBeobacf)« 
tungen ftnb btiS^er an Schmetterlingen gemacht worben. 

S)ie Slabell^ölger teiben im atigemeinen unter bem ^nfettenfrage me^r ate 
biefloubl^öljer. leite belierbergen fie me^r unb fc^abli^ere Hrten, teite fe^tt i^nen 
bad 3(ud^eiIung§oermögen bgm. bie gfdl^igleit, befreffene unb abgeftorbene Xei(e in 
ber äBetfe n)ieberguerf e|en , n>ie bie Saub^öfger ed gu tun vermögen. Die meiften 
Snfeftenarten befallen bic tiefer unb bie gid^te. 3n erfter fitnie finb bie reinen 
Seftdnbe bicfer beiben ©olgarten bem Srafee au^gefefet. Unter ben ßaub^ötgern toer^ 
ben mo^I @ic^e, Rappeln, SBeiben unb S3uc^e am meiften ^eimgefuc^t, n)eniger 
Sirfe unb ®rle, noc^ weniger ©ornbaum, St^orn, ®fc^e, am njcnigftcn SRobinie, 
®Iebitf^ie, SRauIbecrbaum, SBatnufe unb Platane. Stur im gang trocfenen 3uftanbe 
leiben bie an britter StcQc genannten Saubpiger ebenfo n?ie bie Dörfer genannten 
©otgarten burd^ Snobienfra^. 

UnterbrüdfteiS, fämmembed bgm. bereits anbermeitig befd^öbigted unb batier 
Iranfeinbed $oIg mirb Don ben Snfeften im aQgemcinen lieber angegangen ald 
gefunbe«; toenigftend gilt bicfer ©a^ für ftärfere Stämme mit borfiger Slinbe. Da* 
^er mirb bie Snftebclung unb S3erme]^rung forftf^äblic^er ^nfelten bur^ ©ipfel- 
bürrC; SÜinbcnbranb, 83aumt)erle|ungen toit ©dualen unb Slingcln, 9lauc^befd^&bi^ 
gungen, fe^lerl^afte flftung ufm. begünftigt. Dieienigen Wirten, meiere aui^f^lieglic^ 
in obftcrbenbem, abgeftorbenem ober gar faulem ©otge leben, g. 83. Lucanus cer- 
vus L., öiele Anobium:« unb Cerambyx*8trten, finb in forftlic^er ^infid^t ol^ne ^t^ 
beutung. 

aWand^e 3nfe!ten befatten augfd^liefelic^ ältere a3eflanbe (53eftanb^t)erbcrber, 
g. 83. Tomicus amitinus Eichh.); anbere gc^en nur an junge« $olg (ftulturöer:* 
berber, g. 83. Hylobius abietis L.); nod^ anbere greifen Alt* unb 3ung^ölger an, 

9* 



132 <^ed ^u(^. Sc^U^ gegen Xiete. 

unb iivar enttueber mit ober o^ne S9et)oriugung getpiffer Witxüla^tn (j. S9. Ujie- 

sinus piniperda L.). 

®er %xai erftredt fi(^ auf bie SBurjeln (Gryllotalpa vulgaris Latr., Melo- 
lontha valgaris Fabr. im Sart^eniuftanbe), auf bie SRinbe bjm. ben Saft ber Schafte 
unb Sftc (bie meiften Tomicus- unb Hylesinus^artcn), auf bie ^oljfubftanj 
felbft (Xyloterus lineatus Oliv., bie Sirex-, öietc Cerambyx^Ärten), auf bicSIat^ 
ter 6}»). 9iabeln (bie Ohrysomela^Vrten, bie meiften @(^metterlingdrau))en), auf 
bie ftnofpen (Grapholitha turionana Schiff.), auf bie Slfiten bjtr». ®lfitenteilc (An- 
thonomus pomorum L.), auf bie S^'Üc^te (Balaninus nucum L., Carpocapsa pomo- 
nella L., Grapholitha strobilella L.) ober auf mehrere 83aumteile gugtei^, ^. S. 
auf 93aft unb 9Rar! (Hylesinus piniperda L.). äRanc^e ^nfelten erjeugen burc^ 
i^r @ted^en unb @augen SSerlrfimmungen ober äRi^bilbungen an Slftttentp 
Iricben, f^rüd^ten ufm. (Cynips-, Aphis-, Cecidomyia-, Chermes-, Coccus-Ärtcn). 
2)iefe Schaben faQen jmar lei^t ind 9(uge, ftnb aber uur t)on untergeorbneter 6e^ 
beutung. 

7. SRenge. 

®ie 8ai)l, in toeld^er bie gorftinfeften auftreten, ift bei manchen arten be^ 
fc^ränft, bei anberen hingegen unter gewiffen Umftdnben fel^r grofe. gm SKaffen^ 
auftreten mancher gnfelten läfet fic^ fogar eine gctoiffe ?ßeriobijitot beoba(^ten, bie 
tool^I mit SBetterperioben in Sufammenl^ang ju bringen ift. 

®lü(Hic^ertt)cife gehören bie frud^tbarften gorftinfelten (^flonjenläufe) nic^t ju 
ben fd^öblid^ften. gm 3)urc^fc^nitt {ann man bie Sierja^l ber ]^ert)orragenb fc^db^ 
liefen 3nfcften ouf nur etnja 100 — 300 ©tüd tjeranfc^Iagen. SSäcfentlic^ auf bie 
SSermeljrung mirfen namentlich toarme SBitterung unb reic^Iid^eS Srut? unb Srag« 
materiat (öiel fränfeinbc« $oIj, SBinb^ unb ©c^neebrüc^c). Unter folc^en Umftänben 
geigen 3nfe!tcn, bie für getoö^nli^ in nur bef^eibcner SKcngc auftreten, eine örtli^ 
recftt auggebe^ntc SKaffenöermel^rung. Übrigen« muffen aber öicic meteorif^e unb 
fonftige SRomente jufammenttJirfen, um eine fold^c SSerme^rung ^cröorgurufen. äud^ 
!ommt fie nic^t leicht burc^ eine einjige günftige ©aifon juftanbe, fonbern oft erft 
burd^ }met ober melirere aufeinanber folgenbe günftige S^ü^jal^re unb @ommer. 

2)ie meiften gefeiten leben e infam (solitariae); manche iebod^ (j. 93. bie Sie« 
neu, Slmeifcn, getoiffe äBcfpen) vereinigen fid^ ju großen ©cfellfd^aftcn (sociales), 
in »eld^cm galle eine ^öd^ft tounberbare, auf bem $ringit)e ber Arbeitsteilung bc* 
ru^enbe Drganifation ftattfinbet. 

8. flforfHi^e 8ebeutung ber ^nfeften. 

3e nad^bem bie im SBatbe lebenbcn 3nfeften unferen toirtfc^aftlic^en 3ntereffen 
förbernb ober ^emmenb gegenüber treten, bejeid^nen toir fie ate nüfelid^ ober f(^äb* 
lic^. SRu^en unb Schaben finb birelt ober inbircft. 5ßad^ ber 2lrt unb SBeife »ie 
bie Snfeften baS ®ebei^en unb bie SSermenbbarleit ber ^oljgetodd^fe beeinfluffen, ifl 
ber Siufeen ber gorftinfeften meift inbireft, ber Schaben aber üorwiegenb 
bire!t. 



Sfnfelten: fiagemeine«. 133 

A. mWäit %QxfliinUfttn. 

Qu i^nen gehören, tpie f^on o6en ermahnt tuurbe, aox allem bie t)on tierif^er 
Stuft ftc^ nä^renbcn 3nfc!tcn; pc nü|cn inbtrelt, ipcti fic ixtS^V- «»b bie forft^ 
fc^äblic^e Zätigteit ber $panjenfeinbe beeittträ(^ti9en. ®ire!t nüfelit^ — burt^Siefe« 
rung tjertüenbbarer Srjeugniffe — »erben nur gonj inenige gorftinfeften. Da« beftc 
Seifpiel hierfür, bie Siene, ift au3 ben heutigen SBirtfd^aftötoälbem öerfc^tounben. 
SäieOcic^t täfet fid^ ben im SBoben lebenben 3nfeften, fobölb pe in größeren SRengen 
ouftretcn, nocö infofern eine inbirefte Stüfelit^Ieit juerfennen, atö bcr ©oben burc^ 
i^re lätiflfeit in ä^nlid^er SQäeife toie burc^ SRegentoürmer getoiert, umgelogert unb 
bamit ))^^ftIaUfc^ gebeffert koirb. 

S)ie Art unb SBeife, in irclc^er bie 3oot>^agen beim Sertiignngäfompfe gegen 
onbere 3wf^ft^n ju SBerle ge^en, ift üerfc^ieben. 

8la|eburg unterfc^eibet Käuber, ©^marofeer unb Staubfc^marofccr; 
bie (enteren fteßen getoijferma|en eine aJiittelftufe jtoifc^en ben beiben jucrfl gc^ 
nannten ©ru^pen bar. 

a) Die aftäuber toerfotgen unb töten Saröen unb Jßu^jpcn anberer gnfeften 
ober aud^ 3magine§ auf ber Stette. $ier^er gehören bie ßauffäfer, ®anb!äfer, 3Korb^ 
fliegen uftt). 

b) Z)ie ©c^maro^er k)ern>unben @ier, Staupen ober puppen burd^ einen Hei« 
nen, gefc^idt angebrachten ©tid^ unb belegen i^re Dpfer mit ®tem. 3)ie hieran« fld^ 
entttiiielnben Sarben nähren fic^ an ober in i^ren S33o^nung«tieren (ben SBirten) 
lebenb tjon bereu ©aften. ^n biefc Kategorie fattcn bie ©d^Iupfmefpen (3c^neu« 
monen) unb bie Staupenfliegen (2ad^inen). 

c) 2)ie Slaubfc^maro^er fatten il^re SSeute an, »ie bie JRöubcr, fd^Ieppen fte 
in i^re Stefter unb belegen fie ^ier mit ©rut, tocld^e an ober in ben l^erbeigcfc^afften 
Sßirten fc^maro^t. ^ier^er gehören bie Siaubmefpen. 

(Sine (Einteilung nac^ 9lü^lic^Ieitdgraben ift laum tunlic^. Unter ben St&u« 
bem finb im allgemeinen bie großen %[rten am nü^li^flen, namentlich bie gro|en 
Soufläfer. 

B. ®i|a)H4e ^atflinfefteit. 

Der ©^aben beftel^t in S^tftörung öon ^ftanjen unb ?ßflan}cnteilen, in 8e* 
eintrdd^tigung i^rer normalen (Sntmidelung unb i^red ©amenertrdgniffed, fomie in 
Herbeiführung Don tranl^aften (Srfc^einungen unb gumac^dberluften; er ^öngt nac^ 
«rt unb ÄuSformung öom 93au ber SKunbmerljeuge ber 3iif*^n; öon ber angriff«« 
ftelle unb bon ber Dauer ber fc^öbli^en (Einmirfung ai. 3nfe(ten mit fauenben 
(beifeenben) äJhinbmerfjeugen gerftören bie ^ßflanjenfubftanj unb beeinträchtigen bie 
pl^^fiologifd^en Sfunftionen ber t^tagpflange in me^r ober minber er^ebli^em SRage, 
je nac^bem, ob fic i^re jerftörenbe lätigfeit gegen SBurgeln, Slattorgane, Sftinbe 
ober ^olglörper richten, ^eit meniger fc^ablic^ merben bie mit faugenben SOtunb« 
tt)er!jeugen au^gerufteten 3ttfrften. ^f)xt auf ©aftentjug ^inoudlaufenbe fc^äblid^e 
(5tntt)trfung toirb bei ber ®eringfugigfeit ber entfte^enben bireften SSerlefeungen im 
allgemeinen nur bort bemerlbar, n)o groge SDtengen t)on ©c^oblingen an ben $flan« 
gen auf einmal auftreten. Der fe^r häufige %aü, bag an unferen ^olggemdc^fen, an 
Seifen ober Slattorganen, unter ber Sinwirlung oon Steig audübenben 3nfeften 



134 ^t9 fdndf, @4u| gegen Xiete. 

)>at^oIogif(^e 9leiibi(imtiflen, fog. i^aUtn (Ceribien), entfiel, entbe^ mit geringen 
Stt^na^en (Stnopptmiaütot^pt) ber ^raftifc^en Sebeutung. 

tUd ®efi(^tö)mntte fär bie 0rup))ierung ber forftfc^abfic^ Stten (a{fen ft(^ 
(Brab ber S^öblic^feit, 933tr{ung be«f Sraged oberbeffenS^arafter auf|ieOen. 

a) 9la(^ bem (Brabe ber ©c^äbli^feit {ann man fe^r fc^äbltc^e, merf^^ 
lic^ f(6äbli(^e unb unmerKic^ fc^äbUd^e SorfKnfetten nnterfc^eiben. ftai\^\a%- 
gebenb ftnb hierbei etnerfeitd bie me^ ober meniger geringe SBiberftanbdfö^iglett 
ber befallenen $o()arien 6}». Saumteile unb bie ^ntenfttot ht^ Sraged, anbererfeit^ 
bie SRenge, in ber bie einzelnen Srten auftreten, fotuie i^re (Kefrägtgleit. Strenge 

(Brenjen imtfd^en biefen brei (Gruppen laffen fid^ aber nid^t jie^en. 

Vtan mirb ein Snfett bann ald fe^r fc^fiblid^ be^eici^nen mfiffen, wenn bnrc^ bie 
^rt unb ^(niSbe^nung feinet SrrttbeiS ein me^r ober weniger maffen^afted dinge^en gefnn^ 
ber ^flan^en b^w. Stämme ftattfinben bmn ober wirflid^ ftattfinbet. 3^ biefe Kategorie 
gehören ^. 9. Melolontha vulgaris L , Hjlobius abietis L., Tomicoa typographns L., Born- 
byx pini L. ^urc^ bte beiben erftgenannten ßäfer werben oft ganje Shilturen oemid^tet, 
wä^renb bie beiben (erstgenannten Sfnfelten nic^t feiten gange ^efldnbe unb fogar grdg^re 
S^4(bromp(e]re guui ^Ibflerben bringen. 

Wertlic^ fc^äblic^ nennt man bie 3nfeften, weUl^e nur ein^Ine iBaumteile (9Iät= 
ter, Blüten, Srfi^te, junge triebe, ^fte, (Gipfel) ober l^ier unb ba ein^Ine $fian^n in be- 
nterfendwerter ®eife befatten unb beren Mänteln h^to. fc^liegttci^eS (j^nge^en berurfac^en. 
3n biefe Oituppt gehört bei weitem bie ^e^rga^I ber fd^fiblici^en ^orftinfdtten. 

^ie unmtxUiä) f^dblic^en ^erfe enblic^ üerbienen oom (Stanbpunft be^ 3orft= 
fd)u|ed faum ^eac^tung, ba fie nur ganj unbebeutenbe 3^rft0rungen anrichten, ^x tSor« 
fommen befc^rdnlt fic^ entweber auf abfterbenbe ober bereite abgeftorbene Stämme b^m. 
6tammteile (o^ne wefentUd^e 93eeintrac^tigung bed tecbnifc^en ®ebraud)dwerted), ober ber 
Don i^nen an blättern, trieben ober fonftigen Saumteilen oerurfac^te Schaben ^at !aum 
ein fi(!^tbared ^finfeln biefer Crgane — gefc^weige benn gönjIic^etS ^bfterben — jur ^Ige. 
^terl^er gehören oiefe bur(i^ einen eigenartigen %tai auiSgejei^nete unb ba^er unfer ^nter- 
effe erregenbe Sc^dblinge, ^. 9. einige iBlattwicüer unb Slattminierer, biete ^aSwefpen, 
®allmü(fen unb anbere ^eformationdergeuger. 

^ai @tubium ber unmerfltc^ fci^äblic^en ^nfeften bietet aber oft infolge ber Sigen« 
artigteit biefer Xiere, hti f^ragc^aralterd ober anberer biologtfcber SRomente fo oieied ^n* 
tereffante, bag ber burc!^ feinen iBeruf auf 9kturbeobac^tung ^ingewiefene ^orftmann ed 
nic^t unterlaffen foUte, bem treiben and^ biefer ^nfeften feine ^ufmerffamfeit gujuwenben. 
^ad empfief)It fic^ um fo mel^r, aU bai9 ©cbabenbilb, wie f(!^on ^erborge^oben, nid^i aUein 
bon ber Xierart, fonbem wefentli(!^ oon ber SJlenge ber ©c^äblinge unb oon ben jeweilig 
oorliegenben ^eftanbd«, @tanbort)S= unb äSJitterungdber^ciltniffen oon gaQ ju t^aH nfi^er 
umgrenzt wirb. 

IBei maffen^after Serme^ning tdnnen fogar auc^ unmerYlic^ fd^öbti(!^e Snfelten 
m ertlichen @(baben anrid^ten ober merl(i(^ f(!^äbU(^e ju fe^r fc^äblic^en aufrütfen. 
^(ugerbem ift ^erborju^eben, bag ein unb baiSfelbe Snfeft, je nacj^bem ed biefe ober jene 
^olgart befäUt, ^ugletc^ mel^reren @(^&blict)Ieit!3gruppen angehören fann. 2)tefe @rf4ei' 
nung ift entweber auf bie größere Vorliebe cineä S^ifc^tcd für eine bcftimmte ^oljart (bjro. 
reichere« ©cfattcn bcrfelbcn) ober auf beren größere ©mpfinblic^leit b^w. geringered Äui» 
{}cilunn£(uemtögeu ober auf beibe Umftänbe ^urücf^ufü^ren. 

(^in fe^r prögnantcfi» Seifpiel für biefe @rfd)einung bietet bie 9lonne (Liparis mo- 
nacha L.). 'Diefcr tV^ltcr ift nict)t nur für bie 92abclt)ö(5er überhaupt f(^fibli(^er aU für 
bie !^aubt)Öl5cr, foiibcrn aud) unter jenen für t!rid)tenwalbungen weit ber^öngnidboKer al£ 
für Äiefernforften. 

h) 3lad^ ber SBirfung be« großem unterf treibet man jiemlid^ attgemein tec^* 
nif(^ fc^äblic^e unb pf)Qfiotogifd^ fc^äbtid^e ^nfeften. @ine SLnsal^I bon^r^^ 
fen fd^obet gteid^jeitig nac^ beiben Stid^tungen ^in. 

S)ie tec^nif rf) fd)fiblid)cn ^nfeften oerminbern nur ben tec^ntfc^en ^ebraud^Wert unb 



3n{elten: tSttgemeine^. 135 

mithin ben SRartt^reiS ber ^dt^et. Seifptele: bie metflen Auobium-, Lyctaa-, biete 93o(fs 
Mfcr, fämtlic^e Sirex-Ärten, Xylotenis lineatua Gyll. ufm. — 2)ie p^^fiolofltf^ fd^äb* 
Itd^en Kerbtiere beeinträchtigen hingegen ha9 S^ad^^tum ber ^ol^pflanjen, oft bis 5U beten 
Döfligem ^Ibfterben, finb ba^er tont f^äbUd^er aliS j[ene Sarüen unb ^magined, bie blo^ 
in toten ober gefaßten ^öl^ern freffen. »etjpiele: aRaifäfer, Forlen* unb IBaftl&fer, ^e« 
fernf ginnet, 9lonne uftt?. — SBenn nbet bie te(^ntfd)en ©c^äblinge lebenbe IBäume 
bjm. ©tämmc^en angeben unb beten ftümmetn b^U). )(bfterben bemitlen, |o ftnb fte ^ugleic^ 
tec^ni{(^ unb p^^fiologifc^ fc^äbüc^. iBeifpiele: Xyleboras dispar Fabr., Saperda 
carcharias L., Geräts byx cerdo L., Gossus cossus L., Zeuzera pyrina L. ufU). 

2)et &xab ber p^QfioIogifc^en Sc^äbUc^Ieit ^ängt jun&c^ft t)on ber ^n^ 
fettenf|)eited, bereit gfragort unb Sßenge ab, toirb aber aud^ oon ber (Empfinblic^Ieit 
ber befaßenen ^anjen gegen 9efc^äbigungen bebingt Z)iefe ift fe^r Derfd^ieben naä) 
^oljatt, ^flanjen^ bjn). Saumtetl, ^oljalter, graggeit, (SefunbJ^eiti^iuftanb unb fon« 
^igen lolalen Umflönben (^43oben, Sage ufm.). 

Z)ie größere (Smpftnbüd^Iett ber Slabel^öljer niurbe bereite früher betont. 
Unter t^nen leibet üor aQen bie Sichte; bann folgen abmärtd Jiiefer, Xanne unb 
Sarc^e. l'e^tere bilbet gleic^fant ben Übergang gu ben Saub^dljem. 3ung^oI) ift 
gegen ^nfeftenfrag t)xtl empftnblic^er atö Stlt^otj; am ntetften teiben fteimitnge unb 
1—3 Jährige $fläng<§en. »oftfrefferfinb fd^äblid^er aU ©olsfreffer; »lattfreffer 
fd^äblid^er aU $Iflten^ unb Stü^tebertilger. Sorfommerfrag ift nachteiliger ald 
€ontnter« unb 9lac^fomnterfraB, toeil bie ISmä^rungdtatigfeit ber Slatter nac^ bem 
^erbfte ^in »ef entließ abnimmt. 3^ gefünber unb fraftiger bie befaßene ^flange 
ift, befto miberftanbdfa^iger t)er^ält fte fic^ gegen Snfettenangriffe über]^au|)t. Stuf 
geringen Sobenarten (armen ©anbböben) unb in ungünftigen Sagen (groft* 
töd^em, Siauc^Iagen ufn).)> too ber 2Bud^d fd^on an fic^ lümmertid^ ift, nimmt ber 
Schaben unter fonft gleid^en 93er^&(tniffen meit gröjsere 3)imenfionen an atö auf 
(raftigen Stanborten, fc^on meil ^ier bie Sudl^eilung ber SSerte^ungen rafd^er erfolgt. 

c) 9lad^ bem (Kefunbl^eitdguftanbe ber befallenen $flatt)en unterf^eibet man 
primären unb fe!unbären Sta6.*) 

^anc^e Snfeften befallen butd^aud gefunbed ooSfaftiged ^olg, fie f(!^aben bann butc^ 
^rimfltftag. ^ier^er geböten bie IBIatt^ ^nofpen^ ©amenfteffer, biele 2:tiebbefc^fibiget, 
SButaelbenager unb folc^e Snfeften, meiere iunge $flangen obet fc^^a^e ^tfimmc^en befd^fibi* 
gen. $(nbere Snfeften treten al§ @elunbfitfreifer auf, b. ^. fie befallen auiSfc^Ueglid^ ober 
bo(^ mit Vorliebe fold^e @tdmme, bie bereite burc^ anbete Utfa^en (fRaupen^ unb SSilbftag, 
^ilje, ^ütte, fjtoft, 3flouc^ein»itfung, ^ogelfc^lag ufto,) in einen gemiffen fftanf^eitÄ* unb 
ftümmetungiSguftanb oetfej^t motben fmb ober SBunbfteflen l^aben. ^ied gilt gumal für 
9Knben* unb ^olginfeften, meiere in ft&tfeten 92abel]^ol}ftdmmen l^aufen. 3)er reiche ^ar^^« 
ge^^alt gang gefünber @t&mme würbe bie iBrut erftidten. 8on ben nur im abgeftorbenen 
^olge lebenben Arten ber 9lage=, ©ocfMfer uf». toirb hierbei abgefelien, ba fie fein forft^ 
lic^ed Sntereffe bieten. (£i9 gibt femer Wirten, bie, je nac^ Umftanben, balb aliS primär«, 
balb al9 ©efunbdtfreffet auftreten (g. ®. manche IBorfenMfer ufm.). 3m allgemeinen ift boS 
aud iigenbtoelc^em ®runbe Ifimmernbe $oIg mel^r gefdl^tbet aU bod in SBuc^d unb Jtraft 
ftel^enbe gefunbe ^olg. SRanc^e gunad^ft fetunbät fc^Abtgenbe Snfeltenatten, g. ® bie 93otfens 
Idfet, »erben aber, menn fte in grogen ällengen auftreten unb geeignete^, b. ^. frönfeln« 
bed ^rutmaterial ntc^t borfinben, leidet gu $rimärfreffem. 

iHefe Unterfd)eibung ift infofem t)on praltif^er ^ebeutung, aliS fi^ gegen ben $rt' 
mclrfrag nid^td nieiter tun lägt, aU ha» bereite befallene SJlaterial einfd^Itegltd^ ber ^n» 
(ttlpaten gu entfernen, mä^renb gegen bie Sehtnbörfreffer mit gang^ölsetn operiett totx» 
ben fann. 

1) ^Itum: 3tfd^r. f. g. u. 3n). 1879, 288. 



136 ^ti t3ii4. edjiai gcflen Xieic 

2>te im SBalbc jtoor fin^ntif«^ ober toenigfiend Dorfornmotbeit ^nfeften, 
koelc^e nur Don (Brafent unb fträuttm (eben, ftnb in fotfllif^er Sejie^ung gletd^ül- 
tig. 3)ieienigen enblit^, beren Xnn unb Xreiben an {t(^ iiemlid^ unfc^Iic^ iß, it- 
bo(^ mit bem eine^ merllic^ fc^Iid^n Snfefted Demm^felt merben tann, fyd Vta^t^ 
bnrg treffenb aU taufc^enbe Snfetten bejeul^net. 

3u biefen Snfefteit gehören s- $.: 

1. Xer Ster)>nnltf^nner (Lithosia quadra L.). Xte audgema^fene 9tanpe t^ 4 cm 
lang, f(^toarj(dpfig, am £eibe \ditoat^xau mit einet gellen 9fä(!enbtnbe mtb großen, (ang= 
beerten S^ar^en verfemen. 9(n ben tCugentänbeni ber SHIdenbinbe befinben ft(^ gmei Stei- 
(en ^Qroter ffiarjen. Sit tritt an a0en ^^abel^&Ijem, {omie an (Eid^e, I3u<!^e nfm. oft in 
groger SRenge auf, ift aber gan;^ unf<!^&bU(^, ba fie nur bon f^Iec^ten lebt. @ie nmrbe 
ober fii^on ^äufig mit ber Stau^^e ber 9^onne oertoec^feft. gfo^ftmeifier S3aubt{(]^^) berietet 
§. 93. bon t^rem maffen^aften auftreten an 36— 60 jährigen Siebten im 3uni 1887 in ber 
(0egenb oon Olmu)^. 9u4 bon ^ueber*) mirb ein berartiged ISorfommen im Sabr^eger 
fteoier (SR&^x.'^Sä^l^ttti) gemelbet. 

2. Die umranbete IBIattn^efpe (Tenthredo cingalata Fabr. = Strongylogaster ein- 
gulatus).') 2)ie fii^mu^tggrüne, 22 fügige fiarbe biefer 9(rt finbet man unter ber 9linbe ber 
ftiefer in <iktngen anberer fiarben ober ^äfer, ober fte mad)t fic^ in ber Sorfe einen eigenen 
aufjteigenben (einfach) (Song, ^dufig bemerft man aber ^anbfdrmige ober einem ^irf^- 
gemei^ d^uHc^ (^dnge, bte bann ßet^ oon mehreren fiaroen ^errfl^ren. (j^n ©c^ben ent- 
fte^ aber bur4 biefen griag nic^t. Die eigentlichen 92a^mngiKpf[an^n biefer 9ia^ie ftnb 
Samfräuter, iniSbefonbere ber Stblerfam (Pteris aquilina L.), ben fie mitunter gan§ fo^I 
frigt; erft nad^ bem Srage begibt fte [id) unter bie Sorfe, um ftcj^ ^ier ju berpuppen. 

9. ®i^n^ma§rege(n gegen 3n{etten{i^ahem 

2)ie äRagregeln gegen ^nfeftenfc^dben, bie toit alle forftf(^ü|enben SDtagna^men 
junäc^ft auf Vorbeugung, in itotiitx Sinie auf Kbftellung bed @d^abend, mit? 
^in auf Sertitgung bed fc^abenbro^enben Snfelted gerichtet fein muffen, merben nur 
bort tierftänbnidoon burc^gefu^rt »erben, mo bie SJorfrage nad^ ben Urfa(!^n größerer 
Snfeftentalamitaten einer jmeifel^aften Beurteilung nic^t me^r begegnet. 

Unter ben m5glid^n Urfac^en üer^eerenben auftretend fd^oblic^er Snfelten fom« 
men ))raltifd^ nur j^ei in Setrad^t, bte Sinmanberung oon äugen unb bie auto« 
(^t^one SRaffenoerme^rung. 

^ie ald ^5^ere ®emalt ben 3orftmann entlaftenbe Sinmanberung \>on äugen 
ift nad^ ben t)orIiegenben Erfahrungen nur in ganj augergemö^nlu^en SfaQen bie Ur- 
fac^e eineiS »irtfc^ftlic^ bebeutungdooQen Snfeftenfraged. Sei forftlic^ inbifferenten 
^nfelten (^eufc^retfen, ßo^Iroeigting, Libellula quadrimaculata L.) werben groge 
SSanberjfige jwar ^in unb lieber beobad^tet, hingegen aber fe^tt ed faft ganjtic^ an 
g(aubmürbigen 83emeifen für bie 9tic^tigfeit ber Snna^me, bog aud^ bie »alboer« 
müftenben ^nfeften grögere SBanberungen unternehmen, um bieOeic^t futterarme Segen* 
ben ju berlaffen ünb fid^ in futterreic^eren auszubreiten. 9lur bie ®efd^ic^te ber Ston^' 
nenlalamitöten bietet ein ^inreic^enb k)erbürgted iBeif{)ieI bafür, bag bid^er berfc^onte. 
ffialbgebiete burd^ Snoafion beiS ©c^abltngd überfallen unb in nic^t abiume^renber 
SBeife auf grogen Stachen gteic^jeitig mit 99rut, ben Seimen ber lommenben Ser^ 
nic^tung, belegt »urben. 

Son biefer Ausnahme abgefc^en le^rt bie Srfal^rung, bag bie ^nfcftenfalami*- 

1) 8M. f. b. gef. 2rorfttt>. 1887, 466. — 2) JB^blgn. b. gorft». ü. SR. u. 6(^1. 1892, 
^ft. 170, 65. — 8) «Itum: 3tf(^r. f. %. u. 3». 1889, 271. 



3n|eltcn : m^mtintS. { 3 7 

töten regrima§tg an Drt unb @tefle entfte^en. @te tDoc^fen aud Keinen überfe^enen 
ober k)ernad^Iöfftgten Anfängen, aui^ bem im Sßalbe immer Dor^anbenen fog. eifemen 
SSeftanbe ber einzelnen ^^feltenart, ^eraud, unb nnter ber ®unft geeigneter äßitte^ 
rungg^ unb 9la^rungdt)er^ä(tnifFe breiten fic^ bte Sc^öblinge glet(!^ auf größeren f^Iöc^en 
ober t)on einjetnen Stafa^erben lonjentrifc^ aui. ^m le^teren %a\lt bringen fie in 
bie bem ^rb benachbarten SBeftanbe unb SBatbgebfete aÜerbingd auf bent äBege ber 
@tntt)anberung \>on äugen ein. 

äBetc^e SSer^altniffe ber bidn)ei(en fc^etnbar e^pIofionlSartigen äRaffent^ermel^runS 
ber ©d^äbtinge im einjetnen gaUe SSorfc^ub leiften, entjiel^t fic^ meift ber näheren 
Seftftettung. Jlufeerorbentlic^c 9laturereigniffe (@d)nee^ ober ©turmfci^aben, SRauc^, 
Seuer u. a.), trodene toarme ©ommer, roalbbaulid^e SRiftgriffe, JJe^Ien ber naturs= 
lid^en ©egengetoic^te fönnen ai^ Urfac^en unb mittoirfenbe fjfaftoren in Srage lom^ 
men.^) ©ic^erlid^ finb, mie a\x^ bem n)ieber^o(ten auftreten gro|er Snfeltenoerl^ee« 
rungen am gleichen Orte ^ert>orge]^t, beftimmte SBalbgebiete ber ^nfeftengefa^r me^r 
aui^gefe^t aü anbere, beren gnimunitat aud ber ©efc^ic^te abgeleitet toerben tann. 
Sd fotgt l^ieraud, bag ben nad^fte^enben auf SSorbeugung ober auf flbftellung bed 
Snfeltenfd^abenS bjh). auf SBertitgung ber ^nfelten gerichteten ©(^uftmafiregeln ^ier 
me§r, bort »eniger ®eh)i^t beijumeffen ift. 

A. SSorbeugungdmagregetn. 
a) iSittf^aftndte IBorüettgungfiiiafregelii. 

3)a bie meiften fd^öblic^en gorftinfelten (jumal bie Stinben^ unb ©oljfreffer) 
borjugStoeife frönfeinbe b5to. fümmernbe ober bürftige ^otjtoüc^fe befallen unb fic^ 
üon ^ier aug weiter Verbreiten, beugt ber gorftmirt bem Snfcltenjd^aben am fic^crften 
baburc^ \)ox, bag er in bejug auf Segrünbung, Srjte^ung, Pflege unb 9tu^ung ber 
Seftänbe bie erfa^rung^mägig bemä^rten @runbfä|e ber SSalbbaus', ^ox^ht^ 
nu^unggs unb gorfteinri(^tungi5lc^re befolgt. 

3m allgemeinen finb folgenbe Siegeln ju beachten: 

1. SBa^t paffenber ^oljarten unb geeigneter SDlct^oben ber Seftaribdbe? 

grünbung. 

2)ie ^ol^arten muffen ben StanbortSoet^äUniffen entf^tec^en unb bie Sj^erjüngungd- 
bjto. ^nbaumet^oben ben SBebfirfniffen ber ^ol^atten je nac^ örtlidjfetten angepaßt toerben. 
iBefonberd totc^tig ift, bei $ludf Urning Don Pflanzungen, bie äBat)I gefunber, ftäftiget Sch- 
linge unb forgfättiged (£infet^en bexfelben in bie ^flanjlö^er, eoentueU ^ffon^^ügel ufm. 
^d größeren ^flanjenreic^tumd megen fann Die ^edorjugung ber @aat ober ber ^aiux* 
oerjüngung bei brol^enbcr 3nfeftengefa^r fel^r tüot^l am $laje fein, ©elbft bie mit Siecht 
x>txpöntt ^flfc^elpflan^ung leiftet auf SRfiffelfäferluIturen unter Umftänben me^r ais bie (Sin- 
jetpflanjung, n^etl fte in ber ^el^rl^ett Der ^flan^en eine größere &tto&^x für 93eff(^ont« 
bleiben ber jur ^eftanbdbilbung notmenbigen SnbiDibuen bietet 

2. SSermeibung ht^ S(nbauei^ reiner Seftänbe oon größerer Sudbe^nung, fo^ 
meit ber@tanbort ed iulä^t] $erftelIung5me(fmaBiger93eftanbdmif($ungen. 3nd$ 
befonbere finb ben gef fi^rbeten 9labet^öljem auf t)aff enben ©tanborten geeignete Saub^ 
^ö(jer beijumifc^en. ©elbft auf geringen Sobenarten (trodenen ©anbböben), too oon 

1) ^l. ^ierju bie fe^r Derftänbige unb anjte^enb gefc^riebene ^Ib^anblung Don ^baU 
bert ©ei^: Über f^raßfc^äben u. bie forftUc^e ^ebeutung ber Snfeltenfeinbe. Mg. %, u. 

3.*8tg. 1892, 328, 887, 408. 



138 <^M SBu(!^. €d)u| gegen ^iere. 

Slabet^ölsem nur bte JHefer fortlommt, laffen ftc^ oft noc^ einige Saub^oIjQTten, toie 
j. 93. Sirfe, ^\pt unb Stobinie, einf))rengen. 9Benn bann anif famtlic^e ^ejfem taf^U 
gefreffen merben, fo bietet ber 99eftanb boc^ nid^t bad traurige IBilb mie ein reiner, 
oon einem öerl^eerenben Snfeft bcfaHener SSeftanb. 

3. ©orgföttige Seftanbdpflege, in^befonbere SSomal^me jeittger unb häufiger 

Durd^forftungen, iebod^ o^ne p ftarte Soderung be§ 93eftanblSfcl^Iuffed. 

hierbei ftnb namentUd^ afle untetbrücften; fränfeinben ober auc^ nur Derbdii^ttgen ^otj- 
n^üd^fe ju befettigen. ^er fid^ mit ^tnmegna^me blog ber biirren (Stangen begnügt, beugt 
ber Sui'ehenfalamitdt rdö^t oor, fonbern arbeitet i^r nac^, totii in jenen blog noc^ unn^ic^- 
tige ßer[e l^aufen. S)ie l^albmeßen Stämme ftnb ben SBorfenMfem am Uebften. 

4. Stntoenbung aller 9RagregeIn jur Sr^altung (unb ©teigerung) ber SEBalb* 

bobeniraft. 

3n biefer l^ejte^un^ (ommen in^etrad^t: f orgf filtige Q^altung ber natürli^en (Streu^ 
becfe, ^efeitigung eineiS ÜbermageS bon ^obennäffe burc^ $)erfteQung Don Gräben, jeitiged 
Unterbauen bon £i(!^t^ol5beftfinben ((Sid^e, ^efer, Sdrd^e ufm.) mit einer Sc^atten^ol^art 
(^u(^e, Sänne ufm.) u. bgl. 

5. ^nmenbung aller fad^« unb ort§gema|enS3orbeugungdmagregetn gegen Sroft^, 
SBinbi^, ©d^nee*, 5)uft^ ©i^s^unb 3feuerfc^&ben. — Sruc^^ötjer muffen balbmöglid^ft 
aufgearbeitet unb aud bem Sßalbe gefc^afft ober n^enigftend entrinbet merben. 

6. SSermeibung großer Sal^Ifc^Idge, um bem (Sntftel^en großer gleid^altertger 
93eftänbe Dorjubeugen. 99ilbung Dieler f leiner ^iebiSjüge/ bie rechtzeitig burc^ 
Srü^rung paffenber Sod^iebe anjuba^nen ftnb, um bie %viixoaf)l unter ben ©dalagen 
^u l^aben unb einen SEBed^fel berfelben eintreten (äffen gu fdnnen. 

7. SBenn möglid^ grünblic^e ©tod* unb SBurjcIrobung, inSbefonbcre in 
Slabel^otämalbungen, meil eine Sfnja^I fe^r fc^äbltd^er gorftinfelten (ber grofee braune 
SRüffelfäfer, mand^e SBaftfäferarten ufto.) t^re 93rut an ben ©tödfen unb SBurjetn ber 
Koniferen abfegt. S33o äßarft« ober ©tanbortdöer^oltniffe bie ©todtrobung verbieten, 
ift auf möglic^ften Xiefabfc^nitt, gegebenenfalls aud^ auf @ntrinben ber ©töcf e gu Italien. 

8. SlUe jur Slufbereitung lommenben Sorftprobufte finb fo ju be^anbetn, bag 

fie toeber felbft burc^ S^fetten entmertet merben, noc^ jur SSerme^rung öon gorft- 

fd^abtitigen beitragen. 93om ©tanbpunft bed Sorftfc^u^ed möre bed^atb ©ommer- 

f öUung in ben 5RabeI^oIjforften ju empf eitlen, ba fie bie grünbtic^fte ©ntrinbung 

gcmä^rleiftet. ?lud toirtfc^aftüc^cn ober ftanbörtlic^en ®rünbcn aber ift bie SBinter^ 

fatlung in ber 9legel gebröuc^tid^er unb richtiger. @ie bebingt im^inblid auf 83or« 

fenföfergefal^r rechtzeitige Entfernung ber ^öljer, el^e fie befallen merben ober recbt^ 

jeitige ©ntrinbung ber bereite mit fflrut befeftten Sortimente, fofern biefe noc^ länger 

im SBalbe ober in beffen SRd^c (auf ^oljtagerpläfeen) liegenbleiben foHen. @g tmp^ 

fie^tt fic^, in ben SBerlaufdoerträgen, SSerfteigerungSbebingungen ufh). einen lermin 

JU beftimmen, bis p melc^em bie (Sntrinbung erfolgt fein mu^. ©elbftDerftänblic^ 

ift biefer Zermin nad^ Stugjeit unb @ntmidEeIungSbauer beS in ^rage fommenben 

©c^äblingS gu bemeffen unb bie @ntrinbung bor^une^men, el^e bie in ben ^ötjern 

fic^ entmideinbe fflorlenlafcrgeneration ausfliegt, grü^fd^roärmev unb toarme grü^* 

ja^rSmitterung erforbern eiligeres SSorge^en als ©t)&t{d^mörmer unb lül^lere Sagen. 

9^ad^ ben fdc^ftfc^en $ol50erftetgerungS«^ebingungen l^at bie (Entrtnbung ungefc^dlter, 
öon forftf(ftdbIi(^en Sufetten befallener ^öljer bis jum 10. 3uni naä^ ben Slnorbnungen 
ber f!forftt)em)altung ju gefc^e^en, tt)ibrigenfans fie auf l^often unb ®efa]^r ber ^dufer auS« 
geführt mirb. SBet .^efer behalt fic^ bie fjorftüermaltung baS Sieci^t üor, bie (^trinbung 
belogener ^ötger ju jeber 3^t auf @taatSfoften oorne^men ju laffen. 



Snfeften: Mgemeine«. 139 

%a^ Siegeniaffen im berinbeten Suftanbe unb nac^foloenbe @(i^filen ber Dom ^Borten« 
fafer befallenen ^dljet tft vielfach eine gan^ jmecfmagtge SD'lagnal^me, meil bie teilmeije aud« 
getro(!neten ^öl^er atö Sangbfiume n^itfen. 9Ran befolgt audfi t)it\fad^ bie gan^ tid^tige 
unb erfolgreici)e $rajfti, baiS SQBinterl^olj menigfteniS pla^« obet flreifenn^eife su enttinben 
(berappen, bereppeln), infoiveit ed nid^t fc^on boc ber f^lug^eit ber ^orfenf&fer aui^ 
bem S^albe gefcj^afft merben lann. SBenn aber bie ^orfenfäfer liegenbe berinbete ^Ol^er 
im SBalbe jum ^(biegen il^rer SBrut nid^t me^r üorfinben, fo ftnb fie -- ba bie (Sierablage 
einem 9}aturgefe(e entfpri(!^t — genötigt, fte^enbe Stämme au befallen. 2)ie ^iidftnbig« 
ma(!^ung ber iBrut im ^e^enben $ol) ift aber oiel f(!^n)ierigec M im liegenben. 

9. Stein^oltung bed SBatbei^ üon ^oljabraum; balbige unb grünblic^e fftm^- 
mung ber @d^Iage; ntd^t abfe^bared Sleifig ift gu Derbrennen, fofent feine balbtge 
Entfernung ntd^t im Siege ber Sefel^olgnu^ung erfolgt. 

10. ^ornal^me häufiger Seftanb^rebiftonen auf bad SSor^anbenfein fd^äb^ 

tiefer ^nfeften. 2)ie Stebifionen finb unter Umftänben mit ^robefammeln ber in 

ber Sobenftreu äbertöintemben Sd^äblinge, ^robefaüungen Derböc^tiger, (id^tlronig 

geworbener Stämme ober $robeIeimungen ju öerbinben. ©otd^c ©trcifjüge ftnb 

namenttid^ in 9tabeI^o(jforften auf hraftlofen, trodCenen 935ben, in l^eigen Sagen, in 

Stoftlagen ufm., unb jtnar befonberiS im Srü^Ja^re geboten. 

^ie Übermac^ung entfte^enber ober plbt^lic^* entftanbener 3[nfef tenl^erbe, don benen 
avbi ber f^ag meidend ringförmig fid^ n^eitei Derbreitet, ift foft bad »ic^tigfte Sliorbeu« 
gungiSmittel. Sc^u^erfonal unb föalbarbeiter finb mit ben fc^äblid^ften gforfttnfeften be« 
Tonnt unb auf bie dugeren ^enngeic^en eined bro^enben, eDentueO fd^on Dor^anbenen ^xa^tS 
aufmerffam ju mad^en. gu biefen SO^erfmalen gel|ören: auffädiged Snfammenjie^en Don 
Schiefen, ^ä^en, ^zi\tn ober anberen Siögeln auf Heineren ^Idd^en; Uml^erliegen be» 
f reifener Blätter ober abgebif jener 9^abeln, ^otlrümelc^n, Qkfpinftfäben an ben 3^^i0^f 
Verfärben Don Saub ober 92abeln, SBol^rmel^l ober So^rlöc^er an ben ©tämmen, ^argflug 
(^arjtrid^ter), Verfärben ober abblättern ber Slinbe, $luftreten Don 3(!^neumonen unb Staupen» 
fliegen in größerer S^^^ ufU). 

11. 3uerlennung Don ©elbprämien anhad ?ßerfonat für ba^ Muffinben fel^r 
f(!^obIid^cr gorftinfeften unb für ^erDorragenbe lätigfcit bei äugfü^mng ber feiten« 
ber SSermaltung angeorbneten S3efäntpfungdmagregeln. 

Scfonbere SKa^rcgeln gegen eine grofee atn^a^I Don 3nfeften finb: ©c^toeinc* 
eintrieb, Staupengraben, S^ng^ötjer, Seimringe ufm. S)a ^ierburc^ gugleic^ bie SS er :^ 
tilgung ber betreffenben 9(rten ht^totit n)irb, fiel^e bie 93etrad^tung ber genannten 
9){a§na^nten unter „Sefämpfungdma^regeln" @. 158. 

b) ^d^onung lier Sufeftenfeinlie. 

S(ld leitenber (Sefic^t^punft in bepg auf ben @d^u^ ber ^nfettenfeinbe ift aud) 
1^ier feft}u^lten, bo| nur bie Xiere ju fd^onen ftnb, meldte burd^ Si^f^ftenDertilgung 
me^r nüfeen ate fie anbertoeit f^aben. 

Su ben ttjirffamften 3nfeftenfeinben gct^ören folgenbe liere: 

1. Saugetiere. 

gUbermaufe, SKauttt)urf, ©piftmäufe, 39^1^ 3^1^» $ermelin, äBiefel 
unb S)ac^«. S)iefe liere, bie toir früher (@. 95), wenigfien« jum größten leil, 
bereit« aü ÜRäufeDertilger !ennen gelernt l^aben, Derbienen unbebingte Sd^onung. 
Unter gemiffen Umftänben (in Siaupenio^ren) foHten auc^ ber 3uc^« unb ganj bc- 
fonber« ba« ©c^ttjarjtoilb wegen i^rer 3nfe!tenDertilgung Don feiten be« 3äger« 
(änait finben. 



140 (Sifted ^uc^. 8c^u^ gegen Xiecc. 

5)ie glebetmfiuje (Chiroptera) leben nur öon Qnfeften, benen jie öou bet Sfbenb» 
btö 5ur SO'^OTgenb&mmerung mit geringen Unter bredjungen nat^fteüen. infolge i^rer ®e« 
frögigfeit unb i^rer näc^tl^en S^dttgfeit gel^dten fie jmeifeUod gu ben nü^ttc^flen Vieren; 
bie Don i^nen im SSSalbe oertilgten Snfeften (^aiföfer, @u(en, ^iefemf|)iniier, 92onne uftD ) 
finb grogenteitö forftlic!^ Don l^ol^et 93ebeutung %üx ben gDtfhnann lommen natürlic!^ gu- 
näc^ft nur bte föolbpeberm&ufe in SSetrac^t; ^au|)tjac^lic^ bte groge, frfi^ fticgenbe grleber» 
mauiS (Vesperugo noctula Schreb.), bie zweifarbige f^lebermauiS (Vesperugo discolor Natt.) 
unb bie Sroergfleberraau« (Vesperugo pipistrellus Schreb.) — Unter ben ©pi^mdufen (So- 
ricidae) finb in forftlic^er $tnfi(^t wichtig bie Salbfpi^mau^ (Sorex vulgaris L.) unb etwa 
noc^ bie 3n'ergfpi^maud (Sorex pygmaeus PaU.). ^ie SBalbf|)it^mattd üerbraud^t nac^ einem 
güttetung^Derfuc^ Sflörigd (^rb. a. b. SBiolog. Stetig, f. 2, u. %tD. 4. »b., 121) tS^Iic^ un« 
gefö^r 207o il^reg Sebenbgewit^tei^ Xrodenfubftanj. 

2. ßiitV) 

Unbebingtiu fc^onen finb folgcnbe Arten ^): 

i^ucfud (Cuculus canorus L.), @pec^te: SBenbel^ald (Ijnz torquilla L.) unb 

f amtliche Sttrtcn ber ®ottungen Dryocopus, Dendrocopus, Picoides, Picus, 99Iau^ 

ro!e (Coracias garnilus L.), SBiebc^opf (Upupa epopsL.), ßiegenmelfer (Capri- 

mulgua europaeus L.), aWauerfegler (Apus apusL.), aÜe ©c^ halben (Hirundo), 

Sticgenfc^nöpper (Muscicapa grisola L.), ?ßiroI (Oriolus oriolus L.), ©tdr 

(Sturnus vulgaris L.), Sa^fteljcn (Motacilla), SBaumläufer (Certhia fami- 

liaris L.), Spec^tmeife (Sitta caesia Wolf.), olle SDleifen (Parus), ©olb^^ 

^ä^nd^en (Begulus), ©ro^mücfcn (Sylvia), SrauneQen (Accentor), SRotfcl^U 

c^en (Erithacus rubeculus L.), Slaufe^Id^en (Erithacus suecicus L.), Stad^ti^ 

goU (Erithacus luscinia), 9totf(f|tt)onj (Erithacus titys L. unb phoenicurus L.), 

Steinf^ntä^cr '(Saxicola oenanthe L.), SBicfenfc^mä^er (Pratincola rubetra L.), 

Soubfänger (Phylloscopus), 3^i^"*önig (Troglodytes troglodytes L.), f amtliche 

gulen (Strigidae) mit SluÄnal^me beg U^u« unb ber Uralculc, Sad^mööe (Larus 

radibundas L.). 

5)er ftucfud öerje^rt Snfeften jeber ®rö6e unb 5lrt, bie fleinjten ßouffäfer biÄ ju 
ben äJilaüdfern. ®r nimmt bie Smagined unb Sarüen unb weig auc^ bie in ber (Srbe 
lebcnben ©d^äblinge (SBerren) ju finben. 6ein Sauptüerbienjt aber bcjtcl^t barin, bag er 
ben öon ben Heineren Snfeftenfreffern me^r gcmiebencn, pari bel^aarten ?Rau|)en nacftgel^t. 
(£r wirb baburc!^ ^vl einem ber wic^tigften gfattoren, burc^ welche eine 9iaupenmaffenüer» 
nie^rung unferer bea^tendmerteften t$orftf(!^öbUnge im teime erftidt, ober bod) ftart ge« 
^emmt wirb. Slltum') fanb im äJlagen eineiS in einem (Sic^enbeftanbe gefdfoffenen ^ducfd 
97 Staupen bed ®ic^enpro5effiond{pinnerig, in einem anberen (Sitmplaxt 43 biefer 9^aupen, 

1) ^ie Literatur über bie nü^Uc^en iBdgel ift augerorbentlic!^ reic^. IBefonberiS be» 
a(^tcni?mert finb: ® log er: (5. 9B.S : 5)ie Regung ber ©ö^Ienbrüter ufw. S3erUn 1866. — 
93orggreoe, 9.: ^ie SSogelf^u^frage nad) il^rer bid^erigen @ntwicfelung ufm. 2. 9(uf[. 
iieipaig 1888. — ©loger«, (5. SB. 2., 6d^riften über SSogelic^u^ ufto., ^r«g. Oon tarl 
aiu^ unb »runo 5)ürigen. iXIe. fieipaifl 1880 82. — ItRuf, Ä.: 3um »ogelfc^uj. Seipjig 
1882. — ^ermann, O : SRu^en unb ©c^aben ber Söget ®eta=UntermI|aui8 1903. — o. 55ers 
lepf(^, ^aftd ^x^x.: ^er gefamte SSogelfc^u^, feine IBegrünbung u. kuiSfü^rung. 9. ttufl. 
ipaflc 1904. — §iefemonn, 3Rartin: fiöfung ber SBogelfctju^frage noc^ gr^r. o. öerlepfd^. 
5. Aufl., bearb. o. ^enrici. fieipäig 1911. — 9törig, ®.; S)ie »irlj^oftUcfte 55ebeutung 
ber Sogelwett aU @(runblage bed $oge(f(^u|ed. Berlin 1910. (^eft 9 ber „SJ^ittlgn. a. b. 
Äaif. ©iolog. önftalt f. fi. u. Sorftwirtft^.). — ^ennirfe, ©arl 91.: »ogelfc^uftbuc^. ©tutt« 
gart 1911. 

2) ^ie befonberS mic^tigen ^rten finb burd) ©perrja^ ^eroorge^oben. — 3) Cmit^. 
ajlonat^fc^rift 1898, 142. 



3n|cften: ^lUgcmeiuc«. 141 

imb fteHte feft, bag ber butd) feinen iRe{l^aTafittdniud ouffäSige SSogel oud^ ben 9}au4)en 
bet 9ionne, beS ©c^mammf pinnerS , iPiefernfpinnet«, Sßeibenjpinncr«, Wingclfpinner« unb 
ben 2ax\)tn aQer mögtid^en ^lattmefpen fe^r energtfd^ nac^gel^t. !Röttg (a. a. €. 17) be^ 
obac^tete bei feinen t^ütterung^üerfud^en , bag ctn ^i;cfuct in 15 S^agen auger 224 "^efjU 
n^ürmern 963 9iingelfptnnet« , ^c^iDarnrnfpinners Spönnen- unb ^o^ImeiglingSraupen im 
®miä)tt \)on 698,5 g derje^rte. ^SS detbient meiter^tn ooHe iBeac^tung, bag felbft ein \o 
ungefeütg lebenber iBogel knie ber Studnd fid^ fd^arenn^eife jufammentut ^), »enn grögere 
9)^engen k>on 8(!^äblingen (97onne, Lophyrus pioi u. a.) in ben SSeftfinben auftreten. 

^ie ^ebeutung ber @ped^te ald SSertilger bei^ in diinht, iBaft unb ^olj lebenben 
Snfelten »urbe f(!^on oben (@. 122) erh)&]^nt. 

^er im allgemeinen forßlic!^ jiemlic^ inbiffcrente äBiebel§o|)f toirb burd^ Vertilgung 
ber äJi^auIn^urfdgrifle gelegentlich toertdoU. 

^er ©tar ift ein nic^t ju unterfd^fi^enber ^unbedgenoffe im ^am^fe mit ben forft* 
fd^äblic^en Snfeften, um fo me^r atö er fi^ burd) ^uf^ängen t)on 9Zifl^öl^ten leidft in ben 
Sßalb einfuhren lägt. "Slad^ ben dorliegenben (Srfal^rungen inac^t [id) ber @tar namentlich 
bur(^ Serminberung ber ^aiUfti, meiter^in in (^dienmidlerfragorten derbient. Sn ber 
dl&^t bon S^aranbt ftnb bie in früheren !3<>^^^n ebenfo^dufig mie anbern^firtd auftreten« 
ben SJ^aüäfer ^ur Eelten^eit gemorben, feit ein ortSanfäffiger 9!$ogeIfreunb burd^ ^ufl^öngen 
fel^r jal^lreid^er @tarfäften in feinem harten eine anfe^nlic^e ©tarenfolonie fd^uf. 

3)ie 'Stt^tn berbtenen in gleid^er $Beife mie )BaumIäufer, ©pedjtmeife unb 
^olb^ö^nc^en @d^u^ in doUftem SlRage. @ie finb, n^ie Beobachtungen im forden *), 
namentli^ aber bie t)on 9}örig u. a.^ burc^gefül^rten ^ütterung^oerfuc^e bett)eifen, eifrige 
IBertilger ber in ben 9linbenriffen fi^euben (Sier ber 9{onne unb anberer ©c^dblinge (^iefem^ 
projeffiondfpinner ufm). !Racf) 9lörig oer^e^rten breiSBfau« unb ^mei S^annenmeifen cParus 
caeruleus unb ater), bie ein lorfered 3Jiif(^futter nebft SJle^IttJürmern aU SRal^rung erl^ielten, 
neben biefem täglid) etn^a 2000 92onneneier. SBurbe bad SO^lifd^futter entzogen unb nur 
eine 9ln5a^I ^e^Imürmer gereid^t, fo flieg ber tägliche SSerbraud) t)on 9{onneneiern auf etma 
8000—9000 @tücf. ^ie 9?aupen ber 9Jonne mcrben oon ben äRcifen nur aufgenommen, 
folange fie nod^ flein finb; vootjl aber finb bie ^upptn eine beoorjugte 9{a^rung. SEBie bie 
gütterungSderfuAe erfennen laffen, merben tueid^l^öutige ;3nfeftenIaroen, 5. ®. bie Staunen 
bed ^iefernfponner^, bie Sfattn^efpenlaroen u. a. ron äJ'^eifen unb Kleibern aQen paarigen 
iRau|)en Oorgejogen. 

35ie fterüorragcnbc 92ü^Iid^feit ber ©olb^a^nc^en (Regulus regulus unb ij^nicapil- 
las) ge^t fc^on au9 ber @mftg!eit ^ert)or, mit ber fie unfere 92abelbdume baS ganje ^af^x 
l|inburd^ bid in bie ßugerffen ©pi^en auf (Sier, Saroen, $uppen unb Blattlaufe obfud^en. 

©ebingtc ©(^onung üerbienen folgenbe SSogelartcn: Sinfen (Fringillidae), 
Serd^en (Alaudidae), 3)roffetn (Turdus), Stuben (Corvidae), ajläufebuffarb (Buteo 
vulgaris Bechst.), SQBcfpenbuffatb (Pernis apivonis L.), 2urmfalfe (Cerchneis tin- 
nuDcula L.). 

^ie 3fin!enarten jie^en gmar im allgemeinen bie ^örnerna^rung bor, moburt^ 
einige unter Umftönben xtä)t fc^äblic^ toerben fönnen (f. @. 113); allein fie beteiligen fic^ 
boc^ avtd^ an ber SBertilgung ber 3nfeftcn. SBo i^r ©c^aben überwiegt, mug unter Urnftön* 
ben ©efömpfung an bie ©teile üon Schonung treten. 

3)a3felbe gilt öon ben 3)roffelarten. 3lm nüflic^ften hierunter finb: ©ingbroffel 
(Turdus muBicus L.), unb Slmfcl (Turdus merula L.) Beibe Slrten burd^fud^en ben 
©albboben eifrig nadj JJnfeftenlaroen unb puppen unb tragen al3 »eerenfreffer au(^ 
jiir SSerbreitung ber betreffenben ©ol^^arten bei. 3)ie §lnfic^t, bog bie 3)roffeln über!^aupt 
feine tierifdjc ^oft aufnehmen, folange fie S3ceren !)aben, ift nac§ ben güttcrungSöerfud^en 
JRörigS nit^t rid^tig. 9Sielmel|r neljmeu bie 2)roffeln troj unbefc^ränftcr 3lu«wa^l an 
SBecrenfrüc^ten gleicfijeitig unb in grögerer SRenge Qnfeften unb ©C^neden auf. 3)ie Seeren» 
na()rung im ©erbftc bilbet onfc^einenb me^r nur einen (Srfa^ für bie bann ni^t me^r 

1) SRöiig: Ornit^. 3Konat«fc^r. 1899,42. — 2) ^cinje, Ä.: SfJaturm. gtfc^r. f. g. u. 
£ttj. 1910, 174. — 3) SRörig, ®.: ^rb. a. b. »iolog. 9lbtlg. f. 2. u. gm. a. Äaif. e)efunb= 
]^eit«amte, Sb. IV. 1906, 1. — 9Roe3mang, 3ul.: Ornitl^. 9»onat«fc^r. 1890, 336. 



142 etpeS 9adi. fit^ut flefltn lim. 

(o Iridjt unb in rdi^It^ mit im Sommer ju ttbeutenbnt 3n(etten. Senn btt flmfeln in 
einjdntn f^UVta fogoi anAaihn unb i^rt Borlttfit fü? tierifi^e flop auf bir SItfllungcn Don 
©inguegeln oiiStit^ntn, fo miig i^ntn int ^ntneflt ^(^ Soetd^u^S mit S«nninberung 
(ntaeatnfltmten wttben. 

Unitt btn SRabetiaTten fmb, wie auS beii äRagtnuntnludiiin: 

gen ^lootge^t, bie firifien eiftige 3''|cAt"Oc>^l<l0(t. ^tait Störig 

Ratten fii% unttt ben na|tgu fiovo unteTfut^len Srütien tB,i % an bei 

Üufna^me Don ^nfttten beteiligt. $Sit groge 3Rengen ^tnt>on fie auf 

einmal ju CcTtilfien DeimSgen, gefat barauS ^CTbor, bag tiid)t feilen 

toeit i'ibCT 100 XiablmOnneT obei etigedingt in einem ÜSagen gefun= 

ben niuibtn. Xog femti aut^ bei Siif)el^fi^er auf ^nfetteii aUei 

Ätt gelegentliift tr(olgrei(^c ^agb modjt, mürbe (dion obtn(©. 111) ft< 

tuä^nt. 9ad) ben notliegeiiben aRagenunterfutfiungen bilbet bie 3i>f«'= 

lenno^ningfagareinenntt^tunitieientUdienSe^ 

panbteit bei Sa^rung biefti^Dgelart im £t>iu= 

mtt. — au* ber lonnen^fltieiifl atetDett= 

UoDetSSnnbeSgenoffe bei bei Sertilgung berSie= 

femfpanneipuptien beobachtet motben (^Diptu. 

3bl. I9ia, 3S3). »tiben oben genannten Vu\' 

faibarten unb bem Xuimfalfen finb Seibtitre 

neben aKduftn ebtnfalli bie beuoijugle So^. 

Ke 3n(eftentteitil0ung mag bei ifinen uieüeiit 

ni{ftl febt inä ffiettitt^t faffen; e« liegt aber lein 

(Biunb Bor, fie ju übeifetttn unb biefe Moub- 

Dftgel bei allgemeinen ^eifplgungprei^jugeben. 

Sei tter bfofeen ©t^onunfl ber forft' 

nfi^Iic^en 3!ögel batf man H iebod) nii^t 

bemtnben (offen, oieltne^r ifl aucf| beten 

Änfiebelutifl «nb ffiermetirung faurc^ 

^ b befonbm @inri(^tungen planmägig unb 

«M, si. 8äiiB*i*"i" ■>) tinti natü.ii4(n «iftbsbit Quf mSfllic^ff flroS«! ®ebi(ten la begünfti: 

btt amtrn QunCOiflblM: bl rinei D, QnltplAiA'n rr-s ■n ■. r r> . . -. 

waMfti. «rtTBrv. («4 «i.i.».»»)' Ö«n- ®« 'P n"t 9"6er Sreube ju begtüßen, 

bafe in ben legten Sa^rje^intm oßerort» eine 

(ebtiofte ^eiuegnnQ jugunften tmti nerftärtten aSogelft^utreö eingefe^t i|Qt, Unter ber 

Sü^ruug be8 Srei^emi v. Serlepf^ ^oben bie ((^on ftü^ '^' 

©loger. Siebe, ?(re^m, Äufe u. o. eifrig, ober o^ne nenn« 
»etfoc^tenen SBogelft^mfbeftrebungen eine fepere 9Safi« bo= 
bun^ gewonnen, bag bie ftaatUi^en ^te^öiben fie gu intern 
$flegftnb gemacht tjaben. 

m möge ^iei barauf ^ingetniefen fein, ba| gegeuflbet ben 
ieitheiigen Anfielen bie »egtünbnag ber Sotmenbigltit be« »o^ 
g[|f(hu^ eilte anbere gcmorben ifi. Siebe, ber 9ianbei unb 
%«!e4tei btS fiillKten ^ogelitbuße«, ging booon ouS, bafe ali 
*cinAip br» SogelfAupel bie lEi^altung bei Unoeije^itbeit ber 
9iatui gelten müüe. güi 0. SSeilepfd) ifl ber Sogelldju^ sunäditt 
eine Dottämiilfdiaftlidie Siage, unb fo tfl in bei heutigen ^eit ba4 
?}il^lidileit^piinjili an We eipe unb enlf(fteibenbe Stelle gelitten. 
Unb baS nidit mit Unied|t. benn, nvnn autb bie injettenfieffenben 
S$gel e^ nie iciiigbiingen meiben, bie ^"f'Henplagen auSbcT^tli 

ju f6anen. )o rt^llrn Tie ba<^ einen fttir btaditeneiDeTien Qllei*' 'hiii.. noÄ t'ic'ieBann). 
grvidii^iofroi in ber 91alur bar. Sie Sebtutung, bie pe baburtfe 

eikngen, iai Tie ben ä3eitanb an jdiSblidKn ^ufe"'" 'u engen (Sienjen bolten unb uabi' 
i.-^ieinlid) mancbeSnielienfalamität im^eimt eiFiiden, obne bag btrii?(nfi$ ti mettl, if) gioS 



3n(ritni: aOgtineinf«. 



genug, um ble in tifln iiinic auf Sc^n^ unb 
!6mne^iung bti unbebingt n&ßtii^en 
SSecl geiid|ttttn Ccfhtbungftt jdtgtmfig 
tii^incn ju [af(en. Sal obtit genannte, 
Don beni Verlangen nadi !6efiiebigung 
unleni et^i((^en imb äft^ttiji^en »e. 
butfniRe bttiierlt ^tiniUi tts Siebefi^n 
Si>gel|(^uBei. bte SSgtC um ibiei FtCbft 
niHen tu i^üfttn, Tann neben bcm Kft^s 
lii^teiUpnntiti fe^r mobt hfte^en blei' 
ben unb SJeardtung (inben. 

'Süt erfoleteit^e Sueübung be« 
^ogelfc^utK^ \t^i bie ISrgteifung bet 
nac^fCe^enben SRogna^mtn DDcaui: 

1. Sdiaffung fof(enber 
9liftQeIegen!ieiten. ^ierju gebart: 

a)2>te (St^altuns f|o^lct ober 
mitSpec^ttöcfieniüerie^nietSQunie, 
mfomeit ftdt bieje Si^onung mit ben 
öittii^en forfllicfien 5Hüiffi(^teu Der. 
einigen lägt. @oI^e Zäunte [inb )u; 
gteic^ Dorjüglicfie @d]tu))ftDtntel für 
bie forftnü^Iidieii Sfebermöufe. 

b)3)a3!lu3^ängent)[)n91ip= 
^ö^len. Sin bie ©teile ber bisset 
meift bemitjten, nodi ben ißortcbriften 
Den @)[oger, Slug unb Siebe ge^ 
fertigten, anä Stettem jafammens 
genagelten, vtete^gen Säften finb 
^eute bie Don 93ettepf(l)f{^en 9iip' 
^ö^ten getreten. £Son ber ^toba^' 
tung geleitet, bafe bie für bie Snfelten: 
üettilgungroii^tigeniiöblenbrilterom 
liebffen ueitoffene ober nid)t belogene 
Spei^t^ö^ten ju SRiftftätten roä^Ien, 
M Don Serlepfc^ feine fUnfttit^e 
^tiftfiö^Ie ber be8 ©perfileö fo na= 
turgetceu roie mbglidi nat^gebitbet 
(9Ibb. 57). 

3)ie Sifltjü^len werten bun^ bie 
gobriten oon ^ermann edjeib, «a= 
ren=3BePfalen, unb Stanl »etif*ln= 
get, EenibuigiS^meij, für ölanj^öWeni 
Brüter in Di« Der((^itb(nen ®ifl6«n tfa-- 
gf fieOt. §0^le A (ginjelpteiS 0,70 9Bt.) 
i[t (ür bie fleinften ^Ofilenbrüter (»ttU 
fen, a9aumlfiu|eT, S^Tauti^iegenfängeT, 
l^aittniDtic^nianj, 3Benbt^aU, f leinet 
euttt{pt(^t) benennet; ^bi)k B {l£injel. 



Mci «ifltltlrn : ■ mll SIk 

geginütn, b mit fcitllchn itlugToib, >. 
(nii^ (jtltmatiR), 



144 



ISifte« 9ad). @ä)u1i scgfn Zint. 



pxti» 0,90 9)I(.) ip fQi @taie unb bU bdben gieBtren SSuntfptc^te, mirb abn aui^ »on Sto^U 
mti\t, 6ped|tnieife, äBenbe^alä, SlaTteniotfi^tDanj unb XiaucTJliegenfdndci btjosnt. §t)^len 
C unb D (fSinitÜntiä 3,20 IRl) finb ffit @iün: unb Otiaulpti^t, SBiebtl^opf bgiu. fttx &o^I< 
taube, »tflurade, »o^Ie, luraifalt, ©t^TOarjftMt^t unb 6uUn. gflr ^mtb^a^lenbrütn (fiouö' 
ntfc^luanj, Sat^jlttge, giaucT gUegenfäng«) i^ bit $alb^fif|(t F (Übti. fi8) bmiifntl Hit 
^b^Ien befttfien mit 3Iu€na^me be« Sai^cB aus tinem ^inieti^tnb ^aihn Saumililtf. %et> 
Mjtnbtt reiib @tl*, Stf^e, Rief« ober onbercä nit^t leitet ri|(ig »«benbefl ^olj. 5)ie StulÖfl^te 



Wb(t mitb ftaft^tttfa- 
«intm iiiieoöaltm 9ia 
auägebo^rt, betont mt 
nettn SBanb eine fie 
ben m^tln bat ün^a 
leiC^leni unb toiib mit 
innen ttaai an^dqt 
tunbtn filu^lo^t un) 
terci wiTb entfpTCi^ent 
ber KiFt^a^IenbetDD^ni 
genübti ber !Iu|t|Snge 
feitlicEi betftiben auSge 
tbcnjo nie btr auf 
%titl au« 2 cm bid 
^olg befte^enbc Huf^dn 
dI)»^ unb untertmlb 
je ein buii^ ein ^i 
blatteten gef(4ü|)tee 
bucc^ toeli^eB bie jum 
ber Wift^fl^Ien bie nenb 
brnndgel gejü^tl me 
«bb. 69). 



-d|nai^OftenobEi®üb< 
Stet ift. 

lan :ut gut, ati jebem 
: eine SHfl^Bfilt aniu. 
nb bie jnt ^JeTfUgung 
^lö^len im SBeftanbe 
9äuBertei(en. aHfiien= 

JDQen mäglidift nie 

SO @4^" Doneinan: 
it fein. 
>K |)iltilen finb {o gu 

bai fie ni^t matleln 
Ol bem Huf^fingen mit 
gen ÜHenge bon SdBe- 
£ibe ober Sloif ju \ÜU 
lie SStile A ifl ■/„ I, 
1 einjufülten, fo bnß 

SteUe ber 9!efimulbe 
[ cm tioi^ btbetfl ift. 

mit ben oon 99ei> 
1 Sitft^d^Ien blähet ei= 
olge finb meift bun^i 
aüS an(iIennenS= 
roette. aSgefe^tn 



aSeim Suf^ön^ 
gen finb fcilflenbeffle= 
geln ju btobmftten: oonbtnBonij.SJtT. 

s) S« eifolgt levfc^felbftinieiges 

am be^n im ^erb^ nen Salbe beobai^= 

obei iDd^renb :bee teten ergebniffen, i^ 

SinterA. aui^ anberaäitj, 

b) Sie 9ii^: roie bie Setanntmo' 
^B^Itn finb fentre^t t^ung beS preuli^ 
ober mit geringe i fd)en SDIinifteriumd 
9!eigung nadf ootn ^mmaioit (eaniniÄnittr".» bniMtWar», nb äuiuftf fö' £anbroirtfi()üft, 
in 2—1 m ^a^e fo rgtn. CO gutitibtsaritr, dd rattaUgitKtf (rttiirincit. ®omfinen unb 5Jor= 
aufguliangen, boft imi^ feitlemann). ften Dom 17- Sep= 
tember 1907 befagt, eine meitbare Sinmtrtung auf bie fdjäblii^en J^orftinfetlen buK^ bie Sn= 
Tiebelung bon ^S^lenbiütem ftellentDeife ttial|Tgenommen worbcn. 9Ia(^ bei eben angefügten 
8rlanntm(i(f)ung fjabcn Rit 5Weifen in reinen Kiefernbeftänben fdjluet anfiebeln taffen; beffere 
ffirfa^rungen finb f)ier mit bei anfiebetung bei Stnre gematfit roorben. äBeiterl)in ^af fit^ au4 
nai^ ben in ben pieügift^en StoDtäforfteLi gefammclten Urfa^rungen, ba« auSfcblagen bet 
glugtac^ei ber EHift^öEiIen mit SBIet^ (gegen löenageii unb gimeitetn bei giuglfl^er buK^ 
eic^tiaindien) nii^t beroäljrt, roeil beraitig flcfi^ü|te ^fl^leu bon öageln gemieben toetben. 

c) ©diaffung Don 5RifffleIegen^eilen für gretfitütcr. ^urcfi ^npflonjung 
geeigneter, fic^ ftott Detii|tetnber unb ben St^nilt ßiit oettrnflentiet ©tran^orten, 
buic^ '^nfnge ddh ^etfen an Strafen unb Sa^nbämmen, tebenben Saunen an$flanjr 
gärten, (Schaffung bon Untei^ofj an SeftanbSiänbern ulni. 

^ad) beui ^Digang uon u. IBerlepfi^ empfiefilt fit^ bie finlage befonbeiet Sogel- 
{(^utrge^aije on geeigneten ^unlten. Someit guter löoben ^ierflii nidjl Detfügbar ift. 



Sitfdtcn: üngnncinti. 145 

lalfai fi4 UlttJiobuttiPc ^Uättti, Sttinbmd)t, Sc^uk unb @anbflTu6tn, gcUnb^net, Uftn 

[id|ii)utigtn ufm. mit gteisneltmStiauditstif bcppanjcn. Sntti^baT ^iciju Tmb toiDie Stai^tl' 

btm, XBtt^boin, ^onibaum, $u(^t, milbc 9Iofe, Siguitet, ^tdenrol« (Lonicera), Sodttoni, 

Ditginifi^« ©oi^olb«, gitfite u. 

a. ©ei «nloflt unb ^fltße itt- 

aitig« Snkgen ift bic Si^ffune 

tiatS bieten, bon einei VBiLb^ 

ia\rtü)tit umecbnien unb uon 

tinjtincn ^Blintn eaumen Qbci:= 

^tüttn SuldUMcta, ganj be[oit' 

bnä abet bie S^affung ga^lrei^ 

c^CT quitlfiSrmig« Seriipelunaen 

aU Stcßuntcilaeen aU Qitl ju 

Dfifolgtn. Stit gu blcfcm Qtotdt 

gn bnfa^tnt i^, baiCtber gibt 

bit oben atiBclü^ttt St^Tift con 

^itlcniann auSfa^rKt^tn 9u^ 

d) €inTt(^tunQ von 
äßtnterfüttfrung füt^o^tn 
Sdinee, namentltt^ aber für 
ÄQU^teif unb Olattei«. Die 
güttening niug naturgemäg 
unb wtotiD öiflig fein itnb 
baif bun^ tetne äSittening be-- 
etnträf^tigt luerbrn, fonbern 
mu| ben SiBgetn fteU jugöng' 
li(^ bleiben. 

Auf erunb [dnn (^fa^^ 
ningtn Demiitt bon (BEilepjc^ 
bic jtitbtiis€n {Irütltningfmet^o- 
beniinbSfltttTUngdUoirii^tungcn, 
unb em^jfie^lt aU ben uocfte^enb 
gcnanntenScbingungengtnügcnb 
bniSuttcTbaum.b.i.bieKac^^ 
bilbung eincS mit Snjtttcn bl^t 
bejt^ten WabelbaumeB, |crner bie 
oon i^m fünft rutetlen gultetop; 
pantr: 6effi[(4ri ^aUtzijaui, ^utttTglodc unb ^utter^Dlj. flU ^uüerbnum 
IBnnen aOe SVabtl{|BIjtT, befonbcil gtc^ttn ober cinjtclne ä|te utib Stfeige foli^er Dermnbet 
wnben. ®ie mcTbcnjum gutteibaum buti^ Übeigiegtn mit einer in Hüarmem gett, Stin^ 
btr> obei ^tummellalg gut eingeiü^rten Suttcimifi^uiig (gema^Itned tiodened Srot unb 
SIri[d|, $anf, 3RDl)n, ^afcr. Sonnenblume nleme, tiodenc ^oIunbeibeeTtn, JImeifeneiti). X>a 
Itbtnbt ^dumt burt^ ^ufgiegen ber feigen tJlüirigleit bie Sinbeln Orilicten, [inb nur ab« 
IBmmlit^ obn bereite abgehauene ütSume (gebinuc^te S^riR: obei XeIoration#b3unu) ju 
gntttibanmen jn vermrnben. 

»eim ^tir<f'1)en gutteitiau« 
(«bb.eo) unbberf^utteTglDde(Ubb. 
81 unb 63) fmb Suttertitdi bjro. bie | 

(elbptfitifl gefpeifte tfuttettt^ale |o ooi 

bem «Ein(Iu| bei SBillerung gel^Üöt, tu. es. siitm^otä, ' 

bag boS Suttee nit^t Derbitbt unb ben 

Sitgefn iebeijeit leitet jugdnglit^ bleibt. Stifl SutteitiSIgei (Ubi. 63) nerben 20 cm 

lange, 3 bii 6 cm bide Sl^flüde uemenbet, bie auf einei; ®eite mll 2 cm meiten unb Hefen 

bti, SorftMuB. L 4.Hii[l. 10 



146 (Erfte« IBuc^. €<j^u6 gegen ^iete. 

I3o]^tl0(^em, ouf ber entgegengefegten @ette mit einem ^a^tftift ^um 93efefHgen unter 
9[fitoin!eln unb ©tammfrümmungen Detfe^en ftnb. ^it £0<j^er merben mit bet am f^utter« 
bäum oertt^enbeten ^uttermift^ung gefflflt. f^ad) ben in ben pteugif^en ©taatdfotften ge« 
{ammelten (Srfa^rungen l^aben ft^ bie fpejieH jur SSinterfüttetung bet SReifen bienenben 
gutterl^dl^er oorjügltc!^ betoSl^rt. 

^uger ben genannten f^uttereinric^tungen Iaf[en ftc^ felb{toeT{tdnbIi(!^ t^iele anbete 
^paxatt, 5. fd. bie $tu^n{d|e 9J{ei{enbofe, mit me^r ober n^eniget (£rfoIg in ben 3)ienfl 
bed Sogelf (^u^eiS fiellen. blad^ 9{ötig entf|)rlc^t aud^ bad 9(uiS^dngen abgebalgtet Xietfaba« 
Der (fta^en, Sfüd^fe) im ^albe ben ISnforbetungen Detnunftgem&get %9intetfttttetung. 

Die Sniage ber äBinterfütterungen mug notürlid^ fo gefd^e^en, bag bie SSögel 

im SBalbe jeftgel^alten, nic^t aber, mie eis burd^ bie nur in ber 9la^e ber SEBo^nungen 

ongebrad^ten Fütterungen toof)l oft gef(!^ie^t, Don bort abgejogen toerben. Sei grö^ 

^eren Snfettenlalamitöten finb ^niizxplä^t innerl^alb ber $auptf ra|^erbe }u errichten. 

e) Untertaffung ber Streunufeung*), tocil bei Ausübung berfettcn (tom 

SKdri bii5 3uU) eine gonjc Angabt nüftlid^er Sogelarten, toett^c i^rc SRefter auf bem 

Soben ober in beffeu SRa^c onlegcn, bceinträd^tigt wirb. 

9{a<j^ ben S3eoba(^tungen Don t>, ^etle^fc^ ftebetn ftc^ bie Söget bott am liebften 
an, tt)o haS meifte alte] £aub liegt unb meiben ©teilen; too bie fiaubftteu entfetnt toutbe. 
9(13 ®runb ^ietfüt fielet t)onSerle|)f(!^ teeniget ben grOgeren 92a]^runig90octat beS ftteu« 
bebedten SobeuiS aU Dielme^t htn Umflanb an, ha% ben S5geln aitf flveuleetem S3oben 
ein natütlic^et ©c^ug gegen il^te ^einbe, baj^ 97a{(^eln bed iSaube^, fe^lt. 

f) ünterlaffung bed Sbfa^rend ber im SEBatbe tpöl^renb bed SBinterlS aufbe^ 
reiteten Staummeter, Sangl^aufen, Sßellen^unberte ufto. toö^renb ber Srut« 
geit, ba bie genannten @c^id^tmage gern gur 9teftanlage benu|t roerben. ^ecfen f ollen 
avid gleichem (Srunbe mögtic^ft nic^t ma^reub ber Srutgeit gefd^nitten merbeu. 

g) Sefamt)fung ber SSogelfetnbe. @c^onungdIofe Verfolgung f orbern, toenn 
eiS ftd^ lebigtic^ um SSogelfd^u^ ^anbelt: ^a^e, äBiefel, SRarber, Stttd, ^ül^uerl^abic^t, 
©jjerber, Stfter, Sperling. Änbere liere, wie (SvSfybtniftn, Siebenf^I&fcr, ^ol^cr, 
graben, SBürger, Smfeln bebürfen bann einer entf|}rec^enben Semtinberung, xotm 
fie burd^ gu ftarle SSermel^rung ben ermünfc^ten @teic^gen)tc^tdguftanb in ber 92atur 
gu ftören beginnen. 

Der oft ärgfte Scinb ber ©ogclwctt, ber SKenf c^, Iä§t fi^ in feinem SSerl^aÜen 
gu ben gefieberten 93en)o^nem bon Selb unb SBalb nur burc^ gefe|(td^e Seftim^ 
mungen unb burc^ Selel^rung regeln. 

Die begüglic^en gefeftlic^en Änorbnungen^) über Sangen unb löten ber nüfe^ 
lid^en SSögel, äudne^men Don SBogeteiern, Qex^bvtn Don junger 83rut ufm. lönnen 
ber 9latur ber @ad^e nac^ nur Dom Qtaatt audge^en, fallen ba^er nic^t mit in bad 
©creic^ ber Sorftfc^ufelcl^rc. (£« ift fe^r erfreulich, bag für Deutfd^lanb ate grucftt 
langjähriger (big 1876 gurüdreidfeenber) SBemü^ungen enblid^ (1888) ein Söget 
fc^u|ge{e^ in ^aft getreten unb gegentoörtig in ber burd^ Sluf^ebung bed ^ammet^^ 
Dogelfangeg gtoeifeöog Derbefferten gaffung Dom 30. 3Rai 1908 in (Seltung ift.*) 

3n tatfräftigfter SBeife wirb gurgeit Don fförperfd^aften aller Art*) ba^in gcs 



1) ®ronet: SWonatSfc^t. f. b. fj. u. 3w, 1877, 98. — 2) »gl. Snfömmenflellung 
bet n)i(^tigften (^efe(e bett. ben Sogelfd^u( bet mitteleutopäifd^en Staaten. Otnitl^olog. 
3Ronat«f(^t. 1898, 79. — 8) Don ©ojbetget, baf. 1908, 453. 

4) ^ie naml^afteften beutfd^en »eteine ftnb: ^eutfc^et IBetein gum @d^u(e bet IBogel« 
melt, Sunb füt IBogelfc^u^ in (Btuttgatt, Sntetnationalet gtouenbunb f üt $ogetf(!^u( (beutf(!^e 
9lbtlg.) in (£^atlottenbutg, Setein fflt SSogelfd^u^ in Sa^etn, SSogelfc^ufrDetein füt bod 
©tofellietgogtum Reffen, ^tein 3otbfanb, — 2)ic gottfd^titte bet neugeitlid^en ^emegung 



^nfeften: ^Hgemfined. 147 

ftrebt, burd^ Sufllärung unb Sele^rung für bie Serallgemftnerung ber Sogel^ 

fd^u^tbeen }u tDirlen. 3)ie erfolgretd^fte Untemel^ntung in btefer 3ii(^tung bürften bie 

praftifd^en Se^rlurfe fein, bie gut Sudbreitung ber ryon ü. Serlepfc^ vertretenen 

äRajsnal^nten iä^rlid^ an ber ftaatli^ autorifterten SSerfud^d^ nnb SRufterftatton für 

S3ogeIf(^n| auf @d^Ioggut @eebac^, ^eid Sangenfalja, feit 1911 auä) in ^atftcn 

Reffen unb Sac^fen, abgehalten merben. 2)te (£rri(!^tung k)on Sogelf d^n^ftationen 

nad^ bem Seebac^fd^en aRnfter in Reffen (S)annftabt) unb in Sägern mirb jur raei^ 

teren Verbreitung bed @inned für naturgemö^en unb bantit »irffanten SSogetfd^u^ 

beitragen. 

^en 3ugt)ögeln gegenüber ^at ber Qhrfolg ber gefamten @(^t^beftrebungen aber ha9 
99ejle^en internationaler .Vereinbarungen jur unbebingten SSorau^je^ung. Solange bem in 
ben ^ittelmeerlönbern ge^anbl^abten IBogelmaffenmorb nici^t burd^ ©ci^affung unb^urc^« 
fül^rung ab^eüenber (9efe(e entgegengetreten mirb, bleibt bei; mitteleuropäifc^e Sogelf d^ul 
ein S3ru4ftü(f. 3)ie auf bem internationalen omitl^ologlfd^en ßongreg in $aii9 1895 Don 
X)elegierten oSer größeren europdif(!^en Staaten enttoorfene, aber erft 1902 (19. Vl&tfD xati» 
fixierte ttbereinfunft ^um ©c^u^e ber ber Sanbn^irtfc^aft ü\n>. nüi^liä^tn Sögel ift nur ein 
je^r bef(^eibener (Er{a| ffir bad in ^inftd^t auf internationalen %ogel{(J^u^ ^u SBünfd^enbe. 
S)ie Übereinlunft ift mangell^aft, toetl fie fid^ nut mit bem @(^u^ ber fog. nü|U(^en Söge! 
befagt, unb fie ift nod^ toeit mangelhafter, meil fie bon ben oU Sogebertilger tjornel^mlid^ 
in {Betracht fommenben Staaten, oon Italien unb ben norbafrifanif(!^en ^üftenftaaten, nid^t 
unterzeichnet n^orben ift. 

3. iRe^iHIieii unb ümpW^tn. 

S)ie ^ier^er gcl^örigen liere finb f aft burd^gängig afö 3nfeftenfreffer nüfeüd^ ; 
fie treten aber n)egen i^rer geringen Krten^ unb Subik^ibuenga^I gegen bie ©auge^ 
tiere unb SSögel bebeutenb jurüd. Sefonbere SSead^tung t^erbienen n^ol^I bie (Sibed^fen, 
bie ben aud ber Sobenbede auffleigenben @d^äblingen (^efemf|}anner) eifrig nad^^ 
ftellen unb bie meHeid^t ^in unb lieber — bei jal^Ireic^erem Sluftreten — ebenfo 
nü^tid^ iu n^erben Detntbgen mie bie @ingt)ögeL äiuger^alb ber ©c^onnoüoenbigleit 
fte^en ßreujottcr (Pelias berus Meir.) unb SRingelnattcr (Tropidonotus natrix Boie.).- 
Die ßreujotter nä^rt fic^ jttjar jum grö|ercn Seit öon gorftfd^äblingen, namentlidi 
üon SRäufen, tritt aber aud^ gelegentlich atö Sleftrauber auf unb mac^t il^re bebing« 
lofe SSemi^tung befanntlic^ aud (Srünben ber menfd^tic^en @ic^er^eit notn)enbig. 

4. 3nfelten. 

9lü^Ii^e, b. ff. oon Sotftfc^äblingen tebenbe Snf^^ten finben ftc^ in allen Drb- 
nungen, mit Studnal^me ber @c^mettertinge. Z)ie jal^Ireic^ften unb mic^tigften %amU 
Ken gel^örenben ßäfern, Hberflügtern unb SUegen on. S)ic SRefef lügler ent* 
Ratten nur nü^Iic^e Srten. 

a^ ift nid^t leidet, ein Hared 93ilb über bie mirtf^afttid^e Sebeutung ber nü^- 
Kd^en 3nfe!ten ju befommen, unb e^ fte^t ju bermuten, ba| i^r SBert für unfere 
tultureUen SSer^dltniffe tielfac^ }u ^od^ teranfd^Iagt mirb. 

3m allgemeinen fonn ate feftfte^enb gelten, bag bei größeren Snfeftenfalomi* 
täten bie Sit^i^ii^uensa^I ber nü|Ud^en 3nfeften, befonberd ber Sc^maro^erinfelten 
unb ber Saufläfer, im geraben SJerl^ältni^ gur S^naf)mt be« gra^e« ftcigt. Diefer 

gugunften ber Sogelroett laffen ftc^ and^ baran erfennen, bag bem erften beutfc^en ^OQtl\dinp 
tag (1910) in (S^artottenburg bereitiS im 3a^re 1911 ber j^teeite in Stuttgart gefolgt i^. 

10* 



148 <St{ied 93u4. ed^u( gegen Xtere. 

Srfc^einung muB aud^ eine um f o größere 83ebeutung beigelegt tuerben, att bie Xfitig^ 
lett ber n&^Iid^en Säugetiere unb SSögel faft unmerHic^ toirb, fobalb ein ^n^tütn^ 
fra| größere Dimenfionen angenommen ^at. (£d barf aber anbererfeiti^ nic^t ttt^ 
geffen toerben, bag ein mtrifamer, jur 83eenbigung be§ Sraged fül^renber 9(ulSgIri4 
jtoifc^en ben @(^ab(ingen unb ben il^nen feinbltd^en ^nf^Iten meift erft nac^ 3<^ten, 
b. 1^. erft bann erfolgt, toenn unfer äBirtfd^aftdobjelt, ber SBalb, fd^ou em))finbltc^en 
6cl^aben erlitten ^at. 2)ie :pilfe lommt nid^t jeitig genug, aU bajs man fid^ auf fte 
öeriaffen fönnte. 

9la(^fte^enb feien bie mic^tigften nü^Iic^en Snfelten aufgefül^rt unb l^infic^tlic^ 
i^rer lätigleit getofirbigt. 

A. I^üfer (Goleoptera). 

1. Sauf fäfer (Carabidae). Sorftnu^Iic^ finb unter il^nen bie @anblafer 
(Cicindelini) unb bie ßauffäfer im engeren ©inne (Carabini). 

2)ie Sanblöfer (Cicindela campestris unb hybrida, feltener 0. germanica 
unb silvatica) finb K^araltertiere ber fanbigen ßiefemtoälber 3^re Saroen graben 
fic^ fenfred^te, feberüelftarle SRö^ren im @anb unb lauem am (Singangdlod^e mit 
^erDorgeftredCtem ßot)f auf Dorüberjie^enbe ^nfeften, um biefe ju ergreifen unb aud^ 
juf äugen. S)ic Ääfer lieben fonbige, fonnige Sagen, in^befonbere breite Sanb? 
n^ege, laufen unb fliegen lebhaft unb fc^neU in furjen 9(bfa|en, um fid^ balb n^ieber 
nieberjulaffen, unb morben anbere gnfelten mit großer SBegierbe. 2)ie ßaufläfer 
im engeren @inne rauben unb töten ald Smago unb Saroe anbere ^nfeften in aOen 
(Sntmicfetungdftabien, }umal Saroen, finb dugerft gefräßig unb treiben i^r rduberifc^eS 
SBefen meiften^ jur SRac^tjeit. gn erfter öinie faöcn i^nen bie im ©oben unb in 
ber Sobenftreu lebenben, übermintemben ober fic^ l^ier öerpup^jenben Sorftfc^äbtinge 
(SaateuteU; Siefemfpinner, fi^iefemf^janner, ffieferneule, Engerling ufm.) jum Dpfer. 

2)ie Sauffäfer übermintem unter 9RooiS, Steinen, 93aumrinbe, in alten, faulen 
Stödten ufm., begatten fic^ im ^i^ü^ia^re unb legen i^re @ier DerftedEt in bie Qxht. 
SRand^e 9(rten fpri^en i^ren Seinben einen bei^enben, fc^arfen Saft an^ ben ^ncU 
bcüfen entgegen; anbere entleeren beim Eingreifen eine braune, übelried^enbe t^tüffig« 
feit aud bem SRunbe. Sie teilmeife großen, meift bunfel gefärbten SarDen leben in 
ober über ber @rbe unb bcr^juppen fid^ fd^üefelic^ im ©oben. 

äuffattenb ift, ia% mand^e ßaufläfer in Woupcnfrapeftänben in großer SDlenge 
auftreten. @d ift aber ni^t betannt, ob biefe ©rfd^einung in einer burd^ S?a^rung§- 
reic^tum hervorgerufenen SRaffcnocrmc^rung ober in Sutoanbern oon anitn be^ 
grünbet ift. 

Sorftüd^ beod^tcnSttjert finb unter ben (Srbtauffäfern junäc^ft natürlich bie 
im SBalbe lebenben großen arten. Der größte ßouffäfcr ift Proerustes coriaceus L. 
3)ie ^äuftgftcn Slrten ber ©ebirg^malbungen finb: Carabus auratus L., auronitens 
Fabr., silvestris Panz. unb violaceus L. 3n ben 3orften be^ ^ügetlanbe^ unb ber 
ßbenc finbet man oorjug^toeifc: Carabus grannlatus L., glabratus Payk., cancel- 
latus III., intricatus L. unb hortensis L. 

93ei loeitem mic^tigcr finb bie beiben ^tctterlouffäfer ber Gattung Calo- 
soma. S)ie große, golbglänjenbe Mrt; ber ^ßup^jcnräuber, S^cop^ont, 93anbit (Calo- 
soma sycophanta L.) lebt oornc^mlid^ in 9?obeI^otjttJäIbcrn unb leiftet in ffiefernsf 
fpinner^, SRonnen* unb Siefemeulenfraßorten toerttJoDe Dienfte, toä^renb bie Heinere, 



3nfeften: tCHgemeined. 149 

bronjcbraune Hrt, C. Inquisitor L., ntc^r in Soubtoätbem öorfommt utib l^icr ben 
Stoftft)annerrau))en Sbbruc^ tut. 

S3eibe Safer fttc^en i^re Säeute ttic^t nur am 83oben, fonbern auc^ in ben Saunte 
fronen, unb itoav beteiligt ftc^ bie Sart>e in gleichem äRage an ber Seläntpfung ber 
@(^ablinge toit bie gmago. 

(Sine Segünftigung ber nü^ ticken Sauff&ferarten ift nur boburd^ ntög(i(^, bag 
bei Stemftonen üon Slaupengraben, Sangtöc^em, Stüff elf äferf allen ufm. bie ^ier oft 
in groger SRenge fid^ anfamntetnben fi&fer in grei^eit gefegt loerben. 

9tad^ neueren SBal^e^mungen gibt ed unter ben Skiuftäfern aber auc^ birefte 
Sorftfd^ablinge. Sinige fleinere flirten ber (Battungen Harpalus, Pterostichus » Poe- 

cilos unb Bembidium t^ergreifen ftc^ an t^egetabitifc^en ©ubftanjen. 

^et (Setretbelauffftfer (Zabrus gibbus Fabr. = Zabrus tenebrioides Goeze) j. 93. 
ifl f(!^on läng^ atö @(^abUng beiS StomS belannt. 2)ie ftäfet benagen bie jungen faftreid^en 
ßömer bei; (S^etteibeä^ren, unb bie Sar&en jerfauen jur ^lad^t^eit bie ^(dttet ber jungen 
(0etTeibe|)f(an}en, um beten @aft gu genießen. 

@d^aaP) ^at fonflatiert, ba^ unter mit Wlooi bebecften ^Rabet^ol^beeten eine groge 
fln^ai^l Don £auffäfern (Harpalus tardus Lair., Harpalni aeneui Latr., Calatbus eiste- 
leides Bonp. unb Poecilus lepidus Fabr.) bie ©aattiUen unaufl^dcUdf burd^toü^It unb Der* 
mutet, bag biefe ßfifer bie ©amen auffreffen. — ^ie Spt^xH H. tardus ^at ^eg im 
®tegener afabemtf(^en gfo^garten h)ieber^oU ald ©amenüerje^Ter beobad^tet. — (S^jec^*) er» 
ta^^e ben Harpalus ruficomis Fabr. auf mit Srettd^en bebedten @aatbeeten auf frif(^ 
%ai (bei bem geifauen ber ©amenlörner bon Maclura aurantiaca Nutt.). — IRitfc^e'} 
fanb benfelben Saufffifer auf mit SReifig bebecften @aatbeeten 5U ^unberten mit bem ^e^ 
treffen fotoo^t feimenber ©amen aU junger j^eim;)fl&n3(^en (Sfid^te) befc^fiftigt. — Kuc^ in 
d^emflfegfirten foU biefe 9rt ^a^Irrid^ üoiäommen unb bafelbß u. a. reife (3^bbeeren freffen.^) 
— - (Sd^ein') flogt bie toin^igen pinfen Bembidium-ärten: B. pygmaeum Fabr», qua- 
drimaculatum L., lampros Fabr. unb lampros var. velox Erichs, an, ba| fte teild 9i4' 
ten« unb Sße^mout^fiefemfamen, tro^bem er gemennigt mar, bid auf bie ©amenfiüHe Der» 
jel^t (B. pygmaeum), teild junge ^efernfämlinge am unteren, ben Soben oertaffenben 
Stfimmd^enteil angefreffen ^aben, fo bag bie ©fimlinge umfielen unb t^ertrocfneten (6. qua- 
drimaculatum, lampros unb 1. velox). 

2. @tu(flflg(er (Staphylinidae). ^ie SebeUiSmeife biefer burc^ fel^r (urje, ben $in« 
terleib frei (affenbe grtügelbeden gefennjeid^neten, fe^r bemegli£^en ßdfet ift im allgemeinen 
berjenigen ber IBauffftfer d^nlit^. @ie freffen (menigflend bie größeren 9rten) atö SarDe 
unb Smago anbere ^nfeften aud, fte^en aber ben iBauffäfem an forftliii^er Sebeutung nad^. 
SHe meifien Ihiraflügler l^atten [id^ bauemb am Soben auf. Wtaa trifft fte unter abgefol* 
lenem 2anf>, SRood, Steinen, namentlid^ in mobrigen unb faulenben Subftanjen (©d^iodm« 
men, W,% ^ierleid^en), aber aud^ unter IBaumrinbe, unb manche 9(rten finb ftdnbige iBe« 
mo^ner t)on 9(meifen^aufen. ^ie fiarben ftnb forftlid^ mic^tiger al9 bie ß&fer, meil fie ftd) 
met)r Don tebenber Beute ndf|ren aI9 biefe. 

5)Ctt größeren Arten Staphylinus (Ocypus) olens Müll., caesareus Cederly., ery- 
thropterus L. u. a. fommt for^Iit^e Bebeutung faum ju; et)er fd^nt tS, a\9 ob eine 91ei^e 
fleinerer Sormen, bereu ßaroen in ©orlenfdfcrgdngen angetroffen »erben, infolge ÄertiU 
gnng oon d^em, Saroen unb $u^pen biefer SBalbfd^&bUnge Beachtung oerbient. 

8. 9[ad!äfer (Silphidae). Unter ben bor^errj^enb oon 9ta9 unb faulenben ©toffen 
lebenben 9(adfäfem oerbtent nur Silpha quadripunctata L., ber Sierpunft^^adfäfer, (Sttoä^* 
nnng, meil er auf Saub^ol^^eiftem ben ©^annerrau^en nac^fteUt. 

4. ©tufrfäfer (Histeridae), ©lanafäfer (Nitidulidae), gabenfäfcr (Co- 
lydiidae), Trogositidae, Cucujidae. ^ie §u biefen ^milien gehörigen (leinen 
unb me^r ober weniger geftredten ^fifer merben oietfac^ unter Baumrinbe unb in ben ^dn-- 

1) Stttg. S- u. 3.>^8tg. 1866, 209. — 2) 8bl. f. b. gef. gm. 1878, 871. — 3) grorfkl.« 
naturm. Stf^r. 1898, 48. — 4) 8bl. f. b. gef. gfm. 1896, 98. — 6) Stfc^r. f. %. u. 

3m. 1904, 360. 



150 ^^ti ^^' ©4»^ d<floi 3:iete. 

gen oon Smrlenläfeni gefunben. ^eobadtitungen toei{eii batanf ^tn, bag {te bjto. i^re fiar« 
Den bobei anf 99aub audge^en unb btn IBoittnMfeni no^fiellen; man fie^t fte btSf^aVb aU 
Serbünbete bed fjfor^anne^ an unb jtoat: 

Don ben 9litibuHben: BhizophagnB depressus Fabr., Rh. grandii Gyll., Pityo- 
phagnB fermginens L., Ips (Gli^chrochilns) qaadiipUBtiilatas; 

t^on ben (Eol^biiben: Golydium filiforme Fabr. unb Oxjlaemng Tarioloeas Dnf.; 

üon ben Xrogofitiben: Nemosoma elongatam L. 

unb Don ben ^ncujiben: Laemophloens ferruginens Stph. 

5. IBuntf&fex (Cleridae). Um belannteßen unb forftl^ nfitlidtiflen ift in biefer 
f^ontilie ber {c^n^ar^toetB^xot ge^d^ete Hmeifentoolf (Clenis formicariDs L.). SRan ftnbet 
feine rofarote, htiotgixäft 2atüt ^duftg nnter ftiefentrinbe in ben (Sftngen üon Hylesinns 
piniperda L., auf beffen Saroen unb %upptn fie eifrig 3<igb nia(j^t. 5btt in feinen !6es 
megungen ben Stnuifen d^nlic^e ftofex läuft on Siaummetern, ©t&den, Sang^dl^m ufw. um^. 

infolge Übexf(!^ä|ung feiner Sebeutung ifi bei ftfifer M Smogo unb 2axt>t in ^entfdti* 
(anb fogax in grdgexen SRengen gefantmelt unb nad) 9}oxbamexi{a gebrad^t »otben, um ^ier 
a\§ ftam{)ftxu|)|)e gegen ^orlenf&fer audgefe|t ju merben, j. fb. gegen Dendroctonaa fron- 
talis.') 

6. SRaxien^, IBIatllauiSf&fer (Goccinellidae). ^ie fleinen, l^alblugeligen, 
Sd^toaxi ober xot bjto. gelb punitiexten ßäfex fliegen im ^l^ja^x unb legen t^re (boitec^ 
getben) (üer gxu^^entueife an ^^emcu^fe. 2)te bemegtid^en, auf IBlfittern uf». lebenben fiax« 
Den t>ttpvüßptn [td^ im 3uU unb %ugufi, fxei an ben ^Idttern ^fingenb; 14 Xage \pattx 
bemerft man bie ßfifex. ^iefe übexn^intexn untei fiaub, Saumxtnbe, in ^ol^rt^en uf». X)ie 
aRarienlöfex oerfolgcn unb töten, befonbexd aU 2cix\>tn, ^^Ixnä^t SBIattldufe unb 9HIben 
unb entttideln hierbei groge SJitoxbgiex unb ®efxdgig!eit. 92a4 Soefex') Dex^e^xte eine 
fiaxoe oon Cocc. septempanctata in 18 Xagen in ber ^dt oom Ku^f^tfipfen aud bem 
(Si büS )ux ISex|)u^|)ung 267 8(att(&nfe mit ^ant unb ^aax. 2)a ein Soccinellen'? 20 
unb me^x (JHex legt, lägt fic^ bie mixtf(!baftli(^e iBebeutung btefex ftäfexfamilte einigetmagen 
exmeffen. 

Km ^äufigften ftnb: Ck>ccinella septempanctata L., C. bipunctata L. u. o. SRand^e 
mixten Wexben nux im SEBalbe angetxoffen, j. 33. Halyzia ocellata L. (ooxjüglid^ auf Äic= 
fexn), H. sedecimgxtttata L. (befonbexd auf SKci^ten) VL\to. SHe SUIbenteüxgex (Scymnus) 
leben l^au^tföc^ltc^ an ^{abel^dl^exn. 

B. SHe^lligfer (Nenroptera). 

1. ©foxpiondfliegen (Panorpidae). ^e murmföxmigen iBaxoen leben in bex 
d^xbe oon oexn)efenben ©ubftan^. ^ie ^magined hingegen finb 9flaubinfehen; fte nä^xen 
fic^ oon fleinexen Kxten, bie fie in fti^nellem, f|)xungaxtigem Srluge auf niebexem SSuf^n^x! 
fangen, gfoxfilic^ bead^tenStoext: bie gemeine 6Iox^iondf{iege (Panorpa communis L.), ^x* 
ftöxt untex anbexen bie $u^pen bed SBeibenf^nnexd (Halias chlorana L.). 

2. SSaffexfloxfliegen (Sialidae). Sfoxftlid^ nfl|lt(^ ift bie Gattung Bhaphidia 
L,, ftamel^aUfliege. glug^t: fipxil biiS ^nni. S)ie (Siex mexben in unb unter 
Saumxinbe (bex ^efex obex Srid^te) abgelegt, ^ie glei^ ben gmagineiS buxc^ einen äbex» 

•mägig langen ^ald (Prothorax) auffaßenben, fd^fangenaxtigen, rinbenbxaunen Saxoen flbex- 
»intexn bafelbft unb t)txpupptn fic^ im fjrxü^jal^x o^ne (Socon; ettoa 2—3 SSod^en \pSAtx 
exfolgt bad fludfommen. ^duftgfte SSixi: Rhaphidia ophiopsis Schnmm. S^xe fiaroen 
fteOen (Sicxn unb Saxoen anbexex ^nfehen an unb untex bex Saumxinbe mit gxogex 9e« 
giexbe nad^, in^befonbere ben ^oxfenfäfexlatoen unb ben'9{onneneiexn; in 9^abelmalbungen 
häufig. 

3. 5loxf(iegcn(Hemerobiidae). Die Oerfd^ieben bunt gefärbten unb mit gxojen 
6augaangen audgexüfteten 2ax\)tti leben audfcf|IieBii(4 Don Slattläujen, bie fie mit i^xen 
l^ol^ten ^efexn auffangen unb bexen $äute fie famt i^xem eigenen ^ote auf bem Sfhidßen 
^exumtxagen. ^Olan finbet bie ,,$(atttauiSlöh)en" genannten SaxDen in ben bid^tgebxdngten 
IBlattlau^folonien, »o fte infolge i^xex i^efrägigfeit arge ^exroüftungen anxtc^ten. Die 3ma« 

1) ®fd}exi(^: 9laiuxto. 8tf*t. f. g. u. fi». 1912, 442. ~ 2) 5lxb. a. b. Äatf. »ioL 
«nft. f. 8. u. 5w. V, 1907, 282. 



3n{elteii: Slttgemeined. 151 

%\ntü galten ftd^ im ^etbft unb äBinter meiftend in ^äujern auf unb finb forftli^ belang^ 
M. 3m Sfrül^ial^t merben bie loeigeit ober grflnlid^en (Stet gni^^enmeife auf blättern 
mittels l^aarfeiner ©tield^en befefligt. i)ie fe^i fc^neU »ac^fenb«: SaiDe t)erpu^|)t [id^ 2~S 
Sßo^en itac^ bem ^u^Tried^en; bopl^elte Generation bal^er 9legel. 

häufige ^rten: Cbrysopa ynlgaris Sehn., Chr. perla L., Hemerobiua micans Oliv. 

4. 9[meifen)ungfern (Myrmeleonina). ^ie Stbtage ber (Sier erfolgt in trode^ 
nen, leidet roüenben @onb. ^ier graben ftc^ bie gebningenen, runzligen unb raul^bel^aarten 
Sarüen (9[meifenI5toen) an fonnigen Stellen, befonberd on füblid^ien ^öfc^ungen, ^rid^ter 
unb lauem in biefen — wie bie Cicindela-Sarüen — auf öorftberlaufenbe Snfelten {fimti: 
\tn\ totlä^t fte beim ^eranna^en burd^ einen @anbregen betfiuben, bann in it^re ^O^Ie jie^en 
unb mit i^ren großen, gelrümmten ©aug^angen audfaugen. ^ie auSgefaugten Snfelten 
f^Ieubert bie fiarüe au9 i^rem S^ric^ter l^erauiS. 2)te ben IBibetten ft^nelnben ^magined finb 
tröge Xiere Don geringem gflugt>erm5gen. 

gorjlIiAe S3ebeutung gering, el^er negotii) a\» po\iiit>, ha bie 9{a^rung ^umeifi in 
9(meifen befielt. 

^rten: Gemeiner ^meifenldioe (Myrmeleon formicarius L.) mit gefledten unb M. 
formlcalynx Fabr. mit ungefledten t!flügeln. 

C. IC^er|lfi|Ier (Hymenoptera). 

1. Sd^Iupftoefpen (Ichneumonidae)^). DieJJtugjeit biefcr äuScrftnöfe* 
ticken 3nfeften fällt in bie 3«^ öom SKai big äuguft. 3)ie ? legen i^re ffiier mit^ 
teld i^red langen Segebo^rerd einjeln ober gu mehreren bid oielen in ober an anbere 
gnfetten, bie fie ju biefem Se^ufe mit i^rem Softer anftec^en, unb itoax ^anpt^aä)^ 
K(^ in $u))))en unb Saroen, feiten in Sier, no(^ feltener in Sni<t9ined. gn ber Stegel 
ge^t an eine bereite angeftoc^ene ^anpt ober ^uppe leine jtueite @cl^Iupfmef))e; ie^ 
bod^ fommen in einseinen SdDen aud^ Uludnal^men l^ierbon bor. ^ie Sarben er^ 
fc^eineu tur^e Stit naä) ber (Siablage, leben in i^ren SBo^nung^tieren unb übertoin- 
tttn jumeilen in ben betoo^nten $u))))en. 3}land)t bohren fid^ nad^ boQenbetem 3&aä)^^ 
tum ^eraud unb berpuppen fid^ augerl^alb meift in Ileinen Socond, mit benen bie 
abfterbenben 9lau))en bann oft gang bebecft finb. Sie befanntefte biefer (Srfd^einungen 
finb bie mit ben gelben ßocon« bon Microgaster glomeratus Lair. überbedten Staupen 
bed So^Itoei^Iingd. Um bem Socon }u entfd^Iüpfen, fd^neibet bie SSefpe an einem 
Snbe bedfelben einen girlelrunben Sedel aud. Sie flbertointerung finbet unter äRood, 
©töden ufn). ftatt. 3)iefc ßeben^toeifc gilt für bie meiftcn ©d^Iu^)ftoefpen. 3)ie ganje 
(Snttoidelung gc^t in ber Siegel binnen 3—6 SBoc^cn bor fid^, bauert bei cinjclncn 
Slrten aber aud^ toeit länger. Sie Generation ift getoö^nlid^ einfad^; iebod^ lommt 
aud^ bo))peIte bor. 

Sic 3ntagine§ finb fc^eu unb flüd^tig, laufen unb fliegen, entfernen fid& ^icr* 
bei aber nid^t toeit bon t^rer ©eburtsftätte, treten gutoeilen in großen äRengen auf 
unb ^aben bie Sngetool^nl^eit, beftänbig mit ben gü^Iern ju toippen. 

Sie meiftcn ßarbcn fd^maro^cn innerhalb i^rer SEBirte, bereu flüffigc Säfte 
fie nac^ unb nad^ auiJfougcn. SKand^e Wirten ber Chalcididae (ober Pteromalini) 
fangen aber nur äu^erlid^ an i^rcn Dpfcrn („SBirten")- Sic befallenen 3tau|)en 
jtcrbcn jtoar nid^t gleid^, frcffcn bielme^r ftärfcr' al^ bottfommen gefunbc, inbem fie 
gemiff ermaßen mit für bie ffirnä^rung i^rcr ,,®äftc" forgen muffen; fie gelangen 

1) 3m oorftc^cnben fafjen mir ben ©egriff ber Qc^neumoncn im weiteren ©inne unb 
begreifen barunter bie gamilien Chalcididae, Proctotrjpidae, Braconidae, Evaniidae unb 
Ichneumonidae . 



152 <2^fte« ^ä), @(j^itt gegen Xiere. 

aber nid^t gut t)oD!onimenen Snttoidelung, fonbem ge^en aU SaiDen ober $it|>^eii 

unfehlbar jugrunbe. 

9Ran nal^m früher an, bie Sd^neumonenlaroen tmaf^xitn ftd^ Dom Sett!drpeT, aflein 
fc^on Sla^ebutg ^at auf bie Un^altbarfeit biejer ^nftc^t l^tngemie|en. 2)ie Sargen Idnnen, 
vermöge ber Dxganifation i^ret äl'hinbtetle, ben Sett!0t|)et gar nid^t ttexgel^ten, fonbetn fön- 
nen nut fangen, ferner fdnnen bie öngerlic^, ni(^t im :3nnem bed SBirted lebenben ^rDcn 
ben i^ettlöx^er gar nid^t erreichen, ^agu (ommt noc^, ba^ biele 8d^lu^fmef^en oon i^rem 
SBitte aud bem fiaiüenguftanb in ben ber %vippt mit fortgeführt merben; gur $erpu|>4)ung 
ift aber ber Settfötper unentbehrlich. 

2)ie Ichneumonen ftnb gum Xeil ))ol9))^age, gum Xeil monop^a^t ^n\ttttn\ 
mand^e ftnb fo monopl^ag, bag fie nid^t nur eine beftimmte ^nfettenart auffud^ett, 
fonbem fogar nur einen befttmmten (Sntmicfelungdguftanb berfelben befaOen, g. 9. hto% 
bie Sart}e ober nur bie ^nppt, 

SHe forftltd^e Sebeutung ber @c^Iu))fmefpen beruht barin, bag eine gan^e 
SngQl^I t)on i^nen unfere ^öufigften unb gefö^rttc^ften SBalbfd^dbUnge ald SBirte be^ 
nu^en unb baburd^ gu beren Serminberung in mel|r ober minber er^eblid^em äRage 
beitragen. S3ei größeren Staupentalamitdten toäd^ft bie Qo^l ber Don ben ©d^Iupf- 
mefpen befaUenen 3nbit)ibuen aOerbingd erft nad^ unb nac^ gu einer koirtfd^aftlid^ 
bead^ten^merten $ö^e. gmmer^in ftetten bie Sd^Iu|)ftocfpen einen jener Softoren bar. 
mit beren ^ilfe bie 9tatur bem anormalen ^(ntoad^fen einer ^nfeftenart, toenn auc^ 
nid^t abfolut t^er^inbemb, fo bo^ geitHd^ begrengenb entgegentritt. @o6alb bie Ser- 
me^rung ber ©c^Iu^jftoefpen fotocit fortgefd^ritten ift, ba§ ftcö ein großer leil ber 
©d^äbtinge befallen ertoeift, erübrigt fid^ für ben SBirtft^after bie Slotioenbigleit aßer 
ober toenigftend getotffer (Gegenmaßnahmen. Sei toelc^em S^ejaUprogent ®egenma|« 
regeln unterbleiben fönnen, ^öngt aber bat)pn ai, ob bie llnterfud^ung auf ©d^Iu^f- 
toefpen an puppen ober 9iaupen t^orgenommen tourbe. S)em an puppen lonftatiertcn 
IBefaQprogent fommt im aUgemetnen me^r Sebeutung gu atö einem gleid^^o^en, an 
übertoitttemben Staupen (föiefcmfpinner) t)orgefunbenen ^ßrogentfafe, toeil bie tnft^ 
gierten Siaupen t^ielfad^ ebenfo lange leben unb ebenfo intenftü freffen toie gefunbe 
Staupen. 

S)ie Annahme tjon SRafteburg, baß bie Sc^Iupftoefpen nur eine mcl^r fefun- 
bcire {RoQe fpielen, töeil nur gefd^todd^te unb Irante 38irte t^on i^nen befallen mür- 
ben, ift nid^t begrunbet. 3Jlan lann mit größerem Siedet bad Gegenteil annel^mcn 
unb uermutcn, baß Staupen, bie 3^neumonen beherbergen, atfo mit gu ernähren 
^aben, bcfonberS fräftigc ^nbiöibucn fein muffen, nienn fie bie i^nen gugefallenbc 
Aufgabe, ben ©c^maro^er gu entmideln, erfüllen n^ollen. Jtranle Staupen fc^einen 

öielme^r öon ben 5J}arafiten bire!t gcmieben gu werben. 

^er nal^e liegenbe unb fc^on bon ®. E $ artig geäußerte ®eban!e, bei Staupen« 
plagen bie ben Staupen gefö^rlid) toerbenben ©c^Iupfmefpen in bie bebrol^ten Oeflfinbe ein« 
gufü^ren ober i^re IBerme^rung burc!^ @ni(^tung Don fog. Staupengmingem !ünftlt(^ gu flei« 
gern, ^at praftiic^ nic^t bie i^m gunfic^ft beigemeffene S3ebeutung. ^ie Übertragung ber 
©d^tupftoefpen in äBalbteile mit noc^ gefunben Staupen {(^eitert an ber 8(^mierig!eit, \>a& 
erfrantte Staupenmaterial gu bef(i)affen ^u(^ bad 3u{ammenfperren großer Stoupenmengen 
in 3^iiigetn, fei tS, bag biefe aud mit ®a]t überfpannten (Sfei)äufen ober an^ bur^ ®td» 
ben ober Seimftangen ifolierten ^eftanbdteilen befte^en, mit ber ^bfic^t, bie ©(^(upftoefpen 
^ier in großen 9)tengen gu güd^ten, ^at ni(!^t bie gemünfc^ten Erfolge gehabt. 

Unter ben naml^afteftcn gorftfd^dblingen finb eS in erfter Sinic IKefcmfpinner, 
ßieferneule, Slonne, ßiefemblattwefpe, bie öon einer me^r ober minber großen An? 
gal^i oon ©d^Iupfmefpen afö SBirte oufgefud^t unb bementfprec^enb befdmpft werben. 



i 



1 



Snfeften: ^ttgemeitted. 153 

3n (Kern fc^maroften j. 8. : Teleas lae viusculus Rtzb. (ßicfemfpinncr) ^), Te- 
ieas terebrans Btzb. (Stingelf pinner) ; 

in {Raupen: Microgaster globatus Rtzb. (ftiefemfpinner), Microgaster soll- 
tarius Rtzb. (5Ronne)^ Pimpla Mussü Htg. (Äiefemfpinner) , Ophion merdarius 
Grav., Banchus compressus Fabr. (ftiefemeule); 

in SRanpen unb 5ßuppen: Anomalon circumflexam L. (ftiefernfpinner), Pimpla 
instigator Panz. (!Ronne, Sd^mammfpinner, ßo^Itoei^Iing, ©olbafter); 

in $uppen: Anomalon biguttatmn Grav. (fiiefemfpinner), Eulophus zantho- 
pus Grav. (Siefemf pinner), Eulophus Lophyrorum Htg. (ftiefemblalttnefpe), Ptero- 
malus puparum L. (großer S^d^d), Pimpla scanica Vill. (Äa^neid^ennjidler), Icb- 
neumon nigritarius Grav. unb I. annulator Fabr. (Riefemeule unb ftiefernfpanner); 

in boOIommenen 3«!^^^«- einjelne Arten ber Braconiden (STOaricnlafer^en, 
^afelnugrü^Ier). 

8. ^a\if>tot\ptn (Rapientia). S)iefe im @ontnter lebhaft fd^tofirmenben 9Bef|)en 
leben unge^cIIiQ unb bauen i^te ^t^tt in (£tbe (@anb), morjc^e« ^olj, SWauentJen ufw. 
6ie fallen ^latttftufe, 9laupen, j^afer, (SIrtllen, aud^ spinnen i&ubtn]6) an, oetn^unben 
fte butc^ einen 9ig ober @ti(^ unb f(!^leppen bte "^ierburd^i gelft^ntte SSeute in i^ie 9{efter, 
um bie @ier batan abzulegen. (Einige 9(tten toetf (fliegen ^tetnac^ bte SeSen i^ter 92eftet; 
bie audfommenben Saroen näl^ren fic^ toon ben beigebrad^ten 9}au4)en ujiD. 9(nbere Sitten 
Dexforgen bie99rut fortgefe^t mit frifc^em äRaterial. 2)abur(^, bag fie auc^ forftlid^e 8(^5b« 
linge ergreifen, toetben bie SftaubtDefpen gelegentlich nü^Iic^. 

^öufig ftnb: bie gemeine ©anbtoefpe (Ammopbila sabalosa L.) unb bie SBegbaftatb« 
tuefpe (Pompilus viaticus L.). 93eibe ^tten leben in fonnigen i^agen fanbiger (Segenben. 

8. galten »efpen (Vespidae). 5He teils einfam Icbenben, teiö Staaten bilben* 
ben eigentlid^en [ober galtenmefpen finb ebenfaüiS räuberifc^e ^iere unb nügen baburcb, 
bab fte mand^eS fd^fiblid^e Snfeft fangen, teiU pr eigenen 9lal^rung, teils um i^re 93rut 
bamit ju füttern. 8ie fd^abfen aber anbetetfeitS butc^ ^nfreffen t)on fügen gtüc^ten 
(Obp, aöelntrauben ufttj.), klingeln 2— 4ifi^Tiget 2:riebe (an ©ud)e, S3itfe, ^ornbaum 
uftt).) UTib 9(bfd^5Ien k}on SBaumrinbe (an (S\d)t, SBeigerle ufm.), meiere fie burcb Set« 
tauen unb ^ifd^ung mit einem abgefc^tebenen, fieberigen @afte geeignet ptöparteten unb 
bann jut ^etfteUung il^ret 92eftet t)tttDtx\htn. Übrigens gef^iel^t biefeS STbfd^cilen t)on 9tinbe, 
»obei Saft austritt, au^ bet (Stnfi^tung toegen. 

^ie tuic^tigfle ^tt ift bie gemeine ^omiffe (Yespa crabro L.; f. meiter unten). 

4. Smeif en (Formicidae). S)ie 9hi^ß(^feit biefer Keinen Xiere mürbe fc^on 
frü^ieitig erlannt unb ^ert)orge^oben ($ennert). !Gie J^auptfac^Iid^ bon tierifc^en 
Säften fic^ na^tenben %cttn befriegen unb toten aUe möglichen 3t<fcKen, borjuglic^ 
©d^mettertingSraupen unb Slatttoefpenlarben, unb (eiften im 3Ba(be burc^ SSemid^^ 
tung jal^Ireid^er toic^tiger ^flangenfeinbe großen Sinken. Sinen Sln^alt jur 83e' 
meffung biefcS SlufeenS bietet eine SSere^nung gorciS*), nac^ ber bon ben ffle- 
tt)o^ncm einer großen Formica rufa-SoIonic an einem Sage minbeftcnS 100000 
3nfeften öcrtilgt werben. SRögen im eingetnen galle unter biefer großen Qa^i biet* 
Iei(^t aud^ nur wenige fpejififd&e gorftfc^äblinge fein, fo crflört fid^ boc^ auS ber 
r&uberifd^en Xätigfeit ber farniboren Slmeifenarten bie bon berfd^iebenen Seiten ge^ 
mochte S3eoba(^tung , ba§ 93äume, an bereu gug fid^ Slmeifenl^aufen befinben, bei 



1) 2)ie in ben klammern genannten 3nfe!ten finb bie betreffenben ^o^nungStiere 

ba». ^irte. 

2) (gfc^eric^, Ä.: 35ie 5tmeife. SSraunfc^meig 1906, 179. — 5)erf.: X^ar. g^rb., 

60. ©b., 1909, 82. 



154 <^fied S3u(^. @(^uft gegen Xtere. 

einem größeren Kau))enfraB gon) ober toenigftend teitmeife grfin Meiben, loa^renb 
aUe anbeten ni(^t in biefer äBeife gefd^ü^ten Saume lal^Igefreffen toerben. 

Sin njeilcrcr Sinken ber Ämcifen befielt im Auf jel^ren öertocfenber ©ubjiangen. 
Sie reinigen ben SEBalb t)on t^ielen Snfeltenlabaoem unb tragen burc^ 3^ntagen unb 
3ern)ü^ten attcr ©töde jur fd^netteren ßerfefeung berfetben unb jur rafd&eren fflcs^ 
reid^erung be^ Sobend mit $umud bei. 

S(u$ biefen ®rünben gebührt ben %meifen nid^t nur @(^u^, fonbem ed Der:: 

bient and^ ber äSorfc^Iag Stageburgd Sead^tung, bie nu^Ud^en Smeifen, in erfter 

Sinie Formica rufa, burd^ fünfttid^e SSerme^rung i^rer Kolonien im SBalbe mdglic^ft 

audpbreiten.^) S)ie bei ber SSem^irtlid^ung biefed Säorfd^Iaged bi^^er erhielten Srgeb« 

nif(e fiub aUerbing^ fo geringe, ba| bie »eitere 93erfo(gung biefer ^erfud^e nid^t 

lol^nenb erfd^eint. Um fo me^r emt)fe^Ien fid^ birette @d^u|magna^men jur Sem^ 

Haltung ber Smeifenfeinbe. 

^an fommt l^ieibei aüerbingd in ^oSifion mit ben auf @(^u^ ber 6|>ed^te, nament« 
lid^ ber Stbf^ec^te unb bed ©(i^margfped^ted, geiid^teten 93efttebungen unb l^at gu entf^ei« 
ben, üon meldtet Seite man ben größeren 9ht^en gu ermatten ^at, ob t>on ben genannten 
Sped^torten, ben t^pifd^en ^meiienüertilgem, ober Don ben ^rnetfen. 

9[uf alle Sfälle tft aber auf ^eac^tung bed in ben Sforft)9olt§eigefet^en mehrerer beut« 
fc^et SBunbedftoaten ($reugen, ^at)tm, ©ad^fen, SBürttemberg, Reffen, Otbenbnrg, 9raun> 
jd^neig) aufgenommenen Verbotes bed unbefugten C^nfammelnd bon tlmeifen unb ^meifen« 
pnpptn (,,^mei{eneier'0 5U l^alten. ^er burc^ biefe biel auSgefüI^rte 9ht|ung berurfac^te 
@(^aben ift um fo größer, als ^ierburc^ nid^t nur bie ^meifen berminbert, fonbem auc^ 
bie nü^Uc^en Söget, meldte ben ^meifen|)U|)|)en eiftig nad^jtellen, beeinträchtigt merben. 

$on ber ©ro^artigfett bed 9]>laffenmörb$, toelc^er burc^ ha9 bammeln ber Slmeifen« 
pnpptn begangen wirb, Uefent folgenbe 3al^Ien ein ^ilb. 92ac^ ^enfc^eP) n^urben frft^er 
oud Sßtibalpen (©teiermarl) i&l^rlic^ 60—70 hl gettocf neter ^metfencocouiS (ber Formica 
rafa L.) in ben ^onbel gebracht, b. ^. ungefäl^r 96—184,5 äRiUionen ^meifen (1 hl enthält 
ettoa 1920000 eocon«), »äl^rcnb ber gorftfoffe bofür {a^tlic^ nur 4—5 f[. jufloffen. — Äut^ 
in 9luglanb toirb bod Sammeln ber ^meiteneier noc^ ftarf betrieben, ^ie ^Bauern pad^tvn, 
^iex gerabegu auf gen^iffen gfUid^en had Stecht, bie ^oconB gu famnteln. 3u iV, S)?onaten 
{ammelt ein ^ann für 120 9{ubel, unb im ^opxotoMtx Greife »urben in 2 äRonaten bon 
7 Sauemfd^aften mit biefem @efd^äft 25000 9iubei oerbient.^ 

Ate f| äufige, wei toerbreitete unb f orftli^ nü^Iic^e Hmeif cnarten m ögen genonn t fein : 

Gemeine SBalb^ ober ^ügelameife (Formica rufa L.). Sc^r ^dufig, mac^t (be* 
fonberg in ben föiefemforften ber ®bene) grofec, fegelförmige Raufen. 

^oljameifc (Lasius fuliginosus Latr.). ®emein, lebt in atten ©aumftämmen 
unb ©töclen ber ©id^en, ?ßappc(n, ßinben unb SBeibcn. 

9lote 2(meife (M3rnnica rubra L. = M. laevinodis Nyl., ruginodis Nyl., ru- 
gulosa Nyl., lobicomis Nyl. unb scabrinodis Nyl). Sebt in SBätbern uftt). unter 

Steinen, SRafen, Saumrinbe ufto. 

1) S3ie ju berfa^ren )ei, um 5Cmei|cn lünftltc^ on^uficbeln, barüber berid^tet gorft* 
meijter !di\6)la im 8bl. f. b. ge|. 5». 1906, 287. ©r empficl^U ?tu3(»eben 30 cm tiefer, 
40 cm weiter runber (Gruben. @ie merben ^ur $ölfte mit ^eifigafd^e gefüllt, mit einigen 
trodenen Xictfnoc^en belegt unb mit 8 — 10 1 5lmcifenmaterial (Slmeifcn, puppen, @ier, 
9ZabcIn) öcrfctien, bog oom näd^ften ^mcifenl^aufen übertragen mirb. 3m ßaiife htS jjfal^red 
foH ani jeber ^o be^anbelten (^rubc eine neue ^meifenlolonie entfielen. 

2) 8bl. f. b. gef. gm. 1876, 160. — 3) gorftl. 991 5ß. g. 1880, 30. 



Snfeften: Slllgemeined. 155 



D. 8tDei{Itt0(er (Diptera). 

1. Siaubfliegen (Asilidae). ^ie grogen, meiflenS fiorf bel^aotten unb an xffttn 
!ugeHg t)orgequonenen ^ugen fennttid^en ^fliegen finb fütine 9^äubet; fie greifen ^magined 
aller Snjeftcnorbnungcn (fogar ßibcllen) an unb fangen fie au«. fJorflUt^ beac^tenöwerter 
ift XDoi){ aber bie Sätigfett i^rer im 9oben unb mulmigen ipol^e lebenben Sorben, bie fid) 
^iei bon 3nfe!tenlark)en aller S^xt, namentlid^ oon ^öfertartjeu; nähren, 
{»aufige Wirten: Laphria flava L., L. gibbosa L. unb L. gibra L. 

2. (Sc^ioirrfliegen (Syrphidae). @ic fliegen im ©ommer im gellen ©onnenf^ein 
unb finb bur(^ itire t!flugfertig!eit, bie fie befähigt, freifc^mebenb in ber fiuft ju fielen, all- 
gemein befannt. 2)ie grünlichen Sartien ber ©attung Syrphus leben tior^errfc^enb frei ouf 
spannen unb werben bur(^ i^re röuberifrf)e lätigfeit in SBfattfaudfotonien nü^ti^. ^m 
©egenfa^ 5ur Coccinellensßarbe, bie bie ^fottlÄufe ganj berje^rt, lägt bie Syrpbus-Öarüe 
fe^r oft bie ^liebmagen ber SBhttlaud übrig. 

häufige 9Crten: Syrphus pirastri L., fc^märmt gern an Obftbfiumen, aucl^ an ßiefer; 
S. seleniticus Meig. in ben Kolonien t)on Chermes piceae Rtzb. an Xannenrinbe. 

3. {Raupenfliegen (Tachininae). ©el^r btcle arten ber fe^r umfongreic^cn 
SarnUie ober Unterfatnilie ber Xac^inen f(^maro|en in Sarben unb puppen anberer 
Snfciten (Salter, ®Iatttt)cfpcn), feltener in gniagined. 2)tc ffiier »erben nid&t in, fon* 
bem nur öuBerlit^ an bie SSirte abgelegt, oft bid 10 Stüd unb nte^r an eine 9iQupe. 
3)ie audfd^Iüpfenben SRaben bringen balb in ben SBirt ein, bol^ren fic^, nad^bem fie 
oudgen^ad^fen finb, jum Qtotdt ber SSerpuppung burc^ bie $aut il^red SBo^nung^^ 
tiereS toieber ^erau«, laffen fid^ ju Sobcn fallen unb berpuppcn fic^ l^ier in einem 
ans i^rer eigenen $aut gebilbeten Zönnd^en, aud bem bie Stiege (ebentueU na^ ber 
Ütbem^interung) jum SSorfd^ein lommt. Sie befaUenen Xiere gelten entmeber fd^on 
ate aioupen ober im 5ßuppenauftanbe ein. J)a8 Smagoflabium errei^t lein« me^r. 
S>ic lod^ine toirlt, fobalb bie Sarbe cingebol^rt ift, unbcbingt töblid^. 

2)ad bloge {(biegen be« Xad^ineneie« an ber Staupe ift iebod^ nid^t gleic^be«: 
beutenb mit beren Zobe. S)a bie (Smbr^onalentmidelung bei mand^en Xad^inen, 
g. 99. bei ber !Ronnentad^ine (Parasetigena segregata Rdi.), nur langfam bor ftc^ ge^t 
unb unter Umftanben me^r atö eine SSSod^e in Slnfpruc^ nimmt, fo bleibt bie ta^i« 
nierte, b. ^. mit bem @i belegte ^anpt gefunb, menn fie ftd^ bor bem Sinbo^ren ber 
Xad^ine ^dutet unb mit ber alten ^aut ba§ ober bie an i^r l^aftenben @ier abftreift. 
Sud^ bann, menn bad Xad^inenei an ber Sopffapfel einer Kanpt abgelegt töurbe, 
fc^eint eine Snfettton ber 9iaupe audgefd^Ioffen gu fein, meil bie aud bem @i frie^ 
c^enbe Zad|inenmabe bie ftörfere S^itinfc^id^t bed ^opfed nid^t gu burc^bringen bermag. 

2)ie forfilic^e SSebeutung ber {Raupenfliegen ift ma^rfc^einlid^ meit gröger ate 
im allgemeinen angenommen mirb. 9lad^ ben borliegenben Seobad^tungen finb fie 
ein« ber toirffamften SWittet, mit bcnen bie Statur bie jur äRaffenberme^rung be« 
föl^igten Sd^metterltnge in ben normalen ©d^ranfen ^ält unb auf ben 9lormaIftanb 
gurüdfü^rt, menn infolge bef onberd günftiger @ntmidelung^bebingungen eine SOtaffen- 
bcrme^rung fd^on eingetreten ift. Dafür bieten bie großen Slonneu:?, ^efernfpinner* 
unb fiieferneulenfalamitäten bemeisfräftige Seifpiele. 

99efonberd mertboll ift ferner ber Umftanb, bag bielfac^ bie tad^indfen, b. 1^. bon 
ber Zac^ine infizierten Staupen, tuenn nic^t fc^on ^albtt)üd^fig, fo bod^ bor @rr?id^ung 
ber 9lormalgr()ge eingeben. Durc^ bie Xac^ine mirb mithin nid^t nur bie Sortpflan^ 
jung, b. ^. ber gufünftige Sd^aben ber^inbert, fonbem auc^ ber (Schaben mäl^renb 
ber grafeperiobe gcminbert. 



156 Srped «uc^. @c^tt( gegen ^iere. 

2)ie Scrtne^rungSfo^iflleit ift bei cinjetnen für bie ®eIdnH)fung ber toi(^flftctt 

Sorftfd^abUnge in Shrage fommenben Xoc^inenarten toeit größer aU bie ber äBirte. 

SSenn biefe größere Stud^ttarlett tro|bem nid^ }um gänjltd^en %ui$fterben bet an^ 

gegriffenen Sd^&blingSart fü^rt, fo ift biefe Srfd^einung DieQet(^t barin begritnbet, 

hai bie Xad^inen meift nid^t nur auf eine ^nfeftenart angetoiefen, fonbem pol^^g 

unb bei nur normalen Sortommen ber SEBirte im 8uffu(^en berfelben anfd^einenb 

nid^t berart betoanbert finb, bag fie i^ren ganjen teilmeife fe^r großen (Eterdorrot 

lodioerben. 2)ie eben em>a^nte fßol^^agie gemä^rleiftet anbererfeitd ben Xad^intn 

bie Srl^altung i^rer Srt unb fid^ert bem SBirtfd^after bad ^rj^alten einjelner feiner 

gefa^rli^en SBalbfeinbe. 6d barf mit }iemlt(^er @tc^er^eit angenommen toerben, bo| 

einjelne Slaupenlalamitäten ol^ne S)afein unb ftänbige SBtrffamleit ber Xad^inen tiiel 

häufiger fein mürben aU fie ed tro^ SSorßegeni^ günftiger Sebingungen ftnb. @o 

bttrften la^inen bie $au^)turfa(!^e fein, ba§ ffiefemeulen^ unb @c^mammf<)inner« 

falamitatcn trofe ber ^äufigfeit ber beiben ©cl^mettcrlinge ju ben felteneren Sor^ 

lommniffen gehören. 

SSBie burt^greifenb bie ©itfiamfcit ber Xoc^incn hei ber SSertilgung ber Äiefcrneule 
ift, betoeift ein im goologifd^en Snftitut bet gforftafabemie 2:i^aranbt auf 9(nregung t>on 
^rof.lSfd^erid^ burdfgef ü^er 3u(^tt)er{ud^. 2)ie 9(uf^ud^t k)on 100 (Sulenrau^en ergab 86 galtet, 
46 ^ac^inen (Panzeria rudis Fll.) unb 18 ben t)etfd^iebenften fixttn ange^örenbe S^ueu« 
moniben.*) 

f[u|er ben fd^on genannten Xac^inen ber 9lonne: Parasitigena segregata Bdl. 
uttb ber Siefemcule: Panzeria rudis Fll. feien nod^ bie in ben Uauptn ber Slonne, 
^efcmeutc unb tjieler anberen ©d^metterlinge lebenbe Raubfliege Echinomyia fera L. 
unb bie $u<)penfRcgc Nemoraea puparum Fabr. erloäl^nt. 

4. Slcifd^fliegen (Sarcophaginae). Ein leil ber im allgemeinen in fau* 
lenbem S^cifd^ fid^ enttoidelnben Stiegen lebt nac^ Slrt ber Xad^inen aud^ ))arafi'' 
ttfc^ in Staupen unb 5|5u|)pen öon Slonne, Rief ernf pinner ufm. unb nü|t infofgebeffcn 
in ber gleichen äSeife mie bie 8iaupenf(iegen. 

£• ®rab{lngler (Orthoptera). 

3)ic einzige !)iet gu nennenbe nüfUc^e SCit, bieSRauliPurf^gtille (Giyllotalpa vul- 
garis Latr.) iDitb tto( i^tet eifrigen SJettiYgung allet fd^dblic^en ^obeninfeften but(^ ger- 
reiben unb $(bbeigen oon SBut^eln me^t jum t!rorftfc^äb(ing unb ift \p&ttt ^u etmä^nen. 

F. @i|etnne({(iig(er (Pseudonenroptera). 

Untet ben bie Überganggftufe ättjiit^en @rab= unb SJc^Piiglcrn bilbcnbcn ^Pfcuboncu* 
topteten fommt bet bie ^etlfiiegen, Eintagsfliegen unb ßibeKen umfoffenben Untcrotbnung 
Amphibiotica eine aOetbingd nut fe^t geringe fotftlic^e S3ebeutung bedl^alb jit, meil bie 
but^ i§re glugfertigfeit befannten ©affetiungfctn aU 3magine3 attet^anb Snfeften, fclbft 
6rf)mcttctUngc, töten. SBirtfc^afttic^ wid^tiger wttb biefe ^nfcftenfomilie baburc^, bofe i^rc 
geftäSlgcn Saröcn unb puppen im SBaffet leben unb mit intern ju einem bejonberen gong« 
appotat, bet ,,aJlag!c", umgetuanbelten btttten Shcfernpaotc ^u gefä!)tlic^en geinben ber 5if<^* 
btut tDetben. 

^tten: iBIaugtüne SBaffctjungfet (Aeschna juncea L.), aHentl^alben unb jutoeilen 
je^t ^dufig. 

SliefentDaffetjungfet (Aeschna graudis L.), l^äufig, be|onbetd in (S^ebirgdgegenben. 

Slctpunltierte SBaffcrjungfet (Libellula quadrimaculata L.), etfc^cint äutoeilen in 
gtogen 6(^)oarmen unb untetnimmt ^anbetji'ige. 

Verneinet $(altbauc^ (Libellula depressa L.), übetall fe^t ^uflg. 

1) efc^etic^: 5). gorftinfeften SKitteleutopa«. I. ®b., 242. 



3nfelten: Allgemeine«. 157 



G. ^4iiile(Ierfc (Bhyneliota). 

gorftnü(U(^e ICiten ftnben ftc^ bei ben ©c^tlbioanaen unb itoax nur bei ben Aso- 
piden. 5)ie im SBalbe lebenbcn Arten, meiflenö ft^eue, bcl^enbe Jicte, nüjcn aU fiartjen 
unb Smagined burc^ ^udf äugen Don 9ianpen unb ^lattlfiufen; jiebo(^ fc^aben audi einige 
tjon SSegetabilien lebenbe huxd) ©äugen an jiunaen Stieben ober am IBaft älterer @tämme. 
5ba9 9[udiommen erfolgt im @pät{ommer, bie ubern^interung unter Saub, bie 93rgattung 
unb (SieraMage (an S915tter, S^riebe, in 9tinbenrit^n u\to.) im folgenben grfl^ial^Te. 

Wirten: Troilas luridus F., Picromerus bidens L. 9[n S3aumftfimmen l^dufig, Aer« 
ben burc^ SSertilgung fcl^dbUd^r füanptn unb $u^4>en (Sxoftfl^anner, Lophyras, 9^onne) 
nüf^Iic^. 2)ie in gleicher SBeife aU forftnü^Iidf angefe^e Oaumn^an^e Pentatoma (Tropi* 
coris) rufipea L. ift nid^t famiüor, jonbcm ^au^tfä(^Ii(^ ?f[an^nfrcffer.*) 

tJenertoonge (Pyrrhocoris apterus L.), am unteren ©(^aftteile pftrferer ©äume, ht- 
fonberd an £inben ober ^Binbenftdtfen, oft ju ^unberten ^ufammen; lebt l^auptffic^Ii^ aud^ 
toon tietifd^er Üla^rung. 

5. S|itnnentiere. 

Unter ben Spinnentieren ( Arachnoidea) finb namentlid^ bie eigentlichen Spinmn 
( Araneida) unb bie Sfterf pinnen (Phalangida) ^ert^orragenbe gnf ettent>erti(ger. ff e U e r 
(3üri(^) ift fogar ber Stnfid^t, hai bie @))innen mel^r nu^en aü bie infeftenfreffens» 
ben Söget bed SBalbe^. 

fLU 92e|nräfentanten mögen folgenbe brei 9rten genannt toerben: 

2)ie gemeine ^reu^fptnne (£peira diadema L.). 6ie f fingt in i^ren großen, Der« 
tifat jn^üc^en Räumen ober ^oljftögen ufm. audge{|?annten, au« fonjentrifc^en Greifen unb 
rabialen gffiben befte^enben 92e(en mand^en ^orfenlfifer. ^xnn ftellt fte aud^ ber in anana«: 
förmigen ^atlen lebenben S9rut ber grünen f^id^tenrinbenlaud (Chermes abietis Rtzb.) na(^. 

2)ie SS^ebf^inne (Steatoda sisyphia Gl.) trat 1886 im ©(^ut^bejirl ^rati)^ ber Ober« 
fötjterei grcienwalbe al9 Sfcinbin ber ©lottwejpen, in^befonbere ber Äicfcrnblattwefpe (Lo- 
phyruB pini L.) auf.*) 

2)er SBeberlned^t (Pbalangium parietinum Deg.). ^tefe $Cfterf|)inne fleUt nac^ 
Kelter*) ben ISeibc^en bed roten gic^tenrinbenfaugerd (Cbermes coccineus Rtzb.) nac^. 

6. Züttfenlifit^Ier. 

Dicfe ti^tfd^euen, burd^ ja^treid^c 3ü&e au^gejcic^neten liere (Myriapoda) leben 
oit bumpfen, feuchten Drten (unter Saumrtnbe, 3Woo8, Steinen ufw.) unb nöl^ren 
fid^ teild oon oegetabilifd^en, tet(d t^on tierifd^en Stoffen, n)obur(^ fie ie na^ Um« 

ftänben fd^ablic^ ober nü^Iid^ finb. 

Ate ttjcit verbreitete Arten finb gu nennen: 

2)er braune ©teinfriec^er (Litbobius forficatas L.). 

^er gemeine Saufenbfug (Julns terrestris L.). 

Seibe töten (nac^ ^eller)^) junge, noc^ nic^t üöflig aufgefärbte Torfen::, IBafi- unb 
@plintfäfer unter ber 9linbe, um bereu 3Beid)tetIe ju üerjebren; bie unoerbaulid^e Ö^^itin* 
^ülle laffen fie an Drf unb ©teile liegen. Lithobiug ge^t loeitertiin ber ©obenfauna na(^ 
unb bfirfte namentlid^ bie im IBoben liegenben puppen »ernid^ten. 

S)ie Xaufenbfü^ter fd^iaben aber anbererfeitd baburc^, bag fie bie nü^Uc^en 9{egen= 
mürmer oertilgen, unb ^mar fc^abet in biefer S^e$iel^ung neben ben Lltbobiuss^rten b^on« 
berd bie bielglieberige ^baffel (Geophilus longicomis).') ferner fteUen fie ben leimenben 
©amen nac^. — ^ad) Oberförfler SBcgcncr*) äetftörte eine Julus^^lrt (1876 unb 1884) 

1) ©c^u^mac^er: 3t(rf)r. f. triff, gnfeftenbiologie 1910, 268, 376, 430 u. 1911, 40. 
— 2) Cdftein: gtfc^r. f. g. u. 3». 1887, 71. — 3) ©(^wcia. Stfc^r. f. Sio. 1883, 166 u. 
J884, 17. — 4) 3)af. 1886, 14. — 6) 2)af. 1886, 67. — 6) ?lltum: Stfc^r. f. 5- «• 3»- 
1888, 242. 



158 <itfled Bu(^. @(^u$ gegen Ziere. 

in ber Oberfdifterei 8anb (9ieg.«9e^. Gaffel) fetmenbe dic^eln b^». bereu ipd^entriebe; bie 
Sur^Itriebe zeigten {t(^ unbef(^dbtgt. — %itf(^e') teilt mit, bag (1887) auf beut 9titter^ 
gut Stit\pH\df (bei Mfen) Blaniulus gnttulatoB Bosc. leimenbe Samen ber 2&iä^ {unb 
^efer) Oerje^rte, fo bag namentlich bte iBdn^enfaat total migriet. 

B. 8efamt)fungdma§regeln. 

Sd ^anbelt {t(^ ^ier junad^ft um bie t)om SBirtfc^after audgel^enben SRa&^ 
nahmen jitr Serülgung unb Studrottung ber fd^blid^en SorfKnfeHen. 

2)ie meitauiS mirffameren Sorgönge unb (Sinflüffe, mit beren $i(fe bie Katur 
ber enblofen SSerme^rung ber etnjelnen gnfeltenart befc^rdnlenb unb ^inbemb ent^ 
gegentritt, liegen leiber berart au%a:^atb ber äßad^tfp^ore bed äBirtf(^afterd, ba§ fie 
für biefen aU tDirHid^e feiner SBiQfür untertoorfene $amt)fmittel nt(^t in 83etra(^t 
fommen. SBeiter ^aftet ben naturlid^en (Sinflüffen, fomeit ed fic^ um bie tierifc^eit 
ober pflanilid^en infeftentotenben ^arafiten ^anbelt, ber groge Übelftonb an, ba§ fie, 
tt)ie f(^on oben bei Sefpred^ung ber tDirtfd^aftltd^en Sebeutung ber nü^Iic^en ^n^ 
fetten ertoä^nt kourbe, i^e t^oQe jur enbgültigen Semic^tung bed @(^bUngd fü^« 
renbe Stoglraft t^ielfad^ nid^t jeitig genug erlangen. Z)abur(^ verlieren fie an ffiert 
gegenüber ben in ber ^anb bed SBirtfc^afterS beftnbliii^en SSertilgungdmiiteln, tro^^ 
bem biefe oft not^ red^t unt)oÜfommen unb auf aOe %äUt red^t loftf^ielig ftnb. 

Sin britter ©teile ifi ber mit Siegelung ber Seläm^jfuttg ber Sorpfd^üblinge fic^ 
befaffenbeu gef e^Uc^en Seftimmungen, fott)te berjenigen SRagnal^men unb @inrid^« 
tungen ju gebenten, mit beren $tlfe ber &taai ber richtigen 83eurteilung beS ein^ 
jelnen Sd^äblingd unb ber {toecima^gen Drganifation bed Sorftfc^u^e^ gegen gorft^ 
infeften bie 9S3ege ebnet 

I. SSom SBtrtfd^after audge^enbe Se(am))fung. 

99ei ber S3efam))fung forftfc^öbß^er Snfelten burc!^ beu SBirtfc^after ift oB 
(Srunbfa^ aufjufieUen: 9te(!^tieitigeS Sinfc^reiten') unb 3(nmenbung nur 
fold^er äRittel, beren 3(ufn)anb an 3eit, SRü^e unb ®elb ju bem dx* 
folg im rid^tigen Ser^ältnid fte^t. 

3m aUgem einen ftnb ^iernad^, je nad^ ben ju üerttigenben 3(rten unb ben lo^ 
lalen Ser^ältniffen, folgenbe aRaftregeln namhaft ju mad^cn: 

1. ©ammeln unb ßcrftören ber ®ier, Saröen, 5ßu^t)en ober bolllommenen 
Snfelten. SBeld^em (Sntmicfelungdftabium gegenüber ba^ Sammeln am leid^teften }U 
bemerfftelligen ift, l^öngt junöd^ft bon ber SebenSmcifc beS bctreffenbeu Snfefte« ab. 
Su^bem ift bie Sertilgung aug <)raftifd^en ®rünben in eine Seit ju legen, in toelc^er 
bie crforberlid^en SlrbcitSfraftc berfügbar finb. 

a) S)ag ©ammcin ber ®ier („Siern") ift im allgemeinen unrentabel unb 
Kfet fid^ nur bann audfü^rcn, menn bie (gier in Raufen abgelegt werben (ftiefems^ 
fptuncr, ©d^mammfpinner, 5Ronnc). Am einfad^ftcn ift ba§ Serbrüden ber ffiier aU^ 
balb am Stamme. SBo bie Ablage an S^^ge ftottfinbet (8lingelfj)inner), finb biefe 
abjufd^nciben unb mit ben ©iern ju berbrennen. 

b) 5)a§ Sammeln bon Sarüen (meift Slou^en) gcfc^icl^t entujeber burd^ ein^ 

1) X^ar. Sf)xb, 1888, 291. — 2) m^ Sojung ^at für ben Sorftmann unb SSalbbefit« 
bo« Don ®. £. iparttg auf ben 3njcftcnfd&u6 angciocnbcte bcloiintc S5crä(^cn ju gelten: 
„©rau(^ jebe^ SJüttcl frü^ — ju jpät fjilft'« nie!" («Ritfc^c: X^ar. S^rb. 1894, 298.) 



Sfnjeften: Mgemeined. 159 

fad^e« ab* ober Suflcfcn öon bcn befallenen tßflanjcn bjtt). öom ©oben ober, nac^ 
Dorau^gegangenem Sd^ötteln bjto. 3ln|)reIIen ber grafebäume (in ©tangen^öljern), 
üon untergebreiteten lüd^ent, ober burc^ Sfbfd^neiben ber Slaupennefter mittete 
einer auf einer längeren Stange angebrad^ten ttftfd^ere. Staunen, bie in Slumptn 5U^ 
fammenfi|en (Sartjen öon Lopbyms pini) laflen fid^ atebatb am betreffenben Drte 
jerbrüdfen. gorftmeifter Sprengel ^ot für btefen gtoedf eine befonbere 
Ductfd^Sange {kib. 64) ^ergefteHt. ffibenfo fönnen SRau^^en be^anbeft 
n>erben, bie in befreffenen, burd^ feine gäben miteinanber Derbunbenen 
Slattern, fog. 8lau|)enneftem, teben ober übertointem. Die SRcftet finb 
einfach 8u jerquetfd^en ober »erben abgefd^nitten unb tjerbrannt. Unter 
Umftänben fönnen berartige Staupennefter auc^ bireft am IBaume üer^^ 
brannf werben. Slamentlic^ emppel^It fld^ iit Slnmenbung biefe« Ser:: 
fahrend bei bcn 5ßro}effion8fptnnerraupen, beren feine 8tü(fen^aare it^ 
fanntli(^ ^autentjünbungen ^erdorrufen. Um bie Staupen nid^t berül^ren 
ju muffen, merben i^re SRefter burd& irgenbeine, an einer ©tange befe^ 
ftigte geuerqueUe in Sranb gefegt. 

SRfiffen bie ^u fammelnben Staupen etft burc!^ Schütteln ober ^(nprellen 
au§ bcn für ben Sammler unjugÄnglic^en ©aumfronen heruntergeholt unb 
t>om ©oben ober Don 2:flrf)cni aufgelcfen werben, fo ift beim Änprellen bor* ^^i% 
auf 5U achten, bag bad Schlagen (mit ber 9(£t^aube ober einer befonberen owt^öiißnqt 
$renieule), um ben ©aum nid^t %n fc^öbigen, nur auf ^ftftümpfe ge{(^e^en barf ; sunt fiec' 
wo folc^e feilten , mu6 man bie «jrt bjw. Acute mit ffierg, Soppcn ober jon« ^^^^ J?^ 
fkigen weichen Stoffen (Äautfd^uf) uml^üüen, um Duelfd^wunben ber a^linbc (beSdnä*") 
toorgubeugen. 

S9ei ben ßdfern ift bod ©ernic^ten ber £art)en weniger gebräuchlich atö bei ben 
Schmetterlingen. (Sd finb nur wenige STrten, bei benen eg üblic^ ijt, j. 83. TOaifäfcr, Äflf« 
fclfäfcr (Sc^ni^en oon ©rutfnuppe(n), SBorlenläfcr ((gntrinben ber gangbäume). 

c) S)a^ Sammeln unb Semid^ten öon 5ßuppen finbet nur bei folc^en 3nfe(ten 
ftatt, bie im 5ßuppenftabium in ber SSobenbecfe im S^irmbereid& ber gragbäume 
überwintern (^efemeule, Äiefemfpanner) ober bann, wenn bie SSerpuppung tief am 
Stamme in 9tinbenri^en ober im Untertouc^fe, iebenfaQd fo erfolgte, bag bie puppen 
leidet aufgefunben merben fönnen. 

d) ®a« Sammeln ber öotlfommenen 3nfeften enblid& gefc^iel^t enttoeber 
burd& einfädle« 8[uf=j bj». Slblefen tjom ©oben ober öon ben ^ßpanjen ober, wenig« 
ftend bei Dielen ßäfern, Dermittete fünftlid^ ^ergeri^teter gangapparate (gang^ 
rinben, gangftoben, gangbünbcl, gangbäume), burc^ welche bie Smagined angelocft 
werben, ^m größeren SRa^ftabe finbet namentlich bad Sammeln ber SOtaifäferarten 
unb beS großen braunen Sftüffelfäfcrd ftatt. 9te grögtenteite DoQfommen unbraud^^ 
bar muffen bie ^a^Ireid^cn gaQen bcicid^net werben, bie $um gang biefer ober je^ 
ner S^f^^^n^^t l^ergefteQt unb oom @rfinber gewo^nlid^ warm angcpriefen worben 
finb. Sie ocrfudgien t^, teite burc^ auf ben ®erud^ wirfenbe fiodtftoffe, teite burd^ 
Si^tqueQen bie Snfeften an^ujie^en. 

2)ad Xöten ber gefammelten Saroen, puppen unb ooUfommenen Snfeften ge^: 
fc^iel^t burc^ ä^rftampfen in ßrbgruben, Sßerbrü^cn mit fod^enbem SBaffer, Über? 
gießen mit infeftentötenben SnOftanjen (5ßctroIeum ©c^Wefelfol^tenftoff, letrac^Ior* 
fo^Ienftoff) ober burd^ Überfd&üttcn mit Äalf u. bgif. 

2. Slnlage öon gang* (3laupen* ober 9iüffclfäfer«^)gräben. 



160 (SrfteS ^u6). (3d^u| gegen Ziere. 

2)ie{e empfel^ten fid^ nut gegen bie t)on einem ^xogort nad^ bem anbeten auf bem 
©oben fortttjanbemben SRaupen (Äiefernf|)mnerrau|)e ufw.) ober Ääfer (großer brauner SlüffcU 
läfer, bie njurjelbrütenben 93QftMfer ufttj.). SWan fertigt fic ettoa 26—80 cm breit nnb 30 
bis 85 cm tief, mit {entrechten äBdnben, unb bringt in Entfernungen t)on etn^a ^^ ©dritten 
10—20 cm tiefe gfanglöc^er auf ber ^oiflt an. 2He Gräben mfiffen bon 3^t ju Seit nadj^ 
gefeiten unb bie gefangenen f(^äbli(!^en S^feften getötet werben; oQe mitgefangenen nfl^- 
liefen 2:iere (SaufMfer, Eibec^fen, Kröten) finb bei ben 9let)tfionen ^u befreien. Unter Um- 
ftanben lann bem Kraben aud^ nur eine fenfred^te Sßanb nac^ ber ^u fc^ü^enben ^l&d^t ^u 
gegeben merben, um ben nü^tid^en Xieren bod (Sntfommen aui8 bem ^ahta an ber an= 
beren abgefd^rfigten ^ußentoanb ju ertetd^tern. ^er Kraben tft bann aber me^ dfoUer» 
atd Sanggraben, ba natürlid) auc^ bie ©c^äblinge auf gleid^em 9ßege entmei^en I5nnen.') 
2(uf (ofen 6anbböben unb in felfigem Xerrain finb 9laupengröben felbftDer^finblic^ nic^t 
aui^fü^rbar. 

3. ^erfteOung fogenannter Seimftangen, b. ^. 3foIierung ber 83eftänbe mit 

(entrinbeten) Stangen, Satten ober Sd^toarten, bie mit 9laupenleim ober Xeer be« 

ftrid^en finb SRan tjcrtoenbet jumeift 10-— 15 cm ftarle Sic^ten^? ober föicfemftanj^ 

gen, gräbt fte jur ^älfte in ben 93oben ein unb leimt bjto. teert enttpeber bie goitje 

l^erauSftc^cnbe ©älfte ober bringt auf i^r toenigfteniJ ein 3—4 cm breitet ßeimbanb 

an. Um mirffam ju bleiben, muffen bie Stangen ^in unb toieber, namentlich nad^ 

ftarfen 9tegengüffen, neu geleimt merben, ba @taub unb Sanblömd^en bad Seim- 

banb t)erlruften unb ))affierbar machen. 

^ud^ biefe^ mel^r bem ©d^u^e gefunber, nic^t infizierter S3eft&nbe atd bem birelten 
äBegfangen ber (Bd^äblinge bienenbe äRittel ift nur gegen Snfelten, bie auf bem Soben 
föanbem, antoenbbar. 9Benn man ben S9eginn eined SfrageiS fogleic^ entbedft unb ben be- 
treffenben SBeftonb al^balb in ber angegebenen 9Beife tfoliert, fo lann ber Sßeiterijerbreitung 
bed gfraged in bie 9{ad^barbeftanbe erfolgreid^ vorgebeugt merben, üoraudgefe^t, bag bie Sfn- 
feften nic^t auf onberem 8Bf ge, 5. S9. burd) Übertoel^en, auf bie gefd^üftten gf^ä^en gelangen. 

4. (Eintrieb tjon Sd^toeinen ober ^ü^ncrn in bic befattcnen Orte. 

Son ^nn^enbung biefer Sli^agreget lann nur gegen fol^e Sargen, $u^^en ufm. bie 
9iebe (ein, loelc^e in ober unter ber SBobenbecfe leben. 93eim (Eintrieb oon Sd^meinen finb 
bie jun&c^ft gehegten grogen (Srmartungen meift nic^t erfüllt »orben. ^nfotgebeffenift man 
tion biefer Sli^agnal^me bei ber ©eföm^fung t)on Engerlingen, ^iefemf^anner, Eule vi\to. im 
allgemeinen n^iebcr abgeTommen. SBo ber 8(i)toeineeintrieb noc^ t^ermenbet n^irb, 5. ©. bei ber 
©etem^fung öon Ljda steUata, ift t§ notmenbig, fog. ßanbfc^toeine, feine l^od^gejüc^teten 
8^affen 5U t)emenben unb bie (Bd^meine abenbd mit Kartoffeln, Wtai», ^fer unb Erbfen 
5u füttern. IBei ber ©elöntpfung beS Kiefernffiannerd f)at nod^ ben seitherigen Erfahrungen 
ber Eintrieb öon ^ü^nem unb ^uten SSorjüge oor bem ©d^roeinebetricb. 3l&f)txt^ l^ierüber 
ficl^e unter „Stiefcrnfjpanner". 

5. SluÄreifeen unb SJerbrennen ber mit 3nfeltenbrut bcfefeten 5ßffanjen, 
abbrechen ber infijierten finofpen, abfd^neiben ber befallenen 5teite, Hu^^ieb 
ber bon fcöablid^en fföfem ufm. ongebo^rten unb mit Srut belegten Stämme. Se|= 
tere muffen gcfd^ält unb bie {Rinbe mu§ öerbrannt toerben. 

ä^ntid^ ift mit fog. Songbäumen ju ücrfal^rcn, fobalb biefc mit Sorfcnläfer* 
brut bcfefct finb. SKon öerftc^t unter gongböumen Stämme, bie gefällt tücrben, um 
Safer, toet^e unter ber 3tinbe ober im $otj brüten, ju tjeranlaffen, tl^re (Sier an ober 
in fte abzulegen. 3)ie ©rut foll ^ier lofalifiert merben, um i^re SJemid^tung ju er* 
leidstem. S)ie 3ctt beS SBerfen« f olc^er Säume ^ängt üon ber Sc^tüärmgeit unb (Se^ 
nerationäbauer ber betreffenben Äofer ai. 8lm ftäriftcn tocrbcn fie gettJö^nli^ in 
ben SKonaten ÜKai unb Sunt befattcn. 



1) 2). 5orft*8tg. 1912, 467. 



3fnfcften: OTgcmelne«. 161 

3n be^ug auf ben 3^i^l>un!t ber (Entrtnbung fotd^ec Sangböume ift groge Umftd^t 
geboten. Sntrinbet man fte ^u frül^^eitig, b. ^. mä^retib bie %otfen!dfer no(^ {(^mannen, 
fo erfolgt bo^ toeitere ^Inbo^ren an anbeten fte^enben ©tämmen, bad ^ufftnben ift bann 
{(i^tDierig ober unmöglt^. ©ntrinbct man l^ingegen ju \p&t, h. ^. erft, nad^bem bic bereit« 
fertig getoorbenen ^nfelten aud bem flfangi^ol^e ausgeflogen ftnb, fo mürbe man bnrc^ ba9 
fBerfen »on fjangbaumen — ftatt jur SScrminberung — jur IBermel^rung ber betreffenben 
©cbfiblinge bettragen. 9C(d SRegel ift aufjuftetlen: (Entrinbung unb IBerbrennen ber 9linbe, 
e^e bte aui ben ^uerft abgelegten ^iern auSgefommenen Sarben in ben $up|)en}ufianb 
übergegangen finb. @d emppel^U fic^ ba^er, bie flrangbäume etma ade 14 ^age auf bie (Sntr 
»idelung ber ^rut ju unterfuc^en, um ben richtigen 3^itpun!t für bie (Entrinbung aui^ 
finbig du mad^en. 

6. Anbringen öon Scimringen an ben ©äumen, entweber tn Sruft^öl^e (liefst 
leimen) ober in l^ö^eren ?ßarticn bcö Sd^afteg ($o(i& leimen), um bie aufbäumen«' 
ben Staupen )u fangen, i^nen ben SBeg ju ben gra^ptä^en (SBaumtronen) ju üer^ 
legen unb fie fomit fd^KeStid^ auSju^ungem. 

^iefe SRagregel ift gegen bie dianpm bed ^iefernf|7tnnerd unb bie f[ügeUofen ^etb« 
d^en ber f^roftfpanner t>on burd)fd^Iagenber SSSirfung unb mirb mit menigfiend teiltoeifem 
(Srfotg au(^ bei anberen mistigen (Schüblingen angemenbet. Über bie S^ed^nit bed Seimen« 
»gl bie ttudfü^rungen unter ,,lRonne". 

7. abtrieb be« befattenen ©eftanbe« §um 3tt>edfe ber Berntd^tung ber unter 
ber Sfiinbe fi(^ entmitfeinben ßöfergeneration ober ber an ber SKnbe abgelegten (Eier 
(9lonne). 3n einjelnen ^&Utn lann aud^ ba« abbrennen be« ganjen S3eftanbe« 
famt bem in i^m freffenben ©(^äbling in grage fommen. ffi« ift felbftöerftänblic^, 
bag bie te^tgenannten ®eh)altmagregeln nur bann angenienbet werben, menn ed fid^ 
um fe|r ftarl befallene Orte, ^aubare Seftänbe ober — in be^ug be« abbrennen« 
— um junge Drte ^anbeft, bie ni(^t nur felbft rettung«Io« verloren ftnb, fonbem 
anä^ o^ne Siabilaleingriffe ju ernften gerben unb au«gang«))untten neuer groger 
@(^&bltngdmaffen merben mürben. 

8. ©treu^arlen, um bte unter ber ©trcubcdfe ticgenbcn puppen beö fficfcrnj^ 
fpannerS unb ber ftieferneute burc^ grcitegcn ober burd^ Sinbrtngen in bie jufam« 
mengefc^ic^teten ©treu^aufen ju öernic^ten. 5)a« ©erfahren ift jtoar nid^t ganj billig, 
ift aber aud^ auf größeren glasen au«fü^rbar, burd^fc^Iagenb im ©rfolg unb bei 
einigermaßen forgfältiger Sudfü^rung unb 93e(affen ber ©treu im 993albe für ben 
Saummud^d fetne«meg« fo gefö^rlid^, mie ed bi«n)ei(en l^ingefteUt mirb. 

9. anbcre, auf bie Vertilgung t)on 83obeninfe!ten gerichtete, aber weniger toirf» 
fame ober ju umftänblid^e unb ba^er me^r ober minber aufgegebene äRagnal^men 
finb: geftftampfen (Slammen) ber @rbe, abbrennen ber Sobenöegetation 
unb ber oberen ©treulage burd^ Sauffeuer, fomie 3)urc^tränlung be« ©oben« mit 
infeltentötenbcn giüffigfeiten (©^lortoaffer, Senjin, @^mefe«o^Ienftoff, ©ulfurit 
u. a.). au(6 mit Unterbringen ber puppen fd^ablii^er gnfeften in tiefere Sobcn^ 
lagen burc^ Umadem finb SSerfuc^e gemalt toorben. 3^^ SSernid^tung be« (Snger^ 
ling« ift ton Dberförfter SBitte fogar ein Snftrumcnt (SBittcfd^e« ®ngeriing«cifen) 
l^ergefteßt toorben, bo« jum Durd^fted^en be« ©oben« unb bamit jum %vttn ber in 
ber burc^ftod^enen ©obenfc^ic^t befinblid^cu ÜKaitöfcrlarDen bered^net ift. 

at« ju menig mirlfom unb unter Umftänben gcfö^rlic^ finb ferner bie frül^cr 
jum ^erbeitodcn bon ©d^mctterlingen üblid^en Seud^tfeuer jiemlic^ allgemein auf^^ 
gegeben morbeu. 

^eg, 9oTfH(^u^- I- 4. «tufl 11 



162 ^t^ ^ndi. Sd^ut gegen 2:iete. 

10. Selämpfung mit d^cmifd^en SKittetn (3nfef tijiben).^) ®ie fc^r gal^U 
reiben ^ierl^er gehörigen 9RitteI foUen entmeber bie @d^öb(inge birelt abtöten (Son<^ 
taftgifte) ober ftnb baju beftimmt, auf ben 93Iöttern haften ju bleiben unb atö 
Slal^rungg« ober äRagengifteju n)irlen. SRand^e äRittel finb na^ beiben 9Hc^:^ 
tungen mirffam ober galten bie ^nfelten burd^ i^ren ©erud^ ober ^efd^mad üotn 
ßerje^ren ber ^Pftanjenteilc ober üon bcr ©iablage ab. 

Die 3nfeftijibe muffen mit ^ilfe öon trag^ ober fal^rbaren ©prifteit in mög* 
fic^ft feiner )SertetIung auf bie ^u fc^ä^enben ^flanjenteite aufgetragen toerben. Schott 
baraud gel^t ^eri^or, bag bie SSetäm^fung ber fd^öblid^en Snfelten mittelft ^nfelttjii» 
ben in ber Sorfttoirtfd^aft nie bie Stolle fpielen toirb unb aud^ aud rein finanziellen 
®runben gar nic^t fpielen lann, tt)ie in ber Sanbmirtfc^aft unb im ©arten-, SBein« 
unb Dbftbau. SDie äRöglic^teit, bie @d^u^|Iüffig!eit in gett)ünfd^ter SBeife auf bie 
^flanjen aufjubringen, ift im Sßalbe nur in Kulturen ober Didungen Dorl^anben. 
2)en forftlid^ befonber^ mid^tigen Seftanb^oerberbem gegenüber ))erfagt bie ^ttämp^ 
fung mit gnfettiiiben tJoQfommen, meil t^ oorerft unmöglich ift, bie a3eftdnbe 1701t 
oben 5U befpri^en, fei e^ oon Seitem aud, fei e$ burc^ Sefteigen ber Säume feiten^ 
ber Slrbeiter. 2)ie Sefpri^ung 00m 93oben auS ift t^eoretifcb jföar möglid^, fe^t aber 
in einem einigermaßen gefc^Ioffenen 93eftanb einen fe^r er^eblid^en SSorrat an @pn|- 
flilffigfeit ooraud. $(n ber Srage nac^ ber Säefc^affung ber @)>ri^f(ttffigfeit, b. ^. 
bed ate Söfunggmittet in ©etrad^t fommenben SBaffer^ aber würbe bie Sertt)enb* 
barfeit ber gnfeftijibe im forftUc^en (Srogbetrieb aud^ bann fd^eitem, menn bie 93e^ 
fpri^ung tatfäd^ßc^ o^ne @c^mierigfeit unb obne nennendmerten Slufmanb möglich 
toare.*) SBeiter fommt l^inju, baft unter ben SJeftanb^öerberbern bie ^oljs unb rin* 
benbrütenben Safer no(^ ganj befonberd gefc^ü^t finb gegen d^emifd^e 9Ritte(. 9ber 
auc^ bie forftli^ bead^tendmerten 9taupen unb 8(fterrauf)en finb, namentßd^ n^enn ed 
fic^ um Sontaftgiftc ^anbelt, nic^t in ber SBeife empfinbtic^ gegen bie ©<)ri^ftiiffig^ 
feiten »ie bie im SBein^^ unb Dbftbau ^auptfäd^Ud^ ju bcfämpfenben Slatt^, ©d^ilb* 
unb ©lutläufe, a)UIbenf))innen, Sleinfd^metterüngS? unb Spannerraupen, Slatt^ 
fäferlaroen ufm. 

2)ic »ic^ttgftcn Sontaftgiftc finb folgenbe; 1. ^ei6cSaBaf{er: fämttic^e 9laupcn 
locrben burc^ furjcS SBerroeilcn in SBaffcr üon 46*^0 getötet. —2. ©c^mierSeifcnlölung: 
wirft burc^ Scrftopfung bcr Xra^cen töblic^. — 8. 2)uf ourjc^c Sö|ung ^ ©c^mierfeifen» 
löjung + S)almatinijc^e« 3n|cftenpulöer: einc^ bcr toirf^araften Sklpri^ungömittel gegen 
©lattläuje, SJiitben, Raupen u. betgl. — 4. $ctro(cumcmuljion = ©eifcntoaffcr H-^e* 
troleum: gegen 93Iatt= unb ©ci^ilbfoiijc. — ö. Xabafcjtralt; finbet in 1— 3pro§entiger 
Serbfinnung bejonberd Slntpcnbung im SBeinbau bei bcr iBefompfunö bc5 ^eu- ober ©auer* 
wurmet (Concbylis ambignella), (dgt fid) aber nad) ben oorliegenben ^rfa^nmgen aud^ 
etiolgreid^ bcnu|cn gegen: ©lut= unb ©d^ilblöufe, ©pinnmilbcn, Lophyrus rofus, Nema- 
tu8?S(rten, Äot)ItDei6ting, ©c^mnmmjpinner, Hyponomeutaslrten uff. (^egen S3IattIouje ift 
bcr 2:abafcjtralt in 1— l^opro^cntigcr, gegen narftc Slaupcn unb 3Jhtbcn in 2 projcntiger, 
gegen bt^aaxit 9ioupen in Sprojcntigcr fiö(ung ju öcrtDcnben. Slud^ gegen bie Ulmen* 
©pltntfSfer (Scolytus Geoffroyi unb multistriatus) unb Xyleboru8 dispar ift XahaU 
ejtraft in aRijc^ung mit SRlnbSblut, Ä^alf unb Äutjmift olSoorbeugcnbcr önftrid) mit (gr» 
folg angemenbet tDorben^) — 6. ^arboHneum: ba$ im Dbftbau alg ^flanjenjc^ugmittet 
jtt grofeer (Geltung gcEommene Äarbotineum wirb jcgt ^auptfarf)Ii(i) in fjorm beliebig Der* 

bünnbarcr Smulponen ücrroenbct unb groar f)auptfcic^(ic^ jur SSeipri^ung ber Sööume utib 

— — ■ — ■ ■* — — 

1) SSgL^oIIrung, Tl.: ^anbbud) ber c^emijci^en üDUttel gegeu ^flaujculranf Reiten, 
©erlin 1898. — 2) SSgl SRit}d)e: %t}at, 3I)rb. 1894, 298. — 3) ^reifeccfer, Ä.: ßfterr. 
«iertelia^re«j(^r. 1905, 369. 



;3itffiten: m^tmtintS. 163 

9eerfttäu(^er im un6elaubten guftanbe. 2)ie SBirfutig bet ßarbolineumemulflonen gegen 
Slaupen ift leibet begrenzt, toeil fo fkarfe Konzentrationen, mie ^ur Rötung bon ^aupta 
ndtig finb, ben 93(attorganen fd^aben. 

Unter ben ißa^rungdgiften finb bie $(rfent)erbinbungen bie bei meitem toiä^- 
ttgflen. 3n großem Umfange werben fie namentlid^i in 9lorbamenTa im Stamp\ gegen ben 
@4toomm{))inner üermenbet. 9leben ben arfen^alttgen garbftoffen (befonberd Sc^meinfurter« 
grün) lommen arienigfaure unb aifenfaure Salje (arfentgfanred S^atron, arfenfaured 16(ei) 
teitö rein, ttiii a\d S^\^i h^ ^^^ l^u|)ferbrül^en ^um $erf|>ri(en. 2)ie Konzentration ^fingt 
t)on ber $lrt bed ©d^äblingd unb üon ber $f[anzenart ab. Som ©c^meinfnrtergrün merben 
im 2)ur(^fd|nitt 120 g auf 100 1 ©priftflüffigfeit bertoenbet. 

^rfenpr&|)aTate ^aben bid^er in erfter Sinie bei 93e!äm^fung ber Cbftbaufc^fiblinge 
(©d^tvammftHnner, 9lingelf|)inner, SRtniermotten, iSC^felbtütenftec^er u. a.) Seac^tung gefun« 
ben. 2)te SJ^einung, bag fie auc!^ gegen bie forftlid^ wichtigen 9iaupen unb S3(atttoef|)en» 
laroen mit (Srfotg unb mit geringerem ^ebenfen al^ toie im Obftbau angemenbet merben 
Idnnen, bleibt noc^ auf i^re 9lic^tigleit ju unterfuc^en. 2)ad gegen bie SJetmenbung ber 
9rfen^t5f»arate im lanbmirtfd^aftUc^en ^flanzenfd^n^ fpre(j^enbe 16ebenlen, bag an ben 
$f[anzentet(en %ux 3eit ber grruc^ternte nod^ Vrfen bor^anben fein fönnte, mirb bei 9c« 
fprif^ung bon SBatbbaumen iebenfaltö l^infdUig. 

Slnbere iRa^rungdgifte ftnb ^^lorbarium, lo^tenfaured S^ar^t, (Sifenüitriol, Ku^fer= 
^r&|)arate u. a. Obgleich mit ber Kupferlatlbrül^e gegen bie ^fterrau|)en ber Kirfd^blatt« 
mefpe (Eriocampa adumbrata), fomte gegen bie 9laupen bei9 ©olbafterd unb bed SRingel« 
f^innerd Don ©oetl^e^) günfKge (Srfal^rungen gemad^t morben finb, infofem bie fRanptn, 
bie gefupferteil )Baub fragen, ftarc unb unbemeglic^ mürben, ift bod^ bie SBirfung ber Kupfer^ 
^rdparate gegen tierifc^e (Sc^äblinge im allgemeinen eine fo geringe, bag fie beffer bnrc^ 
anbere 9RittcI erfeftt werben. 

n. Son ber 9latur audge^enbe SSefömpfung. 

St^on oben tourbe ^cröorgcl^oben, bafe bie Sla tut über mirffamere ScrtilgungS* 
mittel gegen bie am Qeben bed SEBalbed je^renben jal^IIofen S^^f^tten berfügt. & 
ftnb neben ber grogen äRenge infeltenfreffenber Xiere iunöd^ft ungünftige SBttte^ 
rungSber^ältniffe, in jtoeiter Sinic Sc^maro^erinfeften unb ^iljfranfs^ 
Reiten, bie aU bemit^tenbe (Gegengewichte befonberS bann in SBirffamfeit treten, 
wenn irgcnbeine 3nfcftcnart unter bem ©influfe günftigcr Umftänbc jur äRaffen* 
berme^rung gelangt ift. 

a) 2)ie S3itterungdt)er]^aUniffe ftnb infofem bon Gelang, aU aUe (Sstreme 
unb aQe größeren älbtoeid^ungen oom normalen SSärme^ unb Slieberfd^Iagdmittel auf 
bie (Snttoidelttng ber ^nfettentoelt l^emmenb eintoirlen. ©an} befonberd toid^tig ift 
bie SBittcrung too^rcnb ber Slugzeit unb — bei freticbenbcn Sarben — toä^renb 
ber 3rit ^^^ ©öutungcn. Daburd^, baft alle 3nbibibuen einer Art ju glcid^er Seit 
fid^ entmideln unb gu fliegen beginnen, wirb bie t$ott))flanzung felbftberftönblid^ 
roefentlid^ begfinftigt. Umgefel^rt fü^rt lang anl^altenbe ungünftige SBittcrung ju um 
gteid^mö^igem (Srfc^einen ber ^ntagined, too^I au^ ju ungleid^ieitigem S(uftreten bon 
cT unb ?, fo bafe bie K^anccn für bie Scgattung fc^tcc^ter merben. Serregnct bie 
ganje Sugjeit, fo tann ein fonft ^öufiged Snfeh bid jur Studrottung berminbert 
loetben. 

SSäö^renb ber^äutungSperioben pnb bie frcitebenben ©d^metterling^^^ unbSIatt^* 
toef))enrau))en gegen naglalte äBitterung fe^r em^finblic^. @benfo räumen bann 



1) JBerid^t ber Kg(. :Be]^ran^aU f. Obft' n. SBeinbau ju ®eifen^eim a. 9{^. 1889/90, 
89; 1892/98, 82. 

11* 



164 ^^ i^- 64nft gegen Ziere. 

ftftriere SBitibe unter i^nen auf, toeil jtd^ bie 9tan|ien loo^renb ber Lautung ^Itäfi 
feßiu^alten vermögen« Sturme peitfc^en fLe and) fonft oft gu Zaufenben t)on ben 
Bonmlronen.^) kombinieren ft(^ @ti'trme mit Siegen ober Siegen mit £ä(te, fo ßei^ 
gert ft^ bie infeftentötenbe SBirhing ber SBitterung. 

ftatte tonnen bie ^nfeften (iniSbefonbere bie Safer) gut üertragen, mie f^on 
aud ber latfat^e ^orge^t, bafe bie auf l^rtcfflinter (s. ». 1870/71, 1879/80) fol^ 
genben Sommer faft ftetd reid^ an S^fdFten toaren.') Sieben i^rer fo tote fo oor» 
^anbenen Unempfinblid^fett gegen atmofp^ärifc^e Sinmirlungen finben fie ja onc^ 
in taufenb 6(^lu)rfminfeln (in Slinbenri^, unter äSurjeln, im SKood, in ber (Erbe, 
unter Steinen ufio.), meldte i^nen i^r SnfHnlt antoeift, ^inrei(j^enbe 3)edung. 9Ran 
(onn fogar behaupten, ba| ben ^nfeften ftrenge SSinterlalte infofem gum 9lu|en ge« 
reiil^t, bag fie ^ierbun^ ben @ingt)ögeln (namentlid^ bei Sc^nee^ unb @idbeck) e^er 
entgegen. Sugerbem ift bei groger Kalte bie @terbti(^leit ber Sdgel eine gröl^re. 
3n an^altenb milben Sintern ge^en loeniger infeftenfreffenbe SSögel jugrunbe. ÜBei« 
ter toirb in folgen ber SBinterfd^Iaf ber im Soben ru^enben Sart^en bjtD. 9lau))en leidet 
geftört Sie oerlaffcn bann oft f(^on borjcittg i^r SBintcrlager, friei^en ouf bem So* 
ben um^er unb fangen fogar an ju freffen. Zritt bann pütjüä) ein Umfd^Iag in ber 
SBitterung ein, fo ge^en bie Staupen maffen^aft gugrunbe. %(^t unempfinbtt(^ gegen 
SBintertoIte fmb bie (Eier. 

@e^r l^eige unb bürre Sommer üben einen fc^dbigenben (Sinf(ug auf bie 3n* 
fetten bann ani, toenn fie baS SBacJ^dtum ber Suttert)f(anien unb bamit inbirett bie 
Snttoicielung ber gnfeltenlarten beeintrdd^tigen. @)Ieid^mägtg marme ^affxt, in benen 
e« an jcittocifen Sliebcrf^Iagen nid&t fc^tt, finb in ber Siegel Snfcttenja^re. 

flbrigend ift bie SBiberftanbiSfd^igteit ber einjelnen ^nfeftenarten gegen eherne 
äSitterung^Derl^dltniffe aber eine fe^r oerft^iebene. 3)er Umftanb indbefonbere, bag 
beim (Eintreten beftimmter SSetterlagen bie oerfci^iebenen ^nfettenarten ftc^ nici^t im 
gteid^en (Enttoidelungdftabium befinben, bringt ed mit fic^, ba| bie gleid^e Urfa^e 
ni(^t fiberaQ bie gteid^e SBirlung herbeiführt 3)iefelbe SBitterung, bie bei ber einen 
3nfettenart bie SJlaffenöermel^rung begünftigt, fü^rt bei ber anberen jur me^r ober 
tueniger loeit gel^enben ä^emtd^tung. 

b) J)ic Sd^maro^erinfeften. SBic fd&on bei ber Äufjdl^Iung ber nüfeli^en 
©aut« unb S^^eiflügler (@. 151 f.) ^ertjorge^oben tourbe, finb bie ©c^marofter* 
infetten ate ein galtor oon l^o^er SBid^tigleit angufe^cn. gl^re ^eröorragenbe ©eben« 
tung berul^t l^au^tfdd^Uc^ in il^rer Snl^affungdfdl^igleit an bie S3erme^rung$k>er]^dlb» 
nijfe beÄ SJirte« itnb toeiter^in barin, ba§ fi(^ einjelne 8lrten ber ©d^Iupfmefjjen 
unb Slaupenfliegen auf eine ober mehrere arten unferer fc^dblic^ften ©d^mettertingc 
befd^rdnfen. ^m SJerein mit ben j)arafttdrcn ^iljen bereiten fie erfa^rüng«gemö§ 
faft an^na\)m^\o^ ben berberblid^en Slaupenlatamitäten ein @nbe. 

Sei ber fpcjietten Setrad^tung ber ^auptfc^dblinge toirb auf bie SBirlfamleit 
ber einjetnen ©d^maro^erart no^er ^ingetoiefen tocrben. 

c) 5)ie ©d^maro^erpilje. 2)ie infeftcntötenbcn 5pilje finb tjermutlid^ bie 

1) gor)ltat (Hg. Sang berichtet gm. 8bl. 1891, 28, baj in Cbcrfranfen ein ®e» 
n^ittetfhirtn mit moUenbruc^artigem Siegen bie ^iefemeulentaupen berart ^eruntenoaif, hai 
fie ni(^t feiten gu 1000—1500 unter ben Leimringen ft(^ fammelten unb in menigen ^agen 
gu aRiUionen i^ren Xob fauben. — 2) gbl. f. b. gef. gw. 1882, 818 unb 1886, 144. 



Snfelten: Slflgemeined. 165 

tutrffamfte $ilfi$tnt))pe, über meldte bte 3laiVLX bei ber Burüdbröngung beiS &ber^ 
mäßigen Snfd^meUend einer Snfeftenart t)erfügt. 

@d finb teild ©d^ijorn^ceten, grö|erenleite aber ju ben @ntomo^^t^oreen unb 
Sflom^ceten ge^örenbe ^ilje, bie beim (Eintritt nid^t na^er belannter äußerer Um^ 
fianbe burd^ (Erjcugung ))on rafc^ fid^ berbreitenbett feuc^enartigen ^anl^eiten (SRq? 
lofen) \>a^ @rlöfd^en unferer fc^Iimmften 9lau))enfalQinicäten ^erbeijufül^ren imftanbe 
finb. SemerlenÄWert ift bei einjelnen ber SRaupenm^fofcn bie ©t^ncttigfeit, mit ber 
bie ^anl^eit nm fid^ ju greifen oermag. 

2)ie mid^tigeren ber bei ben in grage fommenben ^nfettenarten audfül^rlit^er 
gu be^anbelnben 9iau))enpUje finb Entomophthora (Empusa) aulioae Beichardt, 
bie noc^ ben oorliegenben Erfahrungen manchen Sra^ ber ßieferneule ein fd^neOe^ 
Snbe bereitet ^at, Botrytis Bassiana Bals. an @eibenrau^e unb ^efemf))inner, 
Cordiceps militaris Fr. mit ber Sonibienform Isaria farinosa Fr. an fiiefemf))inner 
unb Botrytis tenella Sacc. an Engerling. Sei ber jtoeifellod n)id^tigften, seither 
auf einen @))alt|)ili jurüdgeffll^rten Slau^enfeud^e, ber SBipfeltranfl^eit ber 9tonne 
(f. bort), fielet bie eintoanbiJfrcie ®ntf(^eibung über ben Erreger unb feine Swß^ö? 
rtgleit 2U biefer ober jener Kategorie Don äJZilroorgani^men nod^ aud. 

2)ie S^age uaä) htm forftlid^en S93ert ber infeftentötenben $ilje ift ä^nlid^ ju 
beantworten mie bie nad^ ber Sebeutung ber @c^maro^erinfe!ten. Eine fo unf(^j^^ 
bare ^ilfe bad Sudbrec^en einer $il}feud^e bei ben n^albterl^eerenben 9iau))en))Iagen 
meift auc^ ift, fo ift ber SBirtfd^after bod^ nid^t in ber glfidtic^en Sage, über biefe 
^ilfe nac^ belieben ju verfügen. Z)ie aud ber äJetrad^tung über bie SBirlungen ber 
^itje fic^ t)on fetbft ergebenben SSerfuc^e unb 99eftrebungen, entfte^enbe Staunen« 
falamitäten burd^ fünftlid^e ßranll^eitderregung im ^eirne ju erftidfen, ^aben bid^er 
nod^ feine für ben gorftfd^u^ |)raftifd& öertoertbaren Sefuttate gehabt. 

in. 93om Staat audge^enbe Setämpfung. 

Irofe ber il^nen im allgemeinen fel^tenben größeren Setoeglic^fett binben fi(^ 
bie Sorftinfelten belanntlid^ nid^t an bie ®renjen beg einjelnen SBalbe«. S)er öon 
einer jur Sßaffenüermel^rung befähigten fd^äbßd^en ^^f^ftenart befallene SBalb ober 
SSalbteil fann fel^r leidet jum Snftedungd^erb für aUe umliegenben Sßälber mer^^ 
ben. 2)ie balbige 5Sernid^tung ber ©^öbtinge liegt fomit im öffentlichen S^tcreffe, 
unb e« red^tfertigen fid^ bie gcfe^Iid^cn 83eftimmungen, bie in üielen ffiutturftaatcn 
teite }um ©d^ufee ber SSöget unb anberer 3nfe!tenfeinbe, teit§ jur Durd^fü^rung 
einer birelten 93erti(gung ber fd^öbU^en gorftinfelten in me^r ober minber totit- 

ge^enbcr SBeife getroffen morben finb. 

ä)Mt $luiSna^me bed ^dnigretc^ed <Bad)\tn, mo ber ©d^u^ ber ^Salbungen gegen fc^äb- 
\\ä)t Sfnfeften no^ burd) ein befonbereiS ä^efe^ bom 17. ^nti 1876 geregelt ift, finb bie 
ein{d)Iagenben ^eftimmungen in ben %ox^» unb SotftpoUjeigefe^en ber beutf^en IBun« 
bedftaaten untergcbrad)t morben. ^e betreffenben $aragta^i)en befaffen fid^ meift ntd)t 
mit f|)egie0en SBeftimmungen über Snfeftenbertitgung, fonbern röumen im allgemeinen ben 
OrtdpoUjeis unb ben i^r oorgefeften ^cl^örben ha^ iRcc^t ein, bie im jetoetliöen gaUe not* 
»enbig noerbenben Slnorbnungen ju erlaffen. I^ommt ber einzelne 9BaIbbefi|er biefen 9(n« 
orbnungen bann nic^t ober in nur ungenügenber iSeife noc^, fo ma(^t et fic^ fhrafbar unb 
bete^tigt bie Sorftpoli^ei- ober ^ermaltung^bei^örbe, bie i^r nötig er{d)einenben ©d^u^- 
unb Setttigungdmagregeln auf Soften ber Gaumigen audfül^ten ju (äffen. 

Sm beutf(^en 9leid^e ift ber @c^u^ gegen f(^äbli(^e Snfeften bid^et ber ^ortifulat« 
gefe^gebung übertaffen morben. 9?ur § 868, 2 bed @tTafge{e|bud^ed f. b. beutfd^e 9ieic^ 



166 (Scfted ^u(^. @(^u| gegen Xiere. 

tDitft eine Strafe bis ^u 60 'SRI. bjto. btd p 14 klagen l^oft ffit benjenigen au&, ber ,,ba9 
burc^ gefe|Ud)e ober polijeil^e ^norbnung gebotene fRau|)en unterlagt" infolge btefer 
htm Sinjelermeffen ber ^unbeSftaaten anfieimgegebenen Siegelung ber 3n(eftenbeföni^fungd: 
frage fe^It bie ie£|r ertoünfc^te (Sin^ettlic^Teit in ber ^uffaffung unb ^uiSbe^nung bed 
Sc^n^e^ gegen fc^äbli^e :3nfeften, ein SRangel, ber natftrU(!^ in ben ®renggebieten bex 
mit oerfc^iebenen gefe^Iid^en S^e^mmungen audgefiatteten Staaten am fc^drfften sunt fLuih 
htud lommt. 2)aS fd^on öfter laut geu^orbene Serlangen, bag oon feiten bed dteid^eiS auf 
gefe|Itd^em 98ege Sorforge getroffen werben foEe für allgemeine 2)urc^fä]^rung üon 9Ib« 
toel^rmagregeln beim ^2(uftreten gefäl^rlid^er ^flan^enfci^Abltnge erfc^eint bei^^alb ebenfo be« 
re^tigt, toie ber 3Bunf(^ nac^ internationaler Serßönbignng in biefer Srrage. 

^nbere ber allgemeinen unb tnirffamen 3nfeften6elamt)fnng inbirelt jugute 

fommcnbc unb im Igntereffc aßet ju erfüttenbe ?lufgabcn bc§ &taaM finb 9Joran* 

gelten in ber S)ur^fü^rung ber braud^barften fulturfd^u|enben fOla^^ 

regeln in ben ftaatHc^en äßalbungen unb Schaffung einer forgf&Itigen 

©tatiftif ber 3nfcltenfd^abcn. 

^a9 Streben nac^ möglic^fter Sofalifiemng unb {(J^neOer Unterbrü(fung einer in ben 
StaatiStoalbungen aufgebrochenen 3nfelten!atamität barf oor grdgeren SluSgaben bti ber 
7ihtotf)x nid^t prüdfc^recfen, toenn auc^ ber (Erfolg fic^ noc!^ ni(j^t fc^toar^ auf totii ein« 
wanbdfrei nad^meifen l&gt, ober toenn t§ fic^ nur um (^rfticfung fteiner Anfänge l^anbell unb 
ber SSortourf toegen $tngftlic^Iett, Übereifers unb Überfd^fi^ung fo Itiö^t fi^ ergeben Idgt. 

2)ag in ben Staatdforflen ber beutfd^en i6unbed^aten eine oietfac^ rühmenswerte 
S^fttigfeit in be^ug auf Snfettenoertilgung entmicfelt wirb, baruber belehren bie ben ftuf« 
wanb für 9lbwe)^r unb %e!äm|)fung nad^wetfenben S^l^^n, 2)iefe S^^^n zrxtiö^tn, wie bie 
nad^fte^enben ^eifptele^ geigen, in manchen Salären eine ganj bebeutenbe ^d^e. Sn $reu = 
gen würben für ^nfeftenoertilgung ausgegeben: 

1870/71 .... 762710 2Jlf. ober burc^fc^nittlit^ für ein Sal^r 876365 Wtl 

1876/77 .... 1186146 „ „ „ „ „ „ 693078 „ 

1888/89 . , . . 1112088 „ „ „ „ „ „ 666019 „ 

1906/07 .... 1700136 „ „ „ „ „ „ 860068 „ 

3m 2)ur(^fd^nitt ber 3a^re 1870—1907 fleHte fid) ber iä^rlid^e «lufmanb auf 369603 9Kt. 
ober 0,14 aWI. für 1 ha. 

^a^ern gab auS: 

1889/90 .... 686964 SRI. ober burc^fd^nittlid^ für ein 3a^r 267982 m. 
1891/92 .... 4240788 „ ,, ,, „ „ „ 2120894 „ 

1896/97 .... 727079 „ „ „ „ „ „ 363640 ,, 

3n Saufen würben in ben beibcn Salären 1876 unb 1877 btog jur Vertilgung 
üon 9Wffel= unb Vorfenfäfern (wä^renb beS großen S3orfenI5ferfrageS im ^ö^merwalb) 
aufammen 109983 smi. oerauSgabt, mitl^in burd^fd^nittlic^ 64992 aj« für ein 3a^r. Sn 
ben 3a]^ren 1906—1910 würben für bie SBeläm^fung ber 9lonne 705604 m.., b. i. bun^» 
ft^nittlid^ JQ^rlic^ 117 684 3Hf. ausgegeben. 3m 3)urd^fd^nitt ber 3a]^rc 1870—1908 fJeHte \\^ 
ber jä^rltc^e 2lufwanb ouf 46419 9Kf. ober 0,26 WX. für 1 ha. 

2)a es ben ^öefi^em fleinerer ^ribat« unb ®emeinbew&Iber meift nic^t ober nur unter 
großen Opfern mdgli(| ift, ben jur ^bwel^r ber in i^ren ^Salbungen ^aufenben fc^dblid^en 
Snfeften notwenbigen $[ufwanb aufzubringen, mug ber Staat ben oben genannten gefe|: 
liefen ^eftimmungen, wo eS not tut, bie offene ^anb ^ur Seite fteUen. 

^ie t?on ben größeren StaatSforfttierWnltungen meift iä^rli^ oeröffentUc^ten Über» 
fiepten über bie in ben StaatSforften aufgelaufenen Soften für SJ'tagregetn gegen f(!^dbli(^e 
f^orfHnfeften bjw. ^iere genügen jebod^ nic^t ^ur richtigen 9Bürbigung ber pra!ti{<^en 93e« 
beutung beS einzelnen Sc^öblingS. Solange biefer SSSertmeffer aber fe^lt, fe^lt auc^ bie 
^afiS für grog^ügtge Organifationen im Selb^uge gegen bie iSrbfeinbe unferer auS 9label« 
l^ola beftel^enben ^irtfc^aftSwälber. 

(Sine wertooEe Statifti! barf ftc^ nx6^i aüein mit bem <S(elbaufwanb befaffen, fonbern 
mug ^uffd^lug geben über (Sntfte^ung, Ausbreitung unb 3ntenfität ber Sc^dbigung, mu§ 



1) S3edE; X^ar. 3a^rb. ?Bb. 60, 1909, 64. 



3nfe!ten: %Uqmtint9. 167 

ben Srolgen ber Kalamität, ben bitelten unb inbireften SBitTungen betfelben nac^gel^it unb 
niug ben Erfolg ber ^efäntpfungdniet^obe unb ben 9lufkvanb im (Sinjelfane gegenüber 
{teVen. Leiter barf fie ftd^ ni^t nur auf bte im @taatjtbeft(e befinblid^en SBalbungen be« 
fc^rfinlen, fonbem mug mdgltd^ft oQe, tuenigftend aber alle größeren äBalbungen bed $ri' 
«)at« unb ^orporationdbefi^ed mit umfaffen. 

(Sine berartige ©tatifii! ie^t hüd SSor^nbenfein ^a^Ivetc^r geeigneter ^öfte für Über» 
n)a(^ung, ^eobaci^tung, unb Beri(!^terftattung unb ba9 ^efte^en einer ober mehrerer 3^n< 
tralflellen für bie Leitung ber gefamten (ofalen Beobachtung, für tlu^fuiifterteitung unb 
Belehrung, foföie für bad Bufammenfliegen ber (Sin^elbeoba^tungen oorauiS. 

3n ^eutfd^tanb ift 1906 auf 9(nregung ber beutfc^en )Banbn)irt{d)aftdge{eIIfc^aft eine 
{o((^ Organifction jur (£rforf(!^nng unb Belömpfung oon ^flanjenfranf^eiten, bie an gdrt» 
netifd^eu; {anbn>irtf(^aftlic^en unb forftlic^en f^ulturgemfic^fen auftreten^ gefc^affen »orben. 
?ln i^rer 6pt|e fte^t bie £aif. Biologifc^e ^nftatt für :8anb« unb Sorftmirtfd^aft in ^a^Iem 
bei Berlin. %üx bie einzelnen t)on $rot?in^n ober Bunbe^ftoaten gebilbeten Beobac^tungd« 
gebiete finb fog. ^auptfammelfteHen (14 in ^reugen, 12 in ben augerpreugifc^en BunbeiS* 
Maaten) gegrünbet, bie nun i^rerfeitiS bur(^ ©ammetftellen, Sammler ober Qertraueni« 
mannet i^r engere^ (Bebiet übenoac^en laffen. 

f$ür bie Bearbeitung ber an ben forfllic^en ^Iturpflan^n auftretenben ftranll^elten 
unb Sd^fiblinge finb in $reugen bie f^orftalabemien (Sber^malbe unb Slünben, in Babcn 
bte ®roß^er^og(. ^ox^» unb Somfinenbireftion in ^arldru^e be^eOt, mä^renb in ben 
anberen Staaten, bie niä^i to'xt ein ^eil ber t^üringifd^en Staatsgebiete ben preugifc^en 
Sorftafabemten aiigefd^Ioffen finb, bie Verfolgung ber einf^tfigigen Sftagen ben Dor^anbenen 
fotfttt)iffenf(^aft(i(!^en Snftituten b^m. ben ald ^auptfammelfteHen für atle ^an^eiten fun« 
gierenben ^flau^enfc^utjanflalten, lanbmirtfc^aftlic^en Berfu(^dftationen ufm. überlaffen ift. 

(Sd ifl ju hoffen, bag bie ^unä(!^ft noä^ nid^t l^inreid^enben (Einrichtungen für bie 
Beobachtung, tlbermaci^ung unb ^atiftifd^e Raffung bed in ben gefamten beutfc^en 9BaI« 
bungen ftc^ abfpielenben Snfeftentebend im £aufe ber ^üt fo oeroollfommnet werben, ba^ 
ber ^raltif^e Sorftfd^u^ gegen ^nf^^ten bie il^m in be^ug auf gemeinfamed rationelle^ Bor« 
gelten je^t noc^ fel^Ienbe (Einl^ettlic^feit nad^ unb nac^ finben mirb. 



10. 8e|aiibluiig trfdlibtgter 8ffliiibf. 

^er (£iit{c^Iag ber Don Snfelten befreffenen Seftönbe erfolgt erft bann, tuemt 
bie Sennjeic^en auf töblid^e SSerle^ung ^inmeifen. 3)te tuic^tigften bejügUc^en 
Stertmale finb folgenbe: 

a) Sroctnen unb äSetfen ber ^ofpen unb Xriebe; ^&rrtDerben bed größeren 
Steile« ber ßmeige in ber SBaumhone. 

b) @tarfe§ S3efreffenfein fömtlid^er 92abe(n unb t)teler ^o\ptn. 2)ad btoge 
SHotmerben ber 9labe(n fetbft in größerem Umfang ift lein fid^ered Symptom ffir 
Sbfterben; ein Laubbaum tann felbft aQer S3Iätter beraubt kuerben, o^ne abjufterben, 
toenn nur bie ^ofpen oerfd^ont bleiben. 

c) Slufbld^en, S(b(öfen unb fc^tiegti^ «bfatten ber Slinbe. 

d) SDtaffenl^afted Sluftreten Don Bo^rl5^ern, SBurmmel^I unb ßotfrümelc^en. 

e) SCuffaUiged 2luf treten oon ^ar^tropfen an dlabet^ötiern; f))arli(^er Sudtritt 
toafferigen ^arjed au$ Keinen ,,9iinbenfenftern", bie man einfc^neibet. 

f ) auftreten gelblid^er bid bröunli^er ober btöutid^er Sieden auf bem Saft ober 
@t)ßnt 

g) ^aufiged Sorfommen oon gnfetten, bie nur an abfterbenbed ober abgeftor» 
bencÄ ^olj ge^en (Cerambyx-, Anobium-, Sirex^ärten), 

b) Sludtreiben Don ©c^eibenlnofpen unb Stofetten (an ^efem). Don Bürften« 
trieben (an gid^ten) ufm. 



168 ^M ^^^' ®<^w6 Ö^c« ^i««- ^ 

Sei Seurtetlung biefer ittib ö^nlid^er ftennjetc^en tnug man ttatürltd^ au^ bie 
örtKd^en Scrl^äftniff c (©^abfing, ^oljart, ^oljaltcr, »oum tct{, grag jctt, ©tatibort uf to.) 
in« 3tugc f äffen. ®ei ftöf erfrag j. ®. erfolgt baä Äbflerben raf^er aö bei 8iau)>en- 
frag. S)ie $rognofe ift ^ier an^ n)eit leidster atö in ben Siaupenbeftänben, ba bie 
don Sorlen^ ober StüffeRafern l^eimgefuc^ten Stamme eine ^udl^eilung nic^t erniarteti 
laffen. @ie fmb bei flarlerem ®efatt unrettbar öerloren. ©t^toiertg ttjirb bie ©ei» 
teitnng ber (Sr^oIungiSfal^igfeit bei Äauj^enfrag. 3n bcn ta^^U ober li^tgefreffeneit 
9labeIl^oIibeftanben finbet, namentlich n)enn ed fid^ um Si<^te ^anbett, leicht ein Vb- 
fterben in größerem SRage ftatt. ^fem Ratten gemö^nßd^ toeit mel^r aud, ge^en 
aber^ tuenn bie ^ofpen in er^ebtic^em SRage gerftört finb, ebenfaQi^ ein; Xanne tfnb 
Sard^e n^tberfte^en fd^on beffer. fiaubl^öfier finb befanntlid^ totit n^eniger empfinb- 
lid^ aU Stabel^ölier. ^auptn^ ober SRaifäferfrag bebro^t i^re Seben^fö^igfeit ntd^t, 
ttenigfteniS in ben ^ö^eren Sllterdftufen nid^t. ßaferfrag fü^rt meift aud^ nur in ben 
jüngeren SKteriSHaffen pm balbigen Xobe; bie älteren Saub^ö(ier Ratten Sorten:?, 
©ap* unb Sodtfäferfrag meift jahrelang ou8. Sirfen, Ulmen, ®fc^en fterben leichter 
ab aU ©d^en unb Suchen. Sluf b.effereu ©oben ift e^er auf eine tSr^oIung ber ^vai- 
ftomme ju l^offen atd auf geringen; man n)irb ba^er auf jenen mit bem (Sinf^Iag 
ber polier nid^t ju rafd^ t)orge]^en bärfen. 

Die befte Seit jur göllung ift ber SBinter nac^ bem Srage. 3e länger ba« 
totgefreffene ^ol} auf bem @to(fe bleibt, um fo me^r üerbirbt ed. gn befonberd anf^ 
fälligem SJlage neigen Staupenl^ötier infolge i^red größeren äBafferreid^tumd gut 
Oualitätdoerfd^Ied^terung. 

©eim Sinfd^Iag finb, fotueit anbere ®rünbe nid^t entgegenfte^en , junäd^ft bie 
Sllt^ötjer ate bie wertüottcren ©eftanbe, in benen eine Dualität^minberüng am \tä)U 
barften toerben bürbe, angugreifen. fiberaQ, namenttid^ aber bei 9iau^en^oIj, ift auf 
möglid^ftc 3luStrocfnung, alfo auf (Sntrinben ju l^altcn. S)ie @<)attnufe= unb Scheit* 
pljer finb ju biefem 3^^*« Meiner ju f^jaltcn, ate eö fonft ju gefd^e^en pflegt, unb 
bie gröberen @tüc(e finb ju entrinben. Slud^ bie ^rügel^dl^^er foQten aufgefpalten 
loerbcn. 

©or bem 3ufammenbringen in ^Raummeter mug bad ©patt^olj gel^örig aud^ 
trodnen. S)ic ^olgftöge muffen Unterlagen erl^alten unb an luftigen Orten aufgeftellt 
lüetben. S)ie äbful^r auc^ ber ©Jjaltpljer ift möglid^ft ju befd^Ieunigen. 

©efreffene Kulturen finb audjubeffern. 2)ie größte ©erlegen^eit bereiten 
©tangen^öljer, ttjenn fie nur teilweife abgeftorben finb. ©inb fie noc^ fo jung, ia^ 
auf ben burd^ Ignfeftenfrag entftanbenen ©lögen ©npflanjungen ftattfinben lönnen, 
fo nimmt man fotd^e öor, unter Umftänben na(^ öor^eriger ©rlociterung ber ©lögen. 
(Geeignete ^olgarten finb, \t naä) bcn ftanbörtlic^en ©er^ältniffen unb je nad^ ber 
®röge ber entftanbenen Söd^er, enttoeber ©ud^e, ^ornbaum, lanne unb gid^te 
(wegen i^reä ©d^attenerträgniffeiJ) ober Särd^c unb SSe^moutl^idficfer (wegen i^rer 
Äafd^Wüd^figfeit). Sägt fic^ aber eine ^ßflanjung auf ben entftanbenen ©lögen wc^ 
gen ßleinl^eit ber Söc^er unb }u groger ^ö^e ber umgebenben ©taugen nid^t me^r 
audfil^ren, fo bleibt nic^td anbered übrig, ald S'a^labtrieb unb SSieberanbau bur(^ 
©aat ober ^flanjung, ober man begnügt fic^ beim ©te^enbletben beg ©eftanbe« bas 
mit, bie grögeren Söd^er ju unterbauen, um für ©obcnfd^ufe p forgen. gn Icfeterem 
gaüe lommen felbftDerftänblic^ nur Sc^attenl)öljcr in ©etrad^t. 



ßftfn: Bapreaüdae. 169 

3toetted Sapittl 

^ir fd|&blid|rii 3itfrltrit, i|rr Srüritetiirtfr ititb a^rlint^fititg. 

S)ie ineiflen forftfd^äblid^en Snfelten unb auc^ bte fd^ablid^ften 0rten ftnben fi<i^ 
in ben Orbnungen ber ßöfer unb @^ntetterlinge.. Vn btefe Crbnungen fd^tte^en 
ftd^, nac^ ber n)trtfc^aftlicl^en Sebeutung für ben Sforfimann in abfteigenber Steige an^ 
georbnet, bie älberftttgler, bann bie Sd^nabellerfe an. Unter ben StotU unb 
®erabflfigtern gibt ed, abgefe^n t)on ben früher txtoaijnttfx forftnü^Iic^en gu? 
feiten, nur merl(i4 unb unmerflic^ fc^ablic^e üxitn. 2)te Sle^:? unb @d^einne^^ 
flügter enthalten gar feine forftfc^äblicl^e 9rt 

Orbnung Coleoptera, Aifer. 

Unter ben ja^Ireid^en, in unb an ben forftlid^en ^Iturgemöc^fen (ebenben Käfern 
finb bie SRe^i^a^I ber toirtf^aftlid^ beac^teni^merteften Strien f elunböre, in ber &tf 
f olgfd^aft k)on ^äntltc^feitdiuftanben ber Seftod ung unb Don äBaIbk)er^eerungen aller 
Sri einl^erjiel^enbe @^6bUnge. 2)er t)on biefen Vrten angerid^tete, t)ormiegenb t)^^^ 
fiologifc^e Schaben ift erträglich, folange ed bem äBirtfd^after gelingt, bai$ ^ur SRaffen^ 
üemte^rung geeignete SSrutmaterial re^t}ettig ju entfernen ober ju entrinben. SSo 
bieiS ni<i^t ntögKc^ ift ober öerna^Iäffigt toirb, wöd^ft ba« Auftreten ber fefunbärcn 
Sd^äblinge unter Umftanben jur S'alantitat ^eran. 9tud bent felunbören Seinbe toixh 
bann lei^t ein t)rimärer, beffen Singriff auf unfere ^oljgeloäc^fe um fo ernfter ift, 
toeil er in ben nteiften Sollen ben Xob ber befallenen Saunte bebeutet 

Sieben biefer Gruppe k)on forftfd^ablici^en Käfern, bereu (^lieber biologifd^ burd^ 
nteift ^ol}' ober rinbenbemol^nenbe Sart)en gelenn^eid^net finb, gibt e9 eine jmeite 
ben ©eftrebungen bed Sorftloirte^ fetnblic^ gegcnüberfte^enbe ®vuppt, S)ie i^r juge»« 
porigen ftafer leben im aQgemeinen nid^t in ben ^otipflanjen, fonbern t)ormiegenb 
an bereu SBurietn unb an ben oberirbifd^en SSegetation^organen unb finb ^auf)t' 
fäd^Iid^ primäre @^dblinge. ^f)x Singriff ift ^toax nic^t gleic^bebeutenb mit bem 
lobe ber angegangenen $flfl"i^f ^^^^ ober leidet gefa^rlic^, loenn er fid^ gegen junge 
5ßflanjen unb bereu SBurieln richtet, gn öielcn gäHen ift ^ter ber S'äfer an ber 
@d^abener}eugung me^r ober toentger ftar! beteiligt unb }mar nid^t ber S3rutt)flege 
wegen, tt)ie iti ber erften ®xuppe, fonbern um fein ^Ra^rungöbebürfnig ju befriebigen. 

SBäl^renb bie erftgenannte felunbör fd^abtgenbe ©ruppe t)orüberge]^enbe afute 
@d^öben größten Umfanget ^erbeijufü^ren imftanbe ift, t)anbelt ed ftd^ bei ben pri^ 
m&ren ©d^äblingen ber iloeiten ©ruppe faft audna^m^IoS um Heinere, baffir aber 
um 3)auerfd^äben, um d^ronifd^c Übel, bereu anfialtenbcr ©influfe leidet ju uners= 
träglic^en S^ftönbcn führen fann. 

Unterorbnung Diversicomia. 

9omiHe Buprestidae, ^roditlöfer. 

Smagined (anggeftxecft, mit plattem 9iflcfen unb metftend betben Slügelbecfen, bte fic^ 
nad^ hinten t^erengen; in ber Siegel Won metaUifc^ glönjenb. f^ü^Ier Iutj, mciftend g6fä^^ 
eifglieberig. ^atöfc^ilb runblic^, eiförmig ober breiedig. ^opf in bai3 $aBf(!^i(b einge« 
jogen, mit ^utoeilen ttma^ berfümmerten SJ'^unbioerf^ugen. ®eine furj unb {d^mad). %übt 



170 elftes aSui^. S4ut geflen litte. 

fünfflliebccig. Stuajeit im ©ommer. 3)it ftflfer lieben ben Reißen Sonnen fcftein, finb bonn 
flüd)tig unb bemeglii^, befut^en SStumen (Umbeliifeien), um ben $Dllen gu Detge^ren. 3aia< 
gtmä in foil'tlii^ei ^inftc^t iin{(^Qblii^. Stetieration bei meiften ?Itten gneijS^tig. — Zax' 
itv iDQlgenförtnig ober 4)latt, fdilanf, nieii^, Utig, btinb, fugloi. Ci^n Siu^ng bti 
ben Untecfaniilicn Buprestini unb Cbrjeobothriui fe^c grog unb ftail berbieitert; 
bte beiben folgenben Heiner unb (c^mälet, abei: noi^ fiteilet olö bie §inler!ei6Bringt. I>er 
^inteileib etjt^eint aegtnüfier bet Krup it^mat unb »etengi. Sei ber btitten Untetfamtlie 
Agrilini i(t bei Unteitc^icb im]iiitn S^otas unb .^interleifi ni(^l (o aiijffillifl, obgIei(^ bie 
B9tufl|egnienie immer not^ btettet finb alfl bie §intet(eifiätinge. ®ü8 Ie|te ^intcrleiböglUb 
i(t bei ben crftgenannten UnietfomiÜen afigetunbet, bei ben Agrilini tiägt et jroei tiotnige 
©irtSen. Sie SniDen ItBen tei« in iflngeren Saub|oljt|eifteni , teil« in ben Äpen unb im 
@t(imni dlteiei Säume unb beioitlen burt^ flai^e, geft^läRgelte unb mit ^ofßmtifl feft auS> 
geftopfte Sänge, bie {it an ^ei^nn gmijdien 9tinbe unb ^olj, an älleten ItBäumen im |iolje 
obei in bn Stinbe fiefleii, iai Stfifterben ber befallenen Saumteile. — Set^juppung am 
großort in einer ©plint: ober iRinbenniiege, — giuglBdtier quei=Dt)aI, on einer Seite ob= 
geplattet, na^cgu f)albe0ip)if(t|. 

^it fi^äbli^ften ^rten lommen Dornpiegenb in Saub^ÜIjem Dor; iebod) gibt 
tä aucti einige fi^äbtit^e SfiejieS in Stabel^Ölgern. 



A. Sau6^atjf(^ätilinge. 

a) 3n ft^ioai^em Saub^olj brOlenbe Supie^iben. 

L Agrilns viridis L. 

ettäner Saub^Dlgprot^ltafei («bb. S6). 

fiennjeidien: Sfifer: 6—8 mm long, DOn nerlt^iebentt ?fäi= 

I bung: Dliüengrön (normole Sorbe), blaugtün, blau, etifaibig, lupferig 

1 uiro.') Unierjeite fil)maij. SwISft^ilb biel fireiter als long, giob quet< 

-'- tunjelig, mit unbeullii^er 3Rittelfurcl)e unb jcbcrfeite mit einem f<i|tfig 

gegen bie Seiten Ceikufenben einbinde. £egteS Sauc^fegment im ber 

©pige abgeninbet. ^lügelbecten mit flatt Dortietenben S^ulters, an bcr 

©pije abgetunbet, fttinjoc^ biDetgierenb, fein gegiStinelt 

AjrüMrfrtdtoL. ßebenSttieife ufw.: giugjeih 3um, 3uli, Wä^renb ber 

'/,. größten ©onnenglut. 

@iet einjeln obet in (feinen Partien Don je 3—5 @titd in feint Stinbennffe 

gtatlei Reiftet, befonberd gern an bie Safiö ber auf ber iSonnenfeite abgelienben äfle. 

Sie Samen erff^etnen im äluguft unb übertuintern jmeimol in i^ren ®ängen. 

SSer))u;i;)ung im ^pxÜ. fBiai beS britten Sa^reS in einer iSplintniege. Sie 

Sarce brt^t fi(^ in ber ^afenförmig inH $)o[j f)ineingt^enben ^upfienraitge nidit um, 

fonbtm nagt fic bid bid|t unter bie tRinbe roeiler. Ser im ^uni auStommenbe Söfer 

fertigt fic^ ein befonbereä quer=Dt>aIeS, ^^^ätinli^eä SluSflugbc^, beffen obere @eite ftc^ 

ber gerabtn Sinie nätieit (SIbb. 6 7 y). S)ie $ut}))ennitegen fiaben mithin jluei Öffnungen. 

(Generation jiDeijä^rtg. 

^tt @äf er befällt am Itebften junge @tämm(^en ber Suc^e, aber au^ ®i(^, 
@rten, Sirlen, fiinben unb 'H]pt, OOTjügEtc^ fümmernbt Stifter, etientuell frei^e^enbe 
ober Stanbftämmi^en. 3)ie SarOe bo^rt [\6) bun^ bie 8linbe biiä auf ben Splint unb 

1) pon Stefenwetter unterfi^eibet in feiner SIrbeit über bie beutfttien Supteßiben 
elf uerfdiiebene Satielötcn: A. viridis L. (olicengiün), A. qocitub Rtsb. (grün ober 
blau bis bioletl), A. fagi Btzb, (brenne farbig unb fupferig), A. linearis Pauz. (gnlb' 
QtOn mit fupfcrigein ^alefdiilb unb ^opf), A. ater Fabr. (ft^marj) ujn). 



Käfer: BapFestidae, 

fngt ^ter einen flaci^en, fc^arfranbtgen, s'Ic^fänQcIten, 
ganjaantäPf^etwo« breiter roerljenben®an9(abb. 66). 
€DbaIb bie ®änge rtngiSum oettaufen, fteiben bie bn 
faQentn StömmcEien ab, jumal in trodenen Gagen. ®e' 
Wit^nltt^ ^ebt fi^ bie Siinbe übet ben tlftafigängen tttoai 
empor unb reißt infolge bea übermallungSptojeffefl 
auf (Uib. 67, bei ß). 
SSetämpfung: 

1. aSoibeugenb roirlt finftrtdi ber $ei^ bie 
jur throne mit einem (Semenge aui Se^m (2 Xeile), 
ffnlf (1 Seit) unb ffu^bingtt (1 IriQ; '""^ä ""t bet 
gluggeit auszuführen. 

2. SuS^teb unb 33erbtennen bei mit Siut befe^ten 
{leiftet (SRat, «nfang 3uni}. 

a. AerUui 



B elong&tUH Hbst. (Agrüua tenniB Ktib.). 
Slünncr Stc^enpiai^tiafei') (fibb. S8). 
Jttnnjeii^cn: Sä\tr S— 8 mm lang, bnn DOiigtn 
an ®t|)alt unb %arbt S^tiUd}, aUr me^r maltQiün, ins 
Otiiwn. ob« »lottjtfaibiae gie^b. ^Mfdiilb ebenfnU« ^^g' 




«b6. W KNb «I. 
: Sanr M Agillsi Tlrldl* L. 
, .. ,, , :."".■,,.: ,, «n BuftenStfBnn- a Setointtat, 

Breiter aU Inng, nat^ ^mlen Btrfi^mältrt, qutrrunjelig, mil ^Mti, emiiniunfl bloftielcgi, ;< nli» 
beulUc^er äRittelfurd^t. £c^tc^ SSuu^fegment an ber Spi^e üanngansc infoEsctoiÜbRnMiiing 
tief auflfleronbet, bflonber« beim -^. ^lilgeßiedtn nac!^ b« aBfaniflen »• ««n-nulc gma»«» 
©piöc ftin inentBer |lart teienflt. — Same fajl maljtm ^^ **'"*' 

formt g. 

Sebengneife ufn.: Qm aKgemelnen wie bei bem Dorigen; bie $u)it>enivieQt liegt 
aber tiefer im ^olje. 

S>er flilfer befdill DDijugäloeife bie ISi^en; man finbet i^n aberau^ 
an Sui^e ufiD. 

nelfimpfung: Sic bei bem Hörigen. 



'I 



S. AgTilua angufltulus Hl. (Agrilaa olivaceiu Gjll.). 
ei^mater (Si4en))rad)tfdfer («bb. 6»), 
StRn}(i(^eti: 5—6 mm lang, im übrigen ben betben Dorfte^cnben 
arten fe^r ä^nli^. ^aUft^ilb in ben ©iniereden mit einem beutlidien, Ag^",™',™, 
fd)arfen Seißdien, welä^ti faft bis jur 3Rttle reicht. Se^tefl äSaui^fegment t-, Hbii. {•/,!. 
ni(^t tief, aber beutltc^ auägtranbet. 

£ebeneiDeife u[ni.; %uäi biefer ßäfer befält UDijugSmeife Si(^en> unb in jmelter 
Sinie iSurfienfiHjter. Xie Satbe ft^abet in bcrfetben Bcife nie bie bei beiben borigen 9rten. 



tetdmpfung: äSie bei 1. 

t. SÜtitere Agrllus>arti 
! bei ben genannten ISgrilinen finb Seben06tonomie, 



Olanj Sttnliäf t 
©(^aben unb Setämpfung bei: Agrilu» Babaurataa Gebl. (= corjli 
Btib.) ') an ber Sii^ unb $afel. £arbengänge breiter als bei A. elongatns 
ni^ anfpistulna; fie berbreitem fi(^ fleHtniDcife fogar 5u grüneren ^läßen. 

AgiiluB pannoniouB Piller (— biguttatns Fabr.),») fiäfer flrl)= gjj „, 

ger ab alle anberen bei und borlommtnben Agrilusr^^rlen, 9— is mm laug a«iUdi •uguia- 
unb leicht fenntlii^ burtfi gmei toeige ^äunfte in ber unteren ^älfle bei oliben: '■■ "'■ l'/iV 



in 



1) «Itiimr Smx. f. g. u. >. 1 



, 367. — 3) Derf.; S)af. 1880, ö47. 



172 <Et|lc« iSii^. @(t|ue fiCBen Xiert. 

bU blaufliänen t^tügeUMden. CttlwtiftluRS in Sii^n, auc^ in dümn Stthnnttn unb in 
@i0(fcn. ¥itti()enniicee bann In twt SoiIe. 
Agrilus betuleti Btzb. Sti^c. 

S. Chrysobothria affinU Fabr., bei ©olbflrubenlJirat^tiafei.') 
fiäfci 11—11 mm lang, tu)) feibraun, nietaDi{d| gtanjenb; jcbe ^lügelbedc mit tmei 

®oIbgiübd)€n. 

Soimiegenb in iSi^enbtiftcm, an rotUi)t bie <£iei ju 1— > uom $ m«fl bic^t abtr 

btm SSurjetanlauf abgelegt toerben. Siiel3aitit fiigt umtgeltnagig gejtfiUngeltt, ^adft (Singe 

gwifcben ^aft unb Splint. $uti))eniuicge im ^olje. Scnciation ntinbeftenS sjfi^iig. 

3i<in(i(4 j Ellen. 

93eifinipfung: üuS^ieb bei befallenen Stämmigen. 



In «14c. 8(i fatn 
bic itttne epElntldlitt I4act 
tinBt[4>illlcnf Olong inl ^ol), 
Mciautt ^ici f^ltllEiitSlmieunll 

(!(bB,Jl)(rat.0i.,CtlB.9.».) 



6. Goraebue bifaBoiatiu OUt. 
Sweibinbigei giiftenpiac^tffifei.') 
fififei 12—16 mm lang, «agrün unb flläujenb; baä lejte Siitteil 
bei ijlügelbeden blau^fi^imnienib mit jnei glSnjcnben, mej> 
ring<(mbigen, (ein behaarten, iarfigtn Öuetbinben. — Same 
bid ao mm long, mtl einem biilunlic^en, bui(^ graei paiaDele 
IMng^^eifen t^aialteitfieiten S^ilinfc^ilb im $iott|oiai. 

SebtnSitieife uflv.: gluggeit: ^ntä, ^ult 

®ie gier »erben einjeln an bte 3Raitrtebe meift 
junger (10— 25jSt)ttger) Sitten (notnentti^ in €4^= 
npofbungen) abgetegt. 

S>te im Slugu^ erfc^etnenbe Sotoe friBt Don bei 
XTie&{))if(e ouß anfangt unter ber Sfitnbe (^ier unb bort ein 
tfingl({^eS®rübd)en in ben Splint nagenb) abltiärtS, ge^t aber 
iaQ> in bat $oIj unb fteigt in einer fe^r geftiedten S^ivaU 
immer tiefer. 3i" f(^wa^en ^ofje frißt fie meift im ÜRorfe, 
1,3— 1,6 m untertialb iC|ieä ^udgangS^iuntteg ceiänbert jte 
bann im 9!)tit)u)>))ungäia^r i^ie gra^nietfe. Sie bleibt nun 
nit^t me^t im ^nnetn beä ^oljeS unb frigt nidjt me^i ob^ 
ipäi:t8,fi)nbem nagt I|fllb im ©plinte,f)alb im ©oft einen f^arf 
gefti^ntttenen @ang, melt^ei ben Stamm ate Slingelung, 
S^leife ober @)]itate umgibt (ttbb. 70} unb balb ebcnfo 
pti^t^tic^ in baS $olj Eiineinffi^rt, aU er oue btefem getaut« 
gelommen t(t. Um ftdb ju tecpupptn, fteigt bie Saroe 
; im aRai beä brüten 3a^ieS im ^totje toieber aufmäits unb 
frigt einen ((^(eifenfünntgen, etnaö ctroeifetten (Bang 
(flbb. 71), mi bem [lä) bet Ääfer im 3uni ober 3uli 
laouv. ^lauänagt. ^ugertidi bemerft mon ben gra^ nur an bem 
glugtot^e. 

SBefflllen »erben ^leißer, ©todauSf^täge unb SBipfet* 
fiartien attetec ($id|en. ^ttfolge ber 9Iinge(ung ftirbt bie 
übet ber fRingelfteUe befinblic^e ©lamm= ober ä^fiottie 



1) aitum: 8t(<I)i. i. g. u. 3m. 
fflttilie: I^ot. Q^tb. 1387, 29a. 



, 696. - 



2) 3)eri.: 5)af. : 



, 116. 



aattt! BaprtBÜdae. 173 

ab, ronl bie ©aftgnfu^t buni^ beit Stingfral boQft&nbig unteifpunben tvirb. Sit 
befdQtnen Sauminbmtbttcn loerbtn tnfoIgcbe|Ten toipftlbürr, roenit eS fii^ um $et: 
per ^anbdt ob« 6e!ommtn 1—2 m lange bfirre Sfte, fobafb (S ältere SBäume finb. 

3)ec ßfifer benogt bie Eit^enblätter; ber ^ierburt^ 
ongenditele St^aben iß jebocti untnerflic^. 

(SeneiatioR jttietiä^iiQ. 

tai et^eblidi fi^Sblii^e ^nfeft get)ürt bent füblii^ unb 
Sfttii^en CuTÖ^ (Stuti^n, Sübfiantrei^, Ungant ufm,) an 
unb eiteit^t etnia im Etfag feine nörbtit^fte Strenje. 

^n Icintn ^eimatMnbein lebt ber Rdfer ^oiiplfdi^tii^ auf ' 
bet St«n= unb bct ßorlei^e, 3n gionfieii^ ijl er f(^on leit ben 
IBiOtt ga^itn ait Uii^enteiiib befnnnt. 3« lglfa6=8ot^rinflen tfl 
er leit 1877 bejonberä tu ben Sit^enroolbunaen bei ffoTmor \e^t 
fi^blid) aulaelrelen. 

@eit ben 18S0er ^a^en i^ er aucb im Oiten beobat^tet war' 
ben. 3(108') unb «notef ■) berichten über fein «uftreten in Un= tiy^,, samin'tiimin 
gom unb iBoSnien in 60— gOjd^Tigen (Eitlen beftfinben (3eiiei<be m( Oni» bei SAititm- 
nnb roti^bnorifle Sit^e). flonflH, ii 



8etäm))fung: 2Ste bei Agrilus Tiridis L. (@. 170). out. w »npp^nni 

(nat. «r, Oiig. «.-■,. 

b) 3n ßattera Saub^ol^ brütenbe SiqiTelliben. 

%it ifittfftx ge^Qngen Vrten ^ben bei raeitem ni^t bie gleiche ntirtfi^aftlii^e 
S^beutung tDte bie unter a genannten. @^en]i)E)nIi<$ ftnb eS mv einjelne Stämme, 
bie bnrdi bie int $oIj obei jivifdien |)otj unb JRinbe lebenben Sorben ber an unb 
für fii^ nit^t häufigen jfäfec gefi^äbigt nerben. 

%et&mt)fung: gältung unb alSbalbtge Sluforbeitung ber befaDenen @tfimmf. 

©enannl leitn: 
1. PoeoUonota rutüana L.. ber Sinbenfiracbtiaier.') 

fiäfer 10— H mm lang, lebbaft gotbtot, an ben Seiten in* ©olbgrant übeiflebenb, 
Vtanäft ^nbinibuen [dilmmem blaugiün. 

3)ic Same befällt t)oimi,:genb bie £inben (fflintedinbt), auit] Stten unb Ulmen, 
unb jmar beionberS an bei €&bfeile- 3)ie ftatben, teils im ®(ilint, teilB in btr tRinbe Der- 
laufenben @dnge ftnb |e^i lang unb ^igen in geTaber 9ti<btung aufmärtä. Da nur bie 
iSfte ftSrIerei Stumme angenommen roerben, ift bie forftlic^e Sebeulung bei M^tri (eine 
grofte. Generation minbeften^ Sjäbrig. 3Beit Decbmiet, abn aüentbalben jeden. 

3. Poeoilonota deoipiene Maniierh.; befällt Ulme in berfelben ^eife wie mti- 
lanB Sinbe. 

8. Poeoilonotft variolosa Payk. (oonspeiBa Gjll.). Der f^roarje 8—10 mm 
lange Stä\a fjat Rappeln unb Sleiben, namentlich flfpen, aU lÖrutbaume unb ff^ibigt biet 
Vic rutUana. 

4. Agrilus BexguttatuB Hbat. Stafei 10—12 mm lang, olinengtün; giügtlbeden 
ftarf jugelpijt, mit je brei weißen fünften uerfeben. giugjeit: 3uni, 3uli. Siie 
fiarOe frißt flaibe, oerftblungene, bittit tierlaufenbe »ange im Splint aller« Rappeln 

1) ßpeir. g.-Stg. 1888, las. — 2) »a|. 1898, 803. — 3) aitum: grftbr. f. g, u. 
3». 1880, 99. 



174 ^** %u(^. @4iit gegen Zim. 

(Hbb. 72), \o baß bnen Cinge^tn btft^leunigt, nntn Um^Subtn [osat ^trttigefQ^tt tiriib. 
&K ttcfant btjonbK< btc Si^iuaij', ^quimiben^ unb lanabitt^en $ap(Klii. 

Soc^ ®B6nei') ift b« ffflfer, butdj bie ^6«> 'Bommtx 1857, 1858 unb 1859 &e= 
gün^gl, befonbeiS in bei Umgtbnng uon 9id|afTntbitie aufgetreten unb ^at !|ieT bie na4 
bctn [ogenannten SdjSnbufd) ffi^rnibt ^npptlallet teilmtiie gum Hbftnben gebtod)!. 

Stampfte 3nftaiungen an ^atipeln mürben auit) l^on fiü^ oon ¥eiiiS in ^nf- 
irt(^ beobat^ltt. 

6. Coroebua imdatuB Fabi. @übli(^, aui$ in 6öbbentf(^lanb in alten Stilen Mi= 
lommenbe ^it. XBiitf^afllti^e Orbeutung |d|etnt bei Si\ti abtt mi in bnt fioitridKn> 
btfiänben ju ^aben, wo bie in bie Sorffi^iCEit einbringenben fiaTDengfinge eine Sntmeituiig 
bc« Soxtti ^eibeifü^icn. 

B. Slflbef^oljf^äblinee. 
1. Anthoxia gaadriptmotata !■. 
Sieipuniticrter fitefeintiiad|ts 
tafet. 
Kennjeii:^en:SJifei4 — 6 mm 
lang, plnllgebrü*, bteif, |(6worj mit 
einem ©tit^ in« ®rtne, (u^iferig ti^il^ 
leinb, aber menig glfinjenb. $al(f(f|i(b 
mit Dirr beullic^en, in einet Ouenei^ 
fle^nben tStübäitn ; giügelbedtn grob; 
ranjelig puntttert. ^ SarOt mit (el)t 
breitem erften Bt«(tting, o^ne §otii- 
Ipigen am 6nbe. 

aebeniitieiieufn).:BIugaEit: 
3uni, 3ult. Die abläge bttSierfin. 
bet an junge Slefernpfioajen unb 
Stämmigen bis nu etwa ]5jfi^tfBem 
aller ftatt; mit SGorliebe merben abei 
auäj 3i(liie nnb Sfltdje bis jum Stan» 
gen^olgalter befallen. 3ni atCgemeinen 
fi^eint bei ßä|er nnr an rrdnlelnbed 
bjn». f(^on aufbereiteleä iWntetial, g. ». 
3aunpiflt|le, BrellericfininKen ufto. ju" 
ge^en. 

a)ie 2atre ftiBt oon augnft nb 

"*'-"■ ^''^'"T4ZiXm"^T'''''' "'"■ ""'" u»«gel„.ä6ig mm^^m. 6 

' bi§ 8 cm langen, allmä^Iti^ immei 

bieitei wetbenben, It^arfranbigen ®ang ämiicften S0aft unb Splint unb flbenointeit jroeimol. 

ffierpuppung im 9Rai ober 3uni be3 britlen Sabre« im ^loljc. auälommen bei 
8ä|ei Hube 3uni, 3uli. 

Befampfung: ISntfemung ber mit %iut befehlen Vflangen bgio. Stangen (3){ai). 
UnS legen oon gangftangen. 

a. Chrrsobotbrya BoUeri Lap.*) 

Sennicitöen: ftäfei lO-ia mm lang, (upteibrnun, lebhaft meloOitt^ glängenb. 
©ifttlbdKn blaui^marj; brei gotbig« «rübc&enpaare — baS mitlleie am grBftten — auf 
ben 5'ügelbeifen. 3'i''Ws''wu'i' iiotfi^En bet erpen Sängßleiflc unb ber 31a^t jutdiennitig 
oettieft. gm gonä«« P'^t biefe Slrt btc in Sitten lebenbm Chryaobothrys affinis Pnbr. 
jebt a^nlic^; jebof^ ift baä §alsi*ilb fc^mfller unb bie ©tübciien finb gt&öet. — Soioe 
80 mm lang, o^ne afterjangen. 

1) ailg. 3- u. 3 :3tfl, 1862, 276. - 8) ©(^teiner: 8«*x- !■ 5- u. 3». 1883, 82. 



ßäfet: Elateridae. 17Ö 

ßcbcn^tpeiie uf».: glugieit: 3uni, 3ttU. 3)tc ßaroc lebt an 10—16 iätfrigcn 
liefern (unb @eeftffem) ober in äften filteret ©tfimme, roo fte glet^falU einen fiaä^en, 
bteiten, gef^tfingelten/ fc^arfranbigen ^ang gttnfc^en ^ol^ unb Siinbe anlegt. <&te t)etpu|)pt 
rt4 int ^uni bei? btttten ^a^ied im $oI^. 3^t ^orfommen befc^tfinft fic!^ anf Süb» unb 
$3efibeut{c^Tanb. 

JBetfimpfung: SBie bei bent üorigen. 

8. Fhaenops oyanea Fabr.^) 

ftenn^eic^en: ßfif er 7—10 mm lang unb 4 mm breit bei üddig oüalem Umrig, 
blaugrün, unb jmar bie Obetfeite blau, n^ft^renb bie Unterfeite me^r xxa ®rune f&IIt ^aU« 
{d^itb unb glügelbeden bic^t querrun^elig punftieit. — ßarüe 23 mm lang, o^ne ^fter^angen. 

Seben^meife ufU).: 9Bie bei bem vorigen. 3)ie Saroe frigt in fi^nU^er ®et{e an 
^[(t^öl^ein unb Stangen ber liefet unb ©eetiefer, unb ^mar l^auptffid^Ud^ in ben unteren 
®d^aftteilen. @ie ifi aber au(^ in noc^ Heineren b\& manniSl^o^en (rfinleinben liefern unb 
gid^ten gefunben morben. Skrmuttic!^ mirb t& fic^ im mefentUc^en um fränifinbe ^aum» 
inbit)ibuen ^anbeln, bie t)om ^fifer befallen n^erben. S3ei einem Don jf leine'} nfi^er ge» 
fc^ilberten ^ortommen in ber ^ö^Iauer $eibe bei ^alle a. @. fc^Iiegt bet 9utor aUerbingd 
na^ Sage ber ©ac^e auf $rimarfrag. ^er ßfifer tft ani ber ^roüinj $ofen me^rfac^ ge« 
melbet, nomentlic^ aber in ©übfranfreid^ ^u $anfe. 

tluiSfommen ber ^fifer itnfang 3uni; 3uU. Generation mol^I jmeiifi^rig. 

IBeldm^fung: Stud^ieb unb ©d^filen ber befallenen Stangen (fpöteflend ^ai). 

%umiUt Elateridae, e^irtiii« o%tx S^neafftfer.') 

Smagined (anggeftredt, ^art, ben Supreftiben im S3au unb ^abttuil na^eftel/enb, ie« 
boc^ einfarbig unb meift nicbt metalltfd) glfin^enb. Sfü^Ier gemöl^nlicib einfad^ gcffigt, mit- 
unter geMmmt (J), 11— 12glicbcrig. $at§)cf)ilb hinten breit unb mciftcn« in jtoei ©^ijen 
au^gejogen. ©c^rfurjc, j(t)tt>ac^eßautbeinc; gügc 6gticbettg. ©aud) auS 5 ^Ringen bcfte^cnb, 
?[uf ben ^üdtn gelegt, jcftncaen bie Ääfer mit fni^fenbem ©eräufd) empor C,^i^«Wfet") 
unb fommen ^ierburc^ lieber auf bie ©eine. (Generation tt)o^I 8 — 4ifi^rtg. — Saroen 
C,3)ra^tn)ürnter" genannt) langgeftrecft, ]2ringelig, runb ober etmad abgeplattet, ben 
^e^ln^ürmem fi^nlic^, mit dornigem, plattem, bunflem ßopfe, metftend bräunlich gelb, auf 
ber 83au(^f eile geller, 6 beinig; fie leben meiftcng untcrirbifcjft ober in alten, faulen ©töden. 
3§« 5^6 erftredt fid^ auf SBur^eln, Änollen, ©aumftüdje, ^oljffimereien, morft^e« §oIj, 
Sd^wamme ufm.; einige ^rten nehmen aud^ 3nfcftenlaroen, SBlattläufe uj». an. — ©er» 
puppung unterirbif«^ im Suli. — 35ie Ääfcr fommen einige SBoc^en fpäter gum SSor» 
fc^ein, fc^reiten aber erft im folgenben Sfrfi^jabx gut 16egattung. Sie f(!^mdrmen meiftend 
auf ©lumen; einige benagen aber aud^ junge Soub= unb SfJabel^oIjtriebe. 

A. gorftli^c« ©erhalten. 

Site ©c^abüngc forftlic^er Dbjefte ftnb eine gonjc Änja^I üon S^ncIIläfern 
beobachtet morbcn; jumetft aber fommen folgenbe Arten in Sctrad^t: Agriotes 11- 
neatus L., A. aterrimus L., obscurus L., Elater (Athous) subfuscus Müll., E. 
(Corjmbites) haematodes Fabr., castaneus L., aeneus L., E. (Dolopius) margi- 
natus L., Lacon murinus L. u. a. 

Sc^ablt^ n)erben äarüe unb gmago, ber SarDenfc^aben aber tft ber bei 
toeitem toid^tigere. Sr entfielt burd^ Sefreffen öon Sämereien aller ärt (©d^eln, 

1) (gfti^eric^ u. »aer:: Sflotum. 8tjd^r. f. 2. u. gm. 1908, 622, — 2) @ntomol. 
»tttter 1907, 133 u. 150. 

3) 8ur ßitcratur im allgemeinen; ©cling; X^ar. 3^rb. 1878, 93; 1879, 305; mit 
»efHramungätabeHe ber iiaroen na* $erriig. — SJeutfc^e entom. Stfdjr. 1888, 129 u. 257; 

1884,177.— ?rUum: 8tfd)r.f. g. u.gm. 1876, 369; 1876,498; 1879, »b. X, 73; 1884,228. 



176 <^eiS S3nd^. @d^tt^ gegen Xtere. 

Suckeln, ©ornbaum^ unb Slabcl^oljfamcn), ferner bnr<i^ Scfreffen ber SBurjctn iuii« 
ger ^flanjen unb burd^ 9D6(eigen tnon Sämlingen. 

2)ie Sart)en k)on Agriotes lineatns L. unb A. obscurus L. jernagen }. 93. 
(Sid^eln, bie t)on Athons subfuscus Müll, fri^t ftc^ in SSud^eln, (Statin, ^afet^ 
nüffe unb ^ombaumfamen ein. 

9Inbere Sart^enarten , beren SfeftfteQung nod^ nid^t gelungen ift, finb an 9.1a ^ 
jientourjeln frejfenb gefunben worben. 

Dolopius marginatus L. ^at 188B int 9temere 9Henbttrg (^annoDer) einj&^rige 
^flanjen ber meinen ^ictor^ burc^gebiffen. (Er befrigt ferner bie SBurjeln unb htn 
SBurjelfnoten junger gid^tcn unb Äief ern, »oburd^ er befonbcr^ in ©aatfampen, 
^ftanjbeeten unb SSüfc^etpflanjungen fd^abet. Slud^ bie 2art>e t)on Elater aeneus L. 
beteiligt ftd^ mit an biefem gragc. Dberförfter ®ubobiuÄ^) (Sd^Iefien) fanb bie 
SBurjeln einjähriger liefern öon einem S)ra^ttt)urm (öielleid^t Agriotes lineatns L.) 
bcfreffen. Sorftmciftcr ©aubif^*) beobad^tete, ba| bie Sarüe öon Agriotes aterri- 
mus L. bic^t unter ber (Srboberfläd^e eben aufgelaufene Xannenfömlinge burd^big. 
Sluc^ anbere Agriotes- Sa rt)en (oermutüc^ A. lineatus L. unb A. obscunis L.) 
fteQen ben ^label^oljf&mereien^) in ben @aatbeeten nac^. 

^ie ßäf er finb in n)irtf(^aftßd^er Sejie^ung ebenfaDiS nic^t fo gleichgültig, toie 
man früher annahm. Sn jungen, nod^ frautartigen Xrieben niebriger Sieben freffen 
5. S3. Lacon murinus L., Agriotes aterrimus L., Dolopius marginatus L. Tacto- 
nomus holosericeus OKv. unb Limonius cylindricus Payk. (311 tum).*) SDie betref* 
fenben Iriebc tperben ettoa in ber SWitte t^rer Sänge (ober auc^ etiuaö tiefer) jum 
Oenuffe il^rciJ Saftet angebiffen unb angenagt. 2ln jungen gid^ten ift ber gleiche 
Sd^aben beobad^tet h)orben. 2)er grag ift bem ber Oantharis^Slrten fe^r ö^nlid^, je« 
bod^ weniger f^öblid^, n)eil bie S^neQfäfer bie Xriebe )neniger jerreigen atö bie 
Sant^ariben, fonbem me^r oberfläd^ßd^ benagen. Kud^ Sbbeigen junger $f(an)d^en 
am SBurjelfnoten ober Abbeizen ganger Iriebe burt^ bie ffiafer ift ^ier unb ba öor* 
gelommen. 

Einige Corymbltes-Srten (C. haematodes Fabr. unb C. castanens L.) benagen 
bie nod^ ti)ei(^en Xriebf))i^en ber @i^en mit SSorliebe (Sjed^). 

3nfoIge biefer Säefc^äbigungen merben bie jungen ©c^offe rot ober fd^toarj unb 
trotten. 2)ie Xriebf))i^en hticfen fogar l^öufig um, fterben ai unb faDen ju S3oben. 

B. S9efämpfung. 

1. ^äfev: ©ammeln ber ftäfer ift nur bei SKaffcnöorlommen rentabel, fonfk 
jiemli^ loertloS. 3u bead^ten ift, bafe bie Käfer beim Berühren ber grag^jftanje fid^ 
leicht 5u S3oben fallen laffen; ed empfiehlt fid^ beSl^alb, irgenbeinen ganga))))arat 
(©efäg, Irit^ter, %uä) uf».) unterju^aften. 

IL Sarüe: 1. ©elegentli^eä ©ammeln ber Sarüen bei Sobenbearbeitun? 
gen (Seetgraben, Äompoftaudbreiten ufto.) im ^ßflanjgarten. 

2. ^lanmäBiged gangen ber Sarüen burd^ 9(nbau Don gang)}f(anjen, na« 
mentlid^ ©alat. .Sie melftuerbenben ©alatpftangen merben au^ge^oben unb bie an 
ober in ben SSJurjetn fi^enben Dra^tmürmer gefammeU. 



1) »0.: gorftl. «t 1878, 319. — 2) 351. f. b. gej. gro. 1884, 312. — 3) Skjf. 
1880, 80, 67. — 4) '^Iltiim: gtfc^r. f. g. u. 3». 1892, 249. 



^äfec: Cantharidfte. Lymexylonidae. 177 

3. gongen ber Saröcn mit ßartoffelfd^eibcn^aRö^rcn obcrSalaiftrün*' 
len. gorfhncijicr äRüIIcr (»offift)^) mp^tSUt namcntü^ bic »ertocnbung bon 
ftcrtoffclfd^ciben. Man f<i^ncibct V,— 1 cm biete Scheiben, verteilt biefe auf bie it> 
faDenen SSeete unb bringt fte am beften 3 cm tief in ben 83oben. 3lai) einigen Xa« 
gen rebibiert man bie ftöber, beten SSteberauffinben felbftDerftänblid^ bur<i^ äRar^ 
Üeren ber SteQen, too fie aufgelegt ftnb, ju ftd^em ift. 2)ie S^ral^ftnftrmer Bohren 
ft^ in bie ©Reiben ein unb n)erben bur<i^ Slbfammeln ober gugleid^ mit ben @c^ei« 
ben t)emi(^tet. fOtW^ttn unb @alatftrünfe laffen ftc^ ebenfo aU ßöber k)ern)enben. 

4. Semid^ten ber SarDen bun^ SSerbrennen ber 9tafen)}Iaggen, ia benen 
fie bemerft ober oermutet »erben, fteinc^fall^ pnb folc^e flaggen mit unterjugraben. 

5. SSemid^ten ber Sarben burc^ Studglü^en beiS S3obend bei maffenl^aftem 
auftreten in ben @aatbeeten. 3)er S3oben noirb auf glü^enbe 9(fc^e gebreitet ober in 
brennenbe {Reifer^aufen u\\ü, geworfen. 

6. SSernid^tcn ber Sarben mit reinem ©c^loefello^lenftoff ober ©d^ttjefel? 
lo^tenftofflapfeln. Da« Serfal^ren ift bajjfelbe mie bei ber SSemid^tung ber (Sn^ 
gerünge burd^ 3nfeftiiibe (ogL bort). 

Somilie Cantharidae, föeid|fofer. 

Sfmagined langgeftredt, met^, biegfant, mit fd^moten, meieren, pergamentartigen gftü* 
gelbeden. Sfü^Ier meift faben^ ober borftenförmig, 10— I2gliebertg, mitunter gegen bie 
@pitc ^in etwaig bcrbidt. fjüge fünfglicbcrig. 3)er SBaud^ bcftc^t ouiJ 6—7 freien fingen. 
!Dte $ einiger $(rten finb ungeflügelt unb {e^en an^ mie Sarben. Generation einfad^. — 
Starben löngtic^, f(ac^, grögtenteild behaart, {ec^dbeinig; fie leben bom Staube (38itrmer; 3n« 
feften^ ©d^nerfen), ftnb ba^er im allgemeinen nü|Uc^. 

6d[)dbli4 Tonnen nac^ ben oorliegenben ^Beobachtungen einige jur Gattung Can- 
tharis L. gehörige Wirten: CanthatlB fusca L., C. obscara L. uub G. mstica L. baburc^ 
»erben, bag fie in äl^nlic^er SBeije mie bie ^[magtneiS einzelner <S^neUtäfer (t)g(. @. 176} 
bie äJ^oitriebe bon Saub« unb iRabel^öIjern, namentlich bon @ic^enIoben annagen, ^e be- 
treffenben 3:rtebe merben metf, tniden meift um, üerförben fid^ unb fallen fd^Iiegüc^ ah, 
@o trat 5. ®. im 9]'2ai 1890 Cantharis obscura L. maffenl^aft in ber !önig(. preugifct)en 
Cberförfterei ^benau (d^ifel) an 5— 16 jährigen ®i(^en in Sid^tf dalägen auf. %n einzelnen 
(£;emplaren fonben fid^ 60— lOO ^fifer. 2)ad SGBelfen unb ©d^mSr^en ber Xriebe üoU^og 
ftc^ binnen mentger (Stunben. 

1891 aeigte fid^ biefer t&fer in Gefellfc^aft ber frül^er genannten 6(^neIlI5fer im 
@tabtforft ((Sid^elgarten) bei ©berdmalbe.^) 

^ie dantl^oriben (im SolfSmunbe ^^i&^neiber'O überwintern im Sart)en5uftanb in ber 
(grbe ober unter steinen unb üerpuppen fic^ im grü^ja^r. S3ei Tauwetter fommen bie 
»aljigen, roeid^en, fc^marjen Sarüen mitunter maffenf)aft auf bem ©c^nee jum SSorft^ein, 
toomit bie ©ejeid^nung ,;©cbneett)ürmcr" jufammen^ngt. 

S3efämpfung: nur bur(^ Sammeln ber ^äfer, in einzelnen gfiUen burd^ ^ernid^ten 
ber ,,@(^neen)ürmer'' möglic^. 

Somilie Lymexylonldae, flBetftföfet. 

3magine8 langgeftredt, fajl »al^enförmig. giügelbecfen metc^, an ber Spije nid^t 
abnjärtö genjölbt, flaffenb. fjü^ler fabenförmig ober in ber 9Kttte etmai^ berbicft ober ge« 
fögt, elfgltebertg. SBorber^ unb 3}iittelt)öften jtjlinbrifd^ ober fugelig. ?Jü6e ögtieberig, ein« 
fad^. aSauc^ auö 6—6 SRingen befte^enb. Generation einjährig. — ßarbcn langgejtredtt, 
tt^alaenförmiO; meid^, toeig, nacft, mit fapu^enartiger ^orberbruft, fec^dbeinig ; fie leben im 
^ol^e bon Saub« unb S^abel^öljern unb werben burd^ i^re Gänge tcti^nifci^ jd^äbUcJ^. 



1) SB^blgn. b. gorftw. {o. Tl. u. ©d)!. lUOl, 77. — 2) Wittum: 3tfc^r. f. fj. u. 3ttJ. 
1892, S49. 

^e|, Sorflfc^u^ L 4. «ufl. 12 



178 Q^fied ^u(^. @(!^u( gegen Sine. 



1. Lymexylon navale L. 

©(^iffi^toctftbo^tfäfer, SKatrofe. 

Sttnn^tid^tn: Äöfet J 7— 10 mm lang, ft^toorj. gflügelbetfen, Hinterleib nnb 
Idetne gelbbraun. SD>tittelfiefertafter mit quaftcnfdnnigem 9[n^ang. — $ 12—16 mm lang« 
odfergelb. Stop^, ffianh unb @pi^en ber Slügelbeilen fd^tvfirjlid^; le^tere bebetfen ben hinter* 
leib ni(^t gan^. — Saroe 14—16 mm lang, »ei^, mit ftarfem §top\ unb einem Srl^ifc^« 
japfen auf bem legten dringe. 

Sebeni^tneife ufku.: Slug^eit im ^nnx unb 3uß an luarmen Xagen. 

S)te (St er tnerben an ftarle, anbrüchige ©töcte ober ältere, entrinbete, Uegenbe 
ober fte^enbe Stci^enftamme ober au^ an bereite berarbeiteted ^olj abgelegt, nte^ 
matö an gefunbe ftel^enbe Saume. 

3)ie Sart)en freffen ®ange im ^olje, beren Sorm no^ nic^t ^inreul^enb ge- 
Hart ift. 3)er grögte Sd^aben finbet auf ^oliplö^en unb Sc^iff^merften ftott 

Generation einjährig. 

2innä fanb bie Saroe 1746 auf ben ©ci^ipmerften an ber ©übfeite bed ^ot^en^ 
burger ^eerbufeni? in bem bortigen Sid^enl^ol^e fo maffenl^aft, bag er fic^ ju bem Studrufe 
oeranlagt \af^: „^emunberungdwärbig, bag ein fo elenber %!htrm idl^r(i(^ für fo biele tau« 
fenb Saler Schoben tun fann.'' 

S3efam))fung: {Rechtzeitiger Slnftric^ ber gefaßten 9ht(ftämme mitXeer ober 

Sftant^enleim. 

2. Hyleooetus dermestoides L. 

©d^abfäferä^nlic^er »ol^rfdfer*) (TOb. 73). 

Äennjeic^en: J 8—13 mm fang, entireber ganj fci^warj mit Ausnahme ber (gelb* 
braunen) Seine ober fdjmar^ mit gelben Seinen unb gelben, an ber 
@t>i(e gebräunten gflügelbeden. S'littelftefertafter mit grogem, quaflen^ 
förmigen Sln^ang $ 10—18 mm lang, gelbbraun; nur bie tiugen ober 
aud^ bie SBruft (^umeilen auc^ bie @|)i|e ber S^ügelbetfen) fd^marj. Seibe 
©efc^tec^ter, namentlid^ baj .^, in ®x6%t unb f^ärbung fiugerft t)ariabeL 
^aldfc^ilb breit, Hinterleib t)on ben ^^rlügelbecten gan| bebedft. — SarDe 
16—20 mm lang, bcmfteingelb, au8gett)a(^jcn mit einem bilnnen langen 
@(^n>anzfortfa|e, ber mit (I^ttinjd^nen befe^t ift unb in eine jmeijinfige 
atb. 7s. (Snbgabel au^louft. S)cr jungen ßaroc fel)lt biefer gortfa^ ; i^r le^tefii @eg' 

Hyiecoetui der- ment i|l ^inteu abgeftu^t unb abgefloc^t. 

m-toide. L. ^ Seben^toeif e ufm.: gluggett «prif, SRai Die gier werben 

einjeln in Sttnben^ unb Keinen ^ot^riffen abgelegt. Gefallen merben 
faft famtli^e Saub* unb Stabel^öljer, in erfter Sinie frifci^e ftarlere @töcte. aber auc^ 
gefällte Stamme unb anbrü^ige fte^enbe') Säume. Serinbete ©teilen toerben bet)or< 
jugt. Sin Biöden erfolgt bie @iablage aber aud^ auf ber Schnittfläche. 

Die Saroen freffen nac^ ben bie bid^erigen 9(nna^men richtig ftedenben Seobs 
ad^tungen ©tro^me^erd 18—26 cm lang toerbenbe, unregelmäBtge ®änge, bie, 
erft gang bönn beginnenb, entfpred^enb bem SBac^^tum ber Saroe, auc^ nac^ rüd^ 
toärtd ertoeitert toerben. Stm Singang aber oerengt fic^ ber ®ang trid^terförmig 
nac^ au^en, meti fic^ bie Saroe gunäd^ft im ®ange nic^t umioenbet unb i^n infoI8^ 
beffen nid^t bid gum SingangSlod^ erweitern fann. DanI bem mit bem SSa^dtum 




1) ©trol^me^er: ^latüxtü. Stfc^t. f. 2. u. S». 1907, 613. — 2) ©oubift!^; ßbl. 

f. b. gef. fJW. 1886, 474; 1906, 286. 



I 

J 



J^äfer: Anobiidae. 179 

ber Sorbe ftc^ üerlangemben utib t^frfd^malernben Sd^lDansfortfa^e nrirb ed tJ^r 
tnögli^, bad So^rme^I burc^ bie fe^r enge (Eingangdöffnung l^inaudgufc^ieBett. S)te 
audgetDorfenen Sol^nne^Imaffen ftnb aufierorbentlid^ grog. Srifc^e @töcfe feigen ju« 
meilen aud, afö fei bad bom ©ägefd^nitt l^errü^renbe @ögeme^I liegen geblieben. Srft 
Dot ber ^ttpuppunq bre^t fic^ bie Sarbe in bent gn^biefent Qtotdt ^inreic^enb er^ 
»eiterten ®ang um unb bergrögert nun and) ba» trichterförmige ßingang^ftfid, um 
bem fonft t)erIorenen S'öfer bod Sntn)eid^en gn ermöglidien. 

Generation ein)ä^rig. 

Selämpfung: 9toben ber befallenen @t5c(e; balbtge 8(bfu^r ber gefa^rbeten 
^ölger öor ber Stuggeit. 

8««ilie Anobiidae, 9l«§efifer. 

^niagineS tiein, malgenförmig, bunfet gefärbt, mit Ia^ugenfdnnigemXf|orajr; im du^e« 
tcn ©obituS ben ©orfcnfäfem fi^nlic^. gfü^Iet niti^t gebrod^en, fabenfötmig, gefämmt 
obet feulenfötmig, fcltcncr gejagt, 8— llglicberig, in ber Shil^clage unter bem ^ali3fc^ilb 
tierftedt. t^orber- unb Wittelf)üften g^Unbrtfc^ ober lugetig, ^n^t meiftenS fünf-, bei man« 
c^ttrten nur oiergtieberig. "ßanti) aud ffinf klingen befte^enb. Hinterleib meift loalgig. 
^neration oft me^riö^rtg. 3)te ßfifer pellen fi6) bei ^nndl^erung gern tot. — Saroen 
jlart gefrümmt, querfaltig, meigtit^, beutti(^ bel^aart, ebeinig. — ©crtoanblung im 
fjrü^ia^r ober Sßorjommer. 

2)ie ^öfer unb Saroen leben oor^errfc^enb in nbgeftorbenem $otge, tettö in fte^n* 
ben St&mmen, too fie oerioorren burc^einanber faufenbe (^änge anlegen, in trieben, im 
SRarl, aud) in S^^^^f teild in S3a(Ten ber ^äufec unb in äRobilien ufm., auc^ in ©c^mfim« 
men. @ie fc^aben lebigtic^ burd^ Sarbenfrag unb ftnb forftlic^ giemlic^ bebeutungdlod. 

$)ert)orge^oben feien a) ald ^riebgerftdrer: Anobium (Ernobius) nigrinum 
Sturm unb A. pini St. 3^re Soroen freffen bie SWorfrö^re junger Äicfemtriebc (aud^ bie ber 
©d^toargüefer) in a^nlic^er äBeife avi& mie eiS ber ^albgftrtner tut. — b) atö gerftdrer 
Ooii äften 16— 30j|ä^riger ^c^en, Ulmen, d^beÜaftanien : Apate (Sinoxylon) bispi- 
DOBa Oliv, unb A. puBtulata. — c) aö gerftörer üon gierten« (unb liefern)« 
ga|)fen: Anobium (ErnobiuB) Abietis Fabr., longicorne St., augusticolle 
Batzb., abietinum Gyll. S)ie Saroen freffen in ber (Bpinbel ber gaffen unb führen 
^argauiSflug unb balbiged ^bfaKen ber gopfen ^erbei, fönnen mithin bad @anienerträgnid 
minbem. — d) als tec^ntfc^ fc^äbliti^ burc^ )Oaroenfrag in alten, anbrüchigen, aber noc^ 
{iel^enben fiaub^dlgem ((^(^e, ®ud^e, $l^om, (Sbelfaftanie, ^ornbaum, ^rfd^e, (Erle): Ano- 
bium (Xestobium) rufovillosum Geer, plumbeum 111., Ptilinus pectinicor- 
nisL., costatuB Gyll. ^ad^ @i(^^off ^ erfolgt bie^lblage ber (Eier ber gule|t genannten 
^olgbrüter häufig an ben auiSgetrodneten ^ftwunben abgebro(!^ener ober abgefftgter äfte. 
^e Saroen breiten fid^ oon ^ier aud im ©tamm^olg meiter anS. ®d em^fie^It fic^ bem« 
entfpre(^nb SBunbbe^onblung bei 3lufoflungen burc^ 93eftrei(^en ber ©d^nittfläd^en mit 2:ecr, 
ftarbolineum ober anberen @c^ugftoffen. 

^ie im abgeftorbenen ^o(g unb im ©ebftlf alter Käufer oorfommenben unb ha^ $otg 
gerfrejfenben Slrten ^aben — oom ©tonbpunfte beö grorftfri^uje« aufi — fein Sn^cwffe. 

Hierher gehören Anobium pertinax L. unb A. domesticum Fourc, beibe 
Arten unter bem !Ramen „Xotenu^r" belannt, ba fie in il^rcn (Sängen burt^ «njc^lagen 
i^rer Stirn gegen baS 5)oIg ein bem 3:iden ber Xafd^enu^^r ä^nlid^eö ©ercliifd^ oerurfac^en. 
3)er gefä^rlic^ftc geinb aller berinbeten 9iaben^otgftücfe, mithin aud^ ber $oIg= unb %xa%'- 
flikdfammiungen, ift Anobium molle L. 

S3etäm|)fung: (Siegen bie malbfc^äblic^en ^nobien finb anbere Gegenmittel atd Sd^u^:^ 
anftrid) bei Slufaftungen unb Sorge für Ülcinlid^feit im SBalbe burd^ red^tgeitige (Entfernung 
anbrüd^iger Stamme nid^t burd^fü^rbar unb auc^ nic^t nötig, ^er 9kt, bie gal'fengerftörer 
bur(% Sammeln unb SSerbrennen ber am S3oben liegenben gopfcn mo^renb be8 ©crbfte^ 



1) atfc^r. f. g. u. 3m. 1869, 137. 

12 



180 (Srfted IBiu^. Sä^ni gegen Siere. 

unb ^tnterd ju «vertilgen, l^at angeflc^td bet (l(eringfügig!eit be9 angerichteten @(^abend 
leine praftifcj^e ^ebeutung. 

Sen IBed^oIs« unb SJ^dbelanobien ntug aUetbingd entgegengetreten »erben, ba fte 
unter Untjifinben rec^t unangenel^me S^x^^Din^tn in äBo^nrftumen, ^auiSgerfiten, ©amm- 
lungen ufm. oerurfad^en. SSorbeugenb mirlen IBern^enbung gut audgetrodneten ^o(}e9 }u 
9au§»edfen, mdglid^fte (Sntfemuttg be9 @pUnte9, tlnftric^ üon ^eer, ^arboUneunt ober gif« 
tigen Söfungen (ftupferDitrioI, (l^lot^inl, arfenigjaurciS 9latron u. a.)- 3n bereite befatte- 
nem ^ol^ !ann bie Sertilgung nur burd^ 3nU)rägnierung mit ben gteid^en Snfefti^iben 
ober, mo (SHftlöjungen nic^t anmenbbar {inb, burc^ Sättigung beS $oI^8 mit ißap^tatin« 
I5(ttng, ftebenbem Xer^entin, Petroleum, SSen^in, ^arboUneum, ©at^Idfung erfolgen. 



Unterorbnung fleteromera. 

9««ilie Tenebrionidae, ^nnfelfofet. 

Smagined üerfd^ieben geftaltet, aber im allgemeinen plntap, meiftemS büfter geförbt, 
mit hinten l^olSfdrmig oerengtem ßopfe. 'S^^^^ borften« ober fabenförmig, meijieniS elf% 
\t\itn ^e^nglieberig. ^al^fci^ilb in ber Siegel mit beutlid^m, fcj^arfen ©eitenranb. ^ftften 
nid^t aneinanber jto|enb; bie oorberen lugelig, bie l^interen quer. Sü§e ungteid^Uebeng, 
bie Sorber« unb ^iüetffige fünfglieberig, bie ^interfüge oierglieberig. Sorberbru^ )iemU4 
lang; Saud^ auiS fünf 9Hngen befte^enb, oon benen ber oorle^te tür^er ift a(d bie übrigen. — 
Saroen lang geftrectt, f(!^mal (ben Stel^lmürmern df^niidO, gelblicj^sbräunlic!^; mit beutlic^ 
abgefe|tem itop^t, fec^iSbeinig. 

Qld für 9{abell^öl5er fc^abtic^e Sleprftentanten biefer gr^milie finb brei 9[rten ber 
(Sattung Opatnxm (Staubfdfer) )u nennen, unb ^koar: 

0. tibiale Fabr.»), 

0. sabulosum L. unb 

0. gibbum Fabr. (Heliopatbes gibbaB Fabr.).*) 

Sebendmeife vl\\d.: 9Ue brei 9(rten ftnb grau^ b\& tieffc^n^arj, fönnen ba^er ouf 
grauem, ftaubigem JBoben leicht flberfe^en n^erben. €ie treten oorjugdmeife in fonbigen 
(Sbenen auf, unb jmar befonber^ in ben ^finenftrid^en bed nörblic^en 2)eutfc^Ianbd. Die 
Ääfer treffen (3«ni) an jungen (einjÄl^rigen) liefern. 0. tibiale Fabr. fd^neibct ben nuteten 
Xeil ber garten 2BürjeId)en (beilänftg 6—10 cm unter ber SobenoberflÄc^e) burc^ unb be» 
fri^t bie 9}inbe an bem oberen Seile bid ju ben 9{abeln l^inauf mel^r ober n)eniger {larf. 
0. sabuloflum L. unb 0. gibbum Fabr. beigen bie Äöpfe ciniö^rtger liefern untrr^Ib 
ber Sfiabeln ab, ganj in öl^nlic^er SBeife mic bie SRaupen ber Äderculen (AgrotissÄrten). 
Ob fid) bie and) unterirbifcb (ebenben i8aroen mit an btefem f!rrage beteiligen, ift noc!^ nic^t 
ermittelt. 

Seffim^fung: Anlage oon Sanggraben, ba bie M^n me^r manbern aU fliegen. 



Somilte Melandryidae, ^dltoorsfftfet. 

Unter ben ^a^Ireid^en, biefer gfamilie ange^5ienben, meift Heineren, bunfel geffirbten 
S^dfem ift nur Serropalpus barbatus Schaller ") burd^ bie in fte^enben unb gefddten 
Sannen, mol^t auc^ in t^c^ten, tec^nifd^ fc^äbigenben gra^gönge feiner Saroe ald unbe« 
beutenber @4äbling beroorgetreten. 2)ie runben, aQm&^lid^ ft&r!er merbenben £amengfinge 
gleid)en benen ber ^oljmejpcnlaroen oolllommen; fie oerlaufen, üon ber @tammoberffä(^e 
aulge^enb, in Krümmungen in ha^ ^ol^innere unb enbigen in einer ber ©tammperi^l^erie 
toiebcr gen&^erten $uppcnwiegc. 

Setftmpfung: Rubere ald bie im Segriff ber 9?einUd)reit im SSalbe liegenbe SRag* 
nahmen finb meber mög(id) nocb erforberlicb- 



1) ^Itum: Stfc^r. f. 5. u. 3lo. 1887, 466. — 2) a)erf.: S)af. 1888, 496. — «) 
«Bac^tl: 3Rittlgn. a. b. forftt. Serfud^sw. Dfterreid^g I. 1878, 92. 






J 




ilAfer: Meloidae. Igl 



SftiiiiUe Meloldae, tpf tflcrfftfcr. 

Smagined roeid)^öutig, metft lebl^aft gefdrbt, mit gefenftem, hinten l^aldförmig t>tt* 
engtem, ^od^getoölbtem kop\t. ^üifiex borften- ober fabenföttnig, fteaentoetfe t)txhidt ober 
gatt) unregelmäßig, in ber Siegel elfgtieberig, mitunter 8— lOglieberig. ^aldfc^ilb fc^mAIer 
atö bie biegsamen, oft berlüt^ten gflügelbeden. korbet? unb äJtittet^üften fel^r grog, fafl 
j^Unbrifd^, jttfammenftogenb. Srüge ungteic^glieberig; bte Sorber« unb ^ittelfüge fftnf«, bte 
^nterfüge biergtieberig. f^gflanen in jmei metft ungteidfe ^dlften gefpalten. IBaud^ a\i9 
6—7 Siingen beflel^enb. Hinterleib eiförmig ober s^Iinbrifc^ geftrecft. Generation einfac^. 
^ Sarben in oerfd^iebenen formen auftretenb, bon benen bie erfte flein, oon einem (£]^i« 
tinpan^er umgeben, gefdrbt, {ed^iSbeintg unb mit brei^ftl^nigen flauen an ben Warfen (ba^er 
Trion^linus Duf. genannt) berfe^en, mä^renb bie te^te bid, maljig, totid^ unb ioei% für) 
engerling&l^nUc^ ift. gorftlic^ f^ftblid^ ift nur eine ^vt, unb ^mar 



iLytta vesicatoria Ii. 

©panifc^e gUege, ^flafterlftfer (Abb. 74). 

Äennjeidien: Ääf er: 14—20 mm (nnq, gcfhcdt, fd|ön fmaragb* 
grfin. gfü^ler borpenförmig, eifglieberig, brdunlid^grün. glügelbcden 
meici^, am (Snbe abgerunbet, fein unb bid)t runjetig pimftiert, mit eini^^ 
gen, jd^mad^ erhabenen, feinen Sdngdlinien. ^atdfd^ilb beiberfeitd ectig 
oortretenb, rücfiofirtiS berengt, oben runzelig, ^eine brduntic^grün. 
Saroe bunlelbraun (erfle 3form), meiB (jmctte Sform). SSon bem St&* 
fer ge^t ein eigenartiger fd^arfer @cru(^ au3. ^^ ^4 

ßebenÄtoeije: Slugjeit: (gnbe Wlai Anfang Sunt. ^^"^ yejioatori» l. 

2)ie leulenförmigen, fd^mefetgetben Sier merben in ^öuf« 
^en üon 40—50 @tü(f an ober ettoa 2 cm tief in ben SBoben gelegt unb bann }u$ 
gefd^arrt. 

5)te ßarben (erfte « Triimgulinus-gorm) f(^tü^)fen nad^ 2—3 SBod^en anii 
unb leben bon ben Siem unb Carmen ber Srbbienen unb anberer ^^menopteren. 
2)urc^. bte erfte Lautung* toerben fie ju mei^Iid^en Stäben unb nähren fid^ nun t>on 
^onig; nad^ ber britten Lautung, bei toelc^er fie i^re Sugen Vertieren, begeben fie 
ftc^ in bie Srbe. Z)urd^ eine bierte Häutung tjermanbelt fid^ bie Sarbe in einen pwp^ 
ptna\frdx6)tn Buftanb, in toeld^em fie ben ganjen SBinter im S3oben t)erbnngt. 

Sm grül^ja^re lommt au» ber ?Pu^)|)en]^out eine toetfee Sarüe (jmeite Sotm) 
}um SSorfd^etne, meiere nac^ 14 Xagen jur eigentlichen ^uppe mirb. 3Ran bejetc^uet 
eine folc^e iBertoanblung ate ^^permetamorp^ofe. 

SCudtommen in ber jmeiten ^älfte bed 3Rai ober im gi^ni. 

Generation einfad^. 

3n mand^en ^afyctn treten bie fiäfer fteOentoetfe ^dufig auf, befonberd im mitt^ 
leren Seutf erlaub (bei granffurt, Sfd^affenburg, Cberdmalbe ufm.)r in anberen ^ai)xtn 
aber finb fie fel^r feiten, gür bie SRöglic^feit beg iixn unb wicber beobad^teten püi^^ 
liefen äßajfenauftreteng fel^tt nod^ bie G^rfldrung. 

gorfttid^eiS 93erl^a(ten: Z)ie fpanifc^e gttege fd^abet nur aU ooHfomme:: 
ited Sufelt. 2)er ßdfer befrigt ^auptfdd^Iid^ bad Üaui ber @fd^e unb entmidett 
l^erbei eine fold^e ©efrögigfeit, ba^ er namentlich junge Soben unb Reiftet md^t 
feiten t)otlftanbig entblättert; nur bie fiörleren Slattrippen bleiben berfd^nt. 



182 Scfted $tt(^. 6(^u^ gegen Xtete. 

8166. 75 fteQt ein befreffene^ (£fd^en6(att bar. 3la^ ßa^tfrag 
erfolgt bad äSSiebergrünmerben getDö^nl^ erft im folgenben 
Sö^te. 

Sott fonftigen Saub^ölsern merben Sigufter, ©bringe, 
SJogelbeere, ^ßoppeln, Strome, ©otunber, (SeifeMatt, 
SRofen unb Spierftauben befaUen. 

9efdnt))fung: bammeln ber ^öfer inben 

aRorgenftunben burc!^ ©(Rütteln ber ®tämmt, 

^eim ^nfaffen ber ßftfer mug man bel^utfam ^u 
^rfe ge^en, ba fte megen il^red (Sont^atibtnge^alteiS 
leidet 16lafen auf ber bloßen ^aut erzeugen. S)er (S^ant^aribenfanMifer 
(Ghantharidin) ift ]^au^t{ad)U(^ in ben (Sierflöden enthalten, ^on 
benu^t bie fpanifc^en fSfHegen belanntlic^ ^ur ^rfieQung eined bla« 
fenjie^enben $f[afterd. ^ie gefammelten ^öfer tuerben %vl biefem 
Biuede getötet; am beften mit ät^er, iKmmoniaf ober Xer)>enttn5l, 
bann getrodnet unb fein verrieben. ^a§ (Sinfammeln mac^t fid^ ba= 
l^er bei biqem ^äfer unter Umftänbcn bejal^It. 83ei SWaffenauftreten, 
toa^ aQein Bommeln notmenbtg mac^t, mirb cd nid^t fd^mer, ein 
mit 6—12 3RI. jtt oertt^ertenbed Kilogramm Snfetten pfammenju^ 
bringen. 

Unterorbnung Rhynchophora. 

SfamiHen Bhyncfaitidae nnb Curculioiddae. 

SmagineiS Hein bi^ mittelgroß, mit einem geraben ober ge^ 
frümmten S^üffel, an beffen ©pi^e bie fleinen SO'^unbtetle liegen. 
%aflkx ungcfniet (Rhynchitidae) ober getutet (Curculionidae), mit 
einem oetfd^iebcn geftalteten (gnbfnopfe, in eine f^rurd^e ober ®rube ***• '5- Sw6 *»«« 
bc« SflüffelS eingefugt, 8-l2gUeberig. gtügelbeden breiter aö ba« ^^„r'«Jl'iTJ^"" 
^atefd^ilb. m einer «nja^I ber fogeuannten ^rsrüßler, unb jroar "Tat »r) 
ber ®mppt ber Otiorrhynchina, fe^It bad ^meite grlügelpaar, bie 
eigentlichen SIugf(ügeI. S^orber^üften fugelig ober ^opfenf Ormig ; ^interpften Ilein, quer, 
eQil^tifd^. ^eine Iräftig, hti oielen Slüffelfäfem mit einem -eigentümlid^en ^afta|)))arat 
(^Src^en mit einer beuttid^en (£rn)eiterung unb Öffnung am €nbe) au9geftattet, ber ed i^nen 
ennög(td)t, felbft an gan^ glatten SBänben empor^uüettem. 64enlel jumeilen pm Spün- 
gen eingerichtet %u^z oiergüebertg, baS oorle^te ®Ueb gemö^nlid^ ^erjförmig ober jtt^ei* 
tappig. ^aud^ au« fünf klingen beftel^enb, oon meldten bie erften beiben l^fiuftg größer unb 
Dermad^fen ftnb. — Saroen meiftend gebrungen, n^aljig, baud^toärtS gefrümmt, meit^, mit 
dornigem ^opf unb bel^aarten 3BüIften, meigUd^, btinb, fugtod. — $uppen burc^ beut- 
litten 9{üffel unb f^u^ter erTennbar, metfteniS mit jmei ^Tfterbornen audgeftattet. 

3)te i^aröen unb Rofer f reffen in unb on SBurgeln, JHinbc, fflaft, ^olj, 3Rarf, 
Slöttem (5RabeIn), Slüten, Srild^ten ober ©amen. S)ie ©ntwicfelung erfolgt im Soben 
ober häufiger im 3nnern Don S^ö^rpftan^cn äRuttergönge fehlen, lüctt bo^ ? bie 
@ier entn^eber äußerlid^ an bie gfraßpfCan^e ablegt ober fie nnr in ber SSeife in beren 
3nnere^ einbringt, baß c§ mit bem SRüjfel ein Soc^ bo^rt, ba« ®t bort l^ineinlcgt 
unb mit bcm Slüffel einfc^icbt. 

2)ic ©enerationööer^ältniffe ber SRüffelfafer finb bei ben forftlid^ bead^ten^wer« 
teften Qrten nac^ ben t)orIiegenben 93eobad^tungen ^iemli^ fom))(iiterte. Sd rul^rt 
bied bal^er, baß bie öußerft langlebigen SRutterfäfer Dom %pxxi iid September un^ 
gefd^mö^t fortpflangungSfä^ig finb. ©elbft bei einer nur einmaligen ^Begattung im 
grül^ial^re ftnb fie jur fortgefefeten ©iablagc befähigt. 3nf«>tgc ^i^f«'^ langen ging« 




ftAfer: Rhynchitidae. 183 

)eit unb ber aümöl^ti^en Srjeugung neuer Stuten finb bie einzelnen dnitoüthrnq^' 
ftabien nic^t jeitlid^ öoneinanber getrennt, fonbem nebenetnanber angutreffen. Sieben 
SotDen Derf(!^iebenen 9(Iterd ftnbet man gletd^jeitig $u))pen, fomie alte, ältere unb 
frifd^ audgelommene ßdfer. 

Xro^bem bie Sntmicfelung ber 93ruten in ber äSegetationdgeit rafc!^ t>onftatten 
gel^t, ift bie (Generation für bie ^auptmaffe ber SnbiDibuen nur einfac^. ®ie frifd^ 
ouÄgefommenen gunglofer finb nic^ fofort, fonbem erft nac^ längerer Seit — \pat 
audgelomntene Snbit^ibuen erft noc^ ber Überwinterung — fort^flangung^fä^ig. äRe^r» 
fac^e (Generation ift bed^alb im aOgemeinen eine Sui^na^meerfd^einung unb bleibt, 
menn fte für bie ^au^tmenge ber 3nbit)ibuen einer Srt gutreffen foQ, an befonberi» 
gunfiige SSitterungdt)er^äItniffe gebunben. 

3)ie (Srfenntnid ber ®enerationdt)er^ältniffe ift naturgemäß t)on großem, pxaU 
tif(!^em SSert, mei( bie S(rt unb SBeife, namentlich aber bie Qtii ber Selämpfung im 
innigften 3uf ammenl^ange mit ber®enerationdbauer fte^t. S)en neueren Unterfuc^ungen 
öon ö. Dppen^), Siüßlin*), SKac S)ouflan'), Su^»*) u. a. ift e« ju banfen, 
baß bie lange 3^it befte^enbe Unftar^eit über bie (Generationdbauer unferer toirt^ 
f^aftUc^ »id^tigften »üffelfäfer befeiligt toorben ift. 

®ie ben forftlid^en ßnlturpftangen fd^äblic!^, gum Xeil fe^r fc^äblid^ toerbenben 
ÄüffeKäfer getreu ben Rhynchitidae (SlattroHer) unb ben Curculionidae 
(9flüffelfafei im engeren Sinne) an. @omett fie gur le^tgenannten großen Samitie 
gel^ören, f ollen fie in ber übli^en SBeife aU Surg* unb Sangrüßler (Curculio- 
nides unb Rhynchaenides) aui^einanberge^alten Werben. 

Familie BhyneMtldAe, eiattmaet. 

aWffeltragenbe Ääfet, bie ftc^ öon ben eigentlid^en 8lüffelfäfern (Carculionidae) nur 
babur(^ untexfd^eiben, baß fie leine gebrod^enen, fonbem gerabe, ni(j^t aud Schaft unb (Steißel 
beitel^nbe gfül^Ier ^aben. $(u(^ ift baiS erfte (S^lieb nic^t ouffaQenb oertdngert. Tillen l^iet« 
^er gehörigen l^dfeni ift bie eigentümliche ^rt unb SBeife bec Brutpflege gemeinfam: fte 
toicfeln Blätter ober Blatteile gu 9{oQen ober Xfiten, um bie (Sier hierin abgulegen. 

^ie forjtlic^e Bebcutung biefer gramiUe ift fe^r gering. 

1. Apoderus ooryli L. 

^pafelbidlopfrüßler. 

Äenngeid^en: 6— 8 mm lang, mit furgem unb bidem 9flüffe(. ^alöfd^ilb unb glügcls 
beden toraOenrot. ^opf, ^fil^Ier, ©d^ilbc^en, ein gted auf ber SRitte bed ^aliSfc^ilbei^ unb 
Unterfeite fc^toarg. ßopf nad^ oom berbicft. g^ügelbecfen grob punftiert^geftreift. ^aU» 
fc^ilb oon foft breiediger gform, etmad rungelig. Beine hi^ auf bie rotgelben @(^enfel 
fi^wärgftc^braun. 

ßeben«njei|e uf».: ^a^ ? fd^neibet (3Kai) bie Blötter oerfd^iebener Saubl^ofgarten 
t)on einer Seite l^er bid über bie SJlittelrippe l^inauiS an unb n^idelt ben losgetrennten Xeil 
bed Blattei gu einer beiberfeitS gefd^Ioffenen bidtt)algtgen SloIIe, in bie ein gelbeS di ob« 
gelegt wirb. 

^te auiSlommenbe )Baroe lebt in biefer fpäter abfattenben BtattroIIe unb frißt fic^ 
but(^ fte ^inburc^, um \\^ in ber (^rbe gu üerpuppen. 

(Generation einfad), unter günftigen Uinftönben bieUeid^t boppelt. 



1) 3tfc^r. f. g. u. 3»D. 1885, 81 u. 141. — 2) gorjtr.=naturnj. 8tfd)r. 1897, 441. — 
3) 2)af. 1898, 161 u. 197. — 4) iffaturro. Stfd^r. f. fj. u. Slo. 1912, 43. 



184 <S^tB Sut^. S^nb flcscn 3:icR. 

3Ran finbet btn ßS|tT ^fiuftB, unb gmai bejonberd au| fraftl, aBti au4 auf Citren, 
Cilcn-, i6u(^e unb ^oinbaunt, tneift auf iungni iß^anjtn, Stodauäfi^ldstn, UntcnDUctpd uab 
«cbflfil^. C( frigt S3(^er in Wt SUttti bief« Oolsarttn. 

Sciamvfung: Sammeln b» ^loEltii ; abflopfen unb !6eniiif|ten bei fidfn. XHe 9Ioi= 
mtitbigleit ^ici^u bfirfte ab« faum jemals uoTÜtgen. 

2. Attelabtu onraulionoidea Ii. 

ffii(6enrotIrütteIiafet. 
Aentijti^'n: 4— 8 mm lang, mit tuijem unb bidem fflüfftL ^aWfi^itb, 9Ule<^ 
becfcn unb SBuijflglicbeT bn iJü^ln bunfeliat. ßopf, @{4t[b<^, 
Unleifrite uitb Beine fi^liiaij. giügetbtden fein punltt(n=9efhfift, 
gianjenb mit glatttn 3)ti>|[^'i"dumtn. 

SebenSnjtile u(w.: 3)et Ääfet roirtell jnrte »lättet »du 

Sii^tnßtiinobeii abet njeberen ßentmSc^ftn in ä^Iii^er SBtife, urfe 

bei Dodge, ju je einem fuTjcn, jQlinbdji^en StOllc^en jufammen (%Ii6. 

78), 33aB Blatt »itb ^iet über nit^t einfettig, Jonbetn öon beiben 

Seiten bi« jut ÜRitteltippe elnaef^nittcn. Hie IRitttliippe bleibt ßanj 

m. TB. Biattwiitn unb bitnt gut ofiecen Umranbung be« »laitruac^n«. «u* bie »Ifltttt 

r"Jü^L."r«w; ^'^ ffibeltafianie unb tttU roetben geairfelt, 

° (Mt-Ht.). Sie ÜatDe lebt, fri6t unbflbetiDinleit in bieftmSöBd)««. Hie 

eeipuptiung etfolgt im Sifl^in^re im Bobtn. @lenteatii>n etn> 

fflc^. ^nfifl. 

BeMmfifuns: Sie bei bem songen. 

3. Hhynohites betuloe K 

®c^waiget «ii!enrü|teltöfer, Iii^texmidler. 

ßenn^ei^en; 3— e mm tang, ptc^btaun bi^ fdiraaTg, \^aaä) ^Ilbtaun btf|aait 

Slutfel biett unb lurg, etrooB lüijei {i) ober fo lang aü bei i)inten uciengte Stopf («)■ 

Slügelbetlen fein punCtieit^geftieift. ^intecf^entet beS ^ flaif Ki- 

bitft, äum ©piingcn eingeritfilet , innen fein ffigejälinlfl. $inbi> 

fi^entel itS S TeuIenfBrmlg. 

aebenflmeife uftii.: ^aS i f^neibet (SRai) frl|*e «tflttet 
etroai obeil)aIB M BlattftieleB non beiben Seiten ^ei in ftureen- 
fonn bis jut SKittettippe ein, legt am Seitentnbe einet Blat^fllft» 
meutere Sier in fleine, burt^ Sblöfung bei ISpibennis gebilbete 
^afC^en unb ntdelt bann beibe Blatt^aiften tütenfätmig übeitinanbei, 
fo bag bie Ifiei in iaS ^nneie bcT Stolle ju Hegen lommtn. SHe im 
bei Siitteliippe ^eiabl)ängenb€, fegeCfOtmige BlaltSte (Ztii^tei) 
wirb am unteren ßnbe gef^loflen {9bb. 77). 

Sie nac^ 2—3 XFtonaten erioai^lenen Soioen fieflen fid) auf 

bei f^ncQ meltenben ffloDe ^erauä, faOen gu Soben unb neipuppcn 

fii^ bafelb^ in einer higeligen, innen geglätteten $O^Ie. ![uSlom> 

ii6b.iT. entttnilifri von men im näc^flen türü^ja^ie. (Seneration mithin cinjSI)iig. 

ahTDchits. teiniw I.. Der jläfei beföUt Dorjugameite bie Stilen, an loet^« SdIj» 

""m^'«"«.)^' ""^ ™"" laufenbe foUier müm finben tann- «r betreibt ab« (eine 

dtonomie aui^ an ben ISIdttem Don Bu^e, ^ombaum, Silen, 

Rappeln, ^afet ufm. 

SeTümpfung; Stie bei bem Dorigen. 

4. Khynohites betnleti Fabr. (Rbjnchites sloi Mfill.). 

aRetatlift^ei «irteniülielfätei, «ebenftei^ei. 

ftenngtit^en: &~7 mm long, oben unb unten fdifin metallifc^ blau ober giün, im 

leBteten SSaKe an ben Seiten biongefaibig, glünjenb, unbe^aort. ©titne nur wenig Dettleft. 

fflüffel gebtungen, o^ne tJiitileifuii^e. Öiügeibeden mit ga^Ireii^en S.'flngäTei^en mittelfliolei 

$untte. ^al^f^ilb glatt, beim ,; mit Settenbom. Beine gifinlii^blaii ober etgfaibig. 



safer: Bhynohitidu. 185 

üebeiia»eiIeuin).:S)erÄä' 

fet fliefll oon Tlai big ^uli unb 

nagt Slattfliele unb junge Stiebe an, 

um bai für bie Siobloge notmenbige 

OTntetial Doi^u bereiten. SHe »Utter 

tte tneltenben ZxicbeJ weibrn meill 

ju me^renn ju ^rab^dngenben ji' 

mcngeiollt, bie Blattftiele bis auf einen 

lattrotte bann 8— 10 gier in bei bei 

t unleigebTai^t, 

innat^fenen Saitien wtpapftn fidi noi^ 
X tn dnn fldiien Srb^B^le. ^ie iun° 
m Scptembei;, litgaben befiufä i^ ßi- 
ttein unb übeirointern in Btifleclen. 

e- 

11 gefä^riiftei geinb beä »einftodä. 
luf öatel, »itfen, eu<^, «rien, Slfpe, 
Hn, Simbaum ufn. ^dufig unb TDeit 

i bem oorigen, witb aber nur in ben 
«r Sfifet jumeilen in gtolen iRengen 
oben buit^ Qrinnollen bei S9UEttei unb 
gen Stauben onjutii^ten imftanbe ift. 
vt in bet $falj, in 9aben unb ^ffen 
ift^en Stiaui mutben bomals an (ivei 
1 SAOOO S&^fc unb 80000 XBidel ge< 
len SBein&ergen breiet ®etneinben bei 
I lujembuigifrfitn ffitfliciung 86 1 Ää= 
mb 1,9 SKittionen fiSj« unb 4,6 9KiI. 
18 Stinionen Sien gtfantntelt unb ab< 
Mi. IB. BIottiKlircI iiira aelttfeit 
Bbrnahllei baRüatl ftbr. 
iin»iTti (na« DofUln). 

B. Bliynohitea popull L< 
SaptJeltolliöiieltdfer. 
Senngeitiien; 4—61110 lang, oben eijotün, mit ßupfcf unb Solbglanj. Blüljel, 
Unteifeitt «nb Seine blou mit einem Stitfi inä (Biflnt. Sttme jtemli^ tief fle^rti^t. ^M^tU 
betlen punttiett'geflieiit. 

£ebenörDetfe uiro.: 3!et ßäfet icOt bie 991ättei bei ^apptln (befonbtti Vfpe) 
unb Sffieiben [SNoi, 3uni) gleit^faQd ju gtgatrenfBtmigen ^ideln ju|ammen; jtbDifi feiliat 
er bieft nui auj jt einem einzigen Statte. <St bo^it aitd) bJe jungen Stiebe bei genanni^ 
ten £ioIgaiten an unb fti^ gu feinet (Etnfi^ung toeiter^in auf ben SSIdttem bet flfve fil< 
btineigf, ^ieioglqp^enattig uetlaufenbe Streifen, inbeiii et cutipiedienb feiner SättHtbreite 
bie Stiattfubftanj bl9 auf bie ^cQ burtbfciieinenbc Dberljaut bei gegenüberliegenbcn @eiie 
abft^bt. 

lOefÜmpfung; ^ie bei bem nötigen. 



Siwilit Cnrealtonldfte, Hfiflcltäfei im eigtita 9iiinc. 
CDrcDlIonldes, fturjiBtlcr. 

diüffel fürt, ''i^cit unb wenig gebogen; nal)e an feiner SoiDe finb bie Cangf(^aftt(ien 
gürtet ringelentt. glugflüflcl fehlen gum Seil. Üaioen fflmtlic^ im Boten, fiiet non ^flans 
jenrouräein lebenb. 2>er CaiDenfi^aben tiitt aber meift jurüif gegen ben buri^ ben ffilfet 
an Siinbe, finofpen unb Slattorgnnen erseugten üJageftbaben. Jföfer im aCgemeinen pDll)> 
p^ag, nur einzelne Strien bef^idnleu fi^ mebr auf beftimnite Wobei: ober i)aiibt)D[jarten. 



186 S>$tf 9k^ €<■)«« tfOtn Xim. 

A. ItxtrrfiBUü OUcirfejB^liü 

L Otiorrhynchiw niger Fftbr. (Otionfajnchu KUt Bbrt.^ 

0ioget f^DoTtri gi^tcninfitltöfd') Üb. 79). 

ficnnjcii^cn: 8 — It mm long, Don (ang^fSnnign Sefab, rinfaibtg ft^nxiT^ gUn- 

itab, mi büBn btitaait, SlSgcIlMdm ftaTf gcmOIbt, pnnttintigefhnft. Mit gmujdten 3*^' 

(t^mdnnun, brinolK bitunal fo breit alt bai ^oUfdiilb an bn 9a)tl; bot Icfttnc {<> latfl 

aU brrit nnb bü^t geUknl. Sfinc lol, bU mtf bü ft^mnini ^gc snb (sie 

Se6en#lDftfe: glngicit: Son aSoi bU Cnbe 
Septnnbcr. 3)ie ^aii)]tfoii;)fliuiiiiiigdjtä fäDt aDer; 
btngd asS Srätiiß^i (äRat). S>ie ^ l^cn i^ic 6icc 
fltrn in ben frif(^ getodtTtai »ob« junger Ihiltnrai, 
^flanjcne^u^imgilftättRt nfto. infolge bei luigleii^ 
ntä^gni Siablage finben fi<$ ftttS SorDcn Dcrft^c 
benoten 9ltnd im Soben. 

Seneiation mtiftctitjä^iig. Die im Stä^«^ 
abgelegten Sier tiefem unter normalen Scr^IttrifTcn 
(^on im «uguft unb September fertige Safer, Ue 
wadi bem ^nitommen freiTen unb bann inbciSoben^ 
bede übcmtntem ober, olfat an^juhitt^n, bi# gutn 
grüflia^ in ber Srbe liegenbleiben. SnbererfeitS 
überminttm bie and ben fpät (im 9Iugnß unb &epf 
tember) obgelegten ffitem aufigelommeneii Samen nictjt 
feiten mo^l aud^ imeinal, menn ungünftige Umflönbc 
(9ta^ngemangel) i^rer Sntwidelung ^mmenb im 
äSegc ^n. 

fiebenibauerberSöferminbcftenäjUMiiö^rig; 
an^ im jroeiten Sa^re finb fie fortpRaitiungSfo^ig. 

9Drf)Ii<^ed Serratien: Der namentlich in @ebirgeva(bnngen fe^ ^u^ge 
Safer fdiabet üU Saroe unb ^""tQO- ^ befäOt Dorjugfinieife bie Sfii^te, lommt aber 
md) auf Seqmout^Sliefer, !£Duglafie unb Satire, jo fogar an Saub^ßljem Vor. 

Xieftäfei benagen nat^td (oorroiegenb im 3DIai unb ^uni) bie Slinbe brei« bis 
fct^jätiriger ^flangen pla^toeife, gunät^ft bii^t über bem SSurjettnoten, f)>äter anc^ 
(ö^er ^tnauf am Stemm unb an ben jungen Xiteben. äßit Sorliebe meiben 
bie bic^t benabelten ober gebröngt fte^enben ^flonjen ongenommen. gemer toirö 
ber Safer (befonber» an 5i(f|te) burd) fflefreffen ber 9iabeln unb Snofpen ft^äblii^. 
3n Dtreinjelten Säden ift er aui^ bur<b SerfreRen Don SBIattem unb Senagen ber 
Slinbe in bei Sronenpartie junger Saub^btjer unangenehm bemeifbar geicorben. 

gorftlidi bebeutunglODßer ift ber Saroenfrfiaben. 3)ie ßorcen frelTen an ben 
garten XBurj ein jüngerer (1—3 jähriger) ^flanjen, ä^n[td| tuie SngerÜnge. ^roa^t 
©eitcntouiäeln btifeen fie unmittelbar ober na^e an ber ^auptrourjel ob, $au))t= 
unb pärfere Seitenrourgeln roerben oon ber Spifte bü jum fflurjeHnoten — alfo 
son unten nat^ oben — fo füuberlidi benagt, bag ti aug|iebt, aU w&n bie 9)inbe 

1) »eling: I^at. ^t^xb. 18Ö7, 86. - öcinj: ang. 3- u. 3.=3tg, 1890, TS; 1891, 
160. — Cimer, 3.: Snj. iüiio, aui. 



Äfifcr: Otiorrhynchini. 187 

mit einem äRefj[er abgefd^abt iDorben. Der Sart)enfraB tft in ber jmeiten ^älfte bed 
guli am fiärfften. 3^ nad^ bem ®rabe ber ©d^abigung bjh). nod^ ber ßal^I ber freffen< 
ben Sartcn verraten pd^ bie befallenen ^ßflanjen fd^on nad^ furjer 3cit burd^ Sd^Iaff^^ 
werben, gelbe^ f))ater rote Stabeln unb ge^en, menn t^ fid^ um junge ^flan^en f^an^ 
bett, leidet ein. ältere ^Pflanjen, beren tBurjeln nur inm leil benogt werben, fter* 
ben erft im ^metten ober britten @ommer ab. 

SiebIing«))Iofte beS 3nfcft8 ftnb ßulturen auf gratfreien, frifd^ gelocfertcn ©oben; 

bal^er finb Saat« unb $f[anjfam))e am meiften gefä^rbet. 

Übet ha^ fd^Sblic^e ^Tuftreten biefed 9}üffetMferd aU ^tc^tenfulturterberber in (Se« 
birgdforften liegen tiiele ^etic^te t)oc. (Bx&itxt SBefc^ftbigungen burc^ i^n »urben }. iB. 
lonftatiert im ^reuBifd^en ^ax% (1847 unb 1848)*), in 5:]^üringett (1860)"), im SHefenge» 
birge (1853)»), (gragebirge (1861*) unb 1865/67)»), gic^telgebirge (1888 unb 1889)») uf». 
3m ^arj trat er in ben 80 er Saucen faft in atten ^(i^tcnreoieten atö iä^rlidje $(age auf, 
iniSbc^onbere im 1Braun{(4toeigifc^en.') 1889 frag bie Saroe im fä(^fi{4en 9let)ier (Sibenftocf 
unb 1892 im 9let)ier 8(]^miebeberg (92itf(6e). 3n einem ^flon^garten bed gfonbiBfoiiteiS 
giobca »urben 1911 bon 200000 gric^ten<)fIonjen 150000 totgefreffen (j&fterr. g. u. 3.« 
3tg. 1912, 20). m» fiauB^ol5{(^ab(tng d^^igte ft4 ber ßafer im 6raun{d^n)eigifd^en ^ax^^ 
rebiete $)0^egei^.») (Sr befd^dbigte ^ier 9{IIeeb&ume (9erg= unb Spi^al^orn, (Sbetefc^e, 
(gfd^e, ^ombaum unb €rle), bie einige 3a^re ^ubor atd 8 m ^ol^e Reißer gepflanzt morben 
roaxtn, burd^ Serfreffen f&mtlic^er IBIfitter unb 93enagen ber 97inbe in ber Shrone. ^m tmp* 
finbltdllften gegen biefe ^efd^fibigungen »erhielten fi(^ I|ier (Sberefcfee unb bie Sl^ome. 

9efömf)fung. 1. Sermeibung tntenfiber Sobenloderung; 93a^Ii9on 

$f(an)met]^oben mit geringer 93obent)ermunbung. 

2. 3fo^i£^ng ber @aat^ unb $fIan2Täm))e burd^ Sfanggräben ober Seim« 
fiangen f. @. 159,160. 

3. Sammeln unb SSernid^ten ber Sarl)en burc^ möglic^ft frü^jeitiged 9(ud^ 
^eben ber befreffenen ^flanjen mit ben SaQen unb 3lb(efen ber Sd^oblinge, aud^ 
ber $upf)en unb ftöfer, bie fid^ hierbei üorfinben. 93eim bloßen $eraud}ie^en ber 
^flangen märben bie Sart)en faft ftetd im 93oben jurüdbleiben. 

4. SSernid^ten ber Sarben burd) italibüngung. 

3m braunfc^toeigifd^n $ar^®) l^at fic^ 2)üngung ber Stampt mit ^ainit aU mirN 
{amed Tlxtttl gegen bie OtiorrhyncbuB^Sorben erwiefen. (Sd Ue| ftc^ aber nid^t fefifteHen, 
ob bie Sorben bur(!^ bie giftigen 9eftanbtei(e bed ßainitd ((S^^Yormagneftum) getötet roerben 
ober ob bie ^äfer bie mit l^ainit gebängten 93eete bei ber ©iablage überhaupt meiben. 

5. Sammeln ber ßafer burd^ Slblefen ober 9(bI(opfen Don ben $flan^ 

jen. @9 em))fte^It fic^, auf Unterlagen (Sangtü^er, Sangfd^irme) 5u fammeln ober 

Z5))fe, Pfannen u. bg(. @ammelaf)))arate unterju^alten. SlQe Dtiorr^Qnc^inen laffen 

fid^, mie t)iele anbere Slüffelfdfer, bei Slnnö^erung beiS Sammler^ an bie S^agpflan^e 

Dber bei geringer Srf^ütterung berfelben ju 93oben fallen unb finb bann laum ju ftnben. 

Sorfttt^art (Simer fammette im bai^rifc^en gorftamte ^obenmaid burd^ borfic^tiged 
fLbflop^tii ber auf ben ^fTanjen ft^enben ^äfer in eine untergehaltene, ettoa 30 cm ]^o^ 
mit SSafftr gefüllte Pfanne, mit 15 jugenblid^en $[rbeitem an brei Xagen in einer einzigen 
«Ibtciliing 88000 Ääfcr; Soften 65 9K!. 

6. Sammeln ber ffäfer mit $ilfe bon SlnlocfungSmittefn. 

1) ®umtau: «^blgn. b. ^arjer gforfl=»erein« 1849—1862, 17. — 2) bon ©ruft: 
»^blgn. b. ©d^leftjc^en gorft^SSereinö 1851, 293. — 3) ©aag: 3)af. 1853, 23. — 4) 6d)aoI: 
TOg. g. u. 3.=3tg. 1862, 320. — 6) Äül)n, C; Xijax, 3^rb. 1869, 49. — 6) ^einj 
a. a. 0. —.7) SB^blgn. b. ^orjct 5orft=93erciii^ 1887, ö. — 8) ©t^reiber: Stfd^r, f. 3. 
u. 3»- 1893, 167. — 9) ÖJrunbner: «Dg. S. ii. S-^Stg. 1897, 221. 



188 @vfteiS 9u(^. @{l^u$ gegen £iexe. 

ßu biefem gtoede finb f^angmoofe, $Iaggen bei SSobenbede obet ^otigTinben juifd^ 
bie $flanjrei^en audjutegen unb tdgli<^ absufammeln. ^orjügl^ed 9>littel, indbefonbexe 
ha, too anbete ^exfiecfe für ben ^&fer fehlen, ^n 92ieberbaQem ^at fic^ boiS ^Ludtegen Don 
SBuijelbüld^eln t)on ^ötenc^getoftd^fen, ttamentlid^ Don Rumex sanguineus, ben>ä^tt 

^te f^angmoofe finb SJloodbeden in Sled^teddfonn Don etnnt 0,1—0,2 qm ^rd^e. 91m 
etgiebigften ifi bad 9(bfud^en bet äJloofe an füllen, tegnetifci^en $agen, jotoie bei bebedtem 
^immel. 

3n bem oon @(!^önbergf(^en9)et)ier 92eu^aufen tt^urben 1867 in einer etwa I6,6hft 
großen, burd^ @aat entftanbenen f^c^tenfultuc Don ^JIRitte Suni bid (Snbe 9(uguji gegen 
einen 9[ffotbIo^n oon 1—2 $f. für 60 6tüd etn^a iV, ^Sionen ßfifer unter gfangmoofen 
gefammett. 

tlfangrinben l^aben ftc^ nid^t in allen gfitten aU gleich mirfjam enoiefen, etjietten aber 
l^in unb »ieber (9tetner ^ol^egeig) au(!^ gute (Srfolge. 

2. Otiqrrhynohus ovatUB Ii. 

Äleinex fc^ttjatger gic^tenrfifjelffifer.*) 

ßennjeidien: 6 mm lang, Don futjseifdmtiger @)e{talt, {d^maxg, mit einem feinen, 
grauen ^aarfilg am gangen ßör^er. (Jtügelbeden pUnftiert^ge^eift, mit gerungeften 3»i< 
fc^enräumen. ^aldfd^ilb grob getömt. t!fü^(er unb ^eine rotbraun. 

Sebendmeife ufto.: SBte bei bem vorigen. 3)a^ 93enogen ber Slinbe erfolgt 
bei einjährigen gid^ten in ber 8flegel ringförmig (auf 1—5 mm ©reite), meiften« 
unmittelbar über bem ffiurgelfnoten, feiten einfeitig unb bi« ju 6—8 cm ^ö^e über 
bem ©oben. 3)er l^afer toirb ba^er ben ®aatt&mpen unb jungen Saaten gef&^t^ 
lid^. 93om 3— djäl^rigen S(tter ab fd^einen aber bie %x(i)ttn m6)t me^ ju leiben. 
SDer ßäfer ift im Gebirge häufiger aü in ber (Sbene. 

Selam))fung: SBie bei bem vorigen. 

3. SBeitere Otiorrhynchus* Wirten. 

9iU gelegentHd^e @(!^fiblinge finb auf ^tturen unb ^flanjenergie^ungdftätten no^ 
folgenbe Otiorrhynchuss^lrten angetroffen n)orben: 0. planatus Hbst. = Bensitivns Scop.*), 
sing^laris L., multipunctatns Fabr., perdiz Ol., septentrionia Hbst., irritans Hbst. u. a. 
%i\l9 ift nur ^Aferfd^aben, teitd auc^ Saroenfrag bei i^nen beobachtet morben. 

SBelämpfung: %Bo i^r 9luftreten bie i^m im allgemeinen gulommenbe ^armloftgttit 
Derliert, lägt fici^ i^nen nur mit bem bei 0. niger angegebenen SJlagnal^men entgegentreten. 

4. Braohyderes inoanuB Ii. 

Äennjeid^en: 8—11 mm lang, ptä^hxann, me^r ober weniger bicbt mit grauen unb 
braunen ^ä^upptn beje^t. f^r^ügelbeden faft me'^r ai» boppelt fo lang, mie gufammen breit, 
fein ^unhiert^geftreift. ^atöfd^ilb bic^t punftiert. gfft^ter roftbraun. ©d^enfel o^ne gatin. 

SebenSweife uf». 2)er Safer ift ein ©^araftertier ber norbbcutf^en tie* 

femrcöiere unb frifet in älteren Kulturen unb Didungcn. S)ie Slabetn ber 6—12* 

jährigen Kiefern merben in c^arafteriftifc^er SBcife angenommen. Der %xa% beginnt 

(nad^ @dftein*)) an ber @pi^e ber 9iabeln bon ber Kante ^er, bie in fc^arfen 8o« 

gen fögeartig audgefreffen toirb. 2)a fic^ an jebem Sogen ein ^arjtröpfc^en anfe^t, 

feigen bie S^abeln bei ftärlerem ^xa^ mie mit Kall befpri^t ani. 



1) Wittum: Stfdir. f. g. u. 3©. 1886, 587. - 2) guc^«, Gilbert; gorftL^nattttw.» 
Stfd^r. 1897, 881. — 2)erf.: SRaturro. gtfc^r f. g. u. Sto. 1912, 48. — 3) S)ie tiefer (Pi- 
nne silvestris L.) unb itjxt tierifd^en (gc^äblinge. I. »b., 93crUn 1893, 13. 



. 



ßfifer: Otiorrhynchini. 189 

5)te Sa r Den werben burd^ Äbf reffen ber feineren unb ®ntrinben ber ftdrferen 
Sßurjetn int Wlai unb ^uxA fd^öbli^. 9(n jungen ^flanjen fd^eint junäd^ft bie bif^ 
lere 9iinbe ber ^fal^Iwurgel einige 3^ntimeter unter bem SBurgeltnoten benagt ju 
toerben. S)ie SKnbe »irb nad^ S^cobi^) in Keinen erbfengroften, ettoag geftredften 
$Id^en glatt abgenagt. Später fci^meljen biefe $ta^e gu langen Streifen gufammen, 
biiS bie SBurgel f(^Iie§Ii(i^ auf Singerlange faft t)ö0ig geringelt mirb. Srft bann f^eint 
fid^ bie Saroe ben bünnrinbigeren @eitenA)urge(n gugumenben, bie fte auf tängere 
Strecfen glatt entrinbet. Sunge, bem Sart)enfraB DerfaOene ^flangen finb infolge bed 
partiellen ^Ringelnd ber ^fal^In^urgel mol^I immer üertoren. äßenn tatf öc^lic^ ber Sar^ 
benf(!^aben aber weniger befannt ift aU ber ^öferfraB, fo liegt bad üermutlid^ baran, 
ba^ bie SorDe l^auptfäc^Iic^ an älteren ^efern frigt, bie bad (Snlrinben eingelner 
äßurgelteile aushalten. 

SSerpuppung in ber 9lä^e ber Sta^pflange in einer onalen ^ö^Iung, bereu 
SBänbe aud burc^ Speid^I t)ertitteten @anb gebUbet Werben. 

Su^Iommen ber ßäfer in ber gweiten ^dlfte bed 3uli nad^ etwa 3wö(i^iger 
^uppenru^e. Generation einjäl^rig. 

3n ben gal^ren 1860 unb 1361 trat ber täfet im 9{ebier (Do^rif(]^ (@a(l^{en) an 8 h\i 
12 lästigen JHefetn, namentUd^ auf ben trodenen 93obenftetten, auf.*) S)er 2aroenfrag »urbe 
1879 oon 3. (Sged^'), 1904 üon Stein*) fonllatiert 

S3elämpfung: Sc^nggräben, Sammeln \>uvä) SbHopfen ufm. wie bei 1. 

5. CneorKinuB plagiatus Sohaller (CneorhinuB geminatus Fabr.). 

ßenngeii^en: 6—6 mm kng, oon gebrungener (Seftatt, br&unlid^, unten unb an 
ben leiten toeigUd^ befti^uppt. grlügelbecten ftar! gemölbt, faft fugelig, mit feinen, Sä^xoaä^ 
punftlerten (Streifen unb auf beii breiten 3"'iWcnräumen mit gerflreuten, hirgen, »eigen 
SBörftd^en befe^t. 

Sebensweife ufm.: ^auptfluggeit ©übe Wpxil, Ttai. S)ie ffäfer bcfreffen 
Dom aRai ab bid (£nbe 3uni ^nofpen, Slabeln unb Slinbe ber SRaitriebe an j[un^ 
gen (befonber^ ein^ unb gmeijö^rigen) liefern unb anberen ^olgarten in ben fü^Iercn 
XageSftunben; wä^renb ber Xagei^^i^e Dergraben fie fic^ oberp^Hc!^ in ben @anb. 
3laä) S3eobac^tungen im S)ünengebiet ber Oberförfterei ©run^au^ (bei XreptoW a. b. 
SRega) werben bie Seeliefem uorgegogen, gumal eingeln ftel^enbe ^flangen auf trode^ 
nem Sanbboben. ältere aU 7 jährige ^flangeu greift ber Safer überhaupt nic^t ldä)i 
an, infolge ber SSerte^ungen geigen bie $^angen nid^t feiten 9lofettenbiIbung. 2)er 
ßäfer ift auc^ in Sic^en^eifterp^anjungen atö Sd^äbling aufgetreten unb ^at (auf 
Seibewifter SReöier) imga^re 1896 gal^Ireid^e 4— öjäl^rige Särgen burd^ Slbfreffen 
ber auöfd^tagenben fturjtriebe fo ftarf befd^äbigt, bafe bon 1204 überl^aupt befatte* 
nen ?ßffangen 381 eingingen unb 222 im $erbft att ^albbürr begeid^net werben 
mufeten.*^) 

^er fiäfer wirb, Wie bie nac^fte^enb noc^ gu nennenben ^rgrägter, nur burc^ 
ftäf erfrag gelegentlich unangencl^m. S)ie im 83oben lebcnben Saröen finb in forft^^ 
li^er ^infid^t gleichgültig. 

83etäm)}fung: SBie bei 1. 



1) 3acobt, ^,: 9«aturw- 8tf(^r. f. S. u. gm. 1904, 363. — 2) (Stein, g.: %i)ax. 
3^tb. 1862, 244. — 3) 8bl. f. b. gef. g». 1880, 122. — 4) »gl. 3acobi a. a. O. — 
6) mt\ä^t, ^.: Xt^ax. 3^tb. 1896, 229. 



190 ^itt^. ^u4. @t^u6 gegen Xiece. 

^n bet oben genannten Oberfdrfietet @(rün^ouiS kouiben in einem ^ünettihrid^ ton 
einer äJl^eile Sänge unb einet Siertelmeile breite (aI)o auf beiläufig lOOO ha %läd)t) Don 
1866—70 644000 ©tüd gefammelt, n^ooon 512000 auf baiS ^a^r 1870 lommen. 9(n einet 
^ffansc faßen mituntet 6—30 ^äfct, im ^ö(^ften gallc 74. — 3m (Semeinbeforp 3)docr- 
bcn (Obcrfötjterei SWenbutg in ^onnooet) würben 1865—68 titoa 70000 ciniä^rige Äic* 
fem burd^ biefen siäUt größtenteils oerni^tet.') 

6. Stropbosomufi ooryli L.*) 

i^enn5ei(!^en: 4 — 5 mm lang, bon fiarl gewölbter, faft fugeltget ®epalt unb braun- 
grauer gfarbe, bie burd^ fiedigen @(^u^^enbefa| erzeugt wirb. f^Iügelbeden mit einem fe^t 
beutlic^en fd^warjen ^af^i^d), welker unbefd^up^t ifl- ^atöfd^ilb mit feiner S^ittelrtnne. 
grül^tet nnb S9eine roflrot. 

Sebendweifc ufw.: ©au^jtflugjcit im grü^ja^r. 3)te Äbtoge bcr (£ier 
erfolgt im Soben. 

2)ie in forftlid^er ^infid^t gletd^gültigen Sarben') (eben unter ber 3Koo§htät, 
borjug^toeife an bürren Stellen, bon ®rajS^ unb ^auttourjeln. Ser))u))))ung Snbe 
Suli, Stnfong Kuguft. 

%uSfommen im Suguft, ^tpitmitx, 3)ie ftäfer übermintem in ber 93oben^ 
bede. @ie betreffen fc^on im $erbft unb bann mieber bom S^l^i^^^ <i6 ßnof))en, 
Slabettt (am Staube) unb SRinbe junger giften, aud^ fticfem, lannen, (Sid^en, 
S9u(^n, 93irfen. ^ofcln. Die Äinbc wirb plafeweife benagt. ?lm Ucbften ftnb i^nen 
2— 3 Jährige ?ßflanjen, an benen fte häufig gcmcinfd^afttid^ mit bem großen braunen 
Siüffclfäfer ouftreten. SBä^renb biefer bic öfteren ?ßflanjenteile benagt, frigt Stxo- 
phosomus coryli nur an ben jüngeren. 3m l^anuobcrfd^en (Semeinbetoalbe 3^^' 
ftebt*) befielen bie «fifer 1897 einen 12— löjä^rigen gi<^tenbeftonb unb fd^obigten 
namentlid^ burc^ SluSfreffcn ber ftd^ eben öffnenben Snofpen. ®efc^Ioffcne ^ofpen 
blieben berf^ont, wäl^renb bic neuen Slabetn btd jur Rnofpcnfpifte abgenagt tpurben. 

©c^äblic^ aufgetreten ift ber Äafer u. a. in ber Äommunaloberförfterei ©ermeSfeil 
.(Ä^einprooina)*), im ©unnerSborfcr JReöier (@äd^flfc^e ©d^weij)«), im dinficbler gorft 
(Sac^fen) *), im Sleoier ^THrobe Oöraunft^weig) ^) unb im Sleöier «Biften^aufen (ftaffel) *) 
^ier frag ber ^äfer gemeinfc^aftlid^ mit Otiorrhjnchus septentrionis Übst, (biefer war 
ber ^auptfd^äbling) unb 0. singrularis L. (picipes Fabr.) auf einer mit ^weiid^rigen gic^' 
tenbüfc^etpflanjen beftodten Sranbflöd^e ani bem vorangegangenen ^ai^xt. Slnftatt $U[^e« 
fraget jeigte fid| ^ier an ben bcfaflenen ^flanjen eine meiften^ 4 cm ilber bem SBurjel' 
fiödd^en beginnenbe glatte (Sntrinbung auf 2—4 cm iBange, wo^I eine golge Der gemein? 
f^aftlid^en Arbeit. 

S3cfäm))fung: SBie bei 1. 

7. Strophosomus obesus Marsh. 

Äennjeid)en: 4—6 mm lang, bem oorigen fe^r ft^nlic^; nur fe^lt i^m bie fc^warje 
glügelbedenna^t unb bie rötliche gärbung ber ©eine. 2(ud) finb bie glügelbeden burc^au^ 
bid^t grau bcjd^uppt unb in ben ^tDx\ditnt&umtn ber ^unftftrcifcn mit furjen, aufregten 
^Srtben befejt. |>aföfc^i(b o^ne SWittelrinne. 

1) 5lltum: 3t)d^r. f. g. u. 3w. 1873, 32. — ©urd^orbt: i)af. 1873, 250. 

2) 3)iefe SBejeic^nung ^ängt bamit juiammcn, baß biefer (pol^p^age) Äafer aud^ auf 
^afeln Dorfommt. 

3) ®ine genaue ©efc^reibung ber Saröc unb $ubbe liefert ©eling: 2:^ar. Sl^rb. 
1888, 97. 

4) «Ittum: Stfd^r. f. g. u. 3»- 1^98, 3. -^ 6) «gmann: gor^f. 5ÖI. fft. g. 1876, 
259. — 6) atanfft: baf. 1876, 61..— 7} «rac^mann: %i)at. 3^rb. 1879, 72. — 8) «I* 
tum: 3tfcbr. f. g. u. 3w. 1885, 587. — 9) 3)erf.: 2)of. 1894, 273. 



ßAfer: Odorrhynchini. 191 

Sebendtuetfe itftD.: SBie bei bem vorigen; iebod^ toirb bormiegenb bie Kiefer 
befaQen, unb jtoar ald Sa^rling. 

®er ffofer crfd^eint Snbe ÄjJtil unb bcfrigt junod^ft bie Slabeln, fpdter aber 
bie 91 in be unb Knof pen. 9(nc^ an ben toeid^en ©ipf eltrieben ber ^id)tt unb Xanne^) 
^ot man ben Räfer ongetroffcn. ßcfftein*) fanb i^n ferner ate ö^i^örer ber 3la^ 
beltt auf 3— 10 jährigen ©(^»orjüefem, öereinjelt auf SBe^mout^Sfiefern unb ettb= 
1x6) ouf ^ouglaften. 3utt>ei(en ift er and) an Saubpljern (&6)t) burc^ Sn^ unb 

Studfreffen ber £noff)en unb SHnbenbenagen fc^äbtic^ gemorben. 

tiefer ßöfer ift u. a. hti gffirftenn^albe (1875) >) unb namentlich in einigen 9lebteren 
l^edlenburgd an einiä^riflen (aber auc^ älteren fc^ted^tmut^ftgen) liefern in groger äJlenge 
aufgetreten.^) 3n ber ^nfpeftion (Salig jerftörte er 1880 eine einjdl^rige ^iefem|)flan5ung 
Don ca. 6 ha (Sröge total. 

3m 3uni 1895 trat St. obesaB in ben @i(^enf(^onnngen unb ^eifterpftanjungen bed 
fütnxtt^ ^ifd^ofdn>a(b (9leg.s1Bea. SRagbeburg), im 9{et>ier (SbiStorf (9leg.^iBe}. Lüneburg) unb 
avLd) in dl^orin (9{eg.«^es. $otdbam) in großer Stenge auf. Sn (£bdtorf, »o ^\^ aut^ 
St. coryli mit am f^roge beteiligte, nmrbe u. a. eine etn^a 10 ha große ^id^tnfnltvix, teild 
8aat, teil? ^fianjung, bon ben ßäfem faft bemidjtet. 9Ran fanb an einzelnen fflan^en 
15—20 ^fer freffenb. ®elbft an dlteren @tfimmcn rooren bie fingerften dmeige infolge 
bed Stno\ptn\xa%t9 fofi ganj Ta^I. 

gremer traten beibe Strophosomus -SIrten ebenfaßj 1895 in ber l^nft^ftion ©aar« 
brflden nic^t nur in (Eic^elfbreifenfaaten^ fonbem au4 auf Jungen IBu^en auf, bie fie ent« 
rinbeten. Sa^ ber fflnfte S^eil ber annfi^emb lOOO ha großen ßulturf(&(^e nmrbe burci^ 
biefen Sfraß oemic^tet. 

Selämpfung: SBie bei 1. -- ^eifter laffen ftc^ burd^ Sntegen fcl^maler, 4 mm 
bider Seimringe, bie man tief om SBurjelftode anbringt, Dor ben beiben Stropho- 
8omus-9Irten unb anberen f(ugunfä^ig«n ^urjrüßtern fc^ü|en. ®rad$ unb Unfraut^ 
tpuc^d, ber jum Überbrüden bed ßeimbanbed Gelegenheit bietet, bebingt ^ö^ered 9n^ 
legen ber Seimringe. Um ben ^eiftern nic^t )u f(!^aben, empfiehlt ed fid^, ben Seim 
nid^t birelt auf bie Stinbe, fonbem auf $apier^ ober Seinmanbftreifen aufzutragen 
unb biefe onjubinben. ©etbftöerftonbüd^ finb bie betrcffenben ^flanjcn öor bem 8m 
legen-.ber Seimringe ju f(^ütteln, bamit bie etma auf i^nen fi|enben Safer ^u So^ 
ben faQen. 

8. StrophosomuB lateraÜB Fayk. (Strophosomus limbatus Fabr.). 

ßennjeid^en: 4—6 mm lang, fc^toarj, etmad glSn^nb. Oberfeite j))arfam (Unter« 
feite bid^ter) mit ttlber- ober fupferglanjenben ^üppd^tn bebedt. ftop^ grob |>unttieTt. 
grlfigelbeden tief ^unltiert-geftreift, mit jmei Sinien, an ber SBur^el mit fci^arfem, erl^abe« 
nem 9ianbe. 

Sebendmeife u|m.: ^er .^&fer befrigt bie 92abe(n imiger i^iefern, mobei jeboc^ 
fur^e 6tüm4)fd^en ^el^en bleiben. 3m allgemeinen ift er nic^t ^fiufig. 

3m ^uguft 18.58 bejc^äbigte btefer 9täg(er eine etwa 62 ha groge einifibrtge ^efem« 
ftreifenfaat burdi Sibfreffen ber 92abe(n oon oben nac^ unten in ber grorftinjpeftion (Sfc^ebe 
(©annooer) **) in em<)finb(id^er 9Beije. 

1Betäm4)fung: SEBie bei bem vorigen. 

9. SoythropuB xnustela Hbst.^ 

I^enn^eid^en: 6 — 9 mm lanq, braun, ober- unb unterfeitiS ^aarförmig befc^uppt. 
^aldfc^ilb beiberfcitS ftlbergrau, giugelbeden flcdig, 39eine rot. 

1) »eling: X^ar. 3§ib. 1883, 98. — 2) 3tjd^r. f. g. u. 3m. 1890, 80. — 8) ^U 
tum; 5)af. 1876, 868. — 4) ^aft^cn, g.: 3)af. 1886, 389. — SDemcrtf): 3)af. 1889, 684. 
— 6) Mg. g. u. 3.*atg- 1868, 462. — 6) «aet, SB.: X^ar. 3^rb. 1908, 226. 



192 <^fted iBttc^. @(l^u( gegen 2:iere. 

Seben^meife: $Bie beim tjorl^ergel^enben befri^t bei ^öfer bie ifingfien ftcMn btr 
IHefent. Der grag fttibet bon ber ^ante ^et patt, ^intetldgt flac^bogenfdmtge %vA\ä^nittt 
unb gleid^t bem oon ßrachyderes incanus augetotbentltc^. 93ie bort betommen bie aii= 
gefreffenen 9labetn burd^ bie erl^firtenbeit jparjtröpfd^en einen tueigtid^en Schein. 

Der foiftti^ jiemlid^ gleichgültige ^ofer ift biotogifd^ babnrc^ intereffant, bag er feine 
®ier nid^t »ie alle anberen Äurjrüfeler, in ben Stoben, fonbem gu 10—50 jmifd^en je 8»ei 
ntiteinanber oerttebte SJabel^jaare legt. Die auiBlommenben £art>en (äffen fic^ jogleic^ ^u 
S3oben fallen unb entöl^ren fic^ l^ier tennutlic^ Don $f[an^nn)ur}eln. 

10. Barypeithes (Omias) araneiformis Sohrk. (Omias bmonipes Oliv.).') 

^ennjeic^en: jf dfer 3—4 mm lang, oon Ifinglid^^eiförmiger ©efialt, im ^abitud 
ben Otiorrhynchus-^rten öl^nlid^, ft^tDär^^tic^ h{§ gelblich, eo. rötlic^^braun, glftnjenb. fllftf« 
fei fur^, flac^ gebrudt, mit beutüd^er Sängdfurd^e. f^rlügetbecten mit obgerunbeten 6(^uU 
tem unb ^unftierten £dngdfheifen. ^^itt unb $eine ^eHbraun. 

fiebeniStteife ufU).: Der ßfifer fliegt im 3[uni unb legt feine (Sier unterirbifc^ in 
unmittelbarer 92ä^e Oon ©töden ber SBeiben ufm. in 9HebermaIbungen ah. 

Die fiaroen fd^Iu))fett nad^ 2 S^od^en and unb fc^einen ftc^ oon ben feinen f&ux^tU 
fafem ber ©tödfe ju ernöl^ren. (^nbe Suli, 2(nfang Kuguft erfolgt ha9 ^udlommen ber 
^dfer, bie fic^ mä^renb bt9 $aged unter lßtoo9, £aub, @tetnen ufto. Derftetit l^olten nnb 
aud^ ^ier übertointem. 

äSer^fingniiSOoQ ift nur ber wä^renb ber 9taä^t ftattfinbenbe gfrag bed tfiferd, totU 
d^er fic^ auf bie tief (bii^ gu 8 cm ^5^e aber bem ^oben) fte^enben ^luiSfd^Iagtnofpen 
junger SBeibenftdde erftredt. i^nfolgebeffen f dalagen biefe im gfrü^ial^r nid^t auiS. fbn 
meinen ^eimgefud)t merben Salix viminalis L. unb S. amygdalina L., unb ^toar auf 
ben beften 935ben. iCuf naffem, moorigem unb torfigem ®runbe lann fic^ bie Brut nic^t 
enttt)idfeln. ^uc^ an frifd^ gel^auenen ©töden junger (Sieben unb (Sbellaftanien fri^ 
ber llöfer bie tief fi^enben ^nofpen bid auf baiS $0(5 aud. @ogar an ßottjlebonen ber 
^d^e unb an jungen Drieben oon f^fic^ten unb ^efem mürbe er in einigen gfiHen nagenb 
angetroffen (92örblinger). @r ^eic^net fid^ alfo burd^ einen ^ol^en &xab oon $oI^p!^agie auS. 

Befömpfung: 1. ^elaffung menigfteniS einer 9{ute am Stocfe, bamit biefer — wenn 
er ftarf befatten toirb — nid^t gan^ abftirbt. 

2. ^uiSIegen oon Stunfet- unb SRo^rrübenfc^eiben unb (Bammeln ber l^ierunter fi(( 
einfieEenben ^äfer. 

3. ^udgiegen Don Sfnfeftijiben, um bie fiarüen 5U oemic^ten. 9hir auf fleinen ^lä* 
eben auiSfül^rbar. 

^IS geeignete iQdfungen merben empfol^Ien: ^ntinonnin (l kg auf 450 1 SBaffer), ftno- 
baiin (1 ®ewt*t«teil auf 25 OJcmic^tSteile SBaffer), SBenjin, tupfcroitriol, ©^wefeWo^Ien« 
ftoff, 9}lif4ung oon 50 ©etoic^t^teilen brauner ©d^mierfeife, 100 (Slen)i(^t»ei(en 9ufel5I, 
800 (S^emid^tSteilen ^eingeift unb 500 ©etoicbtdteiten äBaffer. 

B. Uttterfamilie PhyUobUni. 

(mit glugflügcln). 

U. MetalUtes mollis G^rm. unb M. atomariuB Oliv.*) 

Äcnnjcid^cn: M. moUia: 6—7 mm lang, oon fcf)Ianlem ©au, fd^ttjarjbraun, fein 
be^oart, oben mit grau=grünen, gtänjenben ©d^uppen bcfe^t. glügetbcrfcn meid^, fein pun!» 
tiert^geftreift; bie giüifd^cnräumc ber Streifen faft oiermal fo breit aö bie fünfte. gfü^Ier 
unb ©eine blag-gelbbtaun. @d^en!el beutlid^ ge^ä^nt. 

M. atomariuß; 4—5 mm lang. Äörper weniger fd^Ianf, ebenfalls fc^war^braun, grau* 
grün htt^aaxi unb befd^uppt. StDi\6)eniänmz ber Streifen auf ben gflügelbeden taum me^r 
aU boppelt \o breit wie bie fünfte, gü^ler unb ©eine rötlich »gelbbraun, ©djenfel un* 
beutlid^ gejö^nt. 



1) «Itum: Stfc^r. f. 3. u. 5m. 1892, 687. — ogl. ouc^ Äta^e: Äorbweibenfultur. 
5. 2lufl., Aachen 1897, 202, — 2) Xafdienberg: gorfrtalenber f. b ^o^r 1875, II. St 32. 



Ääfcr; PhyUobiini. 193 

Sebenfttoeife ufto.: 2)ie UUa%t ber Stet erfolgt bei beiben, t)on 9la|eburg 
atö „B^^^ gid^tenrüffctlafer" bejeid^neten ßafern öermutlid^ in ber (grbe, toofetbjl 
au^ bic Sarten leben unb bie SJerpupjjung^) im Srü^jal^r (?) erfolgt, ©d^aben 
bur(^ Sorbenfrag ift aber unbefannt. 8(udIommen im iDlai unb S^m. 

S3etbe Safer befreffen bte 9labe(n unb benagen bie jungen Xriebe in älteren 
gic^tenfulturen unb @tangen^5(^ern (bid }u etma 20j|ä^rtgem SHter). 2)ie na^ 
ber Safid angenagten jungen Xriebe fnicfen um, braunen fid^ unb fterben ab. @tel« 
lenmeife ift beoba^tet morben, \>a% bie jungen Xriebe big auf hai SRarl benagt 
tourben. 3n ben ^Salbungen bei Slbenau ^) frag M. atomarius f ogar ba^ 3Rarf ber 
Xrtebe an 6— Sjd^rigen Sichten aud. Seim 9tabelfrag merben bie Slabetn grob« 
bud^tig au^gejadt, unb {mar im aUgemetnen bii$ gur SRittelrippe. SDtand^e 9(udler« 
bungen greifen aber aud^ über bie SDlittelrippe l^inaud. 

Suger Sfid^te merben Xanne unb ftiefer befaQen, bie ^efer jebod^ nur Don 

bem in ber Sbene adein häufigeren M. atomarius. Sr nagt bie 92abelfd^eiben burc^ 

unb jerbeigt bie nod^ in ben @(^eiben befinbtic^en jungen 9labeln. M. atomariua 

bergreift \x(i) unter Umftänben fogar an jungen S3u(!^en. M. mollis ift auiSfd^Iieltic^ 

®ebirgdinfelt unb befcl^ränft feine @(!^äbigungen auf bie Sichte. 

^\» f(]^äbUd§ ^at man biefe <!(rünrü6(er am ^arje, in t^üringen (Siftenborfer 9te* 
Dier) *), im «ogtlanbe (bei SRejsbad^) *), im f äc^pfdien (5t jgcbitge (bei gotcft^etm) *) uf». be* 
beobad^tet. gm S^ogttanbe ift nur M. atomarius fc^fibli^ gen^otben. Sei t^ford^l^eim er* 
n^tefen ftd^ an M. mollis ^toei ^orbmefpen (Cerceris variabilis Schrk. unb Cefceris 
labiata Fabr.) al« Slöuber nü^Iic^. ^ie SBefpen erfaßten i^re Dpfer mit ben Sagen, be> 
täubten fie burti^ einen 8ti4 unb trugen fie i^ren Saroen gu, oft in fo groger ^Inga^t, 
bag bie £aroengänge bie ^äfer nid^t fdmtlid^ aufnel^men Tonnten. 

S3eläm))fung: Sammeln burd^ 9bKo)}fen ber JSäfer auf Unterlagen ober in 
3angf(!^irme (am beften in ben aRorgenftunben ober an trüben Xagen audiufü^ren). 



12. FolydruBUs mioaiiB Fabr. unb F. cervinns L. 

I^enn^ei^en: P. micans: 7—8 mm lang, fc^n^arg, oben bic^t mit ^aarförmtgen, 
fu^fer« ober brongegtän^enben ^di^fippd^tn ht\ti^t, an ber Sruft toeigltc^ be{(!^u^^t. ^atöfd^iU) 
breiter aU lang unb etrna l^alb fo breit mie bie f^Iügelbeden. Se^tere nac^ leinten baudS^ig 
ertoeitert, tief ^unftiert^geftrcift, fein behaart, gü^lcr unb ©eine bräunlid^rot. ^r bie 
^interfc^enfel fd^roac!^ gegdl^nt. 

P. cervinus: 4—6 mm lang, |c^ttjarjbraun biÄ fd&war^, mit grünen, grauen ober 
hH)fcrgIänjenben Sd^npptn bejejt. fjtögelbeden punftiert^geftreift, mit faft narften gfledfen 
auf ben gtoif dienräumen, bal^er oon fd^edigem ^udfe^en. 9üt)Ier unb ©eine rötlid^braun. 
©d^enlel beut(i(]^ gejä^nt. 

SebeniStoeife: ^ie ^afer finb Saub^ol^fc^dbUnae, ol^ne an bie eine ober anbere 
fiaubl^ol^art gebunben ^u fein, ^(ngenommen n)erben bie jungen ©lätter, unter Umftänben 
auc^ fd^on bie ^nolpen, bon Sid^e, ©uc^e, ^afel, ©irte ufm. P. micans ift oud^ an SBeQ' 
moutl^iSfiefer, cervinus an Sartre beobachtet n^orben. ©ead^teniSmerte ©c^äbigungen finb nic^t 
befannt 

18. FhyUobiuB«9lrten. 

3)ie jal^Ireic^en ?(rtcn ber ©attung Phyllobius umfaffen lang geftredte Ääfer, bie jiem« 
Hd^ metd^ unb meift mit grünen, blaugritnen ober gelbbraunen bid broncef arbigen, bielfac^ 



1) ©eling: ^f^at. ^xh. 1888, 96. — 2) 3t|(^r. f. g. u. 3». 1898, 6. — 3) $ro« 
toIoH üb. b. 6. ©erf. b. gor^to. auö springen 1856, 42. — afla^eburg: Ärtt. ©I. 1869, 
f2.©b., I, 4a. — 4) ?ttlg. g. u. 3-3lg. 1896, 4X4. — 6) Äunje: tfyit. a^rb. 1870,240. 



194 Srfted $ud^. S^u^ gegen Stete. 

inetalli((^ glättjenben @d^u^|)en bebecft fmb. ^atöf^ilb fo breit tote lang, nat^ ttorn tttocA 
toetengt; ^etne unb fjü^ler lang unb bünn. 

"äii @4&bUnge t)on Saubl^dl^ern, beten Blatter unb ßnof^en fie benagen, ftnb fefi» 
gefleüt: Ph. oblong as L. (anf allen fiaub^öljem, namentlich auc^ auf Dbftbfinmen), Ph. 
argen tatu6 (@id)e, ^uc^e, 9itfe), Ph. psittacinua Germ. ((S6ete|(!^e, ^afel, 9[^otn\ 
Ph. viridicollia Fabr. (jwnge »u(^en, «id^en, fi\pt, ©a^ltoeibe, ^efer, giitite), Ph. 
Piri L. = vespertinus Fabr. (®irfe, (Sic^e), Ph. urticae de Geer =»= alneti Fabr. 
(9lots unb SBetgetle, Sut^e, ^ombaum), Ph. glaucns Scop. = calcaratus Fabr. ((Srie). 

^ie flrtagmeife btefet polt^pt^aQtn Saubl^oljrugter ifi (^^aralterifiifc^. (i& batf ange* 
nommen »etben, bag ba9 Don d^dftein^) füt Ph. urticae de Geer unb t)on ^\t\6^t*) 
füt Ph. psittacinus Germ, befd^tiebene übereinftimmenbe Sc^abenbilb auc^ ben übrigen 
PhyllobiuB-^ltten eigentüntlid^ i^. 2)et gftag ge^t ftetiS üom ^(atttonbe auiS unb ffl^tt 
§unfic^fl 5u feid^ten (Einbuchtungen, bie fic^ bafb ju langgefttedten, ^iemlid^ gleic^breit blei* 
benben, gefc^tvungenen, ant (Snbe öftetiS gegabelten obet ettoa^ ertnettetten @palten oerlfin« 
gem. ^n bet äJ^ittelrip^e ^dtt bet f^tag \tM auf; auc^ bie 9?ebenri^pen bleiben oerfc^ont. 
(JHgentlic^et fiöd^erftajs, tnie i^n ^lattfdfet unb aiaupen oft eräugen, ftnbet nic^t ftatt. Sei 
ft&tferem Ibefatt butc^ Phyllobius-^ltten belommen bie fronen bet befreffenen ®tfimtnci^ 
babutc^, bag bie Slattfub^an^ bid auf bie ^au^t- unb iRebentip^en ^erftött toitb, ein fiugerft 
nterftoütbiged, feinjetj^Uffenei? $(ud{e^en. 



14. Sitones« Sitten. 

^Ü getegentlid^e, auf lanbtoittfd^aftlic^em @)ebiete ober beoc^tendaertere Sc^fiblinge 
aU auf forftlic^ent, finb unter ben flugfähigen l^ut^rüglem noc^ Sitones lineatus L. 
unb S. BegensteinenBis Hbst. ^u nennen 

3ni 93albe begegnet man am el^eften bem oerftedt am Sobcn lebenben, be^enben, 
burdd toeigUc^e SängiSftreifung ber flflügelbeden unb bed ^al^fc^ilbeiS gelenn^eic^neten S. 11- 
neatuB. (SntfpTed)enb bet SBotliebe fömtltc^er Sitones-^rten für @c^ettetling9blütler be» 
nagt bie|et ftäfer bie ^ot^lebonen unb erften Slfitter ber Siobinie oom 9lanbe aud bogen« 
förmig, ^n d^tangelung feiner beoorjugten Srag))f(an^n befrigt er aber auc^ bie le^t« 
iöl^rigen 9hbeln junger f^rid^ten unb^efem unb lann bann baburd^, mie Geling*) berii^tet, 
^um ^änleln ))on ^Ituren Ißeranlaffung geben. Stinbenbef^äbigungen finb nxd^t beobad^tet 
morben. 

2)ie 93efQntf)fung ber unter 12—14 genonnten ßttrsrügler fann nur buni^ 

Sammeln ber Safer gefc^^en. @ie ift mül^fam unb erübrigt fid^ um fo mel^r, aU 

itt Qä)Qhtn im allgemeinen gering ift unb nur au^na^mdmeife auf 6egren)tem de« 

biete merttic^ ]^crt)ortritt. 

Bhynchaenides, Stngrttiler. 

Süüffel lang unb runb; bie mit toeniger langem @t^aft tjerfel^enen fjfi^ler finb über« 
»iegenb na^e ber 'Sflittt bcd S^üffetö eingelenit. glugpgel ftetd oor^anben. $ie Saroen 
leben oielfa^ im inneren ber 9{&i)r))f{an3en unb werben Durd^ 3^^^^^nng ber faftleitenben 
)Hinbenfd^tc^ten tion 92abel« unb fiaub^öljem ober burd^ 3^i^^^<ung ber iBlfitter, ßnofpen 
unb Srüd^te Don ^üoubl^öljem bi^toetlen in mirtfd^aftlic^ fe^r beacf^tetidmertem S^ajse fc^fib« 
lid^. 3)er Ääferfc^aben tritt nur bei ber (Gattung Hylobius in ben ©orbcrgrunb. ^ol^* 
p^agie nic^t jo audge|)rögt toie bei ben ^urjrüglem. 

A. Unterfamilie Hylobiini. 

Die ^ier^er gehörigen ©attungen Cleonus unb Hylobius btlben ben Übergang öon 
ben Surj* ju ben Sangrüfetern. an bem longen, bre^runben jRüffel finb bie gürtet 



1) Stfrf)«- f- 3f- tt- 3to. 1888, 627. — 2) 5:^ar. 3^rb. 1896, 226. — 8) »af, 188«, »8. 



fiaf«: HflobiuB bbietii. 195 

nu^t mitten:, fonbern, rare Bei ben fiiirjrü6teni, fptt)enft&iibtg. 3)ie ßaroen Bon Cleo- 
DUB leben aufeerbem, loie bie ber ^rjrüfilet, frei im fflobcn. SBitlfdiaftlic^e Ißes 
beutuBQ (ommt nur ber ©attunß Hylobius ju. 

16. «Battnng Cleoaua.') 
2)ci f|in unb mitbet mit btm gtogen braunen fnaffclISfn Dn:gcftII{(^aftete Cleonns 
tuibatus Fahre. = Gl. glftncua Gyll, btr giDfie, ueige 91&|fe(tä|ei:, mug afj lovjUi^ 
iiibtifeRnt I)tjci<^net toerbcn, ba neber Saiuenfdiaben betannt, no(^ bie bei ^rnngD no[^= 
flefnaten Waaefi^flben an ben Babcln innger ß^efeni unb S9e^mDut^fiefern, oon Swiffler« 
becbac^tungen abgelesen, fic^t betätigt morbcn ftnb. 



16. @Sattune Bylobiue. 

tik btiben focftnirtft^ftlidi ^eroorragenb mii^tigen tlrten, ber groge unb 
bet üeine braune MfiKelfäfer, Hylobiua abietia L. unb H, pinastri Gyll., 
pnb bioloflifc^ unb fcrftlii^ ooUftänbig gteirfiniertiö. ffiin ©rui^leit be« SHlffelläfer* 
beftonbed cine^S 9}eDier8, gemeinhin ni(^t me^r aXi 8 bii 
107o, l»'tb üon H. pinastri gebilbet. infolge feine« 
mit H. sbietia übereinftimmenben i^ebenSbitbeS bebaif 
ti fetner Sonberbarf^eQung. S3eibe "ülrten lönnen |ufam: 
menflefogt werben. 

ftennjeitben: HjlobiuB abietis L. fflioSer 
btttunei fflüHelfäfei; ffäfer (Sbb. 80) 8—14 mm lang 
unb 4—6 mm bieit. 'ßon Iiaftigem Sau, bunlelbraun, glanj: 
loa, auf ben glügtlbedEn mit 2—8 g€l6en, unicgtlma|igen 
Ouerblnben, bie buit^ ba4 3u1<"nuitntrtten DOn ^aaridiQpP- 
äitn tntflti)tn, fowie mit einigen fi^nlit^tn Wattln naC^ bei 
gifigtibtdenjpige ju. So9\ mit flarlem, ihägig langem, etmaS 
gehümmlem fHüfiel. fjlflgelbeden bteimal länger a\S bie Bo* 

p8 bc« S)alÄt(5itbeä, fettenortig gepretft-ijunltictt, an ber ^^^ H-iobi«. .wrti. l ■/ 
Sdiutt« etnioS ^ötfetig etbööt- S^'t 3"'ii'^t "räume ber ißun!!' ' " 

greifen auf ben 3)eittn parallel, gegen bie S3afU berfelben fii^ nidit ucrjüngenb. ^l&= 
je^ilb bis über bie SOtittt iiemlit^ breit, nai^ uom flart uertngt, bic^t punitiert unb Idnge 
gcruHjelt, mit fc^ matt) ti^nbenn Seifte über ber 3Rilte unb fiediger, bi(t)ter Iße^aning- 
deine pet^farbig; bte S^enlel an ber Unierfeite ge{d^nl unb in ber Siegel bunfler. — 
£aii)e bie 18 mm lang, gelblit^tneiEi, mit großem, braunem Sapf, bauifimdTte gehümmt. 
— ^uppe ttKigtic^, mit beutlit^em iRüffel unb gnei Z)ornen am fifter, 

HylobiuB pinaBtri Gjl). Kleiner brauner »üifeltäfei: Sedfer 6 — i) mm 
lang, alfo Heiner als bei borige, ittm aber fon^ fe|[ ä^ullr^'), braun, etniaä glAujenb. 
Sie binbennrtigc IQe^aamng anf ben tJlOgelbeden ifl me^c met| biä blaggclb; bie Derbere 
Sinbe bogenförmig aufmärtä geiidilet, bie Wintere gerabt querüber unb etraaä regelmäfiigei 
flU bei HjlobiuB ftbietis L. 3)ie Stcit^enrfiume ber ißunlt {treuen auf ben ^[flgelbeden 
gegen bereu SafiS na^egu um bie ^dlfte fi(^ Derjüngenb. ^alifc^ilb tion l)inten bi« 
Aber bie SMille fc^mfller, naift »orn weniger oerengt, cbenfall« bii^t punititrt, aber uiftt 
längs gerunjelt. »eine rotbroun bis rBtli<ft; Sdienfel Don qlei^et garbe unb mit 
ueniger ftarlem 3a^n. 



1) Sang: Jforfln). gbl. 1882, 608, — (Edftfin: Stjt^r. f. g. u. 3ro. 1888, 828. — 
Äitum: bnf. 1897, 365; 1899, 226. 

2) ^infi(^tlt4 bei Unterfc^ibungimerfniale jtDifdien Ujlobiua abietia L. unb H. pi- 
nastri Gyll. »gl. ftellner: ^ßtotofoü üb. b. 16. Serf. S^üring. gorftw. 1874, 18. - 
$e6: Sbl. f. b. gej. gm. 1876, 639; 1876, 172. — §enf(ftel, @.;Dal.'1889, 481. 



196 (l^fted %ud^- @(^ut gegen 2:tere. 

A. Sebendmetfe. 

Die SebenStoeife biefer beibcn aufeerorbentüd^ f^öblid^cn 9?abeI^oIjinfeften ift 
namentlid^ in ben 1880 er Sauren ©egenftanb mel^rfac^cr, jum leite fe^r eyaftcr 
Unterfu(^ungen gctoefen. Sttm grünbtic^ften finb bie betreffenben Arbeiten beS \ää^ 
fifc^cn Dbcrförfter« öon Dpptn, ipet^er brei 3^^^^ I^WQ »iebcrl^oüe Seobot^tun? 
gen in fünfttic^ ^ergeric^teten ©nitswingem angeftettt unb bie (grfenntniö bet hü 
hafjin in dcrfd^icbcnen Sid^tungen ungeHarten Siotogie biefeS Slüffettöferg toefenb 
üc^ geförbert f^ai}) 

glug^eit: 3)ie ^auptfd^tpärmaeit fdttt in baS warme grü^ja^r (©nbe «pril 
bis Slnfang 3uni), Begattung unb gort^jflanjttng beS Safer« ober be^nen pc^ ouf 
bie ganje Ȋrmere SaJ^reSjeit (big September) aui, totiiffalb man bon einer eigent^ 
liefen ©d^toarmjeit faum fpred^en fann. S)ie Begattung finbct teite oberirbift^, teiö 
in ber Sobenbetfc ftatt. Äuffattenb ift, bog bie ?, um fortgcfe^t befrud^tcte ®er ab^ 
legen ju lönncn, nur einer einmafigen Segottung bebürfen. S)o§ mönnlid^e Spermo 
bleibt lange 3rit, naä) ben gud^öfc^en 3totngeröerfuc^en fogar jttjei 3a^re l^inbun^, 
lebensfähig in ber Snl^angSbrüfe ber Samentafd^e unb vermag bie koo^renb biefer 
Seit no(^einanber reifenben (Jier ju befruchten, ffiin leil ber ftäfer ftirbt im ^erbfl 
beS gortpffanjungSjal^reS, ber anbere leil übertcintert nid^t nur ben erften, fonbcm 
aud^ ben jtDciten, in ÄuSnal^niefäDen fogar einen britten SBinter.*) 

2)ie 8(blage ber @ier erfolgt (t)on äßai bis September) an Stöde, befonberS 
aber an SEBurjeln ber i^efer unb Sic^te^ unb itoax am (iebften an bie SBurjetn ber 
im Vorausgegangenen äSinter jur SöQung gelangten ©tdmme. ge^It frifc^eS Stotf^ 
material, fo toerben, namentlid^ auf feud^tem Soben, auc^ bie auf ben dorle^ten 
SBinterfd^Iögen jurücfgelaffenen @töcfe belegt, hierbei toerben mit befonberer SSor« 
liebe bie unteren Seiten ber ftad^ftreid^enben äBurgeln, bei tieferge^enben SBurjefn 
beren obere aus bem IBoben l^erüorragenben (Snben befegt. DaS $ nagt jur (Siab^ 
tage Stinbenlöd^er unb legt jumeift mel^rere @ier in i^nen ab. 

yiai) 2) olle S') tourben in ber ba^rifd^en Dberpfalj nid^t feiten aud^ SSurjeln 
fte^enber gid^ten unb ^efern belegt, befonberS bann, tocnn bie SBurjeln eine äußere 
Sertefeung, j. S. burd^ SBagenräber, erlitten Ratten. 2—3 SQSod^en nad^ ber (Hob* 
löge erfd^einen bie Sorben. Sie freffen kourjetobtoärtS gefd^longette, bis meterlange 
unb mit 83o§rme]^I angefüllte (Sönge, bie anfangs nur im Softe t^erloufen, fpäter 



1) 8ur Literatur im aUgemeinen: (gtd^l^off, SB.: 3tf(!^r. f. g. u. 3». 1881, 484; 

1882, 333; 1884, 473. — gotftt 331. ^.^. 1882,821. — Mg. 5. U. S.^'ßtg. 1884, 417. 

— »orggreöe, S3.: gorftl S3I. iß.g. 1881, 847. — ^Itum: 3tf(!^r. f. g. u. 3». 1879, 

107; 1884, 140, 689; 1886, 219; 1887, 299; 1888, 648; 1890,800. — Oon Dppen, ®.: 
baf. 1883, 547; 1885, 81 u. 141; 1887, 844; 1888, 394. — ©icbetmann: a)af. 1885, 
693. — ^artleben: a)af. 1887, 686. — gu(!^S, (Uitbert: 9Jaturtt). Stjd^r. f. g. u. fi». 

1912, 60. 

2) 2)ie mexf würbige Xatfati^e biefer langen, bis über §tüei 3ol^re fu^ erftredfenbcn 
SebenSbauer beS taferS würbe burd^ bie fd^önen Unterjuc^ungen beS ßbctförfterS öon Oppcn 
feitgcfteat. guc^S (a. a. D. 62) erl^ielt bei feinen 3roingeroerfu(!^en mandfte SftüfleHafet 31 
SWonate taug am Seben unb nimmt an, baß einjctne nod^ länger ju leben oermögen. 

3) gorftw. 3bl. 1890, 411. 



ßSfn: Hjlobias abietia. 



197 



ober in ben ©pfint eingreifen {mb. 81). gu Sei 
be« ^er&fteS (Oftober) nagen ^d) bie auSgetoa^fi 
Sorben am Snbe itirec Sänge !|aftnfÖrmig tn ben @t 
I)tneinrei^enbe SBiegen, in raelil)en fi* nbenointem 
in benen fie fit^ naifi Ifinfleter Soroenrutie oerpu|) 
Xu8na!|m9n)eife erfolgt bie $er()upt)ung ^n unb mi 
n>o^! audi na^ Pissodes-Xit in Spanpolftern untet 
Sünbe. 3)ie aüi fpäter abgelegten Stern ftantmenben, 
nt<$t auSgeroadifenen Sartien fiberraintem in ben @l&n 

Die lßctpu))))ung erfolgt im näc^ften ^a^re, 
nad^ ®(f ftetn*) im 3uti ober äugufl; bie ^npljen« 
ru^e ift htrg unb bauert nur 2—3 Sotten. Hnatog 
bet Dauer bertSegattungSieit bebnt fii$ bie ^eriobe, 
innerhalb roett^er junge Safer fertig toerbeu, auf 
4—5 aJionQte au«. Die 3eitbauer, mel(E|e Don ber 
(Eiablage bii jum fertigen Safer Derftre{[f|t, roirb 
bon ben Xem|>eraturDer^äItniffen ßort beeinflußt, 
itmfa|t im grogen giinjen aber met|t ais 1 2 SRonate. 
(Eipein beieidjnet (a. ö.C.) bie oorfte^enb enge» 
ffifirte S^{u6fotgerung, bag infolge ber lang fit^ 
jie^nben SortpflonjungSperiobe bie jungen Safer 
unb nadf gu entfprecbenben 3eit)wnften auSfommen 
folfdi unb tiStt mit Santmere^er*) boran feft, baf 
SRe^rjat|Iberßäferjn)eimaIerfi^eint,juerftjeitigiin3 
{af)r, je nuc!^ ber SBittening im Kpril ober SDIai (übern 
terte ftäf erl) unb bann in ben legten Xagen beS i 
^anptf&ditt^ Anfang fluguft (^ungfäferl). 3n 
nflEiernber Übereinftinimung bamit befinbeu [i^ bie Seob^ 
ai^tungtnbeS fät^fifdien ^iorpmeifterä ©robmann') in 
Aöntg^ein a. b. (Elbe ®rot)mann flellte fär fein fRtüitt 
feft, bafl bie üntniiifeiungebauer bed Hjbbius Dom @t biS 
jur l^mago runb 15 SRonate betragt. Unter ber "ün-- 
noEiit«. bafl bie ^aufitmaffe ber <£ier im IDtai unb ^uni 
abgelegt mirb, fällt baS Srfc^einen ber ^ungfäfer bann 
Dometimlii^ in bie 3<it Don ^uli biS Ünfang September. 

Die auSgetommenen 3unfl(ä|er geben in bie ffiut= 
turen unb befreffen ^ier bie ^flangen. Der SSrofe im 
^bft ift im allgemeinen aber nic^t fo fdifimm, tneif bie 
fiöfer ni<^t fo lonjentriert ouflreten aU im grüliia^r. Sei frü^jeitigem 9uä(ommen 
unb ret(|li(t|em Srutmaterial ([^reiten bie aungtüfer olSbötb jur eopula, unb bie ? 
legen bann au^ fdion im $ierbft einen Deil i^rer Sierttb. SRan ftnbet biernac^ faft ben 
gonjen Sommer liiuburi^ gleit^jettig i.'arOen unb Safer, meltli teptere mehreren (bil 
brei) Su^tgängen angeboren fönnrn. Die fpät auelommenben Söfer gelangen aber 



jIoUh iblMl* L. an glAltn- 
micln. k Mtltit tBuqt[ ntl 
u^ in tiRi eplint cingrdfcBtitii 
Gantnaitneen Ibctllcinnl). 



sttifiAitiliil) Iltgcn unftbutdi [ladt 

SpanVDifICE am Hatt bct EaiDcii- 

ginarl übgelitnnt flnb (nat. Cr., 

Cdj. «. «.). 



1) SHtbl- f- S- "- am- 1906, 218. - 2) 5). SorFt^^ta. 1S07, 947. 
litfiet Mitteilung unb Z^ai. ^titb. 19I3, S3ii. 



3) «adi btiel' 



198 ^^ ®u<^- ^^^i d^O^n 2:iere. 

erft im fotgenben Srül^ja^r )ur Sortpflaniung, unb auc^ bie gnbibibuen, mel^e be* 
reitö im ^erbfte mit bem @iertegen begonnen ^aben, fe|en biefed (Skfd^aft, unb itoax 
in auiJgebc^nterem SKofee, im grü^ja^r fort. Die ttbermintening bcr Smöflineö er^ 
folgt unter äßood, in fonftiger 93obenftreu, aud^ im Soben ober in ^o^Ien Stöden, 
unter öoljft^id^ten ufm., mit 53orIiebe in ettoa 10— 15 jährigen S)icfidjten unb in 
@tangen^öljem, aber aud^ in 93aum]^oIjbeftönben, ferner auf @d^(ögen unb in ben 
©d^onungen. 

Die Generation ift — ie nad^ £)rt(i(^Ieiten unb SBitterungSber^Itniffen 
(SSäärmc) — öerfd^ieben lang; in ber ^au^tfad^e fd^eint fie etwa« me^r otö 12 SRo* 
nate ju bauern. 3nt ^aVit, bag bie Safer im 3a^re bed Xudfommend [xdf nid^t fort« 
))flanjen, fonbern erft im nöc^ften ^af^xt, mirb bie Generation imeiiä^rig, boran^- 
gefegt, ba^ ed fid^ nid^t etma um Safer ^anbett, bie bereit« im S^oi^xt ber (Eiablage 

audgefommen finb. Diefe legieren ^aben eine normale einjährige Generation. 

i)ie (Sfenerattondfrage ^at ben ^au|)tjd(!^Ud^ften ^(nftog gu ben neueren Unterfud^ungen 
über bie Biologie biefed fRflffelfäfer« gegeben. 9la|ebttrg nal^m 5uerfi einjährige @ene« 
ratlon an, önberte aber \p(ittx {eine ^Infid^t ba^in, baß er iVi— 2jö^rigc unterjteHte. 3luf 
@runb ber Autorität Sla^eburgd unb unter S9eoc^tung be« Umftanbe«, bag n^&^renb 
ber ganzen tt^finneren ^al^re^jeit gleichzeitig fiaruen unb Söfer angetroffen tourben, glaubte 
bie SV^e^rja^t ber t^orflmirte bie 2 jährige (Sfeneration ald Siegel betrachten ju muffen. 2)ieie 
\Nnftc^t tourbe burc^ Sid^^off« ^luffaffung, bag bie Hylobius:: unb Pissodes^^rten eine 
bo))peUe Generation befägen, ftar! erfc^üttert. (Sic^^off lonnte ^id^ aber in be^ug auf feine 
Äuffaf[ung, roenigften« ^infid^tUc^ be« Hylobius abietis, nic^t auf auj5gebc!^ntere Untere 
ju^ungen in einem 9}abet^ol§ret)iere, fonbern nur auf eine oerein§eIte SBeobad^tung berufen. 
S)a^ in ein^Inen t^dQen, bei gflnftigen flimatifd^en SSer^dltniffen ufto., ber ^ungfAfer be- 
reitd im erften 3a^te, b. fj. im Sa^re jetneiS (Si^uftanbed auigfommen !ann, toirb neueiäHngd 
toieber burc^ Beobachtungen SRügtinS^) unb gud^ö'j belegt. ®egen bie Änfid^t (Sid)= 
^offd traten ^au^tf&d^lid^ 93orggreDe unb ^Itum auf, meldte bie ^ufrec^ter^altung ber 
feit^erigen '2ia^rtgen ä)enetation ju begtünben fuc^ten, ber erftere auf @runb älterer, ber 
le^tere auf (£(runb neuerer Unterfuc^ungen. 9}un erft erfolgten o. Oppend gu^tung^oer^ 
fuc^e, aui^ loeld^en bie oon o. fiips') unb gtmmer') jmar jc^on oeröffentlid^ten, aber üoO« 
ftänbig unbekannt gebliebenen, fel^r toic^tigen Momente ber langen £eben«bauer unb ber 
an^altenben Sort^flanaungdfä^igfeit be« ^fiferd erfic^tlic^ tourben. — $lltuin^) ^ölt Kir 
(Sberdtoalbe unb Umgebung (bei Siefemla^lfc^lagioirtfc^aft mit 93aumrobung) bie 2iä^ge 
Generation aU Siegel fefl unb nimmt folgenben (Sntmicfelung^Irei^ an: ©d^mSrmseit bedtä- 
fer« unb (Sierablage ^ril, ^ot. — £aroen oom ^uni ab bi« ^um 3uli bed folgenben ^a^red. 
— $er|)U^pung '^iittt 3uli bed ^»eiten Saläre«. — ^'äfer oon Einfang 9luguft ab; ftberrointe« 
rung unb ©c^toörmjeit im britten grül^jaftr. — §lud^ für einige ttjeft^jreuSif^e 9{ebtere (mit 
gleichen wirtfd^aftlic^en SJer^ältniffen) i^ bie 2iö^rtge Generation ate SRegel naci^gcmiefcn. 

Der Safer erfc^eint in mannen Sauren in au^erorbentlic^er 9)tenge auf ben 

|>ot§fd^Iögen (®eburt«ftätten) unb ßulturen (Srafeftätten). ©r fliegt tfic^t gern, \)avopU 

fäc^Iic^ nur gur Qtii ber 93egattung, ben)egt fid^ auc^ jtemlid^ träge auf bem Soben 

fort unb jie^t fid^ bei großer §i$c unb Sälte gern in SScrftecfe (®ra«, Sd^tagab^ 

räum, Srbe ujro.) gurucf. 

B. gorfttid^e« SSerl^alten. 

Da« 3nfcft fd^abet nur al« Safer burc^ feinen Stag an jungen Slabel^öljem; 
ber oben erttjä^ntc öaroenfral ift forftlic^ üoUftänbig glcid^gültig. Am liebften finb 

1) fieitfaben ber gorftinfeftenlunbe. 2. Slufl., 179. — 2) a. a. D. 62. — 3) «ereinl* 
fc^r. f. Sv 3. u. S^aturfbe. 1854, §ft. 18, 66; 1858, <gft. SO, 68; 1869, ^\t. 31, S; 1860, 
4)ft. 87, 48, — 4) 3tfd)r. f. g. u. 3ro. 1885, 219; 1890, 301. 



fiäiec: HylobiDB abieti«. 199 

bemÄäfwS— 6iä^rifle,ftänte(nbeSteferii unb gictiten, jeöot^ loetbenoui^iflngttt 
^flangm (fogat einjährige)') unb bun^aufi fi&fttge Setzlinge angegangen. Suioeilen 
beifiiiont et fefipft fteimlinge nic^t. Dieft bräunen pt^ an ben benagten Steßen unb 
htiden nm. Sugei auf ßiefet unb ^iäftt i^at man ben Safer auf Bäfwati':, ^EiOf- 
mout^dlteftr, ürtie, 3)ougIafie, Sitfafi^te, Zanne, Sär^e (gemeine 
unb ia;)ani{<^) unb fogot ^a^olbei frefftnb gefunben. Selbft Qaub: 
E(öf^T roerben nii^ betfc^mä^t. (£r ift namentü^l auf jungen (£id|en, 
in einzelnen ilfäflen ober audi auf SBeiben, <£rlen, iSirten, 99ni$e, 
IraubenKrfd^e, ^fel unb SRotbpm beobat^tet moriKn.*) 3m ffilfofe 
(§ogenau« Sbrfl) njurbe ber ftäfer in einem neugetobeten flompe fo« 
gar bei bem Slbbei^en Don BSud^enteimltngen, bic^t unter ben Sot^lf 
bonen, angetroffen (Uie^).') 

3n fa|) aQen ßfiUen jeigt fii$ aber ber Caub^oljfcal nur auf 
©t^Iägen, bie frütier mit Slabelfiotj beftodt roaren unb in Soub^olj 
untgemanbelt tourben, ober wd bem 9Iabe(t|ot) etnjetne Saub^oljarten 
beigemift^t finb. fluäi toenn bem ffiiitien|[^älroalbe Äiefem (afS ©<^ut= 
fiotj) beigegeben finb Dbet Ülabel^olgfulturen in ber Std^e Don Eic^en^ 
fc^älroätbcm fi(ö befinben, tritt aoiiblfoljfrafi ein. IJer 3ra| finbet, 
wie an Stabel^bEjem, buri^ plötfiged SuSfieflen ber Slinbe ftatt- Hn 
^elftem merben aber ni^t bie unteren ©t^aftteite, fonbem bie U btä 
Siä^rigeii Xtiebe befreffen. 

Srafeaeit: Wlai bi« September. 1)et 3"6 erffretft fii^ bei jun' 
gen ^ftonjen faft au3na^m«Io8 auf bie Winbe am ganjen S^öft; 
^en, gumal im unteren Xetle itber bem SBurjeltnoten, au ben €ften 
nnb fogor XagWürjeldKn. Sie 9linbe tvtrb in vläfigen (eibfen= btt 
b^'^nengrogen) SteQen bie auf ben Saft ober Splint audgefreffen 
(!lbb. 82). ^ie befallenen SteUcn belommen ein gnnbartigeS %u^ 
fe^en. toeil ibte jertiffenen Stdnbec mit :£iarj überlaufen. Sa bie 
ändere 91tnbeut(I)ic^t ftelä etmaä weiter auögenagt luirb ali bie 
Safttage, fo lann man ben ^vai glcii^fam ali einen ^aä)'inä)tn= 
förmigen bejeid)nen. Sei ftatlem grafie berühren fit^ bie 2BiinbfteDen 
oft fo, bafi getabejn dtingelungen entfte^en. Se^r tteine ^flänj^n 
toerben juiDrilen förmlii^ gefdiält Sie befreffenen $f(anjen tilm^ 
mern ficEitlit^ unb gefien bei ftartem ^xa%t (ingbefonbere bei 9iinget< 
frafi) ein. Slamcntlicfi ftirbt bie git^te oft unmittelbar narfi ben Än^ 
griffen ab, loeil fie (eine Si^eibeiitrietie jii erzeugen bermag raie bie «(g.«,, ota^ 
ftiefer. Su^ biefe unterliegt aber frilfier ober fpäter, mobei ^ufig "»n Hyiobio. 
nod) anbete, buri^ ben ffümmeruiig«inftanb ^erbeigelodte 3nfe!ten dn«' "b- 'g!*« 
mitniitfen. (nat »c. cdj. 

?(n älteren (übet Gjäbtigen) ^Ponjen bjin. StämmcEien benagt 
ber Ääf« nur bie l— Sjäbtigen Iriebe, weil t^m bie unlere ©djaftrinbe p V^' 
unb ^atf ift. 

l) §efe: 8bl> f- !>■ B*!' 3«. 1875, 6-10. — 2} «Itum: gtftfir. f. g, u. 310. 1880, 
«08; ogl. auc^ 1887, Sil. — fleliiifl: Xtfai. gtjrb. 1883, 87. — 8) 14. «et(. 6. ffitfoft- 
aot^rinflifi^en goiftoercins 1889, 33. — SM''- f- 9- "■ ^«>- 1889, 498. 



200 (^fted a3u(^. @(^ug gegen Siere. 

ätudna^mdtoeife ge^t ber gro^e braune Stäffelläfer au(^ an bie 3labttn jnnger 
liefern. @o fra^ er in ber Dberförfterei ®erttaufen^) in einer einjährigen Saat 
bie 9labe(n bon ber äßitte aud bid auf bie Safid herunter. S)ie oberen Xeile ber 
9labeln lagen am 3)oben. 

S)er t^rü^ja^riSfrag ift int atigenteinen bei tneitem uterflit^et unb fcj^oblu^er 
aU ber ©^ätfontmer^ bitn. $erb{tfra|. %u$na^nten foinmen aber au(^ hierin )9or.') 

SieblingSorte bei^ ^aferd finb frifd^ bepflanste, gro^e, fonnige ßa^Ifc^Iage 
in ber 9ta^e ber Sft^öljer; nantentUd^ folc^e, in benen bie @tö(fe gar ni(^t ober 
nid^t grünblic^ gerobet koorben ftub. @r tritt nid)t nur in ben Stabelmatbungen ber 
dbtnt, fonbern au(^ in ®ebtrgi^forften auf. 2)ie obere ®renje feinet Sorfommend 

liegt l^od^; in ben Sllpen fteigt er bid in ^d^enlagen stoif(^en 1600 unb 1700 m. 

^^euerbingiS l^at Dbetförfter äßenjeP) in Untemeubrunn (©ac^fen^^äReiningen) auf 
bie feinerjett fd^on k)on ^dntg*) gefingerte iSnftc^t jutücfgegriffen, bag ber 9ift{fe(!afer feinen 
toefenttic^en ©ommeraufent^alt in ben ^onen ber alten ^^aDel^oI^bäume unb nur ^ufaflig 
unten am ^oben im 92a(^rou(^fe l^abe. äJlen^el ge^t babei üon ber ^eobad^tung aud, ba^ 
bie auf natürlichem 9Bege angeflogenen $flan^en dom 9tüffe(Mfer nid^t angegangen merben, 
bag ft^ biefer oietmel^r nur an bie infolge ber SSerfe^ung in einen ^äniltt^feitdguftanb 
geratenen ge|)f{an$ten grici^ten ^ält. ^ie (^(örung für biefe ^aobad^tung flnbet 9)1. in ber 
einnähme, ba^ Uylobias nac^ bem $erlaffen ber $u|)penmiege ober beS 9Sßtntertager§ bie 
93dume erfteigt unb in bereu l^ronen oon ' ber SRinbe ber iüngeren 3^^ig^ f^(^ ernähre. 9e» 
lange nun ber ^äfer gegen feinen äBiQen bei ber t^fittung ober burd| ^tnb 5U ^oben, fo 
merbe ed il^m in ben natürlichen SSerjüngungen leicht, burci^ ^eftetgen eined anberen Idanmed 
bie eigentliche gemol^nte 92a^rung n^ieber ju eneic^en. Seim ßa^Ifd^Iage fei i^m ba^ 
ntci^t o^ne »eiteret mOgltd^; er ^aüe ftc!^ bed^alb an bie i^m auf ber ^o^lfl&c^e entgegen« 
tretenben Iränfelnben Shilturpflan^en. — 3u ben S3eoba(^tungen unter ben 9ionnen= unb 
Äiefemf^)innerleimringen finbet, foweit (öad^fen in grage fommt, bie 3^eone SKenjelS 
leine ©tüje. 

2)ie koirtfd^aftlic^e Sebeutung bed großen braunen Stüffetfaferd ift eine 
augerorbentü^ ^o^e. @r gehört ju ben 00m ^al^lfc^Iagbetrieb groggejogenen Siit< 
turfc^dblingen unb fteQt in allen 9labeI^o(iforften ein c^ronifd^ed Übet bor, beffen 
un^eitoofle SBirfung fid^ um fo me^r geltenb maäji, ie me^r bie Stodf^oljnulung 
iurücfgegangen ift. 

3)ie t)om Süffetfäfer berurfad^ten SSertufte fefeen fic^, mie beim SRaÜafer, au« 
bem jutoeilen bad äße^rfac^e ber einfachen ^Iturfofien betragenben Slufföanbe für 
bie 93eftanbe§begrüubung , an^ ßutoad^doerluften unb Stüdgangen ber SBobenlraft 
jufammcn. 2Rit loeld^em ©efamtbetragc biefe Serinfte jä^rlic^ ju oeranfd^Iagen finb, 
lägt fid^ nic^t annätiemb ermeffen. %ber fc^on bie ^unberttaufenbe oon SRarl, bie 
nac^ ^uiSkoei^ ber amtlichen SD'litteitungeu ber Staat^forftoertoaltungen für @ain« 
mein ber ßäfer unb anbere 3(bn)e^rmagrcgeln jä^rlic^ ausgegeben merben, roeifen 
auf bie Oröge be§ »lüffeKäfcrfd^abcn^ ^in.-'^) 

C. S3e!äm<)fung. 
a) iBorbeugung. 

3)ic üorbeugenben SKagregetn muffen einerfeitS barauf gerid^tet fein, bem ßä* 
fer möglit^ft toenig geeignetes ©rutmateriat barjubieten, um bie SKaffenoer^ 

1) 8ielalo»«i: Stfc^r. f. g. u. 3m. 1906, 264. — 2) 9SgI. Äeefe: 3). gorfi^Stfl. 
1907, 1. — 8), «Ilg. Sf. u. 3.:=8tg. 1912, 88. — 4) 2)ie SBalb|)|lege ufw. (Sotfto 1849, 
106. - 5) SSgl. »ccf: X^ar. 3^rb. 1909, 60. 83b., 27. 



ßöfet: HylobiuB abietis. 201 

me^rung ju Dcr^tnbern, onbcrerfeitÄ befielt i^re Aufgabe borin, burc^ geeignete Sc^ 
trieB^magna^men benßäferfd^aben^uberminbern. SSon biefen ©eftd^tdpunften 
and finb folgenbe, teiti^ forfttoirtfc^aftlic^e, teite bireft abme^renbe äRalregeln ju 6e^ 
atzten : 

I. grorfttotrt?(!^aftIi(^e aiagnal^mcn. 

1. (Srfinbltd^e @to(f^ unb SBurjelrobung im Slabetoalb, um ben $ bad 

S3rutmaterial mögltd^ft }u f^mälern. 2)tefe Sorbeugungdma^regel ift bie mid^tigfte. 

Sd em))fte^(t fic^ nic^t, bie Kobung fofort nad) bem (Sinfd^Iage, fonbem erft bann 

borjune^men, menn bie SBurjetn mit 93rut befe^t ftnb. 2)ie Stodrobung tritt ba^ 

mit in ben Dienft ber Vernichtung unb SSerminberung be« SlüffcKaferbeftanbeS, bor* 

ou8gefe|t natürlich, bafe fie rec^tjeitig, b. ^. bor bem Äudlommen ber JRüffelldfer^ 

brut erfolgt unb bag für balbige^ Slbbrtngen bed aufbereiteten ©tocf^olied aud bem 

SBalbe ©orge getragen toirb. Unterfteflt man, bafe ber größte leil ber Safer nit^t 

im Sa^re ber Siablage, fonbem erft im nac^folgenben audlommt, fo ift baran feft« 

ju^alten, bie Stodrobung möglid^ft bor ßnbe bed jmeiten SSinterd ju tx^ 

lebigen. Sin im SBinter 1912/13 geführter ©d^Iag »irb alfo om beften in ber 3cit 

ab September 1913 gerobet unb mufe big fpateften« Snbe SRär^ 1914 gerobet fein. 

$ie gtüdfic^tna^me auf fofortigen äBieberanbau ber @ci^(agf(äd)e ober auf 93efömp^ 

fung ber murjelbrfitenben ^^lefinen fann }u früherer SSorna^me ber SRobung jmingen. 

^0 bie ^aumrobung eingeführt ift, ttttiitxt bad iRoben natürlich ben eben ermfi^n« 
ten d^arattet ali ^erttlgungdmagtegel unb tctrft bann (ebtglic^ boibeugenb burc^ (Sntjie^ung 
ber ©rutjtötten. 3m ©iublicf ouf ©rünbltc^feit ber (gntfemung be« »rutmateriale« ift bie 
^Qumrobung bet g-äQung in SSerbinbung mit !)terauf folgenbet Stocfrobung too^l botju» 
jie^en. ©elbftöeiftänbltc^ bürfe n hierbei bie öom Stamme oot beffen ©utf getrennten langen 
Seitenmuc^eln nic^t im )Bobcn belaffen, fonbem muffen befonberd ausgegraben merben. 3n 
Reffen unb 92affau, mo bie ^aumrobung fc^on lange üblid^ ift, mirb roeniger über dtüffel- 
täferfc^aben geflagt a\§ anberiuart^. 

Um ber ©tocfrobung bie äBege f^u ebnen, ift bem 9[bfa|e bed Stod^oljed fortbauemb 
bie nötige «lufmcifjamfeit gu fc^cnfen.*) 3)ie Slbgabe an grögerc «Ibnc^mcr, 5. 83. ^ö^ler 
unb an ©elbftgewtnner, ift nad^ iRögli^feit ju begilnftigen unb ju erleichtern. 

9Bo eine Doßftdnbige ©todrobung nid^t bur(]^geffi^rt merben Tann, 'ift, fofem boben<» 
|>fleglid)e (Srünbe nid^t entgegenfiel^en, menigftenS bie (Entfernung ber flai^Uegenben ^aupt: 
murjeln ber S^abel^oljffcöde anjufheben. 

aWerj*) (SBürttemberg) ^at fid^ ba, njo hai Siobcn ber @töde ni(^t angetoenbet wer» 
ben lonnte, bomit geholfen, bie ©töde fo tief »ie möglich in ben 58oben hinein entrin- 
ben ffVi laffen. ?lu6erbcnx lieg er bie @töde bid mit (Steinlo^tentecr beftreidjen. Slnbcre 
^aben berfu^t, burt^ tUnfo^len ber @tade ober burc^ Übererben berfelben bie Eiablage 
iu berl^inbem. d^ne grdgere |)raitifc^e S3ebeutung ift aU biefen Sorfe^rungen nici^t bei^u« 
meffen, meil l^ierbei im roefentlic^en nur bie oberirbifc^en, b. ^. bie nur audna^mdmeife mit 
S3rut belegten Xeile ber ©töde, nic^t aber bie SBurieln, bie beüorjugten ©rutftätten, ge- 
f^ü^t merben. 

2)ie 4emtf^e gabrif gtörS^eim, Dr. $. 9JörbUnger, bringt neucrbing« ein ^Präparat 
„2)ibHn" («Preis 3,5 kg « 3,80 2»!.) in ben ^anbel, ha» in berbünnter (lOJprojentiger) 
£0fung auf bie ^b^iebsjläc^en b^m. auf bie freigelegten unb entrinbeten SBurjeln ber frifc^en 
92abe(^oljftöde geftric^en merben unb bie S^uffeUäfer bom $lbtegen ber ®ier an ben fo ge« 
fc^üjten ©töden abgalten foH. ^inreidjcnbe (grfabrungen über bie SBirffamfeit beö 3Jattelg 

1) »gl. bie „bie ©cWmpfung be5 gic^tenrüffelMferS Hylobius abietis ufm." betr. ®ene* 
raloerorbnung beS fädif. SinanäminifteriumiS öom 14. 3aii. 1901 (X^ar. 3^rb. 1902, 286; 

gorflm. 3bl. 1906, 170). — 2) ailg. g. u. 3-8tg. 1887, 443). 



202 Srjiei» ^nö^. @(!^u^ flegen Zittt. 

liegen nod^ ntc^t t>t>x. W>tt feI6ft menn ed ftd^ ben>a^t^etten foSte ^), bag bie mit 5bijfixn 
beftttc^eneit @töde dorn SRüffelTöfet gemteben merben, büTfte beni S^ittel eine gxi^gere $ebeu« 
tung beS^atb ntc^t beizulegen {ein, n^eit bet ^afer bann anbereiS, für ben SSirtfc^after tDenigei 
leicht zugängliche^ unb tontroHietbated Srutmaterial ouffuci^en unb mit (Siern belegen uHrb. 

Xro^ i^re§ äBerte^ barf man ftd^ aud^ t>on einer fauber unb energift^ au^ge^ 

führten @to(t unb SBurjetrobung eine bie Slüffelfäferfrage abfteüenbe SBirfung nitftt 

üerfpret^en. S)ie in ben natürlid^en SJcrjüngungen unb in ben burc^forjteten S5e? 

pänben öerbleibcnben ©töde unb SBurgeln bieten bem Safer nod^ l^inreid^enbe SBnit* 

gelegen^eit, tuenn fie qu(^ feiner ÜKaffenöerme^rung n\6)i in ber SBeife SSorfc^ub 

teiften toie bie im S3oben tjerbleibenben Sfteftc ber großen Sol^Ifc^Iagbeft&nbc. 

2. SetriebSart. ©elbft toenn bie oben (@. 200) ernjo^ntc «nftc^t t3on ber 
gmmunität natürlid^ angeflogener $flanjcn gegen JRüffellöfcrfd^aben einer ©in fc^rän^ 
lung bebarf, muß bie natürlid^e Verjüngung fd^on in Änbetrad^t beS üon i^r ju er^ 
^offenben ^ßflanzcnreid^tum^ afö bie für bie SBerptung größerer Siüffelldfcrfc^äben 
geeignetfte SSerjüngungdioeife begeid^net merben. 

9Bo fie aud irgenbmeld^en ©rünben nic^t am $Ia|e tft ober bie SSirtfd^aft im 
Äalilf^Iagbetricb bie öorteit^aftere Setrieb^toeife erblidt, empfiehlt \iä) bie Sü^ning 
fd^malerSc^täge an ©teile ber ®roßflad^enmirtf(^aft. 3luf ben großen bjtu. breiten 
©c^tägen mirb bem Sftüffelfäfer baS ®ef(^öft ber gort^flanjung nur erleid^tert, »ö^^ 
renb Meine ©d^togflöc^en ber ÜKaffenoermc^rung unb bem Säfcrfc^aben um fo melir 
entgegentoirfen, in je größeren 3^^M^cn^öumen fie inncrl^alb be^ cinjelnen ^ieb§* 
jugeiS aneinanbergerei^t merben. 

S)ag bebingt bie Sinric^tung einer fogenanntcn SBed^fctfc^Iagtoirtfc^aft^ 
in ber Art, baß fic^ ber 2lbtrieb in einem ^ieb^jugc nid^t aHjätirUd^, fonbem erft 
ettoa nad^ fünf unb me^r 3ö^ren fortfe^t. 2)ie gorberung eine« noc^ längeren S^^ 
raum§ (©d^ulemann*) verlangt je^n 3öt|tcl) ift roo^I gut, aber etmo« weitgc^enb 
unb meift nid^t erfüllbar. 

3)ie ©urc^fü^rung be§ aud^ au^ anberen ©rünben anjuftrebenbcn ©c^lng^ 
toec^fete ift aber nur beim SSor^anbenfein einer auf ©d^affung bieler f (einer 
^ieb^jüge bebac^ten äBatbeinteilung mögtic^. Sal^Ifc^Iagtoirtfc^aft in t)om 
atüffeHäfer gefä^rbeten ^efern^ unb Sid^tcnret)ieren feftt bie ©itbung Heiner ©tebs^ 
güge um fo me^r öoraud, je weniger ber unter 1. genannten gorberung ber ©tocf« 
unb SBurjelrobung na(4gefommcn toerben lanu. 8Bo bie ßa^l ber ^iebögüge be* 
ft^ränlt tft, taffen ficfi große ©erläge nic^t umgeben. 6te finb bann richtiger aU 
mehrere furj ^intereinanber folgenbe fteine ©^läge. 

3. ©^lagru^e. S)ie Slbfi^t, ben einer ©^(agftäd^e §un)anbcrnben Srutläfern 
unb ben auf i^r im näd^ften 3a^re auiJfommenben Sw^fl^öfcru fein noc^ fc^ma(^* 
lid^e« Sraßmaterial in unmittelbarer 9?ci^e ber fflrutftätten ju bieten, ^at bie forft? 
lid^e 'jßrayiS bietfac^ veranlaßt, btc ©d)tagflöd^cn mclirere 3^^^^^ unangebaut liegen 
ju laffen. Unter anberen {)aben fi(^ aud^ Slltum, Sorggrcüe unb bon Dppcn 
für 1— 2jäf)rigcö Siegeniaffen erllärt. 

Sinjä^rige ©cfilagru^e ift im allgemeinen auc^ empfel^tendmert, meit fic^ bie 
Ääfer auf ben frifc^en ©dalagen fammeln unb etwaigen fofort nac^ bem $ieb ou§^ 

1) SSgl. ^. gorft=3tg. 1912, 799. — 2) 9Sgl. bie oben angebogene (Seneratoerorbnung 
bed f&c^fifc^en f^tnan^miniftenumS. 9hc^ bie(er foH ber nöc^fte fic^ unmittelbar antei^enbe 
ober aud^ in größerer 5Raljc licgcnbe S(f)tag minbcftenS erft in 6—6 Sauren geführt wer« 
ben. — 3) gtfc^r. f. g. u. 3tt). 1878, 544. 



reifer: Hylobius »bietis. 203 

geführten ^ftanjungen (eid^t erl^eBlic^ fc^blic^ merben. 3)ie einjdl^rtge ©d^Iagrul^e 
mad^t ftc^ ja fc^on otetfac^ auiS ®rünben ber ^oljabbringung unb gonj befonberiS 
bort notmenbtg, n)o bie Stobung ber Stöde mit Stüdfic^t auf bie 93elam))fung bed 
Stuffelfäferi^ erft im ^erbft nac^ ber @d^(agfü^rung borgenommen mirb. 

8tnbererfeit$ ift aber bie gforberung man^er gorftwirte, btc ©c^Iagflöc^en bret 
unb me^r Saläre, b. 1^. folange unfultibiert ju tajfen, bi^ bie SSertoefung ber ^ux^tU 
refte jenen ®rab erreicht l^at, bofe fie üom Röfer nid^t me^r mit 95rut bc(egt werben, 
ober bis fomo^I bie 93rut^, aU aud^ bie neuen ^äfer berfc^niunben finb, atö burd^« 
aud uniioedmä^ig ju bejetd^nen. 3)er mit einem fo langen Siegeniaffen ber ©(^(äge 
berbunbene gutoac^Sberluft unb bie unoermeiblid^e S3obenberangerung miegen fd^merer 
aö felbft Isoliere 5Rad^befferung«often.^) «ngefit^t« ber üanglebigleit beS «üjf elf öf eriJ 
ift ber bei ber ©c^Iagru^e fid^ abfpielenbe SBettfampf jtt)ifd^en SBirtfc^after unb ftafer 
ja au(^ jiemlic^ jtoedlod unb um fo meniger gerechtfertigt, atö burd^ ba^ bto^e £ie« 
genlaffen ber ©c^Iage bem StüffeUäfer feitend bed SBirtfc^afterd nur pafftoer SBiber? 
ftonb geleiftet, für bie aftibe iJSemi^tung bt^ Sc^öblingd aber nic^t ba^ geringfte 
getan toirb. • 

93o intenfibe @tod^ bjU). Saumrobung ftattfinbet unb bem oben unter 2. ge= 
forberten ©d^Iagniec^fel l^inreid^enb 9te(^nung getragen merben lann, erfc^eint jebe 
@c^(ogru^e namentlid^ bann überftüffig, menn nic^t gepf(anjt, fonbern gefät 
wirb. 3Ran barf btefen festen Safe in bem SKafte öeraUgemeincm, in welchem bem 
Slüffelläfcr mit bem wirifamen ©elämpfung^mittel bed ©ammeln« rationell ju Seibc 
gegangen mirb. 

4. ßu(turmet{|obe. Z)ie$rapd beoorjugt im aKgemeinen bie $f(anjung 
mit Irdftigen, berf d)u(ten $f(an}en, obgleich bie @aat namentlich bed größeren $f{an< 
jenreid^tumiS megen, teifö aber auc^ aud bem @(runbe borjujie^en ift, meil junge 
Saatpflanjen jmar meniger aud^Iten, bom ^öfer gemö^nli^ aber aud^ biet meniger 
angenommen merben. SäaQen^ uub $figelt>flaniung finb befonberd empfe^teni^mert. 
bon Op|)en gibt (für Sichten) ber 9üf(^elt>flan5ung ben SSor^ug^mobei aber me^r 
atö 2—3 ©tüd JU einem SSüfc^el bereinigt merben fotten. Slörbtinger') uub $ei* 
nide') enH)fcf|Ien |)crb)t^)flanjung, ba bie Srü^ja^rSpftanjung leicht in einen ben 
ßafer anjie^enben, fd^mat^tenben Suftanb berfaUe, bie l^erbftpflanjung aber ju einer 
bem StüffeUafer unf^mpat^ifc^en Sr^ärtung ber 9linbe fü^re, boraudgefe^t natura 

lic^, ba6 ber Singriff nic^t fc^on im ^erbft erfolgt. 

^UiS na^eliegenben ®rünben ift meiter auf ben SBert üoruberge^enber lanbrotctfc^aft» 
lieber ^enu^ung ber 8d)tagfla(^en l^ingutDetfen; nur ^at biefet ^tnmeid unter ben gegen^» 
mftrttgen Serl^dltniffen me^r nur alabemifc^e SBebeutung. Xer SBert lanb&trtft^aft liefen 
Sroifd^enbaued beruht befonntlic^ in ber f^ierburc^ bebingten ^obenloderung unb dbitfemung 
ber ^Tutftötten bed @c^abUngd. 

^ag ^flanjung mit fräfttgen Derjd^ulten $f(an^en ber Sernienbung ((^mäc{)(td^er ©oat^ 
pflanzen oor^ujielien ift, liegt auf ber ^anb. i^r&ftige ^flan^en finb ni(^t nur totberftanbd« 
f öliger, fonbern feilen aud) bie erlittenen ^efd^fibigungen (eictiter oud a(d ^mmerlinge. — 
^aQenpflanjung jc^lögt überhaupt fieserer an als ^flan^ung mit baQenloien 8e(lingen. — 
^nmenbung ber ^üjdiel^flan^ung ift 5U niiberraten; ber größeren ^iberftanbSfä^tgfeit gegen 
8ftüf{elfafer|(^aben fielen bie belannten ^lad;)tt\\t in ber (Sntn^tdelung ber ^üjc^elpflan/^en 
gegenüber unb ma^en ben ^43orteiI bed Sl^erfd^ontbletbend einer größeren Sltijal^t k)on ^flan^en 
leicht illuforijc^. 

1) ©icbermann: Btjc^r. f. fj. u. 3m. 1885, 693. — 2) fic^rbuc^ beö gorjUc^ufte«. 
«erlin 1884, 169 u. 170. — 3) §iag. 3r. u. 3.=3tg. 1858, 464. 



204 ^ta "Bud^. @4u( gegen Siere. 



II. ^ireft aBtoe^tenbe äRaBno^men. 

a) @c^u| ber ein je (nett ^ftanje burc^ 

1. Seimen. Z)ie ^jSflansen tperben Dom äBurjetanfa^ 6id jum erften ober jmeiten 
Xftquirl mit Slaupenleim ober Xeer befiri(^en. 

3um Sluftragen bed Seimd ftnb fteine dürften (9[uftrag6ürjien fftr @tiefelfd^miere) ge» 
eignet. 93ei ju btctflüfftgem £eim empfiehlt ftc^ Serbünnung mit 9Htb« ober Setndl, feinet« 
faQiS mit $ettoteum. ia^ Seimen ^at fofort bei ber £uItuiauiSfü^rung ju gefc^e^en unb 
ift nad) ^ebarf §u mteberl^olen. 

Witt buTc^f(^tagenbem Erfolge »urbe bad Seimen (1890) Don Oberfdrftec iSilerd in 
ber DberfOrfterei 2tbenau (9^eg.«93ej. ^oblenj) angemenbet^) ^ie Soften betrugen für bod 
Befireid^en Don 26500 $flanjen btd ju V, i^rer ^d^e im ganzen 20,26 Tll, moDon 6,65 "Sftl 
auf 9(n{auf unb 2:rand^ort bed Seimd entfallen, alfo fflr 1000 $flanjen im 3)ur(^f(^niU 
79,4 $f. (Sine geraubte 9(r6ettenn lann etnia 1000 $fianjen für 75 $f. leimen. — (SUi^ 
günftige Sficiultate ^atte bereit« gforjtrat grefe") (feit 1888) in ber Dberförfhrei ^rt^berg 
(9}eg.'')Be5. ßoblenj) erhielt. S3ei einem grauentagelo^n Don 90 <ßf. ftettten ftd^ bie ttofien 
beiS Seimend auf 40—50 $f. für t>a§ Xaufenb Dierjäl^riger, Derfc^ulter flK^tenpflanjen unb 
einfc^L be3 ÄeimDerbrau^« (1/2 kg ä 30 $f.) auf 76-86 $f. — ^aä^ ©aj (^iilbcd^eim) 
betragen bie Äojien für 1000 ©tüd etma 1 mi 

«u4 gorftmeifter ©arttüic^») (togl) »enbete bOiB Seimen (1896) mit (Srfolg an. 
Um ben ^rag unterhalb be« $lnftrid(|ed ju Dertfinbem, lieg er um jebed $f(finj(^en eine 
etn>a 8—5 cm tiefe ST^uIbe mit bem Singer graben, ben barin beftnbli^en @tammteil gleic^s 
faHiS leimen unb bie ^ulbe hierauf wieber jufütten, bie SBurjelftöd^en fogar ttmaS an-- 
^fiufeln. ^er 9(nfhicl^ erfolgte bi« etwa 8 cm unter bem ©i^feltrieb. diu geübter Arbeiter 
tonnte in einem Xag (ju jeljn ^rbeit^ftunbcn gerechnet) 400—500 breijftl^rtge gfidjtenpflansen 
mit 9{au|)entetm Derfe^enl'unb mit dtht anhäufeln. — künftige (^al^rungen mit bem Seimen 
merben auc^ aud ber |>reu^if(i|en Cberförfterei X^iergarten^) gemelbet. Son ben geleimten 
^ftanjen würbe leine einzige Dom ftöfer befreffen, w&^renb bie nic^tgeleimten faft fämtlid^ 
angenommen würben. SOtan leimte jweimal im 3a^re, im ^ril unb 3ult. ßojtcn (1899) 
für 1 ha etwa 16 Tll SetmDerbrau(^ 16 kg. 

Sei ^^abeH^oI^flanjen tfat fid^ ein nac^^teiligei: QHnflug bed Seimen« nur bei fd^wac^en 
$f[an^n gezeigt; fraftig entwidette, in Ioderem@tanb erlogene @aat!amppflan§en unb Der« 
fd^ulte $f(ansen (eiben nici^t. Saubl^otj^eifter, bie man burc^ 9(n(egen einedXeer« ober Seim« 
ringe« am Sfuge be« Stämmd^en« Dor bem ^efieigen burc^ ben 9{üffelfcifer f^ü^en wiü, 
finb em^)finbli(!^cr; bie oben (©. 191) bei Strophosomus obesus angegebenen 8orfic^t«ma6^ 
regeln Derbienen bann ^eac^tung. 

3n neuerer Seit wirb ein Don Äarl ^o^Imonn in ©orbat^ (3Balbcdf) unter bem fla- 
mcn „^roteftin" in ben ^onbel gebrad^te« ^nftrid^mittel aW wirffam cmpfol^Ien.*) Der 
flnfirid^ erfolgt beim Su^pflauj^cn, barf nid^t ^u bünn gefd^e^en unb loftet für lOOO^ßanaen 
2,60 SR!. (SWaterial 1 kg ??rote!tin = 1,26 m. unb Arbeitslohn). 

2. «nf atfen ber ^iPflanjc auf 10—20 cm ^ö^e. 

i)a« Knfalten wenbete ^^orftmeifter Xrump (Stu^^au« in 2:]^üringen) mit ftc^t» 
liebem dhrfolg an. Da« halfen Don 1000 ^flan^en !oflete 1,60 ^m. @« bewahrte fic^ ou(^ 
in ber ^ffif dien Oberförfterei S^tebero^men, femer im(S)iegener grorftgarten, fowie in 
^öl^men. Soften für 1 ha 5— 7 SRI ^ei f^wfic^Uc^m ^flanaenmaterial ^at e« Dor bem 
i^eimen ben Sorgug ber Un{d^ftblid)leit %t«weilen fe^t man bem ßallbrei etwa« Seindl ^u 
(20 1 ÄoIIbrei, l 1 Seinöl). 

5. Slnfd^Iämmen ber ^flanjen mit einem Se^m=^ ober lonbrei. 

Der 5Brei wirb mit einem ^inrcid)enb großen ^oljgefäj angerührt, baß er etwa bie 
ftonftften^ üon SRartel annimmt. Die ^flanjen werben Dor bem (Sinj^flanaen bünbelweife 
unter Schonung ber 'Iriebj^i^en eingetaud^t. 93ei bereit« fte^enben ^ffanjen wirb ber Sd^uf* 

1) Slltum: 3tfc^r. f. %. u. 3w. 1890, 765. — 2) Daf. 1892, 640. — 3) 8bL f. b. 
gef. gw. 1896, 112. — 4) Daf. 1900, 498. — 5) Kammer: «Ilg. Sf- n. 3.«8tg. löl», 
364; goritw. Sbt 1913, 624. — Sfröfe: D. Sor^=3tg. 1913, 855. 



ftdfer: Hjlobias abietis. 205 

mantel einfach bur(^ Slngiegen ber JOe^mbrü^e ^ergefteüt. ^er er^örtenbe £el^m btibet einen 
6—6 SWonate »itflam bleibenben ©c^u^. SRad^teile für bie ^flanje burd^ bie ße^mftufte 
finb ni(^t bemerft morben. 

i)Qd neuetbingd butd^ SRat)^) em|)fo^Iene ^nfd^Iämmen tourbe bereite 1858 bon ^ei« 
ntde') m\t^td)t als hxau^hax bejetc^net. (i& f^cA ftc^ aud^ auf bem ^teiSbener Steüier 
je^T gut betD&l^rt. ßo{len bort für 1 ha 8—12, burd^fc^mttlic^ 10 3Rf. (bei grTauenarbeit 
unb 1,70 mi Xagelo^n). 

4. UintDttfetn bc8 $flanjcnfci^öftc^en§ mit SB erg.') 

%Q^ äBerg i|l bon unten !^er big über ben erften ober jmetten OutrI loder, aber bo^ 
fo bid^t anzubringen, bag ber gef%bete Sc^aftteil DoHfoninien bebedt ift. ^ie $flan^n 
finb ber SSerbiQigung bed SBerfal^reniS toegen am jtuedfmdgigften bor bem (^nfe^en §u ber^^ 
toergen. Soften für 1 ha 24 mt SSergbebarf für looo ^ßflanjen 10 $funb. 

5. Umgeben bed ^flanjenf^öftc^end mit ber ))om f^örfter Sergner lonftruierten 

^iefe befte^t au« einem 6—7 cm l^o^en Sitittte^j^linber, ber oben ret^tminfelig ah* 
gebogen unb unten auiSgejäcft ift. ^ie ^bbiegung foQ oer^inbem, bag ^äfer Don oben 
^ereinMec^en; bie unteren, ß^c^en geben ber in ben Soben eingebrüdten ^ülfe ben nötigen 
^alt. S)ie $ütfe ift ber Sänge nac^ aufgefc^nitten; fie toirb ettoaiS au^einanbergebogen, um 
baS ^flanjenftömmd^en l^erumgelegt, roieber gefc^Ioffen unb etwa 1 cm tief in ben ©oben 
eingebrüdt. — Unbrauchbar, »eil oiel a« teuer: 1000 ©tüd 6 cm ^o^e hülfen 18 SRI., 
7 cm ^o^e 28 mi, alfo 1 ha bd 6'i00 ^flan^en allein aRateriaHoften 108—138 m. »e^^ 
gugdqueüe: Gabler-Suff enl^oufen (Württemberg). 

b) @d^u^ ber ganzen Suüur burd^ 

1. 3fo Ix ergraben. S)a btefe ©toben glcid^jettig aU ganggraben »irlen, fie^e 
unter „SScrtilgung". 

2. Semetbung ber gefö^rbeten ßulturen mit Schafen. 

2)em 5urjeit nur fetten in gtage lommenben Sd^u^mittel werben nad^ früheren unb 
neueren '^) (Srfal^mngen günftige (Srfolge nac^gefagt; bie SRüffelläfer fliegen bie betoeibeten 
gläc^en angeblich wegen ber ^u^bünftung ber ©c^afe b^to. wegen ber fd^arfen Q^fremente. 

3) 93eftreuen ber S^Ituren mit £alf|)ult)er: toertlod. 

in. ©d^onung ber ?RüffeIfäferfeinbe. 

3n gragc lommen: gud^«, Slaurade, firä^cn, Star ufm., lurj alle infeltenfref* 

fenben Sauger unb SSögeL 

^ie in ben 9HiffeIfäfern bjw. beren Farben borfommenben $arafiten ent^ie^en fid^ 
unferer Seeinfluffung. gud^iS") fanb, bag eine SSef^e Bracon brachycerus Tboms. ganje 
S3ruten ^erftDrte. 

b) eertilgnttg. 

SBie beim äRaitäfer befaffett ftc^ bie beim 9tüffeIIäfer gebräuc^ßd^en SSertil^ 
gung^ma^tegeln ^auptfäd^Iid^ mit ber SSemic^tung ber $&f er. 9hir toentge praltift^ 
jtemfic^ beTanglofe SSerfa^ren gelten ber Sarbenbertilgung na^. 

I. Vertilgung ber Ääfer. 

Sie erfolgt burd^ Sammeln ber Safer mit ^tlfe bon gangüorrid^tungen 
ober burc^ Eintrieb infeftenfreffenber Itere (4)ü!^ner) in bie befallenen Sd^tage. 
1. Sammeln ber Safer. ÄK gangmtttcl finben Äntnenbung: 

1) Stl^r- f. S- U. 3W. 1902, 112. — 2) Mg. g. U. 3.^8tg. 1868, 464. — 3) 
©ornf^u; gorftw. 8bl. 1908, 46. — 4) gürft: 5)ar 1904, 646. — 6) DSwalb: 3). 
gorft--3tg. 1911, 204; tjgl. auc^ baf. 1911, 145. — 6) ^Jiaturw. 8t|^r. f.g. u.firo. 1912,64. 



206 d^fted Sdud^. @(^u^ gegen ^iere. 

a) S^nggraben. 3Ran nennt fte furj^in 9tüffe(Iäf ergraben unb famt fte 
in Sfolierung^^ unb 2)ur(^fd^neibttngggraben trennen. 

S)ie 3f(^ii^^9^^^^n \^^^^ ^^9^ unt bie nod^ nid^t tultimerten Schlage bgto. 
^tturen geffil^rt werben, um biefe t)on ben angrenjenben Kulturen ju ifotieren unb 
jugletc^ bie innerl^alb ber ifolicrten lerratn« auÄfontmenben ßäfer, wenn bicfc fort* 
wanbem wollen, ju fantmcln. 3)te ^urd^fd^jtetbungdgr&ben hingegen merben 
Mog sunt Qtotit bed Sangei^ mitten burd^ bie ©d^Iöge geffil^rt. 3n Sbftönbett t)on 
je etwa 10 m bringt man ganglöd^er öon 10—15 cm liefe auf ber (Srabenf ol^Ie an. 

9(m meiften em|)fte]^It ftc^ bie Sniage oon gfoliergraben um bie frifc^en 
©d^Iagflot^cn mögli^ft jeittg im ^xü^\a^x unmittelbar nad^ bem ^iebe. Sei Ion* 
fequenter Sortfe^ung biefeS SSerfa^ren^ finb nac^ einigen Salären au^ aDe Kulturen 
ifoliert. 3)ie Oraben finb fleißig fju reöibiercn unb jeitweife ju erneuern, j. S3. nac^ 
ategengüffen unb ganj befonber« im ©ommer be5 i^weitcn 3^^^^^ bor bem (Srfd^eincn 
ber S^ngföfer. ^ie in bie Söd^er gefallenen ßäfer foKen, wenn m5gli(^, tdgli(^ 
einmal gefammelt werben, weit fie (jumat in fanbigen 93öben) nic^t nur an ben 
SBönben em))orftettern, fonbem aud^ im Soben aufftetgeri, um ftd^ ^u befreien. 3^' 
nacf *) empfiehlt 60 cm tiefe, mit einem letterbo^rer l^ergefteflte gangtöc^er. &utt 
(Sr^altung oorau^gefe^t, erfpart man burd^ fo tiefe Söc^er ba$ Studfammeln, ba bie 
ßdfer fi^ aix^ if)nen nic^t l^eraudjuarbeiten vermögen. 

Seiber Ia|t ftd^ biefed im allgemeinen rec^t wir{fame äRittel in ftetnigem ober 
(ofem Soben, an fteilen Rängen ufw. ni^t anwenben. 

3n bejug auf Se^anblung unb 2)imenftonen ber ®rfiben wirb auf @. 160 
üerwiefen. 

übet ben SSBcrt fold^er ®räben unb bie S^it bei Anlage ^aben in ben 1880er 3a^ii 
enbtofe i)ebatten ftattgefunben. (Sic^^off l^ölt nic^t Diel t)on ben Gräben, ba er an« 
nimmt, hai bie meiften ^dfer, welche ^hineingeraten, bereites abgelegt l^oben. @l. t). Dpf>en 
^atte in feinem i)ien{tbe5trf feine (^elegenl^eit, ®raben anzulegen. SorggreDc*), ^afd^en*) 
unb i^ufe^) finb für ^rü^jal^ri^gräben. Später f(^[og fid^ au(^ ^ttum biefer ^nftd^t an, 
naddbcm er früher fe^r entfc^ieben für ^erbftgrdben*) eingetreten tüor. 

3n ber gorflinfpeftion ®oli6 (2)2ecflenburg) würben (1882) in einem einzigen gangs 
Io(i^ (aQe lO m war ein foI(^e^ auf ber (S^rabenfol^Ie angebrad^ biiS 1200 ftfifer gefangen. 
2)oned^) berichtet, bag im Wtai 1883 au9 ben f^anglöd^ern eineiS 180 m langen ßfifer^ 
grabend wenige @tunben nad^ üoQjogenem Belegen ber f^angtöc^er mit frif(^er 3ri(!^tennabe 
10000 iiMfer gefangen würben. Soften ber ®raben (hti 25 cm Breite unb 20 cm Xiefe) 
mit fenirecbten Winhtn (^ituoialfanb) 1,5—2 $f. fflr l m, fo bag bie (£in{(!^Iiegung einer 
größeren 8c^lagflad^e nid^t über 80 2Stl für 1 ha foftete. 

b) Sanggruben: 20 cm tiefe, 25 cm breite unb tauge ®ruben^ bie in be* 
ftimmter älei^enfolge ^ergeftellt ober fonft no(^ jur Srteid^terung bei^ Suffinbend 
burc^ ©tobe getennjeid^net werben. @ie werben nie allein angewenbet, fonbern ftetd 
in SScrbinbung mit Jtntodunggmitteln (gangrinben, gangltoben ober Sangrcifig), 
bie in bie @)rube eingelegt unb ^ierburc^ etwad oor bem f^nefien StuiStrodnen ge» 
fd^üfet werben. 

c) gangrinben: ©aftige, don frifd^ gef Otiten ©tömmen gewonnene quabra* 
tifd^e ober rec^tetfige, 20—30 cm tauge bjw. breite JRinbenftücfe t^on gid^te ober 



1) 3). gorft:=8tg. 1913, 986. — 2) aRär!er unb Borggretje; gorftl. Bt. 9?. g. 
1885, 125. — 3) gtfc^r. f. %. U. 3w. 1882, 638. — 4) 3)af. 1884, 519. — 5) ^af. 1883, 
341. — 6) gorftW. 8bl. 1885, 144. 



ßfifer: Hylobins abietis. 207 

ftiefer. @te ftnb namentltd^ in gierten regieren gebröud^tt^ unb f(^on lange (1832 

S^r. Siebte^ onf ber flauer |)errfd^aft in Söhnten) be!annt 

Vtan legt fle mit ber Saftfette nod^ unten fla^ auf ben Soben, unter Umftfinben 
meutere fibereinanbei, banttt ftc^ menigfienS bie untere Schale länger frtfc^ er^It bcfc^wert 
fie mit Steinen ober (Slrodplaggen unb fu(^t bie hierunter fid^ einftettenben ^ofer ab. iSuf 
1 ha finb, je nac]^ ber SKenge, in roeld^er ber Äfifer auftritt, 60—120 ©tüd ©dualen er* 
forberlii^. ^aä^ Verlauf don etma 8—14 Xagen ftnb bie 9)inben metft audgetrodnet unb 
fongen nt(!^t me^r; man tut bann giit, nic^t ein f>iofit& ^nStoec^feln ber trodten gemorbenen 
Kinben mit frifc^en iior^une^men, fonbem bie le^teren unter bie trodenen @ifi(fe unter- 
5ulegen. ^ie fvifd^en 9iinben bleiben bann t)iel Idnger föngifc^. — ^a bie ftafer unter 
ben @c^a(en nit^t nur ©d^ug, fonbem ancb 9}a^rung fud^en, ein|)fie^lt eil fic^, Tteingefc^nit^ 
tene (ettoa fingerlange unb ebenfo fiarte) frifc^e ftiefem^meige (oon ben iüngflen trieben) 
bamnter 5U legen, ^im 9luf^eben ber ©dualen finbet man bie ^fer ftarf an biefen 3^ei« 
gen freffenb. — ^iefed Unterlegen foS ^uerft an ben ^Imbergen (SBetmar) oerfu^t worben 
fein, ^tl^t ift biefe Krt ber ßöberung siemlid) oecbreitet. 

3n neuerer Stii finb me^rfad^ äSerfud^e gemacht morben, bie SangtDirtung ber 

Sflinben burd^ Xerpentinanftrid^ ju erl^ö^en.^) 3)ie Stinben tperben betberfeitd mit 

Zerpentin (amerifanifd^em Xerpentinöl ober beutfd^em föienöl) gepinfelt. fioflen bed 

Änftrid^e« für 100 galten: 1,20 aWf.; ler^jentinberbraud^ in bter SBot^en fflr 100 

platten: 4 1. 

S)ie namentUd^ in Sraunfc^n^eig bei planmäßig bur(!^gefül^rten ^xSnä^tn (ligL 
9lnm. 1, S)Orr) gefammelten (Erfahrungen fpred^en ^ugunften bed ^erpenttnanftric^ed. i)ie 
£o(ftt)irfung ber beftrid^enen platten mirb erl^ö^t. 3n ^raunfc^meig übertrafen bie Zex» 
pentinplatten bie nic^t be|hic^enen SRinben im S<^ngetgebniiS um ba^ 1 y, fa^e, in einzelnen 
gffillen um bad 3— öfad^e. Sei 82 (Sinjeloerfui^en »urben oon 142964 ßäfem indgefamt 
61 7o unter ben S^erpentinptatten, 39% unter ben übrigen Ratten gefangen. — ^uf bem 
X^aranbter Steoier (©ad^fen) trat bie ^erpentinn^irfung ettt^ad toeniger in i&rfd^einung. 
1902 tourben ^ter öon 7löOO Ääfem 57°!^ an ^lerpentinplatten, 43 ^l^, an gewöhnlichen 
tirflngrinben gefammett. 1903 {teilten fic^ (bei gfortfe^ung htS Serfu^eiS) bie entfpred^enben 
galten beim gfong oon 84780 j^fifem auf 54 unb 46 ^j^. — 9{eben ber (^angtoirfung wirb 
burd^ ben Xerpentinanflric^ aud^ bie f^fängigfettiSbauer ber platten er^d^t; bie beftnc^enen 
9iinben fangen IV, biiS bopbelt folange ald bie unbeftric^enen. 

S)aiS Vtnftreic^en ber platten lägt fic^ boburd) erfparen, bag mit bem Terpentinöl ges 
trönfte ©adleinmanbfiüde ober 9Bergbü|(^eI untergelegt werben. 

d) Sanglloben *= gangfnüppel*): 30—40 cm, ab unb gu au(^ bid 1 m 
lange, 5—8 cm bide, bünnrinbige, frifc^e ^ftftücfe. @ie ^aben bor ben Stinben ben 
Sor}ug, bag fie ntc^t fo leitet andtrodnen unb in Shefernrebieren leichter ju befc^af^ 
fen finb. ÄuiJ Unterem ©runbe ftnb fie ^ier fd^on balb an bie ©teöe ber Sang* 
rinben getreten. 

aRan pflegt fie, um ben ^arggeruc^ ju ftetgern, entweber fofort ober erft menn 
fie trodener geworben finb, anjuplä|en. @ie merben bann mit ber entrinbeten Seite 
auf ben Soben gelegt. S^ empfiehlt fic^, biefen bor^er ju oerh)unben; menigftend 
mu^ bie Sobenbedte entfernt nierben. 9lo^ beffer ift t&, eine ben Dimenfionen bed 
ftnüppeld entfprec^enbe Slinne im 93oben audju^eben; bie filoben greifen bann beffer 
ein unb trodenen weniger fd^nell an^, 3Ran fielet auc^ bie ^öfer, bie fid^ an ber Un^^ 
terfeite ber ^(oben einfteOen unb ^ier bie 9tinbe in Keinen $lä|en bena^gen, auf 
borbereitetem 93oben n^eit beffer atö auf bewac^fenem ober ftreubebedtein. 



1) «gl. Seiner: fjorftw. 3bl. 1900, 421. — ©olftberg: «Dg. g. u. 3.^3tgv 1^02, 
147; SM. f* b. gef. Sw. 1902, 284. — 2)örr: «Hg. g. u. g.'gtg. 1903, 176. — 2) (£df« 
Pein: atfd^r. f. g. u. 3w. 1905, 207. 



208 (Stfted »u(^. Sc^u^ gegen Xiere. 

3e nad^ 83ebarf finb auf 1 ha 30—100 fflobcn ju nehmen. Iroden tocrbenbe 
Globen muffen rec^tjeittg, b. ^. bor doDigem XuiStrocfnen, burc^ frifd^e erfaßt koer« 
ben. Sängftbauet brei, im l^öd^ften %aüt (bei naffer äBitterung) t>xtx &oi)m. 3)er 
anftrid^ bcr filoben mit lerpentiuöt tuirb öon (Sdftcitt (o. a. D.) oI« fiberflftfftg 
bejeid^net. 

e) $tct^en ber nid^t gerobeten Stode, um bie ^äfer burd^ ben ^arjgeruc^ 
an}utoden unb abjulefen. 

f) gangreif ig «= gongbünbel: ormtange unb dnja fd^enletftarle Sünbelau§ 
frifd^em fi^iefern^ ober Sid^tenreifig. 6rfterc§ ift öorjujiel^cn, »eil eS bie Slabelu 
beffer ^äft. Sie 93ünbd muffen täglid^ auf untergelegten lüd^em ober feuern 5ßa* 
pier auSgeflopft n)erben, toai^ umftänbli^ ift. 

g) gatlen. 3)tc öon öerfd^iebenen ©rfinbem ^crgeftettten unb empfohlenen 
fog. SRüffelldferfatten berul^en aUc auf bem gleid^en 5ßrinjip. Der Safer »irb 
burd^ eine nad^ $arj buftenbe glüjfigfeit ongelodt, föHt in einen im ©oben einge* 
grabenen ©e^olter (OlaSflofc^e, ^ol^Iapen, longefög) unb n)trb bort feftge^altcn 
ober f ommt bort um. S)ie gaUen foQcn bag bei bcr Serioenbung ber fonft üblid^en 
Sangmittel (gangfnä^^el, Sangrinben ufU).) unumgönglid^e Smeuem unb bad tög^ 
lid^e ober boc^ in fürjcren 3«ij^ifcf)cnroumen »ieberlel^renbe ©ammeln ber ftäfer 
unnötig machen unb auf biefe SBeife t)erbilligenb toirfen. 

8rorftinJ^)eItor Simmer in SKori|burg (©ac^jcn) empfo^I fc^on 1879 bag (gingraben 
bt(!bau(!^tger; mit einer !D{tfd)ung t)on ^oljeifig, ^oUteer unb ^er|)enttn gefüQtec ®{a^* 
flafc^en in ben ^oben (ber ^ulturfläc^en) in ber SBetie, bag bie ^alS Öffnung im 9Ut)eau 
ber S3obenoberfIac^c liegt. SRon überbetft l^tcrauf biefe Öffnung mit einem Stücfc^en git^s 
tens ober Äiefemrinbe. 3)ur(^ ben 3)uft beö Serpentin« l^erbeigelodt, friec^en bie ftöfet 
unter bie Siinbe unb fallen in bie glaf^en, in meldten fie umfommen.*) 

3)er gleid^e ©orfd)lag ift neuerbing« oon einem ba^rifc^en gorjlmann (Sberbt*) ge* 
mac^t »orben, jeboc^ mit bem Unterfd)ieb, bag bie glafc^en fd^räg eingegraben unb nur 
mit einem ©glöffel Terpentinöl öerfe^en »erben follen. -- (grmä^nt feien femer \>it gaOen 
bon @c^tt)abc unb Äigel.') 33et erfterem fangen pc^ bie f äfer in einem ©oljfapen, bcffen 
^oben mit einem %alQpul)on beftreut ift; bei legterem befte^t ber gangbe^ölter auiS einem 
2 1 foffenbcn 8teingutgcfä6, in bem fic^ SBaffer unb tttoa» ,^^lobin" (Sodfloff) befinbet. 
3)ie neuere t ig eifere gaUe foflet l^lO 3R!. unb foK eine gläc^e uon 1 a abfangen, fo bag 
ba« ©änbern eines §eftar§ fc^on runb 100 SKf. 5luftoanb für Slnfc^affung ber fallen öor* 
ausfegen wörbe. 5:ro(j i^rer toieber^olten SSertoenbbarfeit fc^eitem bie Snfeftenfallen oller 
«rt, fo au(^ bie SlüffelföferfaHen, toenn nid^t f^on an bcr SBirffamfeit, am ftoften^junfte. 
— 2Bo3 in $infi(^t auf %aUtn ber forftlic^en $roji3 zugemutet »irb, ißuftriert fe^r fc^ön 
bie öon @ro6*?lltona in neuerer 3cit angebotene Snfeftcn* unb aftüffelMferfalle. ©ie fteUt 
ein aud feftcm S^ufbled^ beftc^enbeS becfenartigeö Oefäg bar unb tourbe anfangiJ mit nur 
40 W. für baiS ©tiid einem für unnüje fjallcn fid) begeifternben $ublihim in Sled^nung gefleHt. 

»eint ©ommeln ber 3tüffelfäfer, gleichgültig ob »inben, S^loben 
ober SBünbcI al8 gangmittet benu^t merbcn, finb folgcnbe ttegeln ju 
beobad^ten: 

1. bag Sammeln ift <)Ianmäf|ig, forgfoltig unb fachgemäß ju betreiben, fonft 
fteHt e8 eine nu^tofe SRagregel bar. 4)lcr5u gel^ört: 

2. bie gangmittd muffen fofort mit bem erften auftreten ber ftöfer in genügen^ 
ber SWenge aufgelegt merbcn. gm allgemeinen toirb ber 1. Sljjril aö SlnfangStermin 
für baiJ Sammeln anjufe^cn fein. 

1) gorfttt). 8bl. 1879, 256. — 2) 5). gorft=3tg. 1911, 496. — 3) gforftto. 3bl. 1910, 
191. — ätfd^r. f- ttJijfenfi^. 3nfeftenbiologie 1911, 23. 



ftfifet: Hjlobius abietis. 209 

3. 2)ie Snngmtttel ftnb nic^t nur auf ben }u fd^ü^enben ^Ituren, f onbem auc^ 
au|er^alb berfetben im S^ac^barbeftanbe, ferner auf ben nod^ unangebauten, nad^ 
Sefinben aud^ fd^on auf ben im Sauge beflnblid^en ©d^Iogflac^en auSjuIegen. 3fo= 
lierung ber S'ulturen ober ©c^Iagf(ac^en burd^ Kraben genügt nid^t, n)ei( bie (8xif 
ben bon bieten ßöfern überflogen merben. 

4. Seim Sluglegen ber gangmittet ift auf reil^entoeife Hnorbnung ober SKar* 
fieren burc^ Btabt ufm. gu ad^ten, um bad SBieberauffinben gu erteid^tern. 

5. ^ad Stbfud^en ber gangmittel ^at taglid^ gu gefc^el^en unb ift bid gum 
^rbft f ortgu{e|en, fetbft bann^ nienn bad @ammetergebnid geittneilig ein geringe^ ift. 

6. 2)ie Sangmittet finb bor bem borgeitigen SSertrodnen gu {(^ü^en unb red^ti? 
zeitig gu erneuern, fobatb i^re gangfraft noc^gu(af[en beginnt. 

^ie Soften bed @ammetnd finb fe^r berfd^ieben unb med^fetn mit ber Sri 
ber bermenbeten gangmittel, Srbeitdlröfte u(m. 

Bei ben braun{(^toeigifd^en gfangrinbenDerfuc^en foftete hai^ ®emtnnen unb ^udtegen 
Don 100 9itnbenplatten im ^urd^fc^nitt 1,80 m., einmatiged 9[bfammetn bon ie 100 ^laU 
ten 50 $f. (Scfftein {„Xtä^niV u\tD. 78) gibt ben ^tufwanb für @^Iagen unb 9tu«Iegen 
bon 60 gfangüoben gu 2—6 W. an, $lä|en unb (Srneuem berfelben 9—10 ^t, tfig« 
lic^ed ^bfammeln 0,2ö— 1 W. ^ie auf 1 ha forüenben toflen ((^toanfen in toeiten (&itH' 
gen, gmifd^en 6 unb 40 "Sftl ^ 

SBenn, tote H bielfad^ üMid^ i|i, bad ©ammeln im 9[Iforb gefc^iel^t, muffen bie ffic 
ha» ^unbett ober für ha& 2ittx St&^tx gega^Iten @ä(e entfprec^enb ber 97lenge ber jemeilS 
ttor^anbenen @d)SbIinge reguliert toerben unb Kennen im grü^ia^r mefentlic^ niebri^ fein 
al9 in ber fpäteren Sa^^eSgett. 

2)ad Xöten ber gefammelten S'äfer gefd^ie^t am beften bnr^ Überbrühen mit 
l^eijsem SBaffer. Sie lönnen bann gur Oeftügct* unb ©d^toeineffltterung benufet merben. 

2. SSertilgen ber Äafcr burd^ ^ü^ncrcintrieb. S)ie bereingelten Sßerfud^c^), 
ben Slüffellöfer burcfi Eintrieb bon^au^« ober ^ert^ü^nern in bie befallenen @d^Iage 
unb Kulturen gu bertiigen, foHen erfolgreich gemefen fein. 

II. SJertilgung ber Saröcn. 

Sie gefd^iel^t burd^ Stobung unb Stbtrandport ber mit Srut befe^ten Stöcfe 
nnb SOSurgeln (f. unter „Vorbeugung", @. 201), fomie burt^ auflegen unb fad^«? 
gemäße Se^anbtung bon Srutfnüppeln. 

3Kan berfte^t unter te^teren lünfttid^e Srutl^ölger, bie auf ben bor^ unb lejt- 
jö^rigen ©^tagflöc^en, ben ®eburt«* unb 99rutftätten be8 ftäferg, aufgelegt toerben, 
na^bem biefe Stächen gcrobet morben finb. 

S)a« SBcrfal^ren ift bnrauf gerichtet, bem 9lüffelfäfer ba, wo burd^ forgfältige 
©tocfrobung bie natürlid^en SSrutftötten entfernt toorben finb, fünftti^e ©iab« 
lageftätten in möglic^fi genehmer gorm gu bieten. 2)ie Srut toirb :^ierburc^ an be^ 
ftimmten Orten bereinigt unb fann fomit teic^t bertitgt merben. — ©teid^geitig bemic^tet 
mon in unb mit ben gangfnüp^jcln bie an ben SBurgeln brütcnben ©aftfäferartcn. 

?IB S9rut!nüppcl ücrioenbct man 1—1,5 m lange, 7— lO cm ftarfe, gtattrinbige, im 
©afte gehauene ^rugel öon frifd^cm f iefem= ober Sic^ten^olg unb gröbt fie in Slbftänbcn 
t)on etwa 30 €d)ritten in fci^röger Sliditung fo in ben Stoben ein, bag baS ftörfere (gnbe 
30—60 cm tief gu liegen lommt, ttJöljrenb hai fc^wäd^ere (Snbe 6—10 cm über bie 
drboberfläc^c ^eruorragt. 3)amit bie S^inbe, beren forgfältigfte ©r^altung eine uner« 
WJIid^e ^ebingung für bie ©ieroblage ifl, nici)t abblättere, muß man fi^räg nac^ unten 

1) 8bl; f b. gef. gorftnj. 1900, 86. 

^eg, ^oim^ii- ^ 4. Kufl. 14 



210 @TfteiS ^uc^. @(^u( gegen 2:iere. 

t)erlaufeiibe; fci^male (&xSb6^tn fle(|en, bie Stnüppti einlegen, ^txüUx noc^ @rbe unb Siafen 
bringen nnb btefe §ule^t no^ ttxoaS antreten, hierbei ift batauf au fe^en, bag bie foü|)pe( 
auf ber unteren @eite il^rer ganzen Sänge na(^ feft auftiegen, bamit nirgenbd ^o^trilume 
entflel^en. Um \p&ttx leinen ^nüpptl ju überfe^en, gräbt man fte rei§enn)eife ein nnb 
fennseic^net bad ^opfenbe j[eben ßnfl|){)etö burc^ einen genügenb l^ol^en ^fa^I. S)ie etnge« 
grabenen ^nü|)pel bleiben ben ganzen Sommer l^inburt^ unberührt im iOoben liegen. (Sr{t 
im September ober Dftober gräbt man fte {orgfättig and unb fc^ni^t bie Sünbe ab. 9h>(^ 
beffer (aber nid^t unbebingt notmenbig) ift cö, bie abgejc^ni^te SRinbe auf gangtüc^em $u 
fammeln unb ju t^erbrennen. 

2)a« »erfal^ren ru^rt urfprünglid^ öom ^rofeffor öon iJip8*) tgre^fing) l^er. JHefer 
fanb am 6. September 1856 an ben k)on il^m eingegrabenen Stangen bebeutenbe Samens 
mengen (16—20 minbefteniB, 165 unb 212 Stücf fdc^ftend an je einer). 9ivi6^ Oberförfhr 
8B. (^eorg*) (©rün^agen) berietet aber gute (Infolge biefer SD^agregel. 

9ltö ber entfc^iebenfte SSerteibiger ber S3rutfnflppe( ift fpäter oon Oppen") auf ®ninb 
feiner in ben fec^iS Sa^i^^n 1886/91 im Sa(^{engrunber fl^eüier gemad^ten Erfahrungen auf« 
getreten. i)ie einzelnen S(!^lagflä(]^en »urben in jmei aufeinanber folgenben Sauren mit 
l^nöppeln belegt, um bie Sßac^tommenfc^aft t)on jmei (SIenerationen mdgtt^ft ^u fd^molent. 

3ur Slluftration ber erhielten 9tefultate mögen folgenbe eingaben btenen: Snt gan- 
zen »urben mä^renb bed obigen 3^traumed 107,21 ha Schlag? unb ^Iturfläd^e burc^ SßmU 
^dljer gefc^fi^t. SSon 1497 eingegrabenen ßnfippeln tourben 1873 unterfnc^t nnb an biejen 
91405 jgarDen erlangt. 9luf einen Düppel lommen ^ema^ burc^fc^nittüc^ 67 2cxr>tn 
(SRinimum 6, ^ajrimum 826); auf 1 ha 852 bergt, auf 1 qm 9linbenfläd^e ber Düppel 
161 bergl. @ine lüaroe entfällt tfienmc^ auf 62 qcm Slinbenffät^e. Sl^on Sa^r ^u Sa^t 
na^m bie IBefe^ung ber $Brut^5(^er er^eblid^ ah. ^er ^oftenaufmanb für bad S^neiben, 
^erbe'tf(!^affen unb Singraben ber 93nitfniippel fteUte [xö^ auf 1,78 Wll für l ha unb auf 
18 $f. fflr 1 Düppel, infolge btcfer 9lefultate orbnete boiS !önig(. fät^ftfc^e Sinonamini- 
{ierium burc^ (Erlag bom 14. 9?ot)ember 1890 an, t>a% auf aQen fäc^fifc^en Staatdforft^ 
regieren ^erfuc^e mit ^rut^öl^em angefteQt mürben foÜten, um $u erproben, ob fic^ mit 
^ilfe biefeS SSerfa^rend bod Sammeln ber ^äfer einfci^ränfen ober eo. ganj bef eiligen laffe. 

^iefe ^eriud^e ^aben ^u feinem befriebigenben (Ergebnis d^f^^^^/ fonbern bie %nfid|t 
9(tumS^) beftätigt, bag bie iBrutfnüppet feine praftifd^e SJlet^obe gur SBertilgung be9 
9)üfieIfäferiS finb. ^ie angebogene Serorbnung ift bed^atb 1897 mteber aufgehoben unb 
ha9 $ludlegen t)on Srutfnüppetn eingefteHt roorben. 2)ie f^angmirfung ber ^rntfnüppet 
fte^t in feinem S^erl^ältniiS ^u ben Soften, ^ugerbem ift haS $lud(egen oon Srutfnüppeln, 
fon'eit ^Ituren in Stage fommen, oon rec^t jmeifell^aftem föerte S)ie ^äfer merben burd) 
bie il^nen in ben knüppeln gebotene iOrutgelegen^ett nur an bie gfragftätten l^ingelodt unb 
l^ier feftge^alten, roaS ganj getoig nic^t im Sntereffe ber Kultur ift. 

^uf ber ^rutfnüppelmet^obe berufen auä^ bie eigenartigen, auf S^emic^tung f amt- 
licher (Sntmidelung^ftufen beS SlüffelfäferiS ab^ielenben (^anggruben, bie neuerbingd Don 
gorjimeifter ©rol^mann auf fäd^fif^en SReüieren angemenbet Sorben finb.*) ^ro^mann 
lägt auf ben f^angfläc^en (S^al^lfd^lägen , ^urd)forftungen im älteren $ol^e nfm.) — unb 
jmar auf ettoa^ erl^ö^ten S3obenfteQen — würfelförmige &xvLhtn oon etma 60 cm Seiten^ 
länge aui^l^eben. hierauf merben 8—12 Stüd unentrinbete, 7—10 cm ftarfe unb 1 m lange 
^ief empfähle in bie @)rubenfol|le fenfre^t unb in mögltc^ft gleichmäßigen ^bftänben berait 
eingef (plagen, bag fte 20 cm über ben oberen ®rubenranb ^inauiSragen. ^ie ®zuht mirb 
bann mit bem burc^ ^urd^merfen uon Steinen unb ^ur§eln befreiten ^uiSl^ub mieber gefüflt 
unb burc^ feitlic^ed (Einfteden längerer frifc^er ^efemäfte mit einem dteiftgfranje umgeben, 
^urc^ fd^i^tenweijed (Einbringen oon j^tefernreifig unb (Erbe im mittleren, ^mift^en ben ^fa^l« 
föpfen liegenben ^eile mirb enblic^ ein fleiner, bii? jur $ö^e ber $fa^lföpfe reid^enber drb» 
pgel gebtlbet, ber bemnad) mit bünnborfigen, fiefemen ^ftteilen burc^je^t ifl. ßum Schlug 
mirb biefer (Erbl^ügel mit 9ia{enplaggen abgebedt (f. $lbb. 88). S3o tiefem fehlen, tonnen 
aiitt^ fixd^ttnp\&t}U unb f^id^tenreiftg oermenbet merben. 

1) 5lllg. g. u. 3.*8tg. 1866, 409. — aRonatdjd^r f. g. u. 3m. 1868, 150. — 2) Ärit. Sßl 

1868, 40. ©b. I, 164. — ?l. b. SBalbe, I. ©b. 1866, 122. — 3) Stfd^r. f. g. U. 3». 1887, 344; 
1888, 394; 1892, 297. — 4) Qtfc^r. f. g. u. 3». 1888, 648. — 6) Zi^ax. 3^rb. 1913, 325. 



Itdf«: Hjlobins abietU. 211 

Sto^nann tlk^mt biefen (Biittien, Don bnitn n ^undt^jt 4, fttilln IS gum ®(^»|^ 
ctncJ ^rrtai« ffii ^inHiii^tnb tidlt (Soften 0,8—1,2 am. ffii 1 ®lü(f) naifi, bag fit bit m\^tas.\ec 
anloden unb itintn boA getDänfc^tf tBruts unb Sialmatnial bitten. Xen ^auptuifit bn Qfnibto 
etblttft SiD^ntann abn barin, ba| bit 9(iif|cllfifn, i^n lEiti, Sarbtn unb $u;)t)en bt btn 
0iubtn iiiAt uom Wcnfc^tn iieiniä)tet neiben rnftflen, fonbnn t|itr !)au;it|£t^li4 itntn na< 
tÜtlit^en Jeinben im limeit^t jum Opftr falltn. 3n btn t^Tubtn fommtle ftäf alles, »a« 
aU geinb bti 9HineItiS[ei unb anberer (^flblii^ei fffifee in Bettai^t (ommt, j. ». Sonf. 
fiSfn:, StiM)l)^Iinen, Iau(tnbfü|Ier, Äfftln, «mtijen, Blinbictiltit^n , eibt^joi nllii. 3)et 
SBictfcfiaFteT ^bt niritti nti^te gu tun aÜ bit wtnigtn, biö jue @t)Iintuttgt «rtuMtlten 
fflflReffflfetlonitn bnnfi Scrtmmen beS Srutmottriale« ga oeitilgen. 



a»(. Sl. GinBli4nltt buiA (int @iiibaianii|4E 8)fl[|(IU1cifsiiBgTut(. 

DtegatiDen Sifolg Ratten auc^ einige in €ad|fen auf X^aianbter 9lebttc odi- 
genomment SBer[u(^e, bit Stüffelfäftrbiut biir(^ 3nfiItrQtion bet ntc^t gerobeten StBcfe 
mit Petroleum ober einer geföttigten Söjung bon Sitffn^bitnol )u tötrn. 

SHe 6tede nuibtn im Wai am SBuijelanlauf 2—1 mal angebD^ii unb bie 16 cm 
tiefen u«b 8 cm meittn »ol|iia(titr nai^ ©ingiefetn bt0 ^nftflijibtS imräf ^oljpfropftn 
t>ei1(^lof(en. Sie im €e))tember corgenomment Prüfung cTflab gmat Verbreitung btS fiup< 
fenitrion, aber aui) Da1I|lSnbige SBirtune^lDFieteit gegenüber btn ßaferlarDtn. 

3)afi ^iQuptgetDit^t bei ber SBefämljfung beä JRüfleltäferfi ift fomtt auf boä 
Sammeln ') bei ^äfei gu legen. Sei pCanmägigem 9}orge^en ift man buri$ gleii$= 
jettige DerftänbniäDDUe unb roiebertiolte anmenbung ber Bprpe^enb genannten gang= 
ttnb SSeitifgungSmagregeln ntijmeifel^afl imftanbe, ben f^limmen Suttuifeinb bid 
jur Unmecflidifeit jurfidiubrängen. 

3Biii{c^ftli(^ btEtutungflIoS ift bit bem Stbirgt angt^örtnbe britte unb giSgte Ej- 
lobiuB-Hrt, Hylobiaa piceus de Geer. 

9Iad) btn porliegtnben ^toboi^iungen befrtgl ber ßäftr iungt S&iiitn in gang äf)n= 
li^er Stift, nit Hylobiaa abietis bie Kiefer unb gierte (6. 199). 3)it »inbe wirb teile 

1) Ubf[ großartige €ammeltrgebnifie in vtrfdiitbtnen fäi^fift^en Steoieten berichtet 
itamentlid) t>on Cppen (gtfi^r. f. 0. u. Qm. lasb, 83). 



212 Sift< 9>t<^- €4ut a<ac*i Xien. 

flmftni, teils (■^'"'tf' ~ ^^ i'^'^ I9r06t dnn So^iu — ^tnuitfgtniigl mb nitimtn 
au<^ bct S)>Iint tigiifftn. Sie fioiutngilngt in txn StMen (inb d^ foiilliiftc ßebnt> 
hing. %ct Sdfti; ifl im allQmeincii ftlttit; leTl trat ti in 6ii)Itfini f^Ablit^ auf.*) 

B. nilttfamilic PiBgodiui. 

33i( ^tettiec getiflrigen Ärtm bet Oottuna Pissodes ähneln in ber äufiettn gt* 
fi^einung, in ber fiebensioeife, gon) befonberd aber in ben (StnerationSVer^filtnilicB 
ben H^lobim-Srten. Sd finb aün «$te Sangrüglei mit in beiaRitte beS tunbnt 
Sftffeti einflelenften gü^letn. 

Sie nnterfi^eiben ^(^ Don Hylobiaa meitei babuini, bog bt* ßoiuen bet met* 
^en Steten unter ber Stinbe Don ftetienben 91abe[^äljent Üben unb burc^ ^'i^ii^^nfl 
ber faftteitenben ©c^ii^ten baS Singefien bti Srutmateriales ^erbeijufü^ren im^onbe 
finb. (£9 (lanbelt fidi bei Pissodes bed^alb um Sarüens, ni(^t um ßäferf^aben. 
Sie Sier nierbtn metft gu mefireren abgelegt. 2)ie ouSlomntenben SarDen freffen 
bann oon bem gemeinfamen SuigangSpunfte fhra^lenförmig nodi oerfi^iebenen Stiäf 
tungen auelaufenbe @änge, bie, bem Saioenmai^tum ent{))ied|enb, aOmä^tic^ breiter 
merben unb in ber <^ra(teriftiid|en, in ben Splint eingreifenben SpanpoIßeriiutitMns 
hJtege (flbb. 88 b) enbigen. 

Sie bun^ smgtin'j unb Sßac SongalC) geflärten @eneratiDnSDer()ättm{fc 
ffimmen mit benen Don Hjlobius im ratftntUifien flberetn (ogl. bie Angaben auf 
@. 198) unb finb mit bei Ejlobios gefennjei^net bun^: 

a) ßangtebigfeit bec Safer; 

b) eine Dom ^prtl an bun^ ben ganjen Sommer fii$ f)injief|enbe Sinblage-, 

c) fdineQe Sntroidetung bed SäferS im €ommer, langfame bei ben fiberlDin« 
temben iSntrotdelungdguftönbeit-, 

d) me^r ober roeniger gleidigeitigeä Sufltelen Derf^ieben alter Söfer unb Sof 
' Den, fornie Don ^ufipen; 

e) einjährige (Senerationfibauer. 

Sie Piasodes^Siten gehören teilmeife gu ben fe^i fc^äbUdfen gorftinfeben; 
fie finb auSfii^Ite&ltcfie 9labeI^oIjfeinbe unb fc^äbigen teil« als ^Itut-, teils ali 
SJeftanbSDerberbet. Mm meiften gefö^tbet ift bie fiiefer. 

17. Piasodea notatiu Fabr. 
SBcigpunttTfifieliafei, fUinet 6raunetSitfernraf{eIId|ti*} 

(Slbb. 84). 

fienngeit^tn: fiäfti 6—8 mm lang, röt(id)--6t(iun, mit fltou« 

neifien unb gelben ^accfc^üppc^en uniegtlmägig bcft^t. 3uf btm 

^aMii^ilb einige [mei{teiie at^t) btuHlt^e gelbüdi^itieige ^nbt; auf 

ben punltierl^ 6 eft triften glligtlbcden rine breite, roftfnibige biS mrift- 

liifie, an bet ülabt unterbio^cne Oueibinbe bintei ben ^nütm unb 

rine jneite, tbenfo gefärbte, abei: niiift unterbradicne ttinter b« aititte. 

3)ie ^unttiei^n auf ben giügelbeden finb gteii^mäöia f^ort. ^intet« 

edtn beS ninjelig detörnten §aIä|c^iIBeä f^atj unb fpifroinletia. 

Süffel aiemlid) long unb frin, bunlelbniun, im unlettn ICrittri gf 

m6b. M. ft^roätjt. — Saioe uon bem §obttuS ber flemfl^n litten MflifelUfet« 

pinodei bduii» PibT. (amen — 9puppt mit lötltt^tK 3)ön«f|en unb einem (e^t beulli^ 

_*''■ _ auäfltbilbrten Muffel auBaeflütlet. 

1) ©tfir?, ffl.; gorpl SBl. 91. g. 1878, 366. - 2) gorflf.^natuiw. 8tf*r. 1897, «1. 
— S) Saj. 1898, 161, 197. — 1) Zxo\t, S.: ^OT^n. gbl. 1890, 618. 



A. SebenSmeife, 

Slugjeit: Stbiil bis Setitember. 

3>te Ciabtage erfolgt mätinnb bitfn Seit, gumeift wo^I im t||ti>fli<i{|c, in bei 
Siegel an junge ^flangen unb Stangen Deirft^ieben« Slobel^aiget, f|aut)ttäd(|lt(^ tHe> 
fern, am liebften an bte unteren Gutrltriebc (bis ju etua 1 m ^it)t), aber auc^ an 
€tMe, äBnrjeln, liegenbe (felbft flarfbortige) Stammt unb an aufgeriafterteS {lolg. 

Sie SaiDen erlernen 3—4 IBoc^en nac^ ber ISiablage unb t)er|)upfien fi^ 
mä) 2—3 SRonoten, wenn fie ou8 grü^jatirSeieni, nac^ 7—8 SWonaten, wenn f« 
aus ©ommereiein flammen. 

S)aS 9[udfommen ber SiA^ja^rdgeneration erfolgt Don tluguft ab bis Qtabt 
€e))tember. S)er 3ung!äfei übectointert, o^ne fi^l ff^o 
(lerb^ fortjupflangen, am guge ber befallenen Stämme 
fi^en SBtfcntifeen ober nutet aRoos, fonftiger ©oben] 
jclbß in ber ISrbe. 

ättS ben als Saroe ober ¥«PPe übermtntetnben 
btotbuen fontnit bei ^fer im Si&^iotlcjauS. 

(Generation einfa^. 

B. gorplidieS SSer^atten. 

!Cer ueit verbreitete, ober ntcfit fo maffen^aft mie 
lobius abietia ouflretenbc g'äfer tiebt bie Sbene. (Er b 
Siefern unb Sc^nariliefernJeltenerSBe^mout^fie 
auSna^mSneife tüteten unb Sänken unb jnai 
f|aupt[fii$lit(| junge 4— 12 jährige ^flanjen. ^n 
unb mieber Werben ant^ Stangen bis ju SOjä^ti: 
gern ülter angenommen. Xßoifer^) ^at i^n fogar 
in 100— 120iö^rigem 91Ilt|oIge flefunbeu. ®eDot= 
jugt njerbtu in iebem goUe Iräulelnbe, burc^ geuer 
nfm. mitgenommene Seftänbe. ^er ftäfer tritt j. i8. 
nii^t feiten als Segteiter ober 9ta(^folger ber St^^tte 
ober beS Ägaricus melleus auf. Sei jungen $flan= 
jen Werben bie gier au ben unteren Duirleu abgelegt. 

Die auStommenben Sarotn freffen jtDtf(^en ^ 

^olj unb Äinbe obfürigenbe, leicht gef^Iöngelle, im-- "''*;,"■, |;^"1^X'n Tu m^^ 
mer breiter roerbenbe unb mit SBurmme^I gefaUle HuÄaMi)6nrn.'n°Vtii'"'<rberini»i<ii 
Bänee. Hn b„™ e„b. imiten (ie M ein« »»«le, S' »SS'S'TÄSS; 
oon Sbanpolfter umgebene ^ufipenwiege, auS wel« nncf »uiKnfdiftfEi nfbibai armaAttn 
(^et fii^ ber fertige ffäfet bur(§ ein tunbeS Stugtot^ *up»™i«ct. m. »r., CTio ». ».). 
ausbohrt (übb. 85). 'S)ie befallenen Stammeln üerraten fti^ gera5bnli<f|(im 3uli) 
bnti^ Heine ^orjir&pfdien an ber Miube, Sotroerben unb SBelfen ber .SHobeln unb 
fterben in ber Siegel ab. 3ft baS Stämmigen nidit ringsum befallen, fo jeigt fi(^ an 
ber fonft weKtn ^flange ber eine ober anbere S^eig nod» grün (ein gutes Srfen' 
nungSieit^en für ben grag). 

1) Ofierr. g. n. a.-atg. iflOS, 48. 



214 <£tf%ej ^ud^. @(^u^ gegen Siete. 

Sieben bem toirtfc^afilid^ aUetn tnd @t\o\6)i faOenben £ark7enf(^aben lommt 
nod^ ^af erfc^aben t)or, unb jtoar fc^abet ber ftäfer burc^ 9(n{te(^en junger Xrtebe 
}um 3n>^^^ ber Sla^rungdgeminnung. 2)er fo erjeugte ©c^aben ifi 6eIang(od; pla^ 
toetfed Sbnagen ber Stinbe ftnbet ni(^t ftatt. 

C. »efämpfung. 

a) SorBenguiig. 

1. ©rjie^ung fraftiger, gefunber ^Pffanjen. 

2. {Rechtzeitige (Entfernung aUer tränfeinben ^ftanjen unb unterbrftdten 
Stangen. 

b) S^ertilgnng. 

1. auöreifeen unbSSerbrennen ber niit83rutbefefeten?ßflan}en(3ttni,3ttK)- 
^xt beut tSu^teigen bei $fknjen Beginne man fobalb ald mdglic^. gu märten, bis 

bie Sexpuppung eingetreten ift, empftel^It fic^ nic^t, toeil man bann Dielfac^ ^n f^fit lommt. 
SBenn burdi bad ^eraudreigen pelzen bleibenbe ^ffanjen im SBur^elDerbanb grlocfert »et« 
ben, fo mu^ ber SBoben mieber festgetreten merben. 

2. Stobung ober Slb^teb ber befallenen Stangen unb Sd^älen ber SKnbe. 

3. Sammeln ber Safer mit ganglloben. 

3)ad in gleid^er äBeife mie bei ber Sertilgung bed grogen braunen SRüffeßfiferd (@. 207) 
mit grobrinbigen ftftrieren Globen auiSgeffi^rte ^erfa^ren !^at fid^ in $e{{en*) betoötl^rt. 

4. Segen t)on Srutfnüppeln, toie bei Hjlobius abietis L. jur SSerttlgung 
ber Sarten. 2)ie (Entfernung unb 93erbrennung ber ßnfi^pel ift bon äRttte 3uni an 
Dorjune^men. 

18. Fiflsodes validirostris Gyll. (P. strobili Redt.). 

Äiefernjapfenrügler.*) 

^ennjeid^en: ^er 6—8 mm lange ^fifer gleicht bem notatus DoHIommen. 9x 
nnter|c^eibet ftd) mort>]^oIogifd| nur baburc^, bag bie ^tntereden beiS fein rm^etig gef0ncten 
$aldf(^ilbed {4iarf rec^tminflig unb weniger fpi^ al^ bei notatus finb. 2)ie $unl(ftreifen ber 
Sflügelbecfen finb feiner punftiert toit bei btejem. ^r Stüffel bon validirostris ift ((^tDarj 
unb ^dd^fteniS unter ben 9(ugen braun. Warfen ft^mar^ {hti not^-tus fd^marjbraun), gfiügel« 
bedenbinben toit bei notatus, aber geller, me^r toeig. 

SebeniSmeife uftt). ^er ^äfer entmidett ftc^ in ben gaffen ber ^efet. 3)ie gapfen 
»werben bermutlid) im gf^^ja^r mit meift einem, biStt^eilen aber auc^ mel^reren (Stent be* 
legt. $te £art)e frigt bid tn ben 9(ugu{t hinein, berpu^pt fid| unb mirb ^ur 3ntago im 
September, ^er fertige ^öfer bol^rt fid^ burc^ ein treUrunbeiS ^(uiSflugloc^ aud bem ^5n« 
genben ober bereits abgefallenen 8<<pfen unb überwintert. Generation fomtt einfad^. 

^ie betoo^nten Sopfen fallen oft burc^ fümmerüd^ed, bflrred 9[ud|e^en gegenüber ben 
normalen auf, l^ängen meift weniger fefl aU biefe unb werben bei ft&rterem JQSinbe im 
Stuguft unb September ^al^lreic^ 5U Soben geworfen. 

Sefömpfung: ^raftifcf) faum in Sfrage fommenb; nur auiSfü^rbar burc!^ Sammeln 
unb SSerbrennen ber herabgefallenen 8^f^>i/ folange [xt nod^ bewohnt finb. 

19. FisBodes pini L* 

Äiefernbeflanb«rüffelfäfer.») 

^enn^eic^en: 7—9 mm lang, rot» btd fc^warjbraun, bem Hylobius abietis ä^vt* 
lic^. ^aldfd^ilb runjelig geTörnt mit fd^arf rec^twinfelig borfpringenben ^interecfen. %\&* 
gelbedten mit beutlid^en ^nftreil^en an ber 'iflaf^t unb ^wei fc^wac^en gelben Ouerbinben, 
oon benen bie üorbere oft nur unterbrochen unb unbeutlic^ fic^tbar ift. 

1) »gL X^aler: «Hg. g. u. 3.'3tg. 1902, 276; 1903, 400. — 2) (gdf jlein: Stfc^t. 
f. S. u. 3w. 1906, 116. — 8) »eling: X^or. gi^rb. 1883, 92. 



Mfer: Pissodini. 215 

Sebendmeife ufn>.: Slugjeit ntxmu&iäf toit bei ben anbeten Pis8odes*Srten 
oom grü^ial^r bid Suguft^September, ^öl^epunft anf(^einenb int gnni. S)ie Siet 
werben meift ]^äuf(^enmeife an ßiefem in ein in bie SRinbe genagted Soc^ abgelegt. 
Übem)intemng im Sart^eniuftanb. @)eneration einfad^. 

S)ie Satiren mad^en ®önge jmifc^en Stinbe unb @))Iint, in ftärferem ^olje, 
befonberd bei SBe^mont^dKefer in ©tra^Ienfomt. ^m fc^möc^eren 9)tateria( oer« 
f(^n>immt bie @tra^Ienf otm ; bie (S&nge laufen ^ier burd^einanber. 2)ie Sänge ber 
einzelnen ®ange tann bid 20 cm betragen. Sie mit groben Spanpolftem audgedei^ 
beten ^nppenmiegen greifen ftetd in ben Splint ein. SefaDen merben Domel^mlic^ 
gemeine ßiefer unb anbere ^eferarten, unter Umftönben oud^ anbere 9labe(^ölier. 
3n älteren ^efern brütet ber ftöfer oft in ben oberen Partien. ®r5|ere @d^aben 
nid^t belannt. 

Selampfung: (Sinfc^Iag ber betreff enben Stamme mit @d^alung unb Ser^ 
brennung ber SRinbe. Sei tief im Splinte fi|enben SBiegen mfiffen bie Stammd^en 
Derbrannt ober mit ftumpfen S3efen abgelehrt werben. 

20. Fissodes piniphilus Hbst. 

Äiefetnjlanöenrüffelläfer.*) 

ßennjeic^en: 4—6 mm long, bem PisBodes notatus fi^nlid^, aber fleiner; rofis 
brdunlid^, mit Heinen, gelbtoeigen $aarf(!^iM)p(^en bic^t bepubett. gflügelbeden runzelig ge* 
!0ntt; hinter ber SRttte ieber S)edc ein großer, ro^getber Wtattl ^aUfc^ilb mit abgerunbeten 
^inteteden. 

Sebendweife ufto.: Slugjeit: 3lad^ ben Dorliegenben 3ft(^tungdoerfu(^en 
oon aRac DougalP) n>ie bei notatus unb ben übrigen Pissodes-^rten. 

Sie (Eiablage erfolgt ni(^t immer oereinjelt, wie 9((tum (a. a. D.) annimmt, 
fonbem aud^ ^&uf(^enweife, foba| ber ben Pissodini eigene Stra^Ienfra| aud^ ^ier 
mögli(^ tft. 

Km tiebften finb bem fi'äfer etwa 30— 40iä^rige Stangen^öljer; jeboc^ fommt 
er aud^ in älteren (bis liojlä^rigen) Seftönben Dor. Sn ftdrieren Stammen bewohnt 
er bie ^fte, ®ipfel unb ben bünn berinbeteo oberen Sc^aftteiL 8Ud Sra|baume finb 
bid ie|t fiiefer unb SBe^mout^dfiefer beobachtet morben. 

Sie Sart)engdnge finb leicht gefc^Iangelt, mitunter bid 15 cm lang unb k^er^ 
taufen im Safte, meiftend in ber SangiSrid^tung bed Stammet; j[ebod^ nel^men fie 
aud^ mitunter anbere, an Stra^tenfrag erinnembe Slic^tungen an (Sbb. -86). Sie 
mit meinem ^oljme^t gefüllten eHiptifc^en ^uppenmiegen (9lbb. 86, b) ^eben fic^ fe^r 
beutlid^ ab. 

Ser ßöfer beföQt nic^t blog fränfeinbe unb unterbrücfte, fonbem aud^ ganj 
gefunbe Stamme unb bringt biefe bei ftärferem anfinge jum Äbfterben, Sa« ftüm^ 
mem ber Xriebe im SBipfel b^to. beten Sürrmerben unb bad Sudtreten meiner ^ar^^ 
tropfen werben jum Verräter.') 9ltö 93unbedgenof[e tritt l^äufig ber ftiefemblafento^ auf. 

®enetation Detmutßd^ einjäl^tig (wie f(^on Don Sta^ebutg angenommen). 

Selämpfung: 1. ßtäftige Sutd^fotftung bet ^efetnbeftänbe, tec^tjeitige 
(Entnahme be« Itänteinben aRatetialed (^en^opfftangen 1) 

1) «Itum: atfc^r. f.g. U.3». 1879, X.»b., 86. — 2)onc3:Soril».8bl.l886,144. 

— SRetfenegget, ^etm.i «Ittg. g. u. 3.«3tg. 1889, 296 u. 886. — 2) gotftl.*naturw. 
Stfc^r. 1898, 201. -- Sgl au(^ Spied im SBetic^t flb. b. 16. fßtx\. ^fdlj. fjorfttoirte 1899, 
40. — S) «Itum: 8tfd|r. f. g. u. 3ro. 1884, 21. 



216 SrfM Sud). 6(f)ue gcQtn Xtctc. 

2. (^fillen bn bom fiäfer («festen Stangen ufm., abfuhr bei ein3ef<!^(afiaieii 
9)bitenale3 Der beginn be$3tü^iat|ce ober I£ntrinbcit(@(^nt^n)be8tel6en int ^nbft. 



3. ffltrfenDon3anBbäunienbjiD..&frrii^tenfte^enberganBW«nitbur(^3tini)tIii. 
P. pinipbilus deoDigugl häntelnbeS SKatraial unb lägt fic^ btä^alb buic^ i^dllung ton 
Stangtn, bie tti beffeten !tnfliegtn£ ^albei t|t)t|l )u legen finb ober buit^ 9<ingeln jtctitnba 
IBäunie auf leitet lontioQieibateS Stulmaterial tonjtnlitncn. Sal 
33tr\m bjiD. klingeln tfat leititiellig Doi Sfginn bei rülusjcit im 
^Tfl^ja^r jii g^ittti\tn. t»eg leiten iai €(l)dlttt ber ^ttgbiliime 
DOT bcr äierpuppung. 

2L Fissodes Haroymae Hbat. 

|iaiiiatiel(äfei'){«bb. 87). 

KennjeiAen: ßäfer G— T mm lang, [i^mat, non f(^nMi> 

g([ Olninblarbe niil wei&lidien (Scf)üp))d;en bcftreut. ^lageOtedtR 

puntltetl flettreift, mil obroetfjjelnb er^ti&enen Swiftfientaumen «üb 

jnei ftinen. fi^ragcn, unterbrodienen gelb li^^ro eigen Ouerbinben 

DOi unb fiintec bei 9Rttte. St^ilbtben gelblit^tMig. ^aUWOi 

mit gtogtn, lunben, Dertieflen ^unlicn it\tlfi unb btutlii^ atige< 

«66.87. p^i>do.H»reyniM runbel. — £üiue unb i^uppt jeigen anberen PiseodM=«r»n 

*_J gegenüber nit^lä ScntetlenSntertcä. 



I) 8ut Siletatur: «u^aflen: 91% g. u. g.-älfl. 1860,462. — »eltna: »af. I86S, 
167. — fflöiblinger.^.ifitit.Bl. 1B6I, 48. «b, IL, 2»8. — S4iei:3orftn).3br. 1883,836.- 
»ifji^e: tfinr. 3t)r6. ieu5, 182, — ®(rla(^: 5or5(l.=natum. 3l|(t)t. 1898, 187. -SJtif.: 
fiftCTc. g. u. 3.=3tfl. 19U7, 145. — gutfi«, ®.: «atum. 3t((f)T. |. 2. u. 5», i906, Mi. 



m\n: Piuodioi. SIT 

A. Sebenäroeife. 

Slugjtit: älftcil bis Stpttmitt. 

%it 91btage bei @iei erfolgt an glattrinbigert Si<^tenftÖntnten, ndi^t ju biefem 
Se^ufe Don ben $ angeftoi^fn mecben. 3n [ebed Soc^ fomnien in bei Stegef 1—3 
(feiten mtift) gelbltt^meige 
(Jtei öon bei (Siöge tineS 
äRo^nlome. 

2)te fioiDen treffen im 
Soft uniegtlmägige, allinäV 
{id| jidC) üerbreiternbe unb 
bem (Splint immer mefir fid) 
itSbenibe, biä 0,8 m fange 
®änge («bb. 88 a}. ^w 
beic^') ölt ttiKtf eine, odei' 
bing^S ni(^t gang legeimö^ige, 
ftemföimige Slnoibnung bei 
@änse beobaditet. 

Die Seipuptjung 
(le^t in einer mit ^oljfpön* 
eben auSgepslfteiten, e[Iipti< 
fi^n Splintniiege Dor fid), 
meld)t mit berienigen öon 
PiasodcH notatus Fabr. grofee 
ä^nltc^Ieit be^^t(9Ibb. 88 b). 
©ie fliofee Hi^fe biefer SSiefle 
läuft gelDü^lic^ ber Stamm* 
adife paialltl. 

X)ie Generation t% 
genau mie bie ber anberen 
Pissodes^Slten, umftiitten 

Z :7l »S 11\ J Hmro^nl« Hb.t tl. »(«tt-rtlnt« (n«t. »I.. Hüft «tnf«,!). 

Slitfcbe'} öettratenbiejniei: 

jälirige, (Sii^boff*) bie boppette. $öc^ft roafirfcbeinlii^ entfprii^t fte bem ottgemetnen 

©diema ber ®athtng Pissodes unb ift einjährig. 

B. Sorftlif^e« SJerbalten. 

3}ei ßäfer fdiabet ^auptfäi$Ii<^ ali Saroe. 

Der (Jrfl6 eiftiedt fi(^ auf bie Sichte bon 50— 120iaf)ri9em Älter, nur auS: 
na^mSmeife auf jfingereS ^olj, oormiegenb ouf ben Straft. Sei ftaiter Siermebiung 
roerben aber aui) Äfte befallen. Seftänbe unter 30 Sabcen nimmt ber Safer ni(^t 
an; au(^ ift er an anberen Stabelbüljecn nocb nii^t beobad)tet morben. Cbfi^on im 
aQgemeinen unterbrüdte unb Iränietnbe &(«. buri^ Scfinee= ober SEBinbbrucb beft^ä' 
bigte Stämme Oorgejogen merben, befädt er bod) aud) gauj gefunbe f|errf(^enbe 

l)I>ie»oIbDetl)erbeiu. i!(rege<nbf. T.aufl. Berlin 1876, 98. — S) gorftjoolijflit. III. 
l.abtifl. 2. Sufl. 206. — 3) Se^r6. b. äRiHeleuiPp. gcmfttnfeHenrbe. I. »b. 88* u. 11. »b. 
1808. ~ 4) gti^r. f. 5. u. 3n). 1882, 337. 



218 ^ti 9tu^. 64mft fiefien %itu. 

S&tme. Stamenttic^ in burd^ 9tau<^ befd^igten gfid^tenbtfiäitben fil^ttt P. Harcj- 
niae feine Angriffe nic^t anf nnterhrüdted SRoterial ju befd^onfen; er nimmt ^ier 
je na^ bem ^ab ber 9lan(^erlranbtng anc^ bie mifi^errfd^nben nnb ^enf(!^aiben 
€t&mme an, 

Der ftäfer 6enu|t befonberd bie oberen Stamm^älften jttr Sioblage. £er 
untere 9bfd^nitt älterer @tämme bid jur Sruft^ö^e mirb nur ungern belegt ^Eit 
aud ben geftoc^en Söc^ern ^ert)orqueIIenben $aritrö))fd^en erftarren ober breiten 
fi(^ allmft^tid^ auf ber Slinbenoberflad^e au^, bur(^ bie (Knnnrfung ber Suft bl&n^ 
lic^toeige Rieden bilbenb. 2)ie &ämmt ermatten l^ierburd^ bad Sudfe^n, afö toenn 
eine leidste 93ef;nrt^ung mit ßalf roaff er ftattgefunben ^atte. 2)iefeS Stiäftn tier^ 
rät ben l^etmli^en S^inb, ift ba^r mo^I ju bead^ten. Sbenfo ju bead^ten aber 
x% ba§ bie „fialffpriler^' leine unbebingt notu^enbige Segleiterfc^einung bed fififer^ 
angriffet finb unb bag anbererfeitd ^arjaui^tritt aud^ aud anberen Urfa^en erfotgen 
lann. Dort, mo ^arjauStritt infolge bed ßaferangriffed ftattfinbet, ^anbelt ed ftc^ 
nic^t immer um (Anleitung bed 93rutgefd^äfted, atfo um (£iab(age. SSielfad^ toerben 
{»arjaudtritte gefunben, unter benen San^engänge beim Slad^fud^en nid^t dor^anben 
finb. @ie rühren bann t)on ben Angriffen ^er, bie bie nac^ ber Überh^tnterung im 
Srfi^jal^r auffteigenben Safer jum Stotdt ber 9la^rungdgett)innung au^fü^ren. 

Der oom ^arjrüffeildfer befallene S3aum reagiert in t)erfd^iebener SBeife. Sd^toa^ 
euerer unb eng begrenzter Stag mirb anfc^einenb längere 3^it gut oertragen. Sei 
ftärferer 93efe^ung erfolgt bann 3Be(Ien ber foone. Xrodene, entnabelte ®i))fel c^araf- 
terifieren bad le^te @tabium, in melc^em bie @tämme il^re Siinbe faQen laffen nnb 
eingeben*, jeboc^ tritt biefed Stabium blog bei ftarfem SefaDenfein unb oer^oltni^^ 
mä^ig fpät ein. 

Semerfendtoert ift, bag nac^ ben S3eoba(^tungen Serlad^d (a. a.D. @. 216, 
Vnm. 1) frifd^e unb no(^ gut lebeni^fä^ige Sichten ben Slngriff bei^ ftäferd oftmaß 
abmeieren, tnbem bie Saroen im ^arj erftiden unb bie Sarüengänge mit einer fiort 
fc^id^t umgeben, ,,abgefapfelt" unb gute^t mit ber Siinbe abgefto^en toerben. Die 
eingetrodlneten Sraggänge finb äu^erlid^, inSbefonbere an nod^ nic^t abgeftorbenen 
fleifcfiigen Slinbenparticn ate 9liefen ju erlenncn, ein äRerfmal, ba« neben ben §arj^ 
fledfen unb 4>arätropfen auf bie aniocfenl^eit bc^ ©d^äblingi^ ^intocift. 

Der M\tx ift ^uerft 1886 oon ©a^efen im ^ar$ ald fd^abUd^ beobachtet toorben, 
}ebo4 etft jeit ettoa 1860 in oerberbenbrtngenbei SBetfe in ben bortigen Sfic^tentoalbnngen 
Qufgetteten (ba^er bet 92ame „^ar^ttlffelfäfer'O- Der Siu^bruc^ bed äbeli» am ^ar^e 
wirb ben feigen Sauren 1867, 1858 unb 1859, jomie ben burc^ @d^neebxfid^e ufm. ent< 
ftanbenen grogen ^oljmaffen jugefc^riebeU; beten Aufarbeitung längere 3^it beanf))nu^te. 
Der ^auptfrag ereignete fic^ in ben flforftinfpeftionen S^^lc^f^lb unb £autent^at, fotoie in 
ben braunic^meigifc^en Dieüieren 8eeien, SBoIfd^agen, Ofer unb ^arjburg unb bauerte oon 
1860—1865. SWq^ ßorena*) waren 1861/62 iu ber gorftinipemon ßautent^al (öier «e= 
oiere) mit 6767 ha $ol55obenf(äd)e etwa 8400 ha 50— 70jft^rige gi^ltenbeftönbe oon bem 
Itäfer befaden, unb cd mugten im gangen 117967 angegangene ©t&mme mit einem 9(uf= 
n?anbe öon llOOO 'SRI (an 9^ei)ifion5- unb @cf)äIer!often) gefaßt ttjerben. Später (öon 1866 
ab) ^at fi(^ ber ^rifer aud) im got^aitdjen X^aringer ^alb<) (bid ju 650 m VtetxtSf^^f^t) 
unb (feit 1867) aud) im (Srjgebirge (Sfleüier Clbern^au ufm.) fd^äbUc^ gezeigt. 

gemer i^ ber ^öfer in 3Raf|en in bem t)on 1889 ah üon ber Spönne ^eimgefuc^ten 
gorfiomt (Sben^berg (S^eg.'^ej. Cberbat)ern) aufgetreten. 9Kan fanb in ben am ^är^en 
bebro^teu $ortien 20— 507o ber unterfuc^ten ©tfimme öom ^arsrüffelläfer befatten. Den 

1) X^ar. 5^rb. 1863, 241. — 2) ipcg: Mg. g. u. S.*8tö. 18Ö7, 317. 



^fifev: PiBsodini. 219 

a^utterboben fflt feine maffen^afte (EttttoicTelttiig Btlbete bad big §um S^inter 1890/91 in 
ollen ^eßänben tei(!^lt(^ oorl^anbene unterbrflcfte ^olj. 

(fn(lt(!^ i|l ber ß&fer neuetbingd aud^ in ben 9}att(^{(!^aben0ebieten ©ac^fend, in bur(!^ 
fto^lentanc^ fc^mer gefc^&bigten ©tongen« unb geringen IBount^dl^ern in gragerer a^enge 
beobachtet mörben.*) 

C. »cfäm^jfung. 

a) IBatBcttgnng. 

1. ©orge für JRetnticI^feit im SBalbe, b. ]§. rcc^tjeittge ©ntfernung otier frön^ 
fcinben unb unterbrüdten ©tönime. 

2. {Rafd^c Aufarbeitung aOer Sruc^^ölacr unb SBiubfäUe. 

3. Schälen ber ben ©omnier über im SBalbe berbleibenben Stämme. 

3ln ben Derfc^iebenen gfra^io^ren biefed SufeTteiS im ^ar^e geigte ftc^ au(^ eine Kn« 
§a^I t)on Ichneumonen tfitig. ^ie meiften baoon gehören ber Gattung Pteromftlus an. 

b) Gertilgttttg. 

1) (Sinfd^Iag unb (Sntrinbung ober Sd^ni^en ber befallenen Stamme. 2)ie 

8ttnbe ift ^u (verbrennen. 

(Sefc^ie^t bie (Snttinbung erft, nadfbem bie $up|>entt)iegen bereite belogen tt)orben finb, 
fo t^at noc!^ Ablehren ber entrinbeten (Stömrne mit ftumpfen 9}eiftgbe{en b§n). @ta^Ibra^t< 
bürften ju erfolgen, um bie £art)en ober puppen ^u j^rbrucfen. 

2. 93ei über^anbna^me bed Sä\tx^ SSerlol^Iung ber nid^t ju 9tu^]^oIj taug^ 
ticken Sd^aftteile unb ^fte unb SSerbrennen beiS ganj geringen ©ipfel^ unb 9leii$^oIged. 

3. SBerfen t)on Songbäumen im Stä^ia^r unb fac^gemä|e Übertoaci^ung unb 
fflc^anblung folc^er bgl. S. 160). 

4. Seimen ber bebro^ten Seftanbe. 

^Qd einlegen oon iCeimringen in SSerbinbung mit $(b(efen unb SSernid^ten ber unter 
ben klingen ftc^ anfammeinben ^äfer mirb t7on 9{itfd^e auf ®runb ber auf ber ^d^Iener 
^arjeHe M Sl^aranbter S^eoiered gemad^ten Erfahrungen em^fol^Ien. Auf 1,8 ha 60:* bid 
60j[a^riger grid^tenpdie »urben 1893 in ber Seit t)om l. S^ai biig 6. Suni 9367 ^fifer 
(babei etwa 107o BcabricoUis) gefammelt. 1895 »ar bad Ergebnis auf 2 ha 9445 H^äfer 
(babei 26% Bcabricollis) 35a ber Auf flieg ber Ääfer nac^ ber SBintcrru^c fe^r jeitig er« 
folgt, muffen bie Seimringe bereit« fertig angelegt fein, »cnn fiel) bie Xem^eraturminima 
noc^ unter 0^^ l^alten. 

22. Pissodes scabrioollis MilL 
kleiner gfid^tenbeftanbSrüffeHöfer.«) 

Äenngeid^en: 4,6— 5 mm lang, bem oorigcn ä^nlic^, aber flciner (überl^aupt bie 
fleinfte Piasodes^Art), pec^fc^roarj ober braun, ©tim unb Slüffel ftarf punftiert. giügel» 
becfen mit einem weigen ober gelben giecf, bal^inter eine breite, an ber ^a1)t üerjüngte 
toeige unb gelbe Cuerbinbe. @cf|ilb(!^en toti% ^oldfc^ilb mit red^tn)infeligen ^interecfen, 
jmei weißbefc^upptcn ^unlten auf ber Oberfeite unb einigen folc^en glecfc^cn an ben ©eiten. 

Beben«h)cifc ufh).: Der ffäfer lebt fcl^r l^äufig tergefellfd^aftct mit P. Har- 

cyoiae unb ftimmt mit biefem in bejug auf Oeneration, ScbenSmcifc unb forftlid^eÄ 

SSer^dlten anfd^cincnb tottfommcn überein. 

$aulQ fanb bei einem fünftlid^en 3u(!^tt)erfuc!^e, bag bie Sart>engönge unb$uppen« 
toiegen burd^fd^nittlid) ettoa« fleiner finb al3 bei Harcyniae unb beobacbtete, ha^ bie Sar» 

1) »gl. bie oben (8. 216, Anm. 1) angefüljrten Arbeiten öon ©cfticr, ißitfcfic unb 
Oerlad^. — 2) Sang: gorftl.«naturw. 3tfd)r. 1892, 48. — ^aulQ, A.: S)af. 1892, 
864 u. 876. 




1^ f./>?r ^vmfrr v ^ - mn ^iA tx der ^iriirinf-iig aer sbt mfit 




'.V*, '«r ♦ '.n "iff^M ^f^tfjM, wenvrzoi ^xxtai mxt ms, »4in U>wiilrt"n e« ^öttrrs 

tF#ff tr t.^ifii^n ht^n ^h- Z^i ^1M cbenicmc^l an mitrtbrädtc Stmflai one aa ba$ 
{|///ffk yii*^ff,i^ unff iwat ctt^t^lullu!^ im Xanne obgdegt 9n bat fUatea Xana 
(^(4^^ >/</ ^Mh\w^t nur an Sfhimnbeii, Wabtnä^ ttn firtbitteOeB. firebitonicB 
fr^r>/^f< im '^4fw<iT,},waib b€x^(n^n%t ünäf fBtnbtäOe, S^^ftt^ol) mib Stöde toabcK 

IfAYi^riiUi^eit, fittpuppnnfi, Stt^fonmen mib (Generation entf p r« ^ 
^rmniUdf hutd^ani htm ^äftma ber PLs»odiDi Sielfa4 {(^nt bie ftbeii uüü e iu wfl 
im iUtfUifn\iaUum unb bie tßetput^pung bann im zeitigen gnt^ja^r bor ft(^ ^n ge^n. 
'J/ir ^iiivVt'^it'^i^fKit Utf^tn oft me^r in ber btcfen 9{inbe att im 3))Iint 

i rr MiUfr brf()Ut toonoiegenb frän(e(nbe @tämme ober folc^e, bie im Kaä^ 
tiitH Kiirii^qrü(irf)rn finb; er tötet jeboc^ unter Umftönben andf anf(^einenb ganj ge* 
(iiMbr 'idtttifii, (WetoD^nüc^ totrb nur ber eigentlid^e Stamm befallen, nur in ftar« 
trtf m It^olst (lud) bie (Mipfe()?artie. 93ou einer ^JtfttounbfteQe ge^en nic^t feiten 20 bii$ 
iU) iforuengititgr ab, bie im Qafte nac^ allen Slic^tungen ^in fhra^Ienförmig bei> 
lattfrii iinb h^m Zeil eine bebeutenbe Sänge (bid ju 60 cm) erreichen. 

V^ffdm^^fung: 1. 6d)ünung ber Wuntfped^te, inSbefonbere be« großen Sunt» 
||>f(t)ia, ber bni Voruc» «nb ^^Jupjjen fe^r eifrig natfiftettt. 

il. )Hrd)tAci(i|)( (^(lllung uub Sntrinbung ber befaQenen Stömme. X)ie "^uppta^ 
\\)\t\\f\\ \\\\b, |ol)olb fic im Splint liegen, mit fc^arfen ©efen au^jufegen. 

:i O-iihinbuHg bev auf ben @d)Iägen berbleibenben l^o^en Xannenftöde bid ^erab 
All beu ttartoH )llMtr,^etii. 

4. rtillliing wow AangbiHumc«. 

n O.^iMb C|!m 't\'8tfl. tHH9, 87. 



Äflfei: PisBodioi. Cryptorrhyochini. 221 

C. natetfanille Crfptoirbrnckliil. 

34. CrTptorrhTnobiu l&pathi Ii.') 
Suntti eTlcni&ffcIfSf" i^bi. 89). 

Stnnitiäftn: Rflftr 7—9 mm lang unb buii^ ein \tt)x itarahaiWii)t» SteüAt 
aufgegciifiiitt. ^al»|(i|ilb unb jnri Xrittdlt in SlÜQclbeilfn pftiibiann bi« \dimati, mit 
anfnditftetienbni, giolen SQIt^cln f^naijei ^äfvpptB. €citni< 
tciit bee $aUfi^ilb«A, ^DibtTbrufl, IcStei Ztiiltetl ber glügel' 
btdtn unb Sf^tnfel in bn äJlittc niei&, bei jungen S^emvlattn 
iStlii^nidEi ober luforot 6e(cöui)pt. fflfljfel in eine guii^ n»; 
ttcfeitl einfc^Iagbat. — fioiOe roei^lidi, mit braunem Äopfe. _ 

Seben9metfe ufio.: Slugjeit im SRai nac^ ber I 
überwintening ber bereits im Äitfluft be« SSnria^re« aua* i 
gefotnntenen fiSfei. ^ie Sier Iperben Dom SRat bii gum 
lob ber 2Hutter!ä(er (3uti, augufl) ringeln, biSroeilen 
ab« mefirete eng beictnaitber, in bte Sttnbe junger Srlen 
ufiD. abgelegt unb jioar flbermiegenb im unleren Irite ber **^- ^- c^p|o"hTn<!h« 
©tfimmd^en. 3)te Samen fnec^en aber erft im Snärj bed 
fotgenben 3a^it« aufl ben fomit überiointemben Uiern. Sie freffen bii ©nbe 3«Ii 
unb Der))u))^en fidi bann gu turjer, nur 2—3 SSocfien anbauember $ut)penrul|e am 
<Enbe beö mit Slagefpänen unb Sotirmebl angefüQten 
tJcalgangeä, nadibem fte fi(^ fiter umgebretit ^aben. 
3>er im %uguft auflfommenbe gungtäfer toübtt fiä) 
bun^ bie ben @ang füQenben 9tageft)äne nnb oeta 
lägt feine Qleburteflätte burt^ ba8 te^te ber Don 
ber SarDe gur Steinigung i^reS langes genagten 
8luSlDurf(i)(^. Die Sutigfäfcc begatten fi^ im 
$erbß no<^ nidit, fonbem freffen bis jnm (Eintritt 
lätterer äSitterung an böunrinbigen @tämm<^en 
unb Sicetgtn. Übertnintentng in ^inbenri^en unb 
fonftigen SBerfteden, Donte^intic^ in ber ©obenbede- 
3n ben ^S^eren @tebiigSlagen übermintert ber Sa= 
fer in ber ^uppenniiege unb erfc^eint bann erft im 
?rrü^ia^r. 

®eneration forntt groetiäbrig. 

grogpflanjen (inb 9tot= unb SBeifierle I 

unb SSetbtn; ieboi^ uerben audi ^Ipenerte, ^op: 
peln nnb ©irten befoBen, SBeuorjugt werben junge, 
2 — 4 jährige Stämmcfien, ganj bejonberS Sems 
Riiidife. SOeiben »erben auc^ aii @ted(inge unb 
€e^ftangen befaDen. 

Xiie junge Saroe frigt gunäc^ft bic^t unter ber 
Winbe rinen flewunbenen, täng« aufmartä gecii^teten a;,» w. 310*1 b« gami non ci/pig- 
unb nur ben ©aft buri^fc^neibenben ®ang (aibb. 90). 'j';^"!;" /^^J* j^,,;"^^/„'"s';;,"f "^1 
Spfiter futdit fie ben @fifint, bringt in'biefen ein " gtitflitm siiBfr"! («»t »d. 

1) Zotta, 8,: (Sntorad. »IHtter I9ü8, 9, 28. — ©treibtet, gronj: Kotuini. 
gtWr. f. 2f- n. fiw. ISia, 279. — Sgl, au* attum: 3tld|r. f. fj. u, 3ro. ia79, 17. - 
«Ä^etn:Iia|. 1691,878. — »ittmann:»5blfln.b.gor(tro. B. SR. u. 6(^1.1898,173. ^ft., 88, 



er^ Su(^. eä)v% gtgnt ZUic. 

unb fii|t in ben bünnertn ffemloüctifen nnb ftuöf^Iägm enbli^ OoQf 
rommen jentiat (%bb. 91). Sin bec Stelle, wo bei ^ag in ben jen* 
tialen @ang übergeH roicb bei ^olgierfia: pla^ 
artig audgefreücn. 

SItan ertennt ben t$ra§ an roenenbnt Zntb' 
ftJi^en bei befoQenen Suäfi^lfige, ferner an bem 
Milfarbigraerben unb Slufblö^en bei Slinbe, \p&' 
tei an beren Sinftnfen unb SRii(igroeiben über ben 
Sängen (S(bb. 92) unb an bem Scannen fiotj: 
me^le, toelt^ (omo^t an ben So^löd^em Ejäng^ 
ata auf bem S9obeu tiegt. 

!Cei bun^ ben Saroenfcag ueturfai^le €^ 
ben ift teilnieife ganj er(iebli<^. (Bi tommt vor, 
bag bie StodauSfi^täge Don @rle fp ftarl befoKen 
»erben, bag 30 bii 40 Qaruen in einem flni" 
fdilage gejö^It nierben I5nnen. @(!E|Dn bei f^mö« 
d^em ^efaQ ftecben bie angegangenen €tämm> 
ä)tn ab ober bret^n an ben ^ragfteüen leitet nm. 
(äJanje ©rlenniebermStber unb SBeiben^er f önnen 
ouf biefe 3Betfe {(^raer gef(^äbigt nierben. 

SBett iDeniger emp^nblii^ ift her bun^ ben 
Safer angeridilete Qdfabtn. Der Röfer beflißt 
bie glatte fflinbe junger ein* ober jnietjäliria« 
Iriebe, inbem er mit feinem 8HiffeI einfKc^t unb 
untn bem ©tii^Iott) ben Caft oerje^. ?)ie ffiilen 
^aben ^ieroon (einen meifboren @diaben, fonbem 
feilen bie (leinen ^unben balb tiui. 3» SSeibens 
tiegem aba (ann bun^ baS Venagen ber einjöb: 
rigen 9tuten an ben Xriebfpi^en ein fü^Ibarti 
@(^aben etjeugt »erben. • 
ffle(ömpfung: 1. auSt)ie6 unb Verbrennen ber mit Samen befeftten ©tämni' 
i^en bjm. Soben (bis (£nbe Suli). ÜSefted SRittel. 

2. abfüllen bjro. Äbtlopfen ber Safer in gangt(^iime. 

^ieibct i^ gro^e atorfit^t geboten, ba fi<4 bie Safer bei bei Itifeften «Etfi^atteniiig 
ber giaBpffange betunitrf allen laffen unb eine 3eitIong toie tot an b« lErtie liegen, ao- 
buttb \k ri0 bm Süden entjie^en. Da« Serfobten ift beS^alb wenig eifolgrelfj. 

Borbeuflenb fann nod) im deinen tmä) anjtiii^ rotrtDoQer Sernloütble mit Sefe» 
ober SRifcbvngen uon ßa(!, fiubmill ufio. mit Ztiftn füi Sctiu^ gegen Ifiabloge gefolgt meiben. 



nb.si.Btiifltf«[tii) tn.M.ianHStttn- 

tunt ctn Iitnadict; ftammittn mit Sri- 

»Dil Crjpiotrliyn- novlittn, buiili b(n 

ahm Upithl L it- $tii| ODR Cr/ptar- 

|<innu«([Ininiitim- rhrnohDi Upiclil L. 

Aen Biit jcntnlcn ftniiiienutintn 

£anini|ia| (nu.ffi.. IBunb|t<niit (Krflci- 

Crig. «. 9.). nnt, Orig. «- S.). 



D. nnterlaMilie BaUnlnt. 

25. Gattung Balfmlnns. 

S)ie bei bei einzigen ^iei^er ge^i)rigen @attung Balauinua ju nennenben ürten 
fönnen bui(^ ügeeinträi^tigung bec <samenernte bon ^afel, lEidie unb Sa* 
ftanie fc^äbtict) nierben. 

^ie Safer, namentlii^ bie $, finb burdi einen auffaltenb langen, ftart gebogoien 



Süfn: Baluimi. Orcheatini. 328 

unb fabntbfinnen fflflffel gdtnnjeidinet. hiermit rnnben Don bent itn SKat, ^uni 
fliegettben ffäfft int iungen, nodi grünen 0rü(^te Don $afe( ober Sic^r jum Stoede 
ber (Eiablage aneeftodien (SEbb. 93 A). 
2)ie auäfommenbe Garoe nit^rt [ti" 
Samen unb fäUt erraa^fen mit ber n 
VOCiettig abfaUcnbcn Sruc^t ju Soben. 
fi(^ E|iec buTi^ ein tieiSrunbed Qoc^ aut 
me^T garten @amtnfd)ate Itetau« unt 
fti$ im Soben. ^[ugtommcn tm Snoi. I 
einfa(^. Unter Umftänbtn nimmt abe 
midelnng infolge Überjä^rigteit mefirer 

%U €{^b(inge fommen iniBcs 
tratet: 

BalaaiDus nucum L., bti 
^ofetnuftbo^rer (Sfiib. 93 Ä, oben), 
bcDorjugt bie ^aftlnug unb oermag, 
wie ©efi') mit einem 95ei(piel be= 
legt, bie Stugemte mefentlidi ju beeil 

B. glandiura Marsham unb B 
tos Fourc, bec gioge unb ber deine S 
Seibe enttoideln fid| in @td|eln — B. 
aui^ in |ia[elnü(fen — unb tonnen bie 
in unemünftbtec SSeife Derlteinern. 

^ JO)t Hl BilftBiDiu Damm L. 

B. elepbas Gyll. in Sbtllaftanie unb a |unsc. i»« uNnif« 9ta4ie mit bfm 

Rerreiffcr lüngiilllrila"" *"". B atäffufW Stii4t 

™? . , ~ IV , .. ™ . , i mit l« In bn «u» (1* •tiitn»l(ttlB»«n 

!oeiamt)|ung: Sufiefen unb ißermc^ten ber sanc (naioic., n«« dsMcui. 

jettiger abfadenben niurmftic^igen ^rfit^te, folange 
bie Saraen noc^ in itinen {inb, atfo unmittelbar nai^ bem Sfbfallen. 

3n ®ärten lann bei ftärfetem auftreten beä 4)afeInu6bo§rerS mäglt^enoeife 
noi^ Sammeln bed Saferes buri^ älbflopfen ober iSemii^ten ber puppen bun^ Um^ 
graben be$ SobenS unter ben $afelnugfträu<^em im ^lerbft ober Srü^ii^i^ >n ^nge 
fommen. 

E. ttitetrainilie OrchesUnl. 
36. ISattütig OrohMtas. 

S>ie®attung umfaßt Heine, bis 3,5 nun 9ro6efiäfer,beren Hinterbeine ©pring = 
beine ftnb. tJorftlii^S ^ntereffe gewinnen bie im 3rüt|ia(|c beim erften Saubauä« 
bnii^ oft in SKaffe erfc^einenben Käfer bu«^ ben bie Slötter oon 2aubt|ötiern mi-- 
nterenben ^xai üfxtt Satoen. 

OroheatoB fagi Zi. 

Si^warän «u<itn(tiriiiarüjielffi|ft, «u*en(ü6Iet. 
ftenn^ei^tn: fiaftr (Wtb. äi) 2—3 mm lang, oon IdiiglitboDalet 0eßalt, pe^^ 
braun M ff^inaig, oben fein giau behaart, t^lügelbttfcn mit grogpuntlieTten Stitifen. 

1) gorftm. 8M- 1891, 688; la04, *87. 



224 St^ Bu4. @(^i4 gts"< ^i*^- 

tmb flat^en gtDif^niidunitn. 31fl{{tl jUmlii^ lang, jurflifgt&oaeii. gQ^ln unb Seine ^D' 
bvxan. $oirbei{4(ntel mit einem fletnen 3'i^"e; $intci:f(l|tnlet Mibidt, fein ge{A^neIt — 
äaxvt ueiglid), mit eetctltcm, bunflem 92a(ftn[i^tlb unb jiDti S3Sijd|tn auf jebem $in- 
treleiba ringt. 

f2e6en8tDeife iifm.: ginfljeit im atptit uitb Mtifang TOoi. I^« 
ßäfei ift augeruibentlic^ benieelic^ unb ma^t Iceite Spfüitßc. 
S)q8 S legt feine ©ter einjetn on bie frifd) entroüelten 93ut^en' 
biatter, anb sroot ouf beren unteren Seite on bie SWittetrijjpe ober in 
beren Slä^e, unter bie Dort)er Qu(flebi([ene Oberhaut. SWituntet wirb ein 
onhui» ^iaii mit mehreren Sieni betegt. 

ff ^' Sie ouäfi^lüpfenbe Satoe frifet (oom SKoi ob) Im »lüttporenttW"'' 

einen nai^ bet Stattfpige ober (eitmärtä — nie noi^ bem ©lottgrunbe — 
geriditeten, gefc^töngelten SRinieigang (SIbb. 95), mtiüjtt iä) (iie^tit!^ ju einem 
fltöfeeren ^'«t erweitert. 'S>it onfangö roeiS etfd^einenbe befreflene ©teile toirb 6otb 
bcaun, im übrigen bleibt ha9 Statt aber getunb unb funttionSffi^ig. 

^te $upt)e (Abb. 95a) liegt innerhalb ber 
reflenen Öfaitmine, in einem Iteinen Äoton 
n ber oberen unb unteren @i)ibermiä, naite 
attranbe. 

)er nadi turjer $uvfKnrufie im Sunt ani^ 

ibe Safer flbemintert unter Saub, in Nins 

■n, alten grafigängen unb fonftigen ©^Int)^ 

I. 0ieuere Beobachtungen ^) beuten bataiif 

I|in, baß er bei ber Qberminterung etmise, 

an bie ©udienbepönbe ongrenjenbe gti^ 

tenfulbtrtn bebor^ngt; roenigftenfl nuriien 

bie in 9tQbel^o1jfutturen fte^enben Sm^en 

me^rfo(^ jiärter befreffen ots reine 8u= 

dientieriünguncien. 

@encration einjährig. 

3nfotge befl aarbenfrafee» nefi' 

men bte SJaumtronen ber Suiten bei inai= 

fen^aftem Auftreten beS Süfer3 eine roeit' 

^in fi^tbore rotbraune Färbung an; bie 

> ¥m=ft on »inh. bn «iaiimii.( (not. «t., SBirtung eine« erfiebli^en ©(witfrofle«. 
°"''- *■ *■'■ Hieben bem Saroenfrafe ift meitertiin 

ber bom Käfer burc^ iBenogen ber Slötter unb 5rüif|te angerit^iete ©i^aben p 
ermähnen. Ser auö bem Winterquartier oudgelommene Käfer burc^Iöi^ert bit 
jungen ©u^enbtätter (Sbb. 95) unb benagt bie Sr"d)ttnoten ber meiblid^en Stuten, 
md^renb bet ^ungtäfer burdi Slnftectien ber [^(^tfapfetn vorjeitigeS aufQa))pen*) 
berfetben unb ^aubbleiben beranloffen foQ. SebenfnUS fann burc^ ben Köfei eine 
Seeinträi^tigung ber ©omenernte herbeigeführt »erben. 

1) ffloßmfigfet; 3). goift'gtfl- 1818, 208. — Saulcil: »af. 1913, 42ß. - 2) W.: 
Soriil. 5Sij(^en6latt. ötilafle g. aüg. $org(iettauf«=8Injeiget 1886, »r. 89, 80*. — D. gnft' 
Stfl- 1912, 762j 1913, 608. 



ftfifer: Orchestini. Cionini. 225 

^et Mfet nimmt aber außer fSuc^nbl&ttern u{R). noc^ fe^r t)erfc^iebene Stoft j^n ft(!^. 
(Sr ijl j. SB. an Dbftbdumen ftatf {(böbigenb beobad^tet toorben, er {d|marott an ^ir{d|en, 
Himbeeren, Stachelbeeren, IBlumenfo^l ufto. unb ^at in 9ioggenf eibern ^), bie 
ft(^ in ber 9läijt Don SBu(!^nbeftdnben befanben, bie unteren Spieen ber bie ^anpiSit^t 
bilbenben f (einen ä!^rd^en benagt. 

(Sr befällt SBuc^beftanbe ieben SCIterd, fogar ^uffc^lag, jiel^t aber bad ältere $o($ 
bem lungeren bor unb liebt befonberd bie SBeftanbdränber, fomie me^r freifte^enbe $äume 
(a^tttterbäume in Si(^t{c^Iägen). 

3m ^fäl^erwalbe trat ber ^äfer 1869 in folc^er Vlenge auf, bag in monc^en fßnd^tn* 
betäuben (ein 9latt \)tt\d^ont blieb.*) 

1878 geigte er ft(!^ maffen^aft in ber Umgebung oon ©iegen, inSbefonbere im fBie« 
fecfer ^emeinbemalbe.") 

3m S^effart touxtt bie xtxd^t ^u^enmaft im ^erbfte 1888 \>ux6^ biefen 9iüßler »efent< 
lic^ bef(!^äbigt. 

Sefämpfung: Unburci^ffl^rbor unb bom forftlid^en @tanbpunlte au9 audf 
nxäfi nötig. 

Sem bon SBa^I ftanmtenben SSorfc^Iag, bie S'äfer abiuHo))fen unb bie ab« 
ft^ringenben Snbibtbuen auf mit ^Raupenleim beftric^enen großen $apterbögen auf« 
Sufangen, lann emfiere Sebeutung nic^t betgemeffen merben. 

Orchestes querous L. 

did^enfpringrüffeHäfer.*) 

ftenn^eic^en: 2,6—4 mm lang, baud^ig geftaltet, gelb« bid rotbraun, oben h\9 über 
bie ^ftlfte ber S^flgelbecten bic^t gelblic^grau behaart. 9[ugen, ^ruft unb erfte (»interleibiS« 
fegmente {(^märjlic^. f^rlügelbeden fein punftjireifig. SRüffel jiemlicb lang, gü^ler, $etne 
unb ^interleibdetibe l^ellgelb. SSorberfc^enfel mit einem fleinen ^a^nt. ^interfc^enlel oer- 
bicft unb unten mit mehreren fleinen ^at)ndien. 

ii^ebendmeife ufU).: i)ie filonomie biefed 9iüffel!äferd ift ganj ä^nUc^ ber bed Or- 
ehestes fagi L.; er befällt aber nur (Sitten (oormiegenb @tielei^e). 

Um je ein (Si unterjubringen, wirb bie äRittelrippe beiS Blattei? l^äuftg einige Vtalt 
unterfeitd angenagt 

^n ben Stellen, mo bie SSerpuppung ftattfinbet, erfd^einen bie IBlätter blafig auf« 
getrieben. Einfang 3uli fommt ber ^äfer bur^ eine Heine £)ffnung oberjeitd aud; im 
^erbfie bejiel^t er fein SBinterquartier unter fiaub. 3)ie burc^ bte Saioen oerurfac^ten 3RU 
niergänge unb ^plä^e färben ftd^ niit ber geit Ifellbraun. 

Der (Srnä^rungiSfrag bed ^äferd befielt meifi im Sfelettieren ber Unterfeite ber 
Blätter in fleineren unb größeren Sieden oon oerfc^iebener ®eftalt; eigentliche i'dc^er (tt)ie 
Orchestes fagi Gyll.) nagt er nur jpärlic^. Die Blätter jeigen infolge bicfcr me^rfac^en 
Sefc^äbtgungen mannigfaltige Serfrümmungen unb bleiben in il^rer ^ntmidelung jurüd. 

Der ^äfer lebt oorjugdmetfe an ifingeren (Stellen, @)eftrüpb, Unterwuc^d ufm. 3m 
l^ol^en ^ol§e befällt er faft nur bie S'^tiQt ber unteren (ftärferen) $tfte. 

(Iteneration einfad^. ^n manchen Sauren fel^r häufig (j. ^. 1875 bei biegen). 

^eTämpfung ebenfalls nicbt auiSfü^rbar. 

3n gleicher SBeife »ie bie tjorgenannteii Orchestes-Ärten ftnb 0. alni L. auf Ulme 
unb 0. populi Fabr. auf $appel, S^eibe, SBirfe, Ulme unb anberen fiaub^dljetn fd^äb« 
lid^ gemorben. 

F. Unterfamilte Cionini. 
27. CionuB ftraxini de G^er. 

(gfdienrüffeHäfer. 
^ennjeic^en: ^äfer 3—4 mm lang, oon oieredig^eiförmiger ®eftalt, nugbraun bid 
f4tt)ar§, iebod^ infolge btcfiter 16efd}uppung oben braungrau mit einigen {d)marjen "SHaitln 

1) X^ar. 3^rb. 1871, 78. — 2) Mg. g. u. S-Stö- 1869, 478. — 3) ^efe: Daf. 1876, 
440. — 4) ?lltum: Stfc^r. f. g. u. 3». 1896, 679. 

«e6, Sorftjr^u^. i. i.gtufl. 15 



226 (^rfled 93it(^. ©d^u^ gegen Xiere. 

auf bem $oU{(!^itb unb ben ^lü^tlhtdtn. 9iüffe( bünn, ettood gebogen. ^Ii^f<!^t(b bieiter 
ate lang, grlügelbetfen fein punftxnt gefhetft, oben abgeflad^t. I3eine, gfü^Iet unb 9{flf[e( 
tofhcot. — Saroe 6—7 mm lang, anfangt »eig, \pättt gTAnUfJ^^gelb; nur ber fio^f nnb 
%XDtx Dierecüge ^itd^tn auf bem Suaden fc^wat^ ; beinlod, ooSftfinbig mit einem hixtd^fid^ 
tigen gelbltd^en ©d^Ieim überwogen. — ^uppt 3—8,6 mm lang, f(^mut^tg«ge(b, \mxd^ 
f(!^einenb, in einem blafigen ^ofon, ber owS bem £ait)enf(!^Ieime gebilbet mitb. 

Sebendtoeife ufkD.: Stugseit im S^^i^^l^te. S)te Stet tnerben an bie jnn^ 
gen 99Uitter ber Sfd^e abgelegt. 

2)ie Saroen freffen unterfettd an ben Slättern, toeniger bom Konbe ^ aü 
Qttd ber äRitte ^eroud, alfo ))Ia^n)eife, unter SSerfd^onung ber oberen (fyibttmi^. 
@te Der puppen fid^ in ber SRegef in ber Sobenbecfe, iebod^ öfterd auc^ an ben 
Slättern. 3tai) 10—12 Xagen erfci^einen bie Safer, meiere fogleid^ jur 93egattnng 
unb (Sierablage fd^reiten. 

®eneration bei und bop))eIt, in @nienxopa tiemtutlid^ breifad^, in einem 
t^on Soad^) gemelbeten SaQ anfd^einenb einjlä^rig. 

S)ie Safer freffen unregetmdgtge gro|e 2'6ä)tt in bie Slatter bom Raube 
t)er, tierjel^ren nid^t fetten aud^ bie 9Iattripf)en mit unb greifen anä) bie finofpen 
an. Ser fiöferfrag ift ba^er im allgemeinen fd^ablic^er aÜ ber Saroenfrag. S)ie 
ftarl befreffenen 93Iötter tiertrodnen binnen etioa 14 Xagen unb fallen ab, befonberd 

knenn bie S31attftiele benagt knerben. 

fiellner beobachtete 1864 einen jiemlid^ bebeutenben Sfrag auf bem Sinterfletnex 
Sflebier (im got^aifd^en X^ürtnger äBalbe). 

Subeic^^ httid^ttt t)on einem 1869 im Xl^oranbter ^albe ftottge^abten Srrage, bei 
meinem 6—6 m ^ol^e (Sfc^en ftarf befaSen tourben. 

©d^mibt") fonftatiert haS ^orfommen bed ftäferd 1886 in bebeutenben IRengen im 
9iet)iere ®au(eben (Dft^jteugen). 

3m Sa^re 1888 trat ber ^dfer in O^efellfc^aft ber fpanifc^en ^fliege maffenl^aft in ben 
(gfd^enplantageu beiS afabemifd^en t!forflgartend bei biegen auf; im fotgenben Sa^xt toar 
er inbeffen laum noö^ §u ftnben. 

S3eläm))fung: Sßeber notn^enbig nod^ burd)fü^rbar; ed föme ^d(!^ftend iSbllopfen ber 
ßAfer balb nac^ bem (Srfc^einen in 93etrad^t. 

G. Unterfamilte Magdalini. 

28. (Spaltung MagdallB.«) 

S)ie ^ier ju nennenben Srten finb Heine, blau ober bunlel fta^Iblau bid fc^marj 
gef&rbte Studier, bie ^au))tfäd^Iid^ in iungen Stabell^olgorten ber erften {(tterdflaffe in 
fr&nMnbem, burd^ ben ^aQimafd^, ben 93(afenroft ober bur(^ Grapholitha pacto- 
lana mitgenommenen aXaterial, ^in unb koieber anä^ in S^^tgen öfterer Saume 
brüten unb bereu ^magineS an ben Slattorganen unb Zrieben t)on Saub^: nnb 92a« 
belf)ötjem freffen. 

Magdalis yiolacea L. Sebt an t^ic^te, nad^ 9lörblinger augerbem an Sre^ 
Kefer unb @trobe. ^auptflugjeit im Sfrül^iotir unb Sorfommer. 2)ie golbgelben 
@ier merben ju mehreren in audgenagte Slinbenlöc^er abgelegt. Die SarDen freffen 
ftammaufmörtd ober ftammabmärtd parallel tierlaufenbe tiefe Sfurc^en in ben Splint 
unb tierpuppen fic^ an beren Snbe in nod^ tiefer liegenben ^uppenmiegen. 2)a §mi^ 

1) TidßBkrift for Skowaesen 1897, 144. 9?eferat: 8bl. f. b. gef. gto. 1900, 86 — 
2) Xl^ar. S^rb. 1869, 87. — 3) 3tf(^r. f. g. u. 3to. 1885, 504. — 4) «Rörbfinger: 
2eben«ttieife üon gorfHcrfen. 1880, 16. — ©fd^eric^ u. ©aer: Slaturn). atfcjr. f. ß. u. 
SrtD. 1908, 614. 



J 



ifer: Magdalini. Anthonomini. CoBsonidae. 227 



f c^eti bett einielnen hängen me^r ober tocniger htnüxä^t ft&mme {teilen bleiben, d^nelti 
gut befe^te Stalfiüde oott Magdalis benen t)on Hylobius abietis. Sie Sart)e über^ 
toititert unb entmidelt ftd^ nad^ furjer ^up^enru^e im Srfi^ia^r pr Smogo. <8e$ 
neration einjährig. 

2)er Käfer fleletiert jum ^^ede fetner (Ernährung bie S3Iatter t)on Sirte. 

Magdalis frontalis 67II. %Ta% ttnt bei bem borigen, aber an ftiefer. 
Sie ptxxpiftvx\d) berlaufenben Saroengönge bringen nod^ tiefer ein aU bei vio- 
lacea unb erreid^en in \(i^toaä)tm Slateriol gumeilen bie 9ßarfrö^re, in bie bann 
au(^ nid^t feiten bie ^up^^enmiege ju liegen lontmt. Sma^rungdfrag ber fiöfer an 
ber JRinbe junger ffiefemtrtebe. 

Magdalis duplicata Germ., M. phlegmatica Hbst. unb M. memnonia 
GjU. Sart)enfrag an Sichte unb fiiefer unb iXoax in (i^aralteriftifc^er SBrife in ber 
äRarlröl^re, bie auf 20 cm unb me^r audge^ö^It n?trb. 

Selöntpfung: Sammeln ber Safer im Srrü^ja^r (Steril bid 3uni); ^ttan^^ 
reißen unb Verbrennen ber befallenen ^flanjen (©erbft). 

H. tlMterfamine Antbonomlnl. 

Unter ben ald ,,^Iütenfte(l^er'' in erfter Sinie für ben Obft^üd^teT mi(^tigen 9lü|Ient 
{tnb smei ^&fer buxc!^ i^re an ber liefet ftc^ abf^iielenbe (httmicfelung for^liij^ bemerfend« 
toeri (Sd fmb: 

AnthonomuB yariana Pajk.'X ber iSiefeinfnofpenltec^er, ein Ileiner, 3 mm 
langer, braunroter Stüffelfdfer, ber feine (Sier im gfrü^ja^r in ben ^ofpen ber l^iefer un- 
terbringt unb ielbfl bie jungen triebe unb !RabeIn benagt. 3)te bon ber fiarbe audgefreffene 
^off^e oertrodnet unb veranlagt bei ftSrferem 9(uftreten frü^pel^afte (Enttoidelung ber IHefem. 

Brachonjx pineti Payk.*,) ber ftiefernfd^eibenrü^Ier, ein ebenfo Heiner^ 
rotgelber ^dfex, ber bie jungen 9{abeln ber SRaitriebe oberhalb ber iRabelfil^eibe anfügt 
unb je ein (£i im einzelnen ßurjtrieb unterbringt. S)ie auj^fommenbe zitronengelbe 
(nifj^t rotgelbe) 2axt>t frigt einen abtoörtd gericbteten ®ang, an beffen unterem Snbe fie 
\\6^ t^erpuppt. 3)er im tluguft fertige f^&fer übermintert unb berurfad^t burc^ feinen du 
nd^rungiSfrag fleine (StnfHd^e unb bamit ftc^ bräunenbe ©teilen an ben Sattln, 

^er burc^ bie briben le^tgenannten ^dfer angerichtete S(!^aben ifi berart geringfügig, 
ba6 an IBetämpfung, felbft menn fie bur^ffi^rbar »Are, aud praftifc^en ®rünben nid^t 
geba(!^t mirb. 

9«milie Cossonidae« 

flud ber in biologi|(^er ^infic^t f^u ben Sorfenföfern fiberleitenben, in »erarbeitetem 
^olje lebenben unb l^ier tecbnifd^ fd^öblic^ merbenben tleinen S^^milie ber Coesonidae fei 
RhyncoluB culinaris Germ.') an^angdweife ^erDorge^obcn. 

3)er 3—4 mm lange, pec^braune, etmad glänjenbe ^öfer ifi in ber Bimmerung eined 
fac^fifc^en ©teinlol^lenfd^a^te« in ^ainicben bei Sredben bei 870 m ^iefe in toirtfil^aft* 
lx6l ffil^lbarer äBeife aufgetreten. 3)ur(i) ben grag bed toa^rfd^einlic^ bauemb im $ol$ 
lebenben ßSferd unb ben fetner Sartie toirb ber @ptint beS befaDenen ^oljftüded in lotber« 
ftanbdlofen ^ol^mulm oerwanbelt, fo bog bie 3:ragfä]^igfrit bed ^of^ed fe^r »efentltc^ ge« 
minbert toerben fann. 

S3efdmpfung: 9{ur im SBege ber IBorbeugung buril^ Imprägnation ber 5ur Ser« 
loenbung fommenben ^öl^er möglic^. 



1) Poppen: 3)ie fc^äblid^en Snfelten dluglanbd. $eterdburg 1880, 227. — 2) üd» 
jtein: 8tf(!^r. f. g. u. 3ro. 1893, 36. — 3) vRitfc^e: Xl^ar. Qf^rb. 1896, 121. 

15* 



228 @T{led S3u(^. 8(i^u( gegen Xiete. 

%ümiüt Scolytidae, fß^tUnVkftt.^) 

^magine^ Kein, toaljenförmtg, braun bid {(^toaT§, im ganzen ^abitiiS ben 92age^ 
ffifern (Anobiidae) fi^nlid^. Stop\ lugelig, Dom abgeftu^t, f(!^m5(et a(d bad ^olSf^ilb, nacft 
abtofirtd geneigt unb Dom ^aUf(!^i(b me^t ober weniger bebecft 9(ugen flac^. Srfi^ter Inci, 
meifleniS geDro(^en, and 6(!^aft, 2— Tglieberiger @ki|el nnb großem Snbfnopf bcfle^b. 
Slügelbeden meift ftarf getoölbt, bad ^tnterleibdenbe bebedfenb, bei einer grdieren flnga^I 
Don Wirten leinten aber eingebtütft (Sflügelabfhtr)). SBetne 4glieberig, erfte^ ®(ieb Iut^ 
ald bie übrigen jufammen; aSe f^ru^dUeber gan^ ober bOiS britte 2la|)pig. 8au4 aud 5 
9{ingen befle^enb, Don meieren bie betben erften meiftend miteinanber Dertoat^fen fmb. — 
(Steneration einfach ober boppeli — SarDen mal^nförmig, meic^, bau(!^to»5rtd gefrfimmt, 
mit ftarfen bel^aarten SBüIften, fuglod, {(i^mu^ig^toeig, mit gelbbraunem $top\, im allge^ 
meinen ben 9iüf{elIöferIarDen ftl^nlic!^. — puppen fur^ unb gebmngen, mit fp&rli^en 
^orn!|d(!ern unb paaren. 

A. Sdlgemeined. 

2elien9toeife: 3)ie Sorfenl&fer ftnb gegenüber aDen anbeten in ben SSalb^ 
bäumen fid^ entkDideInben Snfetten baburc^ d^oralteriftert, ba^ [lö) i^r S)afetn im 
toefentlid^en im inneren i^rer Srut)>f{anie abf))ielt; Saroe unb ft&fer leben faft ottd^ 
fd^Ueglic^ in ber 9tinbe ober im $oI)e ber $oI)getDa(^fe. SSefaDen merben je nacfe 
Sri ber Sorlenlafer teifö iüngere, bor^errf^enb aber altere ^dljer. 2)er Eingriff 
richtet fi(^ balb auf @tamm ober SBurjeln, balb auf bie fc^koäd^eren Sortimente, onf 
ä^fte, StodQt unb junge Xrtebe. 

Kenn^etd^nenb für bie einjelne Sorlentdferart ift oft fd^on bie angenommene 
$oI}art, fomie bie Sorm ber bom $ 9RutterIafer im Snneren ber tJrafi^ffoitje ge? 
nagten 99rutgange, ber ,,aRuttergange". ge nac^bem biefe in ber Stinbe biio. auf 
ber ©renje jtoifc^en SRinbe unb ^olg ober anbererfeitd aui^fc^IiegUd^ in ^olj ange« 
legt ti^erben, trennen toir bie 93or(enIäfer in Slinbenbrüter unb ^olsbräter. 

S)ie SRinbenbrfiter bohren fid^ nur in bie Slinbe ober huxä) biefe bi^ f^bä^ 
ften§ auf bad ^olj ein. S)a§ fleine freiiSrunbe 99o^rIod^ toirb bei ben ^a^Ireici^feren 
monogamen Srten Dom $, bei ben toentger ja^Ireic^en polygamen ürten üom d ge^ 
nagt. Sei festeren fertigt \>ai cT toeiterl^in unter bem Sol^irloc^ in ber Sorte eine 
Heine 9lifd^e an, in toelc^er bie Begattung boHgogen toirb (Siammeltammer). 
^on biefer Sammer aud, in ber bad äRännd^en gurüdEbleibt, ful^ren bie SSetbiJ^en 
i^re in .Dielen SäDen c^arafteriftifc^ geformten Srutgänge an ber ©renje imif(i^en 
^olj unb 9tinbe. Sdngd ber aRuttergdnge toerben t)on einjelnen Sorlentaferarten 
!^uftlö(^er angefertigt^ um ba^ So^rme^I ^inau^iufd^affen unb um Suft in ben 
(8ang p bringen. Sei ben monogamen Slrten toirb eine befonbere Slammeltantmer 



1) SlQgemeine Literatur: (Sic^^off, SB.: Xie europ&ijc^en SSorfenlofer. IBertin 1881 
(grunblegenbed ^erf). — fdaxhtt^, ^.: ^ie iBoftric^iben S^ntraleuropOiS. (Senf 1901. — 
mtiUti, <Sbm.: 93eftimmungdtabeIIe ber S^orfenläfer. »rünn 1894. — (Sfd^eri«, SL 
unb dfeorg: ^efKmmungdtabelle ber beutfc^en for{tf(^öb(id)en i6orfenläfer ujto. Sotftl.- 
natur». S^W- 1897, 7. — gu(^3, (SJilbert: Üb. b. gortpflonjung^Dcr^äUniffe ber rinben« 
brütenben ^orlentäfer u\ro. Slfind^en 1907. — 3)erf.: SRorp^ologifc^e ®tubien über l3or> 
fenfäfer. I. ^ie Gattungen Ipa de Geer unb Pityogenes Bedel. ÜJ^ünc^en 1911. II. S>te 
europaifc^en ^Qlefinen. 30lün(^en 1912. — 9{üglin: $^Qlogenie unb ©Aftern ber IBorlrn' 
löfer. gtfdjr. f. miff. Snjeftenbiologic 1911, 47, 77, 109 uff. — Xrebl unb ßleine: 
Überfielt über bie ^fefamtliteratur ber «orlenffifev Dom 3a^re 1768 — 1910. Beilage ^ 
„G^ntomolog. ölättcr", 7. 3a^rg. 



' 



Stä\tx: Scolytidae: flti%tmtim^, 229 

nic^t angelegt. Sie Segattung finbet l^ter entloeber mä^tenb bed Sinbo^rend ober 
im tätige felbft ftatt. 

Sie SRuttergänge ^) finb in bejug auf il^re S^rm entmeber regeint&gige (li^ 
neare) ober unregelmäßige (5ßläfegänge). gn bejug auf bie Qa^t bcr üom 
So^rlod^ (bgm. ber Stammettammer) aui^ge^enben linearen (Sänge werben ein^, 
itütu nnb me^rarmige unterf(i^ieben, in begug auf bie 9ii(^tung (am fie^enben 
99aum) Sotgönge (Sängi^gönge naä) Sic^^off) unb SBagegänge (Ouergänge). 
Sßenn bon ber 9iammeRammer meliere einzelne aRutterg&nge fhra^Ienartig auiSgel^en, 
fo toirb biefe graßform atö ©terngang (abb. 130, @. 278) bejei(i^net. Sie me^r- 
armigen Sotgönge nennt man (Sabelgänge (Sbb. 126; @. 275). Sie {nieiarmigen 
SBagegänge Reißen auc^ ftlammergönge^) (8(6b. 105, @. 247). @ine befonbere 
S'iobififatton ber Sängdgänge finb bie ^aten^ ober Stiefelgänge (iKbb. 118 
u. 119, @. 263 u. 264). %ud ben SEBagegängen toerben bei befd^ränftem 9iaum (in 
fci^koad^en folgern) oft @d^räggänge ufw. 

93ei ber Slnlage eineiS linearen (8anged legt bad SBeibc^en feine (Sier in ber 
Kegel gu betben Seiten bed ©anged toä^renb beffen allmählicher SSerlängerung in 
tiorl^ genagte @>rfib(i^en ab unb t)erflebt biefe mit feinem SBurmme^t Sie Sar^^ 
i}en freffen ®änge, bie me^r ober toeniger reci^tttnnlelig oom SRuttergang abjweigen, 
oerfd^eben lang ftnb^ mit gune^menbem 9Bad^dtum ber 8art)en immer breiter toer^ 
ben unb aDmä^li^ mit SBurmme^I ftd^ füQen. Sie \)tvpnpptn fid^ am @nbe il^red 
(Sangen in einer länglid^en $5^Ie (SSiege), meiere entmeber in ber 93orIe, im iBaft 
auf ber ®ren}e üon 9Knbe unb $oIj ober im Splint liegt. Sie audtommenben 
Sungfäfer bohren fid^ entmeber balb nac^ i^er Snttoidelung }ur gmago mittete 
Iretdrunber gluglöc^er aud ber ^uppenioiege birelt naä) außen unb f freiten aü^ 
balb pr anläge neuer 93ruten ober fie tierüben bid gur (Sr^ärtung be§ S^itinpan^ 
gerd unb gur SReifung il^rer ®efd^Ied^tdorgane entmeber an ber ®eburtdftätte ober 
onberioärtiJ fogenannten Slac^s^ ober Stt^if^^^fraß. 

Sei ben unregelmäßigen ober ^lä^gängen toerben bie Sier ni^t cingeln, 
fonbem me^r l^aufenioeife in ben SRuttergang felbft abgelegt. Sie Sart)en erweitern 
bann öfterd biefen ®ang, inbem fie bic^t aneinanber gebrängt freffen, gu einem fog. 
JRinbenfamiliengang (?tbb. 116, S. 260), ober fie graben überl^aupt unreget 
mäßige, Dielfac^ ineinanber überge^enbe (Sänge, fo baß ein gang oerloorrened ^aßbilb 
entfte^t. 

S5ei ben ^olgbrütern, bereu 83o^rlöd^er bt« in bai^ ^olg t)orbrtngen, ift bie 
ßfonomie eine wefentlic^ anbere. SSermutlit!^ toerben bei biefen bie äRuttergängc nur 
öon ben SBeibd^en l^ergeftettt; femer fehlen bei ber 2Re^rga^l ber ^ier^er gel^örigen 
arten bie 2art)cngängc. 3«^ ©ilbung öon $u^)pentoiegen fommt e^ ^ier ebenfotoenig, 
tt)ie gur ©erftettung befonberer gluglöd^er. SSom SBo^rloc^ au« toirb gunäd^ft eine 
fürgere ober längere @ingang«röt|reitt rabialer JUid^tung in ba« §olg getrieben. 
S3on i^rem (£nbe gmeigen bie »rutrö^ren ab (t)gl. «bb. 139, S. 285). Siefe 
»erlaufen meiften« ^origontal unb folgen bann gern ben 3tt^^e§ringen. Sie (Sier 
toerben bei einigen Srten abmec^fclnb nat^ oben unb nac^ unten abgelegt, in toet 
d^em gatle bie auSfommenben Saröen bie ©iernifc^en gum S^Jecfe ber Smä^rung 



1) JBorgmann, Slaturto. Stfd^r. f. ß. u. fjto. 1906, SIC. — 2) (gid^öoff, 93?.: 
SKünb. forftl. ^. i. $eft 1892, 98. 



218 ®tfted Bu(^. @(^it( gegen i:tere. 

Säume. SRamentlit^ in burd^ SRouci^ befd^dbtgtcn fjid^tcnbcftänben fc^eint P. Hai-cj- 
niae feine Singriffe nid^t auf unterbrüdEted Wtaimal ju befc^r&nlen; er nimmt ^ter 
\t riaö) bem @rab ber Stand^erlranlung aud^ bie mit^errfd^enben unb ^errfd^enben 
@tämme an. 

J)cr Ääfer bcnufet befonberi^ bie oberen ©tomm^ötficn Jür(RabIö9^ S)er 
untere Sbfd^nitt älterer Stämme bi^ §ur SBruftl^öl^e toirb nur ungern belegt S)ie 
aud ben geftod^enen Söd^ern ]^ert)orqueIIenben ^orjtröpfd^en erftarren ober breiten 
fid^ aQmä^Iid^ auf ber Slinbenoberfläd^e and, burd^ bie Sinmirtung ber Suft bläu? 
lid^mei^e Sieden bilbenb. 3)ie @tämme erhalten ^ierburd^ bad Vtui^fel^en, afö toenn 
eine leidste Sefprifeung mit Äallmaff er ftattgefunben ^ätte. Dief eö geid^en üer^^ 
rät ben ]^eimli(^en geinb, ift bal^er wo^I ju bead^ten. @bcnfo ju bead^ten aber 
ift, baß bie „Äalffprifecr" feine unbebingt notmenbigc Segleitcrfc^einung beiJ Röfcr:? 
ongriffc^ finb unb ba§ onbercrfeit« §arjaugtritt au^ and anberen Urfad^en erfolgen 
lann. S)ort, too $arjauStritt infolge be^ Ääferangriffe« ftattfinbet, l^anbelt c* fic^ 
nid^t immer um Einleitung bed 93rutgefc^äfted; alfo um Eiablage. SSielfad^ toerben 
^arjauätrittc gefunben, unter benen Saröengänge beim Stod^fu^en nid^t bor^anben 
finb. Sie rühren bonn öon ben angriffen ^er, bie bie nod^ ber Übcrminterung im 
Sru^ja^r auffteigenben S^äfer jum gtoecfe ber 9lal)rungi5geh)innung ouSfü^ren. 

Der Dom |)arjrüffcifäfer befallene 93aum reagiert in öerfd^icbener SQäeife. ©^toä* 
d^erer unb eng begrenzter 3ra§ mirb anfc^eincnb längere 3cW gut vertragen. Bei 
flärlerer Sefefcung erfolgt bann SBellen ber Krone. Irod ene, entnabelte ®ipfel c^araf^ 
terifiercn ba8 le^te ©tabium, in meld^em bie ©tömme i^re SRinbe fallen laffen unb 
eingeben; jebod^ tritt biefe^ ©tabium bloß bei ftarfem SSefaüenfein unb üerl^öltniö^ 
mäßig f))ät ein. 

ajemerfengmert ift, baß nad^ ben ®eobad^tungen ®crta^ö (a. a. D. ®. 216, 
Stnm. l) frifc^e unb nod^ gut lebensfähige gierten ben Singriff beÄ ©äferä oftmafö 
abmeieren, inbem bie Saröen im §arj erftidEcn unb bie Saruengänge mit einer ffort« 
fc^id^t umgeben, „abgefapfelf' unb sule^t mit ber Siinbe abgeftoßen merben. 3)ie 
eingetrodneten Staßgänge finb äußerlid^, indbefonbere an no6) nid^t abgeftorbenen 
fleifc^igen 9tinbenparticn afö 9tiefen gu erfennen, ein SKcrfmal, ba« neben ben ^arjs 
f(edfen unb f)arjtro))fen auf bie Slntoefenl^eit beS ©d^äblingiS ^inmeift. 

Xer Hfer ift juerft 1886 oon ©a^efen im ^ar^ a(d fil^abUc!^ beobad^tet teorben, 
ieboc^ erft jeit ttroa 1860 in üerberbenbringenbet SBeife in ben bortigen St(!^tentt>albungen 
aufgetreten (bal^er ber 9}ame „&ar^rüj{elfäfer")- ^er Studbruc^ bed Übetö am ^ar^e 
tt)irb ben Reißen 3o^ren 1857, 1868 unb 1859, jowie ben burd^ ©c^neebrüc^e ufw. enl« 
ftanbenen großen ^olamaffen ^ugefd^rieben, bereu Slufarbeitung längere 3^it beanj^intc^te. 
^er ^auptfraß ereignete \iä^ in ben gforftinfpeftionen ß^Il^^f^lb unb Sautent^al, fomte in 
ben braunfc^meigifc^en 9}et)ieren Seefen, SBotf^^agen, Oter unb ^arjburg unb bauerte bon 
1860—1865. 9Ja^ 8orcn§i) „jj^^^ 1861/62 in ber gorftinjpeftion Sautent^al (bier 9?e= 
oierc) mit 6767 ha ^oljbobcnflädie etma 8400 ha 60— 70jö^rigc gid^tenbcftänbe bon bcra 
Ääfer befatfen, unb eö mußten im gangen 117 967 angegangene ©tomme mit einem Auf- 
njanbe oon 11 000 9Rf. (an 9?ebifton3- unb ©c^olcrlojten) gefällt »erben. Später (oon 1866 
ab) ^at ftd^ ber ^äfer audj im got^aifc^en X^üringer 3Batb*) (bis gu 660 m SJ^eered^ö^e) 
unb ({eit 1867) aucti im (Sr§gebirgc (9flet)ier Clbernl^au uftn.) jd^öblic^ gezeigt 

gfemcr ift ber Ääfer in SJioffcn in bem oon 1889 ah bon ber Spönne ^eimgejutl^tett 
Sorftamt Abensberg (9{eg.093e5. £bei'bai)ern) aufgetreten, ^an fanb in ben am ftärfften 
bebro^ten Partien 20— 507^ ber unterfuc^ten Stämme bom $>orjrüffelfäfer befaQen. 5)en 

1) X^ar. 3^rb. 1863, 241. — 2) §cß: ?lllg. g. U. 3.*8tg. 1867, 317. 



täfer: Pissodini. 219 

SRutterboben ffix feine maffenl^afte (Entwidelung bilbete bad hx$ }um SSinter 1890/91 in 
aUtn ^ejiftnben reic^Iic!^ Dorl^anbene unterbrficfte $oIj. 

<hibli(^ ifi ber Stä^tt neuerbingd auö^ in ben 9lattfl^f(^abengebieten Saä^\tn9, in burd) 
fio^Ienrauc^ fc^tper gefc^Abigten ©tangen^ unb geringen SSaum^öI^em in größerer SRenge 
beoba(!^tet mörben.') 

a) GatbeigMug. 

1. Sorge für Slcinßci^Ieit im SBdbe, b.l^. rcd^tjeittgc ©ntfcrnung oHcr Iran:« 
lelnben unb unterbrüdEten @tdmme. 

2. Safere «nf arbeitung aOer »ruc^^öljer unb SBiubföüe. 

3. Schälen bcr ben ©ontmer über int SBalbe öerbleibenbcn ©täntntc. 

3n ben oerfc^iebenen t!fra6ia^ren biefed Snfefted im $ar^e jeigte fx6^ a\i6^ eine %n' 
^al^I t)on S^ineumonen tfitig. 3)ie nteiften baoon gehören ber @(attung Pteromalus an. 

b) Gertilgnng. 

1) Sinf^Iag unb Sntrinbung ober Sd^ni^en ber befallenen Stamme. Die 
Slinbe ift ju Verbrennen. 

(I)ef(!^ie^t bie (Sntrinbung erft, nad)bem bie $up^enn)iegen bereits belogen »orben fmb, 
fo f^at no(!^ Sbfe^ren ber entrinbeten (Stämme mit ftumpfen 9leifigbefen b^to. @ta^lbra^t« 
bürfien ju erfolgen, um bie 2att)tn ober puppen p j^rbrfiden. 

2. S9et tlberl)anbnat)me bed ^dferd SSerlol^Iung ber nid^t juSlu^l^oIi taug^ 
Uc^en @d^aftteile unb älfte unb SSerbrennen bed ganj geringen &xp^tU unb Steid^ol^ed. 

3. SBerfen t)on Sangbäumen im Srü^ja^r unb fac^gemä^e Übermad^ung unb 
Se^anblung fold^er ügl. ®. 160). 

4. Seimen ber bebro^ten 99eftanbe. 

%a9 anlegen oon Leimringen in ^ecbtnbung mit ^blefen unb ^ernic^ten ber unter 
ben 9üngen fid^ anfammeinben täfer mirb oon ißitfc^e auf (Srunb ber auf ber 3)ö]^Iener 
^ar^elle hH X^aranbter 9{eoiered gemachten (j^a^ngen empfol^Ien. ^uf 1,8 ha 50« bid 
eojä^riger Sf^tenfläc^e »urben 1893 in ber geit bom l. ^ai biiS 6. ^uni 9357 ^äfer 
(babet ettoa 107« Bcabricollis) gefammelt. 1895 toai bad (Ergebnis auf 2 ha 9445 ^äfer 
(babei 257^ BcabricolÜB) ^a ber ^ufftieg ber £öfer nac^ ber SSinterru^e fe^r §eitig er» 
folgt, muffen bie Leimringe bereite fertig angelegt fein, menn ftd) bie ^^emperatumtinima 
no(^ unter 0° (alten. 

22. PisBodes scabriooUis Mill. 
kleiner gfic^tenbeftanbÄrüffelfäfer.«) 

^ennjeic^en: 4,5—5 mm lang, bem oorigen ä^nlid}, aber Heiner (überl^aupt bie 
fleinfte Piesodea^Slrt), ped^fc^roarj ober braun. Stirn unb Siüffcl ftorf punftiert. glügcl» 
beden mit einem »eigen ober gelben fjfled, ba^inter eine breite, an ber 9la^t oerjüngte 
n^eige unb gelbe Cuerbinbe. ©c^ilbc^en meig. ^aL^fc^ilb mit re(j^tn)infeligen ^intereden, 
^mei meigbefc^uppten fünften auf ber Oberfeite unb einigen foI(!^en Sl^dc^en an ben ©eiten. 

Sebenöweife ufm.: Der Räfer lebt fc^r ^äufig ocrgefcttfc^aftct mit P. Har- 

cyniae unb ftimmt mit biefem in bejug auf Oeneration, Seben^meife unb forftli^e« 

SJer^dlten anf^einenb oolllommen überetn. 

^aulQ fanb bei einem fünftlid^en guci^toerfufl^e, bag bie Saroengänge unb puppen« 
miegen burd^f(!^nittlic^ etwa« Heiner fmb aU bei Harcyniae unb beobachtete, baj bie Sar» 

1) »gl. bie oben (8. 216, Slnm. 1^ angeführten 9lrbcitcn oon Schier, ^iitfd^c unb 
©erlaiJ^. — 2) fiong: 2forfH.maturtt). 3tfd)r. 1892, 48. — «ßaulQ, ST.: ®af. 1892, 
864 u. 875. 



220 ^ftH SBud^. @(^ttft gegen Xiere. 

t>eng5nge ^^eigung fyihtn, bte JBöng^rit^tung einzuhalten, b^m. bog fie mel^t ))atane( ^nein« 
anber t)er(aufen, patt ftral^Ienförntig audeinanbei ^u ge^en. gf^mer fc^etnen bie Skatftn* 
gänge nic^t mie bei P. Harcyniae in grögeret ßol^I t)on einem $unlt au^^uge^eit; fonbem 
mtf)x jerftteut ju fein. 

Der Safer lomntt t)ennutlt(^ in allen Sid^tengebieten t)or, nxä^i nur in ben 

Stlpen, too er juerft bcobod^tet tpurbe, unb ift mit P. Harcyniae jic^er fd^on oft ber^ 

tued^feft morben. 

3n ben butc^ bie 9^onne ^eimgefuc^ten fjrid^tenbeftänben beiS Sberdbetget $arfed unb 
bed 2)ütmbu(^er f^orfled n\to. fanb er fid^ gemeinfc^aftlid^ mit Pissodes Harcyniae in großer 
^enge bor. ^on ben bafelbft unter ben Leimringen gefammelten SRitff elf afern gehörten burc^ 
fd^nittlic!^ tttoa % biefer ©^ejicö unb nur V» ^««i ©atärüffelWfer an. 

93eldm))fung: SSiie bei bem borigen. 



23. Fissodes piceae 111. 

SBei6tannenrfl{ielfafer.") 

^ennjeid^en: 8—10 mm lang, braun, mit gelben ©d^u^^en ungleicl^mäjsig befe^t. 
Sflügelbecten punftiert^geftreift; hinter ber 3Ritte t^ereinigen fid^ bie @d^upipen ju einer roft« 
gelben, äugen verbreiterten, an ber 92a^t unterbrochenen 9inbe. ^ie toieredtgen fünfte auf 
ben ^ecfen ftnb abmec^felnb fel^r grog unb Hein, ^oldfd^ilb runzelig gefömt mit t)ier gelb* 
litten, in einer Sieil^e fte^enben, vertieften fünften unb mit fd^arf f))i(min!eligen hinter« 
ecfen; fein ^tnterranb beutli(!^ ^meibuc^tig. 

Sebcn^toetfe ufto.: glugjcit: Kpril, SWai big September. .3)ic ®icr locr^ 
ben in Partien öon 20—30 Stüdf ebcnfotoo^I an unterbrüite ©tangcn mic an bo* 
ftartfte Sllt^oli unb jioar audfd^IiegltdEi an Xanne abgelegt. 9ln ben ftarlen Sannen 
gefd^iel^t bie ®iablage nur an afttounben, Slbbrud^* ober ßrebSftellen. RrebStanncn 
merben im ©c^maritoalb bevorzugt. 2lud^ SBinbfäHc, ©c^ett^olj unb ©tödc merben 
gern angenommen. 

Saroenleben, 9}erpuppung, 9XudIommen unb ®eneration entfpred^en 
öermutlid^ burc^au« bem Sd^cma ber Pissodini. SSielfad^ fd^eint bie ftbertointerung 
im Saroenftabium unb bie SSerpuppung bann im zeitigen Srü^ja^r t)or fid^ }u gelten. 
Die ^uppentoicgen liegen oft mel^r in ber bieten SRinbc ate im ©ptint. 

Der Safer befällt bortoiegenb Iränfeinbe Stamme ober fold^e, bie im VictS^^ 
tum 5urücfgeblteben finb; er tötet jebod^ unter Umftönben auc^ anf(^einenb gau} ge« 
funbe Sannen, ©etoö^nlid^ mirb nur ber eigentlid^e Stamm befallen, nur in ftdr« 
lerem f^olje aud^ bte ®ipfe(partie. SSon einer SlftmunbfteQe gelten nic^t feiten 20 big 
30 Sarbengänge ab, bie im 93afte nad^ allen Slid^tungen ^tn ftral^Ienförmig ber« 
laufen unb jum Seil eine bebeutenbe Sänge (bid ^u 60 cm) erreid^en. 

93efämpfung: 1. Sd^onung ber Suntfped^te, inöbcfonbere beg großen Sunfc? 
fped^tS, ber ben Sarben unb puppen fel^r eifrig nacöfteHt. 

2. SRed^tjeitige SäQung unb Sntrtnbung ber befallenen Stämme. Die puppen« 
tüiegen finb, fobalb fie im Splint liegen, mit f^arfen 85efcn au^jufcgen. 

3. (Sntrinbung ber auf ben Schlägen berbleibenben l^ol^en SannenftödEe bid fierab 
}u ben ftarfen SSur^eln. 

4. gättung bon Sangbäumen. 



1) e^ec^ Öjterr. gf.^Stg. 1889, 87. 



fidf«: Füiodini. Cryptonh^Dcliiai. 221 

C. nattrftMilit CrrptoirkrMctainl. 

34. Oryptorrhynohus lapathi Ii.') 
»nnttt etltitTaittlldfcT (^i>b- B9). 
fitnnjtic^tiir Safer 7-9 mm (0119 unb buic^ ein fe^t i^atülterifriWeS Äotorit 
aüimtiäftttt. ^a\i\i^lti unb jmei 3)iitteile bei ^lügelbeden pet^braun bii {^WOTg, mit 
aufredfl^^^ben, grogen SQ|(^eln It^uaijn Si^u^titii. Seiten' 
teile beS .'paUlc^ilbee, Soiberbiuft, le^teS 3}Tiltei[ ber ^liitU 
bccfen unb Gc^enfel in bet 3Rttte meig, bei jungen iS^emplaien 
i0tli(^metg obei rolarot bejd^uppt. 91üf|el in eine ^uic^e un: 
tecfeiU tinf^Iagboi. — £atec neigli^, mit biounem ifopfe. 

Sefienaroeift ufm.: gtuajeit im 3Koi noc^ ber 1 
fibeitDintentng ber bereite im 8Iugu|t beS SSorja^ifri aais _ 
SetDmmenen fi'ofer, $ie Sier tperben Dom Sllat i)i:B jutn 
Xob ber äRutterfäfei (^uti, Stuguft) eingttn, biStveilen 
abei meutere eng beieinanber, in bte Otinbe junger Srien 
ufio. ab%eU%t unb jWot fibemiegenb im unteren Seile ber *^^- ^ c^pjoThrnohm 
©lämmctien. Die SarBen Irieii^en ober erft im SBörj bea 
folgenben ^a^teS and ben fomit übertointemben Siern. €te fcelTen bü @nbe ^uli 
nnb betfiu)>)]en fii^ bann ju htrjer, nur 2—3 SEBodien anbauember $ut>fienru^e am 
<Enbe bed mit Elkgeftiänen unb ISo^rme^t angefaSten 
grügflaufleS, nae^bem p« f"^ f|i« umgebre^t &aben. 
%cr im ^uguft auSlommenbe ^ungtäfer nü^lt fi<^ 
buri$ bte btn ®ang füllenben Stageffiäne unb Dtts 
lägt feine @>eburtö^ätte burd) bai lt%U ber von 
ber Sarue gut Weinigutig i£|reS Oongefl genogten 
91uBn>urflü(f|er. Die ^ungfäfer begatten fii^ im 
|)erbft noi^ ntdit, fonbern frelTen bis jum (Eintritt 
[älterer SBitteiung an bünnrinbigen ®tämmc|en 
unb Steigen. Überrointerung in SRinbenri^en unb 
fonfttgen 9}erfteden, Dorne^iniit^ in ber ÜBobenbeife. 
^n ben Cl^tiei^'n ©ebirgSlagen fiberiDiittert ber &&' 
fer in ber^up^ienmiege unb ec[c^eint bann erft im 
Srfltija^r. 

Generation (omit jmeiiäörig. 

grafipflanjen (inb Uoi-. unb SBeigerle 
unb 3Seiben; iebod) merben and) 911)>ener[e, ^|h 
petn unb fflirfen befallen. Seoorjugt nierben junge, 
2 — Ijälirige ©tämmi^eu, gnnj belonberfl ftern= 
tnfii^fe. SSeiben tcerben andi ali Slettlinge unb 
Segftangen befallen. 

Die junge Saroe fri|t junä<!^{l bidjt unter ber 
Stinbe einen gerounbenen, längl aufroärtö geri(^telen ^^^ ^^ ^^i m Bomt ddh crjpu,- 
unb nur ben Saft burcfifcftneibenben Onng C^bb. 90). ruynoh« upMhi l. in MoiHknrtamn.. 
Später furtfit (ie ben Splint, bringt in' biejen ein " atitflitm ^mf"i Ina'' öi>. 

1) lotio, ».: Sntomol. »löttei 1908, B, 28. — St^eibter, Swng: ilatuxm. 
8t|(^. f. 5- u. fiiD. 1918, S79. — Sgl. flud) Hltum: Stjt^i. i. 2f. u. 3ro. IP79, 17. - 
IEd^eiB:5!o|. 1801, 878. — »ittmanniS^blgit.b.gotftiD. u.aK.«, 6^1.1898,173. 4ifl.,B8. 



232 lE^'B iOut^. SäiJii etgen ZUte. 

unb frigt in bot bünntten ^itiD&d|{tn unb Vu6fd|läaen tiibliü) Oon> 

lommen jmtral {V-bi. 91). 9ln ber SteOe, idd bei gto^ in ben gen» 

tialen @ang übeige^t, miTb ber ^Dlilörtier pto^ 

artig aw^gefrefftn. 

Man ertennt ben Srog an meltenben £tie6i 
fpi^en ber befaflenen Wuäft^Iäge, ferner on bem 
SRiSfiirbißlperben unb «ufbla^en ber 3Knbe, \pä: 
ter an beren (Jinrmlen nnb SRilftöttierben übn ben 
@änsen (Stbb. 92) unb an bem braunen $otj: 
metile, meli^ {oicotil an ben !Bo^rlö(^ern ^ängt, 
atd auf bem S9oben liegt. 

3>er butdi ben 2arOenfra| öeturfadite ©^ 
ben ift tettroetfe ganj er^ebtic^. Sft tommt tpr, 
bag bie StodauSf^Iilge Don Srie fo ftarf befallen 
roerben, bai 30 bid 40 Samen in einem Stnfr 
fi^Iage gejä^ft toetben lönnen. Si^dh bei [d^nös 
euerem tSefaU fterben bte angegangenen Stämnt< 
(^n ab ober breiten an ben gragftellen leitet unt. 
@)anje Srlenniebenoälber unb S9}eiben(ieger I5nnen 
auf biefe ^eife f^mer gef^äbigt merben. 

3ßeit roenign emfifinbtit^ ift ber bur<^ ben 

ftäfer angenietete ©^aben. S)er Safer befri|t 

bte glatte SRinbe iunger ein* ober jnieiiä^riger 

Sriebe, inbem er mit (einem 8WifeI einftii^t unb 

— -, . i, ^. ""'« bem Stid|lo(§ ben Saft oerje^rt. Süe ®rlen 

bunt Hn f4itiii<6(i, Wmmiitn mit on- Q^^en qietDon letnnt mertbaren ec^aben, fonbem 

chuu^.Si'L'b^ gMlw/^r^" Reifen bie Reinen Sunben balb au«. 3n SBeiben* 

ian«iEi(titcnniunBi- ihjQiihiu upttbi L. t)egem aber tann bur^ bae Säenagen ber einifib^ 

oiifl. «.«.). nret, orifl. «.».). gd^aben erjeugt Werben. ■ 

SBetömpfung: 1, SuSljieb unb Sßerirennen ber mit Sorten befe^ten StSrnnc 
i^en Hm. fioben (6iä ffinbe 3ufi). ©efleg äRittet. 

2. ?lbfu(^en bito. abflopfen ber fiüfer in gangf^irme. 

hierbei ift gtole Sotftt^t geto'™. ba fi* bte Safer bei ber tellepen Ktfcliütteninfl 
bei SioBPfliinje ^eiunteTfallcn laffen unb eine 3'it'on3 ^^ tot an btx Srbt Hegen, nio> 
iuxif fie \iä) ben ^liden entjte^en. SaS aSerfa^ien ift btOtali nenig tTfolgieid^. 

^oibeugeRb tann ni»^ im lieiuen burd) ünftiit^ nieilUoQti ßemwüttiie mit Se^ra 
obn Stiftungen oon Sali, fiu^mtft ufm. mit Sefim für 6(f|U|^ gegen Stablage gefolgt meiben. 



D. Hiterfctnilic BkUntni. 
25. Sattung Bajaniuua. 

Siie bei ber einzigen ^ier^er ge^Brigen @attung Bat&ninos ju nennenben Srten 
fönnen burd) Seeintiäi^tigung ber Samenernte tion ^afel, Sidie unb fta> 
[lanie f(^übli(^ werben. 

£ie Safer, namentlich bie $, finb buri$ einen auffaQenb langen, ftarf gebogenen 



fiSftr: Balaniui. Orchestmi. 223 

unb fabenifinnen dti^el gdennjei^net hiermit »erben om bem im Wai, ^uni 
fliegenben ffofer bie jungen, nodi grünen 2|rfi(fife öon ©afel ober ffiidie jum Swe*« 
bet (Eiablage angeftodien (^bb. 93 Ä). 

2)ie auätommenbe Satoe nfi^rt (ti 
Samen unb fÖUt ertDaciifen mit ber n 
Dotjettig abfaUmben 9tu(^t ju 8oben. 
[t(^ [|ter buri$ ein freiSrunbeö Zoi) aut 
me^r garten Samenfd^ale IietauS unt 
fid^ im Soben. ^uefonimen im 3Rat. I 
einfa^. Unter UntftäTtben nimmt ahe 
roidelung infolge Übecjö^tigteit melirer 
%(nf))ru(^. 

8ttä ®(*^äblinge fcmmen in ©e= 
tratet: 

Balaaiuus nucum L., bei 
©afetnufebotitet (äbb. 93 A, oben), 
beoocjugt bie ^afelnug unb Dermag, 
wie ^t^^) mit einem Seifpiel bc 
legt, bie 9tu|eEnte roefenttiifi }U beeil 

B. glandium Marsham unb B 
tos Fonrc, bei gio^e unb bei ((eine Si 
Seibe enttvidtln [id| in Sicheln — B. 
(M^ in ^alefnüffen — unb (önnen bie 
in unermünfcbtei SSetfe oeiKeintin. 

Ti ,1 A ,, «Tl. rt n - <. W*B.M. B»Uiilnin nnoam L. 

B. elephas Gyll. in gbelfapame unb a iungt. no* un«i|( Siflisu p« fc™ 
S^rreirfi» langtflfitllgtK JHfet, B gtßffnftt StuiW 

a)efamffung: Wuflefen unb ESeimi^ten bet sm« (nut. «c, musi sofuin). 

jeittgei abfaüenben rourmftic^igen Siü(^te, fotange 
bie Öfliöen no[$ in iljnen finb, olfo unmittetbor nai^ bem abfallen. 

3n ®äcten fann bei ft&rferem Stuftreten beS ^afeIn«66ot|rera mögtic^etweife 
nodi ©ammeln beö ^ferS buo^ SIbüofifen obei 3}emi(f|ten ber puppen burd) Um< 
graben be^S 9oben$ unter ben $afelnu|ßtäuc^eni im $erbft ober ^lü^iabi in Srage 
lommen. 

E. llBt(rfa«ilif Orobestini. 
26. IBattung Orah«Bt«s. 

5)te ©ottungumfafet Heine, big 3,6 mm gro6eSäfei,beren Hinterbeine ©pting; 
beine Rnb. 3orpIi(t|e8 3ntereffe geminnen bie im Srit^ja^r beim erften Saubflu^s 
btudi oft in aWaffe erfi^einenben Hafer butdi ben bie SBtötter »on Saubtiöljetn mi-- 
nterenben %xai i^ier Saroen. 

OroheBtsB fagi !>• 

S^moigfi eu(^cn|))iinsTün«I[äfei, »uc^tniögUt. 
ftenngeidien; Safer (abb. 94) s— 3 mm lang, non langn^oDal» @tftalt, ;iei$c 
broun b\t f^niarj, Dtitn fein grau 6ct)aaTJ. t^lGgeltieden mit gtogpunltieiten 6tieiftn 

1) Sotpro. 8bl. 1891, 688; ly04, 437. 



224 Scpt« 9vd). €4u^ gegen Zitn. 

unb ßai^en Sivil^rai^i^uincit. Slüffel iitmliäj lang, )nTÜ(Igt6pgen. ^^tn unb UM« ^ta> 
biaun. IBoibtTfc^nfcl mit einem Reinen Saline; ^inteii^enlel Mrbtdt, (ein gegl^nett. — 
Saint Deiglii^, mit geteiltem, bunftem 9)a((enf(^ilb unb jniei fSii^i^tn auf iebm $in< 
tetleibSiinge. 

fäehenSVoti\e itjio.: tftusi^'^ i"t "^til unb mtifang 3flai. Xcr 
fiäfei tft augerurbentlidi beroeglic!^ unb tnac^t nieile Sprünge. 
S)aS 9 tegt feine SicT eingetn on bie frif^ enhDi<{elten Suhlen: 
blattet, unb sroat ouf beten unfeten ©cite an bie Wittehippt übet in 
beten 91ä^e, unter bit »arlier aufgebtffene Oberhaut. SRitiintet Initb ein 
oiohHMi Slatt mit me^reten Siem betegt. 

fM^i-. $ie öu8fd|[üi)fenbe Satoe frißt {üom SWoi oB) int aSfottpönnt^m 

einen nad) bei Slattfpige ober fettiväEtS — nie no(^ bem Stattgntnbe ~ 
geri<^teten, gefc^längelten äRtntetgang {^bh. 95), wetdEiet fic^ ))lS|li(^ ju einem 
gtößeten ^la^ etroeitett. 2)ie anfangs nieife etft^einenbe befreffene Stell* tuitb bau» 
braun, im übrigen bleibt bad Statt aber gefunb unb funttiondfä^g. 

'^it ^uppe («bb. 95a) liegt innertialb bec 
ceffenen Slaltntine, in einem Keinen Sobn 
n bet obeten unb unteren @))ibeimtS, na^ 
atttanbe. 

)er naä) futjet ^uppenni^e im ^um auä^ 

ibe Ääfer fibetniintert unter Saub, in 3Hn' 

■n, ölten gralgängen unb fonftigen ©(^lupf: 

I. Slenete Seobai^tungen') beuten barauf 

^in, Hi er bei bet Obetrointerung ettDoige, 

an bie Qu(^enbeftänbe angrenjenbe Sid)« 

tenlutturen bcuorjngt; roenigfteni mürben 

bie in 9labeI^oI)fuIturen fte^nben 99u(^en 

mef)rfa(^ [törfer befreffen als reine Su: 

(^nDetjflngungen. 

Generation etnjä|tig. 
Snfotge beß SarDenfrafee« ntt)' 
men bie iSaumtronen ber 9u([)en bei maf^ 
fen^aftem Btuftreten be8 fföfeta eine meitf 
^in fi<^tbore rotbraune S&rbung an; bie 
l'.M« SÄ;"'.ro::_'rS;,"? »f^einune »««.« b.nt. letW .« W 
• «npiK am Seirtt in «lotimiti» (nat. St., SSirfung eine« erheblichen ©pätfroftefl. 
°''°**' 5Reben bem Sarüenftal iR meitet^in 

bet Born ffafet bur^ SBenagen ber i0f attet unb Srfli^te angeri^tett Si^oben ju 
ermäfinen. Ha aui bem ^intetquattiet audgetommene Säfet butc^löi^ett bie 
jungen ©ui^enbtätter (!lbb. 95) unb benagt bie gnic^tfnoten ber meiblic^en Slflttn, 
lüd^renb ber 3ungläfer buri^ anfielen bet ßrut^tfopfcln Borseitige« Muffioppen *) 
betfelben unb Xaubbleiben betanloffen foQ. ^ebenfalls Tann butd) ben S&fer eine 
Seeinttäctitigung ber Samenetute herbeigeführt loeiben. 

1) 9to6niä6tet: 2). 5orp<8tg. 1913, aos. — gaiited: Hof. 1913, *-29, - a) W.: 
Sorfil, ©Dt^cnblatt. »eilafle g. «[Ig. ^olivtrtaaft-^ninstx 1888, 9h. 38, 801. — J). goifj. 
3tg. 1912, 762; 1913, 608. 



fiAfer: Orchestini. Cionini. 225 

Der Mfer nimmt ahn auitt I3u(!^en(15ttetn ujm. nod) {e^x oerfc^tebene ^{t ^u ftc^. 
(St iß j. SB. an Obftbdnmen ftaif {(^&bigenb beobod^tet woxben, er fil^mato^t an ^\x\d^tn, 
Himbeeren, Stachelbeeren, Slumenfol^I ufn». unb ^at in ^oggenf eibern ^), bie 
fi(^ in ber 9lä^ bon Ouc^enbeflftnben befanben, bie unteren Spieen ber bie C^au^tfi^re 
bilbenben fleinen ^^rd^en benagt. 

(Sr befdttt S3u4)enbeft&nbe ieben m\tx», fogar 9(uf{(^Iag, aie^t aber bod altere ^ola 
bem lungeren t>ox unb liebt befonberd bie Seftanbdr&nber, foMie mel^r freiftel^enbe IBSume 
(äRntterbfinme in Sic^tfc^Iögen). 

3m ^fäljernyalbe trat ber ^dfer 1869 in {olc^er 9Renge auf, bag in monogen Suchen* 
beftfinben fein »latt toerfc^ont blieb.*) 

1878 §eigte er ftc^ maffen^aft in ber Umgebung Don ^egen, indbefonbere im ^it» 
fecfer <i$emeinbe»albe.") 

3m @t>effart »urbe bie reid^e 9u(!^enmop im ^erbfte 1888 burd^ biefen SRfigler »efentc 
lieb befcbdbigt. 

S3eldm))fung: Unburd^fü^rbar unb oom forftlid^en Stanbpunlte au9 auc^ 
ni^ nötig. 

2)em Don SBa^I ftannttenben SSorfc^Iag, bie ßafer abjuKo^fen unb bie ab^ 
f^ringenben ^nbibibuen auf mit "(Raupenleim beftric^enen großen $a))ierb5gen ouf^ 
jufangen, lann emftere 93ebeutung nid^t beigemejfen loerben. 

Orohestes queroua L. 

d^ic^enfpringrüffelfäfer.«) 

ftenn^eidben: 2,6—4 mm lang, bauchig geftaltet, gelb« bil rotbraun, oben biiS ilber 
bie ^filfte ber Slügelbeden bid^t gelblid^grau bel^aart. ^ugen, iBruft unb erfte ^interleibd« 
fegmente fc^mfiralid^. gflügelbeden fein punitftreifig. a%flffel }iemli(b lang, pikier, 93eine 
unb ^interleibiBenbe l^eOgelb. Sorberfc^enfel mit einem fteinen ga^ne. ^interfc^enfel Der« 
bidt unb unten mit mehreren Ileinen 3^^nd^en. 

Sebendmeife u\to.: 3)ie fifonomie biefed 9iaf(el!dferd ifl gan§ df^nlid^ ber bei9 Or- 
ehestes fagi L.; er befällt aber nut (Sieben (Dorroiegenb Stieleiche). 

Um ie ein (Si unterzubringen, toirb bie äRittelrippe bed ^latteiB ^Sufig einige IRale 
unterfeitiS angenagt 

9tn ben Stellen, xoo bie SBerpuppung ftattfinbet, erfc^einen bie glatter blaftg auf« 
getrieben. Einfang Suli fommt ber ^Sfer burcb eine fleine Öffnung oberfeitd aud; im 
^erbfte bejie^t er fein SBinterquartier unter fiaub. ^ie burc^ bie SatDen oerurfac^ten Tlu 
niergfinge unb ^plö^e färben ft^ mit ber 3^^ l^eübroun. 

3)er (Srnö^runglfrag bed ^öferd befielet meiß im SIelettieren ber Unterfeite ber 
Blätter in Heineren unb grdgeren Sieden Don Derfc^iebener (S^eftalt; eigentlicbe i'öc^er (ttie 
Orcheates fagi Gyll.) nagt er nur fpärlic^. Die iölotter jeigen infolge bicfcr me^rfad^en 
iBefd^äbigungen mannigfaltige ^erfrümmungen unb bleiben in i^rer (^tmidtelung jurücf. 

Der ^fifer lebt Dorjugi^meife an jüngeren Sieben, @)eftrfipp, Unterwuc^d ufm. gm 
^ol^en ^ol^e befäQt er faft nur bie ^ton^t ber unteren (ftärferen) äfte. 

(S)eneration einfad^. ^n mand^en ^a^^^n fe^r ^äufig (§. %. 1875 bei biegen). 

^efämpfung ebenfalls md)t ausführbar. 

3n gleid^er ffieife ttJte bie Dorgcnannten Orchestes-^rten finb 0. alni L. auf Ulme 
unb 0. populi Fabr. auf Rappel, ^eibe, %irle, Ulme unb anberen Saub^öl^ern fd^db« 
lic^ geworben. 

F. Unterfamilte Cionini. 
27. Cionus fraxinl de Geer. 

(gfcbcnrüffcHäfcr. 
^ennjeid^en: ^äfer 3—4 mm lang, Don DieredHg:eifi)rmiget ®eftalt, nußbraun bid 
fc^föarj, jebod^ infolge bid^ter %efd)uppung oben braungrau mit einigen fcbtoarjen tafeln 

1) Dl^ar.g^rb. 1871, 78. — 2) Mg. g. u. 3.*8tg. 1869, 473. — 3) ^eft: Daf. 1876, 
440. — 4) Httum: gtfd^r. f. fj. u. Sm. 1896, 679. 

^eli ^otftfi^u^. I. 4. Hüft. 16 



226 (^rfted 93u(^. ®d^ni^ gegen Xiere. 

auf bem ^atöfc^ilb unb ben fjlügelbeden. dtü^tl bünn, ettoad gebogen. ^aliSfd^iü) breiter 
ate lang, glügelbetfen fein punftiert gejttetft, oben obgeflad^t. I3eine; gü^Ier nnb SHlffel 
roftot. — Saroe 6—7 mm lang, anfangiS totii, Sp&ttt giflnlifj^-gelb; nur ber fio|)f nnb 
§knet bierecüge f^ledc^en auf bem ißaden fc^niax^ ; beinlod, ooQftfinbtg mit einem but^ft^- 
tigen gelblid^en ©c^Ieim überwogen. — ißuppc a— 8,6 mm lang, fc^rnntig^geCb, burtb^ 
{(^einenb, in einem blaflgen ^o!on, bei and bem Sait)enf(!^Ieime gebUbet n)irb. 

Sebendtoeife nfto.: Slugseit im Srü^jal^re. S)ie Sier tuerben an bie jun^ 
gen 99Iätter ber Sfc^e abgelegt. 

Die Sart)en freffen unterfeitd an ben flattern, toeniger bom Kanbe ^er aü 
an^ ber Stitte ^erauiS, alfo pla^metfe, unter 93erf(^onung ber oberen (£pibennid. 
@te Der^uppen fi(^ in ber SRegef in ber Sobenbecfe, iebo^ öfterd au^ an ben 
Slattern. 3la(l^ 10—12 Xagen erfci^etnen bie Käfer, knetete fogleid^ jnr 93egattung 
unb (Sierablage fd^reiten. 

®eneration bei und boppelt, in Säbeuropa tiermutlid^ breifac^, in einem 
ryon^oa^^) gemelbeten SaQ anfd^einenb einjia^rig. 

S)ie ßafer freffen unregelmäßige große Söd^er in bie 99Iätter t)om Staube 
t)er, derje^ren nic^t feiten aud^ bie SSIattrippen mit nnb greifen aud^ bie finofpen 
an. Der fiäferfraß ift ba^er im allgemeinen fd^äbli(^er aü ber Saroenfraß. Die 
ftarl befreffenen 93Iötter tiertrodnen binnen ettoa 14 Xagen unb fallen ah, befonberd 

menn bie Slattftiele benagt koerben. 

Kellner beobachtete 1864 einen jiemlid^ bebeutenben Sfraß auf bem SSintecfieiner 
fRebier (im got^aifc^en X^flringer äBalbe). 

3nbei(!^^ berietet öon einem 1869 im Xl^aranbter ^albe ftattge^abten Sh^aße, bei 
n^elc^em 5—6 m !|o]^e (Sfd^en ßarf befallen touiben. 

Sc^mibt") fonftatiert haS SSorfommen bed ftäferiS 1886 in bebeutenben Si^engen im 
8let)iere ®auleben (Dftpreußen). 

3m Sa^re 1888 trat ber ^äfer in O^efellfc^aft ber fpantfc^en fjfliege maffen^aft in ben 
(gfd^enplantagen beiS afabemifc^en flforftgortend bei biegen auf; im folgenben 3a^re mar 
er inbeffen laum noc^ §u finben. 

S3ef5mpfung: SBeber notmenMg nod^ burd)fü^rbar; e9 (dme ^öc^jiend Wüopfen ber 
£Afer batb na^ bem (Srfc^einen in ^etra^t. 

e. Unterfnmilte Magdalini. 

28. <S)attnng Magdalis.«) 

Die ^ier au nennenben Srten finb {leine, btau ober bunlel fta^tblau bid fc^ioar} 
gefärbte Stügler, bie ^auptfäc^Iid^ in jungen Slabel^olgorten ber erften aiterdflaffe in 
Irdnieinbem, burd^ ben ^aHimafc^, ben S3(afenroft ober bnx6) Grapholitha pacto- 
iana mitgenommenen aXaterial, ^in unb toieber auc^ in Sioeigen älterer Säume 
brüten unb bereu ^magineS an ben Slattorganen unb Xrieben t)on Saub^ nnb 9la^ 
bel^öljem freffen. 

Magdalis yiolacea L. Sebt an Sric^te, nad^ 9l5rbtinger augerbem an 6ee? 
Kefer unb @trobe. ^auptflugjeit im Stül^I^l^r unb Sorfommer. Die golbgelben 
Sier toerben ju meljreren in audgenagte SRinbenUc^er abgelegt. Die SarDen freffen 
ftammaufmärtiS ober ftammabtoärtd paraQel berlaufenbe tiefe Surd^en in ben Splint 
unb berpuppen fic^ an bereu Snbe in nod^ tiefer Itegenben $uppenu)iegen. Da iim^ 



1) Tidsskrift for Skovvaesen 1897, 144. Sieferat: ßbl. f. b. gef. 2ftt. 1900, 86 — 
2) Xl^ar. 3^r6. 1869, 87. — 3) gtfd^r. f. g. u. 3». 1885, 504. — 4) «Rörblinger: 
2eben«meije üon gorltferfen. 1880, 16. — @f(!^eri(^ u. ^aer: 9laturnj. atfdjt. f. ß. u. 
g». 1908, 614. 



ßöfer: MagdaUni. Anthonomini. Cossonidae. 227 

f c^en bett einzelnen hängen me^r ober tocniger beutUd^e fiomme ftel^en bleiben, &^neln 
gut befe^te Sta^fHide oon Magdalis benen t)Ott Hylobius abietis. S)ie Saroe Aber- 
tDtntert tinb enttoidelt fid^ ttad^ furjer $u^penru^e itn Stfl^ia^r jur Smago. ®e^ 
neration einjal^rig. 

2)er Kdfer fleletiert jum S^ede fetner (Ernährung bie S3Iötter Don Strte. 

Magdalis frontalis Gyll. grafe toie bei bem öorigen, aber on Jfiefer. 
5)ie ^jerip^ertft^ oerlaufenben Saruengänge bringen nod^ ttefer ein ate bei vio- 
lacea unb erreid^en in ((i^mad^ent Ttaitnal jumeilen bie 9ßarfrd^re, in bie bann 
au(^ nid^t feiten bie ^nppenmiege gu liegen lontmt. Sma^mngdfrajs ber Safer an 
ber Slinbe junger ffiefemtriebe. 

Magdalis duplicata Germ., M. phlegmatica Hbst. unb M. memnonia 
Gjll. SartjenfraS an gi^te unb ffiefcr unb gtoor in c^aralteriftif^er SBeife in ber 
aRarlrö^re, bie auf 20 cm unb me^r auSgel^ö^It mirb. 

SelönHjfung: Sommeln ber Safer im grü^ja^r (Sl^jrit bi« 3uni); ^erau^^ 
reißen unb SSerbrennen ber befallenen ^flanjen (^erbft). 

H. tlMterfamiHe Antbonomlnl» 

Unter ben aU „^lütenftec^et" in etfter ßinte für ben Obpjüt^tet toid^tigen «üftlern 
fmb gwei ^öfer buTC^ i^te an bei St ef er fic^ abf^iielenbe (Snftoidielung fotjtHfl^ bemerfend« 
»ett. & finb: 

AnthonomuB yarians Pajk.^), ber ßiefeTnfno(|)en|te(!^er, ein ICeiner, 8 mm 
langer, braunrotet 9)üffel!dfer, ber feine (Sier im tJfrfi^ia^r in ben Snojpen ber Stefet un» 
terbringt unb |etbft bie jungen triebe unb d^obeln benagt. 3)ie Don ber fiaroe au^efreffene 
Snofpe oertrocfnet unb oeranlagt bei ft&rferem 9(uftreten früippel^afte d^tmicfelung ber Siejem. 

ßrachonyx pineti Payk.»,) ber fttefernf(i^eibettrti6ler, ein ebenfo Heiner, 
rotgelber SAfer, ber bie jungen 9taMn ber SRaitriebe oberl^alb ber iRabeI((^eibe anfH(!^t 
unb je tin (5i im einjelnen Surgtrieb unterbringt. 2)ie audfommetibe zitronengelbe 
(nid^t rotgelbe) Sart)e frigt einen abmörtd gerichteten ®ang, an beffen unterem (^be fte 
fi^l ^tipnppt ^er im ^uguft fertige S&fer überwintert unb t^erurfac^t burc^ {einen (Sr« 
nd^rungiSfrag Heine (SinfHc^e unb bamit fic^ bräunenbe ©teilen an ben 9{abe(n. 

3)er burc^ bte beiben le^tgenannten Sdfer angerid^tete ©c^aben ift berart geringfügig, 
bag an 1Betäm))fung, felbft wenn fie burc^fü^rbor mdre, aud praftifc^en ®rünben nic^t 
gebac^t mirb. 

gamilie Cossonidae« 

find ber in biologifd^er ^infic^t p ben Sorfenföfem fiberleitenben, in t)erarbeitetem 
^olje lebenben unb ^ier te(^ni{d) fd^öblic^ toerbenben fleinen Samilie ber CosBonidae fei 
Rhyncolus cnlinariB Germ.') anl^angdmeife ^erüorge^obcn. 

3)er 3—4 mm lange, pecbbraune, etwa« glänjenbe Safer ift in ber gtmmerung eineiJ 
fäc^fifc^en @teinlol^len{c^a4te« in ^ainicben bei ^redben bei 870 m ^iefe in »irtfd^aft« 
li(^ fühlbarer SBeife aufgetreten. 5)ur(^ ben Sro6 bc« »o^rfc^einttd^ bouemb im $olj 
lebenben Safere unb ben feiner Sartoe mirb ber Splint M befaSenen ^ol^ftüded in wiber« 
ftanbi9lofen ^oljmulm Derwanbelt, fo bag bie ^ragfä^igfeit bed ^ol^ed fe^r wefentUc^ ge« 
minbert werben !ann. 

S3efam))fung: 9{ur im SBege ber IBorbeugung hnx^ Imprägnation ber jur Ser« 
menbung fommenben ^öl^er möglic^. 



1) Söppen: ^ie fc^fiblidien Snfelten 9iu6lanb^. ^eterdburg 1880, 227. — 2) (Sd: 
peln: Stfc^r. f. g. u. 3». 1893, 36. — 3) v^itfdie: %\^x. 3^rb. 1896, 121. 

15* 



228 <^ed S3ud^. Sc^u^ gegen Xiete. 

gtmiUe Scolytidae, fßntttuVkftt.^) 

Smagine^ Kein, tDaljenfdrmig, btaun Hd {(i^toat^, im gan^n ^abitiiS ben 9{age^ 
ffifern (Anobiidae) fil^nlic!^. ^opf tugelig, Dom abgefht^t, ft^mSter aU bad ^aUfd^ilb, nac^ 
abwfirtd geneigt unb Dom $aU{(^iIb me^r ober toeniger bebecEt. 9(ugen fta^. Sfü^Iei fnii, 
meifteniS gebrochen, ava ^^a\t, 2— Tgliebetiget (l)ei|el unb großem @nbIno|)f be^c^enb. 
glügelbeden meift flatf getoötbt, bad ^interleibdenbe bebedenb, bei einet gröberen Sln^^l 
oon Wirten leinten aber eingebtücft (f^Ifigelabfhtr)). 99eine 4glieberig, erjied ©Heb Iflraet 
ald bie übrigen ^ufammen; aDe Sugglieber gan^ ober bOiS britte 2Ia|)pig. Sauclb aud 6 
9lingen beflei^enb, Don toelt^en bie beiben erften meiftend miteinanbet Dermad^fen ftnb. — 
(Steneration einfad^ ober boppelt — SarDen »al^nförmig, totiä^, bauc^mdrtd gefrfimmt, 
mit ftarfen bel^aarten SBüIfien, fuglod, {(^mu^ig-toeig, mit gelbbraunem ßopf, im aSge^ 
meinen ben 9iüf{eIlaferIarDen Al^nlic^. — puppen furj unb gebrungen, mit fpörU^en 
^orn^ddem unb paaren. 

A. Sllgetneined. 

2elien9toeife: 3)te 99orfenI&fer ftnb gegenüber oQen anberen in ben SBoIb^ 
bäumen fid^ enttoideinben Snfelten baburd^ d^arolteriftert, ba^ ftd^ i^r 2)afein im 
toefentltd^en im inneren i^rer S3rut)>f{Qnie abf))telt; SarDe unb ft&fer leben faft an^ 
fd^liegtici^ in bet SRinbe ober im $oI)e ber $oI}gemäd^fe. Gefallen merben je na(6 
Sri ber S3ortentöfer teild i&ngere, borl^errfd^enb aber altere ^dljer. 2)er Eingriff 
richtet ft(^ balb auf @tamm ober 93ur}eln, balb auf bie {(^n?ä(^eren Sortimente, ouf 
äfte, StotxQt unb junge Xriebe. 

Senn^ei^nenb für bie einjelne Sorlenidferart ift oft fd^on bie angenommene 
$oI}art, fomie bie Sorm ber Dom $ 9RutterIäfer im inneren ber t$ra^f(an)e ge^ 
nagten Srutgänge, ber ..SRutterg finge". 3^ nac^bem biefe in berSlinbe bjU). auf 
ber @xtxnt jmifc^en Siinbe unb £^o(} ober anbererfeitd aui$fd^Iie|Itd^ in ^ol} ange« 
legt ti^erben, trennen mir bie 83orIenIafer in Siinbenbrüter unb ^oljbrüter. 

2)ie 9iinbenbrfiter bohren fid^ nnr in bie SKnbe ober burc^ biefe bid f^M^ 
fteniS auf bad ^olj ein. S)ad fleine freii^runbe Sol^rloc^ mirb bei ben gal^Irei^eren 
monogamen ürten Dom $, bei ben weniger ja^Ireic^en polygamen ürten bom cT ge^ 
nagt. S3ei legieren fertigt bad cT meiterl^in unter bem 93o^r(od^ in ber 99orIe ehre 
Heine 3ti\d)t an, in melc^er bie Begattung boII)ogen mirb (Siammellammer). 
$on biefer Sammer aud, in ber bad äRännd^en jurücfbleibt, führen bie SBetb^en 
i^re in .bieten Säuen c^arafteriftifc^ geformten 93rutgänge an ber ®ren^e iknif^en 
^ol} unb Slinbe. Sängd ber äRuttergänge merben bon einzelnen 99orfen(aferarten 
IBuftlöd^er angefertigt^ um ba^ iBol^rme^I ^inaud}uf(^affeu unb um Suft in ben 
®ang ju bringen. Sei ben monogamen Slrten toirb eine befonbere SRammellammer 



1) SlQgemeine Literatur: @id)^off, 9B.: ^ie europäijc^en »orfenläfer. Serfin 1881 
(grunblegenbed ^erf). — 93arbeQ, ^.: ^ie S9ofhid^iben gentraleuropad. (Senf 1901. — 
mtitttx, (£bm.: SefHmmungdtabelle ber Sorfenlafer. 93rünn 1894. — (Sfc^eridi, 1^. 
unb ®eorg: ^efKmmungdtabeHe ber beutfcben forftfc^öbIid)en ^orfentäfer ufm. gor^I.« 
naturm. Sifc^r. 1897, 7. — gfuc^d, Gilbert: Üb. b. gortpflan^ung^Der^AItniffe ber rinben* 
brütenben ^or!enfdfer ufm. SRünd^en 19Q7. — Xerf.: S^orp^ologifc^e @tubien über ^Bor» 
fenfäfer. I. ^ie Gattungen Ipa de Geer unb Pitjogenes Bedel. ^hm(^en 1911. U. ^ie 
europfiifc^en ^^leftnen. SMnc^en 1912. — 92ü6lin: $^Qtogeme unb @Qftem ber ^orlrn« 
fSfer. 8tf*r. f. miff. Snfeftenbiologie 1911, 47, 77, 109 uff. — Xrebl unb Äteinc: 
Überft(^t über bie ©efamtliteratur ber ^orlenlAfer Dom ga^re 1768—1910. ^lage jm 
„Cntomolog. ©lätter", 7. Sa^rg. 



ftäfex: Scolytidae: KOgemeined. 229 

nic^t angelegt. 2)ie Begattung fitibet ^ier entioeber koa^renb bed Sinbol^rettd ober 
im (Bange fetbft ftati 

Die SRuttergänge ^) ftnb in bejug auf il^re Sonn enttt^eber regelmäßige (li^^ 
neare) ober unregelmäßige (^la^gänge). 3n bejug auf bie Qafft ber ))om 
So]^rlo(^ (bjU). ber StammeUammer) audge^enben linearen (Sänge loerben ein«, 
ixotu nnb mel^rarmige unterfc^ieben, in bejug auf bie 9iic^tung {am fte^enben 
93attm) Sotgänge (Sängdgänge nac^ Stc^^off) unb SBagegönge (Ouergange). 
SSenn t)on ber Stammellammer me^re einzelne aRuttergänge ftra^Ienartig audgel^en, 
fo toirb biefe graßform afö Sterngang (Abb. 130, @. 278) bejeid^net 3)ie me^r^ 
armigen ßotgönge nennt man @labelgänge (Kbb. 126, @. 275). Sie jmeiarmigen 
SBagegänge l^eißen auc^ Slammergönge') (8(66. 105, @. 247). (Sine befonbere 
aRobififation ber Sangdg&nge finb bie ^afen^ ober Stiefelgänge (8(66. 118 
u. 119, S. 263 u. 264). Uni^ ben SBagegängen »erben bei befc^ränftem 9laum (in 
{c^tt>a(^en $öl)em) oft Sc^räggänge ufm. 

Sei ber Anlage eined linearen (Sanged legt bad SBeibc^en feine Sier in ber 
Siegel 5u beiben Seiten bed (Sanged mäl^renb beffen allmählicher SSerlängerung in 
Dor^ genagte (Srübc^en ab unb üerHebt biefe mit feinem SBurmmel^I. Die Sar« 
t)en freffen ®önge, bie me^r ober toeniger red^tttnnfeltg oom SRuttergang abjmeigen, 
oerfc^eben (ang finb, mit june^menbem SSac^dtitm ber Sarüen immer breiter toer^ 
ben unb aOmäi|li(^ mit SBurmmel^I fi^ füOen. Sie berpup^en fid^ am (Snbe t^red 
(Sangen in einer längli^en f^ö^Ie (SSiege), meldte entmeber in ber Sorfe, im Saft 
auf ber (Srenje Don Slinbe unb |)oIj ober im Splint liegt. Die audlommenben 
Sungfäfer bohren ft^ enth^eber balb nad^ il^rer ßnttoidelung jur 3mago mittete 
freidrunber Sluglöd^er aud ber $u)>)>en)oiege birelt nad^ außen unb fd^eiten atö^ 
balb jur SUtlage neuer SBruten ober fie verüben bid jur (^^örtung it^ df^xünpan^ 
jerd unb )ur 9ieifung il^rer ®ef(^Ied§tdorgane entmeber an ber iSeburtdftätte ober 
anbermärtS fogenonnten 3iad^^ ober S^ifc^^ttf^^öß- 

99ei ben unregelmäßigen ober ^läfegängen merben bie ®ier nic^t einzeln, 
fonbern mel^r ^aufenn)eife in ben SRuttergang felbft abgelegt. Die Sar))en ermeitern 
bann öfterd biefen ®ang, inbem fie bic^t aneinanber gebrängt freffen, ju einem fog. 
Äinbenfomiliengang (?tbb. 116, S. 260), ober fie graben überhaupt unreget 
mäßige, üielfac^ ineinanber übergel^enbe ®änge, fo baß ein gau} üermorrened gfraßbilb 
entftel^t. 

©ei ben ^oljbrütern, bereu Sol^rlöc^er bi2 in bo« ^olj Dorbringen, ift bie 
öfonomie eine mefentlic^ anbere. Sermutlic^ merben bei biefen bie ÜMuttergänge nur 
bon ben SBeibc^en ^ergeftettt; femer fel^len bei ber äRe^rja^l ber l^ier^er gehörigen 
arten bie Sarocngänge. 3ur fflUbung oon 5ßuppenmiegen fommt t^ l^ier ebenfomenig, 
mie jur $erftettung befonberer gluglöd^er. Som So^rloc^ au^ mtrb junä^ft eine 
fürjere ober längere ®ingangi5rö^re in rabiater Sichtung in ba^ §ofj getrieben. 
Son i^rem (£nbe gmeigen bie ©rutröl^ren ab (ügl. 8lbb. 139, S. 285). Diefe 
tjertaufen meiften« l^orijontal unb folgen bann gern ben S^i^regringen. Die ®ier 
werben bei einigen 8(rten abtoec^felnb nac^ oben unb nac^ unten abgelegt, in me(^ 
(^em galle bie au^fommenben Saröen bie (giernifc^en jum gmecfe ber ©mä^rung 



1) ©argmann, ^atuxto. gtf^r. f. S. u. %tD. 1906, 810. — 2) did^öoff, SS?.: 
SDWnb. forftl. ^. l. $eft 1892, 98. 



230 ^^ ®uc^. 84u| gegen Siere. 

ttnb Set^uppung nur japfenartig erkoeitem. ^ierburd^ entfielen in Serbinbung mit 
ben aRutterflöngen bie fog. Seitcrgangc («bb. 140, 141, ©. 285, 287). »ci ar^ 
beten ttrten erweitern bie Sar&en bie Srutrö^ren nac^ oben unb unten butt^ un^ 
regelmäßigen Sfrag, tooburi^ fd^Iieglic^ bu(^tige Samiliengänge er jeugt toerben. 
Sei noc^ anberen werben bie Sier Kumpenweife in Dom SRutterföfer angelegte (Sa- 
belgange ober fefunbäre Srutrö^ren, bie in ber Stid^tung ber $oI)fafer Der» 
laufen, abgelegt ufm. 3)ai» %udlrie<$en ber im inneren bed ^o(}törperd aui^ebil^ 
beten Sorfenfäfer erfolgt burc^ ben Dom SRutterldfer angelegten Srutgang unb bad 
oon biefem angefertigte 9o^rlo(^. 

Sie Don ßafer unb SarDen gefc^affenen @änge, $ta^e ufw. bejeic^net man in 
il^rer (Sefamt|eit bei Stinben^ wie ^oljbrutem ald S^^^B^ilb ober Sragfignr. 
3m dufammenl^alt mit ber ^oljart wirb bie Sorlenläferort burd^ bad Stagbilb in 
Dielen Säden fo fieser gelennjeic^net, bag bie gu^i^f^na^me einer bie ®attungd« unb 
^rtd^araftere entl^altenben SefKmmung^tabeDe )ur Seftftellung ber Sp^ied itt(^t 
notwenbig ift. 

Crnallrnng: S)er Umftanb, bad oöQig audgetrodneted ^olj Don ben Sorfen^ 
Idfern gemieben wirb, lögt fc^liegen, bag neben ben burd§ Sui^nagen ber (Sänge ge« 
wonnenen feften 9lal^rung8ftoffen bem f^ol^faft eine me^r ober weniger ^ol^ ^dAtn^ 
tung bei ber Sntä^ng ber fiafer unb SarDen jutommt Sei ben SarDen ber ^ol^« 
brütenben Sorfenfäfer, bie feine ober nur fe^r lurje Saroengange nagen, tritt bie 
fefke Sta^rung überl^aupt jurücf. 2)ie SarDen finb ^ier auf ben ^oljfaft unb auf bie 
mit „tlmbrofia" bejeid^neten $il)bilbungen ber Srutrö^ren angewiefen. 

Sei ber (Srnä^rung ber ßäfer Derbient neben bem mit ber Soi^flanjung bi^ 
reit iufammenl^ängenben Sudnagen ber äßuttergdnge ber nad^ %viä)^ ^wedmagiger^ 
weife, in Slad^- unb Stegenerationi^frag ju trennenbe Srnä^rungi^frag Se^ 
a(^tung. Unter 9la(i^frag ift ber Don ben Sungläfern aui^geflbte %xa% }U Derfte^n, 
ber jum Stotdt ber Sudreifung ber (Genitalien Dorgenommen wirb. (Er finbet ieild 
an, teild auger^atb ber (Seburtdftdtte \tcdt unb beftel^t im erfteren S^IIe in me^r 
ober weniger pla^Weifem 9ludfref[en ber ^uppenwiegen, Verlängerung bed SarDen« 
ganged ober au(^ im Sudnagen neuer« lab^rintiiifci^ gelrfimmter @dnge. 

2)ie|enigen Sorfenldfer, bie einen 9{a(^frag nad^ Serlaffen i^rer (Beburtdfldtte 
Derüben, fei ed, bag fie fd^on in i^rem Srutbaum gefreffen ober le^teren nad^ ber 
Serwanblung ^ur ^mago fofort Derlaf[en ^aben, freffen teild unter ber 9tinbe fri« 
fd^en SRaterialed (Smd^rungdgdnge ober benagen bie Stinbe junger 9{abel^ol)pfUin$ 
Jen ober bohren fid^ in Stabel^oljtriebe, um bad SRart ju Derje^ren. 

Srt unb Stdrle bed 9iad^fraged finb nac^ Spejied unb gruppen weife Derfd^ie^ 
ben. SBie f^on erwähnt, gibt ed Sorfenläfer — ed finb bie Scolytus-Srten — , bei 
benen 9lac^frag überhaupt nic^t Dorf ommt. @ie finb nac^ bem Sudbo^ren aud i^rer 
(Beburtdftdtte unb nac^ bem Snlegen bed neuen 9Rutterganged DoQfommen fortpflan« 
5ungdfä^ig unb bebürfen einer weiteren Sittäljrung jur Herbeiführung ber ®ef(^leic^td« 
reife ni^t. 

@tne ganj ä^nli(^e (Srfc^etuung wie ber Stac^frag ber Sungfdfer ift ber 91 e^ 
generationdfrag ber alten ^dfer. Siefe fterben üielfad^ nic^t, wie man bidl^er 
annahm, nad^bem pe einmal Srut obgefefet l^abcn. fonbem leben weiter unb frifc^en 
i^rc ftumpf geworbenen (Sefc^lec^tdorgane burd^ einen (Smd^rungdfraB auf. S)iefer 
ald SRegenerationdfrafe bezeichnete 3ra6 fann entWeber in fterilem Serldngem bed 



ßfifer: Scoljtidae: «[SgemeineS. 231 

SRuttergonged, in ^erfteQung Don (Srtt)eiterungen am Snbe bed ajhiiterganged ober 
in yia^tn laitfnxdf)i^i)tx ®ange an frifd^ent SRaterial, fi^Ite^tic^ auc^, mie bei Hj- 
lesinus fraxini bjn). piniperda, in (Sinbo^ren in bie Stinbe ober in Sufl^ö^Ien jun:" 
ger Xriebe befielen. SBie finoc^e, bem bie S3eQd^tung nnb 2)eutung bed t)on i^m 
a\% „StDx^äftnfta^'* bejeid^neten Smdl^mngdfraged ju banfen x\i, burd^ anatomifd^e 
Unterfud^ung ber ®efd§Ied§tdorgane ald erfter ftd^er betoiefen fyäf bient ber eben 
genannte %xa^ ber {Regenerierung ber (Genitalien unb ermöglicht ben langlebigen 
SRutterläfem eine }toeite S3rut. 

2)urc^ ben t)on Snod^e gelieferten 9la(^)oeid ber SRögttd^fett me^rfa<$er 9ru^ 
ten jtnb unfere Senntniffe ber 93orIenfaferbiotogie er^eblid^ ertoeitert unb bie über 
bie ®enerationdt)er^ö(tniffe befte^enben Steinungi^Derfd^tebenl^eiten toefentlid^ geKdrt 
morben. 

Oenetution;^) Über bie (Senerationdfrage ber 8orfenföfex ijt fc^on feit I&ngerer 
3eit ein heftiger @treit geffl^rt loorben. @d ^anbelte ftc^ um bie Sfxage, ob ber ein^Inen 
Sorlenffiferart eine einfa(!^e ober bo))))eIte Generation julomme. 

2)ie t>on 9laj^eburg ber 9[f{gemein^eit imputierte tlnftd^t, ba^ bie (Generation- ber 
IBorfenMfer in ber Siegel einfach unb nur audnal^^toeife l^jsfac^ ober bo|)))eU fei, kourbe 
Don (Eic^^off in feiner SOionngrapl^ie (@. 20 ff.) unb in einer ganzen Sflei^e oon Slufffi^n 
umgeftogen. 3m Gegenfa^ $u 9{a(eburg fleHte d^ii^^off bie bo))|)eIte Generation a(d 
Kegel auf unb mied barauf ^in, bag felbft eine breifac^e ütHfad^ ni(!^t auiSgefd^loffen fei. ^n 
Unlenntnid über bie teiltoeife oor^anbene Sangtebtgleit ber ^orfenföfer unb über bie gffi^ig« 
feit ber S^utterläfer, mel^r ald einmal brüten )u Idnnen, machte man bie (Si^^offfd^e 
Knfid^t 5ur ^enfc^enben, tt)enn auä^ oon oerfc^iebenen Seiten (^ubeid^, S3orggreoe, 
Kltum, $aulQ) barauf ^inge^iefen mürbe, bag (Sic^^off mit feiner Betonung einer 
minbeftend boppelten Generation ntd)t bei aUen SorfenMfern bad 9H(^Hge treffe. 

^urc^ bie feit 1900 erf^ienenen tt)ertt>o1Ien Efrbeiten ftnod^ed mürbe ber alte @treit 
babur^ mieber neu angefaßt, bag ^nod^e feine Beobachtungen über bie fianglebigfeit unb 
mieber^oUe 8fort|)fIan}ungdfä^igleit ber ailutterfäfer unb über bie laugfame Gefc^Ie^ltdreife 
ber 8aifonj[ungt&fer mancher Borlentäferart jur (Srfldrung bislang falfc^ Oerftanbener Be^ 
obac^tungen ini9 f^Ib ffi^rte unb bie \pättxtn @ommerbruten nic^t aÜ eine oon ben 3ung« 
läfem erjeugte ec^te jtoeite. Generation, fonbem nur ald eine Gefd^mifterbrut erf(ärte, bie 
oon ben urfprfinglid^en Si^utterfäfem l^errü^re. ßnod^e lam infolgebeffen 5U bem ben 
(l£i4:^offf(^en @tanbpunlt obüig oerlaffenben 8a(, bag bie Borfenidfer nur eine einj&^rige 
Generation ^fitten. 

3n bem namentlich oon 92ü6lin auf Grunb ^a^Ireidjer Unterfud^ungen unb gud^t- 
oerfud^e burc^gefü^rten $erteibigungdfam))fe ber (Sid^^offfd^en Stuftet unb bei ber fic^ an« 
fd^liegenben einge^enben Erörterung ber GenerationiSfrage burd^ ^noc^e, ^auli^, %XLdi9, 
:^enningd u. a. ift a\& mefentUc^ed Ergebnis bie (Srfenntnid unb ^firbigung bed fc^on 
oon 9litf^e (mitteleurop. ^orftinfeftenlunbe, @. 487) richtig betonten iSinfluffed bed Stlu 



1) 3ur filteren unb neueren Literatur über bie GenerationiSoerl^ältniffe ber Torfen« 
löfer ög(. Slltum: Stfc^r. f. 5- u. 3». 1883, 29; 1886, 408. — ©orggreoe: gorfil. ©I. 
^. g. 1881, 208; 1882, 328. — ©ic^^off: ©tettiuer entomol. ßtg. 1»79, 601. — gor^I. 

»l. 9^. g. 1880, 366; 1881, 361; 1882, 321. — Stfc^r. f. g. U. 3». 1882, 240, 706; 

1883, 60, 162, 671. — ?lllg. g. u. 3-3tg- 1889, 149. — 5)ie europ. S3or!en!äfer. »crlin 
1881. — guc^ä: Slaturw. 8tf<^r. f. ü. u. gm. 1904, 198. — Üb. b. gortpflanjungdoer* 
Ijöltniffe ber rinbenbrütenben ©orfenlöfer ufm. SWünc^en 1907. — gubcid^; 2:^ar. 3^rb. 
1880, 160. — gorjtl. ©l. 31. g. 1881, 246. — Änoc^e: gorftm. 3bl. 1900, 387; 1904, 
824, 371, 636, 606; 1907, 474; 1908, 141, 200, 245. — Sßaturto. 3tid)r. f. fi. U. g». 
1906, 363, 401; 1906, 266; 1907, 219, 282. — Stfcftr. f. g. U. 3m. 1907, 49; 1908, 43. 

— ^Rüfelin: gorftm. 3bl. 1904, 1. — 9Jaturm. 3tic^r. f. ß. u. gm. 1905, 83, 460, 481; 

1906, 4, 341; 1907, 609. — ^aulQ: Mg. g. U. 3*8tg. 1888, 873; 1889, 236. — «Ra* 

türm. 3tfd^r. f. 2. u. gm. 1906, 16O. 



232 d^fted S3u(!^. 8d}u^ gegen Xiere. 

mai unb bet ^em|)eratttr ju k)er^ei(^iien. 9lit{c^e nennt a. n. 0. ben @trett, ob eine Be« 
ftimmte $Boxfen!5feratt etnfatl^e ober bo|)|)ette @(eneration l^obe, mügig, tt^eil biefe S^age nü^ 
Don bet ßofetart, {onbexn oon bet S^emperatur bed äBol^norteiS entfc^ieben tt^eibe. 

®ie Sd^Iüffe, metcöe au3 bem in neuerer gett angcfantmciten reichhaltigen Ses? 
o6ad§tung$materia{ unb aud ben don ben oben genannten Tutoren angefteQten tiah 
ten ßuc^töerfuc^en gejogen merben muffen, laffen erfennen, bafe bie fd^on üon 8tafte* 
bürg au«gef})rod^ene unb fpäter öon Slitfc^e öcrtretene änfd^ouung fiber ben gu^ 
fammen^ang t)on SBärme unb ©eneration^bauer bei ber größten &nippt ber Sßou 
fcnföfer, ben Tomicini, im allgemeinen zutrifft. Die (Generation ber (Sattung Tomicus 
tft etnfad^ ober boppelt, je nac^ bem ßlima. 3)ie weiteren rtnbenbrutenben Sorfen« 
fäfer laffcn \xä) mä) (ä. gud^g (3ort})flanjung8öerl^artntffe ber Sorfenfäfer, S. 53) 
unter 3ugrunbclegung i^rer in einem Satire fic^ abfpicicnben gcnettfc^cn ©enera^ 
tionljfolgc äufammenfaffcn, je nad^bem bei i^nen bie bo^j^jelte ®eneration regctmäfei^^ 
ger oorfommt ate bie cinfa^c ober gar ntd^t tjorfommt. S^x erfteren (Sruppc ge* 
Igoren bie Scolytides (®attung Scolytus), tocil fie im allgemeinen jene (Segenben 
meiben, beren fü^IereiS $Iima nur eine einfache (Generation geftatten mürbe; }ur 
le^tcren ®ru^)^)e mit nur cinfa^er ®eneration gehören nac^ ben bid^erigen (grfa^s 
rungcn (aufeer mofjl öerfd^iebenen nod^ nid^t nd^er unterfuc^ten arten) ber 3liefen« 
unb (Sfc^enbaftfäfer (Dendroctonus micans Kug. unb Hylesinus fraxini Panz.), bie 
Säalbgärtner (Myelophilus piniperda L. unb minor Hartig) unb bie ä8ur}elbrttter 
(Untergattung Hylastes). 

3ür bie forftlic^e ^ßraji^ ift biefe (Singrenjung bon großer SBid^tigfeit. 3)enn, 
menn au^ bei ber einjelncn Sorlenfäfcrart unb im gegebenen ©injelfaHe bie @e* 
nerationÄjal^I fic^ nic^t ^jrtnjipieü beftimmen tä&t, fo ift boc^ bie (Srfenntnig bee 
Umftanbe^, ba§ bei ber jemeifö torlicgenbeu ©^jejiei^ bie bopptlit ®eneration mög* 
lic^ ober unmöglich ift, proftifd^ mertuott. 2)ie Selömpfung ^at jebenfaH« mit ber 
me^rfad^cn ®cueration ju red^nen unb auf eine foldöc fid^ eiugurid^ten, menn ber in 
grage fommenbc Sorfenfäfer eiucr ®ruppe ange{|ört, bie unter gegebenen Scbin^ 
gungen jur boppciten ®eneration befäl^igt ift. 

®ie ©eneration^jal^I fte^t natürlid^ in engftem gufonimenl^ang mit ber ®nt* 
micfelung^bauer unb biefe mieberum iftmiebte Sc^toarmjcit üon ber SBarme* 
bebürftigfcit ber einjetuen ©pejieS abfjängig. 

3m großen ganzen finb bie 93or!enfafer toärmebebürftige gnfeften. 9la^ ber 
S^märmtemperatur merben fie gemö^nlid^ in grü^j: unb ©pätfc^marmer 
getrennt. Qu erfteren rechnet man bie aRärj unb Stpril fd^on bei 9^0. SDurc^fd^niti^ 
temperatur au^fliegenben Safer, j. S9. Myelophilus piniperda, gu legieren bie erft 
bei ^öl^erer Temperatur, alfo fpöler im STpril, SKai ober 3uni (im ®ebirge) fd^mör- 
menben, j. 83. Tomicus typographus L., bei meld^em ^aul^ 16® R. a(§ ©c^marm- 
temperaturminimum feftgefteflt ^at. S3ei ben Scolytus- Slrtcn ift ba^ SBärmcbebürf* 

ni§ noä) meit ^öl|cr aU bei T. typographus. 

^ie 6(!^tDfinntemperatur ijt bei ber einzelnen 93orfenläferart nid)t immer gleid^ f^o&j, 
fonbern liegt um fo nicbriger, je ftö^er ber (SntroicfelungSgrab ber ®cfd^Ie(^t§organe ber in 
IBetrac^t fommcnben 3nbiüibuen ift. ®e)c^lec^t8reifc 3ubiüibuen fdjmörmen fc^on bei öcr« 
^altniSmögtg niebrigen Temperaturen auS, toä^renb bei eben fertig geworbenen 3ungtöfem 
erft ^öl^ere SBörmegrabe bie S3ruttätigfeit au^julöfen imftanbe finb. 

@benfo ttie btc ®ef(^lec^fc8aui*rcifung je noc^ ber (Sunft ober Ungunft ber SBittcrutig 
für^ere ober Idngere 3ett in ^nfpru^ nimmt, ift bie ^ttoicfelung^bauer ber einzelnen $Brut 
lein lonftanter gaftor, jonbern nur gunftion ber Xemperatur. (gin ©infen ber S^empe« 



^fei: Soolyiidae: Mgemeine«. 233 

latttr unter bod (SnttmffelungiSininiiitim ber ßftfer ^ einen SttS^anb bed Skntgefil^ftfted 
unb bamit eine SSexIfingerung ber ®rut))eriobe unmeigerlit!^ }ur Sfolge. (künftige 9Bit« 
terung Doraudgefej^t, ifk bie SntwidelungiSbauer ber 9orfen!äfer im aHge« 
meinen eine furje. ^m SBarm^aud, bei einer jmif^en 20 unb 40^ G. fc^wantenben 
2:em^eratur, lieferten SvLä^tt>tt\ud^ ^aul^d^) mit T. typographuB in nic^t gan^ einem 
SRonat bie erfken ^ungMfer. ftnod^e*) erhielte bei f^l^fa^riSbruten t>on Mjelophilus 
piniperda im Xreib^ud bei einer Xem^eratur )n)if(!^en 12 unb 26^ in 65 Xagen 9{ac^« 
Idmmlinge; mfi^renb bie ju gteid^er 3^it.i>n fjreien {(j^mdrmenben ftäfer bie bo^^pelte 3^i^ 
(132 2^age) ^ier^u htauä^ttn. 9tügtin') beobachtete in ^errenmieiS, bog T. tjpographus 
1903 t)on (£i iu dH 12 Slonate, 1906 bereu nur ^xoti brau^ite. ^e fe^r beachtliche 9ibi 
^fingiglett ber (S^enerationiSja^I t)on Mma unb Temperatur i^ burc^ biefe unb fi^nlic^e bei 
Suc^tDerfuc^en u{w. gemachten ^eoba^ltungen unzweifelhaft feftge^eOt. 

Xie 89or!enIafer finb üor^errfc^enb im S^abeltualb ju ^aufe unb (eben l^ter 
foiDo^I föie im Saubtnatb ^um größeren Zeit monopl^ag. @in etmoigeS Serirren ber 
einjelnen 9(rt auf anbere ^otjarten ate ben eigentüci^en S^a^aum ift me^r atö ein 
burd^ örtliche SSer^aÜniffe üerantagte^ Sagabunbieren oufpfaffen. 3)ie nä^ftgrögere 
ScLf)l gel^ört ju ben bebingten SKonopl^agen, b. ij. ju ben b(og auf 9labet ober 
bIo| auf Saub^öljem oorfommenben. Sud^ bei ben ^ol^pl^agen^) beDor^ugen 
bie einjelnen ©pejie« cntiocber me^r bie 9labcl< ober mcl^r bie Saubljötjer. ^an^ 
topl^agen fehlen gänjlic^. 2)ie iDenigen auf läutern oorlommenben Slrten finb 
forftlid^ belanglos. 

^erftUf^e Sebrntung. Sür ben Sorftmann finb bie Sorlenföfer bie tpirt^ 
fc^aftüc^ beac^tenStuertefte Käferfamilie, ba mcl^rere fel^r fd^ablic^c 3lrten unter 
ilinen finb. 

S)er Schaben ift ^au)>tföcl^U(^ einp^^fiologifc^er unb befielt inSerftöruug 
ber faftleitenben ®emebe unb bamit in Herbeiführung etneg fd&neHercn ober Iang= 
famcren abfterbcnS ber angegriffenen Säume ober 93aumteile. Sei ben ^ol^brütern 
tritt ju bem ptj^fiologifc^en ©d^aben noc^ ein tcd&nifd^er burc^ SBert«minberung 
bed befallenen, burc^ bie Srutrö^ren ufu). me^r ober tpeniger jerftörten $o()eiS. 

Irofcbcm aber für ben einjetnen Saum ba§ Scfattcnmerben burt^ Sorfcntäfcr 

jiemlid^ gleic^bebeutenb ift mit bem lobe, fo tpäd^ft boc^ ba« Auftreten bicfcr ftäfcr» 

familie im SBalbe erft bann jur j^alamität ^eran, menn e$ nic^t gelingt, bad jur 

SRaffent)erme^rung geeignete Srutmaterial red^tjeitig }u entfernen b^m. ju entrinben. 

S)ie bei meitcm meiften Sorfen!äfer, namcntlid^ bie tnirtfc^aftlid^ toic^tigen Slabet 

^oljborfenföfer, finb junäc!^ft ntc^t primörc, fonbern fcfunbäre Sc^äb^ 

lingc, bie in ber Oefotgfd^aft oon anberen SBatböertjcerungcn , namentlich Oon 

Sturmfd^äbeu , ©d^neebrüd^en unb ^önltic^IeitiSiuftänbcn (Hüttenrauch, ^aupem 

\xa% ®runbtt)affercnt5ug uftp.) einl^crjie^en. ©inb fie attcrbing« an bem burc^ bcr^ 

artige Sorfommniffe in größerer SKenge gefd&affenen Srutmateriol jur aWaffenent= 

roidEelung gelangt, bann bilben aud^ bie gefünbeften Säume unb Seftänbe fein SoU- 

tt)erf me^r gegen bie 95?citerüerbrcitung ber ßalamität unb granbiofc Ser^cerungcn 

lönnen bann, mie bie ®ef(^ic^te leiert, burd^ bie 3^erge unter ben SSatbfd^äbltngen 

l^erüorgerufen merben. 

Sn erfter ^inie ift bie gid^te burd^ bie ^t beDorjugenben ^orlenläferarten, ganj 
bffonberd burc^ bie beiben ac^tgä^nigen ^orfenfäfer Tomicus typographns L. unb T. ami« 



1) ?Ratur». 3tfc^r. f. ß. u. 55». 1906, 160. — 2) gorftttJ. 3bl. 1904, 324, 371, 686, 
606. — 8) gf^oturttj. Stfc^r. f. fi. u. 5». 1906, 460. — 4) SBoc^tt, grit 51-: 8bl. f. b. 

gef. gW. 1876, 462. 



234 ^t» ^n^. 64u| gegen Xiete. 

tinuB Eichh. gefSl^tbet. SBie umfangreiche Verheerungen biefe beiben, ben ,,f[tegeiibes 
SBurm'' ber alten %ox9ltvdt barfleüenben l^fifer im Verein mit ben fibrigen gfi^tenborfen^ 
Iftfem anzurichten imftanbe fmb, I6%i ftd^ auiS folgenben Veifpielen beurteilen. Sfn btn 
ftommunionforflen beiS ^orjed kourben 1769—88 1178846 ©tfimme totgefreffen. ') 3n Dp 
preugen (9}eg.*Vea. (Sumbinnen unb I^dnigi9berg) befielen bte ber 9lonne folgenben Borten* 
tafer in ben $ia^ttn 1867—62 eine ^läd^t üon 602000 Storgen unb oerurfa^ten in ben 
©taatdforften 2,06 SOHSionen, in ben $rit)atforften 1,8 SDhüionen ftlafter ^olaeinf^Iag.*) — 
(Sine anbere großartige Vorlenffifer!aIamität folgte in ben 3^^^^^ 1871—76 ben umfang* 
reid^en Sturmfd^fiben ber Sa^re 1868 unb 1870 unb rid^lete namentlic!^ im Va^rifiJ^en 
unb im Vollmer SBalbe*) gan^ enorme Sermflftungen an. 

3m Va^erifd^en SBalbe f^at ber fiftfer (in ben SteDieren: i^nfterau, Sd^Onan, 
Odmalb, 2)ufc^Iberg, Vobenmail unb Vifc^ofdreut^ u{m.) etma 700000 fin ^ol) ||um 91b» 
fterben gebracht. %ai Snfeft erfc^ien in fo ungeheueren G^im&rmen, bag jiellenmfife bte 
@onne oerfinftert würbe. ®emeinfci^aftUcl^ mit Tomicus typographuB L. traten T. chalco- 
graphus L., miciographus Gyll., autographus Ratz., Hylastea palliatas GylL u. a. auf. 
3m SReDier gtnfterau maren 1000 9lrbeiter mit bem grclOen unb (Sntrinben bed ^ol^ 6e* 
fc^fiftigt; ba ei9 an inlfinbifd^en Srbeitdfräften fel^Ite, mugten 85^men unb Italiener bei« 
gebogen merben. %üx %öiLtn unb (Sntrinben bei» ^ol^ed mitrben in biefem Kebier 1878 
gegen 30000 fl., 1874 an 40000 fl. auiSgegeben. 9(:^nli(!^e Vetrdge merben au» anberen 
S^eDieren gemelbet. 

3m V5^mermalbe, too bergfrag ausgebrochen, maren bie Verl^eerungen nod^furci^t» 
barer, mie aud fotgenben galten ^ert)orge^t. (£d mugten l^ier infolge bed ^ta^ti in ben 
bd^mifc^en Ve^irld^auptmannfc^aften ^umau, $racl^ati(, @(^ütten^ofen unb ftlattau auf )u« 
fammen 11648 ha ßa^tfragßdc^e 8,99 aRiOionen gfeftmeter eingef^Iagen merben.^ 92fi^fre 
Angaben (je nad^ Domänen) finben fic^ in bem intereffanten dteijeberic^te SEBidtomnS.*) 
tluf ber i)omane (9rog*3bi(fau (mit 8004 So^ SSalbgrunb) finb ). V. bur^ bie Stürme 
(1868 unb 1870) 182750 ftlaftem gemorfen unb gebrochen morben, bereu tlufberettung^ 
fofien 132661 p. betragen ^aben. SadgrAHen unb^älen ber j)}fiteren ßfiferftdmme ^at bid 
)um t^rü^ia^r 1875 noc^ 96400 fl. in 9(nfpru(!^ genommen. 92oc!^ furcl^tbarer l^aben Sturm 
unb ^öferfrag bte Ifterrlic^en Urmalbbeflänbe bed ©ebirgdftoded ilubani in ber S)omane 
SEBinterberg (mit etma 27 000 3oc^ ^albgrunb) mitgenommen. 2)ie i'alamitat panb 1874 
auf i^rem ^5^epunft unb enbigte erjt 1876. 

3n SBa^ern unb 9 5 lernen jufammen brad^te biefer %tai na^ an 5 SKiEionen geß« 
meter ^ol^ jum 9(bfierben. 

3n ® raubünben^) fielen in ben 3a^tenl900 unb 1901 lOOOOfm ben burc^ bie Sturm* 
unb Sc^neebrud^l^ölier ber 3^^^^ i^^*)'^ unb 1899 groggemorbenen SSorfenlfifern ^um Cpfer. 

Sag auc4 ^UTcf) bie ^ ief er nliebl^aber .unter ben S3orfenr&fem bei paffenben 8er^&It* 
niffen erbeblic^e 9Balbbefci|öbigungen oerurfac^t luerben f5nnen, le^rt ber fjfrag bed SSalb* 
gärtnerd MyelophiluB piniperda L. in ben oom ^iefernfpanner mitgenommenen iBeftdnbcn 
ber Seftlinger ^eibe.O 3n ben 3a]^ren 1902—1906 mürben l^ier im Steoier planten 
neben 270000 fm 9laupen]^oIa 130000 fm ßöferl^ol^ eingefc^Iagen. 

B. 93efämpfung. 

Sie im ^ampf gegen bie Sorlenfäfer mirffamen unb erfolgüerfpred^enben Stb^ 
mel^rmagregeln ftnb im mefentüc^en biefelben, gleid^gültig meldte S9orfenIäferart tut 

l) ®melin: ^b^anbl. üb. b. Sßurmtrocfni«. ßcipaig 1787, 58 «Cn^ang. — 2) An« 
gäbe oon 6c^ulft: Stjc^r. f. fj. u. 3m. 1873, 179, abaüglic^ ber Ungabe ©runert« über 
bie 5Ronnenfra6^ölaer: gorftl n. 1864, 7. ©ft. 77. — 3) SCÜg. 5J. u. 3.=8tg. 1874, 349. 
-r- Äarba^rfi, m.i Daf. 1875, 65. — 6c^mappac^, «.: aWonatgfc^r. f. g. u. 3ro. 187ö, 
156. — $ompe, «nton; 3bl. f. b. gej. 3». 1875, 84. — f)a|. 1877, 383. — «ttg. g. 
u. 3=3tg. 1877, 350. — gorftm. 8bl. 1883, 187. — 3)af. 1888, 488. 4) «cmat: »ei* 
tröge aur gorftpattftif oon »ö^men. ^rag 1886, XCIf. — 5) 5or|tl. ©l. 91. fj. 1876,10, 
70 u. 97. —6) ©c^meiil. Stfc^r. f.gro. 1901, 97; 1902, 66; 1904, 279. — 7) S(^8pffer: 
3). Sorft^Stg. 1907, 470., 489. 



ftftfcr: Scolytidae: lBe!önH)fung. 235 

SinjelfaHe ju befampfen ifi. @te foQen bal^er, um unndtige SBieber^oIungen }u Der- 
mcibcn, ^icr öorangcftcßt werben. Soweit bie bioloflifd&cn aSer^ältniffe ber einjelnen 
Sortenföferart älbroeid^ungen t)on ber ollgetneinen Seldmpfungdfec^ttil bebingen unb 
Sonbermagna^men erforberli^ mad^tn, werben biefe bei ber weiter unten folgenben 
fpesieüen Setrac^tuug ber einjelnen Srten @rw&^nung ftnben. 

a) Sürleugung. 

1. ©egrünbung unb (Srjte^ung gefuubcr 83eftänbe burcft Änbou ftanb^« 
orti^gemäger ^oljorten, ^nwenbung etnwanbdfreter ßulturmet^oben, S3egünftigung 
ber SRtfc^ungen öon Slabel* unb Saub^otj ober ber Slabet^öljcr untereiuanber (lonne 
unb Sär^e mit gi^te ufw.) unb burd^ »eac^tung aller ber Örtltd^teit entfpret^en^ 
ben äWa^regcIn gegen SBinbs S)uft*, Schnee* unb ffiiÄbrud^, weil ©rud^^öljer ein 
beliebte« fbinU unb grafemoterial finb. 

2. Streben nad^ Stetnlid^feit im äSalbe burc^ red^tjettige Entfernung aUed 
trdnlelnben unb aui^fd^etbenben SOtaterialed. 

$ier^er gel^ören: 

&) Srü^jcitige unb l^äufige Surd^forftungen. 

b) SBalbiged Kuf arbeiten unb (Sntrinben ober Slbfu^r berSru^ljöIier, 
felbft ber t)om SSinbe blo^ gefd^obenen unb ^terburc^ im SBuraeIt)erbanb geloderten 
Stämme, hierbei pnb 9JerIe|ungen am jie^enben ©oljenad^ SRöglic^feitju üermeiben. 

c) 93a(btge Sc^Iagraumung, SSerbrennen be« ^(braumed. 

3. SSermetbung großer Sal^lfc^Iäge unb großer glei(^alteriger SBeftanbei^ 
lompiqre bun^ Silbung Keiner ^iebi»}üge unb (Einhaltung eine« iwedmägigen Sd^lag^ 
weddfefö. 

4. (Sntrinbung, ©erap})ung ober SBefd^Iag ber ©ötjer, wel^e längere Qüt 
im SBalbe oerbleiben. 

^tefe (Sntrinbung ift wenigfteuiS bei ben ^a'^tli)ö\ittn ^inftd^tlic^ ber 99auftfimme 
unb Sloc^e uneclö^li^; inbeffen braucht man fte erft etwa Dom Ttai oJb Dorjune^men, 
um bie etwa abgelegte ^rut mit ju t)etni(f)ten. ^ugcrbem mac^t fic^ bad (Sntrinben im 
grü^ia^x leidster atö im SBinter. 2)te (Sntrinbung ber ®d)id)t^ö(§er ifi jwar auc^ burc^^ 
au» erwünfc^t angefic^td ber tbften aber ift t& nac^getaffen, fte auf befaUene ^Raummeter 
ober gefä^rbete Seiten unb Orte ju befc^ränlen. Si^eiter lann bie (Sntrinbung ber im IBoben 
Derbleibenben Stöde angezeigt fein, weil mel^rere SSorlenfäfer in folc^em äJ^aterial i^re ^U 
widinng burc^jumac^en toermdgen. 3e ^ö^er bie Stbdt finb, um fo notwenbiger iß i^re 
d^ntrinbung. 

5. 4>äufigc Slebifion ber ©eftänbe. S)ie SRemfion ^ot in ben gid^tcnreöicren 
wä^renb ber gonjen Saifon bi« gum September ju erfolgen unb ift um fo aufmert 
fomer oorjune^men, je me^r fränfeinbcg SKaterial infolge t>on 5Katurereigniffcn (2Binb^ 
unb Sd^neebrud^, 2)urre, geuer) ober bon Slaupenfrafe im SBalbe öorl^anben ift. 

Ate Äcnnjcid^en für ben S3orfen!äferangriff biencn SSo^rme^l, 4)ar5auiJtritt, 
JRotwerben ber Ärone unb «bfatt ber JRinbe. SBic^tig ift unter bicfen äRerfmalen 
jebo(^ nur ber 93o^rme^laudfaU, ba im %aUt rechtzeitigen Semerten« bed am 
Stamm jwifd^en Siinbenfc^uppen, glec^tenanfa^ ^öngenben ober an ber Stammbafid 
abgelagerten S9ol^rmef|te eine erfolgreid^c SSertitgung be« noc^ anwcfenben @(^äb= 
liugd möglid^ ift. Siotwerben ber ^one unb 9iinbenabfaII geigen ben befall ju fpät 
dn'y bie ^ungfäfer finb bann meift fd^on ausgeflogen. ^argauStritt ift ebenfaUd (ein 
guberläffiged aJlerfmal, weil er üon SSitterungd^ unb ©efunb^eitd&er^ältniffen bed 



236 ^ttfUi 9ii4. 64itt^ flcdcs tun. 



Saunier 6ceiitflti6t toirb imb be4^I6 fdoedtDcgd aOgemetit enttrili Snd^ ba^ So^r« 
me^l ift fein ftanbig jur Serfngttng flr^otbcd 8n jdc^ fnr bot SefalL (S# ncrrot 
ben &kQbiin% nttr in ben rrften 2 — 4 Sim^ nad^ beut ttsflng, üoToitdge{e|t, ba% 
nu^ 9legeiigttf[e bte @)inrat oeri9if(^ J^oben. 

Die bffe^tm Stamme ftttb bun^ bte mit ben 9teDiftonen betranlen, fo^en Sr^ 
better jn bejetc^en ober fofort jn faOen nnb im Sinne ber Sertilgnng ber Safer; 
fmti in be^nbeln (f. nnten). 2)ad gleul^e fyd mit ben jnr SontroOe be§ totfyui^ 
benen ftäferbeftanbed gefaOten $robebanmen (Bfangbaumen {. nnten) jn ge^ 
\d)efftiL Sbenfo mie bte Sfongbdume finb bie im Salbe lagemben nnentrinbetcn 
9lu|2 nnb Srenn^öljer ju nbermad^en unb gegebenenfalls fa entrinben. 

b) Serttlgntg. 

1. Sadnng x>on Sangbaumen, oom SRär} ab bid in ben September ober 

^errid^tung fte^enber Sangbäume burc^ Slingeln im ga^r ober SBtnter t)or ber 

SAOnng. Sntrinbeu ber gangbaume, e^e bie aui» ben juerft abgelegten @iem oud^ 

gefc^Ifipften Sanken ft(^ \)ttpvoppt ^aben ober ju fiöfem getoorben finb unb eoentneD 

SerbrentKU ber 9tinbe. 

Vlit fRtdft ift t)on <;^t(!^^off u. a. in ia^Ireic^en Kxtifeln auf bie groge ^bentung 
einer DerftdnbnidDoOen $ra£i^ bet fjangbaume ^ingetoiefen morben. (£^ lommt barauf on, 
ben OorlenfSfern ^n allen ©(^mftnnieiten midfommened 8iut^o^ mit ftodenben Säften ju 
bieten; bann laffen fie bad minber totStommene (gefunbe) ^o^ unbe^Üigt. 3n ben gang* 
bftumen nirb juglei^l bie ^rut lofaltfiert nnb i^ mit geringer 9Rü^e 3u vertilgen. äRan 
n&^lt iu Sangbdumen am beften ältere, fd^loai!^ beamtete, ettood im i)ru(fe em^ad^fene grienten, 
ittdbefonbete oom Sinbe gdd^obene unb im SBurjeberbanb geloderte Stämme, »eil biefc 
weniger üoUfaftig finb unb ba^er üon bem {(^närmenben j^äfer mit Vorliebe belegt »erben. 
3m grü^ia^re, bei no4 feud)ter SBitterung, genügt ed, in 6— 6to5(^entlt(!^en3toii(4enränmen 
neue gangbäume gu toerfen, toä^renb man im Sommer et»a aSe 4 SSod^en neue gang« 
bäume fällen mug. 3n ber $ra^ toiib man bie je nac^ ^egenben unb Sa^reSmittening 
fi(!^ üerfd^iebenben Termine (S^toärm^eiten) balb audfinbig macl^en unb ftd^ ^iemad) richten 
muffen. 8—14 Xage Dor ber (^trinbung ber iunäd)fi gefällten ffangbäume muffen fi^on 
»teber neue liegen. 8e^ufd leidster l^ontrotte empfiehlt ft(^ forgfältige 9himerierung ber 
Sfangbäume unb genaue SBud^fü^rung über bie gfortf^ritte tu ber @ntn)i(!e[ung ber !Brut 
in jebem einzelnen Stamme. (£og^o rennet jebedmal fünf ^äume auf 100 Sd^ritte longd 
ber Sd)Iagtänber, lotll aber im ganjen nur breimat f^angbäume getporfen l^abcn (9(prt( ui:b 
SJloi). (5id|t)off erflärt monatUi^ je einen gangbaum auf etmo SOO Sdftritte in fäfer^ 
reinen 9let)ieren für ^inreic^enb. 9lit{c^e meint, bag im erften Srü^fa^r et»a je^ngang« 
bäume für i $eftar genügen (fpäter weniger). 

JRafecburg empfiehlt, bie gangbäume uncntaftet ju loffen unb fie auf Unter« 

lagen (ßiüitf Steine ufhJ.) ju »erfen, hamii baö Stnbol^ren ber Jiäfer auc^ ouf ber 

unteren Seite erfolgen fönne. S)ie meiften fpätercn Stutoren ^aben fid^ bicfer Slu^ 

fic^t angcfc^toffen. hingegen roiK G. gifc^bacf)*) bie gangbäume cntaftet ^oben, 

n^eil bie beafteten Stämme infolge i^rer burc^ bie 9labeln öergrö^erten SerbunftungÄ- 

fläche rafc^er auStrocfncn aU entaftete. ®r meint fogar, bafe bie Sorfenfäfer nur 

bie entaftcten gangbäume annehmen, eine 95et)auptung, bie ju meit ge£|t. ?tuc^ 

3ub eic^*) ^at fi^ baf)in geäußert, bafe entaftete gangbäume beffer wirlen aU nic^t 

entaftete. Sbcnf o ift 9lit f c^ e (SRittcIeurop. gorftinfeftcnfunbe, I. »b., 532) für fofortige 

ßntaftung. SRü^Iin (Seitfaben, 2. auft. 223) be^ei^nct c§ nac^ feinen ©rfai^rungen 

otö äiemlid^ gleichgültig für ba§ gängifc^bleibcn ber gangbäume, ab fie entaftet wer« 

1) 8bl. f. b. gef. gm. 1876, 27. — 2) Xl^ar. Sl^rb. 1880, 160. 



^äfer: Scolytidae: »e!Sm|»fun0. 237 

ben ober ni^t. S3ei großen ßronen ifl ober bad tuenigftend teilmeife (Sntafien afö 
iioedmalig ju bejetc^nen. ^te Sefär^htng, bat ^^rd^ bie SBegnal^me ber SBeaftuttg 
einer ganjen 9n}a^I oon Sorf etiläfern , bie fid§ nur in fc^mäd^erent 3Ratmal ent- 
micfeln, bie Ißrutgetegenl^eit genommen mirb, Idj^t ftc^ baburd^ megfd^affen, bag man 
bie abgehauenen Stfte atö Sangreifig für bie aftbrütenben Sorleniäfer liegen Ia|t. 
aim rid^tigften ift tt)o^t, bie Bwtic^tung be« gangboumeiJ, wie ©eblajef ^) em^fie^tt, 
bon ber ju befampfenben SBoidEenfäferart abhängig ju moc^en. 

Ttxt beth ©dualen ber Sangbäume mug fpäteftend ber Anfang gemacht mer^ 
ben, (Denn bie aud ben juerft abgelegten Siem ^errfi^renben Saroen eben jur SSer:? 
puppung [id^ anfd^icfen. 2)ad SSerbrennen ber abge[^ä(ten Stinbenftilcfe ift, menn 
nid^t nntxl&iliä), fo bo(^ jmedhnägig. 

fBenn man mit bem Sd^&Un tfinger mattet, fo läuft man (Stefa^x, ba^ bereits ein- 
zelne ftdfer aui9gef(f)lfi^ft ftnb; fdjäft man aber ju zeitig, fo mug man euttoebet k)tele Sang^ 
bäume merfen ober k)etanlagt, fobalb man nic^t ffir (Srgdnpng bei i^ngbdume forgt, bie 
fpfitet oblegenben $, fke^enbed ^olj )u befaUen. ^ad (Sntrinben muß mit Sorgfalt, am 
befien auf untergelegten %üd^ttn, gefd^l^en. SRan bebient ftc^ ^ier^u flarfer fti^elfdtmigec 
SReffer ober befonbeter SRinben{c^ä(er ober Itid^ttt ^ste. 

Über bie Srrage, ob bie mit IBrut be{e|te 9linbe oerbrannt koerben mu^ ober ob 
ed genfigt, bie Stämme blo6 ju fetalen unb bie 9fiinbe bann Hegen 5U laffen, ift 
in ber Literatur oiel geftritten morben. ^a bie Saroen fc^on, menn fie ber Suft unb bem 
©onnentic^t audgefe^t merben, jugrunbe ge^en, ^ie(t man t9 feitl}er im allgemeinen für ge« 
nfigenb, bie abgef(!^ä(ten 9Hnben ber Sonnenmärme auiSgufeien. Sid^erer t(l aber unter 
aüen Umjtänben bad Serbrennen, ha man ed megen bed großen Spielraumes in ber (Snt« 
midelung ber ßäfer, jumal bei maffen^aftem JBor^onbenfein, bodb nt(^t in ber ^anb l^at, 
alle Sfangbänme fo zeitig ju entrinben, bag ntc^t fc^on bem VuSfommen na^e puppen, fo- 
gar ooüfommen fertige ^äfer (oon ben juerfi obgelcgten (£iem berrü^renb) bei ber (Snt- 
rinbuug oor^anben finb. ÜberbieS merben bie in ben bideren ^inbenf<^ic^ten tiegenben 
Barten, $uppen ufm. burd^ bad Sdbälen nic^t bloßgelegt. (£nb(t(^ (ann t& bei ftartem 
flUinbenanfatl leicht gefc^e^en, bag bie Slinbenftucfe aufeinanber j^u liegen lommen, fo bag 
ber £uft unb Sonne ber 3utritt ju ben unteren 9{inbenftücfen erfc^roert bjm. unmöglich 
gemacht toirb. — ^e große fiebend^ä^igfett ber ^äfer ^at Sog^o auf (SIrunb einer Sflei^e 
tntereff anter Serfuc^e nac^gemiefen unb ^ieraud bie S^lugfolgerung gebogen, baß bad 
Serbrennen ber 9ltnbe bad einzig iii^ere Sertilgungdmittel ift. ^ud) oon ^u^^ 
iama, Subeic^*), (Sic^l^off u. a. oertreten bie{e 9(nft4|t, toelc^er mir und ootlftänbig an= 
fd)ließen. 

tlnberer SWeinung pnb (£. gifc^bad^*) unb ^enfcftel.*) Se^terer empfiehlt (imipodjs 
gebitge) (Sntrinbung ber gfangbäume, fobalb bie ®ier abgelegt feien ober bie (Sntmidelung 
ber Saroen begonnen t^oht, in meinem gatte bad Serbrennen überflüffig, fogar infofem 
nad^teilig fei, atö l^ierburc^ ber rafd^e 3ortganj9 bed Sd^ätgefd)äfted 92ot leibe. S^üßlin') 
^ält (bei typographns) boS Serbrennen ber 9iinbe erft bann für notmenttg, menn bereite 
l^alber^ärtete unb oerfärbte Sungläfer gefunben merben. Sofern baS Schälen fo /jeitig ge* 
fd^te^t, baß ^öd)fiend puppen ober nur l^elle meiere ^ungläfer torl^anben finb, genügt feiner 
^leinung nad^ bloßed Schälen unb SCuiSlegen ber Sf^tnbenftüde mit ber Saftfeite nac^ oben. 

SRan nimmt bad Serbrennen ber 9Iinbe am liebften bei Ifi^lcr äBitterung in feuchten 
Sinfenfungen ober lünfttic^ ^ergeric^teten Gruben oor unb umgibt ben Staub berfelben mit 
einem SSaUe oon glüt)enber 9lf(^e, bamit bie etma avL9 ben 9ltnbenftüden fortfriec^enben 
ßäfer ft^er oemic^tet merben. iflan oerbrennt auä) bad Sü^- unb Stoeigl^olj mit, met( in 
biefem gemö^nlidi Heinere, ebenfalls fdiäblit^e Sorfenfäferarten (j. S. Tomicus chalco- 
graphns L , Polygraphus poligraphus L., Crjpturgus pusillus Gyll. u. a.) Raufen. So« 



1) 8bl. f. b. gef. gm. 1908, 45. — 2) ti^ax. 3^rb. 1876, 74. — 3bl. f. b. gef. fjm. 
1876, 608. — 3) a)af. 1876, 27, 691. — 4) Seitfaben jur Seftimmung ber fdiäblic^en fjorft* 
unb Obflbauminfeften. 2. «up. ®icn 1876, 49. — 5) Sf^aturw. 3tfdjr. f. g. u. 3». 1905, 492. 



238 ^tS leuc^. @(^i4 gegen ^tere. 

gar T. typographus L. fanti fiä^ in ^flen maffenl^ft Demte^ren. 2)ad bloge Sergtaben 
ber 8%inben ^tlft nur, totnn bie Gruben ^inretc^enb tief (40^46 cm) gefertigt koeiben; oii^ 
ftadjen (Stuben bohren pd^ ^t< ^^f^ ^^ jur Dbetfläc^e l^inbutc^. 

2. abtrieb ber befaOenen, nod^ grünen Saume; foforttged (Sntrinben unb 
Serbrennen ber Stinbe, fofern ber Safer noc^ bar in ift. 

3. Set groger Semte^rung bleibt nid^td übrig, afö famtltd^ed befallene Qoi^ 
einiuf(^Iagen, bie 9hi^ftämme ju entrtnben, fortjufc^affen unb baiS Srenn^olj ju oer^ 
lol^Ien. hierbei gilt ber ®runbfa^, ftifd^e Xrodntd ftetd e^er aufjuarbeiten 
atö alte, triett ftc^ iläfer unb Srut bann nur in ben frifc^en Säumen beftnben unb 
bie Semid^tung ber fid^ enttntdeinben Generation tuid^tiger ift atö bie Shtffung ber 
bereite Derlaffenen fogenannten alten Xrocfnid. 

C. Einteilung. 

Die für bie mttteleuro^aifd^e ($orftnnrtf(^aft toi^tige Sc^ntiße ber Sorfenfäfer 
tourbe jeit^er meift in bie bret Unterfamilien Scolytini, Hylesininl unb To- 
micini eingeteilt. $(uf ®runb pl^^Iogenettf^er Unterfud^ungen erfc^eint biefe Drei^ 
teilung jebod^ nic^t mel^r angemeffen; ütelme^r mvi%, toie namentlid^ 9tüglin^) in 
neuerer 3^tt unter ßu^ilf^nal^me aDer Drganf^fteme ber So'rlenfafer nad^gemiefen 
bat, bie S^^^ ^^^ na^eju gleic^tuertigen Unterfamilten bebeutenb derme^rt toerben. 
2)ad Don 9lüglin in Sorfc^Iag gebrachte neue ©^ftem ber Scoljüdae teilt biefe 
Sfamitie in 15 UnterfamtHen: Eccoptogasterinae, Hylesininae, Crypturg^ae, Hy- 
poborinae, Ernoporinae, Cryphalinae, Polygraphinae, Carphoborinae, Trypophl.oei- 
nae, Pityophthorinae, Xyloterinae, Dryocoetinae, Xyleborinae, Thamnurginae, 
Ipinae. 

@omeit t^ für bie Qtotdt biefed Sud^ed notmenbtg erf(^eint, foU bei ber nac^- 
fte^enben ^ufjä^Iung ber forftlid^ belangreichen Sorfenfäfer ber Dorftel^enben Sin» 
teilung gefolgt merben. 

Unterfamilte Seoljtlnae (Eccoptogasterinae). 

Gattung Scolytus (£cooptogaster). 

^o^f borgeftredt, mit einem furzen, breiten Siüffel. gfü^Ietgeigel Tglieberig. ^I^ 
fc^ilb na^ born etioad berengt. i)rttted^u6gliib ^meilappig ober ^erjf drmig. gftftgcl« 
beden nad^ ber@pi(e gerabe berlaufenb, nic^t abfc^Qfftg, o]^ne9lbftur§ unbgä^e. hinter« 
leib Dom ^meiten ©egment an ))Id^(i(!^ fc^rfig nad) oben trep))enfdrmig anfteigenb, gleich« 
fam abgefiugt. 

Stologifc^ ftimmen bie l^ier^er gehörigen Sorfenfäfer gut überetn. Sämtlich 
Srten ber (Sattung Scolytus ftnb Saub^oljbetoo^ner. Sie (eben monogam unb 
brüten in Sot« ober SSagegängen, jumetft in Sotgängen, bie gemol^nßd^ tief in ben 
®püut eingreifen. SRan bejctd^nct bie Scolytus^Ärten beÄ^alb aü „Splintfäfer". 
Sie finb audfc^Iie|ü^ @)?ätfc^A)ärmer unb fönnen — im ®egenfa^ ju ber jett^ 
^erigen Slnnatime einer regelmäßig einjährigen (Seneratton — fel^r ttjo^l eine bop* 
ptltt ©eneration ^aben (bgL S. 232). 

Die pxalti\ä)t Sebeutung ber Scolytus ^Strten ift im aQgemeinen feine 
groj^e, obgleich bie Käfer nid^t immer fefunbär auftreten. Son 9lu8na^men abge^ 
fe^en, erftredt ftd^ ber SefaU getoö^ntic^ nur auf einjelne Säume. 9Raffenberme^^ 



1) Über ein neues ©Aftern ber ^eimifc^cn Sorfenfäfer auf p^Qlogenetifc^ Safil. 
l8^Mgn. b. ^eutfd^. 9^aturf. u.^ir^te. aSerf. au ßatldrul^e 1911. XI. IL «(btlg. 13. 9h. 9. 



fiafn: Scoljüdu: Qlatntna Sool^tna. 239 

ruitgen tm €innc bei jettroriligen auftretend matK^ei 91abet(|o^botfcntÖftr finb un: 
belannt. 

L SoolTtaa (BoooptogaaMr) 0«offt07i Gkietse. (Sc. acolytu» Fabr.). 
&toitx UlmcnfpItntiafcT («bb. BS).') 

fltnit)tlcE|en: 1—6 mm lana, [^tootj ob« pei^biaun, auffoKcnb gUnjnib. S&^Iei 
unb Seine ii]tlld)6tauti @tlni \tin geninjctt. in btr ^itlt mit einem ÜJfitdiel (uijei galb> 
gtlbn ^ooK. ^aUt^itb ttmai breitet aie lang, in bet äftitte faß 
uerf^minbcnb, an ben Rdnbein bicbttr punttiert, f^maij. Slflgt^ 
bellen in ber Siegel laftanienbraun, na{^ ^Inltn eltoa! Vti:\ä)miltit, 
tief punttitrt^aeftrtifl. Sn)i((f|enraume Je^i breit, init gai)liei(^en, 
metlt a— 3 unngelmägiQe Steigen btlbenben $üntti$en unb einjtl' 
nen gelben ^dcCben. ^aifi nur an ber ^a\ii, iiS tiSi^fitn« gur 
aKitte, ttiebergebiaA. Xw brittc unb Diexte ^intei» 
IciMilng in ber Witte mit einem ^Mtx^tB{%ib. 06 b). 
^intnleib beim J bt^ait. 

Sebendmeif e ufm.: glugictt: äRai, 3um. 
dteneratton einjäling ober (auflno^mStDeife) b m 

bDBBflt, im lefcteren SaDe ©iroärmwit ber Sunfis »*■ «■ swbt». atoonn ocat», 
läfer im aufluft. „^ »atbtn. 

^aulq*) nimmt einfache Venera tion an, ble et 
Sbeitiaupt aDen Scolytnssilrten juji^ieibt. üuc^ ftnotet unb Baebeq galten ble bofipeltt 
IBeneration ffii fluflna^e, ble einia^tiae fai 3tegel. fflSglin*) t|at boppelte Generation 
betätigt gefunben. 

3)ei giemlii^ häufige unb ineitDerbtcitete ßäfei befädt bie Ulme, ältere unb 
längere Stämme, mitunter au^ bie @f(^e. %n [te^enbtn Stämmen beginnt fein Slns 
griff unb %xai meift in tränten äften unb Gipfeln unb fegt fi(^ Don ba abroärts fori. 

Der Stuttergang ift rin turjer, 3—10 cm tonger, 2,5—3 mm breiter, auf» 
fleigenber, mani^mal ttmai gebogener Sotgang, in btr Siegel o^ne Sufttö(^er. (Sc 
berläuft in bei unteren 33aft{<t|t(^i; jebod) mirb anä) bJe ©plintfi^tcfit mit berfl^rL 

!£ie (urjen Sarbengänge jtoeigen jtemlicf) regetmäfiig in rec^liuinleliger 8tic^: 
lung bon ilini ab, liegen bi^t aneinanber in ber iRinbe, unter EBerfi^ning beS @)jlintee, 
finb mitunter 10— 15 cm lang, ungemein jieilic^ gefi^Iängelt unb an t^ren Snben 
faft brritet al« bec aRuttergaug. 23ie $u)]f enniegen liegen gerod^nlit^ in berSlinbe 
unb greifen nur bei bfinner iBorie in ben Splint ein. 

S<ne ungcmO^nlii^c Scibititung bie[e< unb beS folgenben Ulmen jpllnltäfeed an ßaiten 
gelb- unb tJlatteiulmen in ßnlin Idngt bei Sliagcn ^wili^en bcm Xempel^ofer nnb 
S^Snebngei UfcT »iib Don Sla^ebutg*) nü hei mitgeteilt. Sin gio^^il bei ao- SOcm 
flat(en SDeebäume, bie injolge ^obtn ©runbnjQJffrflanbee ttiiniciten, würbe 1870 burt^ ben 
itafer|rag gum Sibfterben gebrütet. 

@efäf|rbet finb naä) ben biel)crigen (Erfahrungen in ecfter Sinie StDeebäume, 
bie infolge ungünftiger Stanbort«' unb ©obeuoer^ältntffe ober infolge Don 8ioHC^>, 
&aS' ober anberer Säeläftigung tränietn. 

SBetämpfung. 
a) Vorbeugung. 1. Sorge für t|inrei(^nbe gute Srbe beim Sinpflanjen wa 
Stro^enbäumen (Ulmen). 

1) tti(^^off, SB.: manb. foif«. ^. I. 1893, B5. — 2) gorftI..natumi. 3tf(^r. 189S, 
196 U. S87. — 3) Qoi^n. j^bl. 190t, 6. — 4) Stfc^r. f. g. U. Sid. 1871, 40S. 



240 @tfted fduif. Qd^wi gegen Xiere. 

2. @c^u|anftri(i^ mit Xeer, Sel^tn, fialf ober mit aRifc^ungen biefer @ub{iati|exL 

3. Dberflad^Iid^ed Sntrtnben burc^ ftreifenh)etfe (Entnahme ber btden Sorfen^ 

f(i^t(^ten. 

2)aiS teure ttnb bd f^Ied^tet Sfudfü^itg gefährliche »erfal^ten tft in ^rid *) ieU< 
toeife mit befriebigenbem (Srfolg k)er{uc^t morben. 

b) SJertilgung. 1. gäDung bon gangbdumen*). 3um Ätttoclcn bcÄ 
Srä^JQ^rdfluged lögt ftc^ bai» ben SEBtnter über gefc^Iogene ^olj bentt^en. 

2. ßinfc^Iag ber mit S3rut befe^ten Stämme (oom guli ab) unb Serbrenneit 
ber Slinbe. 

2. Scolytus (Eocoptogaster) multistriatus Marsh, 
kleiner Ulmenfplintfäfer. 

^ennjeic^en: 3—4 mm lang, bunfetbraun bi^ ^ä^xoax^, weniger gldnjenb att ber 
üorige. gfu^Ier unb SBeine rötUc^braun. Stirn fe^r fein gerunzelt. ^aUfd^itb ttü>cS Iditger 
ai9 breit, in ber ^itit feiner unb toeittfiufiger ))unltiert aU an ben Seiten, gett)5^iiliil^ 
bunfler aU bie f^Iügelbeden. fie^tere nad^ hinten Derfc^mälert, gleid)md^g bic^t ^nfttett« 
gefkreift. 16eibe @)ef d^Ied^ter mit einem (i)aralteriftif(!^en, nac^ hinten gerichteten, an ber @|>i|e 
!no))fartig üerbidten 2)ornfortfat am §meiten ^interleib^ringe. .^auptmerfmol 
biefer $lrtl 

SebendtDeife ufm.: Slugjeit im Suni, eüentueD triieber imSuguft unb€e;>» 
tember. Sei jmei 93ruten überwintert bie jmeite im SarDentuftanbe. 2)er ftafer 6e^ 
tDol^nt namentlich bie Sfte unb ^i^felpartien älterer Ulmen, ^äufig in (Semeinfc^aft 
mit bem t)origen. 

S)er äRuttergang ift ein furjer, jierli^er Sotgang o^ne SuftUc^er, ber nur 
tüenig in ben S})Iint eingreift; er tft fd^mäler, aber meift länger afö bei GeoSrojL 

S)ie fc^malen Sarüengänge ))erlaufen {iemlid^ regelmäßig auf ber Splintober^ 
fläd^e; fie gelten anfangt red^tlDinfelig Dom 9Rutter gange an^, verteilen ftd^ ober 
fpäter gleichmäßig unb ftemförmig nad^ ber Seite, nad^ oben unb unten. Da ba^ $ 
üon multistriatus öiel me^r (100—150) ®icr legt afö ba« ? t)on Geoflä-oyi, fo ftnb 
bie Sarbengänge bei erfterem biel ja^Ireid^er unb ftel^en inf olgebeffen aud^ t)iel bic^ter 
beifammen afö im S^aßbilb iti le^teren. tihi^Üäftv toit mit SSogelbunft gefd^offen. 

(Generation einfach ober boppelt. 

93efämpfung: SBie bei bem t)origen. 

8. Soolytus CBcooptogaster) laevis Chap. 

SRittlerer Ulmenfplintfäfcr.») 

^ennjeic^en.'S— 4 mm lang, bem vorigen ä^nlid), aber ol^ne ^omfortfa^ am^meiten 
^interleibjJringe. ©tim an ben Seiten (befonber« beim J) mit gelben ^aarbürftc^en. hinter» 
ranb beg üierten ©audjringeS beim / mit einem Oucr^öcfer in ber SWitte, britter Bauc^« 
ring in ber SWittc öerbicft. SBeim $ ^interleibSringe einfac^. 

Sebendniieife uftt>.: Sluggeit im 3uni; Generation anf(!^nenb einfach, 
ttbertointerung im SarDenjuftanbe. S)er ^äfer bemo^nt bie f(^n)ä^eren, bid 15 em 
ftarfen 9tfte ber Ulmen. 

S)er aWuttcrgang ift ein 5—10 cm langer, 2,5—3 mm breiter ßotgang mit 

1) de la Blanch^re et E. Robert: Les ravageurs des for^ts et des planta- 
tions d'alignement. $arii8 1889, 295 f. — 2) Slltum: gtfc^r. f. g. u. 3». 1881, 61. — 
3bL f. b. ge|. gm. 1881, 130. — 8) ©acc^: Öfterr. S.«8t9- 18^7, 70. 



Mfn: ScotjtidM: (BattunB Sooljtus 



841 



fitnnj 



oft ftiefelarttgem ünfn^. SarDengänge bit^tsefteat unb ft^ntal. ^uppenroiegen 
in ben €plint ge^enb unb mit 33o^nne^I unftopft. 

©elämpfung: Mufljd^neibw unb Serbrenitoi bn befaBenen uub bürt tottben» 
ben £ße; fonft arie bti Sc. Geofiroyi. 

4. Soolftiui (Boooptog&st«r] AAtseburgll Jana, 
«lofifr Bidtnfvlintiafft. 
mm tang, ft^UMij, gldngenb, btm gioficn Ulmmfplintlifer fetn dt|n< 
lii$ unb buTt^foIgnibtlptiicKt Wert' 

mall <^ata\ttü^nt: Stint britn ,7 
mit cinn feinen, betm s mit tlan 
Mftlgni&anB^leifle.bdm J'^ail 
oettttft, mit lauqm fltibtn ^aaini 
bii^t bebedt. ^allft^ini taum bititn 
aU lang, Dotn cttoae gtburf|ttl, in bcr 
aRitte »eUIfiu^B unb jtctnli^ fein 
punHitTt, an bin 
®eitin mit grtSf ' 
Mn$unrten. Smi. 

fi^eniaume bei 
Slngelbetfen bieit 
unb 9ai>, nui mit - 

ein» Steige feinei »B. »7. booItiiu luuibDTfii jui. » mtm (Vik 
^anftdien Dtif*' '' «i»i«wb Mt ^ rA) ("«4 »«rSta). 
^en. 9Iai)t bis juT Sci^e »ettieft. 3)tTbiitte^inledei6ä[{ngbeim 
cf in bet Slitte mit einem matjenfBtratgea ©Ddet. gintenanb 
% btS Dierten Baui^ngeS In bei 3Kilte leitet auigebuc^tet nnb 
'IJtielaitig ei^a^t ^eim $ beibt ginteeleiblüinge einfa^. 

Sebendtveife oftu.: Slngiett Wax, ^unt. &tnt' 
lation etnfai^.') 

ai« !6iutbiiuni lommt lebiglic^ Sirfe in Setiiu^t. 
X>it äRattetgange finb legtlmägige, bi« 10 cm 
lange, 3—4 mm btette, gerabe Sotgänge; fie beginnen 
meift mit einer ^lenfötmigen Stfimmung, greifen in ben 
Splint ein unb nwifen jo^Ireii^e Suft< bgn. Segat* 
tungdliSi^er auf. aRet|r fdiräg betiaufenbe, ebenfoDS 
bnrc^ Diele Sitftlili^er gefennjeic^nete @)änge ftnb leine 9nit<, 
fonbtnt SrnötiningBgänge, bie oom J na6) ber IBegat: 
tung genagt roerben (ffiic^tioff). 

^ie Saroeng&nge iioeigen bi(^t nebcneinanbet ab 
unb finb iiemlii^ legetmä^ig um ben Sotgong gruppiert 
(%bb.98\ SieenbtgeninDoiroiegenbinberStinbeiiegenben 
^uppenniegen, aai benen fidi bie ^ungtäfer buri^ gio^e, 
auf bei nieifien !@irfenrinbc leii^t [ic^tbare ^luglüdiei (Kbb. 
99) nai) äugen booten. 'Cer ^äfei befäQt ^auptffit^Iidi 
jüngere träntelnbe @tftmme unb befi^leunigt beren Kbflet: 
ben. 3n Sönbem mit bieten ©irfenfflatbungen (Stufelonb) 
Detbient er als mer!(i^ fdiSblid) 9ead|tung. 
Sefämpfung: SäDung unb reifitieitigeS (Sntrinben ber befffetf" ©tfimme. 




1) ItJouIe. »■: 



l.=nomcm. ä\\ä)i. 1892, 193 u. 833. 



(Elfte« ICui^. S4u$ gtQCB Xint. 



B. Soolytua (Boooptogaater) intrioatiu Rtab. 

(£i«cn|pUnttaftr («b6. lOO). 
fttntijtidien: S— 4 mm long, Iftiooq, bünn gixia behaart, gü^bi unb SBeiiu rBt< 
Ii4>btaiin. $aUJ(I|iÜ) ttwai bRitci al« long, auf bei ^dftibt fiait glänaenb, an btn Sntcn 
^ariet unb taii^tti ))Uiit< 
ticit aU in bei äRtUt. 
glügelbeden matt pc(^< 
braun, nai^ fitnten Dei' 
fc^mäleit, mit fe^i bE(^> i 
t(n ^unftpreifcn, rotl^ 
fteHenntife, namentltd) 
in ben trfien 3wi((^n= 
läumen neben bei 3Ia^t, 
buitfi feine, etwaS ft^täfl 
eeiii^tete Slun jeln unteo 
biMiien istiben. Sla^t 

nuT bii^t titntei bem Rbb.ioo. BoDijtuiiatriBiniaKiib. 
©d^ilb^en Bettieft. 4iin= ''°'" "<"* »aitol- 

teiteibSringe o^ne |)Gdei. 

SebenätDctfe ufkn.: SluQjeit; SRoi, SnnL 
@enciattott einfadi. 

Ser ffäf« befäat otle Arten ber ©ic^e (ouiti 

BbB-M. gingwutt BBn siBinai üa§länbtf(^e), (elteitet bie ffludie (Slfitblinfler), 

B.uebDrgiiJuu. in Birirarini* Bon „„jj jnjor ■BoriDtegenb ]AmäAtrt ©tämme ober 

aulni Btfrtm not «t,). Ji ? '^ ^ 

bie ^fte ftUeret SSiiume. 

@r mac^ einen furjen, 1—2,5 cm langen einarmigen fflagegang in 
Splinte. Iiie fiatengänße (inb aufeergemö^ntic^ (10—12 cm) lonß unb fein, 
aber meift unbeuttii^; fte oerlaufen teilfi nai^ oben, teils nac^ unten im @plintc. 
^Bptjenroieaen batb in bet ifiinbe, teil« oberftäi^ig im ©plintt giuglöc^er wie 
ntil 3)unft gefd|of[en, ba^er an älteren Stämmen niäjl leitet erfennboc. 

2)ie ßäfer bcDorjugen iwav fränlelnbe ©tämmdien, greifen aber auc^ QDlNoin' 
men gefunbe ^ißer bgni. Stangen an unb bringen biefe jum Hbfterben. 

3m SoiS be Sincenneä foDen bie Safer t>or Sagten gegen 50000 Stäcf SO— SOji^ 
rige eichen getutet ^oben. ©ie wuiben in berinbeten ffiid^eupffl^Ien, bie man ju Umjan' 
nungen ufro. teiffienbete, ringe fi^leppt') 

3m 3uni 1896 mntben bei aBalbenbutg (Sac^fen) melixere im Sßcwmbei 1894 g,f 
pflanjte 16— aojö^tige Sii^nflangen bon 7—8 cm »xuB^Öi|en(iflrIe berart uon bem Ääftr 
befaDen, ba6 [it alflbalb qt^äUt ronbtr mußten (®cila{(p).') 

%Dn ^ntereffe ift au(^ bie 1897 in ^eftpreugen gemalte SQeobai^tung, ba6 
bie Käfer oeteinäelt bie SafiS ber jüngften (Jic^entriebe befallen unb, im HftroinW 
fi^enb, bon oben ^er ein ifirem Kürverumfang entfpret^enbe^S Zoi) in ben Dorjätirigen 
2:rieb fveifen. infolge biefer jur SIütejEit ber @ic^e erfolgenben 99e[^bigung oer> 
trodnen unter Umftänben jafiliei^e 3ti>ctge, breiten aufl unb foQen ju SBoben. ^cr- 
bun^ toirb ni<^t nur bag 93ad)ätum beeinträ(|tigt, fonbem oui^ bie ^ud)temte ners 
minbert ') 

SSetärapfungi üuä^ieb ber befallenen ©tammc^en. 

1) tti^^off, äB.: 3tl*t. f. %. u. 3m. 1882, 704. - 2) gjitf^e, fi.: X^av. Sfttb. 
1896, 280. — 3} Igdftein, Sali: aorfl[.=natuiiij. Stjdic. 1898, 186. 



ftdfn: Seolftidoe: Oattune ScolTtui 



8. Soolytus (BoooptogRstar) oarpini Btzb. 

SiorBbanmlpIinttatei. 

ÄtnnjeitSen: B— 3,6 mm lang, fi^iuarj, ttwaS fllUnjtnb. %üi)ln unb Seine xüU 
liäl'itlbbxaua. ^allfd|tlb fufi etwa^ längei aU bntt, an btn Seiten jiemlid) flart«, aber 
meltUiifiB, in ber 3Kitte fe^r fein )>unftiett. glügelbeclni buntelBTatin, |e^ bid|t unb glcii^ 
Port puntttert>9eftrelft. 3Iat|l bis übet bie SÄitte b« Dtittn oertieft. Unterleib einflfbtüdt 

Stbenimelfe u|w.: Xet Sdfei befdQt faß aui- 
[(^lieglt^ ben ^otnbaum, ge^t ober nut an dUeie 
frilnlelnbe Stdmme. So)if^aI}.n)ttb mit Snltebt ange- 
nDmmen. £n Slutteigong Ip ein fui}tr XBago 
0ang unter unb in bet Slinbe. 

5iemlii^ meit eeibieittt, abei nii^t ftinftg unb 
nur Don gninger Sebeutung. 

7. BoolTtiu (EoooptogasMr) primi Btzb. 

«rofeer Obftbflum[pIinttafer.') 

ffennjeii^en; 8,6—4,5 mm long, |{^mai^, 
gldnjenb, Slanb bei ^[d{d|i^<^ ™^ glDgelbeitett 
(wi^braun. gü^ln unb Seine iBtliifi'btaun. ^aüfc^ilb 
fafi (o lang alA breit, nni^ Dom oerenflt, oben feiu' 
bjoi. laum (t^tboi-, nn ben Seiten etmof gtSbet unb 
jer^ut punttieit, ftarf gläujenb. Slügelberfen tot' 
bniun, na4 hinten Mrlt^mfiletl, ftatl punftiett-geftttift, 
mit einet Äeifie feinerer fünfte anr ben S'"'!'*)«"' 
idumen. 9Ia^t am Si^ilbc^en bid aber bie aRitte 
MrKeft. 

Stbcnglveileufiv-i^cr Safer befallt Eiaupt' 
\&ätliSi Pflaumen: unb gmetfc^enbäume, ift 
aba aui$ in anbeien DbftbSumen (^rfi^, t[pfel= 
«nb ©imbftumni), foroie in Ulmen, iraubenfirff^n 
unb Sberefdien ongcttoffen uorben. 

S!er Snuttergang, ein 6—12 cm langer 
Sot= ober Sc^räggang, beginnt häufig mit einet 
buc^ttgen (Snueitening unb ceiläuft btutlidi im 
eplinte. 

1)ie langen jterliifien Satoengänge geben 
rc<^ttDinfeItg nadEi rechts unb iinU ab, f(f|(ängeln 
fii$ aber balb teits auf^, tetts abmärtS; fie greifen 

gfeii^faß« in ben Splint ein. 3>ie¥uppenn)ieflen «m.ioi. ^tmnt, ™ s™ij.u. pr,.pi 
finb mtift fenhedit in biefen eingefenft (Abb. lOl). ^'•*'- '" SBnumeinauiii (n«t. «tj. 

Sie äi'te loerben metir befaQen al« bie ©tSmme. 

3)ie Überrointerung ge(d|te£|t geroilbnli«^ im Saröenjuflanbe. 

@enetation einfai^. 

1) Iite anfnobme bet unter 7 unb 8 6ei(l)tiebenen Spllntfäfet in ben „Sotpfc^uli" 
begtünben mit bomit, baft in mamfien gotB^uö^alten au^ bie »ettoaltung opn D6Bgfir=^ 
ten mit jn ben 2)len(ti)bIiee">tK""> *«t gorftöttwalt« ge^ao (j. 83. im @ro6l)etjDeiuiii 
feeRen). 



244 



(SrfteS ^uä^. ^vii gegen Xiere. 



Sür ^flattinenbaume tft ber ßafer fe^r fci^abßd^. 

SSelämpfung: S(bf(i^neiben bjto. Sb^ieb uitb foforttged Serbrennen ber be^ 
faOenen äjie bjtD. Stämme {VpxiC). 

8. Soolytns (Boooptogaster) mcraloBiu Btsb. 

ftleinet tunjeltget Obflbaumfplintfftfer. 

ftenn$ei(^en: 2—2,6 mm lang, ot)at ptäfixaun bid fc^toorj. Spi^e ber ^ISiQtU 
becfen, gfül^l^ mtb ^ine tötlic^^^braun. ^Idfd^iO) länger atö bteit, nad^ Dom aiemlü^ 
ftarf Derengt, bit^t mit tiefen, namentlich an ben @eiten ^u Sünnjeln ^ufammenfüc^nboi 
^unhen befe|t. gflügelbeden bunSelbtaun, nac^ hinten }u gebö^nlic^ rdtlid^ gefärbt, gfaas^ 
tod, bid^t punftiert^^gefireift. ißal^t nur am ©c^ilbd^n »ertieft 

Sebendn^eife ufm.: Ser Safer ^anft in Slften ober \i^maäftn ©tämmtn )>ex» 
f(i^tebener Dbfibäume (?ßflaumcn^ ßirfc^^ «pfet, »im*, Prjtc^^ «firttofai^ 
Cnittenbaum), aud^ in Sirlen, 3(^IIirf(i^e unb Sberef(i^e. 

Xer äRuttergang ift ein fur^er (1—3 cm langer) Sotgang im ©platte. 
Z)ie ga^Iretc^en &art)engange ftnb lang, ungemein )ierlid^ unb enbigen je in einer 
tief im Splinte liegenben SBiege. Überwinterung im Sarüensuftanbe. 

(Generation tt)a^rf(i^einli(i^ anä^ einfaci^. 

SSelämpfung: 9Bie bei bem vorigen, mit bem er^äufig gemeinfd^aftlic^ auftritt 



Uuterfamtlie Hylesininae. 

3)a bie jettl^erige Unterfamilie Hylesini total heterogene Gattungen bereinigte, ^ 
92ü^lin unter 3ngrunbetegung aUet inneren unb äußeren Organe (ftaumagen, S^ittelbanB, 
Sfül^ler, Warfen, f^lugflügel, @knitatten) eine neue Umgrenzung biefer »eitaud grdgten Un> 
terfamilie ber IBoilenJfäfer vorgenommen.^) ^a^ ben genannten biagnofHfc^en SRerfmoIea 
merben bie 14 Gattungen Don il^m gu 8 (Siruppen (Xriben) jufammengefagt, beren nähere 
(S^arafterifierung ^ier jebod^ um fo me^r unterbleiben !ann, toeil ^u ermarten iß, ha% net» 
tere anatomifc^e Unterfuc^ungen ber nid^t europäifd^en ^^lefmen ^u mannen Slnbeiuagcn 
bed ))orgef(^lagenen tlufbaued fül^ren merben. 9hir bie äußeren ßenn^id^en ber Unter' 
famUie feien genannt: 

ftopf Dorgeflredt, Don oben gefe^en fUtbar. gü^lergeißcl 6— 7glieberig. ^MtM 
Sfnßglieb jmeilappig. Sflügelbeden am ^interranbe l^erabgendlbt, o^ne Uftur^ unb 
Saline; meift befd^uppt, feltener behaart, ^interleibfegmente ni(^t na(| oben f^rftg abge» 
flu^t, fonbern nac!^ ber ^interleibdipi^e a&mäl^lic^ auffteigenb. ßaumagen mit „anfwaxcm 
«tnfat". 

93io{ogif(^ gehören bie ^^lefinen ju ben monogamen formen. Sinige Wirten 
finb Saubl^olj^ bie meiften 9labeli^oIjben)o]^ner. X)ie gra^bilber ftnb teite einarmige 
Sotgänge, teitö boppelarmige äSagegänge. SKe^reren &aU 
tungen ift eine lange, t)on 93rut^ unb Smd^rungdfrag aud^ 
gefüllte Sebendbauer etgentümlid^. 

Die ©eneratiott ift öiclfac^ einjährig. 

9. HylesinuB orenatnB Fabr. 

Großer fc^marjer (gfd^enbaftfäfer (9tbb. 102). 

ftenn 8 eichen: 4,5—6,6 mm lang, lang^dförmig, gewölbt, ^^ ^^^ Hyiwmua 
fc^toarjbraun bi« ft^toara, oben unbel^aart unb wenig glänjenb, ^»tu« Fabk (% naOt 

unten behaart, fjü^ler unb 9eine rötlich « braun, ^aldjc^ilb ear(rD). 




1) «Raturw. atfc^r. f. fj. u. 2\o. 1912, 267. 



SQfn: Sooljtidae: HjleBininae. 345 

nid)t (leitei alt (ang, nad) oom uettngt, \t^t bidit uitb jitinlid} %zob tninfttnt, mit 
furjtn Sängeiinnen in bei SRitte. Stgtn bo« Sdiilb^ttt ^in Ift boi ^oUft^ilb [4axf< 
rainldig auSgcjostn unb |oinil in ftinci HKitle auSgtfpiDi^tn ocililnstrt. tJIDgtlbttfnt in 
bei SRtttt am bitittffen, fjinlcn ttnufl flb|t^&Iftg, mit |iatf Ociticfttn, Ttl^tnn)ci(t ^e^bcn 
giogen $untten; bie Snif^enrilunu flail lunjtliS'getSnit unb mit hiigtn, fi^H)ai)Ii4ni 
»Btfttlim bffftjt 



)l»t. 103. SragbllD »dn Hyleibiiu cnnitui fibc. in C |4(ncinb< [nit. «c, Orig. 9 ft.). 

SebenSmeife ufro.: gtufläett; giibe aiprit 9Mai. ©enerotion einfoi^ ober 
((61101(0 boppelt. 

Xer im allgemeinen nid)t ^uftge Safer bcfäQt bie Sfcfie'), audna^mSroetfe 
audi Sictie unb jie^t ältere Säume mit [tarier rifrifler SJorle ben jüngeten Bot, 
o^ne bie letzteren aber ganj ju tierfc^onen. 

Sr madit turje (1,5— 8 cm lange), breite, leidil gefrümmte, meift jnieiannige 
SSagegönge im Safte (Sftib. 103), bereit beibe kirnte in bec 9Jegcl ungteiifi long 
unb mitunter niintelig jueinanber gefteQt finb; jumeilen fc^It ber eine Ürnt auc^ ganj. 

Xie Saroen nagen von biefen hängen aai erft auf: unb obraörti, totn^ 

1) ffftrbet: 3ll(ftt. f. 5- u. Sro. 1876, a«. — aitum: »o(. 1876, 496; 187», 897. 
— Sitfdie, ^A l^at. S^ib. 1881, 172. 



246 £r|)e« %b<4- ®ä)n^ SCficn Xittt. 

ben fid| aber nai^ turjer Strede feitloärtS unb freffcn bann nie^t in ^orijontaltr 
Smung fefir lanfle, biä 25 em erreii^eniie ©änge. ®ie ^upijnimiege ift mie^ 
ber nte^r Deitilal genietet unb liegt im tvefentlid)en in ber 31inbe, mdtirenb SRut^ 
ttv unb SacDengänge in ben Sfitint ringreiftn. fSei ^arfem iSeftogenfein «ne< 
Stammes freffen bte SnrDen mitunter bidit gebrängt nebendnanbei, in tvel^e» 
SaOe bie einjelnen ®änge DeitDonen )ufammenf[ie|en unb nii^t me^ ju eifen« 
nen finb. 

Seim 3cafi in alten Sieben, j. 93. im ruffifi^en (SouDemement fE^ecfon, finb 
teUloeife breiatnttge SRuttergSnge beofiat^tet tooiben. 

^e Überwinterung finbet bei fc^raä{^eren ©tämraen am SSurjelanlauf, bei pöt* 
teren aud) in ^ö^eren Partien in ber bortigen Stinbe ftatt. 33er Safer bo^ fic^ ^cc 
ein unb legt einen furjen, biö 3 cm langen ®ang ft^räg nadd oitn on. 

»elämpfung: f. @. 234. 

10. Hylesüms frazini Fabr. 
Aleinti buntet ef^enbaftiafei') {W)i. 104). 
ftcnnjei^en: 2,6—3,6 mm lang, dfSmiig, ^iti^biaun bii f(i)»aij, unten gieU (t> 
tjaott. Sü^Ut nnb Seine totstlfi. ^aisfi^llb merni(^ bieUei a\i lang, ixadj toru wtcng;!, 
oben fein ^ederig, o^ne SRittellinte, gelblich ■ gian btlc^utipt ; aa 
bei Safid Dor bem Sc^ilbdien bttbeifeüä ein bidunlic^ei glcd. 
glügtlbeifen gleidunfigiQ genSIbt, buTi^ luije, giaugelbe @4>4>^en- 
^äii^tn bnnffi^edig unb mit beutllc^tn, leinen $un!ttri^ ttecfc^ei. 
SebcnSniet(e ufw.: giuggeit: Stpril, Einfang SDlaL 
<9eneraticin einjährig. Sie ^ungfäfer ftnb im ^uli ober 
Stuguti fertig. 

Sra§baum: Sfd^e. SBefaDen roerben ESäunte jeben 

Sllterd, gumeift gfotthnbige Stangen ober ^fte unb ^ö^ere 

Sc^afttetle ätterer Stämme. Stugna^metoeife ift ber £äfer aiut) 

■66. IM, i" ^eiftcm unb (ogar in einjährigen ©tocIauäi(^Iägen gefun^ 

Hj-iHini» ftuini F.br. fcen TOorben.') Sieben ftetienbeni SRaferial nerben berinbete 

' ■ Stamm*, ffilog* itnb Spalt^öljer angenommen. 

^ufeer (S\i}t werben ätlogie'), Sipfelbaum, 3SaInu6, Springe, im Silben Clbaum 

unb Omus europaea befaOen, bie I)einiif(^en ^oljarten aUerbingS nur me^r Cogo' 

bunbierenb. 

gragbtlb: S)er Safer fertigt {<^Sne, in ben Bplint beutltt^ eingreifenbe Öngeit 
regelmöSige, boppelarmige SBagegänge mit (urjer gingangiSröiire (abb. 105a). 
3)ie Sänge beS einjelnen Srutarmee f(^n)anlt jroifi^en 2 unb 8 cm. 

^ie SarDengänge ftnb furj, aber bic^t gebrängt. Sie Oerlaufen, giemlii^ 
reditioinfelig Dom aRuttergange abjiueigenb, nac^ oben unb unten, greifen tief in 
ben ÜBaft unb Splint ein unb finb ebenfnHS fe^r regelmäßig (?Ibb. 105b); nur 
bei ftarfborfigen Stämmen liegen fie me^r im 9]inbenli}rper. Sie tput)))enn>iegen 
gefien tief in ben Splint hinein (^bb. 105c)'. ?tn ben einmal befallenen Stämmen 
finbet man gen:iübiili<^ einen ©ang an bem onberen. 

An fdiwat^em SDloterial !i)nnen bie ®änge anormale formen, fcfiräge ober 
felbff Iotwd)te 9lii§tunö, größere Sänge ufro. annehmen. SBei bem uon^tenfi^et 

. 1886, 844, — 2} fieltex: S^roeij. Stj*». f. 5». 



safer: Scol;tidM: H;li 

(a. 0. O.) beotiQ^tetcn Vortommen in Stodlobcn ^attt bet &&ftx bte ftnoft>cna(^feI 
jraifi^en $auph itnb EBeifnolpe ob« eine biefer beiben Ihiofpen a\i @iiiboI|rßeae 
Qtvoäß. 



Xer Säfec btf&IIt foniotil fiätitelnbe Stämme rote au^ 
gtfunbeft ^olg, in ber Stegel Don oBen ^er unb bringt Me an' 
gegriffeiten Xetle jum ^bftetben. &c [c^abet femer burd) feinen 
^öc^ft liiarofteriftif^en SegenerotiDnös unb Übern)int( = 
rungäftoS 

£9alb nai^ ber IStabfage nämli<!^ Derlägt ber St&^tx ben 
3Ruttergana unb botirt ficfi in ber ^one ber Sfdien ob«r bei 
jungen Stangen auc^ on beren Schäften in bie grilne SRiitbe , 

ein, um ^ier ju minieren. Iiieje nRiniergänge, Reine 2—3 cm 
longc fi&ngdf, £luer= unb Si^räggänge, bie in gleitet SSeife 
junt Sroede ber Degeneration ber (Befctitec^tSorgQne, roie au^ 
jum S'^otit ber Übertmntemng angelegt luecben, füfiren infolge 
mieber^olter SSennfeung berfelben Sragflelle bnrcti meiß mel|< 
itre Safer jum ^t^e^en rofettenartiget, frebSä^ntic^er @trinb= 
fteOen, ber fog. „Slinbenrofen"') («bb. 106). 

fflon t)ier f^reiten bie SRutterläfer, nat^bem fie einige geit 
miniett ^ben, gut Anlage einer neuen 93rut, ein SUorgang, 
btr »tetfoc^ jur VnnaEime einer bo)>|)eIten ©eneration tieran^ e 

la^. ®Iei<$n)ie bie äßutterfäfer bohren fii^ auä) bie Saifon^ 
jungföfer, unb smor jum SroeÄe be« Slorfifraie« unb jur «st,, io8~miwc«b|w 
ttbcrlointeruna, in bie iHinbe ein. i«ttbftl an «i«(, but* 

«(atimotionl- unb Ü6ti' 

3n btn ffleligionSfonbSf Otiten btä lemelet Banal« (Uiignin) mintnnnfltftaS »on Hy- 
iMtbtn bit ei^enbeflanbt (eil ttroa htm 3a^K 1888 jt^r ftatt döh i"'""» ''•»''J tfiMtgr- 
H. fraxini ^tefittui^t. 3in ©ommei 1890 mtiifU bie ftata. J^™"„'b*il,*e™tll>V n« 

Hibla1|«nil1 Buii^ tiif 

1 ) *enf<^el: ßbl- f- b. gef. 5». 1880, 6U. - ^efe: Saj. ^.''"«Ä'Ä' 
18», aar. itgcn (»wnriBwt). 



248 ®f^ed fduä^. 6^| gegen Xiete. 

itiität il^Teii $5^epttnft; t)on ben t>otf^vhmtn S5000 fin (5f(!^en florben eüDa 6000 fm, 
b.^. 11% g&nal^ ab.») 

Selämpf ung: f. @. 234. Sdigerbem eventuell Slnftrid^ ber befaüeneti Stamme 

mit Xeer ober diaitpenleim. 

^et Xeeranfhic^ mutbe im gfrü^ia^r 1878 in bei Umgebung bed Oflfeebabed (i^xan^ 
(bei ^dnigdberg), n^o berftftfer gro^eSSem^üftungen angerichtet l^atte, mit (Stfolgangetoenbet*) 

U. HylesinuB Tittatns Fabr. 
»unter Ulmenbaftläfer. 

ftennjeid^en: 2—2,6 mm lang, oDal, glanjlod. ^üi^Ux unb $6eine totgelb, ^alö^ 
{(^Üb etwad breiter als lang, nac!^ Dorn verengt, fe^r feinfömig |)unftiert, gelblit!^ bef(!^u4>pt, 
mit aerftreuten grb^eren ßOmd^en. glügelbeden leinten abfc^üffig getodlbt, fein punltiett 
gereift, mit bräunlid^^gelben @d)ü^^(^en, totlä^ mitunter unregelmdgige fiitdtn ober 
f^rfige iOfingdbinben bilben, bic^t befleibet. 

SebeniSmeife u\to.: Slugjeit: Hpxil, SKai. 3)te Ablage ber (Eier erfolgt ati 
Ulmen, unb gtpar an fd^toad^em 3RateriaI, ^eiftent ober ^fien filteret Saume. 

(Generation t)ermut(i(i^ einf ad^. 

Sie 2—4 cm langen äRutterg&nge finb bopt^elarmige SShtgegange unb 
liegen ^auptf&d^Iicl^ im Safte. S)ie Singangdrö^re bringt nid^t bii^ jum Splinte t>ox, 

Z)ie lurjen Sarüengfinge gtoeigen noX^tiu red^tminfelig nad^ oben unb unten 
ab unb herlaufen gleid^faOd tortoiegenb im S3afte. 

9elam))fung: SBie bei bem vorigen. 

(S(Iet(^ geringe forfttic^e Sebeutung »ie H. yittatas Tommt bem il^m fe^r tm^e {h^en« 
ben Hylesinus Eraatzi Eichb. an Ulmen, fotoie bem in ©übfranlreid^ unb Stauen 
fe^r häufigen filbaumfeinb H. oleiperda Fabr. {u, ber l^in unb wieber auc!^ n5rblt<^ 
ber 9((pen an (S{(^e, Suc^e unb Springe gefuttben Sorben i^. 

B. iRaM|«l9belo«|iier. 

2)te in IRabell^oI) brütenben ^^(eftnen fii^aben tU)rtoiegenb burd^ i^r Brut^ 
gefd^öft an ftel^enben Stangen unb Stämmen. 9teben ben Srutfrag audübenben fiä^ 
fern finb eiS bome^mIi(^bteSart)en,berenXatigfetteine))]^9fioIogif(!^eSeeintto(|tt$ 
gung ber t5ra6<)flanjcn jujufd^reiben ift. Sei ber Gattung Myelophilus aber tritt 
jum SrutfrafefdEfaben noc^ ein meitercr, burd^ (gmäl^runggfrafe ber ßafcr i^ 
borgerufener Sd^aben unb bei ben Gattungen Hylastes unb Hjlurgus liegt ber 
3ött fo, ba^, genau tüie bei Hylobius abietis, lebiglic^ ber titn genannte (£r^ 
nä^rungSfrai ber Safer, nid^t aber ber Srutfra^ ber Safer unb 2avt>tn forflli^e 
©d)eutung gewinnt. 3)er Srutfrafe ift l^ier be^l^atb bcIangloiJ, toeil er mit menift 
^ul^nal^men an Stöden unb bereu SSurgeln erfolgt fDlan begeid^net bie burd^ eine 
berartige ScbenSloeife gelennjeid^neten Soricnlafer afö SBurjetbriltcr, im ©egen- 
fa^ )u ben in üblid^er SBeife in Stammen ufto. fid^ enttotdEeInbeu Stammbrutern. 

a) föurgelbrüler. 

Die Sebenöölonomie ber ^ier ju nenncnben fed^« ßfifcr bietet fo fibereinftim» 
menbe SH^, ^^^ ^^^^ ^^f^ ^^ bioIogifdEier £)tnfic^t ol^ne Sebenlen gufammengefait 
werben lönnen. 



1) ^ad^mojer, Otto: gW. f. b. gef. gw. 1891, 239. — 2) 3)af. 1878, 619. 



fififer: Scolytidaer Hjl. 

la. HjloataiiB (Hylaataa) ater Fayk. 

Sr^Watjer ÄifftinbopUftt. 
ficRtijtii^tn: 1—6 mm long, oon Qc^edttm fiEifitTbau, ticffi^naig, \ptdiiin' 
jtnb. fiäftUx unb Beine tätlit^-biaun. ^alejt^itb Unger alt bieit, fettit Sdten iiS fiber 
bic 3Rttle faft paiaUti, bann nat^ uotn »ticngt, otcn bii^t iinb tief punEtiert, mit glatt», 
aber nüttt cxtwbener StUtellinie. 3rtfl0tlbnltn ^aif 4)unfttnt<gfrtcdFt, mit IBraie'geiunfCt' 
ten 8nti(^i''u>><en, bit bteitfi als btc Sticifin [inb. 

13. H7l«Biaua (HylaatsB) attenuatuB Er. 
Sflnner fiicfernba^iafcT. 
fitnnjct<^en: 2— !,6 mm lang, ma(gtn{0[miB, S^moti' ob» pt^biann, fe^i frin 
behaart, gütiltr unb Seine i:aili(^>braun. ^alSfi^ilb laum länget aU bitit, an ben @ttttn 
tDRiig ntDriteit, nai^ bet @pi^e Utrengt, oben ^atf unb bic^t punftitrt, mit einti ftintn, 
n^abentn SRittellinle. ^lagtlbeden tief punfiert-gcftnift; auf ben etniaS geiiiblbtn 3ni14tn< 
ftQMtn eine buii^tanftnbe legcImüfiiBt Steige Bein» ^Bdni^en. 

14. HyleainuB (Hylaates) angustatu« Hbat. 

®*matet Riefetnbailfäf et.l 
Senn)ti(t)en: 2,ö— 8 mm long, bem Dongen (e^t fi^nltii, aber etluoB flr8|« unb 
matlfdiroat). $aU|(^t[b roenig Ifingci aU breit, nad)' mm ((^isad) oerit^matert, ßail punt' 
■ tiCTt, mit glaltee eitiabenn aHitielltnie. giüflelbetfen pnnWeit'gejhetfti bie »etnei: auf ben 
3vitc^enifiumen bei glftgelbtden nur hinten ni^eniDei|f, oorn unregelnid^ig. 

16. HyleBiuus (Byloates) opaoua Zr, 
SKattf*niatjer »iefeinboftraf er, 
fiennjtit^en: 8—2,6 mm lang, bem Doiigen [e^r a^nlit^, aber gehrungener, malt- 
Itdroaq, glanjlofi, fein behaart. Sudler unb SBeine raifiil). ^atlft^ilb etmafl tünger aU 
breit, an ben ©citcn gerunbet, nai^ uotn iterfdimdlecl, bii^t unb Kef runjelig'punttiert, 
hinten mU einer feinen, erhobenen Hititttllinie. Slttgelbccfen tief puntHert>geftreift; bit 
norft^cn auf ben gipifrfienfetbtin nai$ ber Spil)t t|in an Sdnge unb go^' abne^menb. 

16. HTlesinnB (Hylurgua) Ugniperda Fabr. 

enlajerftBrenber ßief ernboftlfl |er. 
Senn jeic^en: 4— S mm lang, maljenfOrmig, pei^fi^narj ober iKilibraun, giemlic^ 
lang' unb bl(^b«t|aatt, befonberS an ben Seiten be« 4^al$fd)ilbe4 unb an bet @))i(e bn 
Siflgelbeden. gfi^l» unb IBeine mftgelb. ^aUf^ilb btutli(f| Ungei oU breit, an ben 
Seiten nii^t geninbet, nat^ Dorn nur roenig Derengt, bii^t>))unttieit mit glatter Otilltllinie. 
glDgelbeden bi<^t runjcIig^gelSrnt mit fe^r f^nai^en Sang«1tieifen ; ber gneite gmift^enraum 
auf bem flbfturg ftart eingcDrfldt. 

17. HfleeinuR (H7la«t«8) omtiaulariuB Hr. 

©rfiniarjet ?tirf|teiiba(ttii(er («bb. 107). 
ffenngeic^en: 3,6—4,6 mm lang, mößifl 'ang geftrettt, tief 
fi^IDar), etwas gldngenb. gü^lci unb ^eine rittti^ 'braun. ^IS= 
fi^Ub loum Idng» aii breit, in ber aRitte breiter aÜ ^inlen, na4 
oom Derengt, oben fe^r bic^t tiunttiert, mit glatter, aber nid^t er» 
^abraer nnb aucf) ni(^t beutli^er Vlittellinie. SIDgelbeden tief 
punftiertgeflreift, mit runjelig-Belbmlen groifdienrfiumen, bie nii^t ^^^ ^„_ HriMimu on. 
breit» (inb alS bie Streifen. nicniuiai sr. c/i, nadi 

, A. StbtnitotiSt unb forftlidieg Ser^alten ber 93uT)etbrüteT. 
gtufljeit: ^ie itberwintemben fiöfer (inb fämtlii^ grüfifc^wötmer; fte flies 
gen fdion im 3Rärj, ^^iril unb ^abtn im aOgemeinen eine bopfelte (9enetatton. 



250 ^t9 leud^. 6(^nt gegen Xiete. 

2)ie Stet toerben an Stöde nnb ftcui^ftreid^enbe SBurgeln Don fiiefer ober 
Steinte abgelegt, unb jtDar finb H. ater, attenaatas, angustatus, opacus nnh 
ligniperda in ber ^auptfac^e ntonop^age ßieferninfeften, m&^renb cunicularius 
nur in Sichte Dorlommt. Son ben ßiefembriltem {tnb H. angustatus unb atte- 
nuatus aud^ an Sichte beobad^tet toorben; angustatus nimmt unter Umftönben fo^ 
gar junge ^flanjen biefer ^oljart ald 93rutmaterial an. Slud^ bei H. ater unb 
opacus fommt e^ au^nal^mStoeife l)or, ba| bie (Sier ni(!^t an ©töde, fonbern im 
oberen SBurjelbereid^ ftärlerer S?iefeni<)f(anjen abgelegt toerben. H. cunicularius 
ttjurbe im Steinbac^er Sleoier (Srjgebirge) üon 8c(f fogar in ben ffiurjcin 30 jä^ 
nger Sichten in fotd^em SRage brütenb gefunben, bag baiS }ur Unterfud^ung 9(nla6 
gebenbe Singetjen mehrerer Sid^ten tool^t auf biejen ganj augergetoöbnlic^en Angriff 
iurudEjufü^ren toax, H. ligniperda ift nid^t nur an ben äBurielftödEen ber gemeinen 
fiiefer, fonbern aud£| an ©ee^f unb ffie^moutl^Äfiefer gefunben loorben. 

Sragbilb: Sie äRuttergange finb normale, meift aber ettoad fd^tag, oft anc^ 
gefdEftoungen unb unregelmäßig üerlaufenbe Sangdgönge. S3ei cunicularius beginnen 
fie mit einer f)}ornförmigen %u§^öt)tung. ^f)vt Sänge ift nad^ ßaferart unb Storfe 
be§ S3rutmateria(e3 oerfd^ieben. ^n fd^toad^en SBur^eln finb fie meift nur loenige 
Zentimeter lang, tod^renb fie bei H. ater in ftarlerem äRaterial bid 12 cm lang 
gefunben toerben. Sie oerlaufen in ber Stinbe ober im S3aft unb greifen oft aud^ in 
ben Splint ein. 

2)ie SarDeng&nge finb meift unregelmäßig t^erteilt; fie ge^en gtoar getrennt 
mel^r ober toeniger fenlted^t oom Stuttergange ab, Ireuien unb t)ertoirren fic^ aber 
fpäter getoöl^nlidi berart, baß oielfac^ toenig beutlic^e, t?on S3o]^rme^I angefüllte unb 
oft an t$amiliengänge erinnembe Sraßbilber fertig toerben. 

S)ie 93er))up))ung erfolgt teifö im Stinbenför^er ober im Sraßmel^I, teite me^r 
im @))ttnte. 2)ie im ^erbft (ßtpttmbtx, DItober) auiSlommenben fi&fer ber }toeiten 
Generation übertointem unter ber Slinbe t>on StMtn unb 9Bur}eIn ober in ber 
Sobenbecfe. 

Sforftlic^e S3ebeutung: S3on ben oben ertoä^nten SCuSnal^mefäDen abgefel^en, 
too bie SS3urje(n jüngerer ober älterer ^efem (ober Sid^ten) ate S3rutmaterial be- 
nu^t toerben, fd^äbigen bie SBurjelbrüter ^auptfäd^Iid^ burd^ ben an jungen 2—10' 
jährigen ßulturpflanäen nac^Ärt be« Hylobius-gfraße« ftattfinbenben ©rnä^rung«^ 
fraß ber Safer. Diefe bringen teitt ftiegenb, teiö fried^enb in bie Ruituren unb 
SSerjüngungen ein unb benagen bie ^flanjen. ^n ^efemret^ieren toirb namentlich 
H. ater auf biefe SBeife fd^äblid^. 

^er Sftaß finbet tief am ober gar im iBoben, alfo am SEBurielftocE unb an ben 
SSurseln ftatt unb beftel^t an ganj jungen ^flanjen in einem ätui^nagen unregel^ 
maßiger SteOen ber.Stinbe bii^ auf ben @ptint, ä^nlic^ bem Sraße t)on Hjlobius 
abietis L.*) S)er graß ift aber „umgcfe^rt trichterförmig*' im Oegenfaft ju bem 
„trichterförmigen" graß be« großen braunen aiüffefläfer« (f. @. 199). ajlttunter laufen 
bie SSunbfteQen jufammen, f o baß ringförmige Stinbenentblößung ftattfinbet. 9ln ettoaS 
ftärleren ^flanjen legen bie Safer förmlid^e (Bange (unb itoar Qotgänge) an, mo^ 
bei fie jum leit unter bem ©c^u^c ber SKnbe frejfen, fo baß bie oberen 3raß* 
ränber ftarl tjorfte^cn (9Ibb. 108). Dicfe „Überbad^ung" ber «Hageftellen ift bo« 

1) «Itum: Stfc^r. f. g, u. 3to. 1881, 62. 



fidfn: ScoljtidBs: Hjleiininae. 251 

beßc Uitterf^eibungitnerfntal Begenfibcr ben %tai^iäai hei Hjl. abietis. Särfl*) 
beridittt bon faft ringförmigen ©fingen unmittelbar über bem ^urgel^od an DieT= 
jfitirigen oerfiiiulten ^ßpanjen. Selten ge^en bie Sefd^äbißungen übet ben jroriten 
SftquiiE ^tnauiS. Site befallenen ^flanjen lenn^itfinen fit^ leicht buri$ ©etbmerben 
ber 9iabeln unb bun^ i^r« aufgetriebene, mit ©orj öbetlaufene ®^öft= 
baftS. ^r 3ra6 mirtt töblic^. 

B. SelSmftfung. 
a.) Stt^cugans. 

3ür bie SSorbeugung gilt baS oben (@. 200f.) bei Hylobius sbie- 
tis ©efagte. 'Uli fi^fl^enbe JRagno^men lontnten namentIii$tnS3etrod|t: 

1. ©rünblit^e ®toi' unb 99ur jelrobung , um bie 99rutßötten ju 
Derminbern. S)ie fRobung isirb am beften balb nacti ber @ct|Iagfü^nntg 
beforgt, toeil beim finaleren Stoben bereits mit Srnt befe^ter StScIe bie 
bann nottoenbige !8emic^tung bei |i<^ entmidelnben (Seneration (bur<$ 
iSntrtnben ober Hnfo^Ien) meift ni(^t in ber »ilnf(^en«nierten SBeife 
bur^gefübi^ roerben lann. 

3. Sorgfältige Studfa^rung ber ^fianjungen, tnäbefonbere Sermei=' 
bung ber nai^teiltgen Xie^Ranjung. 

3. @c^u^ ber einjetnen ^anje bun^ ünflriii^ be« unteren 
@(^aftteiIeS mit bünnem fiallbrei, Seim, Xeer ober Selim. 

4. Sfoltcrung bei gefä^rbeten ^Ihiren burt^ Singgräben. 

5. d>Deii(i()tiee @t^Iagcuf)e. 

2)en unter i unb 5 genannten 3Dtagna(|men ift jeboii^ infolge bei 
SuSnutfung be4 SlugDermagen« fetten^S bei ft&fei nui ein geiingei 
Sert beijumeffen. 

b) Certllgang. 

1. ©ammeln unb Semit^ten ber Safer mit ^ilfe ton 5ang= 
Hoben, 5<ingrinben ober 9nitfn&))peln. 

^te angeführten gangmittel finb in berfetben äBeife auSguIegen 
unb ju be^anbeln Wie bei bei ESertilgung beS großen braunen fflüffel« 
läfetö (ogl. 6. 206 ff.). 3n ber $rajiä bienen bie genannten Sang» 
mittel meift gteit^jeitig jum Sammeln be8 ^^lobiuj unb ber mutjet: 
brütenben ^i^lefinen. 

SangMofitn pnb »om SotRmtifter SBoben") im StDiei gteienmalbe "„3,1«.^« 
a. D. 1899 bis 1901 mit gTogem Iftfota a«B*n H. ater angemtnDet roorbtn. oantonUmii 
3n b« 3rit Bom 1. «pril biB «oDemb« 1899 mürben auf 36 ha mit 841S ^- "r*"" 
Sanfllnfl;(pe(n (troa 2,8 DHIIioiitn ftflfei, 6. i. mit einem ßnüpptl 888 ©tötf '""„"" J**" 
gefnngen, 3m ga^re 1901 ftetlle fiii^ in ber glrit^en 8eit Bon aprü big Otifl.'».«!,). 
SIoDember iai Songergebnie Don 7T34 SnOppeln auf l,ö6 IfßiQtontn fiafer, 
alfo butt^ft^nilltii^ auf 200 6tüd für einen Snüppel, ^anfflääjt Sl ha. @eiamtb^n 
in beiben gälten je aoo SKt. — Ü6et gleit^ute erfola» mit ÖonflUoStn, bie an ber unteren 
©rite angetiffen mürben, berlifttrt X^oUt') auS ^i^m 3)ie aBirtfamteit bei Sloben ftiefl, 
fobalb fte mit Xeipenlin bt^ri^en muibcn. 

1) a% g. tt. 3.>8tB- 1877,181. - s)3tli^r. (.g.u.3m.i908,56i. — 8)an8.S.u. 
3.s3tg. 1900, 2G; 1<J02. 276; 1903, «00. 



252 SißeS «udi 64u^ ecgnt Xim. 

ganBiiaben btnSfiTttti ri4 ^^ ^lE 9cMm))fung fön H. nuicalariiu mif rintm mS^ 
rild^en 91eDin twi Olmfl^.') 3Iian fing untn btn 9fi cm im Ouabrat grogen Kinben^drä 
bis gu 60 Sfifn. S)ie ^nben finb buTi^ €t(ine ju befcbroncn, um fef) auf bem Soben gu 
liEgni unb mülTtn )p5tn auf Zfld)eT gtfammdt unb Dnbtannl meibtn, mcil [\i^ bit Sdfcr Oiet 
fa(^ in bie SHnbt unb jtoaT ^ttS Dom 9<anbc, nii^t bon btr inncien €titc ^n rtnbo^n. 

2. üBeim Stoben bei mit Snit belegten Stöde unb fBurgeln Semii^ten ber 99ntt 
bun^ CEntrinben mit na^folgenbem ESnbiennen ber Winbe ober buid) Slnlo^Ien 
ber StÖde. 

3. SuS^eben nnb Serbrenntn ber befaOenen $flanjen; btefe ftnb niöglii^ mit 
!Oa(Ien auSgu^e&en. 

Sei bem blogen ^auäjiefjni ber $f(ait|en m&Tben bie an S9uc}<In fnflenben Mfra 
leitet abgeftieift meiben unb im IQoben Beibleibtn. 

b) Stammbiütei. 
18. Hflesinug (ICjrelophllae) pinipsrdft L. 
@io&ei Sitfetnmailtdfet, tBalbeditnei*) («bb. 109). 
ßenngeidien: 1—6 mm bng, fafi nxiljenfOnntg. ftopf unb 

|ialifd)ilb IĻatj, giantenb. ^tflgtlbetfen gleic^lam fc^maij ober 

ff^waTgbiaun, nui bei jungen ßdfem Totbtaun. gfi^IcT unb 9dnc 

iDftgcIb. ^aUf^ilb nit^t ISngei ali am @ninbe breit, na4 »dtk 

PeTf^mSIett, Dor bei €pige leidit cingeft^nArt, oben ttteitlSnfiB 

nb.li». Hjiarinu puitltieit, mit unbeuttit^er, glattci SSittelliiiie. flrlügtlbeden fein 

{M/.ioiiiiUurt piiüpHdi puit[titrt=9t|lreift, bünn behaart. Die gmifttienrfiume Dorn ninjelig' 

L. (v„ nn* BatSto). j,un(Htrt, na{^ f)inlen nitl je einer Weilie !urj behaarter $öctenlien 

belferen. 2)er gneile 3n>ifcb€nrauni (uon ber Sla^t an) tjl jebo^ auf bem gerunbeten 

gIflgelabfluT} glott, ba^er ftbeinbar fuTi^enartig ueiKefl, ot}T}ugeroelfe bei bem c^. 

A. SebenSWeife. 

Sluggett; ©nbe SRörj, Wpü\. Sie gier (100 Stüd nnb barübet) werfien 
in ftdrleten Kiefern abßeleflt. 9Jiit ffloxtiebe mö^lt bnS ? aU Srutmaterial (ieflen^ 
bei $o[j mit riffiger Stinbe, äBinbbrücfie, nodi im $oben befinblidie ^o^e St&de unb 
Brui^ftümpfe. SIber and) pe^enbe ©tämme, ^ouptfäi^Iicti hönfeinbe unb betrffäbiflte 
bjh). bar6) Si^neebrud ober 9Binbbnid| entgi)}feUe S^mplare werben onQenommen. 
®efunbe ^eEienbe Slfiume bleiben uerfdiont. 3" ber Siegel miib nur bie untere ßoit' 
borfige St^nft^ätfte mit S9rut belegt, ^n Ermangelung von SKt^olj bo^rt fi^ ber 
SBalbgärtner ober unter Umftönben nn^ in jnnße{lO— löjä^rige) ftiefern ein, bie 
auf magerem, burdi Streunuf^ung ^eruntergefornmenem SJoben ftocfen. 

Die ßatoen erfi^inen etwo 12—20 läge noi^ ber erften ffitablafle im Stpril, 
ebentueH 3Rai. 2)ie E8er))u)])>ung finbel im ^uni ober Anfang 3uli ftoti 

Äuälommen: ©übe 3um, 3uti. 9laiiiififller erfi^cinen eift im Slnflnfl 

Generation einfad).^ Site eine boppelte Generation beßStigenbenSeftfteUutigeR 
mancfier Seoböi^ter fi^einen nai) ben Unterfut^ungen ftnorfie«*), bennt guift«*) 
unb Setler') juftimmen, auf einer irrtümlidien Deutung ber Sommetbrut ju bes^ 

l)»üubifc5; 861. f. b. gef, 3». 1901, 609.-2) »iefer Sorfll. 9L Äg. 1877,78. 
— Bon »injet: gotftm. gfil- 1879,170. - ffleifenegger, Sterm.: «Bg. S- «• 3-=8>8- 
ia89, See u. 33G. ~ Sang, ®g.: gorftl. natur». Stf^r. 1693, 136. — 3) «Ctum: Stft^r. 
f. g. U. 3n). 1887, 112; 1890, 300. — 4) gorftm. gH- ISO*, 824, 371, 636 U, 608 — 6) 
Übet bie gcrtfiflangungaDer^attniffe b. rinbenbrfitenben CorltnKfer 13, 61. — 6) O^err. 
S. «. g.-Slfl- 1307, 881. 



ftfifet: Scolytidae: Hylesininae. 253 

rubelt. 3n gleid^er äBeife tote H. fraxini ift bem SBalbgöriner naäf Sui^fibung eined 
Stegenetationdfra^i^ eine stoeite Srut tnSglid^. 3>tefet Stegenerationi^frag jtnbet noc^ 
bem 9bfe^en ber elften SSrut in ben Xriebf))i|en ber 83aunilronen jtaü (f. unter B). 
Sin großer XetI ber ftiefemmarKäfer ift bann )ur ^erfteOung neuer SBrutgange unb 
}u neuer (Eiablage bef öbigt. 2)ie im Sommer audlommenben 3ungläfer pfknjen fic^ 
infolge bed nur fe^r langfamen Sudreifend i^rer (Sefc^Ied^tdorgane im Sninjidelungds^ 
ial^re nid^t fort, f onbem äben in ber gleid^en SBetf e ttiie bie aRutterläfer in ben ^onen 
fte^enber ftiefem einen bid jum ^erbfi bauemben IRad^frag aud. Srft im ^erbft 
bo^en fte fid^, n>ie bie no4 lebenben SRutterlöfer, be^ufd Überminterung in ben 
Sur^elftoi ober in bie SSurjeln fte^enber @tftmme ein. QotodUn merben auc^ StöcEe 
aU Winterquartiere belogen ober bie fibem)interung finbet in ben befaSenen Xrieben 
am ^anmt ftatt 

S3ie bei oielen anbeten IBotfenIdfem i|l bie ®enerationdftage bed H. piniperda leb« 
^aft um^ritten unb oerf (Rieben beantn^ortet tootben. SBä^renb 9ia(eburgbie einfache dtene* 
tation aU Siegel anfal^, nol^m (Sic^l^off eine mtnbeftend bo^^elte an. Subeid)^} ^ielt bie 
bop^elte für mo^rfd^einlic^, unb ^eg*) lonftatierte burc^ eine im Sommer 1882 aufgeführte 
Ulngere Unterfuc^ung an Sf^^ngbäumen in ben SBalbungen bei ®ie^en, bag bie frfi^jeitig 
audgelemmenen unb auf fonnigeu Schlägen fc^mfirmenben I^Afet im Sunt eine neue ^ut 
ablegten, mft^tenb bie in gefc^Ioffenen )BeftSnben ausgebrüteten Snbioibuen ni^t jum ^uieiteii 
Si^ale fd^mdrmten, fonbern fid) aldbalb in bie Xriebe ber ^onen einbol^rten. (Sd ^at naä^ 
biefen unb anbeten Beobachtungen ben ^{nfci^ein, aÜ ob unter befonbetd günfHgen Ser^dlt« 
uiffeu bad Sotfommeu einet jmeiten ®enetation nic^t fo audgefd^Ioffen märe, n^ie ed nad^ 
ben ftnod^ef(^en Untetfuc^ungen bet SraK iß. 

SSou Snteteffe ift »eitet^in bie butc^ bie 8u4tt>etfu(^e ßnod^ed") feflgefteHte %aU 
fac^e, ba6 bei H. piniperda im ®egenfa( ju einzelnen poit^^amtn SBotfenIftfern ber f&tZ' 
lauf einer tegeltec^ten SBtut nac^ nut einmaliget Begattung mdglic^ i|t, n)&^renb bei manchen 
polygamen Borfenf&fem, g. B. bei Tomicus typographuB unb stenographus, bte $ nadb 
inblage oou wenigen dHem einer neuen Begattung bebürfcn, um mit ber Eiablage fort* 
faxten ju Idnnen. 

B, Sorftlic^e« Serl&alten. 

3)cr Safer befällt oorjugdtoeife bie gemeine Äiefer, lommt aber überall 
auc^ an ber SBc^mout^dliefer, ferner an ©ceKefer^) unb fidler an allen anberen 
fiief entarten üor. 3n ein jelncn Sötten ^at man i^n auc^ an bergid^te^) unbßärc^e^) 
beobachtet. 

5)er ßäfer fuc^t ältere« unb iunged ^olj ^eim, jiel^t aber erftere« t)or unb toirb 
in Sttnß^olj unter je^n ^a\)xtn nur dufterft fetten angetroffen. Am üebften unb 
meiften werben bie SSeftönbe oom ettoa 36— 40ia^rigcn Älter ab bcfatten. 

J)ad 3ttfeft fd^abet burdfi feinen grag in breifac^er SBcife. 

3unäd^ft burd^ ben Srutfrag ber Safer unb Saroen in JRinbe unb SBaft. Der 
Safer mac^t Sotgänge t)on 8—15 cm Sänge (mit 1—3 2uftlö(!^ern), toeld^e meiften« 
iiemlic^ gerabe tjerlaufen unb im liegenben Material faft ftet«, im fte^enben ^olje 
oft mit einem früdftodä^nlic^en $alen beginnen') (Abb. 110). Dicfe« SRerfmal 

1) 3He ^iBalbüerbetbcr unb ibrc gcinbe. 7.«ufl. 1876, 112. -~2)gotfttt>.8bl.l884,609. 
— 8) iof. 1907, 474; »g!. au^ ^enuiug«: 5Ratutto. Stjd^t. f. ß. u. S». 1907, 607. — 4) 
gbl. f. b. gef. gm. 1881, 588. — 6) ©igglbcrg er, 3.: 3Ronot«fd^ritt f. b. g. u. 3». 1867, 
106; »gl. begfelben Slutor^ rceiterc 9Jotiacn ^icrju baf. 1868, 876; 1873, 467. — Braun: 
i)af. 1867, 267. — SRörblinger: Ärit.Bl. 1868. 51. Bb I. 262. — $id)t; ^a5. 1870. 62. 
Bb. n. 280. — 6) ©ommeroillc, 9B.: OTg. g u. 3.'3tg. 1890, 838. — 8oo«, ©utt: 
gbL f. b. gef. g». 1896, 630. — 7) Batgmann: «flatur». Stfd^t. f. fi. u. gm. 1907, 600. 



254 



9^H 9ud). ®(^t Btgen Xietc. 



ift betonttecS (^oiatteriflifi^. Sn fte^enben Stämmen ttegt brr ^afcnfönntgi Vnfang 
bei <8aiige3 ftetS nnten, unb ber Sotgang toirb von unten n<^ oben gefreffen. 3» 
Itegenben Stämmen fri^t ber tfäfei batb ftammanfmärtS, bolb ftamm(ilin)örtd. ß&ufig 
bemeitt man lingS um bte Stngangftfteße einen fönnlit^en ^arjlDoa („^argrödi^es", 
^aijttic^er). 

Sie Samen fcejfen nom fDtnU 
tergange na^egu re^tuinlelig abgattv 
genbe, oft äugeift gebrängte ®änge 
im Safte (Sbb. HO); auf bent 
@t>tiiite finb bie geteSEinItdi balb f^i 
oeimorren Oerlaufenben unb mit 
fdofymtfil berftotiften SarDengänge 
nidit ober nur ganj fditoac^ ftd)tbai. 
9lur ber SRuttetgong fürtet ben St)Iint 
ein mentg. 2)ie ^u^ifien unb jungen 
fiöfer finb tief in ber Sorh (no^e am 
%u|enranbe) eingebettet 

Sie gleite 9efif)äbtgnng »irb 

burc^ ben iRcgeneiationSfragbec 

alten unb ben 3la(l)' ober Srnä^ = 

cungdfro^ ber jungen ^äfet an 

ein" unb gnieiiä^rigen Xrieben ber^ 

urfai^t- Sie Dorjä^ngen bliebe n>er3 

ben bann befallen, tvenn bie jüngften 

Xriebe ju f^madi finb. Ser «(ts 

läfer fliegt nac^ ber erften Samt in 

bie Äiefemfronen unb botirt fii^ tjier 

jum 8™6cte ber Siegeneratton feiner 

@ef(^(ed|t8organe in bie jungen 

Xricbe ein, um beten 3Rar( 6i§ un= 

ter bie Änofpen ou§iufreffen. Da3 

Sinbo^ten gefc^ie^t balb an ber Sa: 

\ii beS XriebeS, balb menige 3'nti'' 

meler unter bec Snbfnofjie. SHitunter 

finbet man in einem Xiiebe (aber an 

üerfcfiiebenen ©teDen beSfefben) fo' 

'*'^'^ gar jwei ftäfer. Sie fflo^rlö^er jtnb 

oft »Dn einem getbliditoeigen ^tj: 

matt umfloffen. 2tm liebften finb bem Safer honletnbe ©tangen unb ©tnmme an 

fonnigen SBeftanbSränbem-, jebocft roerben aui^ ganj gefunbe ©äume befoQen. Set 

üu«gefteftene Irieb wirb meiftenS burrfi böl urfptflnglit^e Singang«Io^ loiebtr Der' 

loffen. Sutoeiten bo^rt ftcfi ber ffäfer aber audi einen neuen Äuflgang, um fein 3etJ 

fterungamet! in einem anbereu Sriebe oufä neue ju beginnen ober um \iä) in fein 

fflinterUerfted ju begeben, gn ben Oängen finbet fii^ niemals fiot ober So^n 

meftl. ©iiroa^e oulge^ö^lte Iriebe (oon Seitenjroeigen) bxtüftn bei f[&t(erem SBinb 

entroeber am ätnfang ober am ffinbe beS graggange« ab unb faHen ju »oben. An 



ftdin: Sc«l;tida«: HjleainiDM. 266 

Stf)ntn')'i.mhto, bie fu^ nritbtr erholen, üOkk fii^ 

loffien (b. ^. Snofptn jtDi{i^tn je tinem Stabepjaar), 

im fünftigen tüiä^jafi» neue Xiiefv ^(t| nttivtifeln. 

entfltt)cn 3ii>>efcl&ifl>un8ett nnb (onftigt^tmormitäten, 

eifern, ntnv bie neugebißieten Ztiebe im näifißen 

So^re abermals beFaQeit roerben. Sler $öi)entneb 

unb bie gange ßronrnaugbitbung merben bur<^ bie« 

fen i^rafi emf)ftnblt(E| geftüct. Stn bei Sergtiefer, 

mitunter oui^ an @<i^narjtiefer, beobaditete SSpaS*^) 

am @lniitbe aitgge^o^Iter unb bann abgebrochener 

@i))fettrtebe etgentümtii^e, von (urjen, bit^tftefienben 

' @(^ö6it|engebilbete^e|e]ibe|enartige®e6ilbe. Mu^ers 

bem niirb aber auc^ bie 3(i9fenemte bur<^ baS 9u8< 

(|B(|Ien ber Iriebe luefentlitii gefi^mälert, ein Übel« 

ftanb, ber jumal bei natürlidiei Verjüngung bcr 

^em^Dc^npalbungen inS @ten)i(f)t fäQt. 3Ibb. 111 

fteUt einen mit einem 3ipfet> »erfe^eneti auSgetio^Iten 

jmeijä^rtgen Xrieb bar. Ulad} ben {ierbft|ifinnen 

finbet man bie befallenen Iriebe biämeilen gu lou' 

fenben auf bem S3oben liegen, triebe, bie ber Sturm nii^t abbit^t, bleiben, mie 

l^on oben angebeutet, nic^t 

leiten ben SBintet übet uom 

»Öfet bewohnt.*) SJur* bo« 

^bfaUen ber auige^S^lten 

Iriebe erlangen bie Soum; 

honen bei befaQenen Stäms 

me ein ?tuä(e^en, alä roenn 

pe bef(^nitten mären. ?ln bie 

Stette bet (onft t5f)if{^en 

e^irmform tritt S^pieilen^ 

fprm bei ^one, \o ba§ man 

j(^on aus ber ^me ben 3rag 

e^nnen fann. !tn ben Sri» 

nen ber belogenen fiHefem 

ragen nur ^ter unb ba noö) 

einjelne teillreife Derf(^onte 

Itiebe feitti{^ in ben 2uff= 

räum (»bb. 112). 53ie(en 

eigentflmüc^en !Be|d|äbiguns 

gen oerbanit ber fiäfcr bie 

i^tti Don Sinne gegebene 

Sejeii^nttng^ortulanusna- j 

turae" (Solbgärtner). 



1) 861. f. b. flei- gro. 1900, sa, — ä) «Itum: Stfiftt. f. % u. Sto. 1886, 68. 



256 ^ti SNd^. &äp4 gegen Siete. 

teilen Bd^abtn ($oIiittnia^dt)€rIuft, Sd^m&Ientng ber Samenemte), beit Ue be^ 
faUenen Säume burc^ Sermtnberung t^ec Kfftntilotiondotgane nfto. erleiben, tom« 
men aU inbirelte Stadtteile bie ßronenaui^Hd^tttng nnb beren ungünjKge 9lnc!^ 
n)irbtng auf bie Sialbbobenlraft in fßttcaä^t $>a fi(^ reine föefembeflänbe ofynt^ 
bied fd^on frü^seitig audlid^ten, fo loirb bet Xriebfrag befonberd Der^ängniSDolL 

SRad^ 9Itunt^) frigt ber ^afer aui^na^mdtoeife int Sommer äbtooM laiifcitbe 
unregelmäßig gefd^toetfte Sotgänge in ben unteren XeUen )ofi(^ftger 12— 15iä^rtQer 
liefern, legt aber feine Sier in i^nen ab, fonbern nagt fie lebigtid^ ber Sntä^nmg 
unb SBol^nngi^befd^affung falber. - 

Snblid^ f(i^abet ber ft&f er nod^ bur(^ bad Snbo^ren gefunber {ie^enber Stamme 
am SBurielfnoten bid ium ^plintt jum Qrotdt ber ftbertointerung. SBenn bied maffem 
meife gef(i^ie^t fo Idnnen bie befaüenen djcemplaxt fogar eingeben; minbeftend tuet« 
ben fte in einen (ranf^aften Bit9oi^i> trerfe^t unb ^ierburd^ anbere Sorlenl&fer am 
gelodft. Z)iefer @(^abett trifft t^ormiegenb Slanbb&ume. 

92a(^ ^afc^euberg') foHen (bei $atte) in iebem Salute ^efem eingeben, bie mit 
^al^lretd^en SBintemo^nungen hed SBalbgärtnerd Derfe^en finb. 

X)er SBalbgortner beDorjugt bie äBalbungen ber ®bene unb bed ^ügenanbed, 

ifolierte S^lb^öljer, fomie SBeftanbe, bie burd^ Seuer gelitten l^aben; er koirb oud^ mit 

ben abgefahrenen folgern Dielfad^ auf $oIipI&|e ntx^äjUeppi , t)on benen er tnicber 

in bie na^e gelegenen ^efembeftdnbe fliegt. 

Über einen großartigen graß auf ber ^albinfel 2)arß (an ber 92eU'lBorpommerf(l^en 
St^^t) in ben burd^ bie ©alatoafferflberflutungen Dom 12. unb 18. 9{ot)ember 1872 ^m« 
gefugten unb j^ietburd^ in einen fr&nfeinben ßuftanb oerfei^ten läefentftangen]^01§ent bei 
Dberförfterei 16om wirb oom gforfimeifter oon JBinjer') beritj^tet. Der ftdfer fanb ft^ 
l^ier fo maffenl^aft ein, baß er gegen 1000 ha folc^er $51^ §um 9bfierben brachte:. — 
SBeitere au^ergenidl^nUcbe ©d^&bigungen finb in iüngfler geit in ben S(>annerfra6be^fiiiben 
ber ße^Iinger $eibe^) ttorgefommen. 9Bte fd^on oben (@. 284) ern^ä^nt, famen im S^c 
oier $lan!en in ber geit 1902—1906 180000 fm lebiglid^ infolge Don 9Sertett^ngen bed 
SBalbgdrtnerd }um (Sinfc^Iag. 1904 n^iirben l^ier 100 000 fjangbdume geffiHt. SHe ffir etnen 
^ngbaum bered^nete (Sier^l^I [teilte ft(^ auf 900000. — Hn^ ava ©darneben') merben maa 
neuefter geit groge @d^äben auf einem met|r a\ß 7 Ouabratfilometer großen (BtbieU ge« 
melbct. 

C. Selampfung. 

Die^ieriunennenbenSSorbeugungi^^'unb Sertilgungdmaßregeln beden 

fic^ ooQIommen mit ben oben @. 234 ff. genannten. 

Unter ben geinben bed ^albgartnen^ aud ber :3nfeftent9ett ift in erßer Sinie bie in 
ben ^fingen lebenbe gelbrötlid^e Sarüe beS %meifenn)oIfed (Clerus formicariuB L.) ju nennen 
(bgl. @. 160). SBeiter finbet man ben Heinen ©langfäfer Rhizophagns depressas Fabr. 
fe^r ^äufig in ben ®öngen Don piniperda. 

19. HylesinuB (MyelophiluB) minor Htg. 

kleiner ^iefernmarffßfer.«) (ähf>, 118.) 

Äennjeic^cn: 3,6— 4 mm lang. ÄPo^f unb ^alöfc^ilb fc^toarj (»te bei bem borigen), 
iebod^ i)at biefed ettoad me^r metaQif(^en ©lanj. gflügelbeden nie fc^mar^braun, fonbent 

1) Stfc^ir. f. g. u. 3nj. 1879, 264. — 2) Sforftm. ^nfeltenfte., 1874, 174, S)ie»eoba<^ 
tung, baß IHefern infolge ber Uberttinterungdgänge eingel^en, toirb anc^ ^. Srorß'3t0- 

1906, 749 befiärtgt. — 3) gorftw. 8^1- 1879, 172. — 4) ©cf)ö^ffer: 3). gfor^ = 8tg. 

1907, 470. — 6) Xorften^ßagcrberg: «Rittlgn. a. b. forfW. «crfud^ganftalt 64»eben«- 
1911. $ft. 8, 169. — 6) 8ur Literatur; »on ©injer: gorflttj. S^l 1879, 170; 1881, 616. 
— ?lltuni: 8tfc^r. f. g. u. 3tD. 1890, 229. 



fiäfa: ScolTtidae: Hjlesinitiae. 2&7 

au4 bei aU«n Safem iStUdibiaun. gG^lei; unb !3etnc toßgetb. $aU|(^Ib bnltct all lang, 
öom ftütf ringe (diiiürt, üu( bem ÄQdttt wotldufia puntttetl, mit tinfc unbtutltt^en glatten 
aRittelUnte. JJIflgtlbtden fein tiunttiert'aeBtet|t. Sit ab\(^üfriae Stelle ift abet nit^t gtatt 
unb gefunkt (mit bri H^elophiliu piniperda L ). fonbent bit ^Odtic 
trifft auf btm jinetten B^vifc^enTaum bet tiriügelbeden beiiäuft &U 
§1« SpiSe. 

A. SebenäWeife unb fotftüi^eS ffier^alten. 

^lugjeit: Snbe SRärj, Slpril, gegebetienfallg noc^ SInfang 
änai, etroa 8—10 Xoge ftiätn: als bei bcm oorigtn. 

3uT Sbloge bet ISier tverben gettt |lef|enbe liefern ge: 
mö^It, bie borltgeren (unteren) letle iebo^ in bec fftt%ti gee m.in. Hri«b>» 
mi^n unb me^r bie ®ipfelpattien beflogen, weil ^iet bie 3Mnbe (Mjaiophu™) minor 
bfinner ift. 3m »oben oerbliebene ^n^e ©törfe loerben nic^t be. hwc/..»««»"»'») 
legt tiit fSrut bebarf ju i^rer Sntltiidelung tünai frif^ered SRotenal als bie ooii 
Myeiophttug piniperda L. 

Xie Samen eift^einen im SRoi ober 3uni unb Derf>u))t>en fid^ im 3unt 
bjto. 3«It in einer ©plintroiege, bie mit i^rer Sfingäo^fe in robialer aiit^ng liegt, 
fo bog nur ein heiSrunbeS äoi^ iffct Sage anzeigt 

3)ie neuen ftöfei fommen im ^Euli jum SSorfdiein. £iie normale ^tmiife^ 
InngabQuet beträgt !|iemo{^ etWo 11—12 ffiocften. Unter nngünftigen SBitttrangö: 
Dtr^öÜttiffen (ffoüe, Sfäffe ut») bauert ]k äinei SSoi^en Wnger. 

Seneiatton einjäting. 

53er Safer befällt in erfter Sinie bie gemeine ffiefer; meiter fommt er in 
aQen anberen ^efemaden, nnmentlid) in ber SSet)niout^öhefer, bot. SRan i)at Hfn 
auiii in einjctnen gätlen an 5td^fe*) gefunben. <£t beoorjugt bcS ©tongen^Dljalter, 
gtfit ober aaä) Ältere (50— 70 jährige) Stämme unb Übettjälter an. 

Sie Snuttergängefinb bei normolertludbilbungfdiilne, regelmäßige, bofipel: 
ormigeSogegärgemit jiemfidi langem Gingang unb ((f)neiben tief in ben Splint 
ein (Abb. 114). Der Srog Don minor ift ba^er weit ((^äbliifiec ali ber Oon pini- 
perda. Weil bie ©aftjirhilation bur^ tiefe aBagegSnge offenbar me^t geflört mirb 
ald bur(^ fta<^e Sotgönge. QrtngeEien ober nenigftend SBipfelbürte aud| ganj gefunbet 
Stamme tonnen bes^alb olä golge biefeS Srafte« nii^t befremben. 

@e^r häufig jeigen aber bie @tÖnge beS IfäfeiS (nadi äRilani') einen SSet> 
louf, bet Don ber normalen Sorm metir ober Weniger abttieit^t, nnb iffiar oft fp 
beträtfitti^, ba^ bie graßftgucen gar feine ^^nlic^teit mc^r mit jmeiarmigen 3Sage> 
gangen ^aben. ^n manchen tlrällen ift nur ein einziger Slrm enttntifelt, ber bann 
in ber Wegel ftarl oerlängert ift, bamit olle (Jier untetgebtat^t nierben tonnen. 3n on* 
beten Säuen ift bie EinganfläriSlire in gorm eineS in jit3fel= bitn, lappenfiJrmige Sort» 
fttfte auSlanfenben Ißta^ea erweitert, ober eS ifl nocl) ein brütet (nact) oben getilgte: 
ter) ffltm angelegt. SBenn neben biefem ouc^ noi^ ein meiterer obroärtfl getiditeter 
?ttm ouftritf, fo Jönnen fogar ftemförmige giguren entfte^en ufro. Sie Utfoc^en 
biefet abnormitäten fu^t 3Ritnni in aßunbftetten, elften, ®Öngen anbetet 3nbiDi* 

1) «flL bit ouf ®.268, änm. 6 gitierten «rtittl Boa «igfllbetflet unb WBib. 
tinfltt. — Kuä) Subti* fanb Hylesinui minor Htg. in i88^men einzeln unlet giditen« 
rittbc. — 3) Soiftl-cnatuim. S^ii^i^' l^B^i 1*0' 

«c». Sii^lAu«. L «.Run- IT 



258 IW»« *«4- ®i^a6 flea«" *'"*■ 

buen, flerinaer Stärfe iieS Srutmntniate» ober enblit^ in eintt ju ftorf noigejc^rit» 
leneii fluStrocfniins M Splintes in bei nädifien Umgebung ber Sinbo^TJltflen. 



nt. It«. Sm^tm ggn HTimniu (HTsloptülu) minar Utg. <iu| ftirfnrfpllnt (nal- «r.). 

lie Saioengönge fmb (utj, m6)t bejonberfi ja^Ireidi, oetlanfen entoeber nur 
in ber Slinbe ober funken fe^r ^äufig au<S) ben SpUnt unb enbigen in einer tief 
eingefenlten Sptintraiege. 3)ie befoDcnen S^aftteile werben oft bloufaul unb tter: 
f&rben fit^ bläuti{^ bis [(^roarj. 9ia(^ Angabe üBinjerS t|d(t fi<$ Uyelopbilus minor 
nit^t \o lonltqnent an bie Seftanbätänber wie M. piniperda, fonbern bringt tiefer 
in ben iBe^anb ein. 9tii^t fetten finbel man betbe Safer in einem unb bemfelben 
Stamme. 2!" biefem ^aüt finbet fi(^ U. minor im bünnrinbigen oberen Si^aftf 
teil, M. piniperda hingegen im bidbortigen unteren. 

9tui$ biefer l^aftläfn; ^3^1t bie ajtarfrötire junger ^efemtriebe in gauj äi)w 
(idiei aSeiie auü nie M. piaiperda, jebcK^ nidit in fol^^r ^uSbe^nung. 

B. $etäm))fung. 

SBie bei bem oorigen. ^auptmafiregel finb Sangliöunie mit faünner, glott« 
9linbe (f^on Dont Sebruar bjro. Tlätf, ab). SHan tnä^lt ^ierju fii)lDöd)ere Stämme, 
mu| biefe aber öfter emeutni, ba fie leitet auStrodnen unb bann t>on bem ftfifei 
ni<$t me^r angenommen toerben. .Sa fte^enbc gangbäumee liegenben Don minor 
Botgejogen roerbcn, empfiep fi^ bie ^errid^tung fott^er burc^ ffiflpf en') fi^toäc^erer 
€tSmme ober — beffec unb bequemer — burd) SBurjelftümmelung bgro. burA Snts 
rinbung beS unterften @(^aftteileg. 

3u beachten aber bleibt, glei^gültig ob ti [li) um fte^enbe ober liegenbe 3ong< 
bäume ^onbelt, bag fie ret^tgeitig, b. ^. Dor ber SBerpuppung ber Sotnen ent« 
rinbet werben. $at bie SBerpuppung fi^on flattgefunben , (o ift blofee« ©ntrinben 
toertlod. Sie befallenen Sc^aftteile finb bann mögltc^ft rafi^ abjufa^ren ober an« 
iufc^roälen. SSertlofe gopfenben Werben in [oli^em Saue am beftat öerbtannt 

1) ßlotifet: 3o^r6. b. ©i*(e[ SoTflBtrtina 1887, 43. 



fiäfet: Scoljtddfte: Hylesiiiiiiaa. 269 

30. HJ-lasinna (DendrootonoB) mlaaiu Eoff. 
9)itfcitba(lfafet.') («bb. US.) 
tttnnitiäjtv: 7~B mm tang (Me gröfeh «imtiailc^ Hit), natjtnfOcmig, ft^UMq, 
»wnig eldnjciib, tunge e^mfikn mit langen, grangtani ^aaira (abn nit^t bii^t) Mt(t. 
Slt^In unb Beine biüuitlü^TDt. ^aUjc^ilb breiter aU [ang, 
na^ Dom ftatt tteicngt, Poi bn 6;ii9e ctDod eingefi^nürl, 
jiemücfi tief (»unftiett, mit gUnjenlier S»üte«ri{tt. glßgtt. 
btdcn fein tnin(tieit=aeftTtifl, mit bnittn, lungeligseelBnittn 
Snili^iSnmen. 

A. Se6en«Bieife unb forpIi(^e8 ffiet^allen. 

i)tlu9ieit: tai ©i^iDännen berSfifn f(^eint erft 
gegen Stbenb unb in bei Statut gu erfotgen; eine birefte 
lOtoIiaditung beäfelben ift EiiS ie^t ni»^ nidit geglücfi 
3)et ßäfei ift audgefpioi^tnei @))ätF(^n)ärmer; bie &= 
oMoge erfolgt Dermutlic^ erft im 3unt 

2)ie 6ier (int ganjen etwa 50—150) tuerben im 
bem t)Dm $ gefceffenen ;ilä$enben änuttetgiing in «».ns. 

einem befonbeien, mit SBo^rmetit Oermtfi^ten Stetlager Hri««tnii. (D^ndiooioiiii.) miouu 
einarin ob« meift ^oufenroeife abgelegt. S)a8 ? bo^rtfitfi ^°'' '''" ""* »'^*"»'- 
|U biefem3w«t in fte^enbe Stamme ein, unb jinot in bec Äegel im unteren Stamm; 
teile, in bec fH5fit beS ^uigelftodeö ober in XagiDurjeln. ^ie meiften Sta^ßeHen 
finbet man big gu 1 m $öf)e; Stämme mit Serletungen (}. ». SJtlbfi^älftellen, 
Sunb^Qen infolge ber S^Dung ufn.) toerben aber no^ bis )u 10 unb me^r m 
$ß^e befaCen. 

2)ie aRuttergfinge [mh uncegelmä|ig, teils rSEiien:^, teil« ^ila^förmig, vor: 
^ecrfc^b gebogen ober fnieförmig gebroc^n, oft fogar jroeimat gefntift unb nur 
in feltcnen ^äütn mogerec^t. Um grobrinbtgeren Stamme roirb bec Splint nur ba, 
100 bie @iabtage ßattgefunben ^at, mit angegriffen, ün ben !^uc)eln bringen bie 
SÄuttergänge meiR ettoaS tiefer in ba« ^totj ein, Itieil bie bflnnere JRinbe ^ietju öer« 
anlaßt. Xiie SIufllBt^ei foQen niegen i^rec iBrOge leitet inS Suge. 

tiie nai^ (urjer (Sirul|e auSlommenben ßatöen ()öf|len lolonnenweife (ju 
30—50 Stfid) bic^t nebeneinanber gebrSngt bie 9tinbe aUmSfilii^ auf gr9|eien 
pg^tn aus. S« entfielen fog. 9itnbenfamiliengange {W)b. 116). Siißitunter 
rüden meliere benachbarte ffiolonnen jufammen, in meldiem ^aüt bie t^agbilber 
9ftet eine tjufeifenö^nli^e tJorm annehmen. Z)ie infelartigen ^a^fteQen verbargen 
anffaUenb; bie ^ufipen liegen einneln in bem ganj von $arj bucd|btungenen So^r« 
me^[, mit bem bie 3ta%4}lä|e me^r ober loeniger angefüllt necben. 

S)ie befadentn @tämme »eciaten fii^ burdi ba« aus bec SingangSi^ffnung rei^ 
Uä) jutage tretenbe, anfangs weige, fpätec buct^ Sofiime^t unb Sot biaun gefärbte 
iHtrj, baS oft als mä(^ttgec tric^ecfbrmigec äSoQ ben lEingangSfanal umgibt. 

1) 3ur Sitecotitr: Stein; S.: X^c.3^. 1SBS,S36; 1864,871.- Uliici: Stf^c 
f. 5- U-Sm. 1878,150. — «lud: ba|. 1878,886. — Söverin et Brichet; Le den- 
droctonns micans en Belgique. Bniiellee 1891. — ^aulfl, 9.: goifll.inatUtHi. 81*»- 
1892, 268, SIG u. 861. — ffla^I: gtldit. f. IJ. u. 3id. 1887, 689. — «tfRein: tia\. 1904, 
S48. — «üubtld): 3bl. f, b. gel, gm. 1903, 161. — Söverin: Bnll. de U Soo. oen- 
trale forestiiie de Belgiqnc l&ÜB, 239, SIS. 

17* 



260' (Etffcd Su^. St^nß stflm Sie». 

litt Qttneiatioti^itier^ältnirfe ftnb ettoa^ Iont))Itjterte, infalflcbefTen aaü) 
fe^ Detfi^ieben ßebtulfte. ©it^tioff, Stein, Ultici polten bie ©enerahon für 
bi)))tMtt, SItutn, $aulq, Sinbemann f^ret^ Don einjäEinger, SBo^lunb gu^i 
Don groetjä^nger, IBIüd unb 9tttf<^e Don ivitt' nebeneinanbei tierkafenben eins 
iäbrieetr Scf^ein finbet untet Serfidft<^tigunQ aOei Säeobodituneen eine Sitfung iM 



der 9lnnal)ine einer ein' ober gmeiia^riBen Generation. Sicher ift, bafe D. micans 
als ^äfer unb fiartie ü&ertointert unb ba| er im ^uti in aQen oier Sntloidtlungfts 
ftabien gleti^jeittg ju finben ift. Sä fi^eint nun Siegel, ba6 bie im 3"n> abgelegten 
&tt Saroen geben, bie fi^ erft ein ^o^r ^pätti oecpuppen utib nad) fuiger $u)ipen: 
ru^e ä« fiäfem roerben. ^iefe Käfer bleiben (nod) ffidftein) entroeber unter bct 
Slinbe, überiointem unb legen erft tm I^Juni bei näii)ftcn 3o^re8 ©iet ab: gtoeiiö^ 
rige ©eneroHon — ober fommen im 3uli be8 etften 3a!)reS — olfo offne Überroins 
terung aI8 S'Öfec — auä unb prangen fi<f| fort Sinjätinge ©enerotion. 



ßfifet: Scolytidae: HjlesininiM. 261 

Z)er Safer ift eigentßd^ @ebirgiSinfett, ift aber and) in ber (Sbene l^eimtfc^ unb 
fd^nt ft(^ ^ter immer tueiter au^jubreiten. Sr lebt in Stongen^^ unb SSauml^öIiem 
ber Sichte. 9m meiften gef darbet jinb 25— 50 jährige 93eßanbe. ^m n)efenttid^n 
iß ber Safer nur fefunbär fd^öblic^. 2)ie bon i^m befaQenen S3auminbit)ibuen jei^ 
gen meift Sefc^abigungen (Sadungd- unb 93ringung^fc^aben, @(^ättt)unben ufm.) unb 
infolgebeffen Abnormitäten (Scrtoac^fungen, ^arjonbrang ufto.), finb rotfaut ober jtnb 
bereits hrtxd) ben grafe anbcrer ff&fer (T. typographus, chalcographus, Polygra- 
phns u. a.) gefc^mäc^t. $in unb lieber aber ge^t micans auc^ an töQig gefunbe 
Stamme unb bringt jüngere fogar jum 9(bfterben. 3n tjereinjelten SöQen ^at man 
i^n anä) an ber.Äiefer gefunben. 

^enfci^eP) fanb ben fiäfer auf ber ^enfd^aft ^obrid OBöl^men) in ^iemlid^ ouiSge* 
be^ntex SBeife an liefern bTütenb, unb \p^Ux (1885) im Ste^vt^al am Su^e bed Senfen* 
gebirged. 

1887 trat ber $afer ^iemHc^ ha^xtid^ in bem preugtfd^en 9{ek)ier &anUhtn (9leg.» 
IBeg. ^dnigdberg) an 3—6 m ^ot^en liefern fo ftatf auf, bag faum eine ©tauge Der« 
f^ont blieb.*) 

^ad) ben SSeobad^tungen SergmiüeriS tourben mit S3u(^e unterbaute gHc^tenbejtftnbe 
nic^t beflogen, ebenfo mie mit XoHIirfc^e unterftanbene t!rici^ten unbefe^t blieben. 



< 

B. Sefäm^jfung. 

a) Vorbeugung. 

1. SSermeibung ber 9}üf(^elf)f[an^ung, n>ei( ^ierburd^ oft S3erma(^fungen am 
SBui^elfnoten entfte^en. @inb fold^e ^flanjungen t)or^anben, fo mug man fie tot^ 
nigften§ jeitig auSf^neiben. 

2. {Regelrechte Surc^forftungen. hierbei finb namentlid^ gef chatte unb ge$ 
broc^ene Stangen pm ^iebe ju bringen. 

3. SSer^iltung t)on Verlegungen ber fte^enben Stämme fomo^I beim 
SäDen als beim Mden ber ^ötjer. 

4. Stodrobung mit möglidift forgfältiger (Setoinnung beS SBurgel^olgeS. 

5. ?tnftri(^ beS unteren leileS ber Stämme tjon ben Xagmurjetn an bi« ju 
etma 0,5—1,0 m ^öl^e mit ber fog. Seinmeberfc^en SRif^ung ober mit Xeer, 
Sali ober SRanpenleim. 

2)ie ^crfteUung ber erff genannten SJlif^ung gefd^ie^t in folgenber SSBeije: 2,6 kg ge* 
tDö^Iicbex Xabal toerben mit einem falben (Simer »armen SBafferS übergoffen, minbejtenS 
24 Stunben lang an einem marmen Ort fte^en getaf[en unb bann no4 gehörig audgepre^t. 
9Rit biejem 3:abahoaffer mifc^t man SRinb«blut (einen falben (gimer), gelöjd^ten Äalf (ein 
Xeil) unb frifc^e Äu^fremente o^ne Stro^ (16 5:eile) ju einem ©rei. 3)iejer toirb in 
eine offene Xonne gebracht unb tägtic^ mehrmals umgerührt; feine Serföenbung erfolgt erft 
na^ ber (Gärung. Stidbann maci^t man bie anjuftreidienben ©tammpartten Don @rbe, 2Stoo9, 
§(e(!^ten frei unb ftreid^t fie (im grül^ia^r) mit einem SEünd^erpinfel brei 2:age ^interein« 
anber toteber^olt an, bii5 fic^ eine förmliche, burd^ SUcgen ni(^t mel^r abfpülbare Ätufte ge:^ 
bittet ^at. — iRacb ben im ßajenburger $arf (bei SBien) burd^ ben ^ofgärtner Seintoe« 
ber gemachten (Srfal^rungen n^erben bie fo be^anbelten Stämme Don bem f^d^tenbaftläfer 
gemieben. 

SBermutUdf) mirfen Sc^ujanftrid^e mit Xeer, Se^m, ffalf ufw. ebenfo fic^cr unb 
finb iebenfaQd einfacher ald ba^ ^dd^ft um^anblid^e £eintoeberf(^e SSerfa^ren. 



1) 8bl. f. b. gef. gro. 1886, 684. — 2) 5lltum: gtjc^^ f- S- n. 3». 1888, 243. 



262 ^ts fittc^ @(^9 gea«*> ^it"- 

b) SntUgans. 

1. Sorgfültifle 9tobiiitg ber befanden iinb mit SJrtit befe^ten Stöntmc. &c^äf 
(en bei befallenen Partien uob ißtibiennen bec IRinbe. 

^SAt mit 9iut tieften @tOdr nnb SBnqeln laffen ft^ unta gIti4)citigrT Scmt^« 
hing bn St^üblinet and) babuid) fdubrai, bag num fic mit Suijt^nlagra Don Sleifis i» 
einem Raufen luftia onffcDt uub ba0 0aiijt anbrennt. 3)ti Sianb bautd tuige 3^it (ctna 
(ine ttafbt Stunbe ffti I im ©tocf^ol}), ba nui boä maffni^ft anSlntenb« ^ij nnb bol 
Heifig utiiteniien. Isit Htnbt twtfo^It; bnJ Smlj nriib faft gar nit^t angegriffen. 

Ser Sifola biefn 9tagitgel ttui nat^ btn in bei ObeifSißeici tJfäit (fiaütttfOittt 
IBelauf) gtmoditeit iKTfa^rnngen baiiiifi^lagenb.'j 

2. ^eifteQung fle^enber Sangbäume in bei 9tä^e bei befadencn ®t&mmt 
buic^ ftaite Stufaftuna, ßöpfuna obei (ÜnftUt^e SttnbemKrmunbung 30— ftOjä^ger 
3t#m. 

3n blefet Seife ift im belgif^en ^«togenKwIb •) rine BeMnUifung be« fti^txt Totz= 
fu^ raorben. 

3. fluSfc^netben bei gra^ftetlen an ben fteEienben Stöntmen uab Sei= 
biennen bei Stifälle. Uliögere ^unbflät^en finb eventueD bnn^ einen €i^u^n^(4 
Don leer obei 9)au;)enleim ju fc^t^en. 

3)ic{t 3)?agna^me tDUibc ben XeitnctimeTn am Yl. internationalen Ifongiefl bei fotfi* 
liefen Sei^ut^eanft alten 1910 in ben beleihen Hibennen nntei 3"4>lt*nai|mt ttnei »on 
<Eo))el lonfttuieilen neuen @leigafi))aiatej uoigefü^Tt Sic bebingt natütlii^ fotgfdltifici 
Hbfn^en bei unteren Stammteile unb miib im aügenteinen nni bann gubnUffiS unb ent' 
f)>Eei^b biWg bun^ffltiibai fein, uenn bn Scfall anf bie »ufalteile M Stamme« ri4 
bef^idnlt 

Untet ben natßilit^en Seinben bei D. uicAue ^nben ftdi neben S^ten, ^ttten 
unb StottribenlatveH eine Si^Iupfroef^ie, Fimpla terebr&Ds'), nomentli^ abet ein 9Umf 
Mfei, Rhizophngns gnudiB, alS nitTfam eimiefen. SHe in ben i^mllitngilngen ^Sn|ie auf» 
ttretenbe fiatbe itS RdferS lebt junädift uon begetabitifitiei Itofi, greift abet, inenn fie qrü' 
get gerpDTben ift, bie %tut beS micans, unb jnai Siei, Samen, ^upftti unb junge £Sfei, 
energifi^ an unb betjetiit fie- üuc^ bie fertigen Slanjtafet beteiligen fid) an biefem Scr> 
nit^tungSfampfe. Rh. giandia uiib babuidi noc^ !@eigmlIleT*) gu einem nertnoHen 
Sunbeegenonen bei ber SelArotifung be# ^iei unb ba, namentlii^ in !6elgien, in bn 9iain< 
ebene, im 8)eg.>$ef. Äad^eu, in ber ffiifel unb anbemifiria tet^l |(i|äbtid( geworbenen fflie» 
lenbo^täfn«. 

ai. HyleuniiH cHylutee) palliatu« Gyll. 

»elbbtauncr git^tenbaftOfer (abb. 117). 

Sennjeic^en: 8 mm lang, Von gebrungenem Sau, ettocB 

gläujenb. ^alifi^ilb unb gtügelbeden rOtUf^'braun, fein grau bc 

ffaaü. Unteifeite unb Seiteiiranber ber Slügelbeden ifi^naribniun. 

Sfü^let unb »eine rfttlitt^braun. ^te|{^ilb breitet aU lang, Opcn 

^ait eingefdinürt, bit^t rungelig^punttiert, mit bom abgeÜijtei, 

glatter glänjcnber fflültelleifte. RlügelbeiJen an ber fflafi« abgf 

niiibef, mägig fein i)unttiert=geflreifli auf ben S'^H'^enräumen 

6B(!etig<geiunjelt unb rei^enroeife behaart. Hugen ni(^t imeiteilig. 

(Hyi.™.') ptiii«« ^11. Sebenättieife ufm.: Stugjeit: ©nhe SWäi^, äprit 

(■/„ HO« Baibtii). gar abläge bei (Siei »eiben 9labelt)ötier (Stämine unb 

€d|i<^t|täge) geroä^tt, befonbeiS feuchte, bie im Schatten lagern. 3)er ftäfer bi&let 
mit Vorliebe an liegenbem äßateital, folinc an Steden in feu(feten Sagen. 

1) Ulrici: 3tf(^r. f. g. u. gm. 187a, 16B. — 2) »riebet: BuU. de 1» 8oc. oenL 
forwtifere de Belgique 1893. — 3) »lejget: SWOnb. fotfil. t. XU, 1887, 6». — *) 
8bl. f. b, gef. 5ni. 1908, 26S. 



ftfifei: Scoljtidae: HjlMiuii 

(Benetation: ^aä) ben ölteren Stutoren etnjä^tg, ncufi lEicEi^Dff bo^iftett 
9lo(^ i^m foflen nrft bte im ^tbft anätommenben ßöfsr bei groeittn ©eneration -in 
9iinbenfpalten, (tolg: unb SünbenabfäOen, unlei äRoo8 ob« in fonftiger Sobcnfheit 
flbtrttnntnn. 

Sei ^äufigt nnb toett 
Uerbrcitcte fiäfci ift tio(9'> 
ft^ag an 9IabeI^o(j, 6e: 
fällt alier Doiwiegcnb bie 
Sii^te. Sn gnettcr SteDe 
»erben gemeine ffiefer, ÜBe^^ 
inout^tiefer unb anbere S\f 
fentorten als !6rutböume ge: 
ttiä^It. ^anne unb Sän^e 
werben nur meEir auSna^mS* • 
toeife angenommen. 50e»ors 
SUgteä fflrutmaterial finb nur 
ältere, ftarlborftge Stämme. 

Sie Xluttergitnge 
finb Htjere, 2—7 cm lange, 
metftend ettDoS gefc^mun» 
flene ÜJotgänge. ©ie jeis 
gen an bem einen Snbe einen 
€tiefel^afen{«bb.ll8)anb 
näliTenb beS SSerlaufeS oft 
unregelmäßige (£tn= unb 9lue« 
buc^tnngen, noburc^ fie gu< 
tDctlen ein barmä^nlii^ee 
ausfegen er^lten. 9li4tfel= 
len finb ftegabelf Dtmig geteilt. 

Sie SarDengänge 
ftnb auffaDenb lang unb uns 
tegelniäf|tg,oftbti$t gebrängt, 
bnrc^lreujen fidl öiel[ai^ unb 
Herlaufen vormtegrnb in ber 

Äinbe. Die HJupttentriKfl"! ai,. u». wuiatpräeit» ijiasbii» oon H7ie.too. (hji«i«) 

liegen me^r int ©plinte. i«m.tai aju. in sidii™i*iiui (n«. «t., ortg, «,».)- 

9Bo ber ßäfer in SRajfen brütet, naS (läufig ber ^oQ ift, wirb in ber Wegef 
tie Qonfit Snnenfeite ber Minbe in 9Ku(m oerwönbelt, fo bog (6üro(teriftif(^e Srfl6= 
ftguren nii^t me(r ju erlennen finb. 

Über btn Qlmb ber St^dblid^Itit biefcS Sta]nt narta unb finb bie üufri^len nod) 
geteilt. Sine gregtre Vebtulung iR if|m roofil taum 6eijumtf|en, ba er lebigliiii ftlunbdr 
unfgutieten fdirinl. ^ebenfaüB (inb ei nut ^üftennviat, in btnen H. palliatns all Sdiit» 
linfl ju furzten ift. 

Befämpfung: f- S. 234. 



264 Srflte Su^. Sätni Qcecn Xitxt, 

32. Hylealno« (HjlftBtOB) atolmtus Zett. (HylMtea decnmumi Er.). 
(Btogtc brauner gf^lenbaßtiftr. 

fienngfii^tn: 4—6 mm long, matt ^lei^braun bis braun srOtlii^. grüblet unb 
Stint biauniot. ^Ifti<^ilb |d tans utä bicti, nad) »oin {lart Micngt, tief unb bid)t 
(junfHnt mit etner beullii^, glatten, etmaS erhabenen 3!IIittetleiftc. ({[ügtlbeden an bct 
BofiS abgeiunbet, lief punfhtrt-ßeß reift, mit ninberi fünften, an ben Sänbern nid^t ge» 
fc^matjt; bie gnift^tniaume bei $unftftreifen runjeltg'gcfSrnt. 

Sebensmeife ufiu.: Stugjeit fe^t fpät, Snbe äHai, ütifanQ ^unL fitierwht« 
tcntng aU Satoe obei ^u)?))«. ©eneration tua^rft^einltc^ einfodi. — 2)» ftäfex 
befällt Borroieflenb bie 3it^le, aUi auä) bie 9(rbe. 



g ZgtL in fH4t<iti)>11itt 

^ie SRutttigänge (Wb. 119) finb türjeie (bis 8 cm lange), bieite, ntttuntti 
lei^t gelrüminte Sotgänge, bie ben @))(ittt furi^en, biSiDetleit ab» auif nur in 
bcr iRinbe liegen unb meift mit einer unreeelmäfiigen geja<ften Simeiterung, einem 
füg. ©liefet, beginnen. 

Tie Saroengänge finb (ang, ge^en biSmetlen bon einem burd) bie Caroen 
gemeinfam gefreffenen Slanm ou8, oertoufen infolgebeffen btdjt oneinanber gebrängt, 
burc^fceugen fic^ ^ier unb ba, furi^en ben @plint meift nur gonj oberflöt^ltt^ unb 
enbigen in großen $u|)penn)iegen, bie gur ^älfte im @)>tint eingegraben finb. 2)ie 
Sra^figur ift meifleni fe^r unregetmägig. 

^er Safer befällt geniü^nli^ nur ältere ©tämme unb ift ein entfi^iebener ®e* 
btrgSbenio^ner. ^n ^ii^ien frigt er nid)t feiten gemeinfd|aftü4 mit H. palliatus 
Gyil., aber nur in liegenben ©tömmen. 3n Stroen ift er ieboi^ anc^ in gefun> 



St&\tt: Scolytida«: Gattung Cryphalus. 265 

ben ftel^ettben Stammen beobad^tet morben, bie er gemeinfd^oftltc^ mit Tomicus cem- 
brae Heer }ttm tlbftetben gebraci^t l^otte.^) ^eg fatib ben fiäfer im Z^üringer ffiatb 
bid }tt ben ^öc^ften Sergen: Seerberg unb @i!^nee(opf; meiter ift er im ^xi, S5^^ 
mer SBoIb unb in ben ai^jen (bi« ju 2000 m ^öl^e) beobo^tet toorben. 3m oHgc^ 
meinen ieboc^ ift er feiten. 

©e!ämpfung: f. @. 234. 

23. HylesinuB (Zyleohinus) pilosus Btab.*) 

2)er in ben ^{ten unb fc^mdc^eren Schäften üon 3fi(!^te unb Sfttc^e tebenbe, 2,6 mm 
gtoge Saftföfet, beffen lut^e boppelarmige SBagegänge nteifi gro|en Sd^toanfungen unter« 
liegen, ift {elten n^ie H. glabiatos unb infolgebeffen fot^Iidy belanglos. 

ttttterftntilte Cryphalinae. 

(Gattung Crsrphalus. 

S)titted Satfalglieb ber Sorberbetne (ei^t ^erafötmig. ^aldfd^ilb ftarf gemötbt, meift 
breitet ali» lang, oom mit einem quS fongentrifc^en ^ddexn gebilbeten ^Ud, Sfü^letget^et 
4gliebetig, Sü^Ierteule eingefc^nürt unb geringelt. 

24. Tomious (Cryphalus) piceae Btab. 
kleiner ^annenborlenffifer. 

5?enn}ei(!^en: 1;5— 1,8 mm lang, ooal, getP5(5t, braun, mit greifen ^paaren. ^lüqtU 
beden meifiend ^e0er gefärbt, unbeutli^ punftiert, mit längeren, aufgerichteten ^firc^en 
rei^toetfe befe^t. 

SebenÄtoeife ufto.: 3Iugjeit SWärj, ^xil, — ber jtoeiten ®rut im guni. 
©enerotion boppelt. 

2)ie @ier n^erben einjefn in unregelmäßige f^Ia^artige SRuttergänge t)on 
0,1—1,5 cm 2)ur(^meffer, bie ba8 ? in SBeifetannenrinbe anfertigt, abgelegt. J)ie 
Überwinterung ftnbct a« Räfer ftatt. 

S)ie ßarüen freffen furje @önge, bie in einer in ber SKnbe ober oberfföc^Ii^ 
im ©^)lint liegenben SBiege enbigen. 2)aiJ ®cfamtfraPiIb ift ftemförmig. 

®er Srut' unb ^raßbaum ift au^fc^Iießlic^ bie SBeigtonne. ®9 merben f on)ol^( 
öftere »ie jüngere 95aume befallen, erftere aber entfc^iebcn betjorjugt. S)er angriff 
finbet in ben ®i<)feln unb Äften ftatt. 

S)er ©d^aft toirb namentli^ gern in ben Stfttoinleln ftörferer ^fte angegriffen. 
9lac^ bem SefaD ber ^one fc^reitet ber Singriff langd bed Stammet t>on oben nac^ 
unten fort. ®elbfdrbung unb öUmd^lic^eö SRoflrotmerben ber ^onc an alten frän« 
feinben lonnen üerrät bie ©egentoart be§ öon manchen Seiten (ßic^^off, SBar^: 
be^, Sargmann)^) afö gefährlicher geinb ber SBeifetanne bejeic^neten Ääferd. gr 
ift l^aufig mit Tomicus curvidens Dergefellfc^aftet, begleitet aber nad^ ben Seobac^^ 
tungen Sargmannd bie Saune in l^ö^ere Sagen aß cunridens ed tut. ©üb^ unb 
©fiboft^änge, Xater unb Ebenen ber Xannengebiete werben ben über 800 m ^inauiS^ 
reiii^enben ^ö^enlagen aber t)orge}ogen. 

8efftm<)fung: f. ©. 234. gangbäume toirlen erft bann, toenn alte, abfter^ 
benbe Xannen nid^t mel^r Dor^anben finb. Die %bn)e^r l^at beSl^alb bai^ ^au^tgemid^t 

1) ^cnfc^el, ®u|!at>: 3M. f. b. gef. S». 1882, 10. — 2) 3arofcf|fa: gbl. f. b. 
gef. glo. 1889, 268. — Äo^ejf^: baf. 1889, 641. — SRilani: gorftUnoturio. Stfd^r. 

1898, 121. — 3) «ffg. g. U. 3.»8tg- 1897, 382. 



266 Q^eiS »uc^. @(^n^ gegen Xtere. 

auf red^tjeittge gäOnng aDer t^erbac^tigen Säume, auf balbige !(bfu^r alled befaDes? 
neu ftärferen 3}latmalt^ unb auf Verbrennen ber angegangenen ]6)toci^tttn S33t))fel« 
teile unb Sfte ju legen. 

26. Tomious (Cryphalus) abietLs Btab. 

ßenn^eid^en: (Sbenfo lang, aber tttoa9 fci^nifiler al9 C. piceae; bunfelbraun, für} 
bel^aart. fjlügelbeden pnnftiert gefitetft. ©e^öderter gfled auf bem ^aldfc^ifi) Dom f(^mfiler 
unb hinten ^ugefpi^t. 

Seben*meifc uf».: SSie hti C. piceae. ©nitbauui ift bie Sid^te, nur tocrbcn 
meijl jüngere, unterbrüdtc unb fränfeinbe (gjcm|)Iarc, nid^t aber alte ©ftume befdflen. S>er 
angriff erfolgt ebenfaW in ber ^one unb gern an «flquirlen. dufter in gfit^le ijl ber 
l^äfer in Spanne, ^fer unb Sbe^mout^dltefer beobachtet worben. 

^elfimpfung: \. @. 284. 

S)eni weiteten fjfi^tenfd^äbltng Tomicns (Cryphalus) saltuarins Winn. unb 
bem bie Särd^e befaHenben C. intermedius Ferr. fouimt nod^ geringere for{iIi(!^e 8e« 
beutung ^u aU C. abietis. 

Uttterfamilte Oiyptarginae. 

(Gattung Crsrpturg^us. 

2)rttted Xarfalglieb j^linbrifc^; unqtlappt St&xptt langgefhedt. grlügelbeden ^iuten 
l^erabgebogen, ol^ne ©inbrucf unb o^ne gdl^ne. gil^Iergeigel ^toeiglieberig, für^er atö bie 
eiförmige Äeule. 

26. Tomicus (Crypturgus) pusülus Gyll. 

Sd^maler t^ic^tenborfenlfifer. 

l^ennjeic^en: 1—1,2 mm lang, braun bi« fd^warj, tttoai glänjenb, fajl fa^L 
^at^fc^ilb lang eiförmig, fein unb weitläufig punftiert, mit glatter SÄittellinie. glügel« 
beden tief punftiert-geftreift mit elnfad^en runben fünften. 

ßebeniStoeifc ufiü.: S)er Safer befällt üorjugtoeife 20—40 jäl^rigc ©tangeus^ 
^öljer ber Siebte, aber and) fc^on 8— 12 jährige föulturen. SSereinjelt lommt er 
aud^ in lanne, fiiefer, SBc^mout^Äf iefer , ©ecKefer unb Särc^e tor. S)er gra§ in 
93afl unb 9iinbe ift fo Dermorren, bag fic^ SDZuttergange faum auiSfinbig machen 
laffen, toeil ber Safer gemö^nlic^ burc^ bie t)on ben anberen 93orIenfafern angefer^ 
tigten Sol^rlöc^er einbringt. 3la6) 95arbe^ ift ber 93rutgang ein SBages, nac^ ^er^ 
rid ein Sdng^gang. 

9lu^ bie ftart geföunbenen Sarüengdnge laufen t^ielfac^ burc^einanber. 

Generation oermutUd^ boppelt. 

Ate Srutparafit ttitt ber Safer ^äufig gemeinfc^aftlic^ mit anberen SSorfem 
tdfem auf, ^at aber teine toeitergel^enbe tDtrtf^aftIi(^e SSebeutung. 

«eJömpfung: f. @. 234. 

27. Tomious (Crypturgrus) oinereus Hbst. 

$on bem timai größeren, bitter bel^aarten unb grau geförbten nüä^^tn ^ermaubten 
ht9 t)origen gilt biologif^ bad gleid^e mie oben. G. cinerens ift ebenfaÜiS IBrutparafit unb 
lebt in fc^mfic^eren ^ften k7on t^(^te unb ^efer ober in ben 6tämm(^en jüngerer $flan)eu. 

Uttterfftmlte Polygraphlnae. 

Gattung Folygraphus. 

3)rlttei8 ?:arfalglieb nic^t jtoeiloppig, fonbem atjlinbrif^. abftur^ ber gflügelberfen 
nic^t eingebrücft. grü^lergeigel fünfgliebrig mit ungeglieberter berber fteule. ^ugen geteilt* 
ßäfer polygam. 



filfn: ScolytidM; QhUtunQ PoljgnphiiB. 



»oppi 



)8. Polrgraphus poUgraphiu I»'} 
Iduflieei Sidittnbajliafti'} («bb. 130). 



Scnnjcit^cn: s— S mm lang, Idnslidi, [(^artbiaun, mit bitfita al^flninei, „teif' 

oitigtr" 93ef4uppuRg. %üi)ln mit fün|gtitbciigeT @ti6el unb eifhmig jugt|pigtct, nk^t 

gtringelttt Stttilt, bidunlidt'Btlb. Stint von gltit^ti: ^zbe. ^aUf^tlb laum langn aU 

breit, nac^ Dorn ftatf Dttjc^inältrt, obtn fttn unb btc^t puni: 

titrt, mit fein« n^abcnn ZRitttUinit. glügelbttfen mit feintn 

$unItrtilKn unb bicilen, ftinlOtnigtn 3toiI<tK>i>^<1timtn. Singen 

buidi ttnin Itifltno nigra «Stiinfottfal btina^ ganj in jiDtt 

giften gtttilt, 

SebenSltieife «(id.: Slugjeiti Äptil, 3Kai. J 

2)ie SaiDen eifttieintn fia^eftcn« <Svbt "üptn, 'An' 

fang 3Rai. SSerpuppiing ftu^tfteniS (Entie SRai, einfand 

^uni. 2)tr ferttQe Söfet lommt im ^uli ober Vufluß 

aus unb fet)t gcwöf)nli{^ aldbalb eine neue Snit, n)el<^ 

meißenä no^ bis jutn @eptember, et). Cftober, guc Dollen ^t. iio. poirinphiu 

ffintroiÄetuufl gelanat ober im SotDen- biW. ^upfieiiiuftanb poun-pb« l, i»/., mut 

fiöetmintett. . " '"'' 

Oeneration (un= 
ter normaltn ^tvfjSit' 
nifftn) boffpett. 

2)er Safer befättt 
flettPöfinli^ nur biegte^' 
te, ge^t jeboc^ ou(t| Sie: 
fer, SSeqmout^Sfiefet, 
9iiüt unb Xanne an. <Er 
finbet (i(^ Bormieflenb 
in ftärtercm Stangen« 
unb ange^enbem IBaum^ 
^olj (oon 15—30 cm 
SJun^meffet), unb jroot 
nic^t nur am ©^ofte, 
fonbem a\i^ an äpen 
unb dtoeigen. Seine ei' 
ften Angriffe fdieinen 
befonberS auf ben ®iif' 
fei gerietet ju fein. 

£ie anuttergän^ 
ge finb me^rarmige, 
meift 3— 4annigt, un* 
regelmäßig oerlaufenbe 
©terngänge {Mbb. 
121), bie Don einer gro- 
[iegenben Slammelfammer 
:lbft in ber 91inbe tiegen. 



1) «OD*, Cuil: gbl. f. b. fltl. gm. 1891, 172. 



268 ^ite ISaä). €c^u& gcgtn Xine. 

S^atatlnißifi^ ift, bag bie ®änge faft ftetö 9u8tiud)tungen nnb Siämmungen auf« 

metftn. Sie änbnn iE)re 9)td|tung mitunter in f^oifen Rinteln nac^ auf: ober ab» 

iDJSrtd. SSiäRietleK enthalten fie, juntat an ben Suben, fettlti^e Scnieiterunsen. ^n 

Stammteilen mit ftörferer Jfiinbe liegen fie tebiglic^ in biefer, greifen aber in ©tontm* 

teilen mit bfinner Sinbe bi« in ben Splint ein. Stuf ber aoftfeite biderer Minbtns 

ftüde fie^t man infolge beS üßerborgenfeiuS ber pemfSrmigen SButtergänge neben 

^eil^äilen von SarDengänßen meift nur i8ru(^ftü(fe ber 9Kuttergönge (Mb. 122), 

beren oftmals ^orijontaler SBertouf ju ber irrtflmli(^en Hnfictit fut)rte, bafe Polygra- 

phus poligr&pbus Sagegänge al8 Snits 

gänge ^be. Siefe Knna^me fonnte um 

fo leiciiter entfteöen, »eil öfter« nur 

gtoei $hrutarme von ber dtaDimeHam* 

mer abgeben. 

^te uniegetmäBigen Saroens 
ß ä n 8 e »erlaufen me^t ober TOeniger lot* 
re(^t unb fdineiben in ben Saft ein; 
im ©plinte [xnb namentlii^ bie Hnfiinge 
nit^t ma^rjune^men. ^n ftait befehlen 
Stangen itiirb bie Siinbe oft berart 
buri^freffen, bog bie ©finge gor nic^t 
me^r ju erfennen fmb. 3)ie SBiegen lie« 
gen meifienS in ber SKnbe, gumeilen auc^ 
an ber Splintoberfläc^e. 

Xier in aßen $td|tenreDieren tiäus 
fige Safer tritt öorroiegeub in ®ebirg«s 
foiften ($ari, ^ürtnger SSatb, üBogelS« 
becg ufm.) auf. (Sr fleigt bafelb^ (iems 
Iid| |o^ emfor unb ^at fi^on roieber« 
^olt ganj gefunbe, felbfi ftorte (ftebenbe) 
Stumme jum Eingeben gebrac^t.^} 

Sn ben gierten nalbungen iici ®Ugen 

unb tlmgtgfnb (bei Saubodi, jungen, 

$ol)tnfoIme v]m.) i^ biejci $a^tä|ei: ein 

|e^i (läBfigtr ®a(i. ffir tritt baftlbft oielfa^ 

rbb-ia. Scil^iDi DD« Poi;e»pbiu poUgrsphag L. in an Stfinwitn nuf, bie Don Nflcttia cn- 

Biitttncinfce dor b« BoftCiM «u». 9iit Vlaiintint' i." curbitula Fr. ob« Trametea rsdieiperda 

«..» fl m nut in *'";;, '^■J'*" i*"»""""'. i" ^'^"> R, Htg. bcfoUtn finb. Semeiric^aftlit^ mil 

i^m fiißt ni(^t leiten HyUetes palliatna L, 

:6ei Saubacb *) tiat belonbteä bei getarnte ^it^ltnboTTeniafeir (CiTphalns abietia Rtzb.) 

in einem etna SOjdbrigen gtd)ten[>e|ianb in [einet •^Itflii^aft auf. 

3m Uberäbetfltr SPatt (bei aRüin^en) »urbt ber ßafet feit 1889 in ben Don bet Monn* 
befallenen Mbteilungen maijenfiofl beobatf)let ; et l|ot bofelb^ etroa 9—10% bei unterbiQil> 
len ©tänime betest. 

«etömpfiing: f. S. 234. 

Sie beiben anbeten bei un8 ootrammenben Poljgraphua-^tten: P. aubopacui 
J. Tboms. an Siebte unb F. grandiclava J. Thoma. ^ PEeudopoligiaphaB cembtse 
Seitaer an ffiitid)baum nnb ?tiDc |inb foiFItit^ belanglos. 

1] 3)öbnet; «Ug. %. n. 3.=3tB. 1882, 275. — 2)eti.: fianbb. b. Sootofl., II. »b., 
ajibaffenbutg iSCi, iflO. — ä) I^um: Mq. g. u. 3.'3tg. 1886, 24. 



I^&fer: Scolytidae: (Sattunoeit Diyocoetes unb Ips. 269 

UttterfttntiUe DryoeoetinM. 

Gattung Dryoooetes. 

Srfl^Iergeigel 59neberig. Sttuit an ber Spil^t fc^tef abgefht^t, ein %txl ber ittU" 
lenglteber butc^ ben bafalen 9HnQ Der^üIIt Sf tu gelbe tfen hinten f(!^tfig getuölbt, o^ne 
(Sittbrucf, nuT me^t ober meniger gefurd^t. S^onogame, meiß im Saub^olj lebenbe IBotfen- 
{fifer o^ne gidgere toirtf(^aftIt^e ^ebeutung. 

29. Tomious (Dryocoetes) autographus Btzb. 
Sottiger gi^tenborlenfctfer. 

i^enn^eic^en: 8—4 mm lang, braun, tttoai glänjenb, mit langen greifen paaren. 
^att{d^ilb etmaiS (dnger old breit, ^iemlic^ grob ;)unltiert, mit einer {c^malen, erl^abenen 
STtittcIIinie. ^tügelbeden an ber Surfet breiter aU bad nad^ hinten t)erengte ^aUfc^ilb, 
grob punftiert^geftreift, mit feineren $unftrei^ anf ben 3toi)ci^enrfiumen; iebod^ fc^minben 
bie $nnftftreifen an ber @^i(e merllid^. 

Sebendmeife uf».: Sriugjeit: (&nht ^ril, 9)lai. (Generation bo^pelt, mit Über^ 
Sinterung im au^gebilbeten guftanbe. 

2)er S^fifer befäQt oorgugdmeife bie t!fi4te, untergeorbnet and^ %annt, ^efer unb 
SBe^mont^dfiefer, namentUd) bie unteren ©tammteile mit ftarfer 9Hnbe. 5^el(ner^) fanb 
ibn in X^ringen an gfic^ten, oor^flglic^ in ber ftarlen 9{inbe nal^e an ber (Srbe nnb an 
SBurjelflOden. ®t5de unb bie Unterfeite feuc^tlagember ^öl^er werben gern angenom^ 
men. SHe SRuttergfinge finb tur^e iOotgönge, mitunter paarig; fie entfenben oft Heine 
Vrme in ber ^orijontalric^tung, fo ba6 faft ^anbförmige gragfiguren entftel^en. 

3)ie Sa ro engfinge fmb, ba bie (Sierablage gruppenmeife am (^bebed SRutterganged 
nnb in beffen SluiSfadungen erfolgt, im einzelnen nid^t ma^rjune^men. ^efer grnppen« 
meife gia^ ift c^arafteriftifc^. 2)er ^fifer fc^eint me^r a\S feine (i^enoffen atö ^Rac^aflglet 
anberer Sorlenififer b§)o. fefunbfir aufzutreten; fein @ci^aben ifi nic^t oon S9elang. 

»effimpfung: f. 6. 234. 

3)ie an Saub^olj brütenben Dryocoetefl-Slrten : D. villosiis F. an (Si^e, alni an 
(Srie, acerlB Lindem, an 9(^orn unb corjli Perris an $afe( finb no(^ bebeutungdlofer 
a(d autographus. 

Unterfamilic Ipinae. 

Gattungen Ips unb FityogeneB. 

3)ritted ^arfalglieb ^Qlinbrifc^. topf meift lugelförmig, unter ha§ ^al^fc^ilb 
5Urüdge$ogen, ba^er oon oben faum fid)tbar. ^aliSfci^ilb nad^ oorn nic^t t^erengt, fiarl 
gemOlbt, oom meifi gelörnelt ober querrun^Iig geködert, hinten punltiert ober glatt. Sftü^ 
gelbeden hinten mit mulben» ober ^meiteiHg-rinnenförmigem 9(bftur5 mit 3a^ubi(« 
bungen bei beiben ®ef(^(e(^tem ober nur beim J. gfü^lergeigel bglieberig, ^ü^ltt- 
Icule Dom S9ofalring me^r ober weniger oer^üQt. 

(S^attung Ips mit fpi^em Srortfo^ ^mifc^en beit Sorber^üften, Gattung Pityogenes 
ol^ne folc^en. ^ol^game ^abel^ol^bcmotiner mit k)ormiegenb fternfdrmigen S9rutgfingen. 
SHinbenbrüter. 

30. Tomious (Ips) typographus L. 

@ro6er ac^tafi^niger gic^tenbortcnläfer*), S9ud)bruder») («bb. 128). 

Äennjci^en: täfer (9lbb. 123, a) 4,6—6,5 mm lang, ttjaljenförmig, üon gcbrun« 
genew 8au, bunfelbraun bid \6^tDax^ aiemltd^ glänjenb, in ber :3ugenb lang bräunlich-gelb 

1) ^eraeid^ni« ber täfer Xl^arfhgend. (Got^a 1873 ,146. — 2) 3ur Literatur im oH^ 
gemeinen: (Sogl^o: Über bie SebenSjö^igfeit bed gric^tenborfenläferd (B. typographus). 
granlenftcin (in Sc^lcfien) 1874. — 2)er tampf gegen ben gic^tcnbortcnfäfer. 8^1. f. b. gef. 
5»., @uppt. 1, gSien 1875. — oon tuiawa; fjorftl. Bl., 31. g., 1878, 66. — turje «n« 
leitung jur ©etämpfung be5 5td)tenborfcnfäfer5. $r3g. oom f. t. Slderbauminifterium. 2. «nfl. 
»ien 1876. - «Rüglin: <l2aturw. 3tf(^r. f. ß. u. gm. 1905, 4ö0, 481. — 8) 2)ie »eaeit^« 
nung ^,8u(^brudcr" rfi^rt oon bem oftmals fe^r regelmäBigen ^ragbilbe ^er. 



270 erflel 9uä). @d|iiß gegtn Zi«e. 

be^nrl, mit tetltrf|>gclbcn SA^Icm unb Seinen. Hm Soibmanbt ber Sttm unmitttibiir 

üb« ben 3Ranbibeln ein Ileinci ^adci. 2)ie gü^leiTeuIennatit ^ctgt in {diaifeni SBinlel 

auf. $aU(<!^iQ> nic^t Idngei aU breit, Dom breit abBeiuitbet, gcFOint, hinten auf beni SHiden 

fein jerftteut punftteit. gtügelbeifen mit riefen unb gtobm 

Äetbftieifeti, iDetcl|e nnd) bet SpiSe ^n feiner roetben; bie ge 

mölbttn S'oii'^f'if eiber jinb me^r glatt bgm. nur mit einjelnen 

$untten bebe*. Übfturj fc^rag, otrtieft, btelt, fi^arfranbig, um 

reflelmflgifl puntitert, matt Jetfenglänjenb, auf jeher 6*ite 

mit Bier Qä^nen, öon meli^en ber oberpe oft 

unbeutlid) unb ber brilte Don oben ber grOgle 

ifi («bb. 12S, b). — Surne 4—6 mm long, 

gelrümmt, meig, mit gelbbraunem ttop^. — 

^ufpt i mm lang, neig. 

A. ßebenaroeife. 
Slugseit: 23er täfer ift ©pätfi^mäi:* 
ittet; (ein Si^iTiäiintem^inatui'Sßtnimum liegt nad) IßaulQ nict|t untet 16" B. <ii 
|<^tDÖimt infolgebeffen jumdft nii^t Dot Wittt ^xH, oft aber erft Snbe üprtl unb 
SRai, in $o<^Iagen fogar etft Slnfaitg 3uni. 

SJer Snpug erfolßt gumeift an ftörferen Stämmen unb an biefen juetjt «nter 
bet Srone, in ber SRitte beS St^ofteS. $er gritgtren SQäcme Wesen Uiib bie @on: 
nenfeite beDorjugt. Huf ein d" lommen 2— 3 ?. J)Q3üeifteifti»i[tf|en3Iinbenft^m)t)en 
(teßcnbe 99of|tIod| fü^ ju einer meift ganj in ber 9)inbe liegenben unb bann 
auf ber dtinbentnnenfeite ni^t fiditbaren Slammellammei. 3ion iitt aui 
nogen bie $ nat^ DoDsogener S9egattung bie äJIuttergänge. ^iefe ftnb feiten ein^ 
armig, fonbem oft jioei: ober breiarmig, je na<^ ber S<^^^ ber eingebohrten $. 
Sie Derloufen, cor bet fRammetlamntet mit fi^orfem Sogen abbtegenb, meift ganj 
gerabc nodi oben unb unten, finb 3—4 mm breit unb 12— 1^ cm tang unb greifen 
in ben @)}(int ni^t ober nur ganj oberfläi^Itt^ ein. Sie gragfigur ift im allgemein 
nen alfo ein jmeiarmiger, im Sap oerlaufenber Sotgong (abb. 124). Kommen 
(Sabelgänge vor — nienn melir als gtoei $ oon einer Slammellammer mi 3Rut° 
tetgönge freffen — fo oeriaufen bie na^ einer Wic^tung abgetienben SKultergönge 
meift na^e aneinanber unb finb me^r ober toeniger patadtl 9{ur in fc^toac^em Stat 
terial, bat oon ben Käfern aufina^miätDeife, befonberS in Ermangelung älterer tüiditen 
angenommen roirb, ge^en bie Sotgänge Uiä)t in ©djraggänge über iinb erinnern 
bann unter Umftänben an Stemgänge, toenn metir als gniei Snuttergänge Oon einer 
Sftammelfßmmer ausgeben. 

an ben nur fpärlt(^ mit fluftlödietn oecfe^enen SWuttergängen loerben Dom 
$ in ()aoriger Snorbnung re^tä unb linfä mo^nforngroge, Doneinanber beutlic^ ge« 
trennte (hergrübi^en genagt unb mit je einem Ei tierfe^en. let einjetne normnl« 
lange äHuttergang jäfilt tm S^urc^fc^nttt 50, oft aui^ meniger ober me^r Siergrübf 
(^en. 35ie Sier »erben noi^ ©(^elo^reuD^) unb ^enningä*) etft einjeln in ben 
SRuttergang gelegt, bann Dom $ mit $ilfe feiner steine unb Kiefer in bie Eigruben 
eingebro(^t unb ^ier mit ettoaS Bo^rme^l bebedt. 3)ie 3ül|t bet oon einem ? ab. 
gelegten Sier ^ängt, mie juecft Don Si^em^reuD^) beoba^tet unb Don ^enntngS*) 



1) L'enigme des Scolytien«. ^eter^buig. Soifliounial 1906. — 3) 9Iatuitt>. 3tf4r- 
f. a u. gm. 1»07, 97, 602. 



Jtafrv; ScolTtidu: (Etattuna Ipi. 271 

unb SRügtin') beftätigt loorben i% nod) baoon ab, ob boS $ nur einmol ober ntc^ 
mal« begoöet ttrirb. 93ei nur ritimatiger ©egattimfl ift beim Typographua-? bte 
^ortpflanjungSfä^igltit eine itf 
fc^änlte. 3)ae $ bebarf I|ier nad| 
Ablage DDn tuentsen (nadE) $eii: 
ntngö fei$8) Qiem mieberum ber 
Begattung, um mit ber Siabtage fort^ 
fatiren ju tBnnen. 

3)ie erften Satöen trfi^einen 
je nat^ bei Xetnperatur fififier ober 
[päter, im Xuidilf^mtt 10—14 Xage 
nacEi ber Siablage unb finb oft (c^on 
mit bem SluSnagen t^rer Sarven: 
gängt befi^äfHgt, ü)e vod) baS $ feine 
fämttidien ISiet abgelegt bat. Sie 
SoTDen fref^en iiemlt(^ rec^tmtnfeltg 
Dom ajhittergange abgmeigenbe. Iei(E|t 
gef^Iängelte, iminer breiter tverbenbe 
®önge im iBafte, bie fie hinter fi(^ 
mit Säo^nne^I Oer^otifeR. Sie Sar^ 
Dengue ecieidien eine Sdnge oon 
5—10 cm. Sie Sßerpuppung er- 
folgt am Snbe ber ©finge in einer 
im Saft auägenogten Siege. 

sin nod| neit ftärtrrem Sßage 
als haS SmbrQonatftobinm tverben 
i^aroens unb ^uffen^abium von ber 
^iemjwrotur unb ber ßuftfeut^tigleit 
beetnßugt 9tamentti<$bie&arVengeit 
(ann burdi niebere Temperatur unb 
gro|e Suftfend|ttgleit febr in bie 
Sänge gejogen merben. 9Iac^ ^en^ 
ntngS moi^t fidi ber ^emmenbe Sin: 
flu6 einer er^ö£)ten fiuftfeut^tigfeit um 
fo me^r gettenb, je ntebriger bie Xem^ 
peraturift. Sergenonnte Autor fonb 
bei (einen ißerfui^ in trodener unb 
feu^tet Suft unb bei 2i°, 20», 17' 
unb 14» ffiärme, baft böS Saroen: 
ftabium jioifien 5'/, unb 50 lagen, 

ba» ^uvpenflabium sititfc^en 9% unb in ai*,tt«i«»r (not a^. 0.19. » » )- 

28 lagen fdimanlte. 3m S)ur^|cf|nitt 
umfafete bie Saroenjeit 23%, bie ißuppenni^e 11*/« läge. 

3)er auSgefommene ^ungläfer erioettert Wätirenb ber aHmaifii^tn ©r^rtung 



1) Molui». 8l((^r. f. 2. u. 5» 1907, 609. 



272 <i^fled ^d^. ©i^u^ gegen %itxt. 

feiner Sl^Um^üDe bte ^u^pentDtege ober frt^t in beren 9lä^e t)erkDorrene, bü^toeilen 
and) benbritifc^ t)eritDeigte unb in ben Splint einfc^neibenbe ®änge. S)ie 2)atter 
biefed 9la(^fraged §ängt ebenfaUi^ toieber ))on ber Zem^eratur nnb ber Suftfeiu^ 
tigleit ab unb f^tuanlte bei ^enningi^ jmifc^en 97, unb 28 Zagen. 3)ann erß 
frigt [xd) ber nunmel^r reife gungfafer burc^ ein IreiiSrunbed gluglo^ nad) ougen. 
2)araui^ ge^t ^erDor, in toüd^ er^ebli^em SRa^e bie ganje (Entloictelungdbauer 
bom @i bis jum SreÜafer t)on ber Zemf^eratur, in ^toeiter Sinie auc^ t)on ber Suft^ 
feuc^tigfeit abfängt. 93ei $enningd mar bie Sntmicfelung bei 24® unb geringer 
Suftfeu^tigleit in 26 Zagen, bei 14® unb ^ol^er Suftfeuc^tigteit aber erft in 113 
Zagen beenbet. 

(Generation: S